[0001] Die Erfindung betrifft einen Knieschützer gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Derartige Knieschützer sind in vielen Variationen bekannt, beispielsweise aus der
DE 43 26 433 C1, wo der Schutzabschnitt aus einer Halbschale mit einem Weichpolster
besteht und die Halteabschnitte als daran angeformte Befestigungslaschen ausgebildet
sind, die federelastisch aufweitbar sind.
[0003] Ein grundlegendes Problem, das auch bei den bekannten gattungsgemäßen Knieschützern
bisher nicht oder nur unbefriedigend gelöst wurde, liegt in der Anatomie des menschlichen
Beines im Bereich des Knies und der Waden begründet, insofern als die anatomischen
Verhältnisse sich beim Übergang vom Stehen zum Knien und umgekehrt derart signifikant
ändern, daß die Halteabschnitte diesen anatomischen Änderungen nicht oder nur bedingt
Rechnung tragen können, so daß es bei bestimmten Positionen oder an bestimmten Stellen
im Knie- oder Wadenbereich, insbesondere bei der oft stundenlangen Benutzung solcher
Knieschützer, zu gesundheitlichen Problemen durch Druckstellen und Durchblutungsstörungen
kommt, die über längere Zeit auch sehr schmerzhaft werden können und dann dazu führen,
daß keine Knieschützer mehr benützt werden, mit den wiederum daraus resultierenden
nachteiligen Folgen für das Kniegelenk bei entsprechenden Tätigkeiten, wie z.B. dem
Fliesenlegen.
[0004] Erschwert wird dieser Zustand noch durch die individuell verschiedenen anatomischen
Verhältnisse bei verschiedenen Benutzern (zum Teil auch bei den beiden Knien des gleichen
Benutzers verschieden), so daß auch hier zwangsläufig Probleme programmiert sind,
die bei konventionellen Lösungen entweder in einer zu starken Umklammerung des Knie-
oder Wadenbereichs resultieren (mit ähnlichen gesundheitlichen Problemen wie oben
erwähnt) oder daß eine zu lockere Halterung erreicht wird, die dann die bestimmungsgemäße
Funktion des Knieschützers beeinträchtigt und ebenfalls zu der unerwünschten Folge
führen kann, dass die Knieschützer nicht oder nur zeitweise getragen werden.
[0005] Es ist daher Aufgabe der Erfindung bekannte Knieschützer dahingehend zu verbessern,
daß bei vollem Erhalt und Anpaßbarkeit an anatomische Gegebenheiten und sicherer,
dauerhafter Funktion gesundheitliche Beeinträchtigungen und Schäden auch beim Dauergebrauch
zuverlässig vermieden werden können.
[0006] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gemäß dem kennzeichnenden Teil des Schutzanspruchs
1 gelöst.
[0007] Der Grundgedanke der Erfindung besteht daher darin, daß die Halteabschnitte konstruktiv
so ausgelegt sind, daß Verformungsbereiche definiert werden können, die sich der Zunahme/Abnahme
des Wadenmuskels im Durchmesser und im Anlagewinkel anpassen, daß also eine flächige
Auflage der Halteabschnitte mit möglichst gleichmäßiger Druckverteilung über die gesamte
Fläche unter allen "Betriebsbedingungen" des Knieschützers gewährleistet ist.
[0008] Gemäß bevorzugten Ausgestaltungen ist hierzu vorgesehen, in beiden Halteabschnitten
einen Torsionsbereich zu definieren, der beispielsweise durch eine Querschnittsverminderung
der Halteabschnitte durch schlitzartige Aussparungen realisiert werden kann, so daß
durch die hierdurch entstehenden länglichen Stege eine Verdrehung der Halteabschnitte
um ihre Längsachse ermöglicht wird, die eine leichte Änderung des Anlagewinkels entsprechend
der Formänderung der Oberfläche des Wadenmuskels ermöglicht, bei Aufrechterhaltung
des Anpreßdruckes und dessen gleichmäßiger Verteilung.
