[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Aushärten von Giesserei-Kernen
aus einer Sand enthaltenden Masse, bei welchem der Kern zu seiner Härtung im Kern-Formwerkzeug
einem mit einem Katalysator angereicherten Gasstrom und gegebenenfalls nachfolgend
einem Druckluftstrom ausgesetzt wird, mit einer dem Kern-Formwerkzeug vorschaltbaren
Misch-Stufe zur Erzeugung eines Katalysatordampf-Trägergas-Gemisches, die über programmgesteuerte
Ventilmittel, Pumpenmittel und Durchflussmesser mit einem Katalysator-Vorlagebehälter
sowie mit einer programmgesteuerten Druckluftquelle in Strömungsverbindung steht.
[0002] Solche Einrichtungen sind bekannt und gestatten kalthärtende Verfahren, wie etwa
das sogenannte Coldbox-Verfahren, bei dem dem Kernsand zwei Komponenten eines Kunstharzsystems
zugefügt werden, welche dann mit dem Sand aushärten, sobald ein Amin, etwa ein Alkylamin
oder ein Methyl-Formiat, als Katalysator zugegeben wird. Die eine Komponente könnte
hierbei z.B. ein Polyesterharz, ein Polyätherharz oder ein beliebiges Kunstharz flüssiger
Konsistenz mit reaktiven Hydroxylgruppen sein; die zweite Komponente ist auf jeden
Fall ein organisches Isocyanat. Die beiden Komponenten werden mit dem Formsand gründlich
vermischt und dann verformt. Um hier nun die Reaktion zu katalysieren und die Handhabung
und den Gebrauch der insbesondere Amine zuverlässig zu gestalten, sind bisher verschiedene
Anstrengungen unternommen worden.
[0003] So ist es bereits seit längerer Zeit bekannt, ein Gemisch von tertiärem Alkylamin
und Luft durch das Isocyanatharz-Sand-Gemisch zu drücken, wobei dieses Amin-Luft-Gemisch
auf Temperaturen von 30 - 50° erwärmt wird, um alle Amintröpfchen zu verdampfen.
[0004] Die bekannten Verfahren haben aber einen gemeinsamen Nachteil, indem der Aushärtevorgang
eine erhebliche Zeitdauer beansprucht. Beispielsweise nimmt die Ausformung des Kern-Sand-Gemisches
im Formwerkzeug auf einer Kern-Schiess-Maschine oft nur Bruchteile einer Sekunde in
Anspruch, wogegen die nachfolgende Begasung zur Aushärtung des Kernes über mehrere
Sekunden zu erfolgen hat, was die Begasung natürlich zu einem enormen Kostenträger
macht.
[0005] Um die Begasungszeit bzw. Aushärtezeit zu verringern, hat man dann in der Regel den
Anteil der Amine überdosiert, unter der Gefahr, dass ein Wiederanlösen der Binder
erfolgen konnte, was die mögliche Endfestigkeit des Kernes auf ca. 80 bis 85% vermindert.
[0006] Danach ist ein weiteres Verfahren bekannt geworden, bei welchem Dosierpumpen zwischen
der Katalysator-Quelle und der Mischstelle von Trägergas und Katalysator eingeschaltet
werden sollen, um den Katalysator besser dosieren zu können, was allerdings auch hier
nur zu einem unbefriedigenden Ergebnis führen kann, da die Druckverhältnisse im Katalysator-Vorlauf
bei jedem Dosiervorgang zunächst absolut indifferent sind.
[0007] Etwas bessere Ergebnisse konnten dann dadurch erzielt werden, dass sowohl das Katalysatordampf-Trägergas-Gemisch
als auch die Druckluft je in einem Dosierbehälter temporär gespeichert und aus diesen
Dosierbehältern dann nacheinander schlagartig in den Kern eingeschossen werden, wobei
die Druckluft mit einem grösseren Volumen gespeichert und auf eine höhere Temperatur
aufgeheizt wird als das Katalysatordampf-Trägergas-Gemisch.
[0008] Für diese Massnahmen aber ist der technische Aufwand enorm und Anlagen dieser Art
lassen wenig Variable zu.
[0009] Es ist deshalb schon vorgeschlagen worden, dass zur Herstellung des Katalysatordampf-Trägergas-Gemisches
der Katalysator in flüssiger Form einer der Heizstufe vorgeschalteten Düse zugeführt
wird, wobei deren Austrittsstrahl unter dem Einfluss eines zusätzlich durch die Düse
strömenden Zerstäubungsgases zerfällt.
