[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Anwickeln von dünnem bandförmigem Walzgut
auf einen Haspeldorn, bei der die ersten Windungen mittels einer die Windungen teilweise
umschlingenden, endlos über umfangsverzahnte, teilweise angetriebene Kettenzahnräder
geführten Zahnkette gehalten werden, die aus einem aufgelockerten Laschenverband mit
mehreren nebeneinander angeordneten Ketteneinheiten besteht, deren Kettenglieder auf
der dem anzuwickelnden Band zugewandten Seite glatt ausgebildet sind und die mittels
Schwingen aus der Anwickelposition in eine Ruheposition bewegbar sind. Des weiteren
betrifft die Erfindung eine Haspelanordnung am Ende einer Anlage zum Endloswalzen
von Warmbandquerschnitten.
[0002] Aus der deutschen Patentschrift 44 19 377, die die Gattung der vorliegenden Erfindung
bildet, ist ein Haspel für dünnes Band bekannt geworden, der zum Anwickeln des Bandes
einen Bandumschlinger in Zahnkettenbauweise verwendet. Diese Einrichtung ist für das
Anwickeln von dünnem Warmband mit Bandstärken von 0,7 bis 2,0 mm auf den Dorn des
Haspels gut geeignet; die Belastung für die Zahnkette liegt im zulässigen Bereich.
[0003] Häufig besteht jedoch in Warmbandanlagen, insbesondere in Dünnbrammenanlagen, die
Forderung sowohl Fertigbänder mit 0,7 bis 2,0mm Stärke, wie auch Bänder mit Bandstärken
bis zu 6 mm zu walzen und auf den Haspel aufzuwickeln. Für das Anwickeln solcher relativ
dicker Bänder ist aber die in der gattungsbildenden deutschen Patentschrift 44 19
377 C2 beschriebene Anwickelvorrichtung nicht geeignet; denn die Zugbelastung der
Zahnkette wird beim Umlenken des dicken Bandes um den Dom so hoch, daß nur eine kurze
Lebensdauer der Zahnkette zu erwarten ist.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ausgehend von einer Anwickelvorrichtung
nach der DE 44 19 377 C2, die bekannte Vorrichtung so zu verbessern und in eine Anlage
zum Aufhaspeln von dünnen und dünnsten Bändern zu integrieren, daß mit ihr Bandstärken
von etwa 0,7mm bis 6 mm störungsfrei und zuverlässig angewickelt werden können.
[0005] Zur Lösung der Aufgabe ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß der Zahnkette mehrere
Biegerollen zugeordnet sind, die seitlich voneinander beabstandet und über die Bandbreite
verteilt im Einlaufbereich des Bandes auf mindestens zwei in Bandeinlaufrichtung zueinander
parallelen hintereinander angeordneten drehangetriebenen Wellen derartig angeordnet
sind, daß ihre zum Anwickeln des Bandes wirksamen Oberflächen in die zwischen den
Ketteneinheiten gebildeten Freiräume eintauchen und an die Oberseite des Bandes anlegbar
sind.
[0006] Erfindungsgemäß übernehmen die Biegerollen zusammen mit dem Haspeldorn die Biegearbeit
und entlasten dadurch die Zahnkette. Auf diese Weise können mit einem modifizierten
"Kettenumschlinger", wie die gattungsgemäße Vorrichtung bezeichnet werden kann, auch
die "dickeren" Bänder bis 6 mm Bandstärke problemlos gewickelt werden. Dadurch, daß
die vorgesehenen Biegerollen zwischen den Ketteneinheiten angeordnet sind, ohne deren
Funktion zu beeinflussen, können mit ein und derselben Vorrichtung auch die dünnsten
Bänder (0,7-2 mm Stärke) angewickelt werden. Für die Walzung dünner Bänder brauchen
keine separaten Dünnbandhaspel instaliert zu werden;. für die Walzung dickerer Bänder
brauchen keine herkömmlichen Unterflurhaspel benutzt zu werden. Durch die Zusammenfassung
der Haspel in einem einzigen Haspeltyp mit der Möglichkeit, Bänder im Bereich von
0,7-6 mm anzuwickeln, ergibt sich eine deutliche Vereinfachung, die letzlich der Wirtschaftlichkeit
der Anlage zugute kommt.
