[0001] Die Erfindung betrifft Gebäude mit bis zu vier Geschossen, insbesondere für Wohnzwecke,
auf der Basis einer tragenden Profilstahlkonstruktion, sowie ein geeignetes Verfahren
zur Errichtung der Gebäude.
[0002] Die Errichtung von Gebäuden unter Verwendung von Profilstahlkonstruktionen ist bereits
seit langem bekannt.
In der DE 30 45 177 A1 ist ein Verfahren zur Erstellung einer Hausanlage beschrieben.
An einer inneren oder äußeren, die Versorgungsanlagen aufnehmenden Tragwerkseinrichtung,
werden transportable Wohn- und Arbeitseinheiten so angebracht, daß diese jeweils nur
durch eine verhältnismäßig schmale passagen- oder podestartige Konstruktion über Stand-
oder Hängekonsolen mit der Tragwerkskonstruktion verbunden sind. Die innere Tragwerkskonstruktion
besteht dabei aus einem Zentralturm, in dem Fahrstühle, Treppen sowie die Ver- und
Entsorgungseinrichtungen unterbracht sind. An sternförmig angeordneten Hängekonsolen
sind dann die Wohneinheiten befestigt.
Derartige Hausanlagen sind Hochbauten, die nur eine geringe Grundfläche benötigen,
um eine große Anzahl an Bewohnern unterzubringen. Diese siloartigen Hausanlagen entsprechen
nicht den Bedürfnissen der Menschen nach einem möglichst individuellen Wohnkomfort.
Außerdem sind derartige Wohnanlagen in ihrer Instandhaltung sehr aufwendig.
[0003] Bekannt ist auch ein Verfahren zur Errichtung einer industriellen Anlage nach dem
Baukastenprinzip aus Modulbausteinen (DE 32 29 881 A1). Die Module werden in entsprechend
vorgefertigte Gestelle eingeschoben, die komplett vorgefertigt sind und bereits die
erforderlichen Ver- und Entsorgungsleitungen enthalten.
Derartige Gebäude stellen Containeraufbauten dar, die in ihrem optischen Erscheinungsbild
städtebaulichen Ansprüchen nicht genügen und zumindest für Wohnzwecke mit einem individuellen
Komfort ungeeignet sind.
[0004] Gebäude aus vorgefertigten Raumzellen in Leichtbauweise, die jeweils ein Skelett-Tragwerk
aufweisen, das die Außenwand bildend zweischalig verkleidet ist, sind aus der DE 40
24 497 A1 bekannt. Das Tragwerk ist aus doppelflanschigen Trägern gebildet, wobei
in dem durch den Flanschabstand der Träger bestimmten Wandhohlraurn die notwendigen
Leitungen für die Ver- und Entsorgung enthalten sind. Die einzelnen Raumzellen sind
durch Quergänge zu Raumgruppen miteinander verbunden. Die Montage der einzelnen Raumzellen
erfordert spezielle hebetechnische Ausrüstungen.
Aus der DE 43 02 871 A1 ist ein aus Fertigbauelementen errichtetes Haus bekannt, das
wiederverwertbar abzubauen ist. Die Trägerelemente und/oder Einlegeteile dieses Hauses
sind hohl ausgebildet, um sämtliche Installationen für das Haus innerhalb dieser Hohlräume
beliebig verlegen zu können. Zur Stabilisierung des Hauses können innerhalb der hohlen
Trägerelemente Spannseile oder Spannstäbe gespannt werden. Bekannt ist auch ein Fertighaus
(DE 94 10 139.6 U 1), das aus Fundamentmodul, Grundstockwerkmodul, Oberstockwerkmodul
und Dachstockwerkmodul besteht, wobei sämtliche Module wohnfertig ausgebaut sind.
Die Außenhüllen der Module bestehen aus Aluminium- oder Stahlplatten, die durch Rohre
versteift sind, in denen eine Flüssigkeit zirkuliert. Das Haus ist mit einem Zentralrohr
zentriert, durch das die Ver- und Entsorgungsleitungen verlaufen.
