[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung
von Fahrzeugwagenkästen, vorzugsweise von Wagekästen von schienengebundenen Fahrzeugen,
wobei Verfahren und Vorrichtung insbesondere zum Verbinden der Seitenwände oder zumindest
paneelförmiger Seitenwandelemente von Schienenfahrzeugen mit dem zwischen dem Untergestell
und dem Dach angeordneten sowie aus Profilen bestehenden Fachwerk geeignet sind.
[0002] Das lagegenaue Positionieren und Andrücken von Schienenfahrzeugseitenwänden oder
-seitenwandelementen an Profile des Fachwerks zwecks Verbindens dieser Bauteile oder
-gruppen miteinander ist verfahrens- und vorrichtungsmäßig grundsätzlich gelöst. So
sind beispielsweise durch die DD 114 038 oder die DD 259 825 A1 Vorrichtungen bekannt,
bei welchen zu beiden Seiten des Fahrzeugrohbaus mit dem Fundament verbundene Konsolen
angeordnet sind, die einstellbare Anschläge oder Spannelemente zur Erzeugung erforderlicher
Druck- oder Spannkräfte aufweisen. Verfahrensgemäß werden dabei die Seitenwände nach
dem Aufsetzen durch diese Konsolen mittels einstellbarer Druck-Anschlag-Elemente positioniert,
in senkrechter Lage gehalten und nach dem Aufsetzen des Daches mit diesem und dem
Untergestell verbunden.
Die DD 259 381 A1 zeigt eine Lösung auf bei der an den Längsseiten der Aufnahme für
das Untergestell weitere Aufnahmen für die Seitenwände bzw. Seitenwandsektionen und
an den Stirnwandseiten Aufnahmen für die Stirnwände angeordnet sind, die sich von
der Horizontalen in die Vertikale schwenken lassen. Diese Schienenfahrzeugbaugruppen
werden zunächst in eine waagerechte Lage gefahren und in Aufnahmen fixiert und gespannt.
Danach werden die Aufnahmen mit diesen Baugruppen so eingeschwenkt, daß sie in senkrechter
Lage zu dem in waagerechter Lage verbleibenden Untergestell stehen. Sie werden dann
untereinander und mit diesem verbunden.
[0003] Solche Lösungen von Verfahren und Vorrichtungen weisen aber genau wie die nach der
EP 579 500 A1 die entscheidenden Nachteile auf, daß sie außerordentlich material-
sowie kostenintensiv sind und der Standort der Vorrichtung - einmal vorbestimmt -
nicht verändert werden kann, wodurch sowohl bestimmte arbeitsvorbereitende als auch
fertigungstechnische Abläufe im Rahmen der Fahrzeugherstellung innerhalb des Unternehmens
zwingend festgelegt sind. Daraus resultiert, daß diese Bereiche der Standorte solcher
Vorrichtungen weder fabrikplanerisch noch arbeitsvorbereitend unter dem Aspekt der
Eröffnung zusätzlicher Geschäftsfelder und einer daraus resultierenden Produktionsflexibilität
anderweitig berücksichtigt werden können. Letztlich sollte nicht unerwähnt bleiben,
daß die bekannten Verfahren und Vorrichtungen nicht dazu geeignet sind, auf die aus
der Fertigung unterschiedlicher Fahrzeugtypen zu realisierenden speziellen Bedingungen
problemlos angepaßt zu werden.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur
Herstellung von Fahrzeugwagenkästen, insbesondere Schienenfahrzeugwagenkästen, zu
konzipieren, wobei das Verfahren vorzugsweise für die Montage der Seitenwände oder
zumindest von paneelförmigen Seitenwandelementen an ein zwischen Dach und Untergestell
angeordnetes Fachwerk eignet und die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens äußerst
einfach ausgebildet und dabei nicht an einem bestimmten Standort gebunden sein soll,
wobei gleichzeitig eine hohe Flexibilität hinsichtlich des Einsatzes bei verschiedenen
Fahrzeugtypen zu berücksichtigen ist.
