[0001] Die Erfindung betrifft mit Indigo gefärbtes Gewebe. Verfahren zur Behandlung eines
mit Indigo gefärbten Gewebes.
[0002] Bei mit Indigo gefärbtem Gewebe handelt es sich überwiegend um das sogenannte Denimgewebe,
bei dem es sich um ein grobes Baumwollgewebe handelt, das hauptsächlich zur Herstellung
der sogenannten Blue Jeans, also um Jeanshosen und andere Kleidungsstücke auf der
Basis von Denimgeweben, wie z.B. Shirts, Jacken, Röcke etc., Verwendung findet. Diese
Kleidungsstücke werden nach speziellen und für diese Art von Bekleidung charakteristischen
Verfahren hergestellt.
[0003] Zur Herstellung von gefärbten Textilien wird üblicherweise die zugrundeliegende Stoffbahn
kontinuierlich oder diskontinuierlich gefärbt. Erst nach diesem Prozeß wird die Stoffbahn
mit einer zweckdienlichen Endausrüstung weiterveredelt und schließlich meist bei einem
anderen Betrieb konfektioniert.
[0004] In Ausnahmefällen, wie z.B. bei kurzlebigen Modeartikeln (T-Shirts), kann auch das
ungefärbte, konfektionierte Kleidungsstück nachträglich dem Bedarf entsprechend gefärbt
werden. Man spricht hier von Stückfärbung.
[0005] Bei Jeans (Denims) hingegen wird der Färbeprozeß in einem sehr frühen Produktionsstadium
durchgeführt. So wird bereits vor dem Webprozeß die sogenannte "Kette" in einem kombinierten
Arbeitsgang geschlichtet und gefärbt. Man spricht hier von "Schlichtfärbung". Diese
Kette wird dann mit einem ungefärbten Schußfaden verwebt, wodurch das für Denims charakteristische
Warenbild entsteht. Zum Schlichten dienen aus Preisgründen meist Stärke oder Stärkederivate.
[0006] Zur Textilfärbung stehen eine große Palette unterschiedlichster Farbtöne und je nach
Faserart eine charakteristische Auswahl an Farbstoffklassen zur Verfügung.
[0007] Klassische Jeans hingegen werden überwiegend aus Baumwolle hergestellt und blau gefärbt.
Zwar gibt es Denimartikel in den unterschiedlichsten Farbtönen, die klassische Jeans
aber ist blau. "Blue Jeans" ist ein sprachlich fest verankerter Gattungsbegriff. Ebenso
traditionell muß die Färbung der Jeans mit Indigo erfolgen. Indigo ist ein Naturfarbstoff,
der allerdings heute überwiegend synthetisch hergestellt wird.
[0008] Wie bereits erwähnt, erfolgt die Ausrüstung eines Textilsubstrates normalerweise
nach der Färbung beim Textilveredler. Erst dann geht die Ware zum Konfektionär.
[0009] Bei Jeans hingegen wird bereits das stuhlrohe Gewebe zum Bekleidungsstück konfektioniert.
Eine "Veredlung" erfolgt erst beim Waschen der bereits genähten Stücke in dafür besonders
spezialisierten Betrieben, den sogenannten "Jeanswäschern".
Benutzt werden hierfür meist spezielle Trommelwaschmaschinen. Die starren und steifen
Stücke werden zunächst zur Vermeidung von Knitterfalten vorsichtig geweicht, störende
Chemikalien, wie Alkali und Überschußfarbstoff werden abgewaschen.
Dann wird, nach Einstellung eines optimalen pH, vorzugsweise enzymatisch entschlichtet,
d. h. die Stärkeschlichte wird durch die Amylaseenzyme zu löslichen Bruchstücken abgebaut
und diese ausgespült. Dadurch verliert das Gewebe wenigstens teilweise seine Starre.
Der heutigen Mode entsprechend wird dann ein beträchtlicher Prozentsatz der aufgebrachten
Farbe durch Bleichen entfernt, bis das Kleidungsstück nicht mehr dunkelblau, sondern
in definierten mittel- bis hellblauen Tönen erscheint. Dieses Bleichen geschieht vorwiegend
durch Chlorierung. Alternative Verfahren, wie z. B. die reduktive Bleiche (Sugar Wash)
sind ebenfalls bekannt.
Falls modisch erforderlich, wird die Wäsche mit Lavasteinen durchgeführt (sogenannte
"Stone-Wash"-Prozess), was den durch Abrasion geschädigten Hosen den sogenannten "Worn
Out Look" verleiht.
[0010] In jüngster Zeit wird der Einsatz von Cellulase-Enzymen in der Wäsche forciert. Diese
Enzyme greifen die Baumwolle des Gewebes jedoch selbst an und machen es damit weicher.
Hochwertige Jeans aber werden zusätzlich noch im Spülbad mit Textilweichmacher versetzt,
um ihnen einen besonders guten und weichen Griff zu verleihen.
[0011] Da die Weichmacher für Jeansbekleidung im Spülbad der Waschmaschine appliziert werden,
müssen sie eine gewisse Tendenz besitzen, aus langer Flotte substantiv auf die Ware
aufzuziehen.
Die heute verwendeten Produkte auf Basis von Polyethylen- oder Wachs-Dispersionen
sowie Weichmacher auf Basis von Fettsäurepolyglykolethern sind in den Kriterien "Weichgriff"
und "Ausziehvermögen" nicht optimal. Ausziehfähige kationische Fettweichmacher verhalten
sich noch weniger günstig.
Die Verwendung aminofuktioneller Silicone als Weichmacher wäre an sich erwünscht,
da diese Substanzen besonders guten Weichgriff ergeben und dank ihrer kationischen
Ladung auch Substantivität zur negativ geladenen Baumwolle aufweisen.