Ein Gebäude, bestehend aus Modulen vorgefertigter Bauzellen, ist in der EP 0 639 677
A1 beschrieben. Jeder Modul besteht aus einer zu einem Stahl-Skelett verschweißten
Rahmenkonstruktion, einem rechteckigen Grundrahmen, einem rechteckigen Deckrahmen
und vier vertikalen Stützen. Die Außenflächen werden mit Leichtbauplatten verkleidet.
Die einzelnen Module entsprechen größeren Raumeinheiten, z.B. wird ein dreigeschossiges
Gebäude aus 15 Modulen erstellt. Die vorgefertigten Module erfordern einen erheblichen
Transportaufwand. Die komplette Hausinstallation muß nach dem Aufstellen der Module
errichtet werden.
Ein in Modulbauweise hergestelltes Haus (DE 44 11 004 A1) besteht aus vier in ihrer
Grundform unterschiedlichen Modulen, einem Erdgeschoßmodul, einem Zwischengeschoßmodul,
einem Dachgeschoßmodul und einem Modul für die Dachspitze. Die Module werden zur Montage
fertig ausgebaut und rohverputzt ausgeliefert. Die einzelnen Module bestehen aus tragenden
Stahlkonstruktionen, die in ihrer Gesamtheit das metallische Traggerüst bilden. Die
Außen- und die Innenwände haben keine tragende Funktion. Die einzelnen Module werden
vor Ort übereinander angeordnet und miteinander verbunden. Anschließend werden die
Fügestellen der einzelnen Module geschlossen, die Dachhaut aufgelegt und ein Feinputz
aufgebracht.
Nachteilig ist der aufwendige Transport der Module, da jedes der Module ein Geschoß
bildet und dadurch einen relativ großen Transportraum erfordert. Die einzelnen Module
ermöglichen keine große Variabilität der äußeren Gestaltung der Häuser. Da die Module
bereits fertig ausgebaut sind, können individuelle Wünsche der Kunden nicht in ausreichendem
Maße berücksichtigt werden.
Die bekannten Gebäude auf der Basis von tragenden Stahlkonstruktionen entsprechen
in ihrer Ausführung nur teilweise den bestehenden Bedürfnissen. Containerähnliche
Bauten und Fertigteilhäuser haben nur eine begrenzte Lebensdauer. Den hohen Anforderungen
an die Wärmeisolierung sowie den Lärm- und Bandschutz können sie nicht in jedem Fall
gerecht werden. Infolge des geringen Wärmespeichervermögens muß zur Beheizung ein
hoher energetischer Aufwand betrieben werden. Ein weiterer wesentlicher Nachteil ist,
daß die aufgeführten bekannten Häuser keinen nachträglichen Anbau oder eine weitere
Aufstockung ermöglichen oder dies nur mit einem sehr hohen Aufwand möglich ist.
Zu beachten ist auch, daß seitens der Kreditinstitute zur Finanzierung von Wohnbauten
eine Bauweise als wert- und leistungsstabile Massivausführung bevorzugt wird.
[0005] Der Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, Gebäude mit bis zu vier Geschossen, insbesondere
für Wohnzwecke, zu schaffen, die eine wesentliche Verkürzung der Bauzeit ermöglichen,
einen geringen Installationsaufwand für die Haustechnik vor Ort erfordern und bei
denen die Haustechnik bereits nach kurzer Bauzeit, vor Fertigstellung des Innenausbaus,
in Betrieb genommen werden kann, eine hohe Variabilität in der baulichen Gestaltung
ermöglichen und die Qualität von Massivgebäuden aufweisen. Ferner ist es Aufgabe der
Erfindung, ein geeignetes Verfahren zur Errichtung der Gebäude zu schaffen.
