[0001] Die Erfindung betrifft eine Türdichtung zum Abdichten eines Türflügels gegen eine
Türschwelle mit einer Dichtlippe.
[0002] Bekannt ist es, in einen Türflügel eine Dichtung einzusetzen, die eine Dichtlippe
aufweisen, die bei geschlossener Türe an der Türschwelle anliegt. Diese Dichtlippe
ist meistens so gebogen, daß eine breite Anlagefläche zwischen Dichtlippe und Türschwelle
bei geschlossener Tür entsteht, die eine Abdichtung im Hohlraum zwischen dem Türflügel
und der Türschwelle bewirkt.
[0003] Beim Einsatz gut anliegender und somit gut abdichtender Türdichtungen ergibt sich
jedoch häufig das Problem, daß die weiche, gummiartige Dichtlippe infolge von Spritz-
oder Kondenswasser mit der Türschwelle verklebt und ein Öffnen der Türe erschwert.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine derartige Türdichtung so weiterzubilden,
daß die Dichtung einerseits gute Abdichteigenschaften aufweist und andererseits ein
Blockieren der Türe ausgeschlossen ist.
[0005] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Dichtlippe an ihrer die Schwelle berührenden
Seite und/oder die Schwelle an ihrer die Dichtlippe berührenden Seite eine Struktur
aufweist.
[0006] Die Struktur, die vorzugsweise an der Dichtlippe vorgesehen ist, führt dazu, daß
sich in Hohlräumen der Struktur Wasser sammelt, das einerseits für eine gute Abdichtung
sorgt und andererseits wie ein Schmierstoff das Gleiten der Dichtlippe relativ zur
Türschwelle erleichtert. Das bei Außentüren durch den Temperaturunterschied zwangsläufig
im Bereich der Dichtlippe auftretende Kondenswasser wird somit als Schmierstoff genutzt,
um ein fast reibungsloses Öffnen und Schließen der Türe zu gewährleisten.
[0007] Vorteilhaft ist es, wenn die Struktur in Richtung der Türschwelle verlaufende Wellenberge
und -täler aufweist. Dadurch wird über die gesamte Länge der Dichtung ein Schmierfilm
erzeugt, der das Gleiten der Dichtung erleichtert und außerdem wird durch den Verlauf
der Struktur verhindert, daß Luft quer zu den Wellenbergen und -tälern zwischen der
Dichtlippe und der Türschwelle hindurchströmt. Die Wellenstruktur sorgt somit für
bessere Gleiteigenschaften und eine bessere Abdichtung der Türe.
[0008] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel sieht vor, daß die Dichtlippe als Hohlkörper
ausgebildet ist. Die Ausbildung der Dichtlippe als Hohlkörper führt zu einem Luftpolster
innerhalb der Dichtlippe, das der Dichtlippe besonders gute Isolationseigenschaften
verleiht. Sowohl die Wärmeisolation als auch die Schallisolation wird durch die Ausbildung
der Dichtlippe als Hohlkörper wesentlich verbessert. Die Ausbildung der Dichtlippe
als Hohlkörper ist auch ohne die erfindungsgemäße Struktur sehr vorteilhaft.
[0009] Ein in der Praxis bewährtes Ausführungsbeispiel sieht vor, daß die Dichtlippe ein
die Schwelle berührendes gebogenes Anlageelement aufweist, das in ein spitzwinklig
dazu angeordnetes Stützelement übergeht. Während das Anlageelement vorzugsweise über
die erfindungsgemäße Struktur für die Abdichtung zwischen Türflügel und Türschwelle
sorgt, verstärkt das Stützelement die Anpreßkraft der Dichtlippe an die Schwelle und
steigert die Formbeständigkeit des gebogenen Anlageelementes. Durch regelmäßiges Öffnen
und Schließen der Türe kann eine gebogene, weiche Dichtlippe soweit ausleiern, daß
eine gute Abdichtung zwischen Türflügel und Türschwelle nicht mehr gewährleistet ist.
Das Stützelement verhindert dies, da es die Dichtlippe in dem besonders beanspruchten
Berührungsbereich zwischen Dichtlippe und Schwelle verstärkt.
[0010] Ein leichtes Anbringen der Türdichtung am Türflügel wird dadurch erreicht, daß die
Türdichtung ein Einsatzstück aufweist, das in eine Nut des Türflügels einsetzbar ist.
Dieses Einsatzstück kann auch Hinterschneidungen aufweisen, die in entsprechenden
Hinterschneidungen der Nut gehalten werden, oder das Eisatzstück wird vorkomprimiert,
so daß es durch die eigene Ausdehnungskraft fest in der Nut gehalten ist.