[0009] Durch geeignete Querschnittsgestaltung dieser Ausnehmungen bzw. der verbleibenden
Stege kann gewährleistet sein, daß diese Tordierung nicht oder nicht wesentlich die
Spreizung des Halteabschnittes bei unterschiedlichen Wadendurchmessern (sei es bei
Beanspruchung, sei es bei unterschiedlichen Benutzern) beeinflusst, so daß die Funktionen
"Torsion" und "Spreizung" weitgehend unabhängig voneinander definiert werden können.
[0010] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung wird die Spreizungsfunktion, also
die Anpassung an verschiedene Durchmesser des Wadenmuskels dadurch zuverlässig und
wiederum mit weitgehender Konstanthaltung der Flächenpressung erreicht, daß der Querschnitt
der Halteabschnitte sich vom Schutzabschnitt zum Ende der Halteabschnitte hin kontinuierlich
verringert. Durch zusätzliche, rillenartige oder ähnliche Reduzierungen der Wanddicke
lassen sich besonders ausgeprägte Spreizbereiche definieren, so daß der Oberflächenverlauf
der Halteabschnitte in seiner dynamischen Anpassung an den Oberflächenverlauf des
sich ändernden Wadenmuskels optimierbar ist.
[0011] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind weiteren Unteransprüchen zu entnehmen.
[0012] Bevorzugte Ausführungsbeispiele des erfindungsgemäßen Knieschutzes werden nun anhand
von Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- Eine Seitenansicht des Knieschützers bei gestrecktem Knie, mit geschnittenem Schutzabschnitt,
- Figur 2
- eine Rückansicht des Knieschutzes nach Figur 1,
- Figur 3
- einen Schnitt durch den Knieschutz in der Ebene B-B der Figur 1,
- Figur 4A,B
- zwei Schnitte durch den Haltpabschnitt in der Ebene A-A der Figur 3, mit zwei Varianten
eines Polsterteils,
- Figur 5-9
- Schnitte durch Ausgestaltungen von Schutzabschnitt und Halteabschnitten,
- Fig. 10
- eine bevorzugte Gestaltung des Schutzabschnitts,
- Fig. 11
- einen Schnitt entlang der Ebene C-C des in Fig. 10 gezeigten Schutzabschnitts.
[0013] Der Knieschützer besteht beim dargestellten Ausführungsbeispiel aus einem als Knieschutz
dienenden Schutzabschnitt 10, der im wesentlichen das Knie im Gelenkbereich überdeckt
und in bekannter Weise hierzu auf seiner Innenseite im wesentlichen der Knieform angepaßt
ist.
[0014] Vom Material her sind verschiedene Möglichkeiten denkbar, beim Ausführungsbeispiel
ist ein Schaum-Formteil vorgesehen. Bevorzugt wird in dieses Formteil ein klammerartiges,
weiteres Kunststofformteil eingelegt, so daß sich im wesentlichen die in Figur 3 dargestellte
Struktur ergibt, mit dem Schutzabschnitt 10 im mittleren Bereich und den beiden seitlich
sich erstreckenden Halteabschnitten 20 und 30, die das Bein des Trägers im oberen
Wadenbereich umschließen. Relativ zum Schutzabschnitt 10 verlaufen die beiden Halteabschnitte
hierbei schräg nach unten, d.h., eine gedachte Längsachse X-X durch die Halteabschnitte
(oder entsprechende Ebene senkrecht zur Zeichenebene) bildet mit der Normalen N auf
die Hauptebene E des Schutzabschnitts 10 einen spitzen Winkel β).
[0015] Die Besonderheit der erfindungsgemäßen Lösung besteht im wesentlichen in der Ausgestaltung
der beiden laschenartigen Halteabschnitte 20 und 30, derart, daß einerseits eine sichere
Halterung des Schutzabschnittes 10 im Kniebereich gewährleistet ist, und zwar sowohl
in der Stehposition als auch in der Knieposition des Trägers, andererseits die bei
dieser Positionsänderung auftretenden Form- und Größenänderungen des Wadenmuskels
W eine entsprechend angepaßte Verformung der Halteabschnitte bewirkt, die eine im
wesentlichen konstante Haltekraft bewirken, bei der insbesondere der hintere Bereich
der Halteabschnitte vollflächig mit im wesentlichen homogener Druckverteilung auf
dem Wadenmuskel W anliegt.
