[0001] Die Erfindung betrifft eine Befüll- und/oder Entnahmeeinrichtung zum Befüllen und/oder
zur Entnahme von flachen, reihen- oder schuppenförmig aneinander liegenden Gütern,
insbesondere vorgeklebten, flachliegenden Faltschachteln in eine bzw. aus einer Transportverpackung,
insbesondere einem Umkarton, mit einer Fördervorrichtung zum Zuführen der flachen
Güter zur Transportverpackung bzw. zum Abführen von der Transportverpackung weg, ein
hierfür besonders geeignetes Greifersystem sowie ein entsprechendes Betriebsverfahren.
[0002] Eine Befülleinrichtung mit den eingangs genannten Merkmalen ist beispielsweise bekannt
aus der US-A 4,538,511.
[0003] Vorgeklebte, flachliegende Faltschachteln werden in großen Mengen in den verschiedensten
Zweigen der Industrie, insbesondere in der Pharmaindustrie, aber auch in der Kosmetikindustrie,
der Lebensmittelindustrie und anderen Bereichen verwendet. Derartige vorgeklebte mit
Biegelinien, Rillungen und dergleichen vorgefertigte Faltschachteln dürfen bei ihrem
Transport keinen zu großen Druckkräften ausgesetzt werden, weil sie sich sonst sehr
schwer, jedenfalls nicht mehr automatisch und einfach zum Befüllen in ihre Endform
aufrichten lassen, da ihre Elastizität verloren geht. Zum Versand derartiger vorgeklebter,
flachliegender Faltschachteln wird daher in der Regel ein manuelles Einfüllen in Transportverpackungen,
die meist aus Umkartons bestehen, bevorzugt. Bei diesem manuellen Einfüllen werden
von einem Transportband die in Schuppenform aneinanderliegenden Schachteln von einer
Bedienungsperson manuell mit beiden Händen in einer ungefähr passenden Menge herausgegriffen
und dabei eine stangenförmige Aneinanderreihung der Faltschachteln gebildet, mit welcher
sie in den Umkarton eingefüllt werden.
[0004] Nachteilig bei diesem manuellen Verfahren ist jedoch einerseits die mangelnde Genauigkeit
hinsichtlich der Anzahl der in den Umkarton eingefüllten Faltschachteln, andererseits
ist auch keine exakte Stichprobenentnahme nach einem Stichprobenplan, also nach einer
vorgegebenen, statistisch sich ändernden Anzahl von verpackten Faltschachteln möglich.
Bestenfalls kann willkürlich irgendeine verpackte Faltschachtel aus der Umverpackung
gezogen und der Stichprobenuntersuchung zugeführt werden. Diese kann dann entweder
zurückgeführt oder durch eine andere, gleichartige Faltschachtel ersetzt werden, damit
die Anzahl der im Umkarton befindlichen Faltschachteln wieder ungefähr stimmt.
[0005] Darüberhinaus ist bei dem manuellen Verfahren aber auch die monotone und im Endeffekt
inhumane Belastung der Bedienungsperson durch den ständig gleichbleibenden geschilderten
Arbeitsgang des Herausgreifens einer Stange von Faltschachteln und manuellen Einlegens
in den Umkarton verbesserungsbedürftig.
[0006] Eine gewisse Abhilfe schafft daher eine halbautomatische, sequentielle Einzelbefüllung
des Umkartons mit vorgeklebten Faltschachteln, wobei zwar eine automatisierte Zählung
möglich ist, wie beispielsweise in der DE 30 18 894 A1 beschrieben ist, jedoch eine
Stichprobenentnahme immer noch von Hand erfolgen muß. Bei dem bekannten, sequentiellen
halbautomatischen Einfüllen der Faltschachteln in den Umkarton ohne vorherige Stangenbildung
ist zudem keine hohe Stückzahlpräzision und keine gut reproduzierbare, vorgebbare
Anzahl an verpackten Faltschachteln erzielbar.
[0007] Weiterhin ist bei dem aus der DE-30 18 894 A1 bekannten halbautomatischen Befüllverfahren
von Nachteil, daß eine Formatumstellung der zu verpackenden Faltschachteln sehr aufwendig
ist und im Bereich zwischen 1 und 1,5 Stunden liegt, so daß nur große Chargen wirtschaftlich
sinnvoll auf diese Weise verarbeitbar sind. Das gleiche gilt auch für eine Vorrichtung
zum Einbringen von Faltschachtelzuschnitten oder dergleichen Versandkartons gemäß
der DT 22 61 416 B2.
[0008] Nachteilig bei allen bisher bekannten Vorrichtungen dieser Art ist zudem, daß sich
die Anlagen im Prinzip nur und ausschließlich zum Befüllen des Umkartons mit Faltschachteln,
nicht jedoch für eine automatisierte Entnahme der Faltschachteln aus dem Umkarton
eignen.
[0009] Dies gilt auch für die in der US-A 4,538,511 beschriebene Anlage. Bei dieser bekannten
Befülleinrichtung wird eine Haltekraft in z-Richtung lediglich durch Andruck der Backen
46a und 46c (siehe dortige Fig. 15) bewirkt, wobei aber die flachen Güter, in der
Regel vorgeklebte flachliegende Faltschachteln, gegen ihre Kanten wirkende Druckkräfte
erleiden, was ihre Qualität im Hinblick auf eine nachfolgende Verarbeitung erheblich
mindern kann.
[0010] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es demgegenüber, eine Anlage mit den eingangs
beschriebenen Merkmalen vorzustellen, die sich prinzipiell sowohl zum vollautomatischen
Befüllen der Transportverpackung als auch zur automatischen Entnahme der flachen Güter
aus der Transportverpackung eignet, wobei eine schonende und sichere Transporthalterung
der aus den flachliegenden Gütern gebildeten Stange beim Greifvorgang erreicht und
insbesondere ein übermäßiger Seitendruck gegen die flachen Güter vermieden wird, wodurch
deren Elastizität erhalten bleibt.
[0011] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine Befüll- und/oder Entnahmeeinrichtung
mit den eingangs geschilderten Merkmalen erreicht, bei der ein Greifersystem vorgesehen
ist, mit dem die flachen Güter in einer längs einer y-Richtung ausgerichteten, stangenförmigen
Aneinanderreihung über eine stationäre Vertikalstation von der Fördervorrichtung entnommen
und in die Transportverpackung eingefüllt bzw. aus der Transportverpackung entnommen
und der Fördervorrichtung zugeführt werden können, wobei das Greifersystem Teil eines
automatischen Handhabungssystems mit elektronischer Steuerung und Positioniersystem
ist und Antriebs- und Führungselemente für eine Halteeinrichtung, die in y-Richtung
und in mindestens einer Richtung senkrecht zur y-Richtung eine definierte Kraft auf
die stangenförmig aneinander gereihten, flachen Güter ausüben kann, umfaßt, wobei
die Halteeinrichtung eine flächige Saugeinheit mit in einer z-Richtung senkrecht zur
y-Richtung wirkenden Unterdruckerzeugung aufweist.
