[0001] Die Erfindung betrifft einen elektrischen Drehwiderstand nach dem Oberbegriff des
Anspruchs 1.
[0002] Ein derartiger Widerstand ist beispielsweise Gegenstand der DE 36 31 056 A1 und weist
dort eine im Grundkörper umlaufende Widerstandsbahn auf, die von einem zur Drehachse
in radialer Richtung wirkenden Abgriffsglied kontaktiert wird.
[0003] Bei diesem Drehwiderstand soll das beim Drehen auftretende Reibmoment dadurch justierbar
sein, daß eine koaxiale Schraube vorgesehen ist, die mit dem Grundkörper verschraubt
ist und auf einen Drehkörper drückt. Diese Schraube erfüllt mehrere Funktionen. Sie
hält den Drehkörper am Grundkörper, sie stellt eine notwendige Andrückkraft für das
gewünschte Reibmoment zwischen Drehkörper und Grundkörper sicher und dient zur mechanischen
Halterung des Drehwiderstandes.
[0004] Aus dem DE 89 12 785 U1 ist ein Tandem-Potentiometer bekannt, bei dem ein Schleiferträger
mittels eines Untersetzungsgetriebes mit einer Antriebswelle gekoppelt ist, so daß
einer der Schleiferträger um einen kleineren Winkel als der Winkel der Antriebswelle
verstellt wird. Durch diese Maßnahme läßt sich eine feinfühligere Verstellung des
Potentiometers erreichen.
[0005] Das Untersetzungsgetriebe soll von einem Planetenradgetriebe gebildet werden, wobei
der erwähnte Schleiferträger mit einem Planetenrad verbunden ist, das zwischen Verzahnungen
der Antriebswelle und eines ortsfesten konzentrischen Zahnrades angeordnet ist.
[0006] Hiervon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen gattungsgemäßen
Drehwiderstand so auszubilden, daß bei verringertem konstruktiven Aufwand eine feinfühlige
Verstellung und ein von Exemplar zur Exemplar gleichbleibendes Verstellreibmoment
erreicht werden.
[0007] Diese Aufgabe wird durch die im Kennzeichen des Patentanspruchs 1 angegebenen Merkmale
gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0008] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden nachfolgend
beschrieben.
[0009] Es zeigen:
Fig. 1 und 2
Querschnitte von zwei Ausführungsbeispielen eines erfindungsgemäßen Drehwiderstandes;
Fig. 3
einen Schnitt durch den Drehwiderstand nach Fig. 1,
Fig. 4
ein weiteres Ausführungsbeispiel.
[0010] Fig. 1 zeigt einen Querschnitt eines elektrischen Drehwiderstandes 1 mit einem in
einem Gehäuse 2 gelagerten Betätigungsknopf 3, dessen Betätigungsverstellwinkel 4
größer als ein Widerstandsabgriffwinkel 5 ist, wie nachfolgend anhand der Fig. 3 noch
näher erläutert wird. Der Betätigungsknopf 3 ist auf wenigstens drei Kugeln 6 gelagert,
die von einer Käfigscheibe 7 geführt in einer Gehäuserille 8 rollen, die von einer
Radialwand 9 und einer Axialwand 10 gebildet ist, gegen die die Kugeln 6 unter der
Auflagekraft einer Außenkegellauffläche 11 des Betätigungsknopfes 3 belastet sind.
Fig. 2 zeigt eine alternative Ausführung, bei der eine Innenkegellauffläche 12 vorgesehen
ist. Diese beiden Ausführungen der Lagerung ermöglichen eine reibungsarme Verstellung
des Betätigungsknopfes 3.
