[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung und auf ein Verfahren zum Aussetzen
und Aufnehmen eines Beibootes.
[0002] Die Erfindung befaßt sich auch mit der Ausbildung eines Deckskrans.
[0003] Deckskrane sind an Bord von Schiffen befestigte Krane, die zum Be- und Entladen von
Schiffen oder zum Bewegen von Lasten auf den Schiffen dienen. Um Beiboote aussetzen
oder aufnehmen zu können, ist das Schiff stattdessen oder zusätzlich mit sog. Bootsaussetzvorrichtungen
versehen, die als dreh- oder schwenkbarer Auslegerarm mit konstantem Kragarm ausgebildet
sind. Aus Platzgründen sollen die Kragarme möglichst kurz sein. Zum Aussetzen oder
Aufnehmen von Beibooten werden diese als Davits bezeichneten Auslegerarme so geschwenkt,
daß ihr Kragarm über den Schiffskörper nach außen vorragt. Die Beiboote werden dann
an Seilen vom Deck unmittelbar am Schiffskörper in die See ausgesetzt oder von dort
wieder aufgenommen und an Deck gebracht. Dabei können die Beiboote mit Hilfe nur eines
Davits und einem Seil ausgesetzt oder eingeholt werden, das im Gewichtsschwerpunkt
des Beibootes angreift. Es können aber auch für ein Beiboot zwei Davits eingesetzt
werden, um das Beiboot an zwei mit Abstand voneinander angeordneten Seilen aufhängen
zu können. Da mit den bekannten Bootsaussetzvorrichtungen die Beiboote unmittelbar
am Schiffskörper in die See ausgesetzt oder von dort aufgenommen werden, ist ein Anschlagen
des Beibootes an den Schiffskörper nicht auszuschließen. Eine größere Gefahr ist aber
noch, insbesondere bei Fahrt des Schiffes, durch die Wellenbildung am Schiffskörper
gegeben, die zu unkontrollierbaren Bewegungen des Beibootes führen und damit die Sicherheit
der Personen im Beiboot gefährden können. Das Aussetzen und Aufnehmen der Beiboote
mit zwei Davits und damit zwei Seilen vermindert zwar diese Gefahr beträchtlich, da
ein Seil am Bug des Beibootes befestigt und dieses so vom Schiff geschleppt werden
kann, wodurch es in seiner Lage zum Schiff stabilisiert wird, jedoch ist der Aufwand
durch die Verwendung zweier Davits sehr groß und zudem bleibt die Nähe zum Schiffskörper
während des Hebe- oder Absenkvorganges des Beibootes weiterhin bestehen. Die derzeit
bekannten Deckskrane sind zum Aussetzen und Einholen von Beibooten nicht geeignet.
[0004] Die GB-A-2 092 101 zeigt ein Verfahren zum Aussetzen und Aufnehmen von Beibooten
vom Deck eines Schiffes aus, wobei das Beiboot an zwei Hubseilen einer Hebevorrichtung
während des Aussetzens von einer zum Schiff parallelen Ausrichtung in eine zum Schiff
senkrechte Ausrichtung überführt wird. Ein Aussetzen bzw. Aufnehmen der Beiboote bei
Fahrt ist daher nicht möglich. Ferner sind die Insassen des Beibootes durch unkontrollierte
Bewegungen des Beibootes, beispielsweise infolge Wind, gefährdet.
[0005] Bei dem in der GB-A-2 106 858 beschriebenen Verfahren zum Aussetzen und Aufnehmen
von Beibooten vom Deck eines Schiffes aus wird das Beiboot während des Absenkens oder
Hebens von einer Führungseinrichtung horizontal geführt, die an Hubseilen der Hebevorrichtung
angehängt ist und seitlich an einem der Längsränder des Beibootes anliegt, wobei das
Beiboot in vertikaler Richtung durch ein Zugseil gehalten wird, das ebenfalls an der
Führungseinrichtung befestigt ist. Bei dieser Lösung können sich Beiboot und Führungseinrichtung
gemeinsam unkontrolliert horizontal bewegen.
[0006] Hier soll die vorliegende Erfindung Abhilfe schaffen und ein Aussetzen und Aufnehmen
von Beibooten mit geringem Sicherheitsrisiko für die Insassen bei möglichst geringem
Aufwand ermöglichen.
[0007] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch eine Vorrichtung auf einem Schiff
zum Ausetzen und Aufnehmen von Beibooten, mit einem Deckskran, der einen am Schiffsdeck
schwenkbar befestigten Knickausleger aufweist, entlang dem ein auf eine Hubwinde auf-
und von dieser abwickelbares Hubseil zum Heben und Senken des Beibootes geführt ist
und der mindestens ein erstes Auslegerteil und ein an diesem verschwenkbar angebrachtes
längliches Auslegerspitzenteil aufweist, das eine an das Beiboot andrückbare bzw.
von ihm abhebbare Stabilisierungseinrichtung für das Beiboot trägt, wobei am freien
Ende des Auslegerspitzenteils eine Führungseinrichtung für das Hubseil angeordnet
ist, durch die hindurch das Hubseil aus dem Auslegerspitzenteil austritt.
[0008] Mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung können an Bord Lasten bewegt wie auch unter
Seegangsbedingungen, d.h. bei Wellengang, Beiboote ausgesetzt oder aufgenommen werden,
wobei aus der Nähe zum Schiffskörper oder aus der Fahrt des Schiffes resultierende
Gefährdungen der Beibootsinsassen beträchtlich verringert sind. Dadurch, daß eine
erfindungsgemäße Vorrichtung einen Deckskran mit einem Knickausleger aufweist, kann
der Abstand des Beibootes zum Schiffskörper gegenüber den herkömmlichen Davits den
Erfordernissen angepaßt werden und insbesondere vergrößert werden, so daß die Gefahr
eines Anschlagens des Beibootes am Schiffskörper nahezu ausgeschlossen werden kann.
Im Nichtbetriebszustand ist der Raumbedarf des Knickauslegers dagegen gering. Da darüber
hinaus dieser Deckskran auch noch wie die herkömmlichen Deckskräne zum Bewegen von
Lasten an Bord des Schiffes eingesetzt werden kann, verringert sich insgesamt der
konstruktive Aufwand.
[0009] Das Auslegerspitzenteil trägt eine Stabilisierungseinrichtung, die wiederum eine
gabelförmige Vorrichtung sowie eine Stütz- und Führungseinrichtung aufweist, mittels
der die gabelförmige Vorrichtung in bezug auf das Auslegerspitzenteil verschwenkbar
und verschiebbar ist. Durch geeignetes Verschwenken und Verschieben der gabelförmigen
Vorrichtung kann diese beispielsweise an einen Längsrand eines am Hubseil hängenden
Beibootes angelegt und auch angedrückt werden, so daß das Beiboot in seiner Querrichtung
durch die gabelförmige Vorrichtung zwangsgeführt ist. Mit der Führungseinrichtung
für das Hubseil am freien Ende des Auslegerspitzenteils wird die freie Länge des Hubseils
möglichst weit verkürzt, was auch zur Lagestabilisierung des Beibootes beiträgt.
[0010] Es können auch zwei Seile vorgesehen sein, ein Hubseil zum Heben und Senken des Beibootes
sowie ein Stabilisierungsseil, mit dem die Lage des Beibootes insbesondere bei Fahrt
des Schiffes stabilisiert werden kann. In günstiger Fortbildung der Erfindung ist
daher zusätzlich ein auf eine zweite, eine Stabilisierungswinde auf- und von dieser
abwickelbares Stabilisierungsseil vorgesehen, das über einen Hilfsausleger geführt
und im Beiboot befestigbar ist. Zum einen dient die Maßnahme der Stabilisierung des
Beibootes in Vertikalrichtung. Das Hubseil kann in Längsrichtung des Beibootes gesehen
hinter dessen Gewichtsschwerpunkt so angreifen, daß es beim Heben und Senken des Beibootes
die Hauptlast trägt, und das zusätzliche Stabilisierungsseil kann durch eine Führungseinrichtung
so geführt werden, daß es im Bugbereich des Beibootes befestigbar ist. Hierdurch können
Exzentrizitätsmomente aufgenommen werden.
[0011] Das Stabilisierungsseil dient vor allem auch der Sicherheit, wenn das Beiboot zum
Aussetzen oder Aufnehmen neben dem Schiff fährt. Beim Aussetzen wird das Stabilisierungsseil
als letztes Seil gelöst, so daß bei einem evtl. Bootsmotorversagen das Beiboot selbststabilisierend
geschleppt wird. Aus demselben Grund wird beim Aufnehmen des Beibootes zu allererst
das Stabilisierungsseil beim Beiboot eingeklinkt.
[0012] Von Vorteil ist es, wenn der Hilfsausleger teleskopartig ausfahrbare Bauteile aufweist.
Bei einer derartigen Ausbildung des Hilfsauslegers kann dieser unterschiedlichen Betriebsanforderungen
möglichst leicht angepaßt werden. Zudem kann seine Länge im Ruhezustand auf das notwendige
Minimum beschränkt werden, so daß dann sein Platzbedarf möglichst gering gehalten
wird.
