[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum steigenden Gießen in Sand-Gießformen mit
flüssigem Metall in einer Gießvorrichtung, indem das in einem Tiegel befindliche flüssige
Metall von unterhalb in die zugeordnete auf einer Transportplatte angeordnete Gießform,
die in einen Oberkasten und einen Unterkasten unterteilt ist, über ein Steigrohr zugeführt
wird, wobei das Steigrohr an eine hierfür vorgesehene durchgehende Ausnehmung in der
Transportplatte von unten angesetzt wird und der an seiner Unterseite wenigstens eine
Zuströmöffnung für das schmelzflüssige Metall aufweisende Unterkasten von oben mit
der Zuströmöffnung auf der Ausnehmung plaziert wird, sowie eine Vorrichtung zur Durchführung
des Verfahrens.
[0002] Zur Erzeugung von Gußteilen werden in Gießereien überwiegend zweiteilige Sand-Gießformen
verwendet, deren Formhohlräume mit flüssigem Metall gefüllt werden. Um Lunker zu vermeiden,
die durch die Volumenverringerung beim Abkühlen des Metalls entstehen können, werden
in den Oberkasten Öffnungen mit großem Querschnitt, sogenannte Speiser, vorgesehen,
die beim Abgießen der Form mit flüssigem Metall gefüllt werden, aus denen das Gußteil
während der Abkühlung flüssiges Metall absaugen kann und um die Schrumpfungen beim
Erstarren der Schmelze ausgleichen, so daß ein möglichst homogenes Gußgefüge entsteht.
[0003] Diese Speiser haben oft ein größeres Volumen als das eigentliche Gußstück, weil der
Inhalt des Speisers länger flüssig bleiben muß als der des Gußstücks, um eine einwandfreie
Speisung zu erreichen.
[0004] Besonders bei Aluminium und dessen Legierungen ist es erforderlich Speiser vorzusehen,
da diese Metalle bei der Erstarrung besonders stark schrumpfen. Von Nachteil bei dieser
Arbeitsweise ist, daß viel mehr flüssiges Metall zur Verfügung gestellt werden muß,
als für das eigentliche Gußstück nötig wäre.
[0005] Um diesen Nachteil zu vermeiden, ist aus der DE-OS 20 56 243 ein Verfahren der eingangs
genannten Art bekannt, bei dem die Formen von unten gefüllt werden. Das flüssige Metall
wird aus einem beheizten Behälter in die Form gedrückt. Die Verbindung zwischen Behälter
und Form ersetzt den Speiser. Der Druck des flüssigen Materials entsteht hierbei durch
Kippen des Behälters, so daß der Schmelzenspiegel im Behälter höher ist als die Gießform,
und wird solange aufrechterhalten bis das Gußstück erstarrt ist, was einige Zeit dauert
und somit die Leistung beeinflußt.
[0006] Allerdings hat sich dieses Verfahren bisher nur bei der Herstellung von Gußstücken
in metallischen Dauerformen (Kokillen) und chemisch gebundenen Sanden durchgesetzt,
während bei der Herstellung von Gußstücken in Sand-Gießformen noch keine zufriedenstellende
Lösung gefunden werden konnte.
[0007] Dauerformen aus Metall sind teuer, ebenso auch die aus chemisch gebundenen Sanden
infolge der hohen Kosten, die aus der Wiederaufbereitung des Sandes entstehen. Demgegenüber
sind Sand-Gießformen auch in großen Stückzahlen billig zu produzieren und die Wiederaufbereitung
des Sandes ist einfach und umweltfreundlich durchzuführen.
[0008] Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es Aufgabe der Erfindung, ein möglichst
einfach und kostengünstiges Verfahren zum steigenden Gießen in Sand-Gießformen mit
flüssigem Metall anzugeben sowie eine und eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens,
um so die teuren Speiser zu vermeiden, gleichzeitig aber die hohen Leistungszahlen
zu erreichen, die bei modernen Formanlagen möglich sind.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale der Patentansprüche
1 und 4 gelöst. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Verbesserungen der Erfindung
sind in den Unteransprüchen behandelt.