[0007] In einer günstigen Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, den Biegerollen und
den angetriebenen Kettenzahnrädern einen gemeinsamen Antrieb zuzuordnen. Dieser gemeinsame
Antrieb vereinfacht die Antriebskinematik der erfindungsgemäßen Vorrichtung und erspart
einen zweiten separaten Antriebsmotor. Die Verknüpfung zu einem Antrieb gewährleistet
einen guten Gleichlauf von Ketteneinheiten und Biegerollen, der wiederum Störungen
beim Anwickeln der dünnen und dünnsten Bänder vermeiden hilft.
[0008] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung erfolgt der gemeinsame Antrieb der
Kettenzahnräder und der Biegerollen über ein Kegel-Stirnradgetriebe, dessen Eintriebsstirnrad
das Antriebsmoment über jeweils eine Stirnradgetriebepaarung an die Antriebswelle
des benachbarten Kettenzahnradantriebes und über richtungsumkehrende Zwischenräder
an die Antriebswellen der benachbarten Biegerollenantriebe weiterleitet. Die getriebliche
Vereinigung der beiden Antriebe ist kompakt und funktionssicher. Das Stirnradgetriebe
hat einen Eintrieb und mindestens drei Abtriebe, nämlich zwei für die Biegerollen
und einen für den Antrieb der Zahnkette.
[0009] Vorzugsweise erfolgt der Antrieb des Eintriebsstirnrades über ein achsgleiches Kegelrad
einer Kegelradgetriebepaarung, dessen Gegenrad über eine beugefähige Gelenkwelle von
einem zentralen Antriebsmotor getrieben ist. Diese Art des Antriebes gestattet ein
verschwenken der Schwingen, in denen die Umlenkräder gelagert und die Zahnketten geführt
sind, aus der Arbeitsposition (Anwickelposition) in eine Ruheposition (Wickelposition),
wobei nach einem weiteren Merkmal der Erfindung das Beugegelenk der Gelenkwelle im
Schwenkpunkt der die Kettenzahnräder, Umlenkräder und die Biegerollen aufnehmenden
sowie das Stirnradgetriebe tragenden Schwinge angeordnet ist.
[0010] Eine Haspelanordnung zum Aufhaspeln von dünn gewalztem Fertigband am Ende einer Anlage
zum Endloswalzen von Warmbandquerschnitten aus endabmessungsnah gegossenen Dünnbrammen
unter Verwendung vorstehend beschriebener Vorrichtungen zum Anwickeln des bandförmigen
Walzgutes ist dadurch gekennzeichnet, daß mindestens zwei, vorzugsweise drei Vorrichtungen
zum Anwickeln des Bandes in Unter- und/oder Überflurausführung vorgesehen sind, von
denen mindestens zwei Vorrichtungen abwechselnd betreibbar sind und mindestens der
Einlauf einer der Vorrichtungen in der Bandlaufebene angeordnet ist.
[0011] Um dickere Bandstärken (größer 2 mm) zu wickeln, sind bisher überwiegend Unterflurhaspel
verwendet worden. Diese arbeiten mit konventionellen Biegerollen , die das Band an
den Haspeldorn anlegen. Zum Anwickeln dünnerer oder dünnster Bänder wurden bislang
überwiegend teuere Karussellhaspel eingesetzt. Beide Haspeltypen sind nun durch die
efindungsgemäßen Vorrichtung ersetzbar.
[0012] Weil die Anwickelphase des Bandanfanges stets die kritischste Phase des Haspelvorganges
ist, weil der dünne Bandanfang zunächst zum Dorn geleitet werden muß, bevor er dort
aufgewickelt werden kann, ist es sinnvoll, in Hochleistungsanlagen zum Anwickeln von
dünnen und dünnsten Bändern eine Lösung bereitzustellen, mit der bei einer Störung
der Anwickelvorgang und Wickelvorgang möglichst lange fortgesetzt werden können, um
den endlosen Walzvorgang nicht unterbrechen zu müssen. In konventionellen Anlagen
ist es bekannt, aus diesem Grund mindestens zwei Unterflurhaspel einzusetzen, die
abwechselnd betrieben werden. Auch bei Karussellhaspeln wäre eine Zweifachanordnung
nötig, sie ist jedoch nicht gebräuchlich, weil der Aufwand schon bei einem Karussellhaspel
durch die drehbare Trommel mit mehreren Dornen recht hoch und teuer ist.
