[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines Tunnels im Schildvortrieb
sowie eine Anordnung zur Durchfuhrung des Verfahrens.
[0002] Es ist seit langem bekannt, Tunnels im Schildvortrieb herzustellen, bei denen ein
sofortiger Ausbau mittels Einsetzen von Tübbingen erfolgt. Hierzu befindet sich im
Schildschwanz der Vortriebsmaschine ein Tübbingerektor, welcher die einzelnen Tübbinge
im Schutz des Schildschwanzes zu einer Tunnelröhre zusammensetzt. Das Ergebnis ist
ein in-situ hergestelltes Rohr, welches aus einer Vielzahl von einzelnen Segmenten
zusammengesetzt ist.
[0003] Im Bereich des sogenannten Microtunneling, also beim ferngesteuerten Herstellen von
Kanälen, ist ein Tübbingausbau nicht möglich, denn das Zusammensetzen der Tübbinge
zu einer Röhre ist vollautomatisch oder ferngesteuert nicht durchfuhrbar.
[0004] Nicht begehbare Kanäle, beispielsweise Hausanschlüsse, Leitungen zur Be- und Entwässerung
oder Ver- und Entsorgungsleitungen, werden immer noch in vielen Fällen in offener
Bauweise hergestellt. Demgegenüber bietet das Microtunneling mit sofortigem Ausbau
aber schon jetzt erhebliche Vorteile.
[0005] Der sofortige Ausbau wird beim Microtunneling wie folgt erzielt: Eine Vortriebsmaschine
wird aus einem Startschacht heraus mittels einer Vorpreßeinheit in den Boden vorgetrieben.
Wenn die Vorpreßeinheit ganz ausgefahren ist, wird der Tunnelvortrieb gestoppt, die
Vorpreßeinheit zurückgefahren und ein Rohrstück an das Schildschwanzende angesetzt.
Die Vorpreßeinheit schiebt das Rohrstück, und mit diesem die Vortriebsmaschine, in
den Boden, um den Tunnelvortrieb fortzusetzen. Durch sukzessives Einsetzen von weiteren
Rohrstücken in die Vorpreßeinheit entsteht ein Rohrstrang, an dessen Spitze die Vortriebsmaschine
sitzt.
[0006] Die Kraft der Vorpreßeinheit wirkt bei dieser bekannten Vorgehensweise jeweils auf
das zuletzt eingesetzte Rohrstück und über dieses indirekt auf die Vortriebsmaschine,
so daß die benötigte Kraft für den Vortrieb mit zunehmender Rohrlänge und entsprechend
anwachsender Reibung im anstehenden Boden stetig größer wird. Je nach Bodenbeschaffenheit
ergibt sich daher eine maximale Rohrlänge, jenseits der ein Einsatz von extra anzusteuernden
und zu versorgenden Dehnerstationen notwendig wird. Außerdem ist es im eben beschriebenen
Verfahren sehr aufwendig, gekrümmte Tunnels herzustellen.
[0007] Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
ein Verfahren und eine Anordnung zum Herstellen eines Tunnels im Schildvortrieb bereitzustellen,
mit denen insbesondere nicht begehbare Tunnels und Kanäle mit sofortigem Ausbau unter
Vermeidung der offenen Bauweise auch über große Distanzen und gegebenenfalls mit Krümmungen
problemlos hergestellt werden können.
[0008] Diese Aufgabe ist durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 bzw. durch
eine Anordnung mit den Merkmalen des Anspruchs 15 gelöst.
[0009] Erfindungsgemäß wird beim Vortrieb einer Vortriebsmaschine mit einem Schild und einem
Schildschwanz zunächst ein Rohrstück aus dem Schildschwanz ausgeschoben. Vom Startschacht
her wird durch dieses Rohrstück hindurch ein aufweitbares Rohrstück bis in den Schildschwanz
transportiert und dort auf den gleichen Durchmesser aufgeweitet wie das bereits ausgeschobene
Rohrstück. Die Aufweitung wird arretiert, das aufgeweitete Rohrstück wird an das ausgeschobene
Rohrstück angesetzt und beim weiteren Vortrieb der Vortriebsmaschine aus dem Schildschwanz
ausgeschoben. Danach wird ein weiteres aufweitbares Rohrstück durch den durch die
beiden gesetzen Rohrstücke gebildeten Rohrstrang hindurch in den Schildschwanz transportiert,
dort aufgeweitet, arretiert und an den ausgebauten Rohrstrang angesetzt. Diese Verfahrensschritte
wiederholen sich, bis die gewünschte Tunnellänge erreicht ist.