[0016] Hierzu sind im wesentlichen zwei Bereiche vorgesehen:
[0017] Ein Torsionsbereich 21 und 31 ist dadurch realisiert, daß in den sich nach hinten
langsam verjüngenden Querschnitt der Halteabschnitte 20,30 zwei parallel laufende
Schlitze 22,23 bzw. 32,33 eingebracht sind, die zur Wirkung haben, daß die den Wadenmuskel
W beaufschlagenden hinteren Bereiche der Halteabschnitte um eine Torsionsachse in
der Längsachse der Halteabschnitte verdrehbar sind. Diese erste Bewegungsmöglichkeit
ist hierbei im wesentlichen angepaßt an die Formänderung des Wadenmuskels; wenn sich
der Benutzer kniet, stellt sich durch die Zunahme des Wadenmuskels unterhalb der Halteabschnitte
ein größerer Umfangszuwachs ein als oberhalb der Halteabschnitte. Dadurch ändert sich
die relative Lage der Oberfläche des Beins im Wadenbereich, worauf die Halteklammer
durch diesen Torsionsbereich 21,31 "reagieren" kann, um in allen Positionen eine vollflächige
Auflage des Halteabschnittes im Wadenbereich zu gewährleisten, ohne Verkantungen und
daraus resultierende Einschnitte und/oder Druckstellen, die zu den eingangs erwähnten
gesundheitlichen Problemen führen.
[0018] Die zweite Maßnahme zur optimalen Bewegungsanpassung der Halteabschnitte an die anatomischen
Änderungen des Wadenmuskels besteht darin, daß zwischen dem Torsionsbereich 21 etwa
in dem Bereich, wo der Wadenmuskel W endet, ein Spreizbereich 24,34 eingebracht ist,
der beim dargestellten Ausführungsbeispiel durch drei senkrecht zur Längsachse verlaufende
Profilrinnen 25,35 gebildet ist.
[0019] Schließlich ist noch vorgesehen, daß der Querschnitt der Halteabschnitte sich kontinuierlich
vom Bereich des Schutzabschnittes zum rückseitigen Endbereich der Halteabschnitte
verjüngt, so daß die Spreizbewegung, wie sie in Figur 3 strichpunktiert beim Halteabschnitt
20 angedeutet ist, bevorzugt im Spreizbereich 24 und den nach hinten anschließenden
Bereichen der Halteabschnitte stattfindet. Der Spreizabschnitt wirkt in diesem Sinne
daher als eine Art "verbreitertes Gelenk", der einen großen Teil der Volumenänderung
des Wadenmuskels W beim Niederknien des Benutzers aufnimmt.
[0020] Diese drei Maßnahmen zusammen (Querschnittsreduzierung, Torsionsbereich, Spreizbereich)
bewirken schließlich, daß bei der Stehposition (Position 1) und der Knieposition (Position
2) eine Formänderung der beiden Halteabschnitte stattfindet, die in Figur 2 und Figur
2A gestrichelt dargestellt ist:
[0021] Gegenüber der "engeren", einem geringeren Wadenmuskelumfang entsprechenden Position
1 (stehender Benutzer) bewirkt das Niederknien sowohl eine Spreizung des Halteabschnittes
in dessen reduziertem Querschnittsbereich, als auch eine Tordierung in dessen Torsionsbereich,
so daß sich die in Figur 2A schematische Schnittdarstellung ergibt, bei dem die beiden
Ebenen dieser Bereiche in der Schnittebene C-C sowohl um einen seitlichen Abstand
S gegeneinander versetzt, als auch um einen spitzen Winkel α gegeneinander verdreht
sind.