[0012] Die externe Stangenbildung, die gegenüber den oben geschilderten bekannten Verfahren
mit direkter, halbautomatischer Einfüllung in die Transportverpackung auf den ersten
Blick rückschrittlich erscheint, da ja ein zusätzlicher Arbeitsschritt erforderlich
ist, bietet aber allein schon wegen der erheblich genaueren Zählung der verpackten
Güter durch die externe Stangenbildung im Endeffekt erhebliche Vorteile. Hinzu kommt,
daß der Befüllvorgang und die Entnahme mit dem gleichen Maschinentyp reversibel möglich
sind. Insbesondere die Möglichkeit einer automatischen Stichprobenentnahme, die wiederum
eine genaue Zählung der Güter zur Voraussetzung hat, versetzt die erfindungsgemäße
Einrichtung im Gegensatz zu den oben geschilderten bekannten Vorrichtungen in die
Lage, auch höchsten Ansprüchen an eine dokumentierbare und nachvollziehbare Qualitätssicherung
zu genügen.
[0013] Durch das erfindungsgemäß vorgesehene Greifersystem, das Teil einer Roboteranlage
mit elektronisch gesteuerten Positioniersystemen ist, kann bei Formatänderungen der
zu verpackenden Güter die Rüstzeit gegenüber bekannten Vorrichtungen auf ein Minimum
gesenkt werden.
[0014] Wegen der Ausgestaltung des Greifersystems als Sauggreifer läßt sich eine besonders
schonende, sichere Transporthalterung der aus den flach liegenden Gütern gebildeten
Stange erreichen. Durch automatische Kontrolle des erzeugten Unterdrucks und damit
der aktuellen Haltekraft kann beispielsweise bei der Verpackung oder dem Auspacken
von vorgeformten Faltschachteln ein übermäßiger Seitendruck vermieden werden, wodurch
die Elastizität der flachliegenden Faltschachteln erhalten bleibt, was unbedingte
Voraussetzung für ihre spätere Weiterverarbeitung beim Aufrichten und Befüllen ist.
[0015] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist das Greifersystem eine Basiseinheit
mit verschwenkbarer mechanischer, energetischer und ggf. sensorischer Ankoppelungsmöglichkeit
an das Positioniersystem einerseits und an die stationäre Vertikalstation andererseits
auf. Dadurch kann die Befüllung bzw. die Entnahme in jeder beliebigen Raumrichtung
erfolgen.
[0016] Außerdem kann das Greifersystem beliebig gegen ein anderes ausgewechselt werden,
wodurch verschiedene Formate von Füllgütern einfacher verarbeitbar sind. Es ergibt
sich damit die Möglichkeit zur Anwendung eines Tandemverfahrens, bei dem ein bereits
befüllter Greifer entladen wird, während gleichzeitig ein leerer befüllt wird, wodurch
sich weitere Zykluszeitgewinne erzielen lassen.
[0017] Bei einer Weiterbildung dieser Ausführungsform sind mehrere Greifersysteme vorgesehen,
von denen im Betrieb mindestens eines mechanisch und energetisch an das Positioniersystem
angekoppelt und mindestens eines abgekoppelt ist. Dadurch läßt sich ein vollautomatischer
Wechsel der Greifersysteme bewirken.
[0018] Um die Beladung des Greifersystems zyklusunabhängig von der Positioniereinrichtung
durchführen zu können, sollte das Greifersystem mechanisch an eine stationäre Vertikalstation
mit Anschluß an die Fördervorrichtung zum Zuführen der flachen Güter zur Transportverpackung
an- und abkoppelbar sein.
[0019] Bei einer vorteilhaften Weiterbildung dieser Ausführungsform ist das Greifersystem
zusammen mit der mechanischen Ankoppelung auch energetisch an die stationäre Vertikalstation
ankoppelbar. Dadurch erübrigen sich Strom- oder Druckluftzuleitungen, die das Greifersystem
dauernd mit dem Positioniersystem verbinden und in seiner Beweglichkeit stark einschränken
würden.
[0020] Vorteilhaft umfaßt die Halteeinrichtung Paare von gegenüberliegenden Haltebacken,
die eine Kraft auf die flachen Güter in y-Richtung ausüben können, sowie Paare von
gegenüberliegenden Haltebacken, die eine Kraft in einer x-Richtung senkrecht zur y-Richtung
ausüben können. Eine derartige Konstruktion ist technisch besonders einfach realisierbar
und gibt zusätzlich zur Haltefunktion auch Möglichkeiten zur Ausrichtung der extern
gebildeten Stange.
[0021] Bei einer Weiterbildung dieser Ausführungsform ist vorgesehen, daß der minimale Abstand
der in x-Richtung wirkenden Haltebacken eines Paares voneinander mechanisch, vorzugsweise
von Hand oder pneumatisch verstellbar und während des Betriebs des Greifersystems
arretierbar ist. Damit läßt sich die Halteeinrichtung optimal an die jeweilige Gütergröße
rein durch beispielsweise pneumatische Verstellung anpassen, ohne daß ein gesonderter
Verstellmotor erforderlich wird.
[0022] Alternativ dazu ist bei einer anderen Weiterbildung ein Stellmotor zur ferngesteuerten,
insbesondere geregelten Anpassung des minimalen Abstands der in x-Richtung wirkenden
Haltebacken eines Paares voneinander vorgesehen, wodurch bei Umstellung des Formats
die Rüstzeit gegenüber der oben beschriebenen einfacheren Ausführungsform minimiert
werden kann.
[0023] Ganz besonders bevorzugt ist eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Befülleinrichtung
mit einem weiteren Greifersystem zur automatischen Aufrichtung und Montage der Transportverpackung.
Dadurch kann der gesamte Befüllvorgang inklusive Aufrichten des Umkartons vollständig
automatisiert werden.
[0024] Eine bevorzugte Weiterbildung dieser Ausführungsform sieht vor, daß das weitere Greifersystem
eine Basiseinheit mit zwei gegeneinander verschiebbaren Basisplatten zur zentralen
Formatverstellung für unterschiedliche Transportverpackungsgrößen aufweist, an denen
abklappbare Greifflügel zum simultanen Aufrichten von gegenüberliegenden Seitenflächen
der Transportverpackung aus einem flachliegenden Zuschnitt montiert sind. Ein derartiges,
"schmetterlingsartiges" weiteres Greifersystem kann neben der automatischen Verarbeitung
der Transportverpackung im Befüllsystem gleichzeitig auch als Antrieb zur Montage
von Zwischenlagen in der Transportverpackung ohne Taktzeitverlust genutzt werden.
[0025] Besonders bevorzugt ist eine Weiterbildung, bei der zumindest einige der Greifflügel
an ein System zur Erzeugung von Unterdruck angeschlossen sind und Teile der Transportverpackung
ansaugen können. Durch die Aufrichtung der Transportverpackung mittels Unterdruck
von innen her läßt sich insbesondere eine wesentlich einfachere Formatverstellung
bewirken.
[0026] Vorteilhaft ist es auch, wenn das weitere Greifersystem mechanisch, energetisch und
ggf. sensorisch an das Positioniersystem angekoppelt ist, so daß Strom- oder Druckluftzuführungsleitungen
ganz eingespart oder in ihrer Länge minimiert werden können.