Leider besteht - zu Recht - eine Abneigung gegen Siliconweichmacher bei Jeans:
Im Ladengeschäft liegen Jeanswaren oft längere Zeit vor dem Verkauf. Bei Lagerung
im Stapel sind dabei nur die Kanten unmittelbar der Wirkung der Atmosphäre ausgesetzt.
Luftvereinigungen, wie Ozon oder Stickoxide (NO
x) aber können den blauen Indigofarbstoff schädigen, d. h. zu gelbem Isathin oxydieren.
Jeans können also, speziell an Lagerkanten, ihre Farbe verlieren. Dieses "Ozonfading"
macht, speziell, da es nur örtlich auftritt, diese Waren unverkäuflich.
In der Fachwelt besteht Einigkeit, daß Siliconweichmacher dieses Ozonfading zwar nicht
verursachen, wohl aber fördern und verstärken. Daher werden die eigentlich besonders
effektiven Siliconweichmacher für diesen Einsatzzweck abgelehnt. Siehe auch Melliand
Textilberichte, "Vergilbung von indigohaltiger Jeanswear" 11/96, S. 786f, 1996, wo
auf Seite 787 unter 6.
Einfluß von Weichgriffmittel und Lagerdauer ausgeführt wird:
"Von den untersuchten Weichgriffmitteln (verschiedene Fettsäurekondensationsprodukte,
ein aminofunfuntionelles Polysiloxan und ein Griffmittel auf der Basis von Polyurethan)
verursacht keines unter Einwirkung von Schadgas Eigenvergilbung. Siliconhaltige Produkte
jedoch beschleunigen den Indigoabbau durch Schadgas. Einzelne Fettsäurekondensationsprodukte
vermindern die Vergilbung von Jeanswear deutlich.
Je länger Jeanswear der Einwirkung von Schadgas ausgesetzt ist, desto größer ist die
Wahrscheinlichkeit der Entstehung irreparabler Aufhellung und Vergilbung. Beobachtungen
aus der Praxis zufolge entsteht ein Vergilbungsmaximum, das unter andauernder Aufhellung
stationär ist."
[0012] Eigene Versuche haben ergeben, daß diese Ablehnung nicht auf einem Vorurteil beruht.
Tatsächlich läßt sich auch experimentell eine Verstärkung der Farbabweichung von Denim-Geweben
feststellen, wenn diese vor der Einwirkung von Ozon oder NO
x mit handelsüblichen Siliconweichmachern behandelt wurden. (Beispiel 1)
[0013] Dieser Effekt ist praktisch unabhängig davon, ob der Weichmacher in Form einer Micro-
oder Macroemulsion vorliegt, und welche Viskosität, Aminzahl oder Struktur das Silicon
aufweist.
[0014] Überraschend wurde nun gefunden, daß für dieses Ozonfading nicht das Silicon, sondern
der zur Emulgierung üblicherweise verwendete nichtionische Emulgator verantwortlich
ist, gleichgültig, ob auf Basis Fettalkohol- oder Alkylphenolethoxylat (Beispiel 2):
[0015] Silicone, die praxisunüblich, rein zu Versuchszwecken, in unpolaren Lösungsmitteln
gelöst auf das Gewebe aufgetragen wurden, haben keine effektverstärkende Wirkung.
Ethoxylierte Emulgatoren hingegen fördern das Ozonfading.
[0016] Diese Wirkung scheint weitgehend unabhängig vom hydrophoben Rest (gerade- oder verzweigtkettiger
Fettalkohol, Alkylphenol), unabhängig vom Ethoxylierungsgrad ( n = 5 - 10 ) und unabhängig
vom Hersteller des Tensides. Eventuelle Unterschiede in der Gauß Verteilung, der Prozeßführung
und eventuell der Katalyse beim Ethoxylieren scheinen also keine Rolle zu spielen.
[0017] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, diese Nachteile des Standes der Technik zu überwinden
und insbesondere Weichmacher auf Silicon Basis zu Verfügung zu stellen, die diese
Nachteile, wie die Vergilbung von Jeansgewebe, nicht zeigen, Diese Aufgabe wird durch
die Erfindung gelöst.
[0018] Überraschend wurde gefunden, daß Emulsionen aminofunktioneller Silicone zu deren
Herstellung Alkylpolyglycoside als Emulgatoren eingesetzt wurden, das Ozonfading damit
weichgemachter indigogefärbter Denimgewebe nicht verstärken. Dies gilt für die Einwirkung
von Ozon, wie von NO
x. (Beispiele 3 und 4)
[0019] Solche Emulsionen sind in EP 0622397 (Wacker) und DE 4131551 (Pfersee) beschrieben.
[0020] Gegenstand der Erfindung sind Indigo gefärbtes Gewebe, das dadurch gekennzeichnet
ist, daß es zumindest ein Organopolysiloxan und zumindest ein Alkylpolyglykosid enthält.
[0021] Indigo gefärbtes Gewebe ist grundsätzlich jede Form von Gewebe, vorzugsweise aber
mit Indigo gefärbtes Baumwollgewebe, Leinengewebe, Viskosegewebe, Gewebe aus Kunstfaser,
wobei Baumwollgewebe bevorzugt und Denimgewebe besonders bevorzugt ist.
[0022] Bei den Organopolysiloxanen handelt es sich vorzugsweise um Organopolysiloxane (a),
welche polare Gruppen an Si-C-gebundenen Kohlenwasserstoffresten aufweisen, wie vorzugsweise
Amino-, Ammonium-, Epoxy-, Hydroxy-, Amido-, Mercapto-, Carboxy- und/oder Sulfonsäuregruppen,
deren Salze oder Ester.
