(19)
(11) EP 0 881 317 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
02.12.1998  Patentblatt  1998/49

(21) Anmeldenummer: 98109765.2

(22) Anmeldetag:  28.05.1998
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6D06F 73/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 28.05.1997 DE 19722447

(71) Anmelder: VEIT GMBH & CO
86899 Landsberg (DE)

(72) Erfinder:
  • Michalke, Harald H.
    86899 Landsberg/Ellighofen (DE)

(74) Vertreter: Grünecker, Kinkeldey, Stockmair & Schwanhäusser Anwaltssozietät 
Maximilianstrasse 58
80538 München
80538 München (DE)

   


(54) Finisher


(57) Es wird ein Finisher mit einer Haltevorrichtung für ein Kleidungsstück und einer eine Baueinheit (2) bildenden Ärmelfixiereinrichtung (3, 4, 5) zum Innenspannen von wahlweise Lang- oder Kurzarm-Ärmelenden beschrieben. Die Ärmelfixiereinrichtung ist mittels eine Bewegungsvorrichtung so bewegbar, daß für die Lang- bzw. Kurzarmfixierung jeweils optimale Abstände und Winkelstellungen einstellbar sind. Um eine schnelle Umrüstung von Langärmeln auf Kurzärmeln zu ermöglichen, wobei die spezifischen Qualitätsanforderungen hinsichtlich der Manschetten- bzw. Ärmelformen optimal erfüllt werden, wird vorgeschlagen, eine erste Fixiervorrichtung (3, 4) mit einem ersten Innenspannkörper (3) zum Fixieren von Langarm-Ärmelenden und eine zweite Fixiervorrichtung mit einem zweiten Innenspannkörper (5) vorzusehen. Der erste und der zweite Innenspannkörper (3, 5) sind dann zum Fixieren von Kurzarm-Ärmelenden relativ zueinander bewegbar.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Finisher mit Ärmelfixiervorrichtungen, die zur Finish-Behandlung von Kleidungsstücken eingesetzt werden. Die Kleidungsstücke werden dazu auf eine Büste 1 aufgezogen und anschließend mit einem Behandlungsmedium, wie Dampf oder Heißluft, behandelt, das in die Büste 1 eingeleitet wird und das Kleidungsstück von innen nach außen durchdringt. Um den gewünschten Glättungseffekt zu erzielen, muß das Behandlungsmedium bei einem vorbestimmten Druck das Kleidungsstück aufblähen, wodurch es gespannt und geglättet wird. Da sich ein Druck nur in einem geschlossenen Raum aufbauen kann, müssen die Ärmelenden verschlossen werden.

[0002] Aus dem Stand der Technik ist bekannt, die Ärmelenden mittels einer Klemmeinrichtung zu verschließen. Diese Klemmeinrichtung arbeitet mit zwei gegeneinanderwirkenden parallelen Klemmbacken, wodurch das geklemmte Ärmelende bzw. die Hemdenmanschette eine Knickfalte erhält. Es wurden daher Spannvorrichtungen entwickelt, die diesen Nachteil vermeiden. Die DE 21 37 986 zeigt einen Ärmelspannkörper, der von Hand zusammengedrückt wird, wodurch er seinen Querschnitt ändert. Der Ärmelspannkörper wird im zusammengedrückten Zustand in den Ärmel eingeführt und dort entlastet, wodurch er sich abdichtend an die Stoffinnenfläche des Ärmels anlegt und somit den Ärmelquerschnitt vollständig ausfüllt.

[0003] Der grundsätzliche Nachteil dieser und ähnlich wirkender Spannvorrichtungen besteht darin, daß Hemden oder Blusen, die Ärmel mit Manschetten aufweisen, nur gefinisht werden können, wenn die Manschette geschlossen ist. Nur bei einer geschlossenen Manschette kann sich der Ärmelspannkörper an die Ärmelwandung anlegen. Daher muß die Manschette von Hand zugeknöpft werden, wozu ein - verglichen mit dem gesamten Finishprozeß - erheblicher Zeitaufwand erforderlich ist. Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß diese Spannvorrichtungen nicht gleichzeitig für die Kurzarmspannung geeignet sind, da ein Kurzarm einen wesentlich größeren Querschnitt aufweist, der von dem Ärmelspannkörper für Langarme nicht ausgefüllt werden kann.