[0027] Eine ganz besonders bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Befülleinrichtung
zeichnet sich dadurch aus, daß die Fördervorrichtung zum Zuführen der flachen Güter
zur Transportverpackung ein Förderbandsystem mit einem im wesentlichen horizontalen
Stauband zum Transport der flachen Güter in einem Schuppenstrom z.B. aus einer Klebemaschine
und zur zeitlichen Pufferung der flachen Güter, mit einem an das Stauband anschließenden,
nach oben fördernden und um eine horizontale Schwenkachse etwa auf der Höhe des Staubandes
verschwenkbaren Schleusenband umfaßt. Damit läßt sich ein taktzeitsparendes Tandemverfahren
durchführen und eine exakte Zählung der verpackten Güter sowie eine vollautomatisierte
Stichprobenentnahme ist mit einfachen Mitteln möglich.
[0028] Bei einer bevorzugten Weiterbildung schließen sich mindestens zwei parallele, im
wesentlichen horizontale Weichenbänder, die horizontal quer zu ihrer Förderrichtung
verschiebbar sind, in einer Verschiebstellung an das Schleusenband an. Bei dieser
Ausführungsform umfassen das Stauband und die Weichenbänder jeweils ein Zwillingsband
mit zwei quer zur Förderrichtung voneinander beabstandeten, parallelen Förderspuren,
was eine hohe Sicherheit gegen ein Herausrutschen der beförderten flachen Güter während
der Förderung auf dem Bandsystem bietet, eine Verzahnung zum Schleusenband ermöglicht
un bei Formatwechsel der beförderten Güter eine Anpassung überflüssig macht.
[0029] Eine weitere Verbesserung sieht vor, daß im Bereich zwischen den Förderspuren am
weichenbandseitigen Ende des Schleusenbandes sowie an den schleusenbandseitigen Enden
der Weichenbänder eine Vorrichtung zum Ankoppeln des Schleusenbandes an das jeweilige
Weichenband bzw. umgekehrt vorgesehen ist. Damit läßt sich nach einem Wechsel des
Weichenbandes eine sichere Ankopplung an das Schleusenband erreichen.
[0030] Bei einer Weiterbildung der oben beschriebenen Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Befülleinrichtung ist im Anschluß an die schleusenbandabgewandten Enden der Weichenbänder
jeweils eine stationäre Vertikalstation zur Aufnahme der über das jeweilige Weichenband
geförderten flachen Güter vorgesehen ist. Diese sammelt die vom Weichenband geförderten
Güter am Bandende jeweils auf und speichert sie in geeigneter Weise.
[0031] Vorzugsweise enthält die Vertikalstation ein an- und abkoppelbares Greifersystem,
in dem die aufgenommenen flachen Güter magaziniert und weitertransportiert werden
können.
[0032] Dabei kann vorteilhafterweise während der mechanischen Ankoppelung an die Greiferstation
auch eine Energiekopplung vorgesehen sein, so daß das Greifersystem ohne bewegliche
Energiezuführungen von der Positionierstation auskommt.
[0033] Im Bereich des Schleusenbandes ist besonders bevorzugt eine Zähleinrichtung zur Abzählung
der über das Schleusenband geförderten flachen Güter vorgesehen, um die der jeweils
zu befüllenden Transportverpackung zuzumessende Menge exakt einzuhalten.
[0034] Ebenfalls besonders bevorzugt ist im Bereich des Schleusenbandes eine Vorrichtung
zur gezielten Stichprobenentnahme einzelner flacher Güter im aufgeschwenkten Zustand
des Schleusenbandes vorgesehen ist.
[0035] Eine Weiterbildung der Ausführungsform weist ein Magazin auf, in dem die entnommenen
Stichproben, vorzugsweise in vertikaler Richtung gestapelt, abgelegt werden können
und damit für eine Dokumentation oder einen Fehlernachweis in geeigneter Form zur
Verfügung stehen.
[0036] Bevorzugt ist eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Entnahmeeinrichtung, die
sich dadurch auszeichnet, daß einschwenkbare Trennfinger zur Bildung eines Spaltes
zwischen den beiden y-seitigen Enden einer verpackten Stange von flachen Gütern und
der jeweils benachbarten Wand der Transportverpackung vorgesehen sind. Damit wird
eine automatische Entnahme der gesamten Stange von flachen Gütern aus der Transportverpackung
ermöglicht.
[0037] Vorteilhaft ist auch ein Verfahren zum Befüllen und/oder zur Entnahme von flachen,
reihen- oder schuppenförmig aneinander liegenden Gütern, insbesondere vorgeklebten,
flachliegenden Faltschachteln in eine bzw. aus einer Transportverpackung, insbesondere
einem Umkarton, bei dem die flachen Güter über eine Fördervorrichtung zur Transportverpackung
zugeführt bzw. von der Transportverpackung weggeführt werden, bei dem die flachen
Güter in einer längs einer y-Richtung ausgerichteten, stangenförmigen Aneinanderreihung
mittels eines Greifersystems von der Fördervorrichtung entnommen und in die Transportverpackung
eingefüllt bzw. aus der Transportverpackung entnommen und der Fördervorrichtung zugeführt
werden, wobei von einer Halteeinrichtung, die Teil des Greifersystems ist, in y-Richtung
und in mindestens einer Richtung senkrecht zur y-Richtung eine definierte Kraft auf
die stangenförmig aneinander gereihten, flachen Güter ausgeübt wird, und bei dem eine
automatische Positionierung des Greifersystems relativ zur Fördervorrichtung über
ein elektronisch gesteuertes Positionierungssystem erfolgt, an welches das Greifersystem
mechanisch, energetisch und ggf. sensorisch angekoppelt ist.
[0038] Vorzugsweise werden die über die Förderrichtung geförderten flachen Güter mittels
einer Zählvorrichtung abgezählt.
[0039] Nach einem Stichprobenplan kann automatisch jeweils aus dem geförderten Strom von
abgezählten flachen Gütern ein bestimmtes Stück als Stichprobe aus der Fördervorrichtung
entnommen werden.
[0040] Vorzugsweise werden die entnommenen Stichproben automatisch magaziniert und beispielsweise
über elektronische Informationsspeicherung dokumentiert, so daß unerlaubte Manipulationen
der Stichprobennahme nahezu ausgeschlossen werden können.
[0041] Eine besonders bevorzugte Verfahrensvariante sieht vor, daß die flachen Güter in
einem Schuppenstrom mit dem Stauband z.B. aus einer Klebemaschine kontinuierlich entnommen
werden, und daß der kontinuierliche Schuppenstrom entweder bei heruntergeschwenktem
Schleusenband auf eines der Weichenbänder weitergefördert und an dessen Ende einer
stationären Vertikalstation zugeführt oder bei hochgeschwenktem Schleusenband am schleusenbandseitigen
Ende des Staubandes aufgestaut und dadurch eine Stange von flachen Gütern gebildet
wird. Dabei wirkt das Stauband einerseits als Entnahmevorrichtung, andererseites aber
auch als "zeitlicher Speicher" für die entnommenen Güter.
[0042] Eine vorteilhafte Weiterbildung dieser Verfahrensvariante zeichnet sich dadurch aus,
daß bei hochgeschwenktem Schleusenband die parallelen Weichenbänder quer zu ihrer
Förderrichtung verschoben werden, ein anderes Weichenband an dem entsprechenden Ende
des Schleusenbandes positioniert wird und bei heruntergeschwenktem Schleusenband den
von diesem geförderten Schuppenstrom flacher Güter aufnimmt und weiterfördert, wodurch
eine beliebig ansteuerbare Verteilung von Untermengen des Schuppenstroms flacher Güter
auf unterschiedliche Transportwege ermöglicht wird.