[0006] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die in den Ansprüchen 1 und 11 angegebenen
Merkmale gelöst. Geeignete Ausgestaltungsvarianten sind in den Ansprüchen 2 bis 10
und 12 angegeben.
Das Wesen der Erfindung besteht darin, daß nach dem Erstellen der Bodenplatte oder
des Fundamentes einschließlich der Bodenplatte für den Keller ein Portaltragwerk aus
einer oder mehreren vorgefertigten Tragwerkseinheiten errichtet wird, wobei die vorgefertigten
Tragwerkseinheiten bereits komplett mit den erforderlichen haustechnischen Ver- und
Entsorgungsleitungen und erforderlichenfalls mit notwendigen haustechnischen Versorgungseinrichtungen,
wie z.B. einer Heizungsanlage, ausgestattet sind. Die kastenförmigen Tragwerkseinheiten
bestehen aus einer Profilstahl-Schweißkonstruktion und werden miteinander verschraubt.
Die Höhe der einzelnen Tragwerkseinheiten entspricht der Höhe des jeweiligen Geschosses.
Nach Erstellung des Portaltragwerkes und der Herstellung der leitungstechnischen Verbindungen
sind bereits wichtige haustechnische Anlagen wie Warm- und Kaltwasserversorgung, Heizung
sowie Abwasserableitung funktionsbereit. Der für das Portaltragwerk benötigte Raum
beträgt ca. 0,5 bis 5 % des umbauten Raumes des zu errichtenden Gebäudes. Je nach
Ausbildung des Portaltragwerkes wird erforderlichenfalls das freie Ende der horizontal
angeordneten Tragwerkseinheiten, die direkt unter dem späteren Dach liegen, mittels
einer Stütze abgefangen. Nach der Errichtung des Portaltragwerkes wird das den äußeren
Rahmen einschließlich Dachstuhl bildende Tragwerk-Skelett, das aus Profilstahlelementen
besteht, aufgestellt und mit dem Portaltragwerk verbunden. Dadurch erhält das Tragwerk-Skelett
eine zusätzliche Stabilität.
Die einzelnen Tragwerkseinheiten des Portaltragwerkes lassen sich an zentraler Stelle
kostengünstig fertigen und mit den erforderlichen haustechnischen Ausrüstungen vormontieren,
wobei nur eine Anzahl von 3 Typen an Tragwerkseinheiten erforderlich ist. Eine Tragwerkseinheit
vom Typ K, die für das Kellergeschoß bestimmt ist. Eine Tragwerkseinheit Vom Typ G,
die für die jeweiligen Geschosse vorgesehen ist, wobei die Tragwerkseinheiten für
das Erdgeschoß und die nachfolgenden Obergeschosse identisch sind. Eine weitere Tragwerkseinheit
vom Typ D ist für eine horizontale Anordnung vorgesehen. Mehrere dieser Tragwerkseinheiten
vom Typ D können untereinander zu einer Reihe verbunden werden und befinden sich nach
der Befestigung an der oberen vertikalen Tragwerkseinheit direkt unter dem Dach. In
diesen Tragwerkseinheiten vom Typ D können eine komplette Heizungseinrichtung, einschließlich
eines Öltanklagers vormontiert werden. Diese Tragwerkseinheiten sind dann so dimensioniert
und ausgestattet, daß sie für Bedienungspersonal zugänglich sind.
Die entsprechende Anordnung der jeweiligen Tragwerkseinheiten ist abhängig von der
Art des zu errichtenden Gebäudes und der vorgesehenen Heizungsart.
Handelt es sich zum Beispiel um ein zweigeschossiges Einfamilienhaus, das mit einer
Erdgasheizung ausgestattet werden soll, so brauchen insgesamt nur drei Tragwerkseinheiten,
eines vom Typ K und zwei vom Typ G montiert werden. An der Tragwerkseinheit vom Typ
K kann dann die Kombi-Therme für die Heizung und Warmwasserversorgung angebracht werden.