[0013] Unter Verwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird deshalb in einer Anlage für
die Produktion von Dünnst-Warmband mit hohen Coilgewichten auch die Möglichkeit geschaffen,
bei Störungen auf eine andere Haspelvorrichtung überzugehen, d.h. mindestens eine
Vorrichtung bei Störfällen als Reserve zur Verfügungzu stellen.
[0014] Bei der Zwei-Haspel-Anordnung wird abwechselnd auf den ersten und den zweiten Haspel
gewickelt, es gibt keinen zusätzlichen Reservehaspel. Bei einer Störung im ersten
Haspel kann man zwar noch über die Weiche auf den zweiten Haspel umschalten und dort
das jeweilige Coil fertigwalzen, jedoch nur kurzzeitig (ca. 10 Minuten). Ist die Störung
am ersten Haspel behoben, wird dort weitergewalzt. Bei der günstigeren Drei-Haspel-Anordnung
wird abwechselnd auf zwei Haspel gewalzt, der dritte Haspel steht jeweils in Reserve
für den Störfall.
[0015] Handelt es sich um eine länger andauernde Störung, muß die Produktionsanlage stillgesetzt
werden. Gewöhnlich sind derartig lang andauernde Störungen bekannt, so daß eine Stillsetzung
der Anlage geplant erfolgen kann.
[0016] Die Haspelanordnung unter Verwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtungen zum Anwickeln
(Kettenumschlinger) stellt eine günstige Lösung in Anlagen zum Herstellen von endlos
gewalztem Dünnband dar, weil der Produktionsprozeß auch bei längeren Störungen nicht
unterbrochen werden muß.
[0017] Auch Innerhalb der Anlage erfordert die Anordnung der Kettenumschlinger besondere
Maßnahmen, denn ein Transportwagen für das fertig gewickelte Coil muß vorhanden sein,
um dieses aus der Anlage zu transportieren. Da der Kettenumschlinger in derselben
Ebene arbeiten muß wie der Coil-Transportwagen, müssen beide Einrichtungen ohne gegenseitige
Behinderung arbeiten können. Das wird vorschlagsgemäß dadurch erreicht, daß jeder
Coil-Transportwagen zum Abtransport der bis zu 50 Tonnen schweren Coils eine eigene
Führung unterhalb der Haspelvorrichtung aufweist, auf der er quer zur Anlage verfahrbar
ist.
[0018] Wenn nach einem weiteren Merkmal der Erfindung vorgesehen ist, daß die Vorrichtung
zum Anwickeln des Bandes auf seitlich oder oberhalb des Haspeldornes quer zur Haspeldornlängsachse
verlaufenden Führungen aus der Arbeitsposition in eine Warteposition verfahrbar ist,
so wird ermöglicht, das Anwickeln und Fertigwickeln des Bandes (anders als beim Karussellhaspel)
in der gleichen Position zu bewerkstelligen; das schwere Haspeldorngehäuse braucht
also nicht geschwenkt oder verfahren zu werden. Da die Drei-Haspel-Anordnung mit nur
zwei Weichen für das Band arbeitet, die Zwei-Haspel-Anordnung sogar nur mit einer
Weiche, ist es möglich, den letzten Haspel jeweils horizontal in der Bandlaufebene
(ohne Neigung der Walzlinie) zu erreichen.
[0019] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend
beschrieben. Es zeigt:
- Figur 1
- eine erfindungsgemäße Anwickelvorrichtung in Anwickelstellung,
- Figur 2
- die Vorrichtung nach Figur 1 in der zurückgefahrenen Ruhestellung,
- Figur 3
- einen Querschnitt durch die Biegerollenachse,
- Figur 4
- eine Haspelanordnung nach der Erfindung mit zwei erfindungsgemäßen Anwickelvorrichtungen,
und
- Figur 5
- eine Haspelanordnung mit drei erfindungsgemäßen Anwickelvorrichtungen.