[0023] Vorzugsweise weisen die Organopolysiloxane (a) die allgemeine Formel (I)
R
nR'
mSiO
(4-n-m)/2 (I)
auf, worin
R vorzugsweise gleiche oder verschiedene, gegebenenfalls substituierte Kohlenwasserstoffreste
oder Kohlenwasserstoffoxyreste mit jeweils 1 bis 18 Kohlenstoffatomen, Wasserstoffatome
oder Hydroxyreste,
R' vorzugsweise gleiche oder verschiedene, Si-C-gebundene, polare Gruppen enthaltende
substituierte Kohlenwasserstoffreste,
n eine ganze Zahl im Wert von 0, 1, 2 oder 3,
m eine ganze Zahl im Wert von 0, 1, 2 oder 3
bedeuten, und die Summe n + m einen durchschnittlichen Wert von 1,8 bis 2,2 besitzt
und m so gewählt ist, daß das Polyorganosiloxan mindestens einen Rest R' aufweist.
[0024] Vorzugsweise besitzt die Summe
n + m einen durchschnittlichen Wert von 1,9 bis 2,1.
[0025] Beispiele für Kohlenwasserstoffreste
R sind vorzugsweise Alkylreste, wie der Methyl-, Ethyl-, n-Propyl-, iso-Propyl-, n-Butyl-,
iso-Butyl-, tert.-Butyl-, n-Pentyl-, iso-Pentyl-, neo-Pentyl-, tert.-Pentylrest; Hexylreste,
wie der n-Hexylrest; Heptylreste, wie der n-Heptylrest; Octylreste, wie der n-Octylrest
und iso-Octylreste, wie der 2,2,4-Trimethylpentylrest; Nonylreste, wie der n-Nonylrest;
Decylreste, wie der n-Decylrest; Dodecylreste, wie der n-Dodecylrest; Octadecylreste,
wie der n-Octadecylrest; Alkenylreste, wie der Vinyl-, Allyl- und der 5-Hexen-1-ylrest;
Cycloalkylreste, wie Cyclopentyl-, Cyclohexyl-, Cycloheptylreste und Methylcyclohexylreste;
Arylreste, wie der Phenyl-, Naphthyl- und Anthryl- und Phenanthrylrest; Alkarylreste,
wie o-, m-, p-Tolylreste, Xylylreste und Ethylphenylreste; Aralkylreste, wie der Benzylrest,
der alpha- und der β-Phenylethylrest.
[0026] Beispiele für gegebenfalls substituierte Kohlenwasserstoffoxyreste
R sind vorzugsweise über ein direkt an ein Siliciumatom gebundenes Sauerstoffatom gebundene
substituierte und unsubstituierte Kohlenwasserstoffreste
R gemäß den vorstehend genannten Beispielen, insbesondere Alkoxyreste mit 1 bis 18
Kohlenstoffatomen und Phenoxyreste, speziell der Methoxy-, Ethoxy-, n-Propoxy-, iso-Propoxy-
und Phenoxyrest. Vorzugsweise sind höchstens 5 % der Reste
R gegebenfalls substituierte Kohlenwasserstoffoxyreste.
[0027] Beispiele für bevorzugte aminofunktionelle Reste
R' sind Reste der allgemeinen Formel (II)
-R
1-[NR
2(CH
2)
a]
bNHR
2, (II)
und deren durch Umsetzung mit Mineral- oder Carbonsäuren herstellbare Ammoniumsalze,
wobei
R1 vorzugsweise einen zweiwertigen C1- bis C18-Kohlenwasserstoffrest bedeutet,
R2 vorzugsweise ein Wasserstoffatom oder einen gegebenenfalls Fluor-, Chlor- oder Brom-substituierten
C1- bis C18-Kohlenwasserstoffrest bedeutet,
a die Werte 2, 3, 4, 5 oder 6 hat und
b die Werte 0, 1, 2, 3 oder 4 hat.
[0028] Beispiele für die zweiwertigen C
1- bis C
18-Kohlenwasserstoffreste
R1 sind vorzugsweise gesättigte gerad- oder verzweigtkettige oder cyclische Alkylenreste
wie der Methylen- und Ethylenrest sowie Propylen-, Butylen-, Pentylen-, Hexylen-,
2-Methylpropylen-, Cyclohexylen- und Octadecylenreste oder ungesättigte Alkylen- oder
Arylenreste wie der Hexenylenrest und Phenylenreste, wobei der n-Propylenrest und
der 2-Methylpropylenrest besonders bevorzugt sind.
[0029] Beispiele für die Kohlenwasserstoffreste R
2 vorzugsweise sind die für R angegebenen Beispiele. Beispiele für halogensubstituierte
Kohlenwasserstoffreste R
2 sind Halogenalkylreste, wie der 3,3,3-Trifluor-n-propylrest, der 2,2,2,2',2',2'-Hexafluorisopropylrest,
der Heptafluorisopropylrest, und Halogenarylreste, wie der o-, m- und p-Chlorphenylrest.
[0030] In der vorstehenden allgemeinen Formel (II) bedeuten vorzugsweise
- R1
- einen zweiwertigen C2- bis C6-Kohlenwasserstoffrest,
- R2
- ein Wasserstoffatom, einen Methyl- oder Cyclohexylrest,
- a
- die Werte 2 oder 3 und
- b
- die Werte 0 oder 1.
[0031] Besonders bevorzugt sind lineare Polydimethylsiloxane, die gegebenenfalls als Reste
R neben Methylresten höchstens 5 % C
1- bis C
3-Alkoxy- oder Hydroxyendgruppen aufweisen. Vorzugsweise weisen diese Polydimethylsiloxane
als Reste
R' die Reste H
2N(CH
2)
2NH(CH
2)
3-, H
2N(CH
2)
2NHCH
2CH(CH
3)CH
2-, H
2N(CH
2)
3-,

auf.
