[0001] Die Erfindung betrifft ein Probengefäß zur Abnahme kleinster Blutmengen, bestehend
aus einem äußeren, einen Bund besitzenden Gefäß und einem darin angeordneten Innengefäß,
das unten geschlossen und oben abnahmeseitig mit einem offenen, durch einen Stopfen
verschließbaren, aus dem äußeren Gefäß vorstehenden Blutabnahmering ausgebildet ist.
[0002] Durch die EP 0 517 119 B1 und die US 5 458 854 A sind solche Blutentnahmevorrrichtungen
mit einem Sammelröhrchen für das Blut bekanntgeworden. Das Röhrchen bzw. das Blutaufnahmegefäß
besitzt einen integrierten, gefäßartigen Blutsammelraum mit einem oben offenen und
einem unten geschlossenen, gerundeten Ende. Das offene Ende des Behälters ist einstückig
mit einem schaufelförmigen Lippenteil versehen, über dessen Aufnahmerand das abgenommene
Blut in den demgegenüber im Durchmesser größer bemessenen Blutsammelraum ablaufen
kann. Das obere Ende des Gefäßes samt dem daran angeformten schaufelförmigen Lippenteil
läßt sich durch eine Kappe verschließen. Diese wird während der Blutabnahme auf das
untere Gefäßende aufgesteckt. Um das Blutentnahmegefäß in eine Standard-Klinikzentrifuge
einsetzen zu können, wird gemäß der US-Patentschrift an den Boden des Gefäßes ein
Ergänzungsgefäß angekoppelt. Eine derartige Vorrichtung zur Abnahme sehr geringer
Blutmengen ist auch aus der EP 0 072 006 B2 bekannt. Bei dieser Ausführung ist ein
der Blutabnahme dienendes schaufelförmiges Lippenteil oder ein Kapillarröhrchen ein
fester Bestandteil einer auf das Blutaufnahmegefäß aufsteckbaren Kappe.
[0003] Diesen Blutabnahme- bzw. Blutentnahmevorrichtungen ist gemeinsam, daß sie zum Auffangen
und Überleiten des Blutes in das Blutaufnahmegefäß gezielt angesetzt werden müssen,
nämlich exakt mit dem schaufelförmigen Lippelteil an der zur Blutabnahme punktierten
Stelle des Patienten. Bei einer nicht präzisen Positionierung kann das Blut nicht
ordnungsgemäß in das Gefäß geleitet werden mit der Folge, daß ein Teil des Blutes
außen am Gefäß entlanglaufen kann. Die bei Kapillarblut ohnehin geringen Probenmenge
wird daher mitunter empfindlich reduziert. Außerdem erhöht sich die Kontaminations-
bzw. Injektionsgefahr für die das Blut entnehmenden Personen und das Laborpersonal
beträchtlich.
[0004] Zur Vermeidung einer präzisen Positionierung und damit Vereinfachung der Blutabnahme
ist es durch die US 5 038 794 A bekanntgeworden, eine Kapillare mit einem schüsselartigen
Trichter auszubilden, wobei die Kapillare mit dem Trichter bzw. der Schüssel in ein
Probengefäß eingeschraubt wird, das als Sammelgefäß für die abgenommene Kapillarblutmenge
dient.
[0005] Aus der DE 24 39 218 A1 ist es bekannt, das Blut in ein speziell gestaltetes Kapillargefäß
abzunehmen, bei dem nämlich nur das Mündungsstück die Form einer Kapillare aufweist,
während der übrige Bereich so aufgeweitet ist, daß sich eine Mikropipette einsetzen
läßt. Das von dem Mündungsstück abgewandte Ende, d.h. zumindest die große Öffnung
der Kapillare läßt sich durch einen Stopfen verschließen, und die Kapillare kann dann,
wenn notwendig, in ein im wesentlichen zylindrisches Umgefäß gesteckt werden. Statt
das Blut nach dem Entfernen aus dem Kapillargefäß zu zentrifugieren, ist es möglich,
das Kapillargefäß unmittelbar selbst zum Zentrifugieren zu verwenden.