[0013] In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist der Hilfsausleger ein Seitenausleger,
der am Auslegerspitzenteil befestigt ist. Dieses ermöglichst eine platzsparende Ausbildung
der erfindungsgemäßen Vorrichtung. Der Vorteil der Verwendung zweier Seile ist somit
mit dem Vorteil der Verwendung nur einer Hebevorrichtung, nämlich nur eines Deckskrans,
verbunden. Vorteilhaft ist es dabei, wenn die Hubwinde und die Stabilisierungswinde
zu einer Doppelwinde mit gleichem Wirkdurchmesser und gemeinsamem Antrieb zusammengefaßt
sind. Hierdurch wird nicht nur ein Antrieb eingespart, sondern auch ein gewünschter
vertikaler Abstand des freien Endes des Stabilisierungsseils zum freien Ende des Hubseils
problemlos eingehalten.
[0014] In einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist der Hilfsausleger
separat am Schiffsdeck befestigt, wobei der Hilfsausleger ganz besonders bevorzugt
in einem Abstand vom Deckskran angeordnet ist.
[0015] Bei dieser Ausführungsform wird das Stabilisierungsseil über einen separaten Ausleger
geführt und nicht über eine am Deckskran selbst angeordnete Führungseinrichtung. Durch
die Ausbildung eines separaten Stabilisierungseil-Auslegers ist es möglich, mittels
des Stabilisierungsseils höhere Lasten aufzubringen bzw. aufzunehmen und so ein Beiboot
bei bewegtem Wasser besser oder auch größere Beiboote zu führen. Die aus dem Stabilisierungsseil
resultierenden Kräfte müssen nicht mehr vom Deckskran abgeleitet werden, sondern werden
von dem separaten Hilfsausleger aufgenommen, der hierfür optimal ausgelegt werden
kann. Aufgrund des horizontalen Abstandes zum Deckskran, an dessen Hubseil das Beiboot
zum Aussetzen oder Aufnehmen hängt, kann das Stabilisierungsseil unter einem relativ
kleinen Winkel zur Horizontalen vom Hilfsausleger zum Beiboot verlaufen, so daß die
vom Stabilisierungsseil in das Beiboot eingeleitete horizontale Zugkraftkomponente
relativ groß ist und eine deutlich bessere Stabilisierung des Beibootes bei Seegang
bewirkt.
[0016] Vorteilhafterweise sind die Hubwinde und die Stabilisierungswinde synchron und aufeinander
abgestimmt betätigbar. Mit dieser Maßnahme wird ein optimales Zusammenwirken von Hubseil
und Stabilisierungsseil und damit ein noch höheres Maß an Sicherheit beim Aussetzen
und Aufnehmen des Beibootes gewährleistet.
[0017] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind die Hubwinde und/oder die
Stabilisierungswinde auf Seegangsfolge schaltbar. Dabei wird die Seegangsfunktion
erst aktiviert, wenn das Beiboot beim Aussetzen im Wasser aufsetzt oder beim Aufnehmen
sowohl das Stabilisierungsseil als auch das Hubseil eingeklinkt sind. Der Windenzug
wird dann reduziert und das Beiboot kann mit straffen Seilen den Wellenbewegungen
folgen.
[0018] In einer bevorzugten Weiterbildung weist der Hilfsausleger an seinem freien Ende
eine Führungseinrichtung auf, mit der das Stabilisierungsseil unter einem Winkel zur
Horizontalen bzw. Vertikalen zum Beiboot führbar ist. Mit einer solchen Führungseinrichtung
wird die Belastung des Seils aufgrund dessen Umlenkung am freien Ende des Hilfsauslegers
zum Beiboot hin deutlich verringert. Die Lebensdauer und die Betriebssicherheit des
Stabilisierungsseil werden hierbei beträchtlich erhöht.
[0019] In weiterer günstiger Ausgestaltung der Erfindung ist das Auslegerspitzenteil aus
einem am ersten Auslegerteil angebrachten Grundabschnitt und einem an diesem um eine
zur Längsachse des Auslegerspitzenteils parallele Achse drehbaren Abschnitt gebildet,
wobei zum Drehen dieses Abschnitts ein Antrieb vorgesehen und an diesem Abschnitt
die Stabilisierungseinrichtung befestigt ist. Die gewünschte Ausrichtung des Beibootes
zum Schiff kann somit durch entsprechendes Drehen des Drehabschnittes erreicht werden.
[0020] Mit Vorzug ist der Drehabschnitt des Auslegerspitzenteils gegenüber dessen Grundabschnitt
mittels eines Schwenklagers mit hydraulischem Antrieb selbstätig so verschwenkbar,
daß die Mittellängsfläche eines auszusetzenden oder aufzunehmenden Beibootes parallel
zu der des aussetzenden oder aufnehmenden Schiffes ausgerichtet ist. Hierdurch wird
zum einen erreicht, daß das Beiboot auf seiner gesamten Länge den größtmöglichen Abstand
zum Schiff erhält, da jede Schräglage vermieden wird. Durch die Parallelführung wird
zudem das Beiboot beim Aussetzen in seiner Fahrtrichtung auf das Wasser aufgesetzt,
so daß beim Aufsetzvorgang keine plötzliche Bootsbewegung von einer Schräglage in
die selbststabilisierende Lage, eben parallel zum Schiff, auftritt. Da der hydraulische
Antrieb des Schwenklagers diese Parallelführung selbstätig beibehält, sind hier Bedienungsfehler
ausgeschlossen und ein möglichst rasches geeignetes Verschwenken gewährleistet.
[0021] Von Vorteil ist es, wenn die Führungseinrichtung für das Hubseil mindestens drei
Rollen aufweist, deren Drehachsen einander schneiden und zwischen deren Umfangs- bzw.
Laufflächen das Hubseil hindurchläuft. Auf diese Weise ist das Hubseil mit einfachen
Mitteln in allen Richtungen senkrecht zu seiner Längserstreckung geführt.
[0022] Zur Erhöhung der Momenten-Aufnahmefähigkeit in Querrichtung des Beibootes können
zwei gabelförmige Vorrichtungen vorgesehen sein, die senkrecht zur Längsachse des
Auslegerspitzenteils mit Abstand voneinander angeordnet sind.
[0023] Ein einfaches und bequemes Verschieben und Verschwenken der gabelförmigen Vorrichtung
ist dann möglich, wenn deren Stützund Führungseinrichtung teleskopartig ausgebildete
Bauteile aufweist.
[0024] Eine weitere Vereinfachung kann dadurch erzielt werden, daß die Stütz- und Führungseinrichtung
eine Scherenkonstruktion aufweist.
[0025] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung verläuft das freie Ende des
Stabilisierungsseils über eine Rollenklüse, die an einem am Drehabschnitt angebrachten
Faltarm an dessen freien Ende angeordnet ist, wobei durch Verschwenken des Faltarms
im Kranbetrieb das freie Ende des Stabilisierungsseils zum freien Ende des Hubseils
in einen horizontalen und/oder vertikalen Abstand bringbar ist. Die Ausbildung des
Faltarms erlaubt es, das freie Ende des Stabilisierungsseils im Nichtbootsbetrieb,
d.h. beim Bewegen von Lasten an Bord des Schiffes, an das Auslegerspitzenteil heranzuführen,
wodurch Sicherheitsrisiken für das Personal und auch der Raumbedarf vermindert werden.
[0026] Eine schonende Behandlung des Hubseils kann auf einfache Weise erzielt werden, wenn
die Führungseinrichtung für das Hubseil zwei Rollen aufweist, die einander mit ihren
Laufflächen quer zur Längsrichtung des Auslegerspitzenteils gegenüberliegen und zwischen
denen das Hubseil hindurchläuft.
[0027] Dabei weist ganz besonders bevorzugt die Führungseinrichtung für das Hubseil auch
zwei Walzen auf, deren Längsachse quer zu den Drehachsen der Rollen liegen.
[0028] In einer günstigen Weiterbildung der Erfindung ist die Führungseinrichtung für das
Hubseil am Grundabschnitt des Auslegerspitzenteils angebracht. Es kann aber auch vorteilhaft
sein, die Führungseinrichtung für das Hubseil am Drehabschnitt des Auslegerspitzenteils
anzubringen.
[0029] Mit Vorzug ist am freien Ende des Auslegerspitzenteils in dessen Längsrichtung mit
Abstand von der Führungseinrichtung für das Hubseil auf der Seite, die dem am ersten
Auslegerteil angebrachten Ende abgewandt ist, ein Tastring angeordnet, durch dessen
Berühren ein Anheben der Führungseinrichtung für das Hubseil auslösbar ist. Hierdurch
wird die Sicherheit der Personen im Beiboot wesentlich erhöht. Insbesondere bei Wellengang
könnte der Abstand zwischen der Decksfläche im Beiboot und der Spitze des Knickauslegers,
d.h. der Führungseinrichtung für das Hubseil, so gering werden, daß ein Anstoßen von
Personen an den Knickausleger möglich ist. Um hier einer Verletzungsgefahr vorzubeugen,
kann durch einen Kontakt mit dem Tastring ein Hochschnellen bzw. ein schnelles Anheben
der Führungseinrichtung für das Hubseil und damit des gesamten Auslegerspitzenteils
bewirkt werden, so daß sich der Abstand zwischen Beibootsdeck und Führungseinrichtung
für das Hubseil vergrößert.