Die Tragwerkseinheiten vom Typ K und Typ G, die vertikal angeordnet werden, weisen
auch entsprechende Auflager für die Befestigung von Deckenträgern auf, die mit dem
anderen freien Ende an dem Tragwerk-Skelett befestigt werden.
Da in den Tragwerkseinheiten die erforderlichen Ver- und Entsorgungsleitungen für
die Haustechnik bereits vormontiert sind, kann der Installationsaufwand vor Ort wesentlich
verkürzt werden.
Von besonderem Vorteil ist jedoch, daß bereits nach relativ kurzer Bauzeit, nach Fertigstellung
des Portaltragwerkes, die haustechnischen Versorgungseinrichtungen in Betrieb genommen
werden können. Nach Errichtung der Außenwände und des Daches kann das rohbaufertige
Gebäude bereits beheizt werden. Dadurch wird eine bessere Austrocknung des Gebäudes
erzielt und der notwendige Innenausbau kann auch problemlos bei niedrigen Außentemperaturen
durchgeführt werden.
Das errichtete Portaltragwerk hat auch baustatisch gesehen eine wichtige Funktion,
da es im wesentlichen alle Lasten aus dem Bauwerk aufnimmt. Die Außenwandgestaltung
kann daher beliebig vorgenommen werden, wobei es jedoch zweckmäßig ist, massive Wandelemente
zu verwenden. Die Außen- und Innenwände des Gebäudes haben keine tragende Funktion.
Insgesamt kann durch die vorgeschlagene Lösung die Bauzeit wesentlich verkürzt werden.
Die benötigten Tragwerkseinheiten lassen sich rationell in Serienfertigung herstellen.
Das Portaltragwerk hat keine Nachteile auf die individuelle räumliche Gestaltung der
Gebäude. Es stellt eine neue Systemlösung dar, die für unterschiedliche Bauten, vor
allem im Wohn- und Gesellschaftsbau, angewendet werden kann. Aufgrund der einzuhaltenden
statischen Anforderungen ist sie jedoch auf Gebäude für bis zu vier Geschossen begrenzt.
Erste Berechnungen haben ergeben, daß mit dieser neuen Bauweise Kosteneinsparungen
in Größenordnungen von 20 bis 30 % im Vergleich zu der herkömmlichen Bauweise erzielt
werden können.
Da sich das Portaltragwerk nachträglich noch erweitern läßt, können zu einem späteren
Zeitpunkt Erweiterungen oder Umbauten bereits bestehender Gebäude dieser Art kostengünstig
vorgenommen werden.
[0007] Die Erfindung soll nachstehend am Beispiel eines Einfamilienhauses ohne Keller näher
erläutert werden. In der zugehörigen Zeichnung zeigen
- Fig. 1
- die Bodenplatte mit dem aufgestellten Tragwerk-Skelett in perspektivischer Darstellung,
- Fig. 2
- das Portaltragwerk als Einzelheit in perspektivischer Darstellung,
- Fig. 3
- das Portaltragwerk innerhalb des durch das Tragwerk-Skelett umbauten Raumes in perspektivischer
Darstellung,
- Fig. 4
- eine Tragwerkseinheit des Portaltragwerkes für das Erd- oder Obergeschoß in perspektivischer
Darstellung.
[0008] In der Figur 1 ist die Bodenplatte 1 mit dem aufgestellten Tragwerk-Skelett 2 für
ein Einfamilienhaus ohne Keller dargestellt.