[0006] Ein weiteres Problem bei der Aufbereitung und Analyse sehr kleiner Blutmengen im
Labor besteht darin, solche Gefäße zu finden, die einerseits aufgrund ihrer äußeren
Abmessungen in die gängigen Laborgeräte passen, etikettierbar (z.B. mit Barcode-Etiketten)
sind und denoch gleichzeitig einen Füllstand der Probe gewährleisten, der noch gut
zu pipettieren bzw. handhabbar ist. Wenn somit Gefäße mit einem für handelsübliche
Zentrifugen gängigen Außendurchmesser und den üblichen Wandstärken verwendet werden,
so hat eine Kapillarblutmenge mit dem Volumen eines bis mehrerer Tröpfchen einen so
geringen Füllstand, daß die Hauptmenge des Blutes über die Gefäßinnenoberfläche verteilt
ist und daher fast keine Probe mehr für die Analysen zur Verfügung steht. Werden hingegen
Gefäße mit einem einen ausreichenden Füllstand gewährleistenden kleineren Durchmesser
eingesetzt, so passen diese nicht in die handelsüblichen Geräte. Bei Gefäßen, die
in ihrem für die Geräte geeigneten, relevanten oberen Bereich die ausreichenden Maße
besitzen und sich nach unten hin verjüngen, tritt das Problem auf, daß sich diese
Gefäße nicht mit den handelsüblichen Barcode-Etiketten bekleben lassen. Um diesen
gegensätzlichen maßlichen Anforderungen gerecht zu werden, sind im Handel Gefäße erhältlich,
deren Außenkonturen den geforderten Maßen der handelsüblichen Laborgeräte entsprechen
und deren Gefäßinnendurchmeser möglichst klein und schmal ist. Diese großen maßlichen
Unterschiede zwischen dem Außen- und dem Innendurchmesser werden allerdings durch
eine verhältnismäßig sehr große Wanddicke ausgeglichen. Die Herstellung solcher Gefäße
führt dann zu den dem Spritzgußfachmann hinlänglich bekannten technischen Problemen.
Schließlich kommt noch hinzu, daß das erforderliche, recht aufwendige Spritzgußwerkzeug
für die Anfertigung dieser eine große Wandstärke besitzenden Gefäße stets nur für
die Herstellung von Gefäßen aus Kunststoffen einer Gattung geeignet ist. Da jedoch
unterschiedliche Kunststoffgattungen ein unterschiedliches Verhalten gegenüber Blut
oder anderem Probengut zeigen, werden folglich je nach Anforderungen an das Probengut
auch Gefäße aus verschiedenen Kunststoffgattungen benötigt. Das bedeutet, daß jedesmal
die Anfertigung bzw. Verwendung eines weiteren Spritzgußwerkzeuges notwendig ist,
was zu hohen Investitionen führt.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Probengefäß zur Entnahme kleinster
Blutmengen zu schaffen, mit dem sich die vorgenannten Nachteile beheben lassen und
das die Butentnahme erleichtert, dabei einfacher herzustellen ist und variablere Einsatzmöglichkeiten
bietet.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Probengefäß gelöst, bei dem das Innengefäß
in einem separaten äußeren Gefäß mit festem Sitz angeordnet und mit einem rundumlaufend
gleichbleibend sehr dünnwandig ausgebildeten Blutabnahmering versehen ist, wobei der
Bund des äußeren Gefäßes sowohl das Innengefäß unterhalb des Blutabnahmeringes als
auch das in eine Zentrifuge eingebrachte äußere Gefäß selbst abstützt. Durch die Zweiteiligkeit
des erfindungsgemäßen Probengefäßes mit dem rundumlaufend gleichbleibend sehr dünnwandigen
Blutabnahmering des Innengefäßes und dem Stützbund des separaten äußeren Gefäßes lassen
sich mehrere Vorteile gleichzeitig erreichen. So läßt sich anders als bei einteiligen
Blutgefäßen mit sehr viel geringerem Aufwand und weit weniger komplizierten Spritzgießwerkzeugen
für das Innengefäß jede beliebige Form und insbesondere eine solche Gestaltung vorsehen,
die eine für die gute Mischbarkeit der Proben optimierte Gefäßgeometrie aufweist und
- z.B. bei einem konischen Innengefäß - einen hohen Stand des Serums oder Plasmas
nach der Zentrifugation ermöglicht, was ein gutes und einfaches Abpipettieren des
Überstandes gestattet. Abgesehen von der freien Materialwahl für die beiden Gefäße,
lassen sich in das äußere Gefäß hinsichtlich ihres Füllvolumens verschiedene Innengefäße
von z.B. 200, 300 oder 500 Mikroliter einsetzen.