[0030] Eine besonders bevorzugte Merkmalskombination ist im Anspruch 11 angegeben. Hier
sind sowohl das auf eine erste Winde, die Hubwinde, auf- und von dieser abwickelbare
Hubseil als auch das auf eine zweite Winde, die Stabilisierungswinde, auf- und von
dieser abwickelbare Stabilisierungsseil entlang dem Knickausleger geführt, wobei der
die Führungseinrichtung für das Stabilisierungsseil bildende Hilfsausleger am Auslegerspitzenteil
befestigt ist.
[0031] Zur Lösung der der Erfindung zugrundeliegenden Aufgabe wird weiterhin ein Verfahren
vorgeschlagen, bei dem beim Aussetzen und Aufnehmen von Beibooten vom Deck eines Schiffes
aus, insbesondere bei Fahrt und bei Seegangsbedingungen, das Beiboot, während es von
einer Hebevorrichtung abgesenkt oder gehoben wird, sowie bei seiner Fahrt neben dem
Schiff zum Befestigen oder Lösen des Beibootes an bzw. von der Hebevorrichtung horizontal
geführt wird, wobei das Beiboot auf dem Weg vom Schiffsdeck ins Wasser und zurück
von an einem seiner Längsränder angreifenden Druckkräften ge-stützt und geführt wird
und dabei die Reaktionskräfte zu diesen Druckkräften auf die Hebevorrichtung abgeleitet
werden.
[0032] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren können Beiboote mit sehr geringem Sicherheitsrisiko
für die Insassen ausgesetzt oder aufgenommen werden. Dadurch, daß das Beiboot während
des Absenkens und des Hebens und auch noch während des Lösens von oder Befestigens
an der Hebevorrichtung horizontal geführt wird, werden die horizontalen Bewegungen
des Beibootes während des Aussetz- und Aufnehmvorganges nicht mehr durch den Wind
und, wenn das Beiboot im Wasser liegt, noch zusätzlich durch die vom Schiff erzeugten
Wellen oder den Seegang bestimmt. Infolge seiner horizontalen Führung kann das Beiboot
nur die horizontalen Bewegungen ausführen, die von der horizontalen Führung zugelassen
oder vorgegeben werden. Unvorhergesehene und insbesondere ruckartige Bewegungen des
Beibootes, beispielsweise durch plötzliche Windböen oder brechende Wellen, werden
auf diese Weise weitestgehend ausgeschlossen. Mit der Stützung und Führung des Beibootes
durch an einem von dessen Längsrändern angreifenden Druckkräften, deren Reaktionskräfte
auf die Hebevorrichtung abgeleitet werden, wird eine Zwangsführung sowie eine einfache
konstruktive Ausbildung der Führungseinrichtung möglich.
[0033] Vorzugsweise wird das Beiboot in einem vorgegebenen Abstand von der Außenwand des
Schiffes abgesenkt oder gehoben und geführt. Mit dieser Maßnahme wird die Gefahr ausgeschlossen,
daß Insassen des Beibootes zwischen der Schiffswand und dem Beiboot eingeklemmt werden.
[0034] In einer günsrigen Fortbildung der Erfindung wird das Beiboot während des Hebens
oder Absenkens in Parallelstellung zum Schiff geführt. Diese Maßnahme bewirkt, daß
das Beiboot keine Drehbewegungen ausführt, wodurch die Sicherheit der Beibootsinsassen
noch weiter erhöht wird.
[0035] Wenn das Beiboot im Wasser liegt, kann es wirksam durch eine vor dem Schwerpunkt
seiner Lateralfläche angreifende Zugkraft geführt werden. Aufgrund seiner Fahrt im
Wasser stabilisiert sich das Beiboot dann selbst.
[0036] Besonders sicher kann ein Beiboot mit den in Anspruch 18 angegebenen Maßnahmen ausgesetzt
and mit den im Anspruch 19 angegebenen Maßnahmen aufgenommen werden. Da das Stabilisierungsseil
beim Aussetzen als letztes vom Beiboot gelöst und beim Aufnehmen als erstes im Beiboot
angeschlagen wird, wobei das Stabilisierungsseil jeweils vor dem Schwerpunkt der Lateralfläche
des Beibootes und das Hubseil im oder hinter dem Schwerpunkt von dessen Lateralfläche
angreift, wird das Beiboot beim Aussetzen solange geführt, bis sicher ist, daß das
Beiboot durch seinen Motor steuerbar ist, und beim Aufnehmen möglichst früh geführt
wird, so daß bei einem Ausfall des Bootsmotors oder starkem Seegang das Beiboot nicht
führungslos ist.
[0037] Beim Aufnehmen des Beibootes ist es von Vorteil, wenn mit dem Heben des Beibootes
aus dem Wasser erst begonnen wird, wenn das Beiboot durch eine Welle in einer Aufwärtsbewegung
ist.
[0038] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung beispielshalber noch näher erläutert.
Es zeigen:
- Figur 1 -
- eine Seitenansicht eines erfindungsgemässen Deckskrans mit einem angehängten Beiboot
in der Höhe eines Schiffsdecks, wobei die Längsmittelfläche des Beibootes in der Verschwenkebene
des Deckskrans liegt,
- Figur 2 -
- eine Seitenansicht des Deckskran aus Figur 1, wobei der Knickausleger über den Schiffskörper
hinausragt sowie nach unten verschwenkt ist und das Beiboot senkrecht zur Verschwenkebene
des Deckskrans ausgerichtet ist,
- Figur 3 -
- im oberen Teil eine erfindungsgemäße Vorrichtung mit einem an einem Deckskran angehängten
Beiboot in der Höhe eines Schiffsdecks, und im unteren Teil das abgesenkte Beiboot
kurz oberhalb des Wassers sowie im Wasser liegend,
- Figur 4 -
- eine Seitenansicht der Vorrichtung aus Figur 3, wobei das Beiboot sich kurz oberhalb
des Wassers befindet.
[0039] Der in den Figuren 1 und 2 dargestellte Deckskran weist einen Knickausleger 1 auf,
entlang dem ein Hubseil 2 und ein Stabilisierungsseil 3 geführt sind. Der Knickausleger
1 ist auf einem Schiffsdeck 4 mittels einer Befestigungsvorrichtung 5 befestigt, mit
der der Knickausleger 1 um eine zum Schiffsdeck 4 vertikale Achse 6 verschwenkbar
ist.
[0040] Der Knickausleger 1 ist aus einem ersten länglichen Auslegerteil 7 und einem an diesem
verschwenkbar angebrachten länglichen Auslegerspitzenteil 8 gebildet. Das erste Auslegerteil
7 ist am einen Ende um eine zum Schiffsdeck 4 parallele Achse 9 verschwenkbar an der
Befestigungsvorrichtung 5 angeschlossen. Zur Durchführung der Schwenkbewegung um diese
Achse 9 sind Hydraulikzylinder 10 vorgesehen, deren Kolben am ersten Auslegerteil
7 und dessen Zylinder an der Befestigungsvorrichtung 5 angebracht sind. An das andere
Ende des ersten Auslegerteils 7 ist das Auslegerspitzenteil 8 verschwenkbar angeschlossen,
wobei die Verschwenkachsen 9, 11 zwischen erstem Auslegerteil 7 und Auslegerspitzenteil
8 sowie zwischen erstem Auslegerteil 7 und Befestigungsvorrichtung 5 zueinander parallel
verlaufen, so daß das erste Auslegerteil 7 und das Auslegerspitzenteil 8 in derselben
Ebene verschwenkbar sind. Die Verschwenkbewegung des Auslegerspitzenteils 8 wird wiederum
über Hydraulikzylinder 12 gesteuert, deren Kolbenstange im dargestellten Beispiel
mit dem Auslegerspitzenteil 8 und deren Zylinder mit dem ersten Auslegerteil 7 verbunden
sind.
[0041] Das Auslegerspitzenteil 8 ist aus zwei in dessen Längsrichtung hintereinander liegenden
Abschnitten 13, 14 gebildet, deren erster als Grundabschnitt 13 bezeichnet ist und
die Gelenkverbindung mit dem ersten Auslegerteil 7 ausbildet. Der zweite Abschnitt
14 ist an den ersten 13 über ein Schwenklager 15 angeschlossen, mit dem der zweite
Abschnitt 14 gegenüber dem Grundabschnitt 13 um die Längsachse 16 des Auslegerspitzenteils
8 drehbar ist. Der zweite Abschnitt wird im folgenden als Drehabschnitt 14 bezeichnet.