Das gesamte Tragwerk-Skelett 2 besteht aus vertikal und horizontal angeordneten Profilstahlelementen
3, 11, vorzugsweise Doppel-T-Elementen, und zwei runden horizontalen Elementen 4 als
Längsverbinder für die Dachprofilelemente 17. Die Profilstahlelemente sind verzinkt
und untereinander durch Schraubverbindungen verbunden. In der Bodenplatte 1 befindet
sich ein Schacht 5, in dem sämtliche haustechnischen Versorgungsanschlüsse liegen,
wie Stromanschlußkabel, Wasseranschluß, Abwasserleitungsanschluß, Telefon- und Kabel-TV-Anschluß
sowie gegebenenfalls der Erdgasleitungsanschluß. Um diesen Schacht 5 ist ein stabiler
Rahmen 6 einbetoniert, der senkrecht nach oben zeigende Schraubbolzen aufweist, die
zur Verbindung der aufzusetrenden Tragwerkseinheit 8 für das Erdgeschoß dienen.
In der Figur 2 ist der Aufbau des Portaltragwerkes 7 gezeigt. Im konkreten Anwendungsfall
dieses Beispieles besteht das Portaltragwerk 7 aus einer Tragwerkseinheit 8 vom Typ
G für das Erdgeschoß, einer weiteren aufgesetzten Tragwerkseinheit 8' vom Typ G für
das Obergeschoß und vier horizontal miteinander verbundenen Tragwerkseinheiten 9,
9', 9'', 9''' vom Typ D, die sich unmittelbar unter dem Dach des Hauses über die gesamte
Länge des Hauses von Giebelseite zu Giebelseite erstrecken. Die Tragwerkseinheit 9
ist fest auf der oberen Tragwerkseinheit 8' montiert. Die letzte horizontale Tragwerkseinheit
9''' ist durch eine vertikale Stütze 10, z.B. einem U-Profil abgestützt, die mit dem
horizontalen Profilelement 11 an der benachbarten Giebelseite verbunden ist (Fig.
3). Die in der Figur 2 gezeigte Anordnung des Portaltragwerkes 7 stellt eine umgekehrte
L-Form dar. Ausgehend von der vom Bauherren gewünschten Raumaufteilung kann das Portaltragwerk
auch als T-Form angeordnet sein.
Bei den einzelnen Tragwerkseinheiten handelt es sich um vorgefertigte Baugruppen,
die bereits mit den haustechnischen Ver- und Entsorgungsleitungen und/oder Einrichtungen
ausgerüstet sind. Dadurch wird der Montageaufwand vor Ort erheblich reduziert.
Die medienführenden Leitungen 12, 12' der benachbarten Tragwerkseinheiten 8, 8' sind
mittels flexibler Leitungen oder durch Steckverbindungen mediendicht miteinander verbindbar.
[0009] Die einzelnen Tragwerkseinheiten bilden ein kombinierbares System für verschiedene
Varianten, in Abhängigkeit vom Aufbau des Gebäudes, der Raumanordnung und der gewählten
Art der Heizung und Warmwasserversorgung. Im wesentlichen gibt es drei Typen von Tragwerkseinheiten,
den Typ K, der für ein Kellergeschoß vorgesehen ist, den Typ G (8, 8') für die Geschosse
oberhalb der Kellerdecke oder Bodenplatte und den Typ D als horizontal angeordnete
Einheit, wobei wie in Figur 2 zu sehen ist, die Tragwerkseinheit des Typ D 9, 9',
9'', 9''' mit unterschiedlichen Ausstattungen versehen sein kann. Die Tragwerkseinheiten
vom Typ K und G weisen im wesentlichen den gleichen konstruktiven Aufbau auf und unterscheiden
sich lediglich in der Höhe in Abhängigkeit von der Höhe des Kellergeschosses und der
übrigen Geschosse. In diesen Tragwerkseinheiten sind die einzelnen Leitungen für Warm-
und Kaltwasser, für Abwasser und für die Heizung vorinstalliert. In der Zeichnung
sind aus Gründen der Übersichtlichkeit nur die Leitungen 12 für Abwasser und die Leitungen
12' für Kaltwasser dargestellt. In den vertikalen Tragwerkseinheiten 8, 8' sind außerdem
Be- und Entlüftungsrohre, Leerrohre für die Verlegung des Stromkabels sowie für Telefon-
und TV-Kabel vorgesehen. Außerdem können in den betreffenden Tragwerkseinheiten 8,
8' bereits die Komplettanschlüsse für Toilette, WC-Spülkasten, Dusche und/oder Badewanne
integriert sein. Die horizontal angeordneten Tragwerkseinheiten 9, 9', 9'' und 9'''
sind im Vergleich zu den vertikalen Tragwerkseinheiten 8, 8' anders dimensioniert.