[0020] In Figur 1 ist mit 1 der Dorn eines Anwickelhaspels bezeichnet, dem das Band 2, von
einem Treiber 3 unterstützt, zugeführt wird. Um das dünne Band ordnungsgemäß auf dem
Dorn 1 anwickeln zu können, ist die erfindungsgemäße Anwickelvorrichtung vorgesehen,
die zunächst aus den beiden Schwingen 4 und 5 besteht, die ihrerseits an einem Schlitten
6 quer zum Dorn 1 verschiebbar angeordnet sind. Die Schwingen 4 und 5 sind mit Hilfe
der Kolben-Zylindereinheiten 7 und 8 aus ihrer Arbeitsposition in eine Ruheposition
verschwenkbar, wie sie in Figur 2 dargestellt und später noch beschrieben wird. An
den Schwingen 4 und 5 sind Umlenkkettenräder 9 drehbar gelagert; die zusammen mit
weiteren am Rahmen befestigten Umlenkkettenrädern 9a die mit 11 bezeichnete endlose
Ketteneinheit so führen, daß sie sich bei in Arbeitsposition befindlichen Schwingen
4 und 5 weitgehend um den Dorn 1 schlingt. Die Ketteneinheit 11 wird über das angetriebene
Kettenrad 10 mit Dornumfangsgeschwindigkeit angetrieben , so daß das von der Treibereinheit
3 eingeführte Band 2 störungsfrei zwischen der Ketteneinheit 11 im Bereich der Schwinge
4 eingeklemmt und um den Dorn 1 gewickelt wird. Der Drehpunkt der Schwinge 4 ist mit
dem Zentrum des Umlenkrad 9 identisch.
[0021] Um auch stärkeres Band problemlos anzuwickeln, sind zusätzlich zur Ketteneinheit
11 an der Schwinge 4 in einem Gehäuse 12 mehrere voneinander beabstandete Biegerollen
13 und 14 über die Bandbreite verteilt angeordnet, die in Laufrichtung des Bandes
2, die mit Pfeilen gekennzeichnet ist, hintereinander auf zueinander parallelen drehangetriebenen
Wellen 15 befestigt sind und - die Zwischenräume zwischen den Ketteneinheiten durchdringend-
an die Oberfläche des Bandes 2 anlegbar sind. Der Antrieb der Biegerollen 13 und 14
erfolgt von einem dem Antriebskettenrad 10 der Ketteneinheit 11 gemeinsamen zentralen
Antriebsmotor 16 über die Gelenkwelle 17 und von dort über eine in der Zeichnungsfigur
1 nicht erkennbare Kegelradverzahnung auf die Eintriebswelle des Zahnkettenantriebs
18, die das Antriebsmoment auf das Kettenrad 10 und über Stirnräder 19 auf die Wellen
der Biegerollen 13 bzw. 14 überträgt. Das Stirnrad 19 zwischen den Wellen der Biegerollen
13 und 14 bewirkt gleichzeitig, daß beide Wellen und damit die Biegerollen13 und 14
in der gleichen Drehrichtung drehen.
[0022] Mit Hilfe der Biegerollen 13 und 14 kann auch ein dickeres Band sauber um den Umfang
des Domes gebogen werden, ohne die Ketteneinheiten zu belasten, die das Band trotzdem
führen.
[0023] In Figur 2 ist die Vorrichtung nach Figur 1 in der Ruheposition dargestellt. Die
gesamte Vorrichtung ist in der Schlittenführung 6 zurückgefahren, nachdem die Schwingen
4 und 5 durch Betätigung der Kolben-Zylindereinheiten 7 und 8 um die Drehpunkte 20
verschwenkt wurden. Die Drehpunkte 20 sind so gelegt, daß sie mit den Achsen der Umlenkkettenräder
9 zusammenfallen. Da die Ketteneinheit 11 nunmehr im Bereich zwischen den Schwingen
4 und 5 gestreckt ist, wird die bisher in der Umschlingung um den Dorn 1 enthaltene
Länge durch Ausfahren der Umlenkkettenräder 21 in die Position 21a ausgeglichen. Das
Kegelradgetriebe mit dem Kegelrad 22 ist so angelegt, daß die Verzahnungen für die
Antriebswelle des Zahnkettenantriebs18 im Eingriff bleiben, egal in welcher Schwenkstellung
die Schwinge 4 sich befindet.