[0042] Am Drehabschnitt 14 ist eine Stabilisierungseinrichtung 17, 18 gelenkig befestigt,
die eine Stütz- und Führungseinrichtung 17 und eine gabelförmige Vorrichtung 18 aufweist,
die mit der Stütz- und Führungseinrichtung 17 in bezug auf den Drehabschnitt 14 verschwenkt
und verschoben werden kann. Die Stütz- und Führungseinrichtung 17 weist ein Teleskoprohr
19 auf, dessen äußeres, nichtverschiebbares Rohrelement 20 mit seinem geschlossenen
Ende am Drehabschnitt 14 in der Nähe des Schwenklagers 15 gelenkig befestigt ist und
an dessen innerstem, ausfahrbaren Rohrelement 21 die gabelförmige Vorrichtung 18 biegesteif
angebracht ist. Durch Aus- bzw. Einfahren des Teleskoprohrs 19 kann die gabelförmige
Vorrichtung 18 gegenüber dem Drehabschnitt 14 verschoben werden. In der Nähe des offenen
Endes des nichtverschiebbaren Rohrelements 20 des Teleskoprohres 19 ist ein Ende einer
Gelenkstange 22 angebracht, deren anderes Ende mit dem Kolben eines Hubzylinders 23
gelenkig verbunden ist. Auf dieser Gelenkachse ist ein Ende einer zweiten Gelenkstange
24 drehbar angebracht, deren anderes Ende mit dem Drehabschnitt 14 in der Weise gelenkig
verbunden ist, daß die erste und die zweite Gelenkstange 22, 24 ein zum freien Ende
des Knickauslegers 1 hin offenes V bilden. Der Zylinder des Hubzylinders 23 ist in
der Nähe des Schwenklagers 15 am Drehabschnitt 14 gelenkig angebracht. Auf diese Weise
bilden der Hubzylinder 23 und die beiden an ihn V-förmig angeschlossenen Gelenkstangen
22, 24 eine Scherenkonstruktion, mittels der durch Aus- bzw. Einfahren des Kolbens
des Hubzylinders 23 die Spreizung, d.h. der zwischen den beiden Gelenkstangen 22,
24 eingeschlossene Winkel, veränderbar ist. Hierdurch kann das Teleskoprohr 19 um
seinen gelenkigen Anschlußpunkt am Drehabschnitt 14 verschwenkt werden, was eine Verschwenkung
der gabelförmigen Vorrichtung 18 am Drehabschnitt 14 bewirkt. Durch geeignetes Betätigen
des Teleskoprohrs 19 und des Hubzylinders 23 kann somit die gewünschte Stellung der
gabelförmigen Vorrichtung 18 eingestellt und diese an den Längsrand eines Beibootes
25 angelegt sowie angedrückt werden.
[0043] Die gabelförmige Vorrichtung 18 weist zwei senkrecht zur Längsachse des Auslegerspitzenteils
8 mit Abstand voneinander angeordnete Gabeln 26, 27 auf, die über ein T-förmiges Befestigungselement
28 biegesteif mit dem verfahrbaren Rohrelement 21 des Teleskoprohrs 19 verbunden ist.
[0044] Der Drehabschnitt 14 weist eine Aussparung 29 auf, in die die Stütz- und Führungseinrichtung
17 der gabelförmigen Vorrichtung 18 verfahrbar ist, um im Nichtbootsbetrieb, d.h.
wenn keine Beiboote ausgesetzt oder aufgenommen, sondern lediglich an Bord des Schiffes
Lasten bewegt werden, zum einen kein Sicherheitsrisiko entstehen zu lassen und zum
anderen den Raumbedarf des Auslegerspitzenteils 8 zu minimieren. Im Nichtbootsbetrieb
sind die beiden Gabeln 26, 27 der gabelförmigen Vorrichtung 18 auf jeweils einer Seite
des Drehabschnitts 14 angeordnet.
[0045] Am freien Ende des Knickauslegers 1 bzw. des Auslegerspitzenteils 8 ist ein Rollenkopf
30 angeordnet, der aus zwei Rollen 31, 32 gebildet ist, die einander mit ihren Laufflächen
16 quer zur Längsachse des Auslegerspitzenteils 8 gegenüberliegen. Zwischen diesen
Rollen 31, 32 läuft das Hubseil 2 hindurch, um dort mit seinem freien Ende aus dem
Auslegerspitzenteil 8 auszutreten. Über die Rollen und/oder Walzen kann sich das Auslegerspitzenteil
auch an dem durch ein anhängendes Beiboot straff gespannte Hubseil abstützen, um durch
den Betrieb der Stütz- und Führungseinrichtung für die gabelförmige Vorrichtung oder
des weiter unten beschriebenen Hilfsauslegers, der hier als Seitenausleger bzw. Faltarm
ausgebildet ist, entstehende Horizontalkräfte abzuleiten. Die Führungseinrichtung
30 für das Hubseil kann auch noch Walzen aufweisen, die mit ihren Längsachsen quer
zu den Drehachsen der Rollen 31, 32 angeordnet sind.
[0046] In den Figuren 1 und 2 unterhalb der Führungseinrichtung 30 für das Hubseil 2 ist
ein Tastring 33 angebracht, durch dessen Berühren ein Hochschnellen des Auslegerspitzenteils
8 und damit ein Anheben der Führungseinrichtung 30 für das Hubseil 2 ausgelöst wird,
um den Abstand zwischen einem am Hubseil 2 hängenden Beiboot 25 und dem Ende des Knickauslegers
1 zu vergrößern. Mit dieser Vergrößerung des Abstandes ist auch ein Ausfahren des
Teleskoprohrs 19 verbunden, um zu gewährleisten, daß in dem Maße, wie der Abstand
von der Führungseinrichtung 30 für das Hubseil 2 zum Beiboot 25 vergrößert wird, auch
der zur gabelförmigen Vorrichtung 18 vergrößert wird, um eine sichere Anlage der gabelförmigen
Vorrichtung 18 am Längsrand 34 des Beibootes 25 zu sichern.
[0047] Im dargestellten Beispiel ist am Drehabschnitt 14 ferner ein Seitenausleger bzw.
Faltarm 35 gelenkig befestigt, der um eine quer zur Längsachse 16 des Auslegerspitzenteils
8 verlaufende Achse 36 verschwenkbar ist. Die Verschwenkbewegung wird mittels eines
Hydraulikzylinders 37 durchgeführt, dessen Kolben am Faltarm 35 und dessen Hydraulikzylinder
am Drehabschnitt 14 gelenkig befestigt sind. Der Faltarm 35 kann von einer ersten
Stellung, in der er nahezu parallel zum Drehabschnitt 14 verläuft und eng an diesem
anliegt, in eine zweite Stellung verschwenkt werden, in der er sich in einem Winkel
von etwa 90° zum Drehabschnitt 14 erstreckt. In dieser Stellung verläuft der Faltarm
35 auch senkrecht zur Verschwenkebene der Stütz- und Führungseinrichtung 17 für die
gabelförmige Vorrichtung 18, d.h. er erstreckt in Richtung des Abstandes zwischen
den beiden Gabeln 26, 27 dieser Vorrichtung 18. Am freien Ende des Faltarms 35 ist
eine Rollenklüse 38 angeordnet, über die das Stabilisierungsseil 3 läuft.
[0048] Hubseil 2 und Stabilisierungsseil 3 liegen auf einer Doppelwinde 39 mit gleichem
Wirkdurchmesser und gleichem Antrieb auf, wobei die Doppelwinde 39 mit einer Seegangsfolge-Funktion
versehen ist. Die Doppelwinde 39 ist in der Nähe des Endes des ersten Auslegerteils
7 angebracht, das mit der Befestigungsvorrichtung 5 verbunden ist. Die Seile 2, 3
sind über zwei am ersten Auslegerteil 7 angebrachte Rollen 40, 41 entlang des ersten
Auslegerteils 7 geführt und laufen von der zweiten 41 dieser Rollen in das Auslegerspitzenteil
8 in dessen Längsachse 16 ein. Das Hubseil 2 durchläuft das Auslegerspitzenteil 8
und tritt aus diesem durch die Führungseinrichtung 30 für das Hubseil 2 am freien
Ende wieder aus, während das Stabilisierungsseil 3 durch eine, in Figur 1 etwas oberhalb
des Anlenkpunktes des Faltarmes 35 angebrachte Rolle 42 umgelenkt wird und von dort
aus zur Rollenklüse 38 am freien Ende des Faltarmes 35 läuft und sich von dort aus
senkrecht nach unten erstreckt.
[0049] Nachfolgend wird die Funktionsweise des Deckskrans beim Aussetzen und beim Aufnehmen
von Beibooten beschrieben.
[0050] Zum Aussetzen eines Beibootes wird dieses über das Hubseil und das Stabilisierungsseil
in an sich bekannter Weise mittels "Quick Release"-Haken angeschlagen. Das Beiboot
wird etwas vom Schiffsdeck angehoben und über das Wasser geschwenkt. Dabei sorgt das
Schwenklager zwischen Grundabschnitt und Drehabschnitt des Auslegerspitzenteils mit
seinem hydraulischen Antrieb selbsttätig für die Parallelführung des Beibootes während
des Ausschwenkvorganges. Die Hydraulikzylinder zwischen erstem Auslegerteil und Auslegerspitzenteil
sind auf Bypass geschaltet, so daß das Auslegerspitzenteil durch Schwerkraft im wesentlichen
senkrecht hängt. Die gabelförmige Vorrichtung wird mittels der hydraulisch betätigbaren
Stütz- und Führungseinrichtung horizontal und vertikal soweit gefahren, daß sie mit
etwas Kraft an das Beiboot angepreßt ist. Das Beiboot ist somit zwangsgeführt. Der
Knickausleger wird soweit abgesenkt, daß sich das Beiboot etwa kurz über der Wasserlinie
befindet. Zum Absetzen des Beibootes wird die Doppelwinde gefiert und auf Seegangsfolge
geschaltet, sobald das Beiboot im Wasser aufsetzt. Der Windenzug wird sodann reduziert.
