[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von gebleichten
Spezialzellstoffen aus Einjahrespflanzen nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1.
[0002] Bekanntlich werden entsprechend den angestrebten Eigenschaften unterschiedliche Holzarten,
die die gewünschten Eigenschaften zu liefern vermögen, für Zellstoffe eingesetzt.
Bei den unterschiedlichen Eigenschaften wird die Wahl insbesondere im Hinblick auf
die gewünschten chemischen und physikalischen Eigenschaften des Papiers, das aus dem
Zellstoff hergestellt werden soll, ausgerichtet.
[0003] Zu den physikalischen Eigenschaften des Papiers gehören beispielsweise Flächengewicht,
Papierdicke, Volumen, Porosität, mechanische Festigkeit, Weißgrad, Opazität usw.
[0004] Chemische Eigenschaften sind beispielsweise die Alkalität des Papiers, Menge und
Art der Füllstoffe, Menge und Art der Imprägnierungssalze, Menge und Art der polysaccharidischen
Komponenten im verwendeten Rohmaterial, wie z.B. von Pentosanen, Menge und Art der
nicht-polysaccharidischen Reststoffe im verwendeten Rohmaterial, wie z.B Harz usw.,
Menge und Art der beim Herstellungsprozeß verwendeten Hilfsstoffe usw.
[0005] Daneben ist bei den Prozessen, die bei der Herstellung von Zellstoff angewendet werden,
darauf zu achten, daß die optimalen papiertechnischen Eigenschaften des Zellstoffs
bei der Herstellung auch erreicht und die wichtigen Cellulosekomponenten des Rohfasermaterials
erhalten werden, um die maximale Menge an Zellstoff mit den gewünschten Eigenschaften
zu gewinnen.
[0006] Im Hinblick auf die Kontrolle der bei der Zellstoffherstellung notwendigen chemischen
Prozesse dienen meist die Messung des Restligningehalts (z.B. die Kappa-Zahl nach
DIN 54 357) sowie die Bestimmung des Abbaugrads der polysaccharidischen Komponenten
(z.B. die Viskosität nach SCAN C15:62) als geeignete Parameter zur Koordination der
Verfahrensparameter.
[0007] Insbesondere die Bestimmung der Viskosität bzw. des Polymerisationsgrads gehört bei
der Optimierung der papiertechnischen Eigenschaften von Zellstoffen zu den wichtigen
Kriterien für die Auswahl des Zellstoffs.
[0008] So sind beispielsweise für bestimmte Papiersorten papiertechnische Eigenschaften
des Zellstoffs gewünscht, die nur durch spezielle Rohfasermaterialien und einen geeigneten
Herstellungsprozeß erreichbar sind.
[0009] Beispielsweise werden für Papiersorten, die leichtgewichtig sein sollen (z.B. 7,0
- 35 g/m
2) und dabei gute Filtrationseigenschaften für Gase und Flüssigkeiten besitzen (z.B.
hochporöse Filterumhüllungspapiere für Zigarettenfilter, Zigarettenpapier, Teebeutelfilterpapiere
usw.) oder gute Imprägnierungsfähigkeit besitzen (z.B. elektrolytische Papiere, Faserdarmpapiere
usw.), Spezialzellstoffe auf der Basis von Einjahrespflanzen als Faserrohstoff benötigt.
[0010] Die Verarbeitung der Pflanzen zu Spezialzellstoff erfolgt dabei allgemein in einer
ersten Stufe mittels eines mechanischen und/oder biologischen Prozesses. Hierbei werden
die unerwünschten pflanzlichen Teile entfernt. Im biologischen Prozeß werden insbesondere
die nicht-cellulosehaltige Komponenten abgebaut und der chemische Aufschluß für den
sich anschließenden chemischen Prozeß erleichtert.
[0011] Die anschließende Zerfaserung der Pflanzen in Einzelfasern wird üblicherweise in
einem kombinierten chemischen-mechanischen Prozeß vorgenommen.
[0012] Bei dem genannten Zerfasern werden aus dem faserigen Rohmaterial bestimmte Komponenten,
d.h. die unerwünschten pflanzlichen Teile, entfernt, wobei es sich bei den entfernten
Komponenten um etwa 20 bis sogar 70 Gew.-% der ursprünglichen Masse handeln kann.