[0010] Demgemäß zeichnet sich das erfindungsgemäße Verfahren dadurch aus, daß nach Einsetzen
in die Gießvorrichtung die Transportplatte abgesenkt wird, daß die auf der Transportplatte
befindliche Gießform gegen Aufschwimmen des Oberkastens mittels Haltemitteln gesichert
wird, daß das Steigrohr an die in der Transportplatte hierfür vorgesehene Ausnehmung
dicht anschließt, daß hiernach das flüssige Metall aus dem Tiegel über das Steigrohr
in die Gießform gepreßt wird und daß nach dem Füllen der Gießform die Transportplatte
wider auf das Ausgangsniveau angehoben wird.
[0011] Entsprechend einer vorteilhaften Weiterbildung des Verfahrens kann vorgesehen sein,
daß nach Anliegen des Steigrohres an der Ausnehmung in der Transportplatte der Tiegel
mit Druckluft beaufschlagt wird und daß der hierdurch erzeugte Innendruck das flüssige
Metall aus dem Tiegel über das Steigrohr in die Gießform treibt.
[0012] Eine weitere günstige Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht vor, daß
nach Anliegen des Steigrohres an der Ausnehmung in der Transportplatte die Gießform
mit einer Haube abgedichtet wird und mit Unterdruck beaufschlagt wird.
[0013] Auf diese einfache Weise, bei der die mechanische Beanspruchung der Sand-Gießformen
vergleichsweise gering sind, ist eine kontinuierliche Gießfolge bei hoher Gußqualität
möglich, ohne daß es der sonst unvermeidlichen Speiser bedarf.
[0014] Eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens weist eine Gießvorrichtung
auf, welche das flüssige Metall in einem Tiegel aufnimmt und mit wenigstens einem
Steigrohr versehen ist, durch welches das flüssige Metall von unterhalb in die zugeordnete
Gießform gelangt, welche Gießform von einem Oberkasten und einem Unterkasten gebildet
ist, die eine horizontal ausgerichtete Trennfuge aufweisen, und auf einer Transportplatte
angeordnet ist, welcher Unterkasten an seiner Unterseite wenigstens eine Zuströmöffnung
für das schmelzflüssige Metall aufweist, wobei jede Zuströmöffnung mit einer in der
Transportplatte hierfür vorgesehenen durchgehenden Ausnehmung zusammenarbeitet und
die Gießvorrichtung zur Befüllung der Gießform mit wenigstens einem Steigrohr an die
durchgehende Ausnehmung ansetzbar ist.
[0015] Zur Durchführung des Verfahrens weist die erfindungsgemäße Gießvorrichtung ein Traggerüst
auf, welches die Transportplatte mit der Gießform aufnimmt. An dem Traggerüst ist
unterhalb der Transportplatte ein Schmelztiegel mit dem Steigrohr angeordnet. Ferner
sind Haltemittel vorgesehen, welche die Gießform fixieren.
[0016] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform kann es vorteilhaft sein, daß oberhalb der
Transportplatte eine Traverse angeordnet ist, an welcher eine Druckplatte geführt
ist, welche ein Aufschwimmen des Oberkastens der Gießform verhindert.
[0017] Hiermit ist gewährleistet, daß beim Befüllen der Gießform einerseits die Gießform
unversehrt bleibt und daß andererseits die geteilte Gießform nicht aufklafft infolge
des hydrostatischen Drucks der Metallschmelze.
[0018] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind die
durchgehenden Ausnehmungen einer jeden Transportplatte mit auswechselbaren Buchsen
versehen, welche mit dem daran angesetzten Steigrohr der Gießvorrichtung eine Abdichtung
bilden. Vorteilhafterweise sind die Buchsen mit abdichtenden Elementen versehen, wie
Dichtkanten oder Dichtlippen.