Das Beiboot kann jetzt mit straffen Seilen den Wellenbewegungen folgen, wobei der
Abstand zwischen Beibootsdeck und Tastring vergrößert werden kann, indem der Knickausleger
um eine bestimmte Strecke nach oben gefahren wird. Die Möglichkeit einer Abstandsreduzierung
durch eine nachfolgende Welle und dadurch entstehende Verletzungsgefahr wird damit
verhindert. Zum Ausklinken der Seile muß Schlaffseil gefahren werden, während das
Beiboot mit eigener Fahrt die Geschwindigkeit des Schiffes haben muß. Das Stabilisierungsseil,
das über den Faltarm mit Rollenklüse zum Beiboot vor dessen Schwerpunkt verläuft,
wird beim Ablegen als letztes gelöst. Da das Stabilisierungsseil im Bugbereich des
Beibootes angreift und bis zuletzt straff gehalten ist, kann ein noch nicht gelöstes,
hinter dem Schwerpunkt der Lateralfläche am Beiboot angreifendes Hubseil das Beiboot
nicht quer zur Fahrtrichtung des Schiffes oder in Schräglage ziehen.
[0051] Beim Aufnehmen des Beibootes aus der See wird das Beiboot zunächst unter die mit
viel Lose abgefierten Seile gefahren, um diese erreichen zu können. Nach dem Einklinken
zuerst des Stabilisierungsseiles und dann des Hubseiles sowie anschliessender Umschaltung
der Doppelwinde auf Seegangsfolge-Betrieb werden die Seile automatisch straff gezogen.
Dabei wird der Faltarm vorher etwas angehoben, wodurch das Stabilisierungsseil relativ
kürzer als das Hubseil wird, d.h. das freie Ende des Stabilisierungsseil liegt etwas
höher als das freie Ende des Hubseils. Auf diese Weise wird ein evtl. antriebsloses
Beiboot über das straffe - weil kürzere - Stabilisierungsseil selbststabilisierend
geschleppt. Mit einsetzendem Seegangsfolge-Betrieb wird zunächst das Stabilisierungsseil
gestrafft, so daß die angepaßte Länge zum Hubseil zur Erzielung einer horizontalen
Lage für das Beiboot entsteht. Dies erfolgt durch selbstätiges Absenken des Faltarms.
Wenn das Beiboot durch eine Welle in einer Aufwärtsbewegung ist, wird die Seegangsfolge-Funktion
der Doppelwinde ausgeschaltet und das Beiboot durch Aufwickeln der Seile auf die Doppelwinde
angehoben. Wird das Beiboot von einer Welle angehoben, die den Abstand zwischen Beibootsdeck
und Tastring unter eine vorgegebene Größe verringert, kann vom Beiboot aus unter den
Tastring geschlagen werden bzw. dieser wird durch den Körper einer Person berührt,
und der Knickausleger schnellt nach oben, so daß der Krankopf bzw. das freie Ende
des Auslegerspitzenteils einen gefahrlosen Abstand zum Beiboot bekommt. Bei ruhigem
Wasser kann das Beiboot auch ohne Seegangsfolge-Betrieb angehoben werden.
[0052] Das Beiboot wird sodann bis zu einer festgelegten Höhe gezogen. Nun wird die gabelförmige
Vorrichtung mittels ihrer Stütz- und Führungseinrichtung gegen den Körper des Beiboots
gesteuert. Die Parallelstellung zum Schiff erfolgt selbstätig, sobald der Knickausleger
angehoben wird, um das Boot auf seinem Lager an Deck absetzen zu können. Für den reinen
Kranbetrieb wird die Stütz- und Führungseinrichtung der gabelförmigen Vorrichtung
an das Auslegerspitzenteil angeklappt.
[0053] Im Unterschied zu dem in den Figuren 1 und 2 dargestellten Deckskran weist der Deckskran
der in den Figuren 3 und 4 dargestellten Vorrichtung kein entlang dem Knickausleger
1 laufendes Stabilisierungsseil auf. Vielmehr wird das Stabilisierungsseil 3 entlang
einem separaten, in einem horizontalen Abstand vom Deckskran angeordneten Hilfsausleger
50 geführt. Der Hilfsausleger 50 ist als Teleskoprohr ausgebildet, wobei im dargestellten
Beispiel ein festes Rohr 51 und ein verschiebliches Rohr 52 vorgesehen sind. Das feste
Rohr 51 ist mit seinem geschlossenen Ende am Schiffsdeck 4 gelenkig befestigt. In
der Nähe seines offenen Endes ist eine Stabilisierungswinde 39b angebracht, auf der
das Stabilisierungseil 3 aufliegt. Die Winde 39b für das Stabilisierungsseil 3 und
die am Deckskran befestigte Winde 39a für das Hubseil 2 können synchron und aufeinander
abgestimmt betätigt werden, um den Hebe- oder Senkvorgang und die gleichzeitige Führung
des Bootes 25 den jeweils vorhandenen Gegebenheiten anzupassen. Das in dem feststehenden
Rohr 51 verschiebliche Rohr 52 weist an seinem freien Ende eine Führungs- bzw. Umlenkeinrichtung
53 für das Stabilisierungsseil 3 auf, um dieses zum Beiboot 25 hin umzulenken. Im
dargestellten Beispiel beträgt der Abstand zwischen dem Deckskran und dem Hilfsausleger
50 ca. 20 m. In Betriebstellung ragt der Hilfsausleger 50 in etwa horizontal senkrecht
zur Längsmittelfläche des Schiffes über das Wasser. In Ruhestellung, die in Figur
4 oben rechts dargestellt ist, ist das verschiebliche Rohr 52 in das feststehende
Rohr 51 eingefahren und der Hilfsausleger 50 um das Gelenk nach oben verschwenkt und
in etwa vertikaler Stellung arretiert.
[0054] Die Stütz- und Führungseinrichtung 17 der gabelförmigen Vorrichtung 18 ist neben
dem Drehabschnitt 14 angeordnet und über Laschen 54 an diesem befestigt. Sie wird
direkt durch einen Hubzylinder 23 betätigt, wobei im dargestellten Beispiel der Kolben
an dem nichtverschiebbaren Rohrelement 20 und der Zylinder 23 am Drehabschnitt 14
befestigt ist. Das nichtverschiebbare Rohrelement 20 bildet mit den Laschen 54, die
am Drehabschnitt 14 oberhalb des Hubzylinders 23 befestigt ist, ein Drehgelenk 55
aus, um das die Stütz- und Führungseinrichtung 17 durch Aus- bzw. Einfahren des Kolbens
des Hubzylinders 23 verschwenkbar ist. Die gabelförmige Vorrichtung 18 wird durch
ein entsprechend gebogenes Rohr ausgebildet, das an zwei horizontal voneinander im
Abstand liegenden Punkten am Längsrand des Beibootes 25 anliegt, wobei die am Bootsrand
anliegenden Abschnitte 18a des Rohrs in einer Ansicht quer zur Längsrichtung des Beibootes
25 (Fig. 4) in der Längsachse 17a der Stütz- und Führungseinrichtung 17 liegen.
[0055] In den Figuren 3 und 4 ist ferner noch ein mannshohes Befestigungsgestell 56 angedeutet,
mittels dessen das Hubseil 2 mit dem Beiboot 25 verbunden ist, um die Sicherheit gegen
Kippen und gegen unkontrollierte Bewegungen des Seilendes zu erhöhen.
[0056] Wie in den Figuren 3 und 4 dargestellt, kann an einem erfindungsgemäßen Deckskran
auch ohne weiteres eine Rescue-Winde 57 befestigt werden.
[0057] Das erfindungsgemäße Verfahren wird nachfolgend anhand je eines Beispiels für das
Aussetzen und das Aufnehmen eines Beibootes beispielhaft erläutert.
[0058] In seiner Ruhestellung lagert das Beiboot auf dem Deck eines Schiffes, wobei der
Bug des Beibootes in Fahrtrichtung des Schiffes zeigt. In Fahrtrichtung vor oder hinter
dem Beiboot ist ein Deckskran mit Knickausleger angeordnet, entlang dem ein Hubseil
zum Heben und Senken des Beibootes verläuft. Entlang des Knickauslegers kann auch
ein Stabilisierungsseil geführt werden. Alternativ kann dieses Stabilisierungsseil
jedoch auch über einen separaten Hilfsausleger geführt werden, der in einem horizontalen
Abstand vom Deckskran angeordnet ist, beispielsweise in der Nähe des Bugs des Beibootes,
wenn der Deckskran am Heck des Beibootes steht, oder umgekehrt.