[0032] Beispiele für Mineralsäuren, die sich mit den vorstehend genannten aminofunktionellen
Kohlenwasserstoffresten zu den entsprechenden ammoniumfunktionellen Resten umsetzen
lassen, sind vorzugsweise Salz-, Perchlor-, Schwefel-, schweflige, Salpeter-, salpetrige,
Fluß-, Phosphor-, Diphosphor- und Polyphosphorsäuren. Beispiele für geeignete Carbonsäuren
sind vorzugsweise Ameisen-, Essig-, Propion-, Butansäuren, Citronensäure, Trichlor-,
Dichlor- und Chloressigsäure, Trifluoressigsäure, Cyanessigsäure, Phenylessigsäure,
Benzoesäure, m- und p-Nitrobenzoesäure, Oxalsäure, Malonsäure und Milchsäure. Besonders
bevorzugt sind die mit Essigsäure erhältlichen ammoniumfunktionellen Kohlenwasserstoffreste.
[0033] Beispiele für amidofunktionelle Reste sind vorzugsweise der γ-Acetamidopropylrest,
teil- oder vollacetylierte β-Aminoethyl-γ- aminopropylreste.
[0034] Beispiele für epoxyfunktionelle Reste
R' sind Reste der allgemeinen Formeln (III) und (IV)

[0035] wobei
A einen Alkyl-, Alkoxyalkyl-, Aryl- oder Alkarylrest bedeutet.
[0036] Beispiele für bevorzugte epoxyfunktionelle Reste
R' sind

[0037] Besonders bevorzugte epoxyfunktionelle Reste
R' sind

[0038] Die bevorzugten Epoxydzahlen der epoxyfunktionellen Organopolysiloxane (a) liegen
bei 0,5 - 0,001 (equiv./100 g), insbesondere bei 0,2 - 0,01 (equiv./100 g). Die Epoxydzahl
eines epoxyfunktionellen Organopolysiloxans gibt die Anzahl an Equivalenten an Epoxyd,
nämlich die Molzahl an Epoxydgruppen an, die in 100 Gramm Organopolysiloxan (a) enthalten
ist.
[0039] Beispiele für bevorzugte carboxyfunktionelle Reste
R' sind Reste der allgemeinen Formel (V)
-X-(COOH)
p (V),
und deren durch Umsetzung mit Basen herstellbare Salze, wobei
X einen linearen, verzweigten aliphatischen, aromatischen oder gemischt aliphatisch-aromatischen
Kohlenwasserstoffrest bedeutet, dessen Kohlenstoffgerüst durch zweiwertige Schwefel-,
Sauerstoff- oder Carbonsäureesterreste unterbrochen sein kann und
p den Wert 1 oder 2 hat.
[0040] Als carboxyfunktionelle Reste
R' sind besonders bevorzugt die Reste
-(CH
2)
4-10-COOH ,
-CH
2CH(CH
3)-COOH ,

-CH
2CHR
3-S-CH
2-COOH ,
wobei
R3 vorzugsweise ein Wasserstoffatom, einen Methyl- oder Ethylrest bedeutet,
-(CH
2)
3O-(C=O)-(CH
2)
2-COOH ,

[0041] Insbesondere bevorzugt als carboxyfunktionelle Reste
R' sind vorzugsweise die Reste
-(CH
2)
10-COOH ,
-CH
2CH(CH
3)-COOH und
-(CH
2)
2-S-CH
2-COOH .
[0042] Beispiele für Basen zur Umsetzung mit carboxyfunktionellen Resten
R' aufweisenden Organopolysiloxanen (a) sind vorzugsweise Ammoniak, Amine, Alkali- und
Erdalkalihydroxide, wie LiOH, NaOH, KOH, RbOH, CsOH, Mg(OH)
2, Ca(OH)
2, Sr(OH)
2 und Ba(OH)
2.
[0043] Die bevorzugten Säurezahlen der carboxyfunktionellen Organopolysiloxane (a) liegen
bei 1 - 100 (mg KOH/g), vorzugsweise bei 5 - 50 und insbesondere bei 10 - 30. Die
Säurezahl eines carboxyfunktionellen Organopolysiloxans (a) gibt die Anzahl an Milligramm
Kaliumhydroxid an, die notwendig ist, um die freien Säuren zu neutralisieren, die
in einem Gramm des carboxyfunktionellen Organopolysiloxans (a) enthalten sind.
[0044] Vorzugsweise sind die Reste
R Methyl-, Ethyl-, Phenyl-, Methoxy- und/oder Vinylreste. Wegen der leichteren Zugänglichkeit
sind vorzugsweise 50 % der Reste
R, insbesondere mindestens 80 % der Reste
R, Methylreste.
[0045] Es kann ein Organopolysiloxan (a), vorzugsweise ein solches der Formel (I), eingesetzt
werden; es können auch mehrere Organopolysiloxane eingesetzt werden.
[0046] Das in Emulsionen eingesetzte Organopolysiloxan(gemisch) ist vorzugsweise flüssig.
Insbesondere besitzen die im erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzten Organopolysiloxane
vorzugsweise jeweils Viskositäten von 100 mPa*s bis 1.000.000 mPa*s, jeweils gemessen
bei 25°C.
[0047] Wird ein aminofunktionelles Organopolysiloxan zur Herstellung des vorzugsweise in
den erfindungsgemäßen Emulsionen eingesetzten ammoniumfunktionellen Organopolysiloxans
(a) verwendet, so ist bevorzugt, daS es eine Aminzahl von 0,1 bis 3,0, insbesondere
von 0,2 bis 0,9, besitzt. Die Aminzahl eines aminofunktionellen Stoffes wird bestimmt
als Verbrauch in cm
3 an 1n Salzsäure bei der Titration von 1 g des aminofunktionellen Stoffes.