[0043] Während der hochgeschwenkten Phase des Schleusenbandes kann aber auch eine automatische
Stichprobenentnahme aus dem vom Stauband geförderten Schuppenstrom flacher Güter gleichzeitig
mit oder unabhängig von einem Wechsel des jeweils an das Schleusenband anschließenden
Weichenbandes erfolgen.
[0044] Vorzugsweise wird das Schleusenband nach Förderung einer vorgewählten Anzahl von
flachen Gütern hochgeschwenkt, damit an einer vorbestimmten Stelle entweder eine Stichprobenentnahme
erfolgt oder um nur eine bestimmte, abgezählte Menge an flachen Gütern auf das jeweilige
Weichenband gelangen zu lassen, woraufhin dann ein Bandwechsel oder eine Entleerung
des befüllten Weichenbandes erfolgen kann.
[0045] Vorteilhafterweise sind mehrere Greifersysteme mit Halteeinrichtungen für gleiche
und/oder unterschiedliche Formate der flachen Güter vorhanden. Dann kann in einer
bevorzugten Verfahrensvariante nach dem Befüllen eines Greifersystems dieses Entladen
und während dessen im Tandemverfahren ein leeres Greifersystem befüllt werden, so
daß keine Taktzeitverluste auftreten.
[0046] Bei Änderung des Formats der flachen Güter kann das zu beladende Greifersystem entweder
automatisch gegen ein solches mit passender Halteeinrichtung ausgewechselt werden
oder die verwendete Halteeinrichtung des zu befüllenden Greifersystems ebenfalls automatisch
durch geregelte Anpassung des minimalen Abstands von in x-Richtung wirkenden Haltebacken
an das neue Format angepaßt werden, ohne daß zeitraubende und mechanisch geschultes
Bedienungspersonal erfordernde Umbauten nötig sind.
[0047] Besonders vorteilhaft läßt sich das erfindungsgemäße Verfahren einsetzen, wenn die
Transportverpackung aus einem Umkarton besteht, der mittels eines weiteren Greifersystems
automatisch aufgerichtet und montiert wird.
[0048] Mit diesem weiteren Greifersystem können bei Bedarf auch eine oder mehrere Zwischenlagen
in der Transportverpackung montiert werden, wobei eine eigene Aufrichte- und Montageeinrichtung
eingespart wird.
[0049] Eine besonders bevorzugte Verfahrensvariante zeichnet sich dadurch aus, daß ein Trayzuschnitt
für einen Umkarton mit dem weiteren Greifersystem einem Magazin entnommen und durch
ein Querbewegung des weiteren Greifersystems in eine Montageposition gebracht wird,
daß während dieser Querbewegung paarweise gegenüberliegende Greifflügel des weiteren
Greifersystems um etwa 90° nach oben geklappt werden und dabei Randbereiche des Trayzuschnitts
aufrichten, daß anschließend die Seitenteile des Umkartons montiert und der Trayzuschnitt
verleimt werden, und daß der teilmontierte Umkarton in eine Montagestation gepreßt
wird, um dabei seine Endform zu erhalten.
[0050] Schließlich kann bei einer Weiterbildung der oben genannten Variante des erfindungsgemäßen
Verfahrens zur Montage einer Zwischenlage ein flacher Zwischenlagenzuschnitt mit dem
weiteren Greifersystem einem Magazin entnommen und mittels einer Querverstellungseinrichtung,
die bei der Montage eines Umkartons zur Formatverstellung dient, montiert und die
Querfalzteile der Zwischenlage durch Eintauchen in den Umkarton gefügt werden.
[0051] Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung und der Zeichnung.
Ebenso können die vorstehend genannten und die noch weiter aufgeführten Merkmale erfindungsgemäß
jeweils einzeln für sich oder zu mehreren in beliebigen Kombinationen Verwendung finden.
Die gezeigten und beschriebenen Ausführungsformen sind nicht als abschließende Aufzählung
zu verstehen, sondern haben vielmehr beispielhaften Charakter für die Schilderung
der Erfindung.
[0052] Die Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird anhand von Ausführungsbeispielen
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Draufsicht von oben auf eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Befülleinrichtung;
- Fig. 2
- eine schematische Draufsicht von oben auf eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Entnahmeeinrichtung;
- Fig. 3a
- eine schematische Seitenansicht eines Förderbandsystems für eine erfindungsgemäße
Befülleinrichtung mit herabgeschwenktem Schleusenband;
- Fig. 3b
- das Förderbandsystem nach Fig. 3a schematisch von oben;
- Fig. 3c
- das Förderbandsystem nach Fig. 3a mit hochgeschwenktem Schleusenband;
- Fig. 4a
- eine schematische Seitenansicht einer stationären Vertikalstation mit angekoppeltem
Wechselgreifersystem beim Befüllen;
- Fig. 4b
- ein Positioniersystem beim Andocken an das Wechselgreifersystem nach Fig. 4a;
- Fig. 4c
- das Wechselgreifersystem nach Fig. 4b mit angedocktem Positioniersystem beim Ausführen
einer Greifbewegung und Abdocken von der stationären Vertikalstation mit Hilfe des
Positioniersystems;
- Fig. 4d
- eine schematische Schnittansicht einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Greifersystems
in der zx-Ebene;
- Fig. 4e
- das befüllte Greifersystem nach Fig. 4d schematisch von der Seite in Blickrichtung
der z-Achse;
- Fig. 5a
- eine Ausführungsform eines weiteren Greifersystems zur automatischen Aufrichtung und
Montage einer Transportverpackung in schematischer Ansicht von oben;
- Fig. 5b
- das weitere Greifersystem nach Fig. 5a in Seitenansicht mit abgeklappten Greifflügeln;
- Fig. 6a
- eine Ausführungsform eines weiten Greifersystems in schematischer Ansicht von oben
beim Entnehmen eines Trayzuschnitts;
- Fig. 6b
- das weitere Greifersystem nach Fig. 6a mit hochgeklappten Frontteilen;
- Fig. 6c
- das weitere Greifersystem nach Fig. 6b mit hochgeklappten Seitenteilen;
- Fig. 6d
- das weitere Greifersystem nach Fig. 6c mit hochgeklappten Fügehilfen;
- Fig. 7a
- eine schematische Seitenansicht einer Fügehilfe beim Leimauftrag vor der Frontverstärkung
eines teilmontierten Trays;
- Fig. 7b
- die Fügehilfe nach Fig. 7a beim Fügevorgang der Verstärkungsklappen; und
- Fig. 8a
- eine schematische Ansicht eines Zwischenlagenzuschnitts von oben;
- Fig. 8b
- der Zwischenlagenzuschnitt nach Fig. 8a schräg von oben mit senkrechter Längsausknickung
und vier kleinen Querausknickungen an den Rändern;
- Fig. 9
- eine schematische Seitenansicht eines weiteren Greifersystems beim Vormontieren einer
Zwischenlage.