[0004] Die US-PS 3 568 900 beschreibt eine Ärmelfixiereinrichtung, die als Außenspanner ausgebildet ist, und zwei Klemmbacken enthält, die jeweils in den vorbestimmten Abstand zur Haltevorrichtung für das Kleidungsstück bewegbar sind, um sowohl Manschetten als auch die Ärmelränder von Kurzärmeln zusammenpressen und aufspannen zu können. Außenspanner sind jedoch insbesondere wegen der nicht zu vermeidenden Faltenbildung weniger erwünscht.

[0005] Die JP 4-250200 A beschreibt eine Bügelpresse zum Bügeln des Kragens und der Manschetten eines Langarmhemdes sowie zum Bügeln des Kragens und der Ärmel eines Kurzarmhemdes. Zum Bügeln wird sowohl der Kragen als auch die Manschetten und die Kurzärmel auf gerundete, beheizte Flächen gelegt und mit komplementär gerundeten, ebenfalls beheizten Flächen gepreßt. Die Druckschrift zeigt somit keine Ärmelfixiereinrichtung für einen Finisher und ist, zumindest was die Preßrichtung betrifft, eher mit einem Außenspanner als mit einem Innenspanner zu vergleichen. Die unterschiedlichen Preßauflagen sind durch die unterschiedlichen Ärmellängen bestimmt und somit eher mit der Einrichtung zum Einstellen optimaler Abstände und Winkelstellungen vergleichbar.

[0006] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, einen Finisher mit einer konstruktiv einfachen Ärmelfixiervorrichtung bereitzustellen, die eine schnelle Umrüstung von Langärmeln auf Kursärmeln ermöglicht, wobei die spezifischen Qualitätsanforderungen hinsichtlich der Manschetten- bzw. Ärmelformen optimal erfüllt werden.

[0007] Die Aufgabe wird mittels einer Ärmelfixiervorrichtung gemäß Patentanspruch 1 gelöst. Die Ärmelfixiervorrichtung zeichnet sich durch eine schnelle Umstellung von Langarmauf Kurzarm-Betrieb aus. Da die Ärmelfixiervorrichtung so verschwenkt wird, daß ihre räumliche Lage der optimalen Stellung des Ärmels entspricht, wird ein gutes Finishergebnis auch hinsichtlich der Formhaltigkeit des Hemdes erzielt.

[0008] Weitere Maßnahmen und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den weiteren Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele in Verbindung mit den beigefügten schematischen Zeichnungen.
Fig. 1
zeigt eine Vorrichtung zur Finish-Behandlung von Lang- bzw. Kurzarmhemden in der Vorderansicht.
Fig. 2
zeigt eine erste Ausführungsform der erfindungsgemäßen Fixier vorrichtung in der Ansicht A-A bzw. B-B.
Fig. 3
zeigt die Ansicht von Fig. 2 in der Position Langarm.
Fig. 4 - 6
zeigen die Ansicht von Fig. 2 in der Position Kursarm.
Fig. 7 - 8
zeigen eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen Fixiervorrichtung in der Ansicht A-A bzw. B-B, wobei die
Fig. 7
die Kurzarmspannung und die
Fig. 8
die Langarmspannung zeigt.


[0009] Fig. 1 zeigt die Vorrichtung zur Finish-Behandlung von Hemden oder Blusen in der Vorderansicht, wobei die linke Bildhälfte die Langarm-Position und die rechte Bildhälfte die Kurzarm-Position zeigt. Die Ärmelfixiervorrichtung weist eine Baueinheit 2 auf, die mittels einer Bewegungsvorrichtung in eine räumlich optimale Lage bringbar ist, wobei neben der Einstellung auf die aktuelle Armlänge weiterhin noch eine Verschwenkung der Baueinheit 2 vorgesehen ist, um auch eine Anpassung an den Hemdenschnitt zu erreichen Die Bewegungsvorrichtung wird z. B. mittels Pneumatik-Zylinder betätigt, sie kann jedoch auch von Hand oder durch andere geeignete Antriebsmittel angetrieben werden. Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist eine Steuerautomatik vorgesehen, die die Bewegungsvorrichtung in eine vorbestimmte bzw. programmierbare Lage bringt.

