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EP 0 878 156 A1 |
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EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
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Veröffentlichungstag: |
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18.11.1998 Patentblatt 1998/47 |
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Anmeldetag: 03.04.1998 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)6: A47G 25/90 |
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE |
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Benannte Erstreckungsstaaten: |
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AL LT LV MK RO SI |
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Priorität: |
07.04.1997 DE 29706129 U
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Anmelder: Fenkl, Rudolf |
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86167 Augsburg (DE) |
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Erfinder: |
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- Fenkl, Rudolf
86167 Augsburg (DE)
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Vertreter: Rapp, Bertram, Dr. et al |
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Patentanwälte,
Dipl.-Ing. Rolf Charrier, Dr. Bertram Rapp,
Postfach 31 02 60 86063 Augsburg 86063 Augsburg (DE) |
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Anziehhilfe für Kompressionsstrümpfe |
(57) Die Erfindung betrifft eine Anziehhilfe für Kompressionsstrümpfe, bestehend aus zwei,
im wesentlichen deckungsgleichen und etwa dreieckigen Stücken (1, 2) aus einem flexiblen,
bahnartigen Material, die aufeinander gelegt entlang eines Teils ihres gemeinsamen
Randes miteinander lösbar verbindbar sind. Derartige Anziehhilfen sind insbesondere
für alte Menschen nur umständlich und schwierig zu benutzen. Die Aufgabe, eine Anziehhilfe so weiterzubilden, daß sie auch von älteren Menschen
mit Behinderungen bequem benutzt werden kann, wird dadurch gelöst, daß die lösbare
Verbindung als mit einem Faden (3) ausgeführte Naht (4) ausgebildet ist, wobei ein
Ende (5) des Fadens (3) aus der Naht (4) herausgeführt ist.
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[0001] Die Erfindung betrifft eine Anziehhilfe für Kompressionsstrümpfe nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] Derartige Anziehhilfen befinden sich auf dem Markt und bestehen im wesentlichen aus
einem festen, textilen Material und haben die Grundform eines Sockens, der allerdings,
zumindest an seiner Unterseite geöffnet werden kann. Dies erfolgt durch Hindurchziehen
einer Schnur durch Öffnungen entlang einander gegenüberstehender Kanten an der Unterseite
des Sockens aufeine Weise, wie man auch einen Schuh bindet.
[0003] Diese bekannten Anziehhilfen werden im ausgezogenen Zustand geschnürt und wie ein
Socken angezogen. Anschließend wird der Kompressionsstrumpf in einem Zug oder in mehreren
Schritten über den Socken auf das Bein geschoben. Der Vorteil besteht darin, daß ein
leichtes Anziehen ermöglicht wird, der Strumpf nicht an hervorstehenden Teilen des
Fußes hängenbleibt und auch Schmerzen vermieden werden, insbesondere bei Personen
mit Polyarthritis. Nach dem Anziehen des Strumpfes muß die Anziehhilfe herausgenommen
werden, was dadurch erfolgt, daß man in den Strumpf hineingreift und die durch die
Ösen geführte Schnur herauszieht. Anschließend kann der Strumpf fertig angezogen werden.
[0004] Diese bekannten Anziehhilfen weisen zum einen den Nachteil auf, daß sie aus einem
festen textilen Material bestehen und daher die Reibung für den darüberzuziehenden
Strumpf relativ groß ist. Vor allem ist jedoch nachteilig, daß vor jedem Anziehen
ein umständliches Einfädeln der Schnur stattfinden muß, welche nach dem Anziehen wieder
herausgezogen wird. Gerade bei Menschen mit chronischer Polyarthritis, die auch schmerzhafte
Veränderungen der Fingergelenke haben, ist dieses Einfädeln eine nur schwer auszuführende
tägliche Arbeit. Darüberhinaus ist eine einwandfreie hygienische Reinigung der Anziehhilfe
nicht möglich.
[0005] Es besteht daher die Aufgabe, eine Anziehhilfe für Kompressionsstrümpfe so weiterzubilden,
daß sie auch von älteren Menschen mit Behinderungen der Beweglichkeit der Finger bequem
benutzt werden kann.
[0006] Gelöst wird diese Aufgabe mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1. Vorteilhafte
Ausgestaltungen sind den Unteransprüchen entnehmbar.