[0013] Bei dem sich anschließenden ein- oder mehrstufigen Bleichen wird ungebleichter Zellstoff
als Halbstoff nach dem Abschluß des Kochprozesses (ca. 50 - 75% der Rohfasern) und
der eventuell durchgeführten mechanischen Zerfaserung einer Behandlung mit Chemikalien
mit oxidativem Charakter unterzogen. Ziel des Bleichprozesses ist es hierbei, die
Reste von Lignin, farbwirkenden Substanzen, Holocellulose und "Schäben" zumindestens
teilweise zu entfernen.
[0014] Beim Bleichprozeß wird jedoch abhängig vom Bleichmittel und eingesetztem Verfahren
der Polymerisationsgrad des Zellstoffs reduziert. Eine derartige Reduktion während
des Bleichprozesses ist jedoch überwiegend unerwünscht, da ein Abbau des Polymerisationsgrades
z.B. die Löslichkeit des Zellstoffes, dessen Verhalten in initialem bzw. leicht gemahlenem
Zustand und die Imprägnationsfähigkeit der Einzelfasern ändert.
[0015] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es somit, ein Verfahren zur Herstellung von
gebleichten Spezialzellstoffen anzugeben, bei dem bei gleichbleibendem Weißegrad des
Zellstoffs eine deutliche Verringerung des Abbaus des Polymerisationsgrads des Halbstoffs
beim Bleichprozeß erreicht wird.
[0016] Die Lösung dieser Aufgabe ergibt sich erfindungsgemäß aus den in Patentanspruch 1
angegebenen Merkmalen.
[0017] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung finden sich in den Patentansprüchen 2
bis 9.
[0018] Erfindungsgemäß wurde festgestellt, daß bei Mitverwendung von speziellen Additiven
im Rahmen des Bleichprozesses der Abbau des Polymerisationsgrads des Zellstoffs während
des Bleichens deutlich geringer ist.
[0019] Spezialzellstoff kann erfindungsgemäß entsprechend den angestrebten Eigenschaften
aus den verschiedensten Faserstoffen hergestellt werden.
[0020] Erfindungsgemäß können zur Herstellung der Spezialzellstoffe geeignete faserspendende
Pflanzen wie Flachs (Linum usitatissimum), Hanf (Canabis Sativa), Jute (Carchorus
olitorius), Kenaf (Hibiscus Sabdoriffa), Sunnhanf (Crotalaria junicea), Manilahanf
(Musa textilis), Sisal (Agave sisalina), Esparto (Stipa tenacissima) usw. verwendet
werden.
[0021] In einer ersten Stufe der Zellstoffherstellung werden die faserspendenden Pflanzen
im Rahmen eines mechanischen oder biologischen Verfahrens oder einer Kombination hiervon
von den unerwünschten pflanzlichen Teilen befreit.
[0022] In einem weiteren Verfahrensschritt erfolgt dann eine Zerfaserung der Pflanzen in
Einzelfasern in einer chemisch-mechanischen Verfahrensstufe. Zu diesem Zweck werden
die bereits mechanisch bzw. biologisch vorbereiteten Fasern mit anorganischen und/oder
organischen Chemikalien gekocht und gegebenenfalls mechanisch zerfasert. Als Beispiel
für verwendbare organische Chemikalien zur Beeinflussung des Delignifizierungsprozesses
läßt sich beispielsweise Antrachinon nennen. Erfindungsgemäß kann der im Rahmen des
Kochprozesses gewonnene Halbstoff aus einem beliebigen Kochprozeß, beispielsweise
einem alkalischen Verfahren oder einem Neutralsulfit-Verfahren stammen. Ferner kann
es sich erfindungsgemäß bei den verwendeten Halbstoffen um Halbstoffe aus Hartfasern
oder Halbstoffe aus Weichfasern handeln.
[0023] Der im Rahmen des Kochprozesses gewonnene Halbstoff wird anschließend im Rahmen eines
ein- oder mehrstufigen Bleichprozesses gebleicht. Dieses Bleichen erfolgt erfindungsgemäß
unter Mitverwendung von Additiven. Zweckmäßigerweise handelt es sich bei den Additiven
um aromatische Kohlenwasserstoffe. Bevorzugte Beispiele für erfindungsgemäß verwendbare
aromatische Kohlenwasserstoffe sind Naphthalin oder Derivate hiervon oder Antrachinon
oder Derivate hiervon, insbesondere Antrachinon oder Derivate hiervon, wie z.B. 9,10-Antrachinon.
