[0001] Die Erfindung betrifft einen Finisher mit Ärmelfixiervorrichtungen, die zur Finish-Behandlung
von Kleidungsstücken eingesetzt werden. Die Kleidungsstücke werden dazu auf eine Büste
1 aufgezogen und anschließend mit einem Behandlungsmedium, wie Dampf oder Heißluft,
behandelt, das in die Büste 1 eingeleitet wird und das Kleidungsstück von innen nach
außen durchdringt. Um den gewünschten Glättungseffekt zu erzielen, muß das Behandlungsmedium
bei einem vorbestimmten Druck das Kleidungsstück aufblähen, wodurch es gespannt und
geglättet wird. Da sich ein Druck nur in einem geschlossenen Raum aufbauen kann, müssen
die Ärmelenden verschlossen werden.
[0002] Aus dem Stand der Technik ist bekannt, die Ärmelenden mittels einer Klemmeinrichtung
zu verschließen. Diese Klemmeinrichtung arbeitet mit zwei gegeneinanderwirkenden parallelen
Klemmbacken, wodurch das geklemmte Ärmelende bzw. die Hemdenmanschette eine Knickfalte
erhält. Es wurden daher Spannvorrichtungen entwickelt, die diesen Nachteil vermeiden.
Die DE 21 37 986 zeigt einen Ärmelspannkörper, der von Hand zusammengedrückt wird,
wodurch er seinen Querschnitt ändert. Der Ärmelspannkörper wird im zusammengedrückten
Zustand in den Ärmel eingeführt und dort entlastet, wodurch er sich abdichtend an
die Stoffinnenfläche des Ärmels anlegt und somit den Ärmelquerschnitt vollständig
ausfüllt.
[0003] Der grundsätzliche Nachteil dieser und ähnlich wirkender Spannvorrichtungen besteht
darin, daß Hemden oder Blusen, die Ärmel mit Manschetten aufweisen, nur gefinisht
werden können, wenn die Manschette geschlossen ist. Nur bei einer geschlossenen Manschette
kann sich der Ärmelspannkörper an die Ärmelwandung anlegen. Daher muß die Manschette
von Hand zugeknöpft werden, wozu ein - verglichen mit dem gesamten Finishprozeß -
erheblicher Zeitaufwand erforderlich ist. Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß
diese Spannvorrichtungen nicht gleichzeitig für die Kurzarmspannung geeignet sind,
da ein Kurzarm einen wesentlich größeren Querschnitt aufweist, der von dem Ärmelspannkörper
für Langarme nicht ausgefüllt werden kann.
[0004] Die US-PS 3 568 900 beschreibt eine Ärmelfixiereinrichtung, die als Außenspanner
ausgebildet ist, und zwei Klemmbacken enthält, die jeweils in den vorbestimmten Abstand
zur Haltevorrichtung für das Kleidungsstück bewegbar sind, um sowohl Manschetten als
auch die Ärmelränder von Kurzärmeln zusammenpressen und aufspannen zu können. Außenspanner
sind jedoch insbesondere wegen der nicht zu vermeidenden Faltenbildung weniger erwünscht.
[0005] Die JP 4-250200 A beschreibt eine Bügelpresse zum Bügeln des Kragens und der Manschetten
eines Langarmhemdes sowie zum Bügeln des Kragens und der Ärmel eines Kurzarmhemdes.
Zum Bügeln wird sowohl der Kragen als auch die Manschetten und die Kurzärmel auf gerundete,
beheizte Flächen gelegt und mit komplementär gerundeten, ebenfalls beheizten Flächen
gepreßt. Die Druckschrift zeigt somit keine Ärmelfixiereinrichtung für einen Finisher
und ist, zumindest was die Preßrichtung betrifft, eher mit einem Außenspanner als
mit einem Innenspanner zu vergleichen. Die unterschiedlichen Preßauflagen sind durch
die unterschiedlichen Ärmellängen bestimmt und somit eher mit der Einrichtung zum
Einstellen optimaler Abstände und Winkelstellungen vergleichbar.
[0006] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, einen Finisher mit einer konstruktiv
einfachen Ärmelfixiervorrichtung bereitzustellen, die eine schnelle Umrüstung von
Langärmeln auf Kursärmeln ermöglicht, wobei die spezifischen Qualitätsanforderungen
hinsichtlich der Manschetten- bzw. Ärmelformen optimal erfüllt werden.
[0007] Die Aufgabe wird mittels einer Ärmelfixiervorrichtung gemäß Patentanspruch 1 gelöst.
Die Ärmelfixiervorrichtung zeichnet sich durch eine schnelle Umstellung von Langarmauf
Kurzarm-Betrieb aus. Da die Ärmelfixiervorrichtung so verschwenkt wird, daß ihre räumliche
Lage der optimalen Stellung des Ärmels entspricht, wird ein gutes Finishergebnis auch
hinsichtlich der Formhaltigkeit des Hemdes erzielt.