[0022] Zur Anpassung des Knieschützers an die anatomischen Gegebenheiten verschiedener Benutzer,
also insbesondere von Durchmesser und Querschnitt des Beins im Knie- und Wadenbereich
ist vorgesehen, daß ein weicher Polsterteil im Torsions- und Spreizbereich angebracht
ist, wie dies im Bereich des Halteabschnitts 30 in der Schnittdarstellung der Figur
3 dargestellt ist und in den Figuren 4A und 4B im Schnitt dargestellt ist:
[0023] Bei der in Figur 4A dargestellten Variante handelt es sich um ein Schaumstofformteil,
das über rückwärtige Noppen oder Rastausformungen zweckmäßigerweise in die beiden
Schlitze 32,33 des zugehörigen Halteabschnittes 30 einsteckbar oder einrastbar ist,
so daß es auch leicht ausgewechselt werden kann und Polsterteile verschiedener Dicke
leicht angebracht werden können.
[0024] Die Einstellung der Dicke, das heißt des Abstandes A zwischen der Innenseite des
Halteabschnittes und der Auflagefläche des Polsterteils kann auch dadurch realisiert
werden (Figur 4B), daß das Polsterteil 36A in einem rinnenförmigen Bügelteil 36B gehalten
ist, dessen Schenkel profiliert sind, so daß diese Schenkel in zwei oder mehreren
Positionen an den Innenflanken der verbleibenden Materialstege im Torsionsbereich
einrastet, so daß verschiedene Dicken A durch einfaches Verschieben einstellbar sind.
[0025] Die Fign. 5-9 zeigen bevorzugte Ausgestaltungen der Bauteile Schutzabschnitt und
Halteabschnitte, die auf verschiedene Einsatzbereiche, Materialien usw. abgestimmt
sein können:
[0026] Beim Ausführungsbeispiel der Fig. 5A und B besteht der Schutzabschnitt aus einer
rinnenförmigen Schale 100, in deren unterer Innenseite eine flache Vertiefung 101
eingebracht ist, die sich im Bereich des unteren Endes der Schale 100 zu einer Rinne
102 vertieft, so daß die in Fig. 5A erkennbare etwa L-förmige Querschnittsgestaltung
der Vertiefung entsteht. Diese Vertiefung 101/Rinne 102 läuft über die gesamte Breite
der Schale 100 um und ist hinsichtlich ihrer Tiefe so dimensioniert, daß dort die
als einstückiger Kunststoffbügel 200 ausgebildeten Halteabschnitte formschlüssig eingelegt
werden können. Hierzu dienen zur einwandfreien Fixierung und Positionierung an dem
unteren vorderen umlaufenden Rand des Kunststoffbügels 200 eine umlaufende Rippe 203,
die in die Rinne 102 eingreift und auf der Außenseite des Kunststoffbügels 200 zwei
Halteansätze 201, 202, die die Seitenflanken der Schale 100 zumindest teilweise übergreifen.
Durch diese Art der Fixierung ist gewährleistet, daß, wenn einmal die Verbindung zwischen
Schale 100 und Kunststoffbügel 200 hergestellt ist, die relative Positionierung dieser
beiden Bauteile zueinander und damit eine sichere Funktion im eingangs ausführlich
beschriebenen Sinne erhalten und gewährleistet bleibt.
[0027] Die weitgehend formschlüssige Verbindung zwischen Schale 100 und Kunststoffbügel
200 kann dabei auf Dauer angelegt sein, z.B. durch Kleben oder aber auch lösbar, was
den einfachen Austausch einzelner Bauteile ermöglicht (z.B. ein Einsetzen einer neuen
Schale 100 bei Verschleiß).
[0028] Bei der in Fig. 6 dargestellten weiteren Ausgestaltung ist dieser Gedanke insofern
fortgeführt, als daß eine lösbare Verbindung zwischen Schale 110 und Bügel 210 hergestellt
ist. Hierzu sind in der Schale Durchbrechungen 112, 113 mit sich nach außen vergrößerndem
Querschnitt vorgesehen, in die entsprechende, beispielsweise pilzartig gestaltete
Rastansätze 212, 213 des Kunststoffbügels 210 eingeführt oder eingesteckt werden können.
Im übrigen entspricht diese Bauweise der des Ausführungsbeispiels der Fig.5.