[0053] Die in Fig. 1 gezeigt Befülleinrichtung 10 dient zum Befüllen von flachen, reihen-
oder schuppenförmig aneinanderliegenden, insbesondere vorgeklebten, flachliegenden
Faltschachteln in eine Transportverpackung, insbesondere einen Umkarton. Dazu werden
die Faltschachteln im Schuppenstrom einer Klebemaschine 1 entnommen und über ein Zwischenband
2 zu einem Stauband 3 befördert. Das Stauband 3 fördert die vorgeklebten, flachliegenden
Faltschachteln in einem Schuppenstrom zu einem Schleusenband 4, an dem eine Zähleinrichtung
5 zur Abzählung der geförderten Faltschachteln sowie eine in der Zeichnung nicht in
Einzelheiten dargestellte Vorrichtung 6 zur gezielten Stichprobenentnahme einzelner
Faltschachteln vorgesehen ist.
[0054] Am anderen Ende des Schleusenbandes 4 schließt sich ein Weichenband 7 an, welches
horizontal quer zu seiner Förderrichtung verschiebbar ist, so daß ein benachbartes,
parallel verlaufendes Weichenband 7' an die Stelle des ersten Weichenbandes 7 treten
kann. Am Ende der Weichenbänder 7, 7' ist jeweils eine Vertikalstation 8, 8' mit einem
angedockten Wechselgreifersystem 9, 9' positioniert. Wie unten näher beschrieben wird,
können die Wechselgreifersysteme 9, 9' nach Befüllung mit Faltschachtel oder anderen
flachen Gütern von der jeweiligen stationären Vertikalstation 8, 8' mittels eines
in einer Roboterzelle 11 vorgesehenen Positioniersystems abgedockt und zu einer Füllstation
12 verschwenkt werden, wo sie in eine bereitstehende Transportverpackung 13 von oben
in Form einer Stange eingefüllt werden. Über ein Auslaufrollenband 14 werden die befüllten
Transportverpackungen 13 dann einem zentralen Transportband 15 zugeführt, welches
sie zu einem in der Zeichnung nicht gezeigten Palettierer befördert.
[0055] Außerhalb der Roboterzelle 11 in räumlicher Nachbarschaft zur Füllstation 12 ist
eine Station 16 zur Montage der Trays für die Transportverpackungen 13 vorgesehen.
Zum Aufrichten, Kleben und Fügen der Umkartons werden mit einem schmetterlingsartigen
weiteren Greifersystem 17, das über eine automatische, zentrale Formatverstellung
verfügt, Stanzzuschnitte aus einem Magazin 18 entnommen und zur Montage auf die Station
16 verschwenkt. Die fertig montierte Transportverpackung 13 wird dann mit dem weiteren
Greifersystem 17 der Füllstation 12 zugeführt.
[0056] Auf einem Kassettenband 19 schließlich können Zwischenlagen bereitgestellt und der
Montagestation 16 zur weiteren Verarbeitung zugeführt werden, falls in den Umkarton
13 mehrere stangenförmige Lagen von Faltschachteln eingepackt und voneinander getrennt
werden sollen.
[0057] Die Befülleinrichtung 10 dient also der Automatisierung und Humanisierung von Arbeitsvorgängen,
die sich an eine Faltschachtel-Klebemaschine 1 anschließen, und zwar dem Zählen, der
Stichprobenentnahme und dem vollautomatischen Verpacken von Faltschachteln. Dabei
wird eine Roboterzelle 11 eingesetzt, die mit zwei Hauptfunktionskreisen agiert:
[0058] Ein erstes Achssystem entnimmt dem Magazin 18 einen Stanzzuschnitt für ein Tray.
Mit Hilfe des Schmetterlingsgreifers 17 werden die Seiten- und Frontteile montiert.
Das Kleben und Aufrichten einer Verstärkungsfront geschieht dann in der Montagestation
16. Das fertige Tray wird anschließend auf der Befüllstation 12 abgelegt, die auch
dem zweiten Funktionskreis zugeordnet werden kann.
[0059] Sobald sich das erste Achssystem aus dem Bereich der Befüllstation 12 entfernt hat,
kann ein weiteres Achssystem mit dem Verpacken der Faltschachteln beginnen. In einem
Tandemverfahren werden mit Hilfe der halbstationären Magazingreifer 9, 9' Stangen
von Faltschachteln in das Tray verpackt.
[0060] Werden Zwischenlagen benötigt, so kommt der erste Funktionskreis wieder in Eingriff.
Mit dem Schmetterlingsgreifer 17 werden die entsprechenden Zwischenlagen vorbereitet
und eingesetzt.
[0061] Im zweiten Funktionskreis wird der entleerte Magazingreifer 9 bzw. 9' zurückgelegt
und durch den inzwischen befüllten zweiten Magazingreifer 9' bzw. 9 ausgetauscht,
so daß durch den Befüllvorgang des Umkartons 13 keine Taktzeitverlust entstehen.
[0062] In Fig. 2 ist schematisch eine erfindungsgemäße Entnahmeeinrichtung 20 zur automatischen
Entnahme von Faltschachteln, die in einem Umkarton 13 wie oben beschrieben angeliefert
werden, dargestellt. Die Entnahmeeinrichtung 20 umfaßt wiederum eine Roboterzelle
21, die mit zwei Hauptfunktionskreisen agiert:
[0063] Die Umverpackungen werden auf einer Palette durch eine Palettenstation 22, die einen
Niveauausgleich durch einen Scherenhubtisch oder eine Teleskopvertikalachse aufweist
und für Europaletten mit den Querschnittsabmaßen 800 x 1200 mm geeignet ist, in den
Arbeitsbereich eines ersten Achssystemes gebracht. Ein Sauggreifer 27 greift eine
Umverpackung und setzt diese auf einem L-Bandsystem 23 ab, das aus zwei Bändern besteht,
welche in L-Form zum Transport der vollen Umkartons angeordnet sind. Dabei durchläuft
jeweils das Tray eines Umkarton zwei Trennmessersysteme bestehend aus zwei mal zwei
stationären Messern 24 mit automatischer Höhen- und Breitenanpassung, die das Oberteil
des Trays ablösen. Dieses Oberteil wird durch den Sauggreifer 27 abgehoben und zur
Entsorgung einem Auslaufband 25 übergeben.
[0064] Sobald sich das erste Achssystem aus dem Arbeitsbereich der Entnahmeposition entfernt
hat, kann der zweite Funktionskreis der Entnahmeeinrichtung 20 mit dem zweiten Achssystem
die Entleerung der Umverpackungen beginnen. Ein dreidimensionales Greifersystem 29
schwenkt zunächst in der Zeichnung nicht näher dargestellte Trennfinger zwischen die
verpackte Faltschachtel-Stange und die Umverpackung und bildet dadurch jeweils einen
Spalt zwischen den Endflächen der Stange und der Umverpackung. Dadurch kann der eigentliche
Greifer problemlos in die Verpackung eintauchen, eine Faltschachtelstange vollständig
greifen und auf ein Zuführband 26 zu einer Abpackmaschine auflegen.
[0065] Müssen dem geöffneten Umkarton Zwischenlagen entnommen werden, kommt der oben erwähnte
Sauggreifer 27 wieder in Aktion. Dies gilt auch, wenn die Umverpackung vollständig
entleert ist. Der Sauggreifer 27 setzt dann um, greift sich das leere Tray und transportiert
es zum Auslaufband 25, wo es einem Entsorgungssystem zugeführt wird.