[0005] Diese Aufgabe wird verfahrensgemäß nach Anspruch 1 im wesentlichen durch folgende
Verfahrensschritte gelöst:
- paneelförmige und mindestens Teile von Fenster- und/oder Türausschnitten aufweisende
sowie von der Dach- bis zur Untergestellbaugruppe sich erstreckende Seitenwandelemente
mit ihren oberen Endbereichen am Fachwerk eingehängt werden,
- die freihängenden Seitenwandelemente derart lagepositioniert werden, daß alle Randbereiche
jedes Seitenwandelementes vertikalen und horizontalen Profilen zugeordnet sind,
- eine fluchtende Anordnung der Seitenwandelemente zueinander mittels zumindest an den
vertikalen Profilen angeordneter verstellbarer Anlageelemente eingestellt wird und
- abschließend die Randbereiche der Seitenwandelemente an die Profile und/oder an deren
Anlageelemente angedrückt und mit diesen verbunden werden.
[0006] Und die Vorrichtung zur Lösung der Aufgabe besteht im wesentlichen aus:
- einer Anschlagbaugruppe,
mit krangeeigneten Anschlagmitteln aufweisenden und oberhalb des Fahrzeugdaches angeordneten
Querträgern, deren Länge in etwa der Fahrzeugbreite entspricht und deren Endbereiche
mit Längsträgern verbunden sind,
- einer Druckbalkenbaugruppe,
mit an den Längsträgern ortsveränder- und in Fahrzeuglängsrichtung nach außen schwenkbar
angelenkten sowie bis zum Untergestell sich erstreckenden Druckbalken, und mit Verbindern,
welche höhenverstellbar mit benachbarten Druckbalken verbunden sind,
- einer Gegenkraftbaugruppe,
mit spannbandähnlichen Mitteln, die längeneinstellbar und zum lösbaren Verbinden der
unterhalb des Untergestells angeordneten unteren Endbereiche von in Fahrzeuglängsrichtung
sich gegenüber angordneten Druckbalken geeignet ausgebildet sind und
- einer Pneumatikbaugruppe,
die Steuerungs- und Verbindungselemente aufweist und mit schlauchförmigen Druckmitteln
ausgebildet ist, welche einerseits teilweise von den Druckbalken und von den Verbindern
aufgenommen werden und andererseits zum direkten Wirkkontakt mit den paneelförmigen
Seitenwandelementen vorgesehen sind.
[0007] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, daß die Vorrichtung
nur wenig material- und kostenintensiv sowie auch ortsungebunden überall dort einsetzbar
ist, wo mittels kranähnlicher Einrichtungen ein Anschlagen der Vorrichtung möglich
ist und trotzdem die Anforderungen an die Ausführungsqualität, z. B. bei der Konturgleichheit
der Oberflächen und der parallelen Anordnung der Seitenwandelemente in gleicher Höhe
durch das Verfahren erfüllt werden und gleichzeitig ein breites Einsatzspektrum des
Verfahrens und der Vorrichtung ermöglicht wird. Vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen
Verfahrens und der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind in den jeweiligen Unteransprüchen
angegeben.
[0008] Im folgenden wird das erfindungsgemäße Verfahren anhand eines Ausführungsbeispiels
näher erläutert.
Ein paneelförmiges Seitenwandelement, hier ein aus einem glasfaserverstärktem Polymerharz
bestehendes, in seiner Form der späteren Außenkontur des Wagenkastens entsprechendes
äußeres Oberflächensegment, soll mittels Klebefügen mit dem aus Stahl gefertigten
Fachwerk des Fahrzeuges verbunden werden. Dieses Seitenwandelement ist außenseitig
farblich vorbehandelt und kann Fenster- und/oder Türausschnitte aufweisen. In seiner
Höhe reicht das Seitenwandelement von der Untergestell- bis zur Dachbaugruppe und
entspricht in seiner Breite dem Abstand zwischen zwei vorbestimmten senkrechten Profilen
des Fachwerks. Verfahrensgemäß wird ein Seitenwandelement mittels Kran oder kranähnlicher
Einrichtung in eine später näher beschriebenen kranbaren Vorrichtung eingelegt und
fixiert, mit der Vorrichtung angehoben und in Transportlage zum Fahrzeug transportiert.