[0010] Eine solche Einrichtung lässt aber nur eine sehr ungenau dosierbare Begasung zu.
[0011] Es ist deshalb Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Einrichtung der vorgenannten
Art zu schaffen, die bei geringster Begasungszeit eine optimalste Dosierung des erforderlichen
Katalysators gestattet und gleichzeitig die Verwendung unterschiedlichster Verfahren
mit unterschiedlichsten Parametern, wie aufeinanderfolgende Druckstufen oder proportionalem
Druckanstieg, unterschiedliche Mengen an Katalysator-Gas und zeitlich beliebige Einbringung
des Trägergases resp. der Druckluft erlaubt.
[0012] Dies wird erfindungsgemäss zunächst dadurch erreicht, dass die Ventilmittel in der
Vorlaufleitung des Vorlagebehälters temporär auf eine Rücklaufleitung zum Vorlagebehälter
umschaltbar sind zum Druckausgleich im Vorlaufsystem.
[0013] Diese Massnahme gewährleistet zunächst eine hochpräzise Dosierung, da die Druckverhältnisse
im Katalysator-Vorlauf nun bei jedem Dosiervorgang absolut konstant gehalten werden
können, nachdem vorgängig jeweils Druckausgleich erfolgt.
[0014] Der heutigen Technik entsprechend ist die betreffende Umschaltung der Ventilmittel
wie auch der übrigen Schalt- und Steuerglieder der Einrichtung programm-steuerbar.
[0015] Es wurde gefunden, dass ein Druckausgleich im Katalysator-Vorlauf vor jedem Dosiervorgang
zwar eine wesentlich genauere Dosierung des Katalysators erlaubt, dies aber als noch
verbesserungsfähig angesehen wird, insbesondere im Hinblick auf die Senkung der Katalysatormenge
für jede Reaktion.
[0016] Dies wird nun erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass in der Misch-Stufe ein blockförmiger
Verdampfer-Teil aus porösem Keramik angeordnet wird.
[0017] Es wurde erkannt, dass poröse Keramik eine sehr grosse innere Oberfläche aufweist,
die durch den einströmenden Katalysator vollständig benetzt wird, wonach das einströmende
Trägergas, in der Regel Luft, in intensivsten Kontakt mit der benetzten Oberfläche
kommt und so eine optimale Austragung des Katalysators in den Kern bewirkt, was eine
entsprechende Redukton der Katalysatormenge gestattet.
[0018] Von grosser Bedeutung ist hier zudem, dass entsprechend der grosswegigen Luft-Durchströmung
des Keramik-Verdampfers der Transport des Katalysators in den Kern nach und nach erfolgt,
sodass noch Rest-Amine zum Kern gelangen, wenn dieser bereits ausgehärtet ist, was
dessen Oberflächenhärte wesentlich verbessert.
[0019] Ein solcher Keramik-Verdampfer kann aus Silcium-Carbit, Aluminium-Oxyd, Zirkon-Oxyd
oder-Carbit bestehen und chromaktiv vernickelt sein.
[0020] Seine Durchströmung kann in Druckstufen oder mit proportionalem Druckanstieg erfolgen.
[0021] Es wurde weiter gefunden, dass bei einem solchen Keramik-Körper in einem Magnetfeld
der Katalysator zusätzlich aktiviert und somit seine Menge weiter reduziert werden
kann. Demzufolge wird erfindungsgemäss am blockförmigen Keramik-Teil ein Permanentmagnet
angeordnet. Hierbei kann der Keramik-Körper mit Eisenoxyd angereichert sein.
[0022] Eine beispielsweise Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes ist nachfolgend anhand
der Zeichnung, welche im Blockschema die Einrichtung zum Aushärten von Giesserei-Kernen
zeigt, näher erläutert.
[0023] Die gezeigte, an ein Kern-Formwerkzeug 10 einer nicht näher gezeigten Kern-Schiess-Maschine
anschliessbare Einrichtung zum Aushärten von Giesserei-Kernen aus einer Sand enthaltenden
Masse, umfasst zunächst eine dem Kern-Formwerkzeug 10 vorschaltbare Misch-Stufe 1
zur Erzeugung eines Katalysatordampf-Trägergas-Gemisches, die über programmgesteuerte
Ventilmittel 2, Pumpenmittel 3 und Durchflussmesser 4 mit einem Katalysator-Vorlagebehälter
5 sowie mit einer programmgesteuerten Druckluftquelle 6 in Strömungsverbindung steht.