[0019] Um eine optimale Anpassung der Transportplatte an das Steigrohr der Gießvorrichtung
zu gewährleisten, ist die Transportplatte in dem Traggerüst vertikal bewegbar, das
heißt wahlweise absenkbar und/oder anhebbar. Eine weitere Verbesserung der Erfindung
sieht vor, daß die Gießvorrichtung mit einer Abdeckhaube ausgerüstet ist, welche die
Gießform abdichtet.
[0020] Hierbei sieht eine weitere bevorzugte Ausführungsform vor, die Abdeckhaube mit einer
Unterdruckeinrichtung zu verbinden, mittels welcher auf die Gießform ein Unterdruck
übertragbar ist. Hierbei ist es vorteilhaft, daß die Druckplatte mit Durchgangsöffnungen
versehen ist.
[0021] Um die mechanischen Beanspruchungen der Gießform möglichst gering zu halten sind
gemäß einer weiteren günstigen Ausgestaltung an der Gießvorrichtung Druckfedern vorgesehen
sind, welche die Transportplatte federnd aufnehmen.
[0022] Um eine kontinuierliche Befüllung der Gießformen mit dem flüssigen Metall zu gewährleisten,
ist die Gießvorrichtung mit einer Drucklufteinrichtung, zum Beispiel Kompressor oder
Druckflasche, verbunden, welche Druckluft zur Beaufschlagung des Schmelztiegels bereitstellt,
um das schmelzflüssige Metall über das Steigrohr in die Gießform zu fördern. Hierbei
erweist es sich als vorteilhaft, daß jedes Steigrohr zu etwa ≤ der Tiegelhöhe in den
Tiegel eintaucht.
[0023] Diese und weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Verbesserungen der Erfindung sind
Gegenstand der Unteransprüche.
[0024] Anhand eines in der Zeichnung schematisch dargestellten Ausführungsbeispiels der
Erfindung sollen die Erfindung, vorteilhafte Ausgestaltungen und Verbesserungen der
Erfindung sowie besondere Vorteile der Erfindung näher erläutert und beschrieben werden.
[0025] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Längsschnitt durch eine erfindungsgemäße Gießvorrichtung mit einer Transportplatte
mit darauf angeordneter Gießform vor dem Gießen;
- Fig. 2
- einen Querschnitt durch die Anordnung gemäß Fig. 1;
- Fig. 3
- die Anordnung gemäß Fig. 1 während des Gießvorgangs im Längsschnitt;
- Fig. 4
- die Anordnung gemäß Fig. 3 im Querschnitt und
- Fig. 5
- eine Ausschnittvergrößerung der Einzelheit "A" in Fig. 4.
[0026] In Fig. 1 ist ein Längsschnitt durch eine erfindungsgemäße Gießvorrichtung 10 gezeigt,
welche in einer nicht näher dargestellten Gieß- und Formanlage angeordnet ist.
[0027] Aus dieser Gieß- und Formanlage werden Transportplatten 12, die mit je einer leeren
Sand-Gießform 14 beladen sind, der Gießvorrichtung von der linken Seite der Darstellung
in Fig. 1 auf einer aus einzelnen Rollen 16 gebildeten Rollenbahn zugeführt und nach
dem Befüllen mit Metallschmelze 18 nach rechts entsprechend dem Pfeil T abgeführt.
[0028] Jede Gießform 14 besteht aus einem Oberkasten 14.1 und einem Unterkasten 14.2, der
eine Zuführöffnung 15 für schmelzflüssiges Metall aufweist. Der Unterkasten 14.2 ist
dabei so auf die Transportplatte 12 aufgesetzt, daß er mit seiner Zuführöffnung 15
oberhalb einer hiermit korrespondierenden Ausnehmung 13 in der Transportplatte 12
aufliegt, durch welche die Metallschmelze 18 beim Befüllen strömt.
[0029] Die Metallschmelze 18 befindet sich in einem Tiegel 20, der unterhalb der in der
Gießvorrichtung 10 befindlichen Transportplatte 12 angeordnet ist. In dem Tiegel ist
ein Steigrohr 22 eingesetzt, das zu etwa ≤ der Höhe des Tiegels 20 in diesen eintaucht.