[0011] Ein einfacher Aufbau der Türdichtung wird dadurch erzielt, daß Anlageelement, Stützelement
und Einsatzstück einen Hohlraum begrenzen. Der Hohlraum ergibt sich dabei zwangsläufig
aus dem Zusammensetzen der erfindungsgemäßen Teile und führt somit über die Funktion
der Einzelteile hinaus zu einer Verbesserung der Wärme- und Schallisolation. Die Bildung
des Hohlraums ist auch ohne die zum beschriebenen Merkmal von großer Bedeutung
[0012] Vorteilhaft ist es, wenn die Dichtlippe aus einem weicheren Kunststoff hergestellt
ist. Eine Herstellung aus Gummi oder Weich-PVC führt zu einer guten Anschmiegung der
Dichtlippe an die Türschwelle und somit zu ausgezeichneten Dichteigenschaften.
[0013] Ein bevorzugtes Material für die Herstellung der Dichtlippe ist Silikon oder schwer
entflammbares PVC, da diese Materialien im Brandfall nicht so leicht schmilzen und
somit auch bei höherer Hitzeentwicklung ein problemloses Öffnen der Türe gewährleistet
ist.
[0014] Um eine sichere Befestigung der Türdichtung am Türflügel zu gewährleisten wird vorgeschlagen,
daß das Einsatzstück aus einem härteren Kunststoff hergestellt ist. Ein härterer Kunststoff
im Bereich des Einsatzstückes oder zumindest eine Verstärkung des Einsatzstückes durch
einen härteren Kunststoff ermöglicht eine feste Verbindung zwischen Türdichtung und
Türflügel und vermeidet, daß bei höherer Beanspruchung der Türdichtung die Dichtung
aus dem Türflügel herausgezogen wird.
[0015] Eine preisgünstige Herstellung der erfindungsgemäßen Türdichtung wird dadurch erreicht,
daß Einsatzstück und Dichtlippe durch Coextrusion hergestellt sind. Die Coextrusion
erlaubt eine abgestimmte Materialwahl für jedes Element der Türdichtung. So kann beispielsweise
das Einsatzstück aus Hart-PVC und die Dichtlippe aus Silikon hergestellt werden. Das
Stützelement ist aus Hart-PVC, Silikon oder einem dritten Material gefertigt.
[0016] Es ist auch möglich, das Weichmaterial an einer bestimmten Stelle zu positionieren.
Hierzu eignet sich z. B. auch ein Stecksystem, sodaß es keiner Coextrusion bedarf.
[0017] Sowohl die Auswahl der Materialien als auch die Art der Herstellung der Dichtung
sind auch für sich ohne die spezielle Form der Dichtung vorteilhaft und erfindungsrelevant.
[0018] Ein erfindungsgemäßes Ausführungsbeispiel ist in der Zeichnung dargestellt und wird
im folgenden näher erläutert.
[0019] Es zeigt,
- Figur 1
- einen Schnitt durch die Türdichtung und
- Figur 2
- eine zwischen Türflügel und Türschwelle eingebaute Türdichtung.
[0020] Die in Figur 1 gezeigte Türdichtung 1 besteht aus dem Einsatzstück 2 und der Dichtlippe
3. Das Einsatzstück 2 ist im wesentlichen H-förmig aufgebaut. Zwei nach oben weisende
Stege 4 und 5 wirken zusammen mit der Stegverbindung 6 als Spreizkörper, der in vorkomprimierter
Form in eine Nut eines Türflügels einsetzbar ist und sich dort so verspreizt, daß
eine feste Verbindung zwischen dem Einsatzstück und der Nut entsteht. Die Sicken 7
und 8 erleichtern das Verbiegen des Einsatzstückes, so daß es leichter in eine Nut
einsetzbar ist.
[0021] Für eine genaue Positionierung des Einsatzstückes innerhalb einer Nut sorgen die
Absätze 9 und 10, die mit Anlageflächen der Nut zusammenwirken.
[0022] Das H-förmige Einsatzstück hat darüber hinaus zwei untere Stege 11 und 12. An den
Steg 12 ist die Dichtlippe 3 anexdrudiert, die aus einem weicheren Material als das
Einsatzstück besteht.
[0023] Die Dichtlippe 3 besteht aus einem breiteren, gebogenen Anlageelement 13 und einem
spitzwinklig dazu angeordneten schmaleren Stützelement 14. Das Anlageelement 13 hat
in seinem unteren Bereich eine Struktur 15, die aus zwei Wellentälern und zwei Wellenbergen
besteht. Berge und Täler erstrecken sich in Richtung des Verlaufs der Dichtung und
bilden den untersten Abschluß des gebogenen Anlageelementes 13. An der konkaven Seite
16 des Anlageelementes 13 schließt sich ein sichelförmiger Hohlraum 17 an, der von
dem Stützelement 14 und der unteren Seite des Steges 12 des Einsatzstückes 10 begrenzt
ist.