[0024] Die Additive werden erfindungsgemäß gewöhnlich in Mengen von 0,001 bis 10 Gew.-%,
zweckmäßigerweise von 0,01 bis 1 Gew.-%, vorzugsweise von 0,05 bis 0,55 Gew.-%, insbesondere
0,1 bis 0,3 Gew.-%, bezogen auf die Masse an absolut trockenen Fasern, die in der
Bleichflotte dispergiert werden soll, zugesetzt.
[0025] Allgemein wird beim Bleichprozeß das Bleichen unter Verwendung von Chlor und dessen
Derivaten und die chlorfreien Bleichprozesse unter Verwendung anderer besonderer Oxidationsmittel
unterschieden.
[0026] Eines der ältesten Bleichmittel ist Chlor und dessen Derivate. Da bei einem Bleichen
mit Chlor oder dessen Derivaten hiervon organisch gebundene Chlorderivate, die aus
Umweltgründen unerwünscht sind, in größeren (bei Verwendung von Chlorgas) oder kleineren
(bei Verwendung von Chlordioxid) Mengen entstehen, ist diese Art von Bleichprozeß
heute weniger bevorzugt.
[0027] Im Hinblick auf die Umwelteinflüsse von organisch gebundenen Chlorderivaten wird
folglich heute überwiegend ein Bleichprozeß unter Verwendung chlorfreier Bleichmittel,
beispielsweise unter Verwendung von Sauerstoff (O
2), Ozon (O
3), Wasserstoffperoxid (H
2O
2), Peressigsäure (C
2H
4O
3) usw., bevorzugt.
[0028] Erfindungsgemäß kann es sich bei dem Bleichverfahren um ein ein- oder mehrstufiges
Bleichverfahren unter Verwendung von Chlor oder Derivaten hiervon oder um ein ein-
oder mehrstufiges chlorfreies Bleichverfahren handeln. Vorzugsweise besteht das chlorfreie
Bleichverfahren aus mehreren Bleichstufen.
[0029] Erfindungsgemäß ist es bei der Herstellung von Spezialzellstoffen aus Einjahrespflanzen
aus technischen und Kostengründen bevorzugt, das Bleichverfahren in einem Aggregat
(beispielsweise Bleichbütte, Bleichholländer, usw.) durchzuführen. Auf diese Weise
ist es möglich, auf eine Zwischenwäsche zu verzichten.
[0030] Die Bleichflotte enthält neben dem Halbstoff verschiedene andere Bestandteile, wie
Bleichchemikalien und andere Hilfskomponenten.
[0031] Um insbesondere bei chlorfreien Bleichen den Einfluß von Metallen, wie Mn
++, Fe
++ und Cu
++, in Form einer katalytischen Zersetzung der Bleichmittel, beispielsweise von Peroxiden
zu vermeiden, können der Bleichflotte beispielsweise Chelatbildner, wie Natrium-diethylentriaminpentaacetat
(DTPA), zugesetzt werden. Diese Chelatbildner binden die in der Bleichflotte enthaltenen
Metalle und verhindern somit eine katalytische Zersetzung der Bleichmittel.
[0032] Zur Bestimmung des Polymerisationsgrads des nach dem Bleichen erhaltenen Zellstoffs
stehen mehrere Methoden zur Verfügung. Die Verfahren erfordern jedoch überwiegend
eine erheblichen apparativen und Zeitaufwand, so daß sie zur Routineprüfung von Zellstoffen
nicht in Frage kommen.
[0033] Die einfachste Methode, die eine Bestimmung des Polymerisationsgrads ermöglicht,
ist die Messung der Viskosität von Zellstofflösungen mit Hilfe von Kapillarviskosimetern.
Eine Ableitung des Polymerisationsgrads aus Viskositätsmessungen stellte schon 1930
Staudinger fest.