[0010] Die Fig. 2 zeigt die Fixiervorrichtung in der Ansicht A-A bzw. B-B im geöffneten Zustand, d. h. ohne Ärmel.

[0011] Zum Fixieren einer Langarmmanschette ist auf einer Grundplatte 2 ein tropfenförmiger Manschetten-Spannkörper 3 mit Seitenflanken 3a, 3b vorgesehen. Zwei Klemmbacken 4a, 4b sind in Gegenüberlage der Seitenflanken 3a, 3b beabstandet so angeordnet, daß die Manschette ungehindert um den Manschetten-Spannkörper 3 gelegt werden kann.

[0012] Danach werden mittels einer Bewegungsvorrichtung (nicht gezeigt) die Klemmbacken 4a, 4b gegen die Seitenflanken 3a, 3b gedrückt.

[0013] Zum Fixieren eines Kurzarms wird dieser um die Seitenflanke 3a des Manschetten-Spannkörpers 3 und um die als Stift ausgebildete Fixiervorrichtung 5 gelegt, die in Pfeilrichtung bewegbar ist, um einen Kurzarm-Ärmel 7 aufzuspannen. Anschließend drückt die Klemmbacke 4a auf die Seitenflanke 3a, wodurch der Ärmel sicher fixiert wird. Die Klemmbacke 4b ist in dieser Betriebsart ohne Funktion.

[0014] Die Fig. 3 zeigt die Fixiervorrichtung in der Ansicht A-A mit eingespannter Langarmmanschette 6, wobei die Lage der Manschettenflügel 6a, 6b aus der Figur ersichtlich ist. Der Rand der Manschette liegt an der Oberfläche der Grundplatte 2 an. Beim Einlegen der Manschette dient die Grundplatte 2 als Positionieranschlag, so daß die Bedienperson keine erhöhte Aufmerksamkeit aufbringen muß. Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung der Klemmbacken 4a, 4b sind diese zur Vermeidung von Druckstellen auf dem Hemdenstoff an ihrer Andruckfläche gepolstert.

[0015] Die Fig. 4 zeigt die Fixiervorrichtung in der Ansicht B-B mit eingespanntem Kurzarm-Ärmel 7, wobei der Ärmelquerschnitt 8 die aus der Figur ersichtliche Querschnittsform 8a annimmt.

[0016] Die Fig. 5 zeigt aus der Perspektive der Fig. 4 eine weitere Ausführungsform der Fixiervorrichtung 5, die zur Vergrößerung des Spannradius eine Halbschale 5a aufweist, was zu einer Querschnittsform 8b führt.

[0017] Die Fig. 6 zeigt aus der Perspektive der Fig. 4 eine weitere Ausführungsform der Fixiervorrichtung 5, die eine Halbschale 5b aufweist und eine Querschnittsform 8c bewirkt. Da diese Halbschale 5b auf Grund ihres größeren Radius das Einlegen von Langarmmanschetten behindern würde, ist diese schwenkbar ausgebildet, d. h., im Langarm-Betrieb wird die Halbschale 5b in Pfeilrichtung nach oben verschwenkt. In einer verbesserten Ausführung weist die Halbschale eine Vielzahl Löcher oder Schlitze auf, durch die der Dampf an den Ärmelstoff gelangen kann. Die Gesamtfläche der Durchbrüche sollte möglichst groß gewählt werden.

[0018] Aus den Figuren 4 bis 6 ist ersichtlich, daß durch Wechsel der Form der Fixiervorrichtung 5 unterschiedlichsten Erfordernissen entsprochen werden kann.

[0019] Die Figuren 7 und 8 zeigen eine zweite Ausführungsform der Erfindung, bei welcher der Manschetten-Spannkörper 3 um 90 Grad geschwenkt ist. Die Fig. 7 zeigt die Arbeitsstellung der Grundplatte 2 gemäß Fig. 1 B - B für die Kurzarmspannung. Hierbei ist vorteilhaft, daß der Ärmel allseitig rund eingespannt ist, d. h. nicht über die Spitze des Manschetten-Spannkörper 3 verläuft. Mittels einer Schwenkvorrichtung (nicht gezeigt) wird die Grundplatte 2 in die Stellung gemäß Fig. 8 um 90 Grad verschwenkt. In dieser Lage wird die Langarmspannung durchgeführt.