[0029] Fig. 7 zeigt schließlich eine weitere Alternative der Zuordnung zwischen Schutzabschnitt
und Halteabschnitten, nämlich das Einkleben eines Kunststoffbügels 220 in eine entsprechende
Vertiefung 121 einer Schale 120 mittels eines Klebebandes 400.
[0030] Fig. 8 zeigt eine weitere Ausgestaltung dahingehend, daß Schutzabschnitt 10 und Halteabschnitt
20/30 (wie immer sie konstruktiv im einzelnen ausgebildet und miteinander verbunden
sein mögen) durch eine gemeinsame Umschäumung 50 überdeckt sind, die auch selbst den
Schutzabschnitt 10 bilden kann, und somit die gesamte Oberfläche des Knieschützers
bildet. Diese Ausgestaltung bietet die Möglichkeit, die Materialien von Schutzabschnitt
und Halteabschnitten auf deren spezifische Funktion abzustimmen, wie z.B. Haltbarkeit,
mechanische Stabilität, Elastizitätseigenschaften, wogegen die Umschäumung 50 materialmäßig
beispielsweise auf die gewünschten Oberflächeneigenschaften abgestimmt sein kann,
wie leichte Reinigungsmöglichkeiten, farbliche Gestaltungsmöglichkeiten o.ä. Diese
Variante kann ggf. auch mit Polstereinlagen, beispielsweise der in Fig. 3 dargestellten
Art ausgestattet werden.
[0031] Eine bevorzugte Gestaltung des Schutzabschnitts ist in den Figuren 10 und 11 dargestellt.
Hierbei hat die dem Knie zugewandte Oberfläche des Schutzabschnitts 10 (d.h. die Innenseite)
eine noppen- oder wellenartige Struktur. Diese spezielle Struktur bietet gegenüber
einer glatten Oberfläche einige Vorteile: Zum einen wird die Rutschfestigkeit zwischen
Knie und Schutzabschnitt wesentlich erhöht und ein ungewolltes "Rutschen" des Knies
weitgehend vermieden. Darüber hinaus schafft eine solche Profilierung partielle Freiräume,
in die die Falten der Beinkleidung ausweichen können, wodurch punktuelle Druckstellen
am Knie vermieden werden. Weiterhin wird durch die Freiräume eine Belüftung der Beinbekleidung
ermöglicht und damit die Neigung zum "Schwitzen" reduziert.
[0032] Fig. 9 zeigt schließlich eine Variante der Ausgestaltung nach Fig.8, wo eine Umschäumung
51 lediglich den Schutzabschnitt 10 bildet oder diesen umschließt, sowie die Anschlußbereiche
der Halteabschnitte 20/30 umfaßt; hier erfüllt die Umschäumung 51 (ebenso wie die
Umschäumung 50 der Fig. 8) vorrangig die Funktion der Halterung und Fixierung der
Halteabschnitte am Schutzabschnitt (so daß zusätzliche Maßnahmen wie unter den Fign.
5-7 beschrieben, entfallen können).
[0033] Insbesondere bei den unter den Fign. 5-9 beschriebenen Ausführungsbei spielen ist
somit eine benutzerspezifische Ausgestaltung des Knieschützers, beispielsweise für
Arbeitszwecke, aber auch für Sportzwecke mit einfachen technologischen Mitteln möglich,
wobei auch eine Vielzahl von ansprechenden Designoptionen in farblicher und Formgestaltung
möglich wird.
1. Knieschützer mit einem das Knie überdeckenden Schutzabschnitt und zwei mit diesem
seitlich verbundenen oder angeformten, laschenartigen Halteabschnitten zur Fixierung
des Schutzabschnitts im Kniebereich,
dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Halteabschnitte (20,30) in ihrem Verlauf hinsichtlich
ihrer Orientierung und ihres Querschnitts derart ausgebildet sind, daß der von ihnen
aufgebrachte Anpreßdruck zumindest im wesentlichen nur den Wadenmuskel (W) beaufschlagt
und während der anatomischen Änderungen der Anpreßfläche des Wadenmuskels zwischen
der Knieposition und der Standposition im wesentlichen gleichmäßig über die Anpreßfläche
verteilt bleibt.