Diese Baueinheiten sowie weitere, wie ein der Misch-Stufe nachschaltbarer Durchlauferwärmer
11 und Temperaturfühler 12, sind über eine Steuerstufe 13 programmsteuerbar.
[0024] Erfindungsgemäss sind nun die Ventilmittel 2 in der Vorlaufleitung 7 des Vorlagebehälters
5 temporär auf eine Rücklaufleitung 8 zum Vorlagebehälter 5 umschaltbar zum Druckausgleich
im Vorlaufsystem, wie das Vorstehend ausführlich beschrieben wurde.
[0025] Weiter ist erfindungsgemäss in der Misch-Stufe 1 ein blockförmiger Verdampfer-Teil
9 aus porösem Keramik angeordnet, der aus Silcium-Carbit, Aluminium-Oxyd, Zirkon-Oxyd
oder-Carbit bestehen und chromaktiv vernickelt sein kann.
[0026] Weiter kann am Keramik-Körper 9 ein Permanent-Magnet 14 wirksam sein.
[0027] Nach dem erwähnten Druckausgleich wird das Dosier-Ventil 2 in Abhängigkeit des Signals
des Durchflusszählers 4 oder zeitabhängig über die Steuerstufe 13 umgeschaltet, wonach
der Katalysator in die Mischstufe gelangt. Gleichzeitig oder danach wird dann die
Transport-Luft zugeführt und dann das Gemisch, gegebenenfalls über einen Durchlauferwärmer
11, zum Kern geleitet. Danach kann nach Bedarf Spülluft zugeleitet werden.
[0028] Diese Massnahme gewährleistet zunächst eine hochpräzise Dosierung, da die Druckverhältnisse
im Katalysator-Vorlauf nun bei jedem Dosiervorgang absolut konstant gehalten werden
können, nachdem vorgängig jeweils Druckausgleich erfolgt. Ferner gestattet der poröse
Keramik-Verdampfer eine optimale Austragung des Katalysators in den Kern und dementsprechend
eine wesentliche Reduktion der Katalysatormenge , wie vorstehend ausgeführt. Weiter
wird erreicht, dass entsprechend der grosswegigen Luft-Durchströmung des Keramik-Verdampfers
der Transport des Katalysators in den Kern nach und nach erfolgt, sodass noch Rest-Amine
zum Kern gelangen, wenn dieser bereits ausgehärtet ist, was dessen Oberflächenhärte
wesentlich verbessert.
1. Einrichtung zum Aushärten von Giesserei-Kernen aus einer Sand enthaltenden Masse,
bei welchem der Kern zu seiner Härtung im Kern-Formwerkzeug einem mit einem Katalysator
angereicherten Gasstrom und gegebenenfalls nachfolgend einem Druckluftstrom ausgesetzt
wird, mit einer dem Kern-Formwerkzeug vorschaltbaren Misch-Stufe (1) zur Erzeugung
eines Katalysatordampf-Trägergas-Gemisches, die über programmgesteuerte Ventilmittel
(2), Pumpenmittel (3) und Durchflussmesser (4) mit einem Katalysator-Vorlagebehälter
(5) sowie mit einer programmgesteuerten Druckluftquelle (6) in Strömungsverbindung
steht, dadurch gekennzeichnet, dass die Ventilmittel (2) in der Vorlaufleitung (7)
des Vorlagebehälters (5) temporär auf eine Rücklaufleitung (8) zum Vorlagebehälter
(5) umschaltbar sind zum Druckausgleich im Vorlaufsystem.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in der Misch-Stufe (1) ein
blockförmiger Verdampfer-Teil (9) aus porösem Keramik angeordnet ist.
3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der blockförmige Verdampfer-Teil
(9) aus porösem Keramik chromaktiv vernickelt ist.
4. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der blockförmige Verdampfer-Teil
(9) aus porösem Keramik mit Eisenoxyd angereichert ist.
5. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der blockförmige Verdampfer-Teil
(9) aus Silcium-Carbit oder Aluminium-Oxyd oder Zirkon-Oxyd oder-Carbit besteht.
6. Einrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass am blockförmigen Verdampfer-Teil
(9) aus porösem Keramik ein Permanent-Magnet (14) wirksam ist.
7. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchströmung des blockförmigen
Verdampfer-Teiles (9) in Druckstufen oder mit proportionalem Druckanstieg erfolgt.
8. Verwendung der Einrichtung nach Anspruch 1 an einer Kern-Schiess-Maschine.