Wie Figur 2 zeigt, können mehrere Tragwerkseinheiten 9, 9', 9'', 9''' zu einem Komplex
bzw. einer Reihe miteinander verbunden sein. So z.B. kann in der Tragwerkseinheit
9 ein Ölbrenner 13 und der dazugehörige Warmwasserspeicher 14 angeordnet sein. In
den beiden letzten Tragwerkseinheiten 9'' und 9''' sind die Öltanks 15 angeordnet.
Dazwischen ist noch eine Tragwerkseinheit 9' angeordnet, die über eine bodenseitige
Luke mit einer ausziehbaren Treppe verfügt, so daß vom Obergeschoß aus die horizontalen
Tragwerkseinheiten begehbar sind. Erforderlichenfalls können entlang der horizontalen
Tragwerkseinheiten bestimmte Leitungen geführt werden, die innerhalb der U-förmigen
Stütze nach unten geführt werden. In der Stütze 10 befindet sich auch eine Zufuhrleitung
für das Öl zu den Öltanks 15. Die Betankung der Öltanks kann dann von der Giebelaußenseite
des Hauses erfolgen. Der Aufbau der vertikalen Tragwerkseinheit 8 ist in Figur 4 vergrößert
dargestellt.
Die Tragwerkseinheit 8 besteht aus einem stabilen Rahmen 25 mit Querstreben 26 und
Seitenwänden 27, 28 an den Schmalseiten. An der Ober- und Unterseite sind Verbindungsflansche
29 angeordnet, in denen Bohrungen angeordnet sind. Diese Verbindungsflansche 29 dienen
als Auflageflächen für die unmittelbar übereinander angeordneten Tragwerkseinheiten
8, 8'. Die Befestigung der Tragwerkseinheiten untereinander erfolgt mittels Schrauben,
die durch die deckungsgleichen Bohrungen gesteckt und mit Muttern verschraubt werden.
An der Tragwerkseinheit 8 befinden sich in Geschoßhöhe Auflager 16 für Deckenträger,
die in der Zeichnung nicht näher dargestellt sind. Die Deckenträger können z.B. aus
entsprechend dafür geeigneten Trapezblechen bestehen, die an den Auflagern 15 und
Auflagern an den Profilstahlelementen des Tragwerk-Skeletts 2 befestigt werden. Die
Trapezbleche werden in an sich bekannter Weise mit Beton vergossen. An der Unterseite
der Trapezbleche sind bereits Befestigungsaufnahmen für eine Deckenkonstruktion auf
der Basis von Gipskartonplatten angeordnet.
Die Außenwände des Hauses können aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Zweckmäßig
ist es jedoch, als Außenwandelemente Porenbetonelemente einzusetzen. Möglich ist auch,
als Außenwandelemente vorgefertigte Klinkerwandelemente zu verwenden. Die Außenwände
haben keine tragende Funktion und werden an der Außenseite der Profilstahlelemente
3, 11 des Tragwerk-Skeletts 2 befestigt. Der weitere Innenausbau des Hauses kann in
der üblichen Trockenbauweise erfolgen.