In Transportlage und damit in der Lage, in der das Seitenwandelement zu Beginn des
Montagevorganges gehalten wird, weist es beispielhaft eine leichte Schräglage von
15° - 30° zur Lotrechten auf. Nach dem Transport zum Fahrzeug stützt sich das paneelförmige
Seitenwandelement mit seinem Bord auf dem oberen Endbereich des Fachwerks nach dem
Absenken der Vorrichtung mittels Kran oder kranähnlicher Einrichtung ab, wobei es
weiter in der Schräglage verbleibt und ein Wegrutschen durch ein Einrasten in rohbauseitig
angebrachte Zapfen verhindert wird. Ein weiteres Absenken der Vorrichtung bewirkt
eine Drehung uni eine durch Zapfen und Bord bestimmte Schwenkachse und eine Grobpositionierung
des paneelförmigen Seitenwandelementes, so daß allen seinen Randbereichen horizontale
und vertikale Profile des Fachwerks gegenüberstehend zugeordnet sind. Unter Zuhilfenahme
von Peilmitteln wird das Seitenwandelement in seiner Parallelität und höhenmäßig niveaugleichen
Anordnung durch zwei an den Enden des Bordes verstellbar befestigte Einstellelemente
positionierend eingestellt. Um eine fluchtende Anordnung der paneelförmigen Seitenwandelemente
zu erreichen, wird das paneelförmige Seitenwandelement entlang einer der späteren
Außenkontur des Wagenkastens entsprechenden gedachten Fläche mittels in den vertikalen
Profilen des Fachwerks integrierter verstellbarer Anlageelemente ausgerichtet. Bei
dieser Ausrichtung ist eine Mindestklebespaltdicke, die aus der unterschiedlichen
Wärmeausdehnung der Fügepartner bei Temperaturveränderung resultiert, zu berücksichtigen.
Nachdem die Feineinstellung des Seitenwandelementes mittels Lagefixierung der Einstell-
und Anlageelemente beendet ist, werden die Fügepartner für das Fügen vorbereitet.
Das paneelförmige Seitenwandelement wird durch kurzes Anheben der Vorrichtung und
dem dadurch realisierten Drehen um die Schwenkachse vom Fachwerk weggeschwenkt. Bevor
das Seitenwandelement durch kurzes Absenken der Vorrichtung und dem daraus folgenden
Drehen um seine Schwenkachse in die durch die Einstell- und Anlageelemente vorbestimmte
Lage zurückschwenkt, wird Klebemittel in die Randbereiche des paneelförmigen Seitenwandelementes
eingebracht. Ein Vorteil dieses Verschwenkens des paneelförmigen Seitenwandelementes
ist es, daß keine laterale Relativbewegung der Fügepartner auftritt, so daß der noch
nicht ausgehärtete Kleber nicht von den Fügepartnern gelöst wird. Wenn ein vorrichtungsbedingtes
Wegschwenken des paneelförmigen Seitenwandelementes nicht möglich ist, muß dieses
nach vorheriger Lagekennzeichnung wieder vom Fachwerk abgenommen und nach Einbringen
der Klebemittelwulst durch die Lagekennzeichnung vorbestimmt wieder mit dem Bord im
oberen Bereich des Fachwerks eingehängt werden. Nachdem die Endlage der Fügepartner
zueinander wieder hergestellt ist, werden die Randbereiche des Seitenwandelementes
an die Profile des Fachwerks und/oder der Anlageelemente durch in die Vorrichtung
integrierte Andrückelemente angedrückt, bis zum Aushärten des Klebemittels gehalten
und so miteinander verbunden.
Nach dem Abnehmen der Transport-Andrück-Vorrichtung wird diese zum Fügen des nächsten
Seitenwandelementes genutzt bis die Seitenwände beidseitig vollständig sind. Gegebenenfalls
sind die Fügestöße zwischen benachbarten Seitenwandelementen abzudecken oder mittels
Vergußmasse auszufüllen. In einem anderen Anwendungsfall werden vorteilhaft zwei oder
mehrere nebeneinander angeordnete und/oder zwei oder mehrere sich paarweise gegenüber-liegende
paneelförmige Seitenwandelemente, einer modifizierten Bauform der Vorrichtung geschuldet,
nebeneinander und/oder beidseitig zeitgleich die vorgenannten Arbeitsschritte durchlaufend
mit dem Fachwerk verbunden.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann in bestimmten Anwendungsfällen anstelle dem im
Ausführungsbeispiel beschriebenen Fügen von äußeren Oberflächensegmenten, sogenannter
Außenhautelemente, auch zum Verbinden der Innenverkleidung mit dem Fachwerk genutzt
werden. Weiterhin ist es möglich, ein äußeres Oberflächensegment gemeinsam mit seiner
Innenverkleidung, dabei z. B. die Isolation schon aufweisend, als fertige Baugruppe
mit den Profilen der Gerippekonstruktion des Fahrzeuges zu verbinden. Hierbei ist
die Möglichkeit gegeben, Fenster und/oder Türen schon vor dem Fügevorgang in das paneelförmige
Seitenwandelement zu integrieren.