[0011] Die Radial- und Axialwandlaufflächen weisen Kontakt- und Widerstandsbahnen 13, 14
auf, die von den Kugeln 6 kurzgeschlossen sind. Die Kugeln 6 bestehen aus einem sehr
gut leitenden Werkstoff und können mit einem Edelmetall beschichtet sein. Es entfallen
somit bisher verwendete Kontaktbrücken, Schleifer usw., so daß eine außerordentliche
Verbilligung vorliegt. Der Betätigungsknopf 3 weist einen Anschlagansatz 15 auf, dessen
Betätigungsverstellwinkel 4 durch Gehäuseanschläge 16 begrenzt ist, wie aus Fig. 3
ersichtlich ist. Dieser Anschlagansatz 15 kontaktiert während der Betätigungsverstellung
mit wenigstens einem von zwei Anschlagansätzen 17 der Käfigscheibe 7, deren Anordnung
unter einem Winkel erfolgt, der etwa dem halben Betätigungsverstellwinkel 4 bzw. dem
Widerstandsabgriffwinkel 5 entspricht. Diese Abweichung des Winkels vom theoretisch
im Verhältnis 100 % zu 50 % erreichbaren Winkel kann versuchsmäßig oder rechnerisch
bestimmt werden. Es hat sich gezeigt, daß die unterschiedlich großen Kreisbahnen des
Angriffspunktes der Außenkegellauffläche 11 an den Kugeln 6 und des Mittelpunktes
der Kugeln 6 bzw. Kreisbahnen des Angriffspunktes der Innenkegellauffläche 12 an den
Kugeln 6 und des Mittelpunktes der Kugeln 6 das Verhältnis vergrößern (ca. 100 % zu
55 %) bzw. verkleinern (ca. 100 % zu 38 %).
[0012] Die Erfindung basiert auf der Erkenntnis, daß eine Kugel oder Rolle, auf der ein
Gegenstand abrollt, mit der halben Geschwindigkeit des Gegenstandes rollt bzw. nur
dessen halben Weg zurücklegt. Hierdurch wird bei der beschriebenen Ausführung des
Drehwiderstandes 1 eine Untersetzung der Betätigungsverstellung des Betätigungsknopfes
3 auf die Verstellung der Kugeln 6 bzw. auf die Verstellung des die Kugeln führenden
Käfigs 7 erreicht, ohne daß z.B. Zahnradgetriebe benötigt werden.
[0013] Es ist bekannt, daß bei Wälzlagern eine aus Rollen und Gleiten zusammengesetzte Bewegungsart
der Wälzkörper auftritt, wobei das Gleiten als Mikroschlupf bezeichnet wird. Bei dem
vorliegenden Drehwiderstand 1 wird dieser Mikroschlupf verstärkt durch die unterschiedlich
großen Kreisbahnen der Kugelabstützpunkte 18, 19, 20, die in Fig. 1 dargestellt sind,
die durch Gleiten der Kugeln 6 auf den Kontakt- und Widerstandsbahnen 13, 14 ausgeglichen
werden.
[0014] Hierdurch erfolgt eine Selbstreinigung der Kontakt- und Widerstandsbahnen 13 und
14, die erst den Einsatz der Kugeln 6 als kurzschließendes Übertragungselement ermöglicht.
[0015] Dieser Mikroschlupf bewirkt jedoch auch, daß das theoretisch vorliegende Untersetzungsverhältnis
u. U. nicht eingehalten wird. Hierfür dienen jedoch die Anschlagansätze 17 an der
Käfigscheibe 7. Durch diese erfolgt immer eine Mitnahme der Käfigscheibe 7 und damit
der Kugeln 6 durch den Anschlagansatz 15 des Betätigungsknopfes 3 bis zu den Gehäuseanschlägen
16, d. h. es liegt jeweils eine Neujustierung vor.
[0016] Die Auflagekraft der Außen- bzw. Innenkegellauffläche 11 bzw. 12 wird durch eine
oder mehrere zwischen Gehäuse 2 und Betätigungsknopf 3 eingespannte Federn 21 erzeugt.