[0048] Als Alkylpolyglykoside können beispielsweise die in der EP-A 418 479 beschriebenen
Alkylpolyglykoside der allgemeinen Formel (VI)
R''-O-Z
o , (VI)
eingesetzt werden,
wobei
R'' vorzugsweise einen linearen oder verzweigten, gesättigten oder ungesättigten Alkylrest
mit im Mittel 8 bis 24 Kohlenstoffatomen, vorzugsweise 8 bis 16 Kohlenstoffatomen,
und
Zo vorzugsweise einen Oligoglycosidrest mit im Mittel o = 1 bis 10, vorzugsweise 1 bis 5, Hexose- oder Pentoseeinheiten oder Gemischen davon
bedeuten.
[0049] Besonders bevorzugt sind Alkylpolyglykoside mit gesättigtem Alkylrest mit im Mittel
8 bis 14 Kohlenstoffatomen und einem mittleren Glykosidierungsgrad n zwischen 1,1
und 3.
[0050] Ein weiter Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Behandlung eines mit Indigo
gefärbten Gewebes, bei dem zumindest ein Organopolysiloxan und zumindest ein Alkylpolyglykosid
aufgebracht werden.
[0051] Dies wird vorzugsweise durch die Behandlung des mit Indigo gefärbtem Gewebe mit einer
wäßrigen Emulsion auf der Grundlage von
a) 100 Gewichtsteilen an Organopolysiloxanen, welche vorzugsweise polare Gruppen an
Si-C-gebundenen Kohlenwasserstoffresten aufweisen, und
b) vorzugsweise bis zu 150 Gewichtsteilen an Alkylpolyglykosiden.
Die Organopolysiloxane und Alkylpolyglykoside haben die oben angegebene Bedeutung.
[0052] Im Gegensatz zu den wäßrigen Emulsionen von Polydimethylsiloxanölen und Polydiphenylsiloxanölen
mit Alkylpolyglykosiden weisen die erfindungsgemäß eingesetzten Emulsionen eine höhere
Stabilität gegenüber Fremdelektrolyten, wie Magnesium- und Natriumsalzen, auf als
entsprechende Emulsionen, bei denen Alkylpolyglykolether als Emulgatoren verwendet
werden.
[0053] Die erfindungsgemäß eingesetzten Emulsionen enthalten relativ geringe Mengen an Emulgatoren,
insbesondere 5 bis 100 Gewichtsteile an Alkylpolyglykosiden (b) pro 100 Gewichtsteile
polare Gruppen enthaltender Organopolysiloxane (a).
[0054] Die erfindungsgemäß eingesetzten Emulsionen weisen eine diskontinuierliche Ölphase,
welche die polare Gruppen enthaltenden Organopolysiloxane (a) enthält, und eine kontinuierliche
Wasserphase auf.
[0055] Die Anteile des Organopolysiloxans (a) und der kontinuierlichen Wasserphase können
in weiten Bereichen variiert werden, je nachdem, welcher Festgehalt in den erfindungsgemäß
eingesetzten Emulsionen und Mikroemulsionen angestrebt wird. Vorzugsweise liegt der
Anteil des Organopolysiloxans (a) zwischen 20 und 70 Gewichtsprozent, insbesondere
jedoch zwischen 40 und 60 Gewichtsprozent, des Gesamtgewichts der Emulsion.
[0056] Die erfindungsgemäß eingesetzten Emulsionen weisen vorzugsweise eine mittlere Teilchengröße
von höchstens 1 µm, insbesondere von höchstens 300 nm auf. Die erfindungsgemäß eingesetzten
Mikroemulsionen weisen vorzugsweise eine mittlere Teilchengröße von höchstens 150
nm, insbesondere von höchstens 20 nm, auf. Der Ausdruck "Emulsionen" umfaßt im ganzen
Text auch Mikroemulsionen. Der Ausdruck "Mikroemulsionen" bezieht sich nur auf Emulsionen
mit einer mittleren Teilchengröße von höchstens 150 nm, die transparent bis optisch
klar sind. Mikroemulsionen von Organopolysiloxanen mit Alkylpolyglykosiden als Emulgatoren
sind nicht vorbeschrieben.
[0057] Beispielsweise zur Verkleinerung der Teilchengröße und zur Verringerung der benötigten
Menge an Alkylpolyglycosiden (b) können die erfindungsgemäß eingesetzten Emulsionen,
insbesondere die Mikroemulsionen, auch Cotenside vorzugsweise in Mengen von 0 bis
30 Gewichtsteilen, insbesondere höchstens 20 Gewichtsteilen, jeweils bezogen auf 100
Gewichtsteile der Organopolysiloxane (a), enthalten.
[0058] Unter Cotensiden versteht man polare Verbindungen mittlerer Molmasse, wie vorzugsweise
Alkohole der Molekülgröße C
4 bis C
8, geeignete Glykolether, Amine, Ester oder Ketone.
[0059] Beispiele für besonders geeignete Cotenside sind vorzugsweise 1-Butanol, 2-Butanol,
2-Methyl-2-Propanol, 1-Pentanol, 2-Pentanol, 3-Pentanol, 1-Hexanol, 2-Hexanol, 3-Hexanol,
1-Heptanol, 2-Heptanol, 3-Heptanol, 4-Heptanol, 1-Octanol, 2-Octanol, 3-Octanol und
4-Octanol; Diethylenglycolmonomethyl-, -ethyl-, und -butylether; Diethylenglycoldimethyl-
und -ethylether; 1-Aminobutan, 2-Aminobutan, 2-Amino-2-methyl-propan, 1-Aminopentan,
2-Aminopentan, 1-Aminohexan, 1-Aminoheptan und 1-Aminooctan; Ethyl-, Propyl-, Isopropyl-,
Butyl-, Iso-butyl-, Pentyl-, Isopentyl- und Hexylacetat; Methyl-, Ethyl-und tert.-Butylpropionat;
Methyl-, Ethyl-, Propyl- und Butylbutyrat; 2-Butanon, 2-Pentanon, 3-Pentanon, 4-Methyl-2-pentanon,
2-Hexanon, 3-Hexanon, 2-Heptanon, 3-Heptanon, 4-Heptanon, 5-Methyl-3-Heptanon, 2-Octanon
und 3-Octanon.
