[0001] Die Erfindung betrifft einen Schüttgutverladewagen mit einem ein Bodenförderband
und einen Tragrahmen aufweisenden Speicherkasten, der sich auf einem Fahrgestellrahmen
mit jeweils endseitig angeordneten Schienenfahrwerken abstützt, wobei einem Abwurfende
des Bodenförderbandes ein im Winkel zur Horizontalen angeordnetes Übergabeförderband
zugeordnet ist.
[0002] Derartige Schüttgutverladewagen sind bereits aus verschiedenen Veröffentlichungen
bekannt geworden. So beschreibt z.B. die US 5 219 262 einen Verladewagen mit einem
langgestreckten, flachen Fahrgestellrahmen, der über endseitig angeordnete Schienenfahrwerke
auf einem Gleis verfahrbar ist. Ein einen Tragrahmen aufweisender Speicherkasten ist
anhand von Stützen auf dem Fahrgestellrahmen montiert und beinhaltet ein in Wagenlängsrichtung
verlaufendes Bodenförderband, an dessen Abwurfende sich ein Übergabeförderband anschließt.
Dieses kragt im Winkel zur Horizontalen nach oben geneigt über ein Ende des Fahrgestellrahmens
vor. Bei Aneinanderkuppelung mehrerer solcher Wagen bilden die einander derartig endseitig
überlappenden Boden- und Übergabeförderbänder eine durchgehende Förderbandstraße zum
Durchtransport von Schüttgut längs des gesamten Zugsverbandes oder wahlweise zum Befüllen
der einzelnen Speicherkästen. Die Speicherkapazität dieser Verladewagen hängt unter
anderem von den zulässigen Achslasten ab.
[0003] Aus der DE 31 47 018 A1 ist weiters ein Verladewagen bekannt, der zum Transportieren
von Erz im Bergbau Verwendung findet. Dieser - in Fig. 7 der Patentschrift dargestellte
- Verladewagen ist mit einem langgestreckten, eine hohe Speicherkapazität aufweisenden
Speicherkasten ausgestattet, der auf einem Tragrahmen befestigt und mit diesem auf
einem Fahrgestellrahmen gelagert ist. Zur Verbesserung der Kurvengängigkeit im Untertagebau
ist der Fahrgestellrahmen aus zwei Rahmenteilen zusammengesetzt, die in Gleislängsrichtung
hintereinander angeordnet und anhand einer gelenkigen Kupplung miteinander verbunden
sind. Die voneinander distanzierten freien Enden der Rahmenteile sind jeweils auf
einem Schienenfahrwerk abgestützt.
[0004] Im Bereich der Kupplung befindet sich ein mit einem weiteren Fahrwerk versehenes,
sogenanntes Zwischenfahrzeug, auf dem die beiden Rahmenteile aufliegen. Der Tragrahmen
des Speicherkastens ist auf dem Fahrgestellrahmen jeweils im Bereich der endseitigen
Schienenfahrwerke über eine gelenkige Lagerung abgestützt, wodurch die Last des Speicherkastens
mitsamt dem darin gespeicherten Schüttgut zur Gänze auf diese endseitigen Fahrwerke
aufgebracht wird, während das mittlere Fahrwerk lediglich zur Steuerung des Fahrgestellrahmens
in Gleisbögen dient.
[0005] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht nun in der Schaffung eines Verladewagens
der genannten Art, bei dem auch bei vergrößerter Ladekapazität eine Überschreitung
der erlaubten Achshöchstlasten vermieden werden kann.
[0006] Diese Aufgabe wird mit einem Verladewagen der gattungsgemäßen Art dadurch gelöst,
daß der Fahrgestellrahmen aus einem ersten und einem zweiten, durch eine Kupplung
miteinander verbundenen Wagenrahmen zusammengesetzt und der Speicherkasten durch jeweils
eine Drehpfanne auf beiden Wagenrahmen abgestützt ist, und daß eine der Drehpfannen
relativ zum Wagenrahmen längsverschiebbar gelagert ist.
[0007] Eine derartige, aus zwei Wagenrahmen zusammengesetzte Anordnung des Fahrgestellrahmens
in Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Lagerung des Speicherkastens erlaubt es
auf einfache Weise, diesen zur vorteilhaften Vergrößerung des Ladevolumens problemlos
mit relativ großer Länge auszubilden. Durch die Verwendung von zwei - endseitig jeweils
Schienenfahrwerke aufweisenden - Wagenrahmen kann das Gesamtgewicht des Verladewagens
auf insgesamt vier Schienenfahrwerke aufgeteilt werden, wodurch sichergestellt ist,
daß die von den einzelnen Achsen auf das Gleis aufgebrachten Achs- bzw. Radsatzlasten
zuverlässig innerhalb der erlaubten, von den Bahnverwaltungen festgelegten Höchstgrenzen
liegen. Dadurch kann das Fassungsvolumen des Speicherkastens nicht nur bedeutend gesteigert
werden, es wird daneben auch übermäßiger oder ungleicher Verschleiß der Schienenfahrwerke
verhindert. Die Kurvengängigkeit des Schüttgutverladewagens wird durch die beiden
Drehpfannen und insbesondere durch die längsverschiebbare Ausbildung einer der Drehpfannen
in vollem Umfang unterstützt bzw. uneingeschränkt ermöglicht.