[0020] Aus den Figuren 7 und 8 sind weiterhin konstruktive Details über den Bewegungsmechanismus der Fixiervorrichtungen 4 und 5 entnehmbar. Dem Fachmann ist es jedoch freigestellt, andere Bewegungsmechanismen zu entwickeln.

[0021] Es ist ferner zu betonen, daß die erste Fixiervorrichtung (3, 4) auch andere, als die in den Fig. 2 bis 6 gezeigte Bauformen aufweisen kann. So ist es z. B. möglich, den Manschettenspannkörper kreisförmig auszubilden. Es ist dem Fachmann freigestellt, die Form des Manschettenspannkörpers und die Art der Klemmbackenkonstruktionen auszuwählen, ohne daß er erfinderisch tätig werden muß. Jede dieser Konstruktionen fällt somit in den Schutzbereich des Anspruchs 1.


Ansprüche

1. Finisher (1) mit einer Haltevorrichtung für ein Kleidungsstück und einer eine Baueinheit (2) bildenden Ärmelfixiereinrichtung (3, 4, 5) zum Innenspannen von wahlweise Lang- oder Kurzarm-Ärmelenden, wobei die Ärmelfixiereinrichtung mittels einer Bewegungsvorrichtung so bewegbar ist, daß für die Lang- bzw. Kurzarmfixierung jeweils optimale Abstände und Winkelstellungen einstellbar sind, wobei eine erste Fixiervorrichtung (3, 4) mit einem ersten Innenspannkörper (3) zum Fixieren von Langarm-Ärmelenden, und eine zweite Fixiervorrichtung mit einem zweiten Innenspannkörper (5) vorgesehen ist, wobei der erste und der zweite Innenspannkörper (3, 5) zum Fixieren von Kurzarm-Ärmelenden relativ zueinander bewegbar sind.
 
2. Finisher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der erste und der zweite Innenspannkörper (3, 5) auf einer Grundplatte (2) angeordnet sind, die als Anschlag beim Aufziehen der Ärmel ausgebildet ist.
 
3. Finisher, insbesondere nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Fixiervorrichtung einen Manschetten-Innenspannkörper (3) mit einem tropfenförmigen Querschnitt und einer vorbestimmten Dicke sowie zwei Klemmbacken (4a, 4b) aufweist, die mittels einer Klemmbacken-Bewegungsvorrichtung gegen die Seitenflanken (3a, 3b) des Manschetten-Innenspannkörpers (3) drückbar sind, um die Manschette eines Langarm-Ärmels zu klemmen.
 
4. Finisher nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Klemmbacken (4a, 4b) unabhängig voneinander betätigbar sind.
 
5. Finisher nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Klemmbacken (4a, 4b) gepolstert sind.
 
6. Finisher nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Fixiervorrichtung zum Fixieren von Kurzarm-Ärmelenden weiterhin wenigstens eine der Klemmbacken (4a, 4b) umfaßt.
 
7. Finisher nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Innenspannkörper (5) als Stift ausgebildet ist.
 
8. Finisher nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Innenspannkörper (5) eine schwenkbare Halbschale (5b) enthält.
 
9. Finisher nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß als zweiter Innenspannkörper (5) Formkörper unterschiedlicher Gestalt einsetzbar sind.
 
10. Finisher nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Halbschale (5b) bzw. die Formkörper Öffnungen für einen Dampfdurchtritt aufweisen.
 
11. Finisher nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Bewegungsvorrichtung zum Bewegen der Ärmelfixiereinrichtung mittels einer Antriebsvorrichtung zum automatischen Positionieren der Ärmelfixiereinrichtung in einer vorbestimmten Kurzarm- bzw. Langarmposition antreibbar ist.
 
12. Finisher nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Baueinheit um 90° verschwenkbar ist.
 




Zeichnung

























Recherchenbericht