[0001] Die Erfindung betrifft einen neuartigen Estrichboden mit Betonplatte.
[0002] Estrichböden sind bekannt; sie bilden bei einem Fußbodenaufbau die letzte Schicht
unter dem Fußbodenbelag, z. B. Teppichboden oder Parkett. Bekannt ist die Aufbringung
des Estrichbelages als fließfähige Masse, wobei die Herstellung des Estriches als
solchem meistens mit Hilfe einer Estrichmaschine vorgenommen wird. Beim Estrich wird
zwischen verschiedenen Güten unterschieden, und zwar in Bezug auf die Härte bzw. Abriebfestigkeit
entsprechend dem jeweiligen Einsatzzweck.
[0003] Nachteilig bei der Herstellung dieses bekannten Estrichbelages ist, daß dieser über
einen längeren Zeitraum aushärten muß, bevor der eigentliche Bodenbelag aufgebracht
werden kann. Problematisch ist hierbei allerdings weniger die Festigkeit des Estrichbelages,
sondern vielmehr der Feuchtigkeitsgehalt des Estrichbodens. Ist nämlich der Feuchtigkeitsgehalt
zu hoch, dann nimmt der Bodenbelag, der auf dem Estrichboden aufgebracht wird, Schaden.
Dies tritt besonders deutlich dann hervor, wenn beispielsweise auf dem Estrichboden
Parkett aufgebracht wird. Üblicherweise vergehen etwa vier bis fünf Wochen, bis der
Estrichboden soweit getrocknet ist, daß der nachfolgende Bodenbelag aufgebracht werden
kann. Da aus Kostengründen immer kürzere Bauzeiten gefordert werden, was besonders
evident im Fertighausbau der Fall ist, besteht ein lebhaftes Interesse daran, solche
Zeiten zu verkürzen.
[0004] Es ist ein sogenannter "Trockenaufbau" eines Fußbodens bekannt (DE 78 04 594). Hierbei
werden Gipskatonplatten auf eine wärme- und trittschallisolierende Schüttung aufgebracht.
Derartige Gipskartonplatten haben allerdings den Nachteil, daß diese vollflächig auf
der Schüttung aufliegen müssen, da ansonsten die Gefahr des Bruches bei Belastung
besteht. Darüber hinaus dürfen derartige Gipskartonplatten nicht feucht werden, was
den Einbau derartiger Gipskartonplatten insbesondere im Badbereich überaus problematisch
erscheinen läßt.
[0005] Aus der DE-OS 1 509 644 ist ein Estrichboden mit Betonplatten bekannt; hierbei zeigen
die Betonplatten an ihren zwei benachbarten Rändern einander entsprechende sich überlappende
und so die Fugen zwischen benachbarten Platten abdeckende Falze auf. Die Verklebung
der einzelnen benachbarten Platten erfolgt im Bereich der Falze bzw. Fugen. Die Auflage
der einzelnen Platten erfolgt auf der Dämmschicht, die auf der Rohbetondecke aufgebracht
ist. Diese Dämmschicht ist nachgiebig. Hieraus folgt, daß bei punktförmiger Belastung
einer Platte diese sich versucht aufzustellen, was bewirkt, daß die Klebeverbindung
mit der benachbarten Platte aufbricht. Eine auf dem Estrichboden aufgebrachte Verfliesung
wird in diesem Bereich ebenfalls aufbrechen, was zur Folge hat, daß in Feuchträumen
Feuchtigkeit in die Dämmschicht eintritt, was auf Dauer die Zerstörung der Dämmschicht
zur Folge hat.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Estrichboden zu schaffen, der
auch bei nachgiebigem Untergrund hoch belastbar, im wesentlichen unmittelbar nach
der Verlegung begehbar und mit einem Fußbodenbelag belegbar ist, und der darüber hinaus
unempfindlich gegenüber Feuchtigkeitseinwirkung ist.
[0007] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Estrichboden gelöst, der in mindestens
zwei Schichten übereinander angeordnete, einander im Fugenbereich überlappende Betonplatten
aufweist. Vorteilhaft erfolgt die Verlegung der Platten aufeinander derart, daß eine
obere Platte etwa ein Viertel der Fläche einer darunterliegenden Platte überdeckt.
Hieraus folgt, daß mit Ausnahme des Randbereichs eines Raumes im wesentlichen jede
Platte der zweiten oberen Plattenschicht auf vier darunterliegenden Platten aufliegt.
Die einzelnen übereinander angeordneten Platten sind vorteilhaft an ihren einander
benachbarten Flächen miteinander stoffschlüssig verbindbar. Durch die Verwendung vorgefertigter
Betonplatten, beispielweise hergestellt aus Zementestrich, ist die Herstellung eines
trocken aufgebauten Estrichbodens möglich. Darüber hinaus eröffnet sich ein weitere
Vorteil, der darin besteht, daß die Qualität des Estrichbodens vorherbestimmbar ist
und nicht mehr von der Qualifikation des ausführenden Personals abhängig ist. Im Extremfall
ist denkbar, daß ein solcher Estrichboden auch durch angelernte Arbeiter gefertigt
werden kann. Des weiteren ist als Vorteil zu vermelden, daß ein solcher Estrichboden
bei allen Temperaturen herstellbar ist. Bislang ist es so, daß ein üblicher Estrichboden
unter -3° C nicht mehr aufgebracht werden kann, da es ansonsten zu Frostschäden kommt.