Zur Anwendung können auch andere Fügeverfahren als das Kleben, z. B. das Schweißen,
gelangen, bei welchen klebespezifische Verfahrensschritte entfallen und gegebenenfalls
durch anwendungsspezifische Verfahrensschritte ergänzt werden.
[0009] Ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung ist in der Zeichnung dargestellt und wird
im folgenden näher beschrieben.
Es zeigen
- Fig. 1
- - erfindungsgemäße Vorrichtung mit Fahrzeugwagenkasten
- Fig. 2
- - Seitenansicht nach Fig. 1
- Fig. 3
- - Draufsicht nach Fig. 1 ohne Fahrzeugwagenkasten
[0010] Die relative Einfachheit der Vorrichtung, die in Arbeitsstellung den Fahrzeugwagenkasten
in Längsrichtung allseitig umschließt, ist in Fig. 1 angedeutet.
[0011] So ist erkennbar, daß mit den Endbereichen der Querträger 1, die oberhalb des Fahrzeugdaches
11 angeordnet sind und krangeeignete Anschlagmittel 10 aufweisen, Längsträger 2 derart
verbunden sind, daß der Abstand von in Fahrzeuglängsrichtung sich gegenüber angeordneten
Längsträgern 2 variierbar ist. Dieses Merkmal, welches - wie in Fig. 1 lediglich durch
Strichpunktlinien dargestellt - durch eine teleskopartige Ausbildung der Querträger
1 gelöst sein kann, berücksichtigt die Forderung, die Vorrichtung relativ leicht umrüstbar
auszubilden zur Fertigung von beispielsweise Schmal- oder Normalspurwagenkästen.
Dabei weist die Vorrichtung - worauf später nochmals konkreter eingegangen wird -
auf jeder Längsseite des Fahrzeugwagenkastens je zwei mittels Aufnahmen 3 mit den
Längsträgern 2 verbundene Druckbalken 4 auf, die - wie ebenfalls durch Strichpunktlinien
angedeutet - schwenkbar angelenkt sind.
Die Druckbalken 4 erstrecken sich jeweils bis zum Untergestell 12 und weisen in ihren
unteren Endbereichen augenförmige Aufnahmen 5 auf. Mit den diesen augenförmigen Aufnahmen
5 zugeordneten spannbandähnlichen Mitteln 7, die seilförmig sowie zur Einstellung
mit Spannschlössern 8 ausgebildet sind und in Fahrzeuglängsrichtung sich gegenüber
angeordnete Druckbalken unterhalb des Untergestells 12 miteinander verbinden, ist
eine geschlossene Vorrichtungsstruktur realisiert, welche, bei der Erzeugung von Druckkräften,
ein in sich ausgeglichenes Kraftsystem - mit allen daraus resultierenden Vorteilen
- aufweist.
Die bereits erwähnten Druckkräfte werden erzeugt, indem die Druckbalken 4 und die
an benachbarten Druckbalken 4 höhenverstellbar angeordneten Verbinder 6 - siehe Fig.
2 - an ihren zum Fahrzeugwagenkasten gerichteten Flächen mit formschlüssigen Ausnehmungen
zur teilweisen Aufnahme und damit zur Fixierung von schlauchförmigen Druckmitteln
9 derart ausgebildet sind, daß letztere andererseits direkt mit den vor den Profilen
des Fachwerks angeordneten paneelförmigen Seitenwandelementen 14 in Wirkkontakt treten
können, wenn über die Steuerungs- und rohr- sowie schlauchförmig ausgebildeten Verbindungselemente
13 die Pneumatikbaugruppe der Vorrichtung aktiviert wurde.
In Fig. 2 ist außerdem zu erkennen, daß die Längsträger 2 mit mehreren Aufnahmen 3
für die Druckbalken 4 ausgebildet sind, so daß diese ortsveränderbar an den Längsträgern
angeordnet werden können und die Vorrichtung durch ein einfaches Zuordnen der Druckbalken
4 zu jeweils vorbestimmten Aufnahmen 3 und der Zuordnung entsprechender Verbinder
6 auf unterschiedlich breite paneelförmige Seitenwandelemente 14 eingestellt werden
kann. Da auch die Verbinder 6, wie bereits beschrieben, höhenverstellbar mit benachbarten
Druckbalken 4 verbunden sind, läßt sich die Vorrichtung auch auf die bei unterschiedlichen
Fahrzeugtypen verschieden angeordneten Abstände der Querstreben des Fachwerks und/oder
auf veränderte Fensterhöhen leicht einstellen, wobei als selbstverständlich angesehen
wird, daß zumindest in den Bereichen der flexiblen Anordnung der Längsträger 2, der
Druckbalken 4 und der Verbinder 6 auch flexible, also schlauchförmige Verbindungselemente
13 innerhalb der Pneumatikbaugruppe Verwendung finden.