[0008] Weitere Maßnahmen und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den weiteren Unteransprüchen
und der nachfolgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele in Verbindung mit den
beigefügten schematischen Zeichnungen.
- Fig. 1
- zeigt eine Vorrichtung zur Finish-Behandlung von Lang- bzw. Kurzarmhemden in der Vorderansicht.
- Fig. 2
- zeigt eine erste Ausführungsform der erfindungsgemäßen Fixier vorrichtung in der Ansicht
A-A bzw. B-B.
- Fig. 3
- zeigt die Ansicht von Fig. 2 in der Position Langarm.
- Fig. 4 - 6
- zeigen die Ansicht von Fig. 2 in der Position Kursarm.
- Fig. 7 - 8
- zeigen eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen Fixiervorrichtung in der
Ansicht A-A bzw. B-B, wobei die
- Fig. 7
- die Kurzarmspannung und die
- Fig. 8
- die Langarmspannung zeigt.
[0009] Fig. 1 zeigt die Vorrichtung zur Finish-Behandlung von Hemden oder Blusen in der
Vorderansicht, wobei die linke Bildhälfte die Langarm-Position und die rechte Bildhälfte
die Kurzarm-Position zeigt. Die Ärmelfixiervorrichtung weist eine Baueinheit 2 auf,
die mittels einer Bewegungsvorrichtung in eine räumlich optimale Lage bringbar ist,
wobei neben der Einstellung auf die aktuelle Armlänge weiterhin noch eine Verschwenkung
der Baueinheit 2 vorgesehen ist, um auch eine Anpassung an den Hemdenschnitt zu erreichen
Die Bewegungsvorrichtung wird z. B. mittels Pneumatik-Zylinder betätigt, sie kann
jedoch auch von Hand oder durch andere geeignete Antriebsmittel angetrieben werden.
Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist eine Steuerautomatik vorgesehen,
die die Bewegungsvorrichtung in eine vorbestimmte bzw. programmierbare Lage bringt.
[0010] Die Fig. 2 zeigt die Fixiervorrichtung in der Ansicht A-A bzw. B-B im geöffneten
Zustand, d. h. ohne Ärmel.
[0011] Zum Fixieren einer Langarmmanschette ist auf einer Grundplatte 2 ein tropfenförmiger
Manschetten-Spannkörper 3 mit Seitenflanken 3a, 3b vorgesehen. Zwei Klemmbacken 4a,
4b sind in Gegenüberlage der Seitenflanken 3a, 3b beabstandet so angeordnet, daß die
Manschette ungehindert um den Manschetten-Spannkörper 3 gelegt werden kann.
[0012] Danach werden mittels einer Bewegungsvorrichtung (nicht gezeigt) die Klemmbacken
4a, 4b gegen die Seitenflanken 3a, 3b gedrückt.
[0013] Zum Fixieren eines Kurzarms wird dieser um die Seitenflanke 3a des Manschetten-Spannkörpers
3 und um die als Stift ausgebildete Fixiervorrichtung 5 gelegt, die in Pfeilrichtung
bewegbar ist, um einen Kurzarm-Ärmel 7 aufzuspannen. Anschließend drückt die Klemmbacke
4a auf die Seitenflanke 3a, wodurch der Ärmel sicher fixiert wird. Die Klemmbacke
4b ist in dieser Betriebsart ohne Funktion.
[0014] Die Fig. 3 zeigt die Fixiervorrichtung in der Ansicht A-A mit eingespannter Langarmmanschette
6, wobei die Lage der Manschettenflügel 6a, 6b aus der Figur ersichtlich ist. Der
Rand der Manschette liegt an der Oberfläche der Grundplatte 2 an. Beim Einlegen der
Manschette dient die Grundplatte 2 als Positionieranschlag, so daß die Bedienperson
keine erhöhte Aufmerksamkeit aufbringen muß. Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung
der Klemmbacken 4a, 4b sind diese zur Vermeidung von Druckstellen auf dem Hemdenstoff
an ihrer Andruckfläche gepolstert.
[0015] Die Fig. 4 zeigt die Fixiervorrichtung in der Ansicht B-B mit eingespanntem Kurzarm-Ärmel
7, wobei der Ärmelquerschnitt 8 die aus der Figur ersichtliche Querschnittsform 8a
annimmt.
[0016] Die Fig. 5 zeigt aus der Perspektive der Fig. 4 eine weitere Ausführungsform der
Fixiervorrichtung 5, die zur Vergrößerung des Spannradius eine Halbschale 5a aufweist,
was zu einer Querschnittsform 8b führt.
[0017] Die Fig. 6 zeigt aus der Perspektive der Fig. 4 eine weitere Ausführungsform der
Fixiervorrichtung 5, die eine Halbschale 5b aufweist und eine Querschnittsform 8c
bewirkt. Da diese Halbschale 5b auf Grund ihres größeren Radius das Einlegen von Langarmmanschetten
behindern würde, ist diese schwenkbar ausgebildet, d. h., im Langarm-Betrieb wird
die Halbschale 5b in Pfeilrichtung nach oben verschwenkt. In einer verbesserten Ausführung
weist die Halbschale eine Vielzahl Löcher oder Schlitze auf, durch die der Dampf an
den Ärmelstoff gelangen kann. Die Gesamtfläche der Durchbrüche sollte möglichst groß
gewählt werden.