[0059] Wenn das Beiboot ausgesetzt werden soll, wird der Knickausleger des Deckskrans über
das Beiboot geschwenkt und das Hubseil im oder hinter dem Schwerpunkt der Lateralfläche
des Beibootes befestigt. Das Stabilisierungsseil wird - gleichgültig, ob es entlang
des Knickauslegers oder eines separaten Hilfsauslegers läuft - vor dem Schwerpunkt
der Lateralfläche des Beibootes in dessen Bug angeschlagen. Bevor das Beiboot angehoben
wird, wird ferner die Stabilisierungseinrichtung, d.h. mittels der Stütz- und Führungseinrichtung
die gabelförmige Vorrichtung, an einen der Längsränder des Beibootes - im dargestellten
Beispiel an den der Schiffsmitte zugewandten Längsrand - angelegt. Nun wird das Beiboot
mittels des Hubseils angehoben und die gabelförmige Vorrichtung über ihre Stütz- und
Führungseinrichtung an den Längsrand gedrückt, so daß das Beiboot etwas außermittig
hängt und an der gabelförmigen Vorrichtung mit Druck anliegt. Das Beiboot wird nun
vom Deckskran über den Schiffsrand hinaus geschwenkt und nach unten abgesenkt, wobei
das Beiboot immer seine Parallelausrichtung zum Schiff beibehält. Horizontale Bewegungen
des Beibootes sind aufgrund der horizontalen Führung durch die Stabilisierungseinrichtung
nicht möglich.
[0060] Kurz vor dem Aufsetzen auf das Wasser (W) wird der Antrieb des Beiboots eingeschaltet
und die gabelförmige Vorrichtung vom Beiboot entfernt und in ihre Ruhestellung am
Knickausleger gefahren. Wenn das Beiboot auf das Wasser aufgesetzt worden ist, werden
das Hubseil und das Stabilisierungsseil dem Seegang folgend geführt und dadurch straff
gehalten. Dadurch, daß das Stabilisierungsseil straff gehalten wird, wird das Beiboot
vom Schiff geschleppt und dadurch stabilisiert. Das Beiboot wird nun mit eigenem Antrieb
auf die Geschwindigkeit des Schiffes gebracht, wodurch die Schlepptätigkeit des Schiffes
allmählich aufgehoben wird. Wenn das Beiboot mit eigenem Antrieb die Geschwindigkeit
des Schiffes erreicht hat, wird die dem Seegang folgende Führung des Hubseils und
des Stabilisierungsseils ausgeschaltet. Sodann werden beide Seile schlaffseilgefahren
und zunächst das Hubseil und schließlich das Stabilisierungsseil gelöst. Das Beiboot
hat nun keine Verbindung mehr zum Schiff und kann abdrehen.
[0061] Zum Aufnehmen fährt das Beiboot in einen vorgegebenen Abstand neben das Schiff und
beschleunigt oder verlangsamt seine Fahrt so, daß es die Geschwindigkeit des Schiffes
erreicht, die es dann beibehält. Danach wird sofort als allererstes das Stabilisierungsseil
im Bug des Beibootes, d.h. vor dem Schwerpunkt von dessen Lateralfläche angeschlagen.
Erst wenn das Stabilisierungsseil im Beiboot befestigt ist, wird das Hubseil im Beiboot
angeschlagen und zwar im oder hinter dem Schwerpunkt von dessen Lateralfläche.
[0062] Die Winden des Stabilisierungsseils und des Hubseils werden auf Seegangsfolge geschaltet,
so daß das Stabilisierungsseil straff gezogen und -gehalten wird und hierdurch das
Beiboot bereits führt. Wenn das Beiboot durch eine Welle in Aufwärtsbewegung ist,
wird die Seegangsfolge beider Winden ausgeschaltet und das Beiboot aus dem Wasser
gehoben. Sobald das Beiboot aus dem Wasser gehoben ist, wird die gabelförmige Vorrichtung
mittels ihrer Stütz- und Führungseinrichtung an den der Schiffswand zugewandten Längsrand
des Beibootes angedrückt, so daß das Beiboot zur Längsachse des Knickauslegers etwas
außermittig liegt. Weiterhin wird der Beibootsantrieb abgeschaltet und anschließend
das Beiboot unter Beibehaltung der Parallelausrichtung zum Schiff gehoben und auf
dem Schiffsdeck abgesetzt.
1. Vorrichtung auf einem Schiff zum Aussetzen und Aufnehmen von Beibooten, mit einem
Deckskran, der einen am Schiffsdeck (4) schwenkbar befestigten Knickausleger (1) aufweist,
entlang dem ein auf eine Hubwinde (39a) auf- und von dieser abwickelbares Hubseil
(2) zum Heben und Senken des Beibootes (25) geführt ist und der mindestens ein erstes
Auslegerteil (7) und ein an diesem verschwenkbar angebrachtes längliches Auslegerspitzenteil
(8) aufweist, das eine an das Beiboot (25) andrückbare bzw. von ihm abhebbare Stabilisierungseinrichtung
(17, 18) für das Beiboot (25) trägt, wobei am freien Ende des Auslegerspitzenteils
(8) eine Führungseinrichtung (30) für das Hubseil (2) angeordnet ist, durch die hindurch
das Hubseil (2) aus dem Auslegerspitzenteil (8) austritt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß zusätzlich ein auf eine Stabilisierungswinde (39b) aufund vor. dieser abwickelbares
Stabilisierungsseil (3) vorgesehen ist, das über einen Hilfsausleger (35, 50) geführt
und im Beiboot (25) befestigbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Hilfsausleger ein Seitenausleger (35) ist, der am Auslegerspitzenteil (8)
befestigt ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet
daß der Hilfsausleger (50) separat am Schiffsdeck (4) befestigt ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Hubwinde (39a) und die Stabililsierungswinde (39b) synchron und aufeinander
abgestimmt betätigbar sind.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Hubwinde (39a) und/oder die Stabilisierungswinde (39b) auf Seegangsfolge schaltbar
sind.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Hilfsausleger (35, 50) an seinem freien Ende eine Führungseinrichtung (38,
53) aufweist, mit der das Stabilisierungsseil (3) unter einem Winkel zur Vertikalen
zum Beiboot (25) führbar ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Auslegerspitzenteil (8) aus einem am ersten Auslegerteil (7) angebrachten
Grundabschnitt (13) und einem an diesem um eine zur Längsachse (16) des Auslegerspitzenteils
(8) parallele Achse drehbaren Abschnitt (14) gebildet ist, wobei zum Drehen dieses
Abschnitts (14) ein Antrieb vorgesehen und an diesem Abschnitt (14) die Stabilisierungseinrichtung
(17, 18) befestigt ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Führungseinrichtung (30) für das Hubseil (2) mindestens drei Rollen aufweist,
deren Drehachsen einander schneiden und zwischen deren Umfangsflächen das Hubseil
(2) hindurchläuft.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß am freien Ende des Auslegerspitzenteils (8) in dessen Längsrichtung mit Abstand
von der Führungseinrichtung (30) für das Hubseil (2) auf der Seite, die dem am ersten
Auslegerteil (7) angebrachten Ende abgewandt ist, ein Tastring (33) angeordnet ist,
durch dessen Berühren ein Anheben der Führungseinrichtung (30) für das Hubseil (2)
auslösbar ist.
11. Deckskran, der zum Aussetzen und Aufnehmen von Beibooten (25) geeignet ist, mit einem
am Schiffsdeck (4) schwenkbar befestigten Knickausleger (1), entlang dem ein auf eine
erste Winde (39a) auf- und von dieser abwickelbares Hubseil (2) zum Heben und Senken
des Beibootes (25) sowie ein auf eine zweite Winde (39b) auf- und von dieser abwickelbares
Stabilisierungsseil (3) zum Stabilisieren des Beibootes (25) geführt ist und der mindestens
ein erstes Auslegerteil (7) und ein an diesem verschwenkbar angebrachtes längliches
Auslegerspitzenteil (8) aufweist, das seinerseits aus einem an dem ersten Auslegerteil
(7) angebrachten Grundabschnitt (13) und einem an diesem um eine zur Längsachse (16)
des Auslegerspitzenteils (8) parallele Achse drehbaren Abschnitt (14) gebildet ist,
mit dem mittels einer Stütz- und Führungseinrichtung (17) eine gabelförmige Vorrichtung
(18) verbunden ist, die in bezug auf den Drehabschnitt (14) verschwenkbar und verschiebbar
ist, wobei am freien Ende des Auslegerspitzenteils (8) eine Führungseinrichtung (30)
für das Hubseil (2) angeordnet ist, durch die hindurch das freie Ende des Hubseils
(2) aus dem Auslegerspitzenteil (8) austritt, und wobei am Drehabschnitt (14) eine
Führungseinrichtung (35) für das Stabilisierungsseil (3) befestigt ist, mit der dessen
freies Ende zum freien Ende des Hubseils (2) im Kranbetrieb in einen horizontalen
und/oder vertikalen Abstand bringbar ist.
12. Verfahren zum Aussetzen und Aufnehmen von Beibooten vom Deck eines Schiffes aus, insbesondere
bei Fahrt und bei Seegangsbedingungen, bei dem das Beiboot, während es von einer Hebevorrichtung
abgesenkt oder gehoben wird, sowie bei seiner Fahrt neben dem Schiff zu seinem Befestigen
an oder zu seinem Lösen von der Hebevorrichtung horizontal geführt wird, wobei das
Beiboot auf dem Weg vom Schiffsdeck ins Wasser und zurück von an einem seiner Längsränder
angreifenden Druckkräften geführt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Reaktionskräfte zu diesen Druckkräften auf die Hebevorrichtung abgeleitet werden.