[0030] Die Gießvorrichtung 10 umfaßt eine Aufhängung 19, in welcher vorzugsweise der Tiegel
20 gehalten ist, ein Gerüst 24, das sich nach oben erstreckt und die auf der Transportplatte
12 zugeführte Gießform 14 überragt, sowie eine mit Federn 26 versehene, hier nicht
im einzelnen dargestellte Hebe- und Absenkvorrichtung für die in der Gießvorrichtung
befindliche Transportplatte 12, die ebenfalls mit einem Abschnitt der zuvor erwähnten
Rollenbahn ausgestattet ist.
[0031] Das Gerüst 24 ist mit einer Preßvorrichtung 28 versehen, welche eine Druckplatte
30 sowie eine Abdeckhaube 32 auf die darunter befindliche Gießform 14 absenkt und
so die Gießform 14 örtlich fixiert, damit deren Oberkasten 14.1 beim Befüllen mit
Metallschmelze 18 nicht aufschwimmt und dadurch den Gießvorgang beziehungsweise die
Herstellung des gewünschten Gußstücks 17 verhindert.
[0032] Zusätzlich ist im gezeigten Beispiel die Gießform 14 abdichtende Abdeckhaube 32 mit
einer nicht gezeigten Unterdruckeinrichtung verbunden, welche unter der AbDeckhaube
32 einen Unterdruck einstellt, der entsprechend Pfeil U erzeugt wird.
[0033] In Fig. 2 ist die Anordnung gemäß Fig. 1 in einer um 90° geschwenkten Schnittdarstellung
gezeigt. Beide Darstellungen zeigen die mit der leeren Gießform 14 der Gießvorrichtung
10 zugeführte Transportplatte 12 vor dem Befüllen mit Metallschmelze 18.
[0034] In den Fig. 3 und 4 ist jeweils die gleiche Anordnung gemäß den Fig. 1 und 2 gezeigt
während des Befüllens mit Metallschmelze 18. Zu diesem Zweck ist die in der Gießvorrichtung
befindliche Transportplatte 12 ein wenig abgesenkt, so daß das obere Ende des Steigrohres
unmittelbar an der Ausnehmung 13 in der Transportplatte 12 anliegt.
[0035] Entsprechend der Erfindung ist diese Ausnehmung 13 mit einer in Fig. 5 in größerem
Maßstab gezeigten auswechselbaren Speisebuchse 13.1 versehen, welche auf der dem Steigrohr
22 zugewandten Seite mit einer Dichtung 23 versehen ist. Sobald infolge Verschleiß
die Dichtheit nicht mehr gewährleistet ist, wird die Speisebuchse 13.1 ausgewechselt.
[0036] Zum Befüllen der Gießform wird in einen an der Halterung 19 angeformten Stutzen 21
aus einer nicht gezeigten Druckluftquelle, zum Beispiel Druckspeicher, Kompressor
oder Druckluftflasche, Druckluft P zugeführt, welche die Schmelzenoberfläche 18 in
dem Tiegel 20 beaufschlagt und so über das Steigrohr 22 in die Gießform 14 preßt,
wo die Metallschmelze 18 zum Gußstück 17 erstarrt.
[0037] Die Handhabung der erfindungsgemäßen Gießvorrichtung ist nachstehend unter Bezugnahme
auf die Fig. erläutert.
[0038] Jede Gießvorrichtung 10 nach Fig. 1 bis 4 dient dazu, die Gießform 14 von unten unter
Druck mit flüssigem Metall zu füllen. Das flüssige Metall befindet sich in dem beheizbaren
Tiegel 20, der über eine verschließbare Öffnung nachgefüllt werden kann. Die gießbaren
Formen 14 werden auf den Transportplatten 12 der Gießvorrichtung 10 zugeführt. Die
Transportplatten sind 12 an der Stelle 13, wo sich die Einfüllöffnung 15 der Form
befindet, mit auswechselbaren Buchsen 13.1 ausgestattet. Die Buchsen 13.1 haben Dichtkanten
oder Dichtlippen 23, damit eine leckfreie Verbindung zwischen der Form 14 und dem
Tiegel 20 hergestellt werden kann. Oberhalb der Form 14 befinden sich die absenkbare
Druckplatte und die Haube 32, welche die Form 14 vor dem Gießen nach unten gegen das
Steigrohr 22 der Gießvorrichtung 10 drücken.