[0010] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren wird ein gliederartig zusammengesetzter Rohrstrang
hergestellt, welcher auch Krümmungen aufweisen kann. Die einmal ausgeschobenen Rohrstücke
bleiben gegenüber dem anstehenden Boden ortsfest, so daß relativ kleine Radien beim
Tunnelvortrieb gefahren werden können. Außerdem sind die für den Vortrieb benötigten
Kräfte von der Entfernung zwischen der Vortriebsmaschine und dem Startschacht unabhängig.
[0011] Dadurch, daß komplette Rohrstücke als Ganzes in den Schildschwanz verbracht und dort
lediglich auf den gewünschten Durchmesser aufgeweitet werden, ist es - im Gegensatz
zum bekannten Tübbingausbau - möglich, den Ausbau des Tunnels im Schildschwanz ferngesteuert
vorzunehmen und auch nicht begehbare Kanäle anzufertigen.
[0012] Die erfindungsgemäße Anordnung zur Durchführung des Verfahrens umfaßt neben einer
bekannten Vortriebsmaschine mit einem Schild und einem Schildschwanz eine Anzahl von
aufweitbaren Rohrstücken, ein Transportmittel zum Transport dieser Rohrstücke in den
Schildschwanz, Aufweiteinrichtungen zum Aufweiten der Rohrstücke, welche vorzugsweise
an den Rohrstücken selbst angebracht sind, Arretiervorrichtungen zum Arretieren der
Aufweitung, wobei die Aufweiteinrichtungen selbstarretierend ausgebildet sein können,
eine Positioniereinrichtung zum Ansetzen des jeweils im Schildschwanz aufgeweiteten
Rohrstücks an den bereits ausgebauten Rohrstrang sowie Mittel zum Ausschieben der
aufgeweiteten Rohrstücke aus dem Schildschwanz, welche gleichzeitig den Vortrieb der
Vortriebsmaschine bewirken können.
[0013] Die aufweitbaren Rohrstücke bestehen vorzugsweise aus ringförmig zusammengebogenen,
aufweitbaren Bändern, deren Enden sich in Umfangsrichtung überlappen. Aufweitbare
Bänder dieser Art werden zum Abdichten von Leckstellen in Kanälen bereits verwendet
und sind beispielsweise aus der DE 93 13 379 U1 oder der DE 44 01 318 C2 bekannt.
Zweckmäßigerweise besteht ein solches Band aus federelastisch verformbarem Material,
beispielsweise aus Stahlblech.
[0014] Zwischen den im Inneren des Schildschwanzes aufgeweiteten und ausgeschobenen Rohrstücken,
welche den Rohrstrang bilden, und dem anstehenden Boden verbleibt in der Regel ein
Ringraum. Dieser wird zweckmäßigerweise verfüllt, beispielsweise mit einer schnell
erhärtenden Suspension, um den Rohrstrang zu stützen und ihm für den Vortrieb der
Vortriebsmaschine ausreichend Halt zu geben. Die Verfüllung des Ringraums erfolgt
vorzugsweise über Injektionsdüsen am vortriebsabgewandten Ende des Schildschwanzes.
[0015] Um zu verhindern, daß gegebenenfalls vorhandenes drückendes Wasser in das Innere
des Schildschwanzes eindringen kann, und um die Verfüllmasse für den Ringraum vom
Schildschwanzinnenraum fernzuhalten, ist es vorteilhaft, zwischen den Außenwandungen
der Rohrstücke und der Innenwandung des Schildschwanzes Ringe aus gummielastischem
Material anzubringen, die sich beim Aufweiten der Rohrstücke an deren Außenwandungen
und gleichzeitig an der Innenwandung des Schildschwanzes dichtend anlegen. Diese Ringe
können entweder an den Außenwandungen der Rohrstücke oder ortsfest an der Innenwandung
des Schildschwanzes angebracht sein.
[0016] Die Abdichtung der Stoßkanten zwischen den einzelnen Rohrstücken gegen drückendes
Wasser oder gegen die Verfüllmasse kann dadurch vorgenommen werden, daß die Außenkanten
der Rohrstücke jeweils mit einem gummielastischen Material überzogen sind, so daß
beim Ansetzen eines Rohrstücks an den Rohrstrang gummielastisches Material auf gummielastisches
Material stößt.
[0017] Bei Verwendung von ringförmig zusammengebogenen Bändern, deren Enden sich in Umfangsrichtung
überlappen, ist es vorteilhaft, wenn zwischen den sich überlappenden Bandenden jeweils
eine im wesentlichen axial verlaufende Dichtung angeordnet ist, um ein Eindringen
von Wasser oder Verfüllmasse in das Innere des Rohrstrangs an dieser Stelle zu verhindern.
