[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren, das es bei Synthesefasern oder
daraus hergestellten textilen Materialien, die mit Mineralöl-Avivagen, Silikonöl-Avivagen
oder beiden beaufschlagt sind, gestattet, in einem Arbeitsgang gleichzeitig diese
Avivagen zu entfernen und solche Synthesefasern oder daraus hergestellte textile Materialien
einzufarben. Hierzu werden die Fasern oder textilen Materialien mit einer wäßrigen
Flotte behandelt, die als wesentliche Inhaltsstoffe a) ein oder mehrere Tensid(e)
aus der Gruppe der anionischen und amphoteren Tenside, b) einen oder mehrere Farbstoff(e)
und c)gegebenenfalls einen oder mehrere weitere Stoff(e) aus der Gruppe der nichtionischen
Tenside, der Terpenkohlenwasserstoffe, der Terpenalkohole und deren Ester mit niederen
Carbonsäuren, der Sorbitester und deren Oxalkylate, der Fettsäureethanolamide, der
Alkylpolyglycoside und der Lösungsmittel enthalt. Diese Behandlung wird im pH-Bereich
von 4,0 bis 7,5, bei Endtemperaturen im Bereich von 80-110°C und bei einem Flottenverhältnis
von 1:5 bis 1:100 durchgeführt.
[0002] Erfindungsgemäß zu behandelnde Synthesefasern sind beispielsweise Polyamidfasern,
etwa aus Polyamid-6 (Perlon und andere) oder Polyamid-66 (Nylon und andere), Polyesterfasern,
Polyurethanfasern und andere dem Fachmann bekannte sowie deren Gemische untereinander
und ihre Gemische mit anderen Fasern pflanzlicher und tierischer Herkunft. In besonderer
Weise betrifft das erfindungsgemäße Verfahren Fasern aus Polyamiden und aus Polyurethanen
sowie deren Gemische untereinander und ihre Gemische mit Fasern pflanzlicher und tierischer
Herkunft, in besonders bevorzugter Weise Fasern aus Polyamid, Polyurethan oder Polyamid/Polyurethan-Gemischen.
Daraus hergestellte textile Materialien sind gezwirnte oder andere textilmechanisch
behandelte Garne und Gewirke, Gestricke oder Gewebe daraus. Für manche Anwendungen,
beispielsweise zur Herstellung von Strümpfen, werden kombinierte Garne eingesetzt,
die beispielsweise eine Polyurethanfaser und eine gekräuselte oder ungekräuselte Polyamidfaser
beinhalten.
[0003] Zur Erhöhung der Maschinengängigkeit für Fasern und daraus hergestellte Garne werden
diese mit einer Avivage versehen, die sich dann auch in den daraus hergestellten textilen
Materialien befindet. Im Bereich der Synthesefasern sind dies häufig Mineralöle oder
Silikonöle. Diese Öle als Avivagen stören jedoch den Färbevorgang von Fasern, Garnen
und textilen Materialien durch starke Fleckenbildung. Daher muß eine Mineralöl- oder
Silikonöl-Avivage vor dem Färbevorgang durch eine Wäsche entfernt werden. Eine solche
Vorwäsche ist grundsätzlich bekannt und wird in bekannten Apparaten durchgeführt.
Der Nachteil dieser separat durchzuführenden Wäsche besteht einmal in dem Zeitaufwand
(etwa 80-90 min für einen Waschvorgang), in der Notwendigkeit, separate Apparate für
diesen Zweck vorzuhalten, im Personalaufwand für diesen separaten Vorgang, in der
Entstehung von großen zusätzlichen Abwassermengen, die entsorgt werden müssen, sowie
im Energieaufwand für das Aufheizen und Abkühlen in diesem separaten Vorgang. Erst
danach ist der Färbevorgang möglich, der unter erneutem Aufwand der genannten Resourcen
durchgeführt werden muß.