[0008] Die Variante nach Anspruch 2 bietet die vorteilhafte Möglichkeit, den erfindungsgemäßen
Verladewagen unter Verwendung von bereits vorhandenen Flachwagen kostengünstig herzustellen,
wobei diese Flachwagen konstruktiv relativ einfach im Sinne der Erfindung umrüstbar
sind. In Zusammenhang mit Anspruch 3 ergibt sich eine noch günstigere, gleis- und
materialschonende Aufteilung des Fahrzeuggewichtes auf insgesamt acht Radachsen.
[0009] Weitere erfindungsgemäße Vorteile ergeben sich aus den Unteransprüchen und der Beschreibung.
[0010] Im folgenden wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles
näher beschrieben.
[0011] Es zeigen:
Fig. 1 eine Seitenansicht eines erfindungsgemäß ausgebildeten Schüttgutverladewagens,
und
Fig. 2 eine Schnittansicht gemäß Pfeil II in Fig. 1.
[0012] Der in Fig. 1 und 2 dargestellte Schüttgutverladewagen 1 weist einen langgestreckt
ausgebildeten, oben offenen Speicherkasten 2 auf, der auf einem Tragrahmen 3 aufgebaut
und mit einem sich über die gesamte Länge des Kastens erstreckenden, dessen Boden
bildenden Bodenförderband 4 ausgestattet ist. Die Förderrichtung des - ein Aufnahmeende
5 und Abwurfende 6 aufweisenden - Bodenförderbandes 4 ist durch einen Pfeil 7 angegeben.
Dem Abwurfende 6 ist ein im Winkel zur Horizontalen angeordnetes, schräg nach oben
führendes Übergabeförderband 8 zugeordnet.
[0013] Der Speicherkasten 2 stützt sich mit seinem Tragrahmen 3 auf einem Fahrgestellrahmen
9 ab, der aus einem ersten und einem zweiten Wagenrahmen 10,11 zusammengesetzt und
über Schienenfahrwerke 12 auf einem Gleis 13 verfahrbar ist. Die beiden in Gleislängsrichtung
unmittelbar hintereinander angeordneten Wagenrahmen 10,11 sind als Flachwagen 14 mit
Regelfahrzeugcharakter ausgebildet und endseitig jeweils mit einer Kupplung 15 versehen
bzw. anhand dieser Kupplung 15 miteinander zu einer Einheit verbunden. Jeder Wagenrahmen
10,11 weist zwei endseitig angeordnete Schienenfahrwerke 12 in Form von Drehgestellfahrwerken
16 mit Drehzapfen 17 sowie eine ebene, horizontale Ladeplattform 18 auf.
[0014] Zur Abstützung des Tragrahmens 3 auf den beiden Wagenrahmen 10 und 11 des Fahrgestellrahmens
9 dienen zwei in Wagenlängsrichtung voneinander distanzierte Drehpfannen 19 bzw. 20,
die jeweils im Bereich zwischen den beiden Drehzapfen 17 der Drehgestellfahrwerke
16 des jeweiligen Wagenrahmens in Quermitte des Wagens bzw. des Tragrahmens 3 angeordnet
sind. Die bezüglich der Förderrichtung (Pfeil 7) hintere Drehpfanne 20 ist dabei fix
mit der Ladeplattform 18 des hinteren, zweiten Wagenrahmens 11 verbunden, während
die vordere Drehpfanne 19 relativ zum vorderen, ersten Wagenrahmen 10 längsverschiebbar
ausgebildet ist. Zu diesem Zweck ist die Drehpfanne 19 mittig auf einem flach ausgebildeten
Schlitten 21 montiert, dessen Breite etwa der Breite der Ladeplattform 18 entspricht.
Der Schlitten 21 weist eine Anzahl von Rollen 22 mit in Wagenquerrichtung verlaufenden
Rotationsachsen 23 auf, die auf der Ladeplattform 18 aufliegen und auf dieser in Wagenlängsrichtung
abrollbar sind. Zur Verbesserung des Abrollvorganges kann auf der Ladeplattform 18
auch eine Rollenfahrbahn 24 montiert sein, die sich im Bereich hinter dem - ebenfalls
auf der Ladeplattform 18 des ersten Wagenrahmens 10 befestigten - Übergabeförderband
8 in Längsrichtung des Verladewagens 1 erstreckt.