[0039] Dadurch bilden Steigrohr 22, Buchse 13.1 und Einfüllöffnung 15 in der Form 14 einen
durchgehenden Kanal, durch den das flüssige Material 18 in die Form 14 gelangen kann.
Innerhalb der Haube 32 ist die Druckplatte 30 als Lochplatte ausgebildet, die gegen
die Formoberfläche gedrückt werden kann, damit das Formoberteil 14.1 nicht angehoben
wird, auch wenn das flüssige Metall 18 mit höherem Druck in die Form 14 gelangt. Zur
Unterstützung des Füllvorgangs und zur Verringerung der Abkühlungszeit wird die Haube
32 an eine Vakuumpumpe angeschlossen.
[0040] Die Rollenbahn im Bereich der Gießvorrichtung 10 ist mit Federn 26 federnd gelagert,
damit die auf der Transportplatte 12 liegende Form 14 durch den Druck der Haube 32
nach unten ausweichen kann, wodurch der Kontakt zwischen Buchse 13.1 und Steigrohr
22 hergestellt wird.
[0041] Nachdem eine durchgehende Verbindung zwischen der Form 14 und dem Tiegel 20 der Gießvorrichtung
10 hergestellt ist, wird die Druckluftzufuhr 21 zum Tiegel 20 geöffnet. Die Druckluft
wirkt auf die Oberfläche des Metallbades 18 und drückt das flüssige Metall in die
Form 14. Der Druck wird solange aufrechterhalten bis die Form 14 vollständig zu einem
Gußstück 17 erstarrt und der Schrumpfungsprozess beendet ist.
Bezugszeichenliste
[0042]
- 10
- Gießvorrichtung
- 12
- Transportplatte
- 13
- Ausnehmung
- 13.1
- Speisebuchse
- 14
- Gießform
- 14.1
- Oberkasten
- 14.2
- Unterkasten
- 15
- Zuführöffnung
- 16
- Rolle
- 17
- Gußstück
- 18
- Metallschmelze
- 19
- Halterung
- 20
- Tiegel
- 21
- Stutzen für Druckluft
- 22
- Steigrohr
- 23
- Dichtung
- 24
- Gerüst
- 26
- Feder
- 28
- Preßvorrichtung
- 30
- Druckplatte
- 32
- Abdeckhaube
1. Verfahren zum steigenden Gießen in Sand-Gießformen (14) mit flüssigem Metall (18)
in einer Gießvorrichtung (10), indem das in einem Tiegel (20) befindliche flüssige
Metall (18) von unterhalb in die zugeordnete, auf einer Transportplatte (12) angeordnete
Gießform (14), die in einen Oberkasten (14.1) und einen Unterkasten (14.2) unterteilt
ist, über ein Steigrohr (22) zugeführt wird, wobei das Steigrohr (22) an eine hierfür
vorgesehene durchgehende Ausnehmung (13) in der Transportplatte (12) von unten angesetzt
wird und der an seiner Unterseite wenigstens eine Zuströmöffnung (15) für das schmelzflüssige
Metall (18) aufweisende Unterkasten (14.2) von oben mit der Zuströmöffnung (15) auf
der Ausnehmung (13) plaziert wird,
dadurch gekennzeichnet, daß
nach Einsetzen in die Gießvorrichtung (10) die Transportplatte (12) abgesenkt wird,
daß die auf der Transportplatte (12) befindliche Gießform (14) gegen Aufschwimmen
des Oberkastens (14.1) mittels Haltemitteln (28, 30, 32) gesichert wird, daß das Steigrohr
(22) an die in der Transportplatte (12) hierfür vorgesehene Ausnehmung (13) dicht
anschließt, daß hiernach das flüssige Metall (18) aus dem Tiegel (20) über das Steigrohr
(22) in die Gießform (14) gepreßt wird und daß nach dem Füllen der Gießform (14) die
Transportplatte (12) wieder auf das Ausgangsniveau angehoben wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß nach Anliegen des Steigrohres
(22) an der Ausnehmung (13) in der Transportplatte (12) der Tiegel (20) mit Druckluft
beaufschlagt wird und daß der hierdurch erzeugte Innendruck das flüssige Metall (18)