[0024] In Figur 3 ist ein Querschnitt durch die Welle 23 der Biegerollen 13 dargestellt.
Erkennbar greifen die Biegerollen in die Zwischenräume zwischen den Ketteneinheiten
11 und legen sich an die Oberfläche des Bandes 2 an. Die einzelnen Biegerollen 13
sind auf der Welle 23 verkeilt und werden gemeinsam angetrieben. Das rückseitige Kettentrum
läuft in dem Zwischenraum zwischen den Biegerollen 13 zurück, wie bei 11a erkennbar
ist. Die zweite parallele Welle der Biegerollen 14 ist gleich aufgebaut.
[0025] In Figur 4 sind zwei erfindungsgemäße Anwickelvorrichtungen in einer Haspelanordnung
hinter einer Dünnbrammengieß- und walzanlage dargestellt.. Das von dem Treiber 3 ausgetragene
Band 2 wird über die Rollgangsrollen 24 geleitet, wobei es an der Oberseite durch
die endlos umlaufenden Ketten 25 geführt wird. Das Band 2 gelangt so in den Bereich
des Dornes 1 der Anwickelvorrichtung und wird von der erfindungsgemäßen Ketteneinheit
11, wie vorstehend beschrieben, angewickelt.
[0026] Die gesamte Anwickelvorrichtung ist an dem Schlitten 6, wie bei 26 dargestellt, in
Vertikalrichtung heb- und senkbar und kann dadurch nach Zurückschwenken der Schwingen
4 und 5 quer zum Dorn 1 zurückgefahren werden, sobald genügend Windungen um den Dorn
1 angewickelt sind. Wenn ein Bund 27 fertig gewickelt ist, wird das Band 2 durch die
Schere 32 abgetrennt und der Bandanfang des nachfolgenden Bandabschnittes wird von
der Weiche 28 auf den Rollgang 29 gelenkt und zu der zweiten Anwickelvorrichtung geführt.
Bei an den Dorn 1 angeschwenkten Schwingen 4 und 5 der zweiten Anwickelvorrichtung
wird das Band angewickelt. Sobald eine ausreichende Anzahl von Windungen ein freies
Aufwickeln des Bandes 2 ermöglichen, werden die Schwingen 4 und 5 zurückgeschwenkt;
die Anwickelvorrichtung wird über den Schlitten 6 in Pfeilrichtung 26 zurückgefahren.
Während des Anwickelns des Bandes 2 auf der Anwickelvorrichtung, wird das fertige
Bund 27 der anderen Anwickelvorrichtung mit Hilfe des Transportwagens 30 auf quer
zur Walzanlage verlaufenden Schienen 31 aus der Anlage herausgefahren, ohne daß die
Anwickelvorrichtung behindert wird. Gleiches geschieht mit dem fertigen Bund 27 der
anderen Anwickelvorrichtung, das ebenfalls quer zur Bandlaufrichtung aus der Anlage
herausfahrbar ist, nachdem mit Hilfe der Weiche 28 der Bandanfang eines in der Schere
32 abgetrennten Bandendes wieder der anderen Anwickelvorrichtung zugeleitet wurde.
Besonders zu bemerken ist, daß der Bandanfang einer Walzkampangne immer dem in der
Bandebene angeordneten ersten Dorn zugeführt wird, d.h. der Anfang des ersten Bandes
läuft waagerecht und wird nicht umgelenkt.
[0027] In Figur 5 ist eine Haspeldornanordnung mit drei Anwickelhaspeln dargestellt; gleiche
Teile sind gleich bezeichnet. Von den drei Aufwickelhaspeln werden in der Regel zwei
Aufwickelhaspel, beispielsweise die beiden in der rechten Zeichnungshälfte, für das
Aufwickeln des Bandes abwechselnd benutzt, während der dritte Aufwickelhaspel als
Reservehaspel für Störungen zur Verfügung steht. Ansonsten ist die Funktion gleich,
so daß auf die Beschreibung der Zeichnungsfigur 4 Bezug genommen werden kann.