Ein weiterer Vorteil eines aus einzelnen Betonplatten hergestellten Estrichbodens
besteht darin, daß ein Schrumpfen und Schwinden des Bodens vermieden wird, was bei
einem nach dem Stand der Technik hergestellten Estrichboden aus Zementestrich dazu
führt, daß dieser gegebenenfalls die Ebenheitstoleranzen gemäß DIN 18 202 nicht mehr
erfüllt. Hieraus wird deutlich, daß die Gefahr von kostenaufwendigen Nacharbeiten
bei dem erfindungsgemäßen Estrichboden nicht mehr besteht.
[0008] Um einen Boden mit einer hohen Belastbarkeit herstellen zu können, ist vorgesehen,
daß die einzelnen Platten flächig, insbesondere durch Fließbettmörtel miteinander
verklebbar sind. Die Verklebung erfolgt hierbei nicht nur auf den Oberflächen, sondern
gegebenenfalls auch im Fugenbereich. Die Stärke der Platten soll zwischen 1,5 - 3
cm betragen, so daß sich hiermit ein Estrichboden mit einer Stärke von etwa 3 - 6
cm ergibt. Es hat sich gezeigt, daß ein Estrichboden mit einer derartigen Stärke sämtlichen
Belastungen, die üblicherweise im Wohnbereich auftreten, standhalten kann. Im gewerblichen
Bereich, bzw. bei Böden mit extremer Belastung, ist durchaus denkbar, mehrere Schichten
von Platten zur Herstellung eines derartigen Bodens vorzusehen. Die Stabilität einer
Platte kann auch durch eine Armierung verbessert werden; denkbar ist hierbei eine
Armierung aus Glasfasern, Kunststofffasern oder einem Geflecht aus Metall-, Kunststoff-
oder Glasfasern.
[0009] Anhand der Zeichnungen wird die Erfindung nachstehend beispielhaft näher erläutert.
- Figur 1
- zeigt den schematischen Fußbodenaufbau in dreidimensionaler Darstellung;
- Figur 2
- zeigt einen Schnitt durch den Fußbodenaufbau gemäß Figur 1;
[0010] Aus Figur 1 ist insbesondere erkennbar die Art der Verlegung der einzelnen den Estrichboden
bildenden Platten. So sind hierbei auf dem Unterbau, der insgesamt mit 10 bezeichnet,
zwei Schichten 1 und 2 von Betonplatten 3 zur Bildung des Estrichbodens verlegt, wobei
die Verlegung der einzelnen Betonplatten derart ist, daß diese seitlich versetzt sich
fugenweise überdeckend erfolgt. Durch eine derartige Verlegung der Betonplatten im
Verbund wird eine größtmögliche Stabilität erreicht. Vorgesehen ist hierbei, daß die
einzelnen Platten 3 vollflächig, beispielsweise durch Fließbettmörtel miteinander
verklebt sind, und zwar vorteilhaft auch im Bereich ihrer Fugen. Durch diese vollflächige
Verklebung auch im Bereich der Fugen wird somit ein homugener Estrichboden bereit
gestellt, wie er ansonsten nur nach dem Stand der Technik mit einer fließfähigen Betonmasse
herstellbar ist.
[0011] Der Unterbau unter dem Estrichboden ergibt sich insbesondere aus Figur 2; so befindet
sich unter den beiden Schichten 1 und 2 eine Trittschalldämmung 20, darunter eine
Wärme- und Ausgleichsdämmung 30 und zwischen der Betonplatte 50 und der Wärme- und
Ausgleichsdämmung eine Ausgleichsschüttung 40, z. B. Basalt oder Blähschiefer mit
der Körnung 2 - 5 mm. Diese Ausgleichsschüttung 40 dient dem Ausgleich von Unebenheiten,
wie sie bei der Verlegung von Heizungsrohren auf dem Betonboden oder einer Holzbalkendecke
50 bestehen. Im Randbereich, d. h. im Übergang zum Mauerwerk ist in bekannter Weise
ein Randstreifen aus Styropor oder ähnlichem vorgesehen, um eine Ausdehnung bei Wärmeeinfluß
zu ermöglichen.
1. Estrichboden,
gekennzeichnet durch
mindestens zwei Schichten (1, 2)übereinander angeordneter, einander im Fugenbereich
überlappender Betonplatten (3).
2. Estrichboden nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die einzelnen übereinander angeordneten Betonplatten (3) an ihren einander benachbarten
Flächen miteinander stoffschlüssig verbindbar sind.
3. Estrichboden nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Platten (3) vollflächig miteinander verbindbar sind.
4. Estrichboden nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Platten (3) durch Fließbettmörtel miteinander verbindbar sind.
5. Estrichboden nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Stärke der Platte (3) zwischen 1,5 - 3 cm beträgt.
6. Estrichboden nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Platte (3) eine Armierung aufweist.
7. Estrichboden nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß
als Armierung Glasfasern, Kunststofffasern oder ein Geflecht aus Metall-, Kunststoff-
oder Glasfasern vorgesehen ist.
8. Estrichboden nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Platten (3) aus Zementestrichmaterial herstellbar sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
daß die Platten (3) der oberen Schicht (1) seitlich versetzt, sich fugenweise überdeckend,
auf den Platten (3) der unteren Schicht (2) aufliegen.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Platte (3) der oberen Schicht (1) etwa ein Viertel der Fläche einer darunterliegenden
Platte (3) der unteren Schicht (2) überdeckt.