[0009] Die Wand des in der Einbaulage aus dem äußeren Gefäß vorstehenden Innengefäßfortsatzes,
d.h. des Blutabnahmeringes vereinfacht die Handhabung ganz wesentlich, denn es braucht
nicht mehr darauf geachtet zu werden, das Probengefäß gezielt anzusetzen, denn über
den extrem dünnen Rand des Blutabnahmeringes läßt sich das Blut an jeder Stelle leicht
abfangen, ohne ein Zentrieren des Gefäßes zu erfordern. Der Blutabnahmering eignet
sich gleichzeitig als Sitz für einen das Probengefäß verschließenden Stopfen. Das
äußere Gefäß läßt sich - da es an der Blutentnahme direkt nicht beteiligt ist - von
solcher Größe vorsehen, daß es eine ausreichend große Fläche zur Anbringung eines
Maß- bzw. Kennzeichnungsträgers (bar code) bereitstellt. Weiterhin erfüllt der Bund
des äußeren Gefäßes eine Doppelfunktion, er dient nämlich sowohl der Abstützung des
aufgrund einer Preßpassung mit festem Sitz in das äußere Gefäß einbringbaren oder
dort einklebbaren oder einrastbaren Innengefäßes als auch der Abstützung beim Einbringen
in eine beliebige der auf dem Markt gängigen Zentrifugen.
[0010] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung,
in der Ausführungsbeispiele des Gegenstandes der Erfindung näher erläutert sind. Es
zeigen:
- Fig. 1
- in explosiver Darstellung die Gesamtansicht der Einzelteile einer ersten Ausführung
eines schematisch gezeigten Probengefäßes;
- Fig. 2
- das zur Blutabnahme bereite Probengefäß gemäß Fig. 1;
- Fig. 3
- das Probengefäß gemäß Fig. 2 in einer abgewandelten Ausführung mit einer aufsteckbaren
Kapillare; und
- Fig. 4
- einen Schnitt entlang der Linie IV-IV von Fig. 3.
[0011] Ein in Fig. 1 gezeigtes Probengefäß 1 besteht aus einem röhrchenförmigen äußeren
Gefäß 2, einem Innengefäß 3 und einem Stopfen 4. Das äußere Gefäß 2 ist mit einem
Bund 5 versehen, an den sich in der in Fig. 2 dargestellten Einbaulage das mit einem
Preßsitz in das äußere Gefäß 2 eingesteckte Innengefäß 3 abstützt. Das unten geschlossene
Innengefäß 3 besitzt in der gezeigten Ausführung einen konischen Gefäßabschnitt 6,
der insbesondere bei mit einem geringen Füllvolumen ausgelegten Innengefäßen dennoch
einen nach der Zentrifugation hohen Stand des Serums oder Plasmas gewährleistet, was
ein gutes und einfaches Abpipettieren der gewünschten Flüssigkeitsmenge erlaubt.
[0012] Das Innengefäß 3 ist mit einem Fortsatz in Form eines sehr dünnwandigen Blutabnahmeringes
7 ausgebildet, der eine Rundum-Abnahme des in dem Innengefäß 3 aufgefangenen Blutes
erlaubt, so daß das Probengefäß 1 mit einer beliebigen Stelle des Blutabnahmeringes
7 angesetzt werden kann; es ist somit eine einfache periphere Blutentnahme durch Aufschaufeln
des austretenden Blutes möglich. Der im Anlieferungszustand auf den Blutabnahmering
7 des Innengefäßes 3 aufgesteckte Stopfen 4 kann während der Blutaufnahme auf das
untere Ende des äußeren Gefäßes 2 gesteckt werden, wie in Fig. 2 durch den Pfeil 8
verdeutlicht.