[0004] Es wurde nun gefunden, daß es möglich ist, die bisher separat durchgeführte Vorwäsche
und den Färbevorgang mit einer Flotte gleichzeitig durchzuführen, wenn man eine Flotte
zur Anwendung bringt, die neben einem oder mehreren Farbstoff(en) ein oder mehrere
Tensid(e) aus der Gruppe der anionischen und amphoteren Tenside sowie gegebenenfalls
einen oder mehreren weiteren Stoff(en) aus der Gruppe der nichtionischen Tenside,
der Terpenkohlenwasserstoffe, der Terpenalkohole und deren Ester mit niederen Carbonsäuren,
der Sorbitester und deren Oxalkylaten, der Fettsäureethanolamide, der Alkylpolyglycoside
und der Lösungsmittel enthält.
[0005] Die Erfindung betrifft daher ein Verfahren zum gleichzeitigen Avivage-Entfernen und
Einfarben von Synthesefasern oder daraus hergestellten textilen Materialien, die mit
Mineralöl-Avivagen, Silikonöl-Avivagen oder beiden beaufschlagt sind, das dadurch
gekennzeichnet ist, daß man solche Synthesefasern oder daraus hergestellte textile
Materialien mit einer wäßrigen Flotte behandelt, die als wesentliche Inhaltsstoffe
- a) ein oder mehrere Tensid(e) aus der Gruppe der anionischen und amphoteren Tenside,
- b) einen oder mehrere Farbstoff(e) aus der Gruppe der Säurefarbstoffe, Metallkomplexfarbstoffe
und Dispersionsfarbstoffe und
- c) gegebenenfalls einen oder mehrere weitere Stoff(e) aus der Gruppe der nichtionischen
Tenside, der Terpenkohlenwasserstoffe, der Terpenalkohole und deren Ester mit niederen
Carbonsäuren, der Sorbitester bzw. der Mannitester und deren Oxalkylate, der Fettsäureethanolamide,
der Alkylpolyglykoside und der Lösungsmittel
enthält und die Behandlung im pH-Bereich von 4,0 bis 7,5, bei Endtemperaturen im Bereich
von 80-110°C und bei einem Flottenverhältnis von 1:5 bis 1:100 durchführt.
[0006] Das erfindungsgemäße Verfahren ist demnach gekennzeichnet durch das Einfarben von
Avivage enthaltenden Synthesefasern oder daraus hergestellten textilen Materialien.
Hierbei wird die Entfernung von Mineralöl- bzw. Silikonöl-Avivagen oder beiden und
die Einfärbung in nur einer Flotte vorgenommen. Das erfindungsgemäße Verfahren wird
unter den weiter unten angegebenen Bedingungen durchgeführt.
[0007] Geeignete amphotere Tenside für das erfindungsgemäße Verfahren sind Aminoxide, Betaine
und Sulfobetaine, die einen C
10-C
22-Kohlenwasserstoffrest enthalten, oder deren Mischungen.
[0008] Bevorzugte amphotere Tenside sind Betaine der Formel

in der
- X
- eine Einfachbindung oder die Gruppe -CO-NH-(C2-C3-Alkyl)- bedeutet und
- R1 und R2
- unabhängig voneinander Wasserstoff, Methyl oder Hydroxyethyl darstellt.
[0009] Unter diesen Betainen sind solche der Formel

[0010] Unter den Aminoxiden sind solche der Formel

bevorzugt, in der
- X, R1 und R2
- die obige Bedeutung haben.
[0011] Besonders bevorzugte Aminoxide sind solche der Formel

[0012] Einzelbeispiele für geeignete Betaine (II) sind: Dodecyl-dimethyl-betain, Kokosalkyldimethyl-betain,
Tetradecyldimethyl-betain, Octadecyl-dimethyl-betain, Talkfettalkyldimethyl-betain,
Oleyl-dimethyl-betain, Kokosalkyl-bis-hydroxyethyl-betain, Stearyl-bis-hydroxyethyl-betain,
Talgfettalkyl-bis-hydroxyethyl-betain.
[0013] Einzelbeispiele für geeignete Aminoxide (IV) sind z.B. Dodecyl-dimethyl-aminoxid,
Kokosalkyl-dimethyl-aminoxid, Tetradecyl-dimethyl-aminoxid, Octadecyl-dimethylaminoxid,
Talgfettalkyl-dimethyl-aminoxid, Oleyl-dimethyl-aminoxid, Kokosalkyl-bis-hydroxyethyl-aminoxid,
Stearyl-bis-hydroxyethyl-aminoxid, Talgfettalkyl-bis-hydroxyethyl-aminoxid.