[0034] Hier bedeuten:
- [η]
- Grenzviskosität
- KM
- Konstante
- M
- Molmasse
[0035] Die Grenzviskosität wird wie folgt definiert:

[0036] Hier bedeuten:
- η
- Viskosität einer Zellstofflösung
- ηo
- Viskosität des verwendeten Lösungsmittels
- t
- Auslaufzeit einer Zellstofflösung im Viskosimeter
- to
- Auslaufzeit eines Lösungsmittels im Viskosimeter
- c
- Konzentration der Zellstofflösung
[0037] Später wurde die Staudinger-Lösung des Zusammenhangs zwischen Viskosität und Molmasse
weiter präzisiert (z.B durch die Staudinger-Mark-Houwink-Gleichung), wobei jedoch
der direkte Zusammenhang der Viskosität mit der Molmasse bestehen blieb. Diese Gesetzmäßigkeit
hat folglich in der Praxis durch unterschiedliche Normen (z.B. TAPPI, T206, ISO 5351/1,
SCAN C15:62 usw.) breite Anwendung gefunden.
[0038] Im folgenden wird die vorliegende Erfindung anhand einiger Beispiele, die die vorliegende
Erfindung in keiner Weise einschränken sollen, weiter veranschaulicht.
Beispiel 1
[0039] Als Halbstoff wurde in Beispiel 1 ungebleichter Zellstoff aus Kenaf- bzw. Abaca-Fasern
verwendet. Die Halbstoffsuspension wurde auf die gewünschte Konsistenz eingestellt,
mit NaOH auf den gewünschten pH-Wert eingestellt, mit Natriumsilikat gepuffert, erwärmt
und mit H
2O
2 als Bleichchemikalie versetzt. Als Additiv wurde Naphthalin bzw. Antrachinon verwendet
in einer Menge von 0,2% Additiv pro kg absolut trockene Fasern. Die Zusammensetzungen
der verwendeten Bleichflotten sind im folgenden angegeben:
| Versuch 1 |
| Additiv [Typ] |
0 |
Naphthalin |
| Halbstoff [Typ] |
Kenaf |
Kenaf |
| Fasermenge [kg] |
7,00 |
7,00 |
| H2O [kg] |
92,072 |
92,072 |
| NaOH 100%-ig [kg] |
0,088 |
0,088 |
| pH |
10,8 |
10,8 |
| Natriumsilikat [kg] |
0,140 |
0,140 |
| Temperatur [°C] |
70 |
70 |
| Bleichdauer [h] |
3,0 |
3,0 |
| H2O235%-ig [kg] |
0,700 |
0,700 |
| Versuch 2 |
| Additiv [Typ] |
0 |
Naphthalin |
| Halbstoff [Typ] |
Abaca |
Abaca |
| Fasermenge [kg] |
7,00 |
7,00 |
| H2O [kg] |
92,072 |
92,072 |
| NaOH 100%-ig [kg] |
0,088 |
0,088 |
| pH |
10,9 |
10,9 |
| Natriumsilikat [kg] |
0,140 |
0,140 |
| Temperatur [°C] |
70 |
70 |
| Bleichdauer [h] |
3,0 |
3,0 |
| H2O235%-ig [kg] |
0,700 |
0,700 |
| Versuch 3 |
| Additiv [Typ] |
0 |
Antrachinon |
| Halbstoff [Typ] |
Kenaf |
Kenaf |
| Fasermenge [kg] |
7,00 |
7,00 |
| H2O [kg] |
92,072 |
92,072 |
| NaOH 100%-ig [kg] |
0,088 |
0,088 |
| pH |
10,8 |
10,8 |
| Natriumsilikat [kg] |
0,140 |
0,140 |
| Temperatur [°C] |
70 |
70 |
| Bleichdauer [h] |
3,0 |
3,0 |
| H2O235%-ig [kg] |
0,700 |
0,700 |
| Versuch 4 |
| Additiv [Typ] |
0 |
Antrachinon |
| Halbstoff [Typ] |
Abaca |
Abaca |
| Fasermenge [kg] |
7,00 |
7,00 |
| H2O [kg] |
92,072 |
92,072 |
| NaOH 100%-ig [kg] |
0,088 |
0,088 |
| pH |
11,0 |
11,0 |
| Natriumsilikat [kg] |
0,140 |
0,140 |
| Temperatur [°C] |
70 |
70 |
| Bleichdauer [h] |
3,0 |
3,0 |
| H2O235%-ig [kg] |
0,700 |
0,700 |
[0040] Nach Ablauf der Bleiche wurde kein freies H
2O
2 mehr festgestellt, d.h. das gesamte H
2O
2 war während des Bleichprozesses verbraucht worden. Dabei wurden die folgenden Ergebnisse
erhalten:
| Ergebnisse |
| Versuch 1 |
ohne Additiv |
mit Additiv |
| Weiße (%) |
63,0 |
63,4 |
| Viskosität (dm3/kg) |
513 |
610 |
| Versuch 2 |
ohne Additiv |
mit Additiv |
| Weiße (%) |
80,0 |
80,3 |
| Viskosität (dm3/kg) |
1273 |
1520 |
| Versuch 3 |
ohne Additiv |
mit Additiv |
| Weiße (%) |
69,3 |
70,1 |
| Viskosität(dm3/kg) |
683 |
759 |
| Versuch 4 |
ohne Additiv |
mit Additiv |
| Weiße (%) |
81,4 |
81,2 |
| Viskosität (dm3/kg) |
1463 |
1787 |
[0041] Die Viskositätsmessungen wurden dabei mit Hilfe des oben beschriebenen Kapillarviskosimeters
durchgeführt. Es zeigte sich, daß in allen Fällen bei Mitverwendung der Additive ein
deutlich niedrigerer Viskositätsabfall bei vergleichbarem Weißegrad erreicht wurde.