[0060] Beispiele für bevorzugte Cotenside sind 1-Alkanole der vorstehend aufgeführten Beispiele
mit C
5- bis C
8-Ketten, Diethylenglycolmonobutylether, Diethylenglycoldimethyl- und Diethylenglycoldiethylether,
Propyl-, Butyl- und Pentylacetat sowie 2-Pentanon.
[0061] Als Cotenside besonders bevorzugt sind 1-Pentanol, 1-Hexanol und 1-Octanol, Diethylenglycolmonobutylether,
Diethylenglycoldimethylether und Butylacetat.
[0062] Außer Organopolysiloxan (a), Alkylpolyglykosiden (b), Wasser und gegebenenfalls Cotensid
können die erfindungsgemäß eingesetzten Emulsionen noch Zusatzstoffe enthalten. Die
sind insbesondere Bactericide, Fungicide, Algicide, Mikrobicide, Duftstoffe, Korrosionsinhibitoren,
Farbstoffe, Pigmente, Verdickungsmittel und Füllstoffe. Die erfindungsgemäß eingesetzten
Emulsionen enthalten Zusatzstoffe vorzugsweise in Mengen von 0 bis 1 Gewichtsprozent,
insbesondere von 0 bis 0,2 Gewichtsprozent, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht
der fertigen Emulsion.
[0063] Das Vermischen aller Komponenten der erfindungsgemäß eingesetzten Emulsion kann in
beliebiger Reihenfolge unter Verwendung von Emulgiergeräten oder durch Zusammenrühren
ohne Aufbietung hoher Scherkräfte erfolgen. Es ist jedoch bevorzugt, daß zuerst eine
homogene Mischung von Organopolysiloxan (a), Alkylpolyglykosiden (b) und Wasser hergestellt
und in diese Mischung die Cotenside und Zusatzstoffe, sofern eingesetzt, ohne Aufbietung
hoher Scherkräfte eingerührt werden.
[0064] Der auf die jeweiligen Komponenten bzw. Mischungen ausgeübte Druck ist vorzugsweise
der gegebenenfalls durch Einwirkung der Mischorgane erhöhte (Atmosphären-)Druck; die
entsprechend herrschende Temperatur ist vorzugsweise die gegebenenfalls durch Einwirkung
der Mischorgane erhöhte (Raum-)Temperatur.
[0065] Das vorzugsweise in den erfindungsgemäß eingesetzten Emulsionen enthaltene eingesetzte
ammoniumfunktionelle Organopolysiloxan (a) kann hergestellt werden durch Zugabe von
Mineralsäuren oder Carbonsäuren zu entsprechenden aminofunktionellen Organopolysiloxanen.
Diese Zugabe von Säure zum Organopolysiloxan (a) kann erfolgen, bevor das Organopolysiloxan
(a) eingesetzt wird.
[0066] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform zur Herstellung der erfindungsgemäß
eingesetzten Emulsionen unter Einsatz besonders bevorzugter amino- und/oder ammoniumfunktioneller
Organopolysiloxane (a) werden die ammoniumfunktionellen Reste jedoch in situ beim
Mischen von Organopolysiloxan (a), Alkylpolyglykosiden (b) und Wasser durch Zugabe
der vorstehend beschriebenen Mineral- und/oder Carbonsäuren, insbesondere Essigsäure,
erzeugt.
[0067] Die erfindungsgemäß eingesetzten Emulsionen können grundsätzlich in jedem turbulenten
Mischer hergestellt werden, der auch bisher zur Herstellung von Emulsionen verwendet
wurde. Beispiele für verwendbare Mischer sind Rührer, wie Blatt-, Balken-, Anker-,
Gitter-, Schnecken-, Propeller-, Scheiben-, Impeller-, Turbinen-, Planetenrührer,
Ein- und Doppelschneckenmischer, Mischturbinen, Kolloidmühlen, Ultraschallmischer,
Inline-Mischer, Pumpen, Homogenisatoren, wie Hochdruck-, Turbinen- und Umlaufhomogenisatoren.
Probenvorbereitung:
[0068] Handelsübliches, indigogefärbtes Denim-Rohgewebe aus 100 % Baumwolle wurde in langer
Flotte (500 %) mit 0,5 g/L Bakterienamylase (Mucilase, Freedom/ Diamalt) bei pH 6,0
2 Stunden bei 55 ° C entschlichtet und anschließend mit klarem Wasser tensidfrei gespült
und bei Raumtemperatur getrocknet.
[0069] Die Stoffproben wurden am Foulard mit wässrigen Emulsionen bzw. Lösungen der Prüfsubstanzen,
im Falle der Siliconöle mit Lösungen in Testbenzin, so beaufschlagt, daß ca. 1,0 %
Wirksubstanz auf Gewebegewicht aufgebracht wurde. Schließlich wurde bei 150 ° C 5
Minuten getrocknet.
Begasung:
[0070] Probenstücke 7 x 5 cm wurden aneinandergenäht und in einem Glasrohr begast. Die Konzentration
an Ozon/NO
x betrug ca. 200 mg/h, die Durchflußrate 2,0 l/h. Das oxydierende Agens wurde durch
elektrische Entladung in Luft von einem Ozongenerator erzeugt, so daß 0
3 neben NO
x vorlag. Die Einwirkzeit betrug jeweils 60 Minuten bei Raumtemperatur. Die Proben
wurden anschließend gespült und getrocknet.