[0007] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird unter Bezugnahme auf die begleitende Zeichnung
näher beschrieben, welche eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Anziehhilfe zeigt.
[0008] Die Anziehhilfe besteht im wesentlichen aus zwei Stücken aus bahnförmigem, flexiblen
Material, beispielsweise aus Kunststoff-Folie oder einem dünnen Textil wie Voile oder
Satin. Diese beiden Bahnen weisen im wesentlichen die Form eines rechtwinkligen Dreiecks
auf, wobei die Ecken abgerundet sind und die Hypothenuse nach Art eines Sockens mit
einem nach oben hervorstehenden Rist 6 ausgebildet ist. Beide Stücke 1 und 2 sind
deckungsgleich übereinandergelegt und entlang einer gestrichelt dargestellten Naht
4, welche mit einem Faden 3 ausgeführt ist, miteinander verbunden. Die Naht 4 verläuft
etwa vom Ristbereich 6 nach vom und unten, entlang der Fußspitze 7, sodann entlang
der Sohle 8 und anschließend wieder nach oben entlang der Rückseite der Anziehhilfe
bis zu dem oberen, hinteren Ende 10. Dort tritt der Faden 3 aus der Anziehhilfe aus
und steht mit seinem freien Ende etwa 10 cm heraus. Die Naht 4 ist wie eine normale
Textilnaht ausgebildet, allerdings mit einem Kettelstich.
[0009] Die beiden Stücke 1 und 2 bestehen vorzugsweise aus Kunststoff, beispielsweise Polyäthylen
in Form eines Gewebes oder einer Folie. Alternativ hierzu können die Stücke 1 und
2 auch aus Satin oder Voile bestehen, wobei jedoch eine dünne Qualität vorliegen muß.
[0010] Die erfindungsgemäße Anziehhilfe ist werksseitig wie dargestellt vernäht und dient
dem einmaligen Gebrauch. Sie wird wie folgt benutzt:
[0011] Zunächst wird die Anziehhilfe wie ein Socken über den nackten Fuß gestreift und anschließend
der Kompressionsstrumpf in an sich bekannter Weise darübergezogen. Durch das glatte
Material der Anziehhilfe gleitet der Kompressionsstrumpf fast reibungslos nach oben,
was das Anziehen erleichtert und weniger schmerzhaft macht. Sobald der Kompressionsstrumpf
mit seiner Spitze an der Fußspitze sitzt, wird das Ende 5 des Fadens 3 ergriffen und
an diesem Ende gezogen, wodurch sich die Naht 4 löst, entweder durch Herausziehen
des Fadens 4 oder durch Ausreißen der Naht 4. Hierdurch zerteilt sich die Anziehhilfe
in ihre beiden Bestandteile 1 und 2, welche ohne weiteres zu beiden Seiten des Fußes
herausgezogen werden und entsorgt werden können.
1. Anziehhilfe für Kompressionsstrümpfe, bestehend aus zwei, im wesentlichen deckungsgleichen
und etwa dreieckigen Stücken (1, 2) aus einem flexiblen, bahnartigen Material, die
aufeinander gelegt entlang eines Teils ihres gemeinsamen Randes miteinander lösbar
verbindbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß die lösbare Verbindung als mit einem Faden (3) ausgeführte Naht (4) ausgebildet
ist, wobei ein Ende (5) des Fadens (3) aus der Naht (4) herausgeführt ist.
2. Anziehhilfe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das flexible bahnartige Material eine Kunststoff-Folie ist.
3. Anziehhilfe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kunststoff-Folie als dünnwandiges Gewebe aus Polyäthylen ausgebildet ist.
4. Anziehhilfe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das flexible bahnartige Material aus einem Textilstoff besteht.
5. Anziehhilfe nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sie im wesentlichen die Form eines Sockens aufweist, wobei die Naht (4) vom
Rist (6) über die Fußspitze (7) entlang der Sohle (8) und schließlich entlang der
Rückseite (9) nach oben verläuft und der Faden (3) am oberen, hinteren Ende (10) des
Sockens mit seinem Ende (5) herausgeführt ist.
6. Anziehhilfe nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Faden (3) die Stücke (1, 2) als Kettelstich miteinander verbindet.