[0018] Besondere Vorteile ergeben sich, wenn die aufweitbaren Rohrstücke mit einem Montierwagen
in den Schildschwanz transportiert werden, wobei der Montierwagen eine Betätigungsvorrichtung
für die Aufweiteinrichtungen trägt und mit deren Hilfe die Rohrstücke im Schildschwanz
aufweitet. Die Aufweiteinrichtungen des aufweitbaren Rohrstücks können bereits im
Startschacht in Eingriff mit der Betätigungsvorrichtung des Montierwagens gebracht
werden. Nach dem Transport durch den Rohrstrang wird der Montierwagen im Schildschwanz
positioniert. Danach wird die Betätigungsvorrichtung aktiviert und das Rohrstück aufgeweitet.
So ist auf einfache Weise sichergestellt, daß das Aufweiten des Rohrstücks automatisch
bzw. ferngesteuert erfolgen kann.
[0019] Der Montierwagen kann die aufweitbaren Rohrstücke einzeln oder auch paarweise in
den Schildschwanz transportieren. Fast der gesamte Weg zwischen der Vortriebsmaschine
und dem Startschacht kann vom Montierwagen während des Ausschiebens des zuletzt aufgeweiteten
Rohrstücks zurückgelegt werden, so daß das Hin- und Herfahren des Wagens nicht zu
Verzögerungen führt.
[0020] Die für den Betrieb der Vortriebsmaschine nötigen Versorgungsleitungen liegen im
bereits ausgebauten Rohrstrang und werden hinter der Vortriebsmaschine hergeschleppt.
Sie müssen bereits im Startschacht in die aufweitbaren Rohrstücke eingefädelt werden,
so daß die auf der Innenwandung des Rohrstrangs aufliegenden Versorgungsleitungen
den Transport der Rohrstücke in den Schildschwanz behindern. Um diese Schwierigkeiten
zu beseitigen, wird der Montierwagen vorteilhafterweise mit einer Einrichtung versehen,
welche die Versorgungsleitungen vor dem Montierwagen anhebt und hinter ihm wieder
ablegt. So können die aufweitbaren Rohrstücke auch im eingefädelten Zustand behinderungsfrei
durch den Rohrstrang hindurch transportiert werden.
[0021] Weitere Vorteile ergeben sich, wenn der Montierwagen im Schildschwanz an eine Andockstation
der Vortriebsmaschine angekoppelt wird: Hierdurch wird der Montierwagen in relativ
zum Schildschwanz definierter Lage fest mit der Vortriebsmaschine verbunden, bevor
die Aufweitung des Rohrstücks erfolgt. Die Positioniereinrichtung kann der Andockstation
zugeordnet sein und auf diese einwirken, so daß ein genaues Ansetzen des neu aufgeweiteten
Rohrstücks an den bereits ausgebauten Rohrstrang ferngesteuert bzw. automatisch sichergestellt
ist.
[0022] Die Andockstation bietet weiterhin die Möglichkeit, den Montierwagen über geeignete
Kupplungselemente an die Versorgungsleitungen der Vortriebsmaschine anzuschließen.
Über die Andockstation kann beispielsweise der Ansteuerimpuls für die Betätigungsvorrichtungen
an den Montierwagen weitergeleitet werden, oder dieser kann mit Strom, Druckluft,
Hydrauliköl oder dergleichen für die auf dem Montierwagen zur Aufweitung und Positionierung
des Rohrstücks vorhandene Mechanik versorgt werden.
[0023] Eine besonders bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht
darin, daß zusätzlich zum aufweitbaren Rohrstück jeweils ein Zusatzrohrstuck in den
Schildschwanz transportiert wird, welches nach dem Aufweiten, Arretieren und Ansetzen
des Rohrstücks an den bereits ausgebauten Rohrstrang in den Bereich der Stoßkante
zwischen Rohrstück und Rohrstrang verbracht und dort aufgeweitet wird, bis es an der
Innenwandung des Rohrstrangs anliegt. Danach wird die Aufweitung des Zusatzrohrstücks
arretiert.
[0024] Zweckmäßigerweise wird zum Transport jeweils eines Rohrstücks und eines Zusatzrohrstücks
ein Montierwagen verwendet, der die beiden Teile zusammen in den Schildschwanz transportiert,
dort zunächst das Rohrstück aufweitet, arretiert und an den bereits ausgebauten Rohrstrang
ansetzt, und danