[0001] Die Erfindung betrifft einen Pumptrainer zur Erhöhung der Koronardurchblutung gemäß
dem Oberbegriff des Anspruches 1.
Zum Training der Hand- und Armmuskulatur gibt es seit einiger Zeit die sogenannten
Igelbälle aus Weichplastik. Der Benutzer nimmt sie in die Hand und drückt sie zusammen.
Nach Loslassen entspannen sich die Bälle und nehmen ihre alte Form wieder an. So kann
der Benutzer -was den Trainingseffekt ausmacht- sie repetetiv hintereinander zusammendrücken
und loslassen. Neben dem Training der Fingerbeuger wird auf die Handfläche durch die
Noppen auch ein gewisser Reiz ausgeübt. Es gibt überdies Hinweise darauf, daß sich
bei diesem Training die Durchblutung der Herzkranzgefäße reflektorisch verbessert,
vor allem dann, wenn die linke Hand trainiert wird.
[0002] Die Leistungsfähigkeit des Herzmuskels und seine optimale Blutversorgung über die
Koronargefäße können nach übereinstimmender Meinung der medizinischen Fachwelt am
effektivsten durch ein Ganzkörpertraining erhalten bzw. gesteigert werden. Die empfohlenen
Sportarten -Dauerlauf, Schwimmen, Radfahren, Wandern usw.- sind jedoch zeitaufwendig
und bedürfen der ständigen (Selbst-)Motivation. Gerade Menschen, die weder Zeit noch
Lust haben zu sportlicher Betätigung, sind jedoch prädestiniert für Erkrankungen der
Koronarien, bis hin zum Infarkt.
[0003] Ein kleines "Trainingsgerät" vom Format eines Igelballs ist zwar keinesfalls ein
vollgültiger Ersatz für das körperliche Training, es kann jedoch zumindest zu einer
gezielten Verbesserung der Koronardurchblutung beitragen. Damit es vom o.g. Personenkreis
akzeptiert wird, muß es jedoch ansprechender und suggestiver gestaltet sein als die
üblichen Igelbälle.
[0004] Aus der US 3 910 572 ist ein komprimierbarer Pumpkörper bekannt, der bei einhändiger
Kompression ein Medium nach aussen fördert. Dabei setzt ihm ein Ventil Widerstand
entgegen. Ein zweites Ventil lässt in der Gegenrichtung, d.h. bei Entspannung des
Pumpkörpers, ungehindert Medium einströmen. Wenngleich mit diesem Pumpkörper ein Übungseffekt
zu erzielen ist, entfernt er sich optisch nicht viel von den o.g. Igelbällen und ähnelt
sehr dem Pumpball eines Blutdruckmessers.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Vorrichtung so weiterzubilden,
dass eine effektive Koronardurchblutung erreicht wird.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die im Kennzeichen des Hauptanspruches dazu angegebenen
Merkmale gelöst.
[0007] Als komprimierbarer Pumptrainer fungiert gemäß der Erfindung ein hohler Pumpkörper,
der in einen Kreislauf eingeschaltet ist. Ein im Pumpkörper enthaltenes Fluidmedium
wird also, wenn er zusammengedrückt wird, in den Kreislauf hinein bewegt. Dieser Bewegung
wird durch Ventile die Richtung vorgegeben:
Das Auslaßventil öffnet vom Pumpkörper in die Auslassöffnung zum Kreislauf und sperrt
den Rückstrom in den Pumpkörper, das Einlaßventil öffnet von der Einlassöffnung in
den Pumpkörper und verhindert den Rückfluß in den Kreislauf. So ergibt sich bei wiederholter
Kompression des Pumpkörpers ein Kreistransport des Fluidmediums. Die Effektivität
des Pumpvorganges und die Feinabstimmung der erforderlichen Kraftentfaltung werden
entscheidend verbessert durch Zwischenschaltung eines Flüssigkeitsspeichers aus dehnbarem
Material. Er wirkt funktionell als Antagonist zum Pumpkörper. Wird dieser komprimiert,
nimmt der Flüssigkeitsspeicher das gepumpte Volumen auf, dehnt sich dabei aus und
speichert die Energie. Bei Loslassen des Pumpkörpers schließt das Auslaßventil, der
Pumpkörper dehnt sich aus und saugt das im Flüssigkeitsspeicher gespeicherte Volumen
durch das jetzt öffnende Einlaßventil in sich hinein. Dabei kollabiert der Flüssigkeitsspeicher
wieder.
Durch Manschetten oder Spangen unterschiedlicher Elastizität, die an verschiedenen
Stellen um den Flüssigkeitsspeicher herum angelegt werden, läßt sich der Pumpwiderstand,
ggfls. in definierten Stufen, erhöhen.
[0008] Das Besondere am erfindungsgemäßen Pumptrainer ist seine Imitation des menschlichen
Herz - Kreislaufsystems. Zum Beispiel hat der Pumpkörper die Form des Herzens, die
Ausflußbahn des Kreislaufes erinnert an die gebogene Aorta mit ihren Abzweigen (Arteria
subclavia, Arteria carotis communis links und rechts) in Form kurzer Stummel, der
Flüssigkeitsspeicher kann optisch als "Kapillarsystem" erkennbar sein und die Einstrombahn
als untere Hohlvene. Wenn zusätzlich alle durchströmten Bauteile aus transparentem
Material bestehen und als Fluidmedium eine rote Flüssigkeit zirkuliert, ist das Sinnbild
für das, was auch trainiert werden soll, komplett.
[0009] Die suggestive Komponente ist bei der Zielgruppe für dieses Produkt wichtig, denn
die Menschen absolvieren das Training dann am ehesten, wenn sein Sinn und Zweck unmittelbar
vor Augen geführt wird.
Damit der Benutzer aber auch sieht, daß sich durch sein Training etwas "bewegt", ist
eine Durchflußanzeige vorgesehen, die in ihrer einfachsten Form ein Fächerrad sein
kann, das sich bei Fluß des Fluidmediums geschwindigkeitsabhängig dreht. Sie könnte
aber auch als elektronisches Bauteil mit nachgeordneter Speichereinheit ausgebildet
sein, wo neben dem kumulierten Volumenstrom in Beziehung zur Zeiteinheit auch die
entwickelte Kraftentfaltung gemessen, registriert, aufbereitet und in einem Display
angezeigt wird. So ist es möglich, die verrichtete Tages- oder Wochenarbeit abzurufen.
Auch das ist psychologisch wichtig: jeder Mensch möchte gerne auf seine Leistung zurückblicken
und freut sich, wenn sie zunimmt.
[0010] Zum anderen ist der Pumptrainer aber auch als "Objekt" mit ansprechendem Design auf
dem Schreibtisch des Anwenders gedacht. Bei Verwendung wertvoller Materialien -z.B.
Glas, Edelstahl, Chrom, Vergoldung usw.- kann das Gerät einen hohen Prestigewert besitzen.
[0011] Der leichten und jederzeit möglichen Bedienung des Pumptrainers kommt entgegen, wenn
er in einem Stativ gehaltert ist. Beispielsweise kann er am Zenith eines Bügels pendelnd
aufgehängt sein. Dabei sollten der Ringschlauch des Kreislaufes und der Bügel soweit
voneinander entfernt sein, daß eine freie Drehung des Pumptrainers möglich ist.
Auch sollte der Abstand zwischen Pumpkörper und Ringschlauch den bequemen Durchgriff
der Hand ermöglichen.
[0012] In der Zeichnung wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher erläutert.
Fig. 1 zeigt eine Seitenansicht des erfindungsgemäßen Pumptrainers mit herzförmigem Pumpkörper
1 und an diesem angeschlossenen Kreislauf 2. Dieser besteht aus einem Ringschlauch
2a, der im Bereich der Auslassöffnung 2b wie der "Aortenbogen" aussieht und im Bereich
der Einlassöffnung 2c wie die "Untere Hohlvene". Eingeschaltet in den Kreislauf 2
ist zunächst eine Durchflußanzeige 2e, in diesem Beispiel ein Fächerrad, das sich
bei Fluß des Fluidmediums sichtbar dreht. Ferner ist eingeschaltet ein Flüssigkeitsspeicher
2d aus elastischem Material, der in der "Systole" Pumpenergie / Pumpvolumen speichert,
indem er sich ausdehnt, und dann in der "Diastole" wieder abgibt.
[0013] Gesteuert wird der Volumenstrom, wie in
Fig. 2 erkennbar, durch das Auslaßventil 1b, in Richtung Auslassöffnung 2b öffnend, und
das Einlaßventil 1c, aus Richtung Einlassöffnung 2c in den Pumpkörper 1 öffnend. Beide
können z.B. Lippenventile sein.
Die Wandung des Pumpkörpers 1 ist im hinteren Anteil geschwächt und verfügt über Griffmulden
1a. Dadurch wird der Pumpvorgang harmonisch und angenehm für die Hand.
[0014] Wie der Trainer angewendet wird, geht aus
Fig. 3 hervor. Die linke Hand umfaßt den Pumpkörper 1 und preßt ihn periodisch zusammen.
[0015] Wenn Pumpkörper 1 / Kreislauf 2 aus zwar flexiblem, aber selbsttragend-formbeständigem
Material hergestellt sind, können sie auch in einem Stativ 3 gehaltert sein. Im gezeigten
Beispiel ist dies ein Bügel mit Grundplatte, an dessen Zenith der Pumptrainer pendelnd
aufgehängt ist. Dabei ist darauf geachtet, daß die Hand genügend Durchgriffsfreiheit
hat.
Zeichnungslegende:
[0016]
- 1
- Pumpkörper
- 1a
- Griffmulden
- 1b
- Auslassventil
- 1c
- Einlassventil
- 2
- Kreislauf
- 2a
- Ringschlauch
- 2b
- Auslassöffnung
- 2c
- Einlassöffnung
- 2d
- Flüssigkeitsspeicher
- 2e
- Durchflussanzeige
- 2f
- Pumpschlauch
- 2g
- Hohlkörper
- 3
- Stativ
- 4
- Hand
- 5
- Puppe
- 6
- Pumpkörperhalter
1. Pumptrainer mit einem hohlen einhändig komprimierbaren Pumpkörper, der eine Einlass-
und eine Auslassöffnung für ein Medium aufweist und bei dem im Bereich der Einlassöffnung
ein nach aussen schließendes Rückschlagventil angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass im Bereich der Auslassöffnung (2b) ein nach innen schließendes Rückschlagventil
(1b) angeordnet ist,
dass die Einlass- und die Auslassöffnung (2c / 2b) durch einen Ringschlauch (2a) verbunden
sind,
dass in den Ringschlauch (2a) ein Flüssigkeitsspeicher (2d) eingeschaltet ist, der
sich beim Zusammendrücken des Pumpenkörpers (1) ausdehnt/spannt und beim Loslassen
desselben entspannt,
dass das Medium eine Flüssigkeit ist.
2. Pumptrainer nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass seine Bauteile schon optisch eine suggestive Beziehung zum menschlichen Herz
- Kreislaufsystem herstellen, indem
- der Pumpkörper (1) die Form eines menschlichen Herzens hat,
- die Ausstrombahn (2b) angedeutete Abzweige nach oben besitzt und somit dem Aortenbogen
ähnelt,
- der Flüssigkeitsspeicher (2d) die Auffächerung des Kreislaufes (2) in ein Kapillarnetz
imitiert und
- die Einstrombahn (2c) wie eine Untere Hohlvene aussieht.
3. Pumptrainer nach einem der Ansprüche 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass alle seine Bauteile aus optisch transparentem Material gefertigt sind und
dass als Fluidmedium eine rote Flüssigkeit mit Flitterteilchen Verwendung findet.
4. Pumptrainer nach einem der Ansprüche 1 - 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass in den Kreislauf (2) eine Durchflussanzeige (2e) eingeschaltet ist, die die Pumpaktionen
registriert und sichtbar macht.
5. Pumptrainer nach einem der Ansprüche 1 - 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Durchflussanzeige (2e) als Zählwerk mit Display für die Pumpaktionen ausgebildet
ist.
6. Pumptrainer nach einem der Ansprüche 1 - 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass an das digitale Zählwerk eine Speichereinheit angeschlossen ist, aus der die
kumulierten Pumpaktionen und die Tagesleistung abgerufen und auf dem Display angezeigt
werden.
7. Pumptrainer nach einem der Ansprüche 1 - 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass in der Speichereinheit über die Messung des Volumenstromes und des Druckes im
Ringschlauch (2a) sowie der aufgewendeten Zeit die gesamte verrichtete Arbeit ermittelt
wird.
8. Pumptrainer nach einem der Ansprüche 1 - 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass er mittels Stativ (3) gehaltert wird.
9. Pumptrainer nach einem der Anspüche 1 - 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Stativ aus Grundplatte und Bügel besteht, an dessen Zenith der Pumptrainer
pendelnd aufgehängt ist.
10. Pumptrainer nach einem der Ansprüche 1 - 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Pumpkörper (1) zumindest an seiner Hinter- / Unterfläche eine schwächere
Wandstärke besitzt als in den übrigen Bereichen.
11. Pumptrainer nach einem der Ansprüche 1 - 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Pumpkörper (1) über anatomisch angeordnete Griffmulden (1a) verfügt.
12. Pumptrainer nach einem der Ansprüche 1 - 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die zur Kompression des Pumpkörpers (1) erforderliche Kraft durch Manschetten,
die über den Flüssigkeitsspeicher (2d) geschoben werden und diesen partiell an der
Ausdehnung hindern, stufenweise gesteigert werden kann.
13. Pumptrainer nach einem der Ansprüche 1 - 12,
dadurch gekennnzeichnet,
dass in Kreislauf (2) eine regelbare Drossel eingebaut ist, die den Durchfluss- und
damit den Pumpwiderstand erhöht.