[0066] Im Kern enthält die Entnahmeeinrichtung 26 die gleiche erfindungsgemäße Technologie
wie die Befülleinrichtung 10. In beiden Fällen wird vollautomatisch mit einem Greifersystem
eine stangenförmige Lage von genau abgezählten Faltschachteln aufgenommen und bewegt,
und zwar entweder zum Befüllen einer Transportverpackung oder zum Entnehmen aus derselben.
[0067] In den Figuren 3a bis 3c ist die Funktionsweise eines Förderbandsystems 30 dargestellt,
welches ein Stauband 33, ein Schleusenband 34 und zwei horizontal quer zu ihrer Förderrichtung
verschiebbare Weichenbänder 37, 37' umfaßt.
[0068] Die Faltschachteln verlassen nach Fig. 1 im Schuppenstrom die Klebemaschine 1 auf
einem Zwischenband 2 mit ihrer Klebenaht längs oder vorzugsweise quer zur Transportrichtung.
Vom Zwischenband 2 gelangen sie dann zum Stauband 3, 33, wo sie zeitlich bzw. räumlich
gepuffert werden. Am Ende des Staubandes 33 laufen die Faltschachteln gegen das Schleusenband
34 an, wo sie angestaut und nach oben abgezogen werden. Das Schleusenband 34 erzeugt
aus den dicht gestellten Faltschachteln einen exakten Schuppenstrom. Die Faltschachteln
im Schuppenstrom werden mittels der Zähleinrichtung 35 automatisch einzeln abgezählt.
[0069] In Fig. 3a ist das Schleusenband 34 in heruntergeschwenktem Zustand dargestellt,
bei welchem die dicht gestellten Faltschachteln, deren Oberkanten durch eine vertikal
bewegliche Oberplatte 32 auf gleicher Höhe gehalten werden, vom Stauband 33 abgezogen
und mit Hilfe eines oberen Abzugsbandes 31 dem Weichenband 37 zugeführt werden.
[0070] Nach einer vorgewählten Anzahl von Faltschachteln stoppt das Schleusenband 34 und
schwenkt auf, wie in Fig. 3c dargestellt ist. Während der aufgeschwenkten Phase kann
dann, wie in Fig. 3b gezeigt, das Weichenband 37 durch eine Querbewegung von seiner
Förderposition wegbewegt und an seine Stelle das parallel dazu angeordnete Weichenband
37' in die Förderposition geschoben werden. Nach dem Wechsel kann das Schleusenband
34 anschließend wieder nach unten schwenken und der Transport von Faltschachteln kann
nunmehr über das Weichenband 37' fortgesetzt werden.
[0071] Eine Stichprobenentnahme mittels der Vorrichtung 36 läuft nach demselben Schema ab.
Von einer Steuerungseinrichtung kommt die Meldung, daß eine Faltschachtel mit einer
bestimmten Nummer X als Stichprobe zu entnehmen sei. Das Schleusenband 34 stoppt dann
den Faltschachtel-Schuppenstrom und schwenkt, wie in Fig. 3c gezeigt, auf, so daß
die entsprechende Faltschachtel mit der Nummer X freigegeben wird. Diese wird dann
von einem Oberband der Vorrichtung 36 zur Stichprobenentnahme, das sich in der aufgeschwenkten
Position des Schleusenbandes 34 unmittelbar oben an dieses anschließt, abgezogen und
in einem in der Zeichnung nicht dargestellten Magazin abgelegt, wo die Stichprobe
weiter bearbeitet bzw. untersucht werden kann. Auch eine Dokumentation, insbesondere
mittels elektronischer Datenerfassung ist dabei denkbar.
[0072] Die Zähleinrichtung 35 kann beispielsweise eine Laser-Exemplarzähler sein, wie er
speziell für die Zählung von Zeitungen, Zeitschriften oder Einzelblättern, die in
einem Schuppenstrom daherkommen, entwickelt wurde. Ein solcher Zähler zeichnet sich
durch einen großen Meßbereich von ca. 70mm, die Detektierung feinster Kanten im Bereich
0,1 mm und eine hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit aus. Eine analoge Elektronik ist
auf die hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit getrimmt. Bei einem Prototyp des erfindungsgemäßen
Förderbandsystems konnten über 360000 Exemplare pro Stunde gezählt werden, was einer
Zählrate von 100 Faltschachteln pro Sekunde entspricht. Ein eingebauter Mikroprozessor
überwacht den Zählvorgang und kann unerwünschte Doppel- oder Mehrfachimpulse, wie
sie beispielsweise bei einem Vorfalz auftreten, unterdrücken.
[0073] Das Stauband 35 beim Förderbandsystem 30 besteht aus einem Zwillingsband, ebenso
die Leiden Weichenbänder 37 und 37', die auf einem Grundgestell mit Linearführung
und Antrieb zum Spurwechsel aufgebaut sind. Das Schleusenband 34 umfaßt einen Zahnriemen
mit Mittentrieb, der um ca. 20° in die Höhe verschwenkbar ist. Auch das Abzugsband
31 sowie die Oberbänder zur Stichprobenentnahme in der Vorrichtung 36 umfassen jeweils
Zwillingsbänder mit zwei parallelen Förderspuren.
[0074] In den Figuren 4a bis 4c ist im Detail der weitere Weg des Schuppenstroms von zu
verpackenden, vorgeklebten und flachliegenden Faltschachteln über das Weichenband
47 gezeigt. In Fig. 4a wird eine stationäre Vertikalstation 48 vom Weichenband 47
mit Faltschachteln von unten her befüllt. Während des Befüllvorgangs senkt sich die
Vertikalstation 48 automatisch, beispielsweise gewichtgesteuert oder aufgrund eines
Zählimpulses aus der Zählereinrichtung 35 in Pfeilrichtung nach unten ab.
[0075] Sobald die Vertikalstation 48 gefüllt ist, hält das Weichenband 47 an und ein Arm
eines Positioniersystems 41 schwenkt heran und dockt, wie in Fig. 4b angedeutet, an
das Greifersystem 49 über eine Basiseinheit 49'' mechanisch, energetisch und ggf.
sensorisch an.
[0076] Fig. 4c zeigt eine Greifbewegung des Greifersystems 49 durch Bewegung seiner beiden
Greiferbacken 49' in Pfeilrichtung nach oben bzw. nach unten, um die aufgestapelten
Faltschachteln in einer Stangenform längs der Stangenachse (y-Richtung) mit definierter
Kraft festzuhalten. Sodann zieht das Positioniersystem 41 das Greifersystem 49 zusammen
mit der Faltschachtelstange aus der stationären Vertikalstation 48 heraus und befördert
es zu der Befüllstation 12, wobei die Basiseinheit 49'' des Greifersystems 49 mechanisch
und energetisch von der Vertikalstation 48 abgekoppelt wird.