[0015] Zwischen dem Schlitten 21 und dem ersten Wagenrahmen 10 ist eine Kippschutzvorrichtung
25 angeordnet, die ein seitliches Abheben des Schlittens von der Ladeplattform 18
verhindert. Die Kippschutzvorrichtung 25 besteht im vorliegenden Fall aus einem klammerförmigen
Bügel 26, der seitlich am Schlitten 21 befestigt ist und - wie insbesondere in Fig.
2 ersichtlich - den oberen Flansch eines I-Trägers 27 umgreift, aus dem der Wagenrahmen
10 gebildet ist. Dadurch bleibt die Längsverschiebbarkeit des Schlittens 21 relativ
zum Wagenrahmen 10 uneingeschränkt erhalten.
[0016] Weiters sind zwischen dem Tragrahmen 3 und dem zweiten Wagenrahmen 11 (bzw. dessen
Ladeplattform 18) Abstützorgane 28 vorgesehen, die zur seitlichen Stabilisierung des
Speicherkastens 2 dienen und etwa in Längsmitte des Tragrahmens 3 positioniert sind.
Diese insgesamt vier, jeweils paarweise in Wagenquerrichtung voneinander distanziert
angeordneten, federnden Abstützorgane 28 sind als Federtöpfe 29 ausgebildet, die eine
geringfügige, beim Durchfahren von Gleisbögen erforderliche Querverschiebung des Tragrahmens
3 relativ zum Fahrgestellrahmen 9 bzw. zum Wagenrahmen 11 erlauben, wobei gleichzeitig
eine kontinuierliche Abstützung bei einer Bewegung des Speicherkastens 2 gegenüber
dem Fahrgestellrahmen 9 gewährleistet ist.
[0017] Die beschriebene Ausführung des Verladewagens 1 eignet sich besonders zum Nachrüsten
von bereits vorhandenen Flachwagen, auf denen in einfacher Weise und mit geringem
konstruktiven Aufwand die notwendigen Einrichtungen zum Aufbau eines Speicherkastens
und eines Übergabeförderbandes montiert werden können, wobei die resultierenden Verladewagen
in weiterer Folge problemlos zu einem - eine durchgehende Förderbandstraße bildenden
- Zugsverband zusammenkuppelbar sind.
1. Schüttgutverladewagen (1) mit einem ein Bodenförderband (4) und einen Tragrahmen (3)
aufweisenden Speicherkasten (2), der sich auf einem Fahrgestellrahmen (9) mit jeweils
endseitig angeordneten Schienenfahrwerken (12) abstützt, wobei einem Abwurfende (6)
des Bodenförderbandes (4) ein im Winkel zur Horizontalen angeordnetes Übergabeförderband
(8) zugeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Fahrgestellrahmen (9) aus einem
ersten und einem zweiten, durch eine Kupplung (15) miteinander verbundenen Wagenrahmen
(10,11) zusammengesetzt und der Speicherkasten (2) durch jeweils eine Drehpfanne (19,20)
auf beiden Wagenrahmen (10,11) abgestützt ist, und daß eine der Drehpfannen (19) relativ
zum Wagenrahmen (10) längsverschiebbar gelagert ist.
2. Verladewagen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Wagenrahmen (10,11)
jeweils als - Regelfahrzeugcharakter aufweisende - Flachwagen (14) ausgebildet sind.
3. Verladewagen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schienenfahrwerke
(12) als Drehgestellfahrwerke (16) mit Drehzapfen (17) ausgebildet sind.
4. Verladewagen nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehpfannen (19,20)
des Tragrahmens (3) auf den beiden Wagenrahmen (10,11) jeweils im Bereich zwischen
den beiden, diesen zugeordneten Schienenfahrwerken (12) bzw. deren Drehzapfen (17)
in Quermitte des Wagens vorgesehen sind.
5. Verladewagen nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die längsverschiebbar
gelagerte Drehpfanne (19) auf einem relativ zum Wagenrahmen (10) bewegbaren Schlitten
(21) angeordnet ist.
6. Verladewagen nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlitten (21) eine
Anzahl von - auf dem Wagenrahmen (10) bzw. auf einer auf diesem angeordneten Rollenfahrbahn
(24) abrollbaren - Rollen (22) mit in Wagenquerrichtung verlaufenden Rotationsachsen
(23) aufweist.
7. Verladewagen nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Schlitten
(21) und dem Wagenrahmen (10) eine diese miteinander beweglich verbindende Kippschutzvorrichtung
(25) angeordnet ist.
8. Verladewagen nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
dem Tragrahmen (3) und dem Wagenrahmen (11) federnde Abstützorgane (28) vorgesehen
sind, die in Wagenquerrichtung voneinander distanziert mit dem Tragrahmen (3) und
dem Wagenrahmen (11) verbunden sind.
9. Verladewagen nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die im Bereich zwischen
den beiden Drehpfannen (19,20) vorgesehenen Abstützorgane (28) als relativ zum Tragrahmen
(3) oder zum Wagenrahmen (11) in Wagenquerrichtung verstellbare Federtöpfe (29) ausgebildet
sind.