aus dem Tiegel (20) über das Steigrohr (22) in die Gießform (14) treibt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß nach Anliegen des Steigrohres
(22) an der Ausnehmung (13) in der Transportplatte (12) die Gießform (14) mit einer
Haube (32) abgedichtet wird und mit Unterdruck beaufschlagt wird.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorherigen Ansprüche mit
einer Gießvorrichtung (10), welche das flüssige Metall (18) in einem Tiegel (20) aufnimmt
und mit wenigstens einem Steigrohr (22) versehen ist, durch welches das flüssige Metall
(18) von unterhalb in die zugeordnete Gießform (14) gelangt, welche Gießform (14)
von einem Oberkasten (14.1) und einem Unterkasten (14.2) gebildet ist, die eine horizontal
ausgerichtete Trennfuge aufweisen, und auf einer Transportplatte (12) angeordnet ist,
welcher Unterkasten (14.2) an seiner Unterseite wenigstens eine Zuströmöffnung (15)
für das schmelzflüssige Metall (18) aufweist, wobei jede Zuströmöffnung (15) mit einer
in der Transportplatte (12) hierfür vorgesehenen durchgehenden Ausnehmung (13) zusammenarbeitet
und die Gießvorrichtung zur Befüllung der Gießform (14) mit wenigstens einem Steigrohr
(22) an die durchgehende Ausnehmung (13) ansetzbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß
die Gießvorrichtung (10) ein Traggerüst (24) aufweist, welches die Transportplatte
(12) mit der Gießform (14) aufnimmt, daß an das Traggerüst (24) unterhalb der Transportplatte
(12) ein Tiegel (20) angeordnet ist und daß Haltemittel (28, 30, 32) vorgesehen sind,
welche die Gießform (14) fixieren.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die durchgehenden Ausnehmungen
(13) einer jeden Transportplatte (12) mit auswechselbaren Buchsen (13.1) versehen
sind, welche mit dem daran angesetzten Steigrohr (22) der Gießvorrichtung (10) eine
Abdichtung bilden.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Transportplatte
(12) in dem Traggerüst (24) absenkbar und/oder anhebbar ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Gießvorrichtung
(10) mit einer Abdeckhaube (32) ausgerüstet ist, welche die Gießform (14) abdichtet.
8. Vorrichtung Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckhaube (32) mit einer
Unterdruckeinrichtung zusammenarbeitet, welche auf die Gießform (14) einen Unterdruck
überträgt.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß oberhalb
der Transportplatte (12) eine Traverse angeordnet ist, an welcher eine Druckplatte
(30) geführt ist, welche ein Aufschwimmen des Oberkastens (14.1) der Gießform (14)
verhindert.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckplatte (30) mit
Durchgangsöffnungen versehen ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß an der
Gießvorrichtung (10) Druckfedern (26) vorgesehen sind, welche die Transportplatte
(12) federnd aufnehmen.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Steigrohr
(22) zu etwa 3/4 der Tiegelhöhe in den Tiegel (20) eintaucht.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Gießvorrichtung
(10) mit einer Drucklufteinrichtung, zum Beispiel Kompressor oder Druckflasche, verbunden
ist, welche Druckluft zur Beaufschlagung des Tiegels (20) bereitstellt, um das schmelzflüssige
Metall (18) über das Steigrohr (22) in die Gießform (14) zu fördern.