[0014] Geeignete anionische Tenside sind beispielsweise Sulfatierungsprodukte von C
10-C
22-Alkanolen, -Alkenolen oder deren Umsetzungsprodukten mit 1-50 Einheiten Ethylenoxid
(EO), bevorzugt 1-40 Einheiten EO. Diese sulfatierten Produkte können als Alkalimetall-,
Erdalkalimetall-, Ammonium-, Amin- oder Ethanolamin-Salze vorliegen. Weitere anionische
Tenside sind Seifen von C
12-C
18-Fettsäuren, Mersolaten und Alkylbenzolsulfonsäuren, die in Form der obengenannten
Salze vorliegen. Weitere geeignete anionische Tenside sind Polyethercarboxylate der
Formeln C
8-C
20-Alk(en)yl-(O-CH
2-CH
2-)
x-O-CH
2-COO-M, worin X Zahlenwerte von 2-30, bevorzugt von 3-10, annimmt und M ein Äquivalent
eines der obengenannten salzbildenden Kationen darstellt.
[0015] Amphotere und anionische Tenside der obengenannten Art werden vielfältig auf dem
Gebiet der Textilbehandlung eingesetzt und sind dem Fachmann bekannt.
[0016] Mit Hilfe der genannten amphoteren und anionischen Tenside und gegebenenfalls der
weiteren Stoffe gelingt es, die auf den obengenannten Synthesefasern oder daraus hergestellten
textilen Materialien enthaltenen Avivagen aus Mineralölen und Silikonölen oder deren
Gemischen zu entfernen, ohne das gleichzeitig durchgeführte Einfärben der Synthesefasern
oder der textilen Materialien zu stören. Es werden vielmehr überraschend Färbungen
von hoher Einheitlichkeit erzielt. Mineralöl-Avivagen werden vielfach bei Polyamid-
bzw. Polyester-Fasern eingesetzt, während Silikonöl-Avivagen vielfach bei Polyurethan-Fasern
eingesetzt werden. Mineralöle sind beispielsweise Paraffinöle im Viskositätsbereich
von 10-40 mPa.s; Silikonöle sind beispielsweise M-Öle im Viskositätsbereich von 3-100
mPa.s. Es hat sich herausgestellt, daß anionische Tenside bevorzugt in der Lage sind,
Mineralöl-Avivagen abzuwaschen, während amphotere Tenside günstiger sind bei der Entfernung
von Silikonöl-Avivagen. Für den Fall von Mischgeweben, beispielsweise Polyamid/Polyurethan
oder Polyester/Polyurethan wird man daher bevorzugt Gemische aus anionischen und amphoteren
Tensiden einsetzen.
[0017] Die Behandlungsflotte enthält ferner Farbstoffe, bevorzugt solche aus der Gruppe
der Säurefarbstoffe, der Metallkomplexfarbstoffe oder der Dispersionsfarbstoffe. All
diese Farbstoffe sind dem Fachmann bekannt und bedürfen keiner näheren Erläuterung.
[0018] Die Behandlungsflotte enthält gegebenenfalls einen oder mehrere weitere Stoffe aus
der Gruppe der nichtionischen Tenside, der Terpenkohlenwasserstoffe, der Terpenalkohole
und deren Ester mit niederen Carbonsäuren, beispielsweise C
1-C
4-Carbonsäuren, bevorzugt Essigsäure, der Sorbitester bzw. Mannitester und deren Oxalkylate,
der Fettsäureethanolamide, der Alkylpolyglykoside und der Lösungsmittel.
[0019] Nichtionische Tenside sind beispielsweise Alkohole, etwa Alkohole aus der Fettchemie
oder Oxoalkohole, oder Almine oder Carbonsäuren aus der Fettchemie mit 9-13 C-Atomen,
die mit 3-10 Einheiten EO und gegebenenfalls zusätzlich mit 2-5 Einheiten Propylenoxid
(PO) umgesetzt worden sind. Unter diesen Umsetzungsprodukten sind die Alkohole der
genannten C-Atomzahl bevorzugt. Solche nichtionischen Tenside sind dem Fachmann bekannt
und bedürfen keiner näheren Erläuterung.