[0077] In den Figuren 4d und 4e schließlich ist eine Ausführungsform des Greifersystems
39 dargestellt. Fig. 4d zeigt das Greifersystem 39 in einer Schnittansicht in der
zx-Ebene ohne Füllgut, während Fig. 4e das Greifersystem 39 in befülltem Zustand mit
Blick in z-Richtung veranschaulicht. Die Halteeinrichtung des erfindungsgemäßen Greifersystems
39 umfaßt bei dieser Ausführungsform ein Paar von gegenüberliegenden Haltebacken 42,
42', die eine Kraft auf die flachen Güter in Stangenrichtung (y-Richtung) bzw. in
der entsprechenden Gegenrichtung ausüben können, wie durch die Pfeile in Fig. 4e angedeutet
ist. Außerdem umfaßt die Halteeinrichtung ein Paar von gegenüberliegenden Haltebacken
43, 43', die eine Kraft in x-Richtung senkrecht zur y-Richtung bzw. in der entsprechenden
Gegenrichtung auf die flachen Güter in der Halteeinrichtung ausüben können. Der minimale
Abstand der in x-Richtung wirkenden Haltebacken 43, 43' voneinander, der durch die
Länge der zu greifenden flachen Güter vorgegeben wird, kann entweder mechanisch, beispielsweise
von Hand oder pneumatisch verstellt werden oder durch einen in der Zeichnung nicht
dargestellten Stellmotor ferngesteuert, insbesondere geregelt angepaßt werden.
[0078] Wie in Fig. 4d angedeutet, ist außerdem noch eine in Richtung der z-Achse verschiebbare
flächige Saugeinheit 44 mit Saugnäpfen 45 vorgesehen, mit der die zu haltenden Güter
in der Halteeinrichtung des Greifersystems 39 in Richtung der z-Achse besonders schonend
angesaugt und ohne schädliche Deformation gehalten werden können. Die Saugnäpfe 45
sind an ein in der Zeichnung nicht dargestelltes System zur Erzeugung von Unterdruck
angeschlossen.
[0079] Die Figuren 5a und 5b zeigen eine spezielle Ausführungsform eines Schmetterlingsgreifers
50 mit zwei gegeneinander verschiebbaren Basisplatten 51, 51' zur zentralen Formatverstellung
für unterschiedliche Transportverpackungsgrößen. An die Basisplatten 51, 51' schließen
sich randseitig Paare von gegenüberliegenden, abklappbaren und/oder verschwenkbaren
Greifflügeln 52, 52'; 53, 53'; 54, 54' an, welche zum simultanen Aufrichten von gegenüberliegenden
Seitenflächen der Transportverpackung aus einem flachliegenden Zuschnitt dienen.
[0080] In Fig. 5a sind beispielsweise die Greifflügelpaare 51, 51' und 54, 54' in anliegendem
und von den Basisplatten 51, 51' weggeschwenktem Zustand gezeigt. Die Doppelpfeile
in Fig. 5a markieren jeweils die Verschiebungsrichtung zur zentralen Formatverstellung.
[0081] In Fig. 5b ist der Schmetterlingsgreifer 50 nach Fig. 5a von der Seite gezeigt, wobei
die Greifflügelpaare 54, 54' sowohl in aufrecht stehender als auch nach unten abgeklappter
Position zu sehen sind.
[0082] Zum sicheren und schonenden Greifen von großen Flächen sind sowohl die Basisplatten
51, 51' als auch die Greifflügel 52, 52'; 53, 53'; 54, 54' mit Saugnäpfen 55 bestückt,
die an ein System zur Erzeugung von Unterdruck angeschlossen sind.
[0083] Eine Querverstellungseinrichtung 56 bewirkt die Formatanpassung des Schmetterlingsgreifers
50.
[0084] Die Figuren 6a bis 6d zeigen eine Ausführungsform des Schmetterlingsgreifers 60 in
verschiedenen Betriebsstellungen. Der Schmetterlingsgreifer 60 soll als Trayaufrichter
die Montage von Stanzzuschnitten sowie von Zwischenlagen bewerkstelligen. Als verstellbarer
Greifer soll er für alle Formate verwendbar sein. Diese Möglichkeit zur Formatverstellung
wird auch genutzt, um die Zwischenlagen zu montieren.
[0085] In Fig. 6a ist der Schmetterlingsgreifer 60 in einer schematischen Ansicht von oben
im "auseinandergefalteten" Zustand zum Entnehmen eines Trayzuschnitts gezeigt. Im
Zentrum erkennt man wiederum die Querverstellungseinrichtung 66, die zum Zwecke der
Formatverstellung die Basisplatten 61, 61' gegeneinander verschieben kann. In den
Basisbereichen sind die Greifflügelpaare 62, 62'; 63, 63'; 64, 64' flach auf dem mit
verstärkten Linien dargestellten Trayzuschnitt 68 ausgebreitet.
[0086] In Fig. 6b sind die Greifflügelpaare 63, 63' und 64, 64' um 90° nach oben geklappt,
um die Frontwände des Trays aufzurichten, während das Greifflügelpaar 62, 62' noch
flach liegt. Die Klappbewegung und das dadurch bewirkte Aufrichten der Frontteile
des Trayzuschnitts kann bereits während einer Verschwenkbewegung im Anschluß auf die
Entnahme des Trayzuschnitts gemäß Fig. 6a aus einem Magazin erfolgen, noch während
der Schmetterlingsgreifer 60 auf seinem Weg zur Montagestation 16 ist, wie in Fig.
1 dargestellt.
[0087] In Fig. 6c sind nunmehr auch die Greifflügel des Paares 62, 62' nach oben geklappt,
um die Seitenwände der Transportverpackung aufzurichten. Zum Verleimen des Trays können
nun "hot-melt"-Punkte aufgetragen werden.
[0088] In einer Fügevorrichtung werden mit Hilfe von in Richtung der Pfeile 67, 67' in Fig.
6d wirkenden Fügehilfen die bislang noch flach liegenden Verstärkungsklappen 69, 69'
von außen auf die aufgerichtete Front des Trays gestellt. Dieser Vorgang ist anhand
der Figuren 7a und 7b näher ausgeführt:
[0089] In Fig. 7a ist ein Schmetterlingsgreifer 70 mit zentraler Querverstelleinrichtung
76 auf eine Fügevorrichtung 71 geschwenkt, von der aus in Richtung der gekrümmten
Pfeile auf die Oberseiten der Frontverstärkungsklappen 79, 79' Klebemittel aufgetragen
wird.
[0090] In Fig. 7b wird dann der Schmetterlingsgreifer 70 mitsamt dem teilmontierten Tray
in Richtung des zentralen Pfeiles nach unten in die Fügevorrichtung 71 gepreßt, wodurch
die Frontverstärkungsklappen 79, 79' nach oben aufgestellt und mit den bereits aufgerichteten
Frontwänden des Trays verklebt werden.
[0091] Um stangenförmige Lagen von Faltschachteln im Umkarton in vertikaler und gegebenenfalls
auch horizontaler Richtung voneinander zu trennen, werden Zwischenlagen eingesetzt,
wie sie in den Figuren 8a und 8b dargestellt sind. Fig. 8a zeigt den Zuschnitt einer
Zwischenlage 80 mit zwei Basisflächen 81, 81', zwei Mittelflächen 82, 82' sowie vier
kleinen Randflächen 83 flach liegend von oben.
[0092] In Fig. 8b ist die Zwischenlage 80 schräg von oben in montiertem Zustand dargestellt,
wobei jeweils die Randflächen 83 als kleine Querausknickungen nach oben aufgestellt
sind und die Mittelflächen 82, 82' in Form einer großen senkrechten Längsausknickung
ebenfalls aufgerichtet sind. Beim Eintauchen der montierten Zwischenlage in den Umkarton
bilden die Querausknickungen der Randflächen 83 eine Einführhilfe, während die Längsausknickung
der Mittelflächen 82, 82' eine räumliche Trennung zweier Faltschachtelstangen in horizontaler
Richtung bewirken.