Durchführung der Ozonisierung
[0071] Die Proben werden hängend mit Ozon behandelt. Ozon wird durch "stille Entladung"
in einem Ozonisator aus reinem Sauerstoff hergestellt. Der Sauerstoffdurchfluß wird
mit Hilfe eines Flowmeters eingestellt und am Ende der Apparatur mit einer Gasuhr
gemessen. Bei der gewählten Ozonisatoreinstellung werden durchschnittlich 200 mg Ozon
pro Stunde produziert.
[0072] Um zu starke Warenbewegung durch den Gasfluß zu vermeiden, werden die zu einem Streifen
zusammengenähten Proben mit einem Gewicht (ca. 30 g) beschwert.
Bedingungen:
[0073]
- Ozonkonzentration:
- ca. 200 mg/h
- Durchflußrate:
- 2,0 l/h
- Behandlungsdauer:
- 60 min, bei Raumtemperatur
[0074] Nach der Ozonbehandlung werden die Prüflinge im Mathis Trockner bei Raumtemperatur
20 Minuten lang mit Umluft (maximale Lüftungsstufe) behandelt, um Restozon von der
Ware zu entfernen.
Messung:
[0075] Sie erfolgte an einem Farbmess-Gerät (Data Color Spectra Flash 600). Die Beurteilung
erfolgte nach dem Verlust der Farbstärke in %.
Beispiel 1
[0076] Einfluß von Weichmachern auf den Verlust der Farbstärke bei 0
3 / NO
x Behandlung:
| Denim behandelt mit |
Farbstärkeverlust % 03/NOx |
Differenz zum Blindwert |
| Wasser (Blindwert) |
5,3 |
0 |
| Si-Weichmacher 1 |
46,2 |
40,9 |
| Si-Weichmacher 2 |
41,9 |
36,6 |
| Si-Weichmacher 3 |
38,2 |
32,9 |
| Si-Weichmacher 4 |
38,3 |
33 |
| Si-Weichmacher 5 |
54,8 |
49,5 |
| Si-Weichmacher 6 |
48,4 |
43,1 |
| Si-Weichmacher 7 |
39,2 |
33,9 |
| PE-Emulsion (Velustrol P 40, Hoechst AG) |
16,4 |
11,1 |
| PE-Emulsion ( Adalin NI, Henkel) |
16,5 |
11,2 |
| kation. Fettweichmacher (quaternisiertes Talkfettsäureamin) (Leomin AFK, Hoechst) |
30,5 |
25,2 |
| PE = Polyethylen |
Dabei bedeutet :
Silicon-Weichmacher 1 :
[0077] Microemulsion eines niedrigviskosen, gestopperten Siliconöles mit Aminoethyl-aminopropylgruppen;
Ölviskosiät 200 mm
2/s, Aminzahl 0,25; emulgiert mit Trimethylnonanol x 6 EO
Silicon-Weichmacher 2:
[0078] Macroemulsion eines hochviskosen, niedrigaminierten, reaktiven Öls; Ölviskosität
8000 mm
2/s; Aminzahl 0,15; emulgiert mit iso-C
13 Fettalkohol x 10 EO
Silicon-Weichmacher 3:
[0079] Macroemulsion des gleichen Öles wie Weichmacher 2, emulgiert mit Alkyltrimethylammoniumchlorid
und Nonylphenol x 7 EO
Silicon-Weichmacher 4:
[0080] Macroemulsion eines reaktiven aminreichen Siliconöles; Ölviskosität 1000 mm
2/s, Aminzahl 0,6; emulgiert mit einem Gemisch aus C
13-Fettalkohol x 6 EO und C
13-Fettalkohol x 8 EO
Silicon-Weichmacher 5:
[0081] Microemulsion eines gestopperten, aminreichen Öles; Ölsivkosität 1000 mm
2/s , Aminzahl 0,6; emulgiert mit C
13-Fettalkohol x 6 EO
Silicon-Weichmacher 6:
[0082] Microemulsion eines reaktiven Öles mittleren Amingehalts; Ölviskosität 1000 mm
2/s; Aminzahl 0,3; emulgiert mit C
13-Fettalkohol x 6 EO
Silicon-Weichmacher 7:
[0083] Microemulsion eines cyclohexylaminofunktionellen (thermovergilbungsarmen) Siliconöls;
Ölviskosität 1000 mm
2/ s; Aminzahl 0,3; emulgiert mit C
13-Fettalkohol x 6 EO mit Butyldiglykol als Co-Emulgator
Beispiel 2
[0084] Einfluß der Reinsubstanzen auf den Verlust der Farbstärke bei 0
3/NO
x-Behandlung
| Denim behandelt mit |
Farbstärkeverlust % 03/NOx |
Differenz zum Blindwert |
| Wasser (Blindwert) |
5,3 |
0.00 |
| Testbenzin (Blindwert) |
4,5 |
0.00 |
| Aminosiliconöl 1 |
10 |
5,5 |
| Aminosiliconöl 2 |
8,7 |
4,2 |
| Aminosiliconöl 3 |
19,8 |
15,3 |
| Aminosiliconöl 4 |
5,4 |
0,9 |
| C13-Fettalkohol x 10 EO (Arlypon IT 10/Grünau) |
51 |
45,7 |
| C13-Fettalkohol x 6 EO (Genapol X060, Hoechst) |
34,8 |
29,5 |
| C13-Fettalkohol x 8 EO (Genapol X080, Hoechst) |
44,8 |
39,5 |
| Nonylphenolethoxylat (Marlophen NP7, Hüls) |
54,3 |
49 |
| Trimethylnonanol x 6 EO (Tergitol TMN6, ICI) |
38,2 |
32,9 |
| Hexadecyltrimethylammoni-umchlorid ( Genamin CTAC 50, Hoe) |
37,4 |
32,1 |
| Mischemulgator von Silicon-Weichmacher 3 |
37,6 |
32,3 |
Dabei bedeutet
[0085]
- EO =
- Ethylenoxid
Aminosiliconöl 1
Hochviskoses, niedrig aminiertes reaktives Öl; Ölviskosität 8000 mm2/s, Aminzahl 0,15; eingesetzt im Siliconweichmacher Nr. 2
Aminosiliconöl 2
Reaktives Öl der Viskosität 1000 mm2/s, Aminzahl 0,3 eingesetzt im Siliconweichmacher Nr. 6
Aminosiliconöl 3
Reaktives, aminreiches Siliconöl, Viskosität 1000 mm2/s; Aminzahl 0,6, eingesetzt im Siliconweichmacher Nr. 4.