13. Verfahren nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Beiboot in einem vorgegebenen Abstand von der Außenwand des Schiffes abgesenkt
oder gehooen und geführt wird.
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13,
dadurch geknnzeichnet,
daß das Beiboot während des Absenkens oder des Hebens in Parallelstellung zum Schiff
geführt wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Beiboot im Wasser durch eine vor dem Schwerpunkt seiner Lateralfläche angreifende
Zugkraft geführt wird.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 15, zum Aussetzen von Beibooten, mit den
folgenden Schritten:
a) im Beiboot wird ein Hubseil im oder hinter dem Schwerpunkt der Lateralfläche des
Beibootes und ein Stabilisierungsseil vor dem Schwerpunkt der Lateralfläche des Beibootes
angeschlagen;
b) an einen Längsrand des Beibootes wird eine Stabilisierungseinrichtung angedrückt
;
c) das Beiboot wird in norizontalem Abstand sowie parallel zur Außenwand des Schiffskörpers
mit dem Bug in Fahrtrichtung des Schiffes abgesenkt;
d) der Antrieb des Beiboots wird eingeschaltet, die am Längsrand des Beibootes anliegende
Stabilisierungseinrichtung wird kurz über dem Wasser entfernt und das Beiboot auf
das Wassser aufgesetzt;
e) die beiden Seile werden dem Seegang folgend geführt (straffgezogen und -gehalten)
und dadurch seinerseits das Beiboot durch das Stabilisierungsseil geführt;
f) das Beiboot wird mit eigenem Antrieb auf die Geschwindigkeit des Schiffes gebracht;
g) die dem Seegang folgende Führung des Hubseils und des Stabilisierungsseils wird
aufgehoben und beide Seile werden schlaffseilgefahren und
h) das Hubseil und danach als letztes das Stabilisierungsseil werden ausgeklinkt.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 15, zum Aufnehmen von Beibooten, mit den
folgenden Schritten:
a) das Beiboot wird in einem vorgegebenen Abstand neben das Schiff gefahren und dessen
Geschwindigkeit gehalten:
b) zuerst wird das Stabilisierungsseil im Beiboot vor dem Schwerpunkt von dessen Lateralfläche
und danach das Hubseil im Beiboot im oder hinter dem Schwerpunkt von dessen Lateralfläche
angeschlagen;
c) beide Seile werden dem Seegang folgend geführt (straffgezogen sowie -gehalten)
und dadurch das Beiboot mittels des Stabilisierungsseils geführt;
d) das dem Seegang folgende Führen der beiden Seile wird aufgehoben und das Beiboot
aus d'em Wasser gehoben;
e) sobald das Beiboot aus dem Wasser gehoben ist, wird eine Stabilisierungseinrichtung
an einem Längsrand des Beibootes angedrückt und der Antrieb des Beibootes abgeschaltet;
f) das Beiboot wird auf das Schiffsdeck gehoben.
18. Verfahren nach Anspruch 17,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Verfahrensschritt d) erst beconnen wird, wenn das Beiboot durch eine Welle
in einer Aufwärtsbewegung ist.
1. Device on a ship for launching and raising dinghies, with a deck crane which has a
bending cantilever (1) attached swivellably to a ship's deck (4), along which is guided
a cable (2) which can be wound onto and unwound from a lifting winch (39a) for lifting
and lowering the dinghy (25) and which has at least one first cantilever part (7)
and a linear cantilever tip part (8) mounted swivellably on this which carries a stabilising
device (17, 18) for the dinghy (25) which can be pressed against or moved away from
the dinghy (25), where at the free end of the cantilever tip part (8) is arranged
a guide device (30) for the lifting cable (2) which emerges through the lifting cable
(2) from the cantilever tip part (8).
2. Device according to claim 1, characterised in that also a stabilising cable (3) is
provided which can be wound onto and unwound from a stabilising winch (39b) and guided
via an auxiliary cantilever (35, 50) and attached in the dinghy (25).
3. Device according to claim 2, characterised in that the auxiliary cantilever is a side
cantilever (35) which is attached to cantilever tip part (8).
4. Device according to claim 2, characterised in that the auxiliary cantilever (50) is
mounted separately on the ship's deck (4).
5. Device according to any of claims 2 to 4, characterised in that the lifting winch
(39a) and the stabilising winch (39b) can be operated synchronously and matched to
each other.
6. Device according to any of claims 2 to 5, characterised in that the lifting winch
(39a) and/or the stabilising winch (39b) can be switched to follow the motion of the
sea.
7. Device according to any of claims 2 to 6, characterised in that the auxiliary cantilever
(35, 50) has at its free end a guide device (38, 53) with which the stabilising cable
(3) can be guided to the dinghy (25) at an angle to the vertical.
8. Device according to any of claims 1 to 7, characterised in that the cantilever tip
part (8) is formed from a basic section (13) fitted on the first cantilever part (7)
and on this basic section a section (14) rotatable about an axis parallel to the longitudinal
axis (16) of the cantilever tip part (8), where to rotate this section (14) a drive
is provided and on this section (14) is attached the stabilising device (17, 18).
9. Device according to any of claims 1 to 8, characterised in that the guide device (30)
for the lifting cable (2) has at least three rollers, the axes of rotation of which
intersect and between the peripheral surfaces of which runs the lifting cable (2).
10. Device according to any of claims 1 to 9, characterised in that arranged on the free
end of the cantilever tip part (8) in its longitudinal direction at a distance from
the guide device (30) for the lifting cable (2), on the side facing away from the
end on the first cantilever part (7), is a touch ring (33), contact with which can
trigger a raising of the guide device (30) for the lifting cable (2).
11. Deck crane suitable for launching and raising dinghies (25), with a bending cantilever
(1) attached swivellably to the ship's deck (4), along which is guided a lifting cable
(2) which can be wound onto and unwound from a first winch (39a) to raise and lower
the dinghy (25) and a stabilising cable (3) which can be wound onto and unwound from
a second winch (39b) to stabilise the dinghy (25), and which has at least one first
cantilever part (7) and a linear cantilever tip part (8) mounted swivellable on this
which in turn is formed from a basic section (13) fitted on the first cantilever part
(7) and on this basic section a section (14) rotatable about an axis parallel to the
longitudinal axis (16) of the cantilever tip part (8), with which is connected by
means of a support and guide device (17) a fork-like device (18) which is swivellable
and displaceable in relation to the rotating section (14), where at the free end of
the cantilever tip part (8) is arranged a guide device (30) for the lifting cable
(2) through which emerges the free end of the lifting cable (2) from the cantilever
tip part (8) and where on the rotating section (14) is attached a guide device (35)
for the stabilising cable (3) with which its free end can be brought to a horizontal
and/or vertical distance from the free end of the lifting cable (2) in crane operation.
12. Process for launching and raising dinghies from the deck of a ship, in particular
during sailing and in sea conditions in which the dinghy, while it is being lowered
or raised by the lifting device and when sailing next to the ship is guided horizontally
for attachment to or release from the lifting device, where the dinghy en route from
the ship's deck to the water and back is guided by pressure forces exerted on one
of its long sides, characterised in that the reaction forces for these pressure forces
are transferred to the lifting device.
13. Process according to claim 12, characterised in that the dinghy is raised or lowered
and guided at a preset distance from the outer wall of the ship.
14. Process according to claim 12 or 13, characterised in that during lowering or raising
the dinghy is guided parallel to the ship.
15. Process according to any of claims 12 to 14, characterised in that the dinghy in the
water is guided by a tension force exerted before the centre of gravity of its lateral
surface.
16. Process according to any of claims 12 to 15 for launching dinghies with the following
steps:
a) in the dinghy a lifting cable is connected in or behind the centre of gravity of
the lateral surface of the dinghy and a stabilising cable before the centre of gravity
of the lateral surface of the dinghy,
b) a stabilising device is pressed against a long side of the dinghy ,
c) the dinghy is lowered at a horizontal distance from and parallel to the outer wall
of the ship with the bow in the direction of travel of the ship,
d) the dinghy drive is engaged, the stabiliser device lying against the long side
of the dinghy is removed just above the water and the dinghy placed on the water,
e) the two cables are guided according to the motion of the sea (tightened and held)
and thus the dinghy is guided by the stabilising cable,
f) the dinghy is brought to the speed of the ship with its own drive,
g) the guiding of the lifting cable and stabilising cable following the motion of
the sea is ceased and both cables are run slack and
h) the lifting cable and then finally the stabilising cable are unclipped.
17. Process according to any of claims 12 to 15 for raising dinghies with the following
steps:
a) the dinghy is sailed next to the ship at a preset distance and matches its speed,
b) first the stabilising cable is attached in the dinghy before the centre of gravity
of its lateral surface and then the lifting cable attached in the dinghy in or behind
the centre of gravity of its lateral surface,
c) both cables are guided following the motion of the sea (tightened and held) and
thus the dinghy guided by means of the stabilising cable,
d) the guiding of the two cables following the motion of the sea ceases and the dinghy
raised from the water,
e) as soon as the dinghy is raised from the water a stabilising device is pressed
against a long side of the dinghy and the dinghy drive shut off,
f) the dinghy is raised onto the ship's deck.
