[0001] Die Erfindung betrifft eine Wendeeinrichtung für Formkästen insbesondere für den
Einsatz in Transportlinien automatischer Form- und Gießanlagen, auf welchen die Formkästen
verschiebbar sind, um zu den einzelnen Arbeitsstationen gebracht zu werden, wobei
die Wendeeinrichtung so ausgelegt ist, daß diese die Aufnahme eines oder mehrerer
Formkästen zuläßt, mit einer ersten Aufnahmeeinrichtung, die den bzw. die Formkästen
jeweils auf zwei in Transportrichtung gesehenen gegenüberliegenden Seiten derart ergreift
bzw. ergreifen, daß der bzw. die Formkästen beim Wenden um seine bzw. ihre Längsachsen
in jeder Lage sicher gehalten ist bzw. sind, andererseits auch ohne Wenden durch die
Wendeeinrichtung durchschiebbar ist bzw. sind und mit einem Antrieb für die Wendeeinrichtung.
[0002] Wendeeinrichtungen der vorstehend genannten Art sind bekannt und werden überwiegend
in automatischen Gießanlagen eingesetzt und zwar zum einen, um liegend geformte Formkastenhälften
mit ihrer Formfläche nach unten bzw. nach oben zu wenden, um ggfs. Einfülltrichter,
Speiser freizulegen oder um Kerne in die Formkastenhälfte einzulegen. Im Anschluß
daran muß zumindest eine Formkastenhälfte wieder um 180 Grad gewendet werden, damit
die Formkastenhälften richtig aufeinander gelegt werden können. Diese bekannten Wendeeinrichtungen
verbinden Transportlinien gleicher Breite, die lediglich von der Wendeeinrichtung
unterbrochen werden. Hierbei ist es möglich, einzelne oder mehrere Formkastenhälften
um 180 Grad zu wenden, ohne daß diese aus der Transportlinie herausgenommen zu werden
brauchen.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Wendeeinrichtung der eingangs genannten
Art so auszubilden, daß es möglich ist, Formkästen nicht nur um 180 Grad zu wenden,
sondern auch aus einer liegenden in eine stehende Transportstellung und umgekehrt
zu überführen.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Wendeeinrichtung ein zweites
Parallel zum ersten Haltemittel verlaufendes, jedoch um 90 Grad zum ersten Haltemittel
versetzt, angeordnetes Haltemittel aufweist, welches synchron mit dem ersten Haltemittel
angetrieben ist.
[0005] Durch die erfindungsgemäße Ausbildung der Wendeeinrichtung ist es nunmehr auch möglich
geworden, die Formkästen nicht nur um 180 Grad, sondern lediglich um 90 Grad zu wenden,
so daß diese aus einer liegenden Position in eine stehende Position überführt werden
können. Eine erfindungsgemäße Wendeeinrichtung verbindet somit Transportlinien unterschiedlicher
Transportbreiten, was den Vorteil mit sich bringt, daß die Formkästen in herkömmlicher
Art und Weise horizontal liegend geformt werden können, wobei in dieser Lage gleichzeitig
auch die Kerne eingesetzt werden und daß anschließend, nach dem Zusammenfügen der
Formkastenhälften, der Formkasten insgesamt um 90 Grad durch die erfindungsgemäße
Wendeeinrichtung gedreht wird, so daß dieser stehend weitertransportiert und auch
in dieser Lage abgegossen werden kann. Das stehende Abgießen von Formkästen bietet
Vorteile, insbesondere die, daß in die Sandform des Formkastens der Speiser wie auch
der Eingießtrichter mit eingeformt und die Kernentlüftung unmittelbar nach außen erfolgen
kann.
[0006] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist im folgenden anhand der Zeichnung näher
beschrieben. In dieser zeigen
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Wendeeinrichtung in perspektivischer Ansicht und
- Fig. 2
- eine Stirnansicht auf die Wendeeinrichtung nach Fig. 1.
[0007] Die in der Fig. 1 dargestellte erfindungsgemäße Wendeeinrichtung 1 verbindet eine
Rollenbahn 2, die für den liegenden Transport der Formkästen 3 bestimmt ist mit einer
Rollenbahn 4, die für den stehenden Transport der Formkästen 3 dient.
[0008] Die Wendeeinrichtung verbindet die beiden Rollenbahnen 2 und 4, wobei die Wendeeinrichtung
aus einem Drehkranz 5 besteht, der mit Aufnahmeeinrichtungen 6 bis 9 versehen ist.
Die Aufnahmeeinrichtungen 6 bis 9 werden jeweils von einer Platte 10 gebildet, an
der Rollen 11,12 mit Abstand zueinander angebracht sind. Der Abstand der Rollen 11,12
entspricht dem Abstand der Aufnahmeleisten am Formkasten 3.