Letztlich sollte nicht unerwähnt bleiben, daß auch die Druckbalken 4, bedingt durch
ihre einfache Ausbildung, mit relativ geringem Aufwand ausgewechselt und solche zum
Einsatz vorgesehen werden können, die der zu fertigenden Fahrzeugwagenkastenkontur
im wesentlichen entsprechen, was die universelle Anwendbarkeit der Vorrichtung weiter
erhöht.
In Fig. 3 ist die Pneumatikbaugruppe mit den Steuerungs- und Verbindungselementen
13 zu erkennen, welche sichern, daß in Fahrzeuglängsrichtung sich gegenüber angeordnete
schlauchförmige Druckmittel 9 gleichzeitig sowie definierte Druckkräfte erzeugend
aktiviert werden, wobei vom Erfindungsgedanken mit erfaßt sein soll, daß die schlauchförmigen
Druckmittel 9 gegenüber angeordneter Druckbalken 4 bzw. Verbinder 6 gemeinsam mittels
eines Ein- oder getrennt mittels eines Mehrkreispneumatiksystems miteinander verbunden
sein können.
Außerdem ist dieser Darstellung zu entnehmen, daß - wenn die schlauchförmigen Druckmittel
9 über nahezu die gesamte Länge und Breite mit paneelförmigen Seitenwandelementen
14 in Wirkkontakt treten - mit dieser Vorrichtung jeweils nur ein Paar sich gegenüber
angeordneter Seitenwandelemente 14 zur Befestigung am Fachwerk angedrückt werden können,
was aber nicht ausschließt, daß durch die Verdopplung der Druckbalken 4 und der Verbinder
6 oder durch den Einsatz mehrerer gezeigter Vorrichtungen das Andrücken mehrerer Paare
sich gegenüber angeordneter Seitenwandelemente 14 gleichzeitig oder zeitlich versetzt
realisiert werden kann.
Die Verwendung schlauchförmiger Druckmittel 9 zeitigt den Vorteil, daß die Oberflächen
der paneelförmigen Seitenwandelemente 14, welche entweder lediglich äußere Oberflächensegmente
oder fertige Baugruppen, bestehend aus Oberflächensegment, Innenverkleidung und/oder
Isolierung darstellen könnten, nicht beschädigt werden, so daß bereits oberflächenendbehandelte
Seitenwandelemente 14 an die Profile des Fachwerks angedrückt werden können. Der Zielstellung
der Vermeidung von Oberflächenschäden an den Seitenwandelementen 14 und/oder dem leichteren
Handling der Vorrichtung dient auch das Merkmal der schwenkbaren Anordnung der Druckbalken
4 an den Längsträgern 2, da somit relativ einfach die lichte Weite sich gegenüber
angeordneter Druckbalken 4 im erforderlichen Maße vergrößert werden kann. Letztlich
soll noch darauf hingewiesen werden, daß die den Rändern des paneelförmigen Seitenwandelementes
14 zugeordneten schlauchförmigen Druckmittel 9 nur in den Randbereichen mit diesem
in Wirkkontakt treten, so daß zur Verbindung der Seitenwandelemente 14 mit den Profilen
des Fachwerks sowohl moderne Klebeverfahren, wie im Ausführungsbeispiel des Verfahrens
schon beschrieben, als auch konventionelle Fügeverfahren, wie geringe wärmeeinbringende
Schweißverfahren zur Anwendung kommen können, und daß der Erfindungsgedanke nicht
an die in den Ausführungsbeispielen dargestellten Einzelheiten gebunden sein soll.