[0020] Als Terpen-Kohlenwasserstoff sei beispielsweise Limonen, Orangenterpen, α-Terpinen,
Balsam-Terpinöl B, Diterpen DS, Diterpen B, Diterpen A, Limonen DL, Piperitone, Pine
Oil 70 genannt; als Terpen-Alkohol und Ester hiervon mit niederen Carbonsäuren sei
beispielsweise Pineol Terpinylacetat, Terpineol genannt. Sorbitester bzw. Mannitester
sind beispielsweise solche mit gesättigten oder ungesättigten C
12-C
18-Fettsäuren; gleichzeitig kommen deren Oxalkylate, beispielsweise mit 2-40 Einheiten
EO und gegebenenfalls 2-10 Einheiten PO in Frage.
[0021] Fettsäureethanolamide haben beispielsweise einen Alkylrest mit 12-18 C-Atomen. Alkylpolyglykoside
haben beispielsweise einen Alkylrest mit 8-12 C-Atomen. Als Lösungsmittel kommen beispielsweise
Isopropanol, Methoxypropanol und andere dem Fachmann auf diesem Gebiet bekannte Lösungsmittel
in Frage.
[0022] Bevorzugte Polyethercarboxylate sind beispielsweise Carboxy-methylierter Emulgator
aus technischem Laurylalkohol (C
12 mit Anteilen bis C
18) mit 4 bis 8 mol EO; bevorzugte Alkylpolyglycoside haben 8-10 C-Atome; bevorzugte
anionische Tenside sind C
12-C
18-Alkylsulfate mit 0-40 Einheiten Ethylenoxid. Bevorzugte nichtionische Tenside sind
C
9-C
13-Alkohole mit 3-10 Einheiten Ethylenoxid. Bevorzugte Fettsäureethanolamide sind Gemische
mit Alkylresten mit 12-18 C-Atomen.
[0023] In den erfindungsgemäßen Behandlungsbädern werden folgende Mengen der genannten Stoffe
eingesetzt:
- a) anionische und/oder amphotere Tenside in einer Menge von 0,05-2 g/l Wasch-/Färbeflotte,
bevorzugt 0,1-1 g/l, bei Verwendung von anionischen und amphoteren Tensiden im Gewichtsverhältnis
beider von 9:1-1:9;
- b) 0,01-1 g/l eines oder mehrerer Farbstoffe für einen großen Bereich unterschiedlicher
Farbtiefen, bevorzugt 0,03-0,3 g/l;
- c) 0-1 g/l anionisches Tensid und/oder 0-1 g/l Terpenkohlenwasserstoffe/Terpenalkohole/deren
Ester und/oder 0-1 g/l Sorbitester/Mannitester/deren Oxalkylate und/oder 0-2 g/l Fettsäureethanolamide
und/oder 0-1 g/l Alkylpolyglykoside und/oder 0-2 g/l Lösemittel.
[0024] Wenn gebrauchsfertige Gemische/Kombinationen aus Tensiden a) und weiteren Stoffen
c) vorrätig gehalten werden, setzt man solche Gemische/Kombinationen neben den Farbstoffen
in einer Menge von 0,5 bis 3 g pro Liter Flotte ein.
[0025] Typische Flottenansätze daraus sind dann beispielsweise (ohne Farbstoffe):
| 0,2 g/l |
amphoteres Tensid (I) |
oder |
0,4 g/l |
Alkylpolyglucosid |
| 0,2 g/l |
anionisches Tensid (I) |
|
0,4 g/l |
anionisches Tensid (I) |
| 0,06 g/l |
Limonen |
|
0,2 g/l |
Fettsäuremonoethanolamid |
| 0,06 g/l |
nichtion. Tensid |
|
Rest |
Wasser |
| 0,06 g/l |
Lösemittel |
|
|
|
| Rest |
Wasser |
|
|
|
[0026] Die erfindungsgemäße Behandlung der Synthesefasern oder daraus hergestellten textilen
Materialien mit einem Aufschlag an Avivage zur gleichzeitigen Durchführung von Einfärbungen
wird im pH-Bereich von 4,0 bis 7,5, bei Endtemperaturen im Bereich von 80-110°C und
bei Flottenverhältnissen von 1:5 bis 1:100, bevorzugt 1:5 bis 1:10, durchgeführt.