[0013] Das zweiteilige Probengefäß 1 bietet gemäß der in Fig. 3 gezeigten Abwandlung auf
einfache Weise weiterhin auch die Möglichkeit einer Blutabnahme durch eine Kapillare
9. Diese ist dort in einem Haltestopfen 10 angeordnet, der auf den Blutabnahmering
7 aufgesteckt wird, so daß das untere Kapillarenende in das Innengefäß 3 mündet und
das abgenommene Blut folglich in das Innengefäß 3 leitet.
[0014] Eine geeignete Entlüftung des Innengefäßes sorgt hierbei dafür, daß das Blut in die
Kapillare 9 gelangt- Im Anlieferungszustand verschließt der die Kapillare 9 tragende
Haltestopfen 10 das Innengefäß 3, während ein wie in Fig. 2 dargestellter, hier nicht
gezeigter Verschlußstopfen 4 auf das untere Ende des äußeren Gefäßes 2 gesteckt ist.
Nach der Blutentnahme wird die leere Kapillare 9 zusammen mit dem Haltestopfen 10
von dem Probengefäß 1 bzw. dem Blutabnahmering 7 des Innengefäßes 3 abgenommen und
entsorgt; der Stopfen 4 wird danach auf den Blutabnahmering 7 aufgesteckt und das
Probengefäß 1 somit verschlossen. Zur Unterstützung des Fließens des entweder von
dem Blutabnahmering 7 oder der Kapillare 9 abgenommenen und in das Innengefäß 3 geleiteten
Blutes, kann das Innengefäß 3 mit einer Fließhilfe 11 ausgebildet werden, wobei die
in Fig. 4 gezeigte Ausführung der Fließhilfe 11 eine weitestgehend vereinfachte Herstellung,
z.B. durch Ausfräsen, ermöglicht.
1. Probengefäß (1) zur Abnahme kleinster Blutmengen, bestehend aus einem äußeren, einen
Bund (5) besitzenden Gefäß (2) und einem darin angeordneten Innengefäß (3), das unten
geschlossen und oben, abnahmeseitig mit einem offenen, durch einen Stopfen (4) verschließbaren,
aus dem äußeren Gefäß (2) vorstehenden Blutabnahmering (7) ausgebildet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Innengefäß (3) in einem separaten äußeren Gefäß (2) mit festem Sitz angeordnet
und mit einem rundumlaufend gleich bleibend sehr dünnwandig ausgebildeten Blutabnahmering
(7) versehen ist, wobei der Bund (5) des äußeren Gefäßes (2) sowohl das Innengefäß
(3) unterhalb des Blutaufnahmeringes (7) als auch das in eine Zentrifuge eingebrachte
äußere Gefäß (2) selbst abstützt.
1. A sample container (1) for drawing extremely small amounts of blood, consisting of
an outer container (2) having a collar (5) and an inner container (3) arranged therein,
designed to be closed at the bottom and provided at the top end, the drawing end,
with an open blood sampling ring (7) that protrudes out of the outer container (2)
and can be sealed by a stopper (4),
characterized in that
the inner container (3) is arranged in a separate outer container (2) with a tight
fit and is provided with a blood drawing ring (7) designed with very thin walls remaining
the same all around, whereby the collar (5) of the outer container (2) supports both
the inner container (3) below the blood drawing ring (7) as well as the outer container
(2) itself, which is inserted into a centrifuge.
1. Récipient d'échantillonnage (1), pour prélever des quantités infimes de sang, composé
d'un récipient (2) extérieur comportant un épaulement (5) et d'un récipient intérieur
(3) disposé dans celui-ci qui est fermé sur le bas et conçu sur le haut côté prélèvement
avec une bague de prélèvement sanguin (7) ouverte, saillant hors du récipient extérieur
(2) et pouvant être fermée par un bouchon (4),
caractérisé en ce que
le récipient intérieur (3) est disposé dans un récipient extérieur séparé (2) avec
une assise fixe et est muni d'une bague de prélèvement sanguin (7) à paroi extrêmement
mince, restant constante sur sa circonférence, l'épaulement (5) du récipient extérieur
(2) soutenant lui-même le récipient intérieur (3) situé sous la bague de prélèvement
sanguin (7), ainsi que le récipient extérieur (2) introduit dans une centrifugeuse.