1. Vorrichtung zum Anwickeln von dünnem bandförmigem Walzgut auf einen Haspeldorn, bei
der die ersten Windungen mittels einer die Windungen teilweise umschlingenden, endlos
über umfangsverzahnte teilweise angetriebe Kettenzahnräder geführten Zahnkette gehalten
werden, die aus einem aufgelockerten Laschenverband mit mehreren nebeneinander angeordneten
Ketteneinheiten besteht, deren Kettenglieder auf der dem anzuwickelnden Band zugewandten
Seite glatt ausgebildet sind und die mittels Schwingen aus der Anwickelposition in
eine Ruheposition bewegbar sind.
dadurch gekennzeichnet,
daß den Zahnketteneinheiten (11) mehrere Biegerollen (13,14) zugeordnet sind, die
seitlich voneinander beabstandet und über die Bandbreite verteilt im Einlaufbereich
des Bandes (2) auf mindestens zwei in Bandeinlaufrichtung zueinander parallelen hintereinander
angeordneten drehangetriebenen Wellen (23) derartig angeordnet sind, daß ihre zum
Anwickeln des Bandes (2) wirksamen Oberflächen in die zwischen den Ketteneinheiten
(11) gebildeten Freiräume eintauchen und an die Oberseite des Bandes (2) anlegbar
sind.
2. Vorrichtung zum Anwickeln von bandförmigem Walzgut nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß den Biegerollen (13,14) und den angetriebenen Kettenzahnrädern (9) ein gemeinsamer
Antrieb (16) zugeordnet ist.
3. Vorrichtung zum Anwickeln von bandförmigem Walzgut nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Antrieb der Kettenzahnräder (9) und der Biegerollen (13,14) über ein Kegel-Stirnradgetriebe
erfolgt, dessen Eintriebsstirnrad das Antriebsmoment über jeweils eine Stirnradgetriebepaarung
an die Antriebswelle (15) des benachbarten Zahnkettenantriebes (18) und über richtungsumkehrende
Zwischenräder (19) an die Antriebswellen (23) der benachbarten Biegerollenantriebe
weiterleitet.
4. Vorrichtung zum Anwickeln von bandförmigem Walzgut nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Zahnkettenantrieb (18) des Eintriebsstirnrades über ein achsgleiches Kegelrad
einer Kegelradgetriebepaarung erfolgt, dessen Gegenrad über eine beingefähige Gleichlauf-Gelenkwelle
(17) von dem Antriebsmotor (16) getrieben ist.
5. Vorrichtung zum Anwickeln von bandförmigem Walzgut nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Beugegelenk der Gelenkwelle (17) im Schwenkpunkt der die Kettenzahnräder (9,9a)
und die Biegerollen (13.14) aufnehmenden sowie das Stirnradgetriebe tragenden Schwinge
(4) angeordnet ist.
6. Haspelanordnung zum Aufhaspeln von dünn gewalztem Fertigband am Ende einer Anlage
zum Endloswalzen von Warmbandquerschnitten aus endabmessungsnah gegossenen Dünnbrammen
unter Verwendung der Vorrichtung zum Anwickeln von bandförmigem Walzgut nach einem
oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens zwei, vorzugsweise drei Vorrichtungen zum Anwickeln des Bandes (2)
in Unter- und/oder Überflurausführung vorgesehen sind, von denen mindestens zwei Vorrichtungen
abwechselnd betreibbar sind und mindestens der Einlauf einer der Vorrichtungen in
der Bandlaufebenen angeordnet ist.
7. Haspelanordnung zum Aufhaspeln von dünn gewalztem Fertigband nach Anspruche 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß jeder Vorrichtung ein Coiltransportwagen (30) zur Verfügung steht, der unterhalb
der Vorrichtung auf einer jeweils eigenen Führungsbahn (31) quer zur Anlage verfahrbar
ist.
8. Haspelanordnung zum Aufhaspeln von dünn gewalztem Fertigband nach Anspruche 6 und
7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Vorrichtung zum Anwickeln des Bandes (2) auf seitlich oder oberhalb des Haspeldornes
(1) quer zur Haspeldornlängsachse verlaufenden Führungen aus der Arbeitsposition (Fig.1)
in eine Warteposition (Fig.2) verfahrbar ist.