Von großem Vorteil ist, daß z.B. ein Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche von 120
m
2 im Rohbau innerhalb von 20 Tagen errichtet werden kann, wobei durch die in dem Portaltragwerk
integrierten Leitungs- und Versorgungseinrichtungen innerhalb dieser kurzen Bauzeit
die notwendigsten haustechnischen Versorgungeinrichtungen, wie Heizung, Warm- und
Kaltwasserversorgung, Abwasserableitung, Stromzuführung funktionsbereit sind. Der
Bauherr kann auf eigenen Wunsch den Innenausbau selbst vornehmen. Durch die mögliche
Beheizung des als Rohbau fertiggestellten Hauses kann der Innenausbau problemlos auch
bei niedrigen Außentemperaturen durchgeführt werden. Bei einer Ausführung der Außenwände
aus Betonelementen kann ein Massivhaus im Vergleich zu den bisher bekannten Bauweisen
in wesentlich kürzerer Zeit errichtet werden. Die Bauzeit für ein Einfamilienhaus
beträgt z.B. nur 2 Monate. Ein weiterer Vorteil besteht auch darin, daß infolge der
Fertigung der notwendigen Tragwerke aus verzinktem Stahl dieses eine sehr hohe Lebensdauer
aufweist und auf den Einsatz von Holz als Baumaterial nahezu vollständig verzichtet
werden kann.
1. Gebäude mit bis zu vier Geschossen, insbesondere für Wohnzwecke, bestehend aus einem
den äußeren Rahmen einschließlich Dachstuhl bildenden Tragwerk-Skelett aus Profilstahlelementen,
an dem die Außenwandelemente und das Dach befestigbar sind, und einem Innenausbau
in herkömmlicher Trockenbauweise, dadurch gekennzeichnet, daß innerhalb des durch
das Tragwerk-Skelett (2) umbauten Raumes mindestens ein lastaufnehmendes Portaltragwerk
(7) angeordnet ist, das mit dem Tragwerk-Skelett (2) verbunden ist und auf der Bodenplatte
(1) des untersten Geschosses befestigt ist, und aus einer oder mehreren übereinander
angeordneten, fest miteinander verbundenen kastenförmigen Tragwerkseinheiten (8, 8')
aus einer Profilstahl-SchweißkonstruIrtion besteht, wobei die Höhe der Tragwerkseinheiten
(8, 8') der Höhe des jeweiligen Geschosses entspricht, an den Tragwerkseinheiten (8,
8') in Geschoßhöhe Auflager (16) für Deckenträger befestigt sind, die an den Auflagern
(16) der Tragwerkseinheiten (8, 8') und an Auflagern, die an Profilstahlelementen
(3) des Tragwerk-Skeletts (2) angeordnet sind, befestigt sind, wobei in den Tragwerkseinheiten
(8, 8') alle erforderlichen haustechnischen Ver- und Entsorgungsleitungen vormontiert
sind einschließlich entsprechender Kupplungseinheiten zu deren Weiterverbindung.
2. Gebäude nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die oberste vertikale Tragwerkseinheit
(8') mit mindestens einer horizontal verlaufenden, sich unmittelbar unter dem Dach
befindlichen Tragwerkseinheit (9, 9', 9'', 9''') verbunden ist, in der eine haustechnische
Versorgungseinrichtung mit den dazugehörigen Leitungen vormontiert ist.
3. Gebäude nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere horizontal
verlaufende Tragwerkseinheiten (9, 9', 9'', 9''') miteinander verbunden sind und eine
Reihe bilden, die sich von Giebelseite zu Giebelseite oder von der Vorder- bis zur
Rückwand des Gebäudes erstreckt, und mindestens die am freien Ende der Reihe angeordnete
Tragwerkseinheit (9''') durch eine auf der Bodenplatte (1) befestigte Stütze (10)
abgestützt ist.
4. Gebäude nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Stütze (10) als U-Profil
ausgebildet ist und an einem Profilstahlelement (11) des Tragwerk-Skeletts befestigt
ist.
5. Gebäude nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die vertikalen
Tragwerkseinheiten (8, 8') und die horizontalen Tragwerkseinheiten (9, 9', 9'', 9''')
jeweils die gleiche Querschnittsfläche aufweisen.