Diese positive Wirkung läßt sich, wie im Beispiel gezeigt wird, sowohl mit Hart- als
auch mit Weichfasern erreichen.
Beispiel 2
[0042] Um zu zeigen, daß kein Einfluß des Kochprozesses auf das erfindungsgemäße Bleichverfahren
vorhanden ist, wurde ungebleichter Halbstoff aus einem alkalischen Antrachinon-Verfahren
und ungebleichter Halbstoff aus einem Neutralsulfit-Antrachinon-Verfahren einem erfindungsgemäßen
Bleichverfahren gemäß Beispiel 1 unterzogen. Dabei wurden die folgenden Ergebnisse
erhalten:
| Ergebnisse |
| Ungebl. Halbstoff [gekocht] |
Na + A.Q. |
Na + SO3 + A.Q. |
| Additiv [Typ] |
0 |
A.Q. |
0 |
A.Q. |
| Weiße [%] |
72,1 |
71,8 |
73,2 |
73,8 |
| Viskosität [dm3/kg] |
740 |
884 |
621 |
811 |
[0043] Es zeigt sich, daß der Kochprozeß keinen Einfluß auf das erfindungsgemäße Bleichverfahren
besitzt.
1. Verfahren zur Reduzierung des Abbaus von Cellulose und Derivaten hiervon bei der Herstellung
von gebleichten Spezialzellstoffen aus Einjahrespflanzen, dadurch gekennzeichnet,
daß bei dem Bleichprozeß Additive zugefügt werden, die nicht mit dem Halbstoff, den
Bleichchemikalien und anderen Komponenten der Bleichflotte reagieren, aber den Abbau
von Cellulose und den Derivaten hiervon mindern.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei den verwendeten
Additiven um aromatische Kohlenwasserstoffe handelt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei den verwendeten
Additiven um Naphthalin oder Derivate hiervon handelt.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei den verwendeten
Additiven um Antrachinon oder Derivaten hiervon handelt.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es
sich um einen vollkommen chlorfreien Bleichprozeß handelt.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es
sich bei den Halbstoffen um Halbstoffe aus Hartfasern (wie z.B. Abaca, Sisal, usw.)
handelt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei
den Halbstoffen um Halbstoffe aus Weichfasern (wie z.B. Jute, Kenaf, usw.) handelt.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß 0,001
- 10 Gew.-% Additiv, bezogen auf die Masse an absolut trockenen Fasern, die in der
Bleichflotte dispergiert werden soll, zugegeben werden.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß 0,01 - 1 Gew.-% Additiv, bezogen
auf die Masse an absolut trockenen Fasern, die in der Bleichflotte dispergiert werden
soll, zugegeben werden.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß 0,05 - 0,55 Gew.-% Additiv,
bezogen auf die Masse an absolut trockenen Fasern, die in der Bleichflotte dispergiert
werden soll, zugegeben werden.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Halbstoffe in einem Alkali-Antrachinon-Verfahren vor dem Bleichprozeß gekocht wurden.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Halbstoffe vor dem Bleichprozeß in einem Neutralsulfit-Antrachinon-Verfahren gekocht
wurden.