2. Knieschützer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in den beiden Halteabschnitten
(20,30) ein Torsionsbereich (21,31) vorgesehen ist, so daß der Halteabschnitt der
Oberflächenbewegung des Wadenmuskels (W) zwischen Knie- und Standposition folgen kann,
indem eine Formänderung des Wadenmuskels (W) zwischen Standposition und Knieposition
eine entsprechende Torsion der Halteabschnitte (20,30) um ihre Längsachse hervorruft.
3. Knieschützer nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Torsionsbereich (21,31)
durch eine Querschnittsverminderung der Halteabschnitte etwa im Mittel bereich der
Anpreßfläche gebildet ist.
4. Knieschützer nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Querschnittsverminderung
im Torsionsbereich (21,31) durch mindestens einen in Längsachse der Halteabschnitte
(20,30) verlaufenden Schlitz (22...) gebildet ist.
5. Knieschützer nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß durch quer zur Längsachse
der Halteabschnitte verlaufende rillenartige Profilierungen (25,35) oder sonstige
Querschnittsverminderungen ein Spreizbereich (24,34) mit gegenüber den übrigen Bereichen
der Halteklammer erhöhter Verformungsmöglichkeit gebildet ist.
6. Knieschützer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Längsachse (X-X) der
Halteabschnitte (20,30) mit der Normalen (N) auf der Hauptebene (E-E) des Schutzabschnitts
(10) einen spitzen Winkel (β) bildet.
7. Knieschützer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Querschnitt der Halteabschnitte
sich zu deren Ende zu derart verringert, daß der Anpreßdruck über einen weiten Dehnbereich
weitgehend konstant bleibt.
8. Knieschützer nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Querschnitt der Halteabschnitte
(20,30) sich mit Ausnahme des Torsionsbereichs kontinuierlich verringert.
9. Knieschützer nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Material dicke
(d) der Halteabschnitte (20,30) sich zu deren Ende hin kontinuierlich verringert.
10. Knieschützer nach Anspruch 1 und 9, dadurch gekennzeichnet, daß ein weicher Polsterteil
(26,36) im Torsions- und Dehnbereich angebracht ist.
11. Knieschützer nach Anspruch 4 und 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Polsterteil (26,36)
ein Kunststoff-Formteil ist, das zwischen den Schlitzen (22...) des Torsionsbereichs
formschlüssig gehalten ist.
12. Knieschützer nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Kunststoff-Formteil
mit Rastabschnitten (27,37) in die Schlitze (22...) eingreift, die eine Verstellung
des Abstandes (A) zwischen der Anpreßfläche des Formteils und der Oberfläche des Halteabschnitts
ermöglichen.
13. Knieschützer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schutzabschnitt (10)
mit den beiden Halteabschnitten (20,30) lösbar verbunden ist.
14. Knieschützer nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die lösbare Verbindung
durch ein Klebeband (400) bewirkt wird.
15. Knieschützer nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die lösbare Verbindung
durch formschlüssiges Einrasten oder Einschnappen bewirkt wird.
16. Knieschützer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Halteabschnitte aus
einem im Schutzabschnitt (10) durchgehenden, einstückigen Kunststoffbügel (200,210,220)
gebildet sind.
17. Knieschützer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schutzabschnitt aus
einer rinnenförmigen Schale (100, 110) besteht.
18. Knieschützer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Schutzabschnitt (10) und
Halteabschnitte (20, 30) zumindest teilweise mit einer Umschäumung (50, 51) versehen
sind.
19. Knieschützer nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß die Umschäumung (50, 51)
zumindest den Verbindungsbereich zwischen Schutzabschnitt und Halteabschnitten überdeckt.
20. Knieschützer nach Anspruch 18 oder 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Umschäumung
(50,51) selbst den Schutzabschnitt (10) bildet.
21. Knieschützer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Innenseite des Schutzabschnitts (10) eine noppen- oder wellenartige Struktur aufweist.