[0009] Der Formkasten 3 läuft also beispielsweise von der Rollenbahn 2 in die Aufnahmeeinrichtungen
6,7 ein, wobei die Wendeeinrichtung 1 nicht größer ist, als es der Länge eines Formkastens
entspricht. Durch die Rollen 11,12 ist der Formkasten in allen Richtungen senkrecht
zur Transportrichtung des Formkastens festgehalten, so daß im Anschluß hieran der
Formkasten um 90 Grad gedreht werden kann. In Transportrichtung sind die Formkästen
gegeneinander gesichert, und zwar weist jeder Formkasten vier symmetrisch angeordnete
Puffer 13 auf, deren Größe so gewählt ist, daß diese auch beim Wenden des Formkastens
ständig miteinander in Kontakt bleiben.
[0010] Hierdurch ist gewährleistet, daß die Formkästen gegeneinander nicht verschoben werden
können.
[0011] Der Antrieb der Wendeeinrichtung 1 erfolgt über einen Motor 14, der entweder über
ein Zahnradgetriebe oder ein Reibradgetriebe mit dem Drehkranz 5 der Wendeeinrichtung
1 verbunden ist.
[0012] Eine erfindungsgemäß ausgebildete Wendeeinrichtung gestattet es somit, einen oder
mehrere Formkästen 3 um 90 Grad zu drehen und von einer breiteren Rollenbahn auf eine
schmalere Rollenbahn 4 zu überführen, auf der die Formkästen senkrecht transportiert
werden können. Dieser senkrechte Transport hat den Vorteil, daß die Formkästen stehend
abgegossen und ausgepackt werden können, was Vorteile im Hinblick auf die Formausbildung
hat. Eine erfindungsgemäße Wendeeinrichtung dient auch dafür, nach dem Abguß die Formkästen
wieder in eine horizontale Lage zu überführen, in der diese dann getrennt werden,
um erneut für den nächsten Zyklus vorbereitet zu werden. Die Wendeeinrichtung kann
aber die Formkästen auch um 180 Grad in bekannter Art und Weise wenden.
Bezugszeichenliste:
[0013]
- 1 -
- Wendeeinrichtung
- 2 -
- Rollenbahn
- 3 -
- Formkasten
- 4 -
- Rollenbahn
- 5 -
- Drehkranz
- 6 -
- Aufnahmeeinrichtung
- 7 -
- Aufnahmeeinrichtung
- 8 -
- Aufnahmeeinrichtung
- 9 -
- Aufnahmeeinrichtung
- 10 -
- Platte
- 11 -
- Rollen
- 12 -
- Rollen
- 13 -
- Puffer
- 14 -
- Motor
1. Wendeeinrichtung (1) für Formkästen (3) insbesondere für den Einsatz in Transportlinien
(2,4) automatischer Form- und Gießanlagen, auf welchen die Formkästen (3) verschiebbar
sind, um zu den einzelnen Arbeitsstationen gebracht zu werden, wobei die Wendeeinrichtung
(1) so ausgelegt ist, daß diese die Aufnahme eines oder mehrerer Formkästen (3) zuläßt,
mit einer ersten Aufnahmeeinrichtung (6,7), die den bzw. die Formkästen (3) jeweils
auf zwei in Transportrichtung gesehenen gegenüberliegenden Seiten derart ergreift
bzw. ergreifen, daß der bzw. die Formkästen (3) beim Wenden um seine bzw. ihre Längsachsen
in jeder Lage sicher gehalten ist bzw. sind, andererseits auch ohne Wenden durch die
Wendeeinrichtung (1) durchschiebbar ist bzw. sind und mit einem Antrieb für die Wendeeinrichtung,
dadurch gekennzeichnet, daß die Wendeeinrichtung (1) eine zweite parallel zur ersten Aufnahmeeinrichtung (6,7)
verlaufende, jedoch um 90 Grad zur ersten Aufnahmeeinrichtung (6,7) versetzt angeordnete
zweite Aufnahmeeinrichtung (8,9) aufweist, welche synchron mit der ersten Aufnahmeeinrichtung
(6,7) angetrieben ist.
2. Wendeeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufnahmeeinrichtung
(6 bis 9) an einem Drehkranz (5) befestigt sind, welcher mit dem Antrieb (14) betriebsverbunden
ist.
3. Wendeeinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Drehkranz (5) auf
mindestens zwei mit Abstand zueinander angeordneten Rollen (11,12) ruht und daß der
Drehkranz (5) über eine dritte Rolle angetrieben ist.
4. Wendeeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Wendeeinrichtung zwei Transportlinien unterschiedlicher Breite miteinander verbinden,
wobei die eine Transportlinie den Formkasten (3) liegend und die andere Transportlinien
den Formkasten (3) stehend transportiert.