In Fig. 1 ist hierfür eine Scheibenfeder 22 vorgesehen, die sich in eingebautem Zustand
unter Spannung auf einem Bund 23 des Betätigungsknopfes 3 und auf einem Anschlagbund
24 des Gehäuses 2 abstützt.
[0017] Fig. 2 zeigt eine Ausführung der Feder 21 mit Federarmen 25.
[0018] Die Ausführungen der Fig. 1 und 2 unterscheiden sich durch die Ausbildung mit Außen-
bzw. Innenkegellaufflächen 11 bzw. 12. Fig 1 zeigt die Ausbildung mit Außenkegellauffläche
11, bei der die Radialwand 9 des Gehäuses 2 nach innen zeigt, und Fig. 2 mit Innenkegellaufläche
12, bei der die Radialwand 9 nach außen zeigt.
[0019] Es ist vorgesehen, daß die Kontaktbahnen 13 über Anschlußfahnen 26 aus dem Gehäuse
2 herausgeführt sind und die Widerstandsbahn 14 aus einer in das Gehäuse 2 eingelegten
Folie 27 besteht, deren Endabschnitte 28 mit einer leitenden Schicht versehen sind,
wie aus Fig. 3 ersichtlich ist, die einen Schnitt der Fig. 1 durch den Betätigungsknopf
3 und das Gehäuse 2 zeigt, in dem die Kugeln 6 innerhalb von Führungsausnehmungen
29 der Käfigscheibe 7 dargestellt sind und der durch die Gehäuseanschläge 16 begrenzte
Betätigungsverstellwinkel 4 des Betätigungsknopfes 3 sowie der Widerstandsabgriffwinkel
5, der in etwa dem halben Betätigungswinkel 4 entspricht, unter dem die Anschlagansätze
17 der Käfigsscheibe 7 angeordnet sind.
[0020] Es versteht sich von selbst, daß bei der Betätigungsverstellung der Anschlagansatz
15 vom Gehäuseanschlag 16 in Richtung des Anschlagansatzes 17 der Käfigscheibe 7 und
des anderen Gehäuseanschlags 16 wegwandert, wobei die dabei mit etwa der halben Geschwigkeit
mitbewegte Käfigscheibe 7 bzw. der entsprechende Anschlagansatz 17 durch den Anschlagansatz
15 des Betätigungsknopfes 3 erst bei dessen Annäherung oder Anschlag an den Gehäuseanschlag
16 eingeholt wird.
[0021] Es ist ersichtlich, daß die Folie 27 in der Ausführung nach Fig. 1 und 3 an die nach
innen gerichtete Gehäusewandung angelegt und durch eine Rippe 30 verdrehgesichert
ist. Die Folie 27 weist im Bereich von Kontaktsegmenten 31, die die Kontaktbahn 13
bilden und über die erwähnten Anschlußfahnen 26 elektrisch angeschlossen sind, im
Bereich der Rippe 30 die leitenden Endabschnitte 28 und im Mittelabschnitt eine die
Widerstandsbahn 14 bildende Widerstandsschicht 32 auf, so daß eine Kontaktierung vom
jeweiligen Kontaktsegment 31 zu der leitenden Schicht 28 und eine Kontaktierung zur
Widerstandsschicht 32 über die dazwischen liegenden Kugeln 6 erfolgt, wobei der Spannungsabgriff
zwischen Widerstandsschicht 32 und Kontaktsegment 31 eine stellungsabhängige Spannungshöhe
aufweist. Die Ausbildung der Folie 27 in Fig. 2 entspricht der nach Fig. 1, es sind
jedoch Maßnahmen zur Befestigung und Verdrehsicherung zu treffen.
[0022] Vorteilhafterweise kann der Betätigungsknopf 3 eine Verrasterung aufweisen, die durch
eine Rastverzahnung 33 des Gehäuses 2 bzw. Betätigungsknopfes 3 bewirkt wird, in die
die Federarme 25 der zwischen Gehäuse 2 und Betätigungsknopf 3 eingespannten Feder
21 eingreifen, um eine Verstellsicherung zu erreichen.