18. Process according to claim 17, characterised in that process stage d) is only begun
when the dinghy is in an upward motion due to a wave.
1. Dispositif sur un bateau pour la mise à l'eau ou la récupération de canots de bord,
comportant une grue de charge, qui comprend une flèche (1) articulée fixée à pivotement
sur le pont (4) du bateau, le long de laquelle est guidé un câble (2) de levage, pouvant
être enroulé sur un treuil (39a) de levage ou dévidé de ce treuil et destiné à soulever
ou abaisser le canot (25) de bord, et laquelle comprend au moins une première partie
(7) de flèche et une partie (8) de tête de flèche oblongue, qui est montée à pivotement
sur la première partie (7) et qui porte un dispositif (17, 18) de stabilisation pour
le canot (25) de bord qui peut être pressé contre le canot (25) de bord ou en être
dégagé, un dispositif (30) de guidage pour le câble (2) de levage étant disposé à
l'extrémité libre de la partie (8) de tête de flèche, dispositif que le câble (2)
de levage traverse pour sortir de la partie (8) de tête de flèche.
2. Dispositif suivant la revendication 1, caractérisé en ce qu'il est prévu en plus un
câble (3) de stabilisation pouvant être enroulé sur un treuil (39b) de stabilisation
ou dévidé de ce dernier, câble qui est guidé au moyen d'une flèche (35, 50) auxiliaire
et qui peut être fixé dans le canot (25) de bord.
3. Dispositif suivant la revendication 2, caractérisé en ce que la flèche auxiliaire
est une flèche (35) latérale qui est fixée sur la partie (8) de tête de flèche.
4. Dispositif suivant la revendication 2, caractérisé en ce que la flèche (50) auxiliaire
est fixée séparément sur le pont (4) du bateau.
5. Dispositif suivant l'une des revendications 2 à 4, caractérisé en ce que le treuil
(39a) de levage et le treuil (39b) de stabilisation peuvent être actionnés de façon
synchrone et coordonnée.
6. Dispositif suivant l'une des revendications 2 à 5, caractérisé en ce que le treuil
(39a) de levage et le treuil (39b) de stabilisation peuvent être manoeuvrés en suivant
le mouvement des vagues.
7. Dispositif suivant l'une des revendications 2 à 6, caractérisé en ce que la flèche
(35, 50) auxiliaire comporte à son extrémité libre un dispositif (38, 53) de guidage
qui permet de guider le câble (3) de stabilisation jusqu'au canot (25) de bord sous
un angle par rapport à la verticale.
8. Dispositif suivant l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que la partie
(8) de tête de flèche est constituée d'un tronçon (13) de base monté sur la première
partie (7) de flèche et d'un tronçon (14) rotatif sur le tronçon (13) de base autour
d'un axe parallèle à l'axe (16) longitudinal de la partie (8) de tête de flèche, un
entraînement étant prévu pour la rotation de ce tronçon (14) et le dispositif (17,
18) de stabilisation étant fixé sur ce tronçon (14).
9. Dispositif suivant l'une des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que le dispositif
(30) de guidage pour le câble (2) de levage comprend au moins trois poulies dont les
axes de rotation se coupent, le câble (2) de levage passant entre les faces circonférentielles
de ces poulies.
10. Dispositif suivant l'une des revendications 1 à 9, caractérisé en ce qu'une couronne
(33) de détection est disposée à l'extrémité libre de la partie (8) de tête de flèche,
à distance, dans la direction longitudinale de celle-ci, du dispositif (30) de guidage
pour le câble (2) de levage, sur le côté qui est opposé à l'extrémité montée sur la
première partie (7) de flèche, couronne dont le contact physique permet de déclencher
un relevage du dispositif (30) de guidage pour le câble (2) de levage.
11. Grue de charge, qui convient pour la mise à l'eau ou la récupération de canots (25)
de bord, comportant une flèche (1) articulée fixée à pivotement sur le pont (4) du
bateau, le long de laquelle est guidé un câble (2) de levage, pouvant être enroulé
sur un premier treuil (39a) ou dévidé de ce treuil et destiné à soulever ou abaisser
le canot (25) de bord, ainsi qu'un câble (3) de stabilisation, pouvant être enroulé
sur un deuxième treuil (39b) ou dévidé de ce treuil et destiné à stabiliser le canot
(25) de bord, et laquelle comprend au moins une première partie (7) de flèche et une
partie (8) de tête de flèche oblongue, qui est montée à pivotement sur la première
partie (7) et qui est elle-même constituée d'un tronçon (13) de base monté sur la
première partie (7) de flèche et d'un tronçon (14) rotatif sur le tronçon (13) de
base autour d'un axe parallèle à l'axe (16) longitudinal de la partie (8) de tête
de flèche, un dispositif (18) fourchu étant relié au tronçon (14) au moyen d'un dispositif
(17) de soutien et de guidage et étant mobile en pivotement et en translation par
rapport au tronçon (14) rotatif, un dispositif (30) de guidage pour le câble (2) de
levage étant disposé à l'extrémité libre de la partie (8) de tête de flèche, dispositif
que l'extrémité libre du câble (2) de levage traverse pour sortir de la partie (8)
de tête de flèche, et un dispositif (35) de guidage pour le câble (3) de stabilisation
étant fixé sur le tronçon (14) rotatif, dispositif par lequel l'extrémité libre du
câble (3) de stabilisation peut être amenée, lorsque la grue est en service, à une
distance horizontale et/ou verticale de l'extrémité libre du câble (2) de levage.
12. Procédé pour la mise à l'eau ou la récupération de canots de bord du pont d'un bateau,
notamment en cours de marche et en présence de vagues, suivant lequel le canot de
bord est guidé horizontalement tandis qu'il est abaissé ou relevé par un dispositif
de levage, ainsi que lors de son déplacement à côté du bateau en vue de sa fixation
au dispositif de levage ou de son détachement du dispositif de levage, le canot de
bord étant, sur son trajet entre le pont du bateau et l'eau ou vice-versa, guidé par
des forces de pression agissant sur un de ses bords longitudinaux,
caractérisé en ce que les forces de réaction à ces forces de pression sont détournées
sur le dispositif de levage.
13. Procédé suivant la revendication 12, caractérisé en ce que le canot de bord est relevé
ou abaissé et guidé à une distance prescrite de la paroi extérieure du bateau.
14. Procédé suivant la revendication 12 ou 13, caractérisé en ce que le canot de bord
est, pendant le relevage ou l'abaissement, guidé en position parallèle au bateau.
15. Procédé suivant l'une des revendications 12 à 14,
caractérisé en ce que le canot de bord est guidé dans l'eau par une force de traction
agissant en avant du centre de gravité de sa face latérale.
16. Procédé suivant l'une des revendications 12 à 15, pour la mise à l'eau de canots de
bord, comprenant les étapes suivantes :
a) un câble de levage est amarré dans le canot de bord au centre de gravité de la
face latérale du canot ou en arrière de ce centre de gravité, et un câble de stabilisation
est amarré dans le canot de bord en avant du centre de gravité de la face latérale
du canot ;
b) un dispositif de stabilisation est pressé en application contre un bord longitudinal
du canot de bord ;
c) le canot de bord est abaissé à distance horizontale ainsi que parallèlement à la
paroi extérieure de la coque du bateau, avec la proue dans la direction de marche
du bateau ;
d) le moteur du canot de bord est mis en marche, le dispositif de stabilisation appliqué
contre le bord longitudinal du canot de bord est retiré juste au-dessus de l'eau,
et le canot de bord est posé sur l'eau ;
e) les deux câbles sont guidés en suivant le mouvement des vagues (en étant tendus
et maintenus tendus), de sorte que le canot de bord est lui-même guidé par le câble
de stabilisation ;
f) le canot de bord est amené par son propre moteur à la vitesse du bateau ;
g) le guidage du câble de levage et du câble de stabilisation, qui suit le mouvement
des vagues, est supprimé et on donne du mou aux deux câbles, et
h) le câble de levage d'abord, puis en dernier le câble de stabilisation, sont largués.
17. Procédé suivant l'une des revendications 12 à 15, pour la récupération de canots de
bord, comprenant les étapes suivantes :
a) le canot de bord est amené à une distance prescrite à côté du bateau et maintenu
à la vitesse du bateau ;
b) on amarre dans le canot de bord d'abord le câble de stabilisation, en avant du
centre de gravité de sa face latérale, puis le câble de levage, au centre de gravité
de la face latérale du canot de bord ou en arrière de ce centre de gravité ;
c) les deux câbles sont guidés en suivant le mouvement des vagues (en étant tendus
et maintenus tendus), de sorte que le canot de bord est guidé par le câble de stabilisation
;
d) le guidage des deux câbles, qui suit le mouvement des vagues, est supprimé et le
canot de bord est relevé hors de l'eau ;
e) dès que le canot de bord est relevé hors de l'eau, on presse un dispositif de stabilisation
en application contre un bord longitudinal du canot de bord et on arrête le moteur
du canot de bord ;
f) le canot de bord est relevé sur le pont du bateau.
18. Procédé suivant la revendication 17, caractérisé en ce que l'étape d) est amorcée
uniquement lorsque le canot de bord se trouve en mouvement ascendant sur une vague.