[0018] Aus den Figuren 4 bis 6 ist ersichtlich, daß durch Wechsel der Form der Fixiervorrichtung
5 unterschiedlichsten Erfordernissen entsprochen werden kann.
[0019] Die Figuren 7 und 8 zeigen eine zweite Ausführungsform der Erfindung, bei welcher
der Manschetten-Spannkörper 3 um 90 Grad geschwenkt ist. Die Fig. 7 zeigt die Arbeitsstellung
der Grundplatte 2 gemäß Fig. 1 B - B für die Kurzarmspannung. Hierbei ist vorteilhaft,
daß der Ärmel allseitig rund eingespannt ist, d. h. nicht über die Spitze des Manschetten-Spannkörper
3 verläuft. Mittels einer Schwenkvorrichtung (nicht gezeigt) wird die Grundplatte
2 in die Stellung gemäß Fig. 8 um 90 Grad verschwenkt. In dieser Lage wird die Langarmspannung
durchgeführt.
[0020] Aus den Figuren 7 und 8 sind weiterhin konstruktive Details über den Bewegungsmechanismus
der Fixiervorrichtungen 4 und 5 entnehmbar. Dem Fachmann ist es jedoch freigestellt,
andere Bewegungsmechanismen zu entwickeln.
[0021] Es ist ferner zu betonen, daß die erste Fixiervorrichtung (3, 4) auch andere, als
die in den Fig. 2 bis 6 gezeigte Bauformen aufweisen kann. So ist es z. B. möglich,
den Manschettenspannkörper kreisförmig auszubilden. Es ist dem Fachmann freigestellt,
die Form des Manschettenspannkörpers und die Art der Klemmbackenkonstruktionen auszuwählen,
ohne daß er erfinderisch tätig werden muß. Jede dieser Konstruktionen fällt somit
in den Schutzbereich des Anspruchs 1.
1. Finisher (1) mit einer Haltevorrichtung für ein Kleidungsstück und einer eine Baueinheit
(2) bildenden Ärmelfixiereinrichtung (3, 4, 5) zum Innenspannen von wahlweise Lang-
oder Kurzarm-Ärmelenden, wobei die Ärmelfixiereinrichtung mittels einer Bewegungsvorrichtung
so bewegbar ist, daß für die Lang- bzw. Kurzarmfixierung jeweils optimale Abstände
und Winkelstellungen einstellbar sind, wobei eine erste Fixiervorrichtung (3, 4) mit
einem ersten Innenspannkörper (3) zum Fixieren von Langarm-Ärmelenden, und eine zweite
Fixiervorrichtung mit einem zweiten Innenspannkörper (5) vorgesehen ist, wobei der
erste und der zweite Innenspannkörper (3, 5) zum Fixieren von Kurzarm-Ärmelenden relativ
zueinander bewegbar sind.
2. Finisher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der erste und der zweite Innenspannkörper (3, 5) auf einer Grundplatte (2) angeordnet
sind, die als Anschlag beim Aufziehen der Ärmel ausgebildet ist.
3. Finisher, insbesondere nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Fixiervorrichtung einen Manschetten-Innenspannkörper (3) mit einem
tropfenförmigen Querschnitt und einer vorbestimmten Dicke sowie zwei Klemmbacken (4a,
4b) aufweist, die mittels einer Klemmbacken-Bewegungsvorrichtung gegen die Seitenflanken
(3a, 3b) des Manschetten-Innenspannkörpers (3) drückbar sind, um die Manschette eines
Langarm-Ärmels zu klemmen.
4. Finisher nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Klemmbacken (4a, 4b) unabhängig voneinander betätigbar sind.
5. Finisher nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Klemmbacken (4a, 4b) gepolstert sind.
6. Finisher nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Fixiervorrichtung zum Fixieren von Kurzarm-Ärmelenden weiterhin wenigstens
eine der Klemmbacken (4a, 4b) umfaßt.
7. Finisher nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Innenspannkörper (5) als Stift ausgebildet ist.
8. Finisher nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Innenspannkörper (5) eine schwenkbare Halbschale (5b) enthält.
9. Finisher nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß als zweiter Innenspannkörper (5) Formkörper unterschiedlicher Gestalt einsetzbar
sind.
10. Finisher nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Halbschale (5b) bzw. die Formkörper Öffnungen für einen Dampfdurchtritt
aufweisen.
11. Finisher nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Bewegungsvorrichtung zum Bewegen der Ärmelfixiereinrichtung mittels einer
Antriebsvorrichtung zum automatischen Positionieren der Ärmelfixiereinrichtung in
einer vorbestimmten Kurzarm- bzw. Langarmposition antreibbar ist.
12. Finisher nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Baueinheit um 90° verschwenkbar ist.