[0024] In Figur 2 ist die erfindungsgemäße Türdichtung in Einbaulage dargestellt. Der Türflügel
18 besteht aus einem Profil, das an seiner Unterseite eine Nut 19 aufweist, in die
die Türdichtung 1 einpreßbar ist. Durch Komprimieren der Dichtung 1 ist diese so verkleinerbar,
daß die Stege 4 und 5 in die Nut 19 soweit eindrückbar sind, daß die Anlageflächen
9 und 10 der Dichtung 1 an Absätzen 20, 21 der Nut 19 anliegen. Das gestauchte Mittelteil
6 drückt dabei die Stege 4 und 5 so fest an die Seitenflächen der Nut 19, daß die
Dichtung 1 aus der Nut 19 nicht herausfallen kann.
[0025] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist ein nach innen öffnender Türflügel 18 dargestellt,
der über einer nach außen mit einem Wasserabweisblech 22 versehenen Türschwelle 23
angeordnet ist. Die Türschwelle hat eine waagerecht verlaufende Oberseite 24, an der
das untere Ende der Dichtlippe 3 mit der Struktur 15 anliegt. Der Bogen der Dichtlippe
3 zeigt im eingebauten Zustand in die Richtung, in der der Türflügel 18 zu öffnen
ist, und die mit dem Pfeil 25 in der Figur 2 angezeigt ist.
[0026] Beim Öffnen des Türflügels 18 gleitet die Dichtlippe 3 mit ihrer die Schwelle berührenden
Seite, d. h. der Struktur 24, in Richtung des Pfeiles 25 über die Oberseite 24 der
Türschwelle 23. Sofern Dichtung und Türschwelle trocken sind, gleiten die Materialien
problemlos aufeinander.
[0027] Sofern jedoch eines der Materialien naß wird, bewirkt dies nicht ein Verkleben von
Dichtlippe 3 und Türschwelle 23 sondern die Feuchtigkeit sammelt sich in der Struktur
15 und wirkt als Gleitmittel, wodurch die Gleiteigenschaften noch verbessert werden.
[0028] Der Raum zwischen der Unterkante des Türflügels 18 und der Oberkante der Türschwelle
23 bildet eine thermische Problemzone, da die Dichtlippe im allgemeinen nur unzureichende
Isolationseigenschaften aufweist und dadurch in diesem Bereich eine Kältebrücke entsteht.
Der Luftraum 17 innerhalb der Dichtlippe 3 sorgt jedoch im vorliegenden Fall für eine
stark verbesserte Schall- und Wärmeisolation im angegebenen Bereich.
[0029] Um eine gute Anlage der Dichtlippe 3 an der Oberseite 24 der Türschwelle 23 zu gewährleisten,
ist die Dichtlippe 3 aus einem relativ weichen Material hergestellt. Dies kann beispielsweise
Gummi oder PVC sein. Im vorliegenden Fall wurde Silikon verwendet. Das Einsatzstück
2 ist aus einem relativ zur Dichtlippe 3 härteren Material hergestellt. Im vorliegenden
Fall wurde PVC verwendet und Dichtlippe und Einsatzstück wurden durch Coextrusion
hergestellt.
[0030] Die relativ weiche Dichtlippe neigt dazu, bei längerem Gebrauch zu verschließen und
insbesondere ihre Formbestätigkeit zu verlieren. Im vorliegenden Fall ist das gebogene
Anlageelement 13 der Dichtlippe daher durch das Stützelement 14 verstärkt.
1. Türdichtung zum Abdichten eines Türflügels (18) gegen eine Türschwelle (23) mit einer
Dichtlippe (3), dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtlippe (3) an ihrer die Schwelle berührenden Seite und/oder die Schwelle
(23) an ihrer die Dichtlippe (3) berührenden Seite eine Struktur (15) aufweist.
2. Türdichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Struktur (15) in Richtung der Türschwelle (23) verlaufende Wellenberge und -täler
aufweist.
3. Türdichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtlippe (3) als Hohlkörper ausgebildet ist.
4. Türdichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtlippe (3) ein die Schwelle berührendes gebogenes Anlageelement (13) aufweist,
das in ein spitzwinklig dazu angeordnetes Stützelement (14) übergeht.
5. Türdichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Türdichtung (1) ein Einsatzstück (2) aufweist, das in eine Nut (19) des Türflügels
(18) einsetzbar ist.
6. Türdichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß Anlageelement (13), Stützelement (14) und Einsatzstück (2) einen Hohlraum (17) begrenzen.
7. Türdichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtlippe (3) aus einem weichen Kunststoff hergestellt ist.
8. Türdichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtlippe (3) aus Silikon oder schwer entflammbarem PVC hergestellt ist.
9. Türdichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Einsatzstück (2) aus einem härteren Kunststoff hergestellt ist.
10. Türdichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß Einsatzstück (2) und Dichtlippe (3) durch Coextrusion hergestellt sind.