[0093] In Fig. 9 schließlich ist die Montage einer Zwischenlage mit Hilfe eines Schmetterlingsgreifers
50 mit Querverstellungseinrichtung 56 schematisch von der Seite dargestellt. Der Zwischenlagenzuschnitt
wird dabei von Saugnäpfen 55 des Schmetterlingsgreifers 50 durch das Basisplattenpaar
an den Basisflächen 81, 81' gegriffen und mit Hilfe der Querverstellungseinrichtung
56, welche das Greifflügelpaar 54, 54' sowie die entsprechenden gegenüberliegenden
Greifflügelpaare in Richtung der einfachen Pfeile seitlich zusammenzieht, montiert.
Damit sich die Mittellasche aus den beiden Mittelflächen 82, 82' in die richtige Richtung
ausformt, findet dieser Vorgang über eine Montagehilfe 90 statt. Falls die Randflächen
83 noch nicht aufgerichtet sein sollten, können sie auch beim Einfahren der vormontierten
Zwischenlage in das Tray aufgerichtet werden.
[0094] Obwohl der Schmetterlingsgreifer 50 sowohl die Aufgabe eines Trayformers als auch
die eines Zwischenlagengreifers erfüllt, entstehen hierbei keine Zykluskonflikte,
da Zwischenlagen und Trays nie gleichzeitig gebraucht und montiert werden. Damit läßt
sich der erfindungsgemäße Schmetterlingsgreifer besonders flexibel, rentabel und in
einem räumlich kompakten Umfeld einsetzen.
1. Befüll- und/oder Entnahmeeinrichtung zum Befüllen und/oder zur Entnahme von flachen,
reihen- oder schuppenförmig aneinander liegenden Gütern, insbesondere vorgeklebten,
flachliegenden Faltschachteln in eine bzw. aus einer Transportverpackung (13), insbesondere
einem Umkarton, mit einer Fördervorrichtung zum Zuführen der flachen Güter zur Transportverpackung
(13) bzw. zum Abführen von der Transportverpackung (13) weg, bei der ein Greifersystem
(9, 9'; 29; 49) vorgesehen ist, mit dem die flachen Güter in einer längs einer y-Richtung
ausgerichteten, stangenförmigen Aneinanderreihung über eine stationäre Vertikalstation
(8, 8'; 48) von der Fördervorrichtung entnommen und in die Transportverpackung (13)
eingefüllt bzw. aus der Transportverpackung (13) entnommen und der Fördervorrichtung
zugeführt werden können, wobei das Greifersystem (9, 9'; 29; 49) Teil eines automatischen
Handhabungssystems mit elektronischer Steuerung und Positioniersystem (41) ist und
Antriebs- und Führungselemente für eine Halteeinrichtung, die in y-Richtung und in
mindestens einer Richtung senkrecht zur y-Richtung eine definierte Kraft auf die stangenförmig
aneinander gereihten, flachen Güter ausüben kann, umfaßt, wobei die Halteeinrichtung
eine flächige Saugeinheit mit in einer z-Richtung senkrecht zur y-Richtung wirkenden
Unterdruckerzeugung aufweist.
2. Befüll- und/oder Entnahmeeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das Greifersystem (9, 9'; 29; 49) eine Basiseinheit (49') mit verschwenkbarer mechanischer,
energetischer und ggf. sensorischer Ankopplungsmöglichkeit an das Positioniersystem
(41) einerseits und an die stationäre Vertikalstation mit (8, 8'; 48) andererseits
aufweist.
3. Entnahmeeinrichtung oder kombinierte Befüll- und Entnahmeeinrichtung nach einem der
Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß einschwenkbare Trennfinger zur Bildung
eines Spaltes zwischen den beiden y-seitigen Enden einer verpackten Stange von flachen
Gütern und der jeweils benachbarten Wand der Transportverpackung (13) vorgesehen sind.
4. Befülleinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß ein weiteres Greifersystem (17; 50; 60; 70) zur automatischen Aufrichtung und
Montage der Transportverpackung (13) vorgesehen ist, welches eine Basiseinheit mit
zwei gegeneinander verschiebbaren Basisplatten (51, 51'; 61, 61') zur zentralen Formatverstellung
für unterschiedliche Transportverpackungsgrößen aufweist, an denen abklappbare und/oder
verschwenkbare Greifflügel (52, 52', 53, 53', 54, 54'; 62, 62', 63, 63', 64, 64')
zum simultanen Aufrichten von gegenüberliegenden Seitenflächen der Transportverpackung
(13) aus einem flachliegenden Zuschnitt (68) montiert sind, wobei zumindest einige
der Greifflügel (52, 52', 53, 53', 54, 54'; 62, 62', 63, 63', 64,64') und/oder der
Basisplatten (51, 51'; 61, 61') an ein System zur Erzeugung von Unterdruck angeschlossen
sind und Teile der Transportverpackung (13) ansaugen können.
5. Befülleinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Fördervorrichtung zum Zuführen der flachen Güter zur Transportverpackung (13)
ein Förderbandsystem (30) mit einem im wesentlichen horizontalen Stauband (3; 33)
zum Transport der flachen Güter in einem Schuppenstrom z.B. aus einer Klebemaschine
(1) und zur zeitlichen Pufferung der flachen Güter, mit einem an das Stauband (3;
33) anschließenden, nach oben fördernden und um eine horizontale Schwenkachse etwa
auf der Höhe des Staubandes (3; 33) verschwenkbaren Schleusenband (4; 34) umfaßt,
und daß im Bereich des Schleusenbandes (4; 34) eine Vorrichtung (6; 36) zur gezielten
Stichprobenentnahme einzelner flacher Güter im aufgeschwenkten Zustand des Schleusenbandes
(4; 34) vorgesehen ist.
6. Befüll- und/oder Entnahmeeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Fördervorrichtung, vorzugsweise im Bereich des Schleusenbandes
(4; 34), eine Zählvorrichtung (5; 35) zur Abzählung der geförderten flachen Güter
aufweist.
7. Greifersystem (9, 9'; 29; 49) zum Einsatz in einer Befüll- und/oder Entnahmeeinrichtung
nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
8. Verfahren zum Betrieb einer Befülleinrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die flachen Güter in einem Schuppenstrom mit dem Stauband (3; 33) z.B. aus einer
Klebemaschine (1) kontinuierlich entnommen werden, und daß der kontinuierliche Schuppenstrom
entweder bei heruntergeschwenktem Schleusenband (4; 34) weitergefördert oder bei hochgeschwenktem
Schleusenband (4; 34) am schleusenbandseitigen Ende des Staubandes (3; 33) aufgestaut
und dadurch eine Stange von flachen Gütern gebildet wird, daß das Schleusenband (4;
34) nach Förderung einer vorgewählten Anzahl von flachen Gütern hochgeschwenkt wird,
und daß bei hochgeschwenktem Schleusenband (4; 34) nach einem Stichprobenplan eine
automatische Stichprobenentnahme aus dem vom Stauband (3; 33) geförderten Schuppenstrom
flacher Güter erfolgt.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die entnommenen Stichproben
automatisch magaziniert und, vorzugsweise über elektronische Informationsspeicherung,
dokumentiert werden.