Hierzu kann man übliche Apparaturen, wie Breitwaschmaschinen, Trommelfärbemaschinen,
Baumwollwaschmaschinen und Baumwollfärbeapparate einsetzen. Die Endtemperaturen werden
nach Aufheizen von Raumtemperatur aus erreicht. Es wird mit Aufheizraten von 0.5 bis
8°C/min. gearbeitet.
[0027] Bevorzugte Kombinationen aus Tensiden a) und weiteren Stoffen c), die neben dem Farbstoff
oder den Farbstoffen in der Behandlungsflotte eingesetzt sind:
- (i) Betaine oder Aminoxide, anionische Tenside, ein oder mehrere nichtionische Tenside
und mit oder ohne einen Gehalt an Terpenkohlenwasserstoffen/-alkoholen sowie mit oder
ohne Lösungsmittel oder
- (ii) Betaine oder Aminoxide, anionische Tenside, ein oder mehrere nichtionische Tenside
und mit oder ohne einen Gehalt an Fettsäureethanolamiden.
Beispiele
Beispiele 1-41 und I-IV
[0028] Erfindungsgemäße Kombinationen aus Tensiden a) und weiteren Stoffen c), die ein erfindungsgemäß
gleichzeitiges Einfärben erlauben (hier Vorversuche ohne Farbstoffe); angegeben wird
in der letzten Spalte der Tabelle der nach erfindungsgemäßer Flottenbehandlung noch
verbleibende Avivagegehalt (als Petrolether(PE)-Extrakt); zum Vergleich nicht behandelte
Rohware. Die Rohware sind Strümpfe aus Polyamid/Polyurethan-Mischfaser Als Beispiele
I bis IV werden Rohwaren mit verschiedenem Ursprungsgehalt an Avivage eingesetzt und
der danach verbleibende Avivagegehalt angegeben. Die angegebenen Zusammensetzungen
sind Konzentrate mit den angegebenen Teilen als Gewichtsteile oder in Gew.-%. Von
diesem Konzentrat werden je 1 g/l Waschflotte eingesetzt.
Beispiel 42
Strumpffärberei (bisheriges Verfahren)
[0030]
| Material: |
Polyamid/Polyurethan |
| Maschine: |
Trommelfärbemaschine (Dröll und Lohmann) mit Flotteneinspritzung und 700 Liter Flotteninhalt |
| Flottenverhältnis: |
1:10 resp. 70 kg Material |
Vorwäsche:
[0031]
| 1 g/l Tensid N |
|
| 1 g/l Soda kalziniert |
|
| Starttemperatur: |
25°C |
| Aufheizungsgeschwindigkeit: |
4°C/min |
| Maximaltemperatur: |
80°C |
| Behandlungsdauer: |
15' |
| Flottenablaß |
|
| 1.Spülbad bei 40°C |
|
| Ablassen/Schleudern |
|
| 2. Spülbad bei 40°C |
|
| Ablassen/Schleudern |
|
| Gesamtdauer: |
80-90 min. |
Färbung:
[0032]
| 0,5 g/l |
Entschäumermischung mit Mineralöl |
| 1 g/l |
Talgsulfonat-Na-Salz mit Oleylalkohol mit 19 EO |
| 4 % |
Egalisierungsmittel aus Alkylaminomethylphenol mit 15 EO und Kondensat aus Nonylphenol,
Formaldehyd und Hexamethylendiamin mit 60 Mol EO |
| 0,004 % |
Telon Gelb 3RL micro |
oder |
A.Y. 240 |
oder |
A.Y 242 = Gelb A3RL |
| 0,002 % |
Telon Rot FRL micro |
|
A.R. 337 |
|
A.R 299 = Rubin ASB |
| 0,0021 % |
Telon Blau BRL micro |
|
A.B. 324 |
|
A.B. 264 = Blau AFN |
Starttemperatur:25°C

Färbezeit bei 98°C: 30 min, + 30 min
[0033] Abkühlen, Ablassen, Spülen, evtl. Nachbehandeln zur Echtheitsverbesserung, Avivieren.
Gesamtdauer: 103 - 120 min.