Aminosiliconöl 4
Cyclohexylaminofunktionelles, hochviskoses Öl, Viskosität 7000 mm2/s und der Aminzahl 0,20. Ähnlich dem Öl aus Siliconweichmacher Nr. 7, aber höherviskos
und niedriger aminiert.
Beispiel 3
[0086] Herstellung von Weichmacheremulsionen für die Ausrüstung von Denims:
Weichmacher 8:
[0087] 17 Teile eines gestopperten hochaminierten Aminosiliconöles (Aminzahl = 0,6; Viscosität
= 1000 mm
2/s) wurden mit 8,6 Teilen Alkylplyglycosid (70%ig), 74 Teilen vollentsalztem Wasser
und 0,3 Teilen Essigsäure 100 %ig zu einer Emulsion verrührt und mit 3,5 g/L Formalinlösung
konserviert.
Das Öl war identisch mit dem im Weichmacher 5 verwendeten Produkt.
Als Emulgator diente Glucopon 225 DK (Henkel), ein C
8 - C
10 Alkylplyglycosid mit 1,7 Zuckereinheiten und 70 % Aktivgehalt.
Weichmacher 9:
[0088] Analog wurde aus dem auch in Weichmacher 4 eingesetzten reaktiven Öl nach Rezeptur
von Weichmacher 8 eine Emulsion bereitet.
Weichmacher 10:
[0089] Das bereits in den Weichmachern 2 + 3 eingesetzte aminarme, hochviskose Siliconöl
wurde zu 17 Teilen mit 9,5 Teilen Glucopon 215 CSUP (Henkel) und 0,08 Teilen Essigsäure
emulgiert und mit 3,5 g/L Formalinlösung konserviert.
[0090] Glucopon 215 CSUP ist ein C
8 - C
10 Alkylpolyglykosid mit 1,5 Zuckereinheiten.
Weichmacher 11:
[0091] 17 Teile des bereits in Weichmacher 6 benutzten Aminöles der Aminzahl 0,3 wurden
mit 8,6 Teilen Glucopon 225 DK wie bei Weichmacher 8 beschrieben emulgiert, jedoch
mit einer auf 0,15 Teile reduzierte Menge an Essigsäure.
Beispiel 4
[0092] Einfluß von Weichmachern auf Basis Aminosilicon/Alkylpolyglycoside auf den Verlust
der Farbstärke bei 0
3 / NO
x Behandlung:
| Denim behandelt mit |
Farbstärkeverlust % 03/NOx |
Differenz zum Blindwert |
| Wasser (Blindwert) |
7 |
0.00 |
| Weichmacher 8 |
20,2 |
13,2 |
| Weichmacher 9 |
26 |
19 |
| Weichmacher 10 |
21 |
14 |
| Weichmacher 11 |
18,8 |
11,8 |
[0093] Der durch erfindungsgemäße Weichmacher hervorgerufene Verlust an Farbstärke in %
ist also erheblich geringer als bei Verwendung konventioneller Siliconemulsionen (Beispiel
1) und in der gleichen Größenordnung, wie bei Verwendung von z. B. Polyethylen-Emulsionen.
Der durch Aminosilicone bewirkte Weichgriff aber ist den mit Polyethylen erzielbaren,
wie jedem Textilfachmann geläufig, weit überlegen.
Beispiel 5
[0094] In den bisherigen Beispielen wurde der erfindungsgemäße Weichmacher über Foulard
aufgetragen um einen streng definierten Weichmachergehalt auf dem Gewebe zu erzielen.
In der industriellen Praxis aber wird der Weichmacher in der Waschmaschine im Ausziehverfahren
appliziert.
5 a) In einer horizontalen Trommelwaschmaschine wurden 35 Paar Jeans (ca. 30 kg) in
langer Flotte entschlichtet, gebleicht und gespült. Nach Ablassen wurden 300 l Frischwasser
zugegeben und mit 1,8 kg Weichmacher 8 (siehe Seite 23) entsprechen 0,3 kg Silicon
versetzt. Nach 30 Minuten Laufzeit war der Weichmacher zu ca. 45 % ausgezogen.
5 b) Um die Ausbeute zu erhöhen, wurde zusätzlich zu den 1,8 kg Weichmacher Nr. 8
im Parallelversuch ein sogenannter Aktivator zugegeben und zwar in einer Menge von
0,04 kg. Durch diese Zugabe stieg die Ausziehrate auf 90 %.
[0095] Der Aktivator ist ein seit langem bekanntes Produkt zur Förderung des Ausziehvermögens
von Weichmacheremulsionen.
[0096] Er besteht aus einer wässrig-alkoholischen Lösung von 40 % Triethanolamintitanat
und 11 % Zinkacetat x 2 H
2O.