1. Verfahren zur Herstellung von Fahrzeugwagenkästen, insbesondere Schienenfahrzeugwagenkästen,
welche aus Untergestell- sowie Dachbaugruppe, die mittels eines aus Profilen gebildeten
Fachwerks miteinander verbunden sind, sowie die stirnseitigen Öffnungen verschließenden
Baugruppen bestehen, dadurch
gekennzeichnet, daß
- paneelförmige und mindestens Teile von Fenster- und/oder Türausschnitten aufweisende
sowie von der Dach- bis zur Untergestellbaugruppe sich erstreckende Seitenwandelemente
mit ihren oberen Endbereichen am Fachwerk eingehängt werden,
- die freihängenden Seitenwandelemente derart lagepositioniert werden, daß alle Randbereiche
jedes Seitenwandelementes vertikalen und horizontalen Profilen zugeordnet sind,
- eine fluchtende Anordnung der Seitenwandelemente zueinander mittels zumindest an
den vertikalen Profilen angeordneter verstellbarer Anlageelemente eingestellt wird
und
- abschließend die Randbereiche der Seitenwandelemente an die Profile und/oder an
deren Anlageelemente angedrückt und mit diesen verbunden werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Andrücken der am Fachwerk eingehängten Seitenwandelemente diese um die
gebildete Schwenkachse nach außen und damit vom Fachwerk weggeschwenkt oder gekennzeichnet
und vom Fachwerk abgenommen werden, um auf deren Randbereichen einen zur Klebeverbindung
mit den Profilen des Fachwerks geeigneten Klebstoffauftrag vorzunehmen, worauf anschließend
jedes Seitenwandelement mit den vorbestimmten Profilen und/oder mit deren eingestellten
Anlageelementen wieder in Wirkkontakt zu bringen ist.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß paarweise sich gegenüber angeordnete paneelförmige Seitenwandelemente gleichzeitig
an die vorbestimmten Profile und/oder an deren eingestellte Anlageelemente angedrückt
und verklebt werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die zwischen benachbarten Seitenwandelementen entstandene Fügenut gegebenenfalls
abzudecken oder auszufüllen ist.
5. Vorrichtung zur Herstellung von Fahrzeugwagenkästen, insbesondere Schienenfahrzeugwagenkästen,
im wesentlichen bestehend aus
- einer Anschlagbaugruppe,
mit krangeeigneten Anschlagmitteln (10) aufweisenden und oberhalb des Fahrzeugdaches
(11) angeordneten Querträgern (1), deren Länge in etwa der Fahrzeugbreite entspricht
und deren Endbereiche mit Längsträgern (2) verbunden sind,
- einer Druckbalkenbaugruppe,
mit an den Längsträgern (2) ortsveränder- und in Fahrzeuglängsrichtung nach außen
schwenkbar angelenkten sowie bis zum Untergestell (12) sich erstreckenden Druckbalken
(4), und mit Verbindern (6), welche höhenverstellbar mit benachbarten Druckbalken
(4) verbunden sind,
- einer Gegenkraftbaugruppe,
mit spannbandähnlichen Mitteln (7), die längeneinstellbar und zum lösbaren Verbinden
der unterhalb des Untergestells (12) angeordneten unteren Endbereiche von in Fahrzeuglängsrichtung
sich gegenüber angordneten Druckbalken (4) geeignet ausgebildet sind und
- einer Pneumatikbaugruppe,
die Steuerungs- und Verbindungselemente (13) aufweist und mit schlauchförmigen Druckmitteln
(9) ausgebildet ist, welche einerseits teilweise von den Druckbalken (4) und von den
Verbindern (6) aufgenommen werden und andererseits zum direkten Wirkkontakt mit den
paneelförmigen Seitenwandelementen (14) vorgesehen sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Längsträger (2) querverschieb- und arretierbar mit den Querträgern (1) verbunden
und mit Aufnahmen (3) zur schwenkbaren Anlenkung der Druckbalken (4) ausgebildet sind.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die zum Fahrzeugwagenkasten gerichteten Flächen der Druckbalken (4) und der Verbinder
(6) mit formschlüssigen Ausnehmungen für die schlauchförmigen Druckmittel (9) und
im wesentlichen der zugeordneten Fahrzeugwagenkastenkontur entsprechend ausgebildet
sind, und daß die unteren Endbereiche der Druckbalken (4) augenförmige Aufnahmen (5)
für die spannbandähnlichen Mittel (7) aufweisen.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die spannbandähnlichen Mittel (7) seilförmig und mit Spannschlössern od. dgl.
(8) ausgebildet sind.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die in Fahrzeuglängsrichtung sich gegenüber angeordneten schlauchförmigen Druckmittel
(9) mittels der Steuer- und Verbindungselemente (13) gleichzeitig aktivierbar ausgebildet
sind und in der Gegend der Profile des Fachwerks über nahezu die gesamte Länge und
Breite des paneelförmigen Seitenwandelementes (14) mit diesem in Wirkkontakt treten.