6. Gebäude nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß in den horizontal
verlaufenden Tragwerkseinheiten (9, 9', 9'', 9''') eine komplette Ölheizungsanlage
(13, 14, 15') installiert ist und eine (9') dieser Tragwerkseinheiten eine bodenseitige
Öffnung für die Zugänglichkeit für Personen aufweist, und das Öltanklager (15) mit
einer Ölzufuhrleitung verbunden ist, die an der Stütze (10) der Tragwerkseinheiten
(9''') befestigt und nach unten zur Gebäudeinnenseite geführt ist.
7. Gebäude nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die medienführenden
Leitungen (12, 12') der benachbarten Tragwerkseinheiten (8, 8', 9, 9', 9'', 9''')
mittels flexibler Leitungen oder durch Steckverbindungen mediendicht miteinander verbunden
sind.
8. Gebäude nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Tragwerkseinheiten
(8, 8', 9, 9', 9'', 9''') des Portaltragwerkes (7) als T-Form oder umgekehrte L-Form
angeordnet sind.
9. Gebäude nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß eine Tragswerkseinheit
für das Kellergeschoß, eine Tragwerkseinheit (8, 8') für jeweils ein Geschoß oberhalb
der Kellerdecke und eine oder mehrere Tragwerkseinheiten (9, 9', 9'', 9''') in horizontaler
Ausführung für den Dachbereich ausgebildet sind.
10. Gebäude nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß in der Bodenplatte
(1) ein Schacht (5) angeordnet ist, in dem sich die haustechnischen Ver- und Entsorgungsanschlüsse
befinden, wobei um den Schacht (5) ein stabiler Metallrahmen (6) befestigt ist, der
Befestigungsaufnahmen für die aufzusetzende Tragwerkseinheit (8) aufweist.
11. Verfahren zur Errichtung von Gebäuden nach einem der Ansprüche 1 bis 10, durch folgende
Verfahrensschritte:
a) Erstellung der Bodenplatte (1) oder des Fundaments einschließlich der Kellerbodenplatte,
b) Errichtung eines aus Tragwerkseinheiten (8, 8', 9, 9', 9'', 9''') gebildeten Portaltragwerkes
(7) durch Befestigung der untersten Tragwerkseinheit (8) auf einem Verankerungsrahmen
(6) in der Bodenplatte (1) und Herstellung der Verbindung zwischen den vorliegenden
Hausanschluß- und Entsorgungsleitungen mit den korrespondierenden Leitungen (12, 12')
in der vorgefertigten Tragwerkseinheit (8),
c) Aufsetzen und Verbinden der nachfolgenden vorgefertigten Tragwerkseinheiten (8',
9, 9'', 9''') einschließlich der integrierten Ver- und Entsorgungsleitungen (12, 12')
zur Errichtung des vollständigen Portaltragwerkes (7) und erforderlichenfalls Anordnung
einer zusätzlichen Abstützung (10) für das Portaltragwerk,
d) Aufstellung des den äußeren Rahmen einschließlich Dachstuhl bildenden Tragwerk-Skeletts
(2) aus Profilstahlelementen (3, 4, 11, 17) sowie dessen Ausrichtung und Fixierung
mit dem Portältragwerk (7),
e) Befestigung der Außenwandelemente am Tragwerk-Skelett (2),
f) Befestigung der vorgefertigten Dachabschnitte auf dem Dachstuhl und Eindeckung
des Daches mittels Dachziegeln,
g) Errichtung der Innentreppen und der Geschoßdecken,
h) Befestigung der Heizkörper an Profilstahlelementen (3) des Tragwerk-Skeletts (2)
und deren leitungsseitige Verbindung mit der Heizungsanlage,
i) Einsetzen der Fenster,
j) Durchführung des Innenausbaus,
k) Fertigstellung der Wandaußenfassade.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß nach Errichtung des Rohbaus
gemäß den Verfahrensschritten a) bis i) die haustechnischen Versorgungseinrichtungen
in Betrieb genommen werden.