[0023] Die aus dem Gehäuse 2 herausgeführten Anschlußfahnen 26 ermöglichen den elektrischen
Anschluß der mit den beiden Schichten der Endabschnitte 28 der Folie 27 verbundenen
Kontaktsegmente 31 an den Plus- und Minuspol einer Spannungsquelle. Über die Anschlußfahne
26 des mit der Widerstandsschicht 32 der Folie 27 verbundenen Kontaktsegments 31 kann
die stellungsabhängige Spannung zwischen Plus- oder Minusanschluß abgegriffen werden.
[0024] Fig. 4 zeigt eine weitere Ausführung, bei der eine beidseitige Kontaktierung erfolgt
durch beiderseits der Kontaktsegmente 13 bestehende Kugeln 6 und Kontaktbahnen 14
und Innenkegellaufflächen 12, wobei die eine Innenkegellauffläche 12 auf einem auf
den Betätigungsknopf 3 aufgesetzten Abschlußring 34 besteht. Diese Ausführung ermöglicht
eine höhere Spannungs- bzw. Strombelastung durch Verdopplung der Kontaktierung.
[0025] Die Erfindung beschränkt sich nicht auf die gezeigten Ausführungen, es können mehrere
Kugeln und mehrere Widerstandsbahnen vorgesehen werden, ohne daß der Bereich der Erfindung
verlassen wird.
1. Elektrischer Drehwiderstand mit einem in einem Gehäuse gelagerten Betätigungsknopf,
dessen Betätigungsverstellwinkel größer als ein Widerstandsabgriffwinkel ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Betätigungsknopf (3) auf wenigstens drei Kugeln (6) gelagert ist, die von
einer Käfigscheibe (7) geführt in einer Gehäuserille (8) rollen, die von einer Radialwand
(9) und einer Axialwand (10) gebildet ist, gegen die die Kugeln (6) unter der Auflagekraft
einer Außen- bzw. Innenkegellauffläche (11 bzw. 12) des Betätigungsknopfes (3) belastet
sind, daß die Radial- und Axialwandlaufflächen jeweils Kontakt- und Widerstandsbahnen
(13, 14) aufweisen, die von den Kugeln (6) kurzgeschlossen sind, und daß der Betätigungsknopf
(3) einen Anschlagansatz (15) aufweist, dessen Betätigungsverstellwinkel (4) durch
zwei Gehäuseanschläge (16) begrenzt ist und der während der Betätigungsverstellung
mit wenigstens einem von zwei Anschlagansätzen (17) der Käfigscheibe (7) kontaktiert,
deren Anordnung unter einem Winkel erfolgt, der in etwa dem halben Betätigungsverstellwinkel
(4) bzw. dem Widerstandsabgriffwinkel (5) entspricht.
2. Elektrischer Drehwiderstand nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Auflagekraft der Außen- bzw. Innenkegellauffläche (11 bzw. 12) durch eine
oder mehrere zwischen Gehäuse (2) und Betätigungsknopf (3) eingespannte Federn (21)
bewirkt ist.
3. Elektrischer Drehwiderstand nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktbahnen (13) bzw. Kontaktsegmente (31) über Anschlußfahnen (26) aus
dem Gehäuse (2) herausgeführt sind.
4. Elektrischer Drehwiderstand nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Widerstandsbahn (14) auf einer in das Gehäuse (2) eingelegten Folie (27)
besteht, deren Endabschnitte (28) mit einer leitenden Schicht versehen sind.
5. Elektrischer Drehwiderstand nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Betätigungsknopf (3) eine Verrasterung aufweist, die durch eine Rastverzahnung
(33) des Gehäuses (2) bzw. Betätigungsknopfes (3) bewirkt wird, in die Federarme (25)
der zwischen Gehäuse (2) und Betätigungsknopf (3) eingespannten Feder (21) eingreifen.