Beispiel 43
Strumpffärberei (erfindungsgemäßes Verfahren)
[0034]
| Material: |
Polyamid/Polyurethan |
| Maschine: |
Trommelfärbemaschine (Dröll und Lohmann) mit Flotteneinspritzung und 700 Liter Flotteninhalt |
| Flottenverhältnis: |
1:10 resp. 70 kg Material |
Waschen und Färben (einbadig)
[0035]
| 1 g/l |
Erfindungsgemäßes Mittel nach Beispiel 16 |
| 0,5 g/l |
Entschäumermischung mit Mineralöl |
| 1 g/l |
Talgsulfonat-Natriumsalz mit Oleylalkohol mit 19EO |
| 4 % |
Egalisiermittel wie in Beispiel 42 |
| 0,5 g/l |
Mononatriumphosphat |
| 0,25 ml/l |
Essigsäure 80%ig |
| 0,004 % |
Telon Gelb 3RL micro |
| 0,002 % |
Telon Rot FRL micro |
| 0,0021 % |
Telon Blau BRL micro |
| Starttemperatur: |
25°C |
| Heizgeschwindigkeit: |
1°C/min |
| Maximaltemperatur: |
98°C |
| Färbezeit bei 98°C: |
30 min, + 30 min |
[0036] Abkühlen, Ablassen, Spülen, evtl. Nachbehandeln zur Echtheitsverbesserung, Avivieren.
Gesamtdauer: 103 - 120 min.; Einsparung 80 - 90 min.
1. Verfahren zum gleichzeitigen Avivage-Entfernen und Einfärben von Synthesefasern oder
daraus hergestellten teilen Materialien, die mit Mineralöl-Avivagen, Silikonöl-Avivagen
oder beiden beaufschlagt sind,
dadurch gekennzeichnet, daß man solche Synthesefasern oder daraus hergestellte textile Materialien mit einer
wäßrigen Flotte behandelt, die als wesentliche Inhaltsstoffe
a) ein oder mehrere Tensid(e) aus der Gruppe der anionischen und amphoteren Tenside,
b) einen oder mehrere Farbstoff(e) aus der Gruppe der Säurefarbstoffe, Metallkomplexfarbstoffe
und Dispersionsfarbstoffe und
c) gegebenenfalls einen oder mehrere weitere Stoff(e) aus der Gruppe der nichtionischen
Tenside, der Terpenkohlenwasserstoffe, der Terpenalkohole, der Sorbitester bzw. der
Mannitester und deren Oxalkylate, der Fettsäureethanolamide, der Alkylpolyglykoside
und der Lösungsmittel
enthält und die Behandlung im pH-Bereich von 4,0 bis 7,5, bei Endtemperaturen im Bereich
von 80-110°C und bei einem Flottenverhältnis von 1:5 bis 1:100 durchführt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei einem Flottenverhältnis von 1:5 bis 1:10 gearbeitet wird.
3. Verfahren nach Ansprüchen 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet, daß als amphoteres Tensid ein Betain der Formel

in der
X eine Einfachbindung oder die Gruppe -CO-NH-(C2-C3-Alkyl)- bedeutet und
R1 und R2 unabhängig voneinander Wasserstoff, Methyl oder Hydroxyethyl darstellt,
eingesetzt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß als amphoteres Tensid ein Betain der Formel

eingesetzt wird.
5. Verfahren nach Ansprüchen 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet, daß als amphoteres Tensid ein Aminoxid der Formel

eingesetzt wird, in der
X, R1 und R2 die in Anspruch 3 genannte Bedeutung haben.
6. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß als Aminoxid eines der Formel

eingesetzt wird.
7. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die wäßrige Flotte neben dem oder den Farbstoff(en) eine der folgenden Kombinationen
aus Tensiden a) und weiteren Stoffen c) enthält:
(i) Betaine oder Aminoxide, anionische Tenside, ein oder mehrere nichtionische Tenside
und mit oder ohne Terpenkohlenwasserstoffe/-alkohole sowie mit oder ohne Lösungsmittel
oder
(ii) Betaine oder Aminoxide, anionische Tenside, ein oder mehrere nichtionische Tenside
und mit oder ohne Fettsäureethanolamide,
(iii) anionische Tenside, ein oder mehrere nichtionische Tenside und mit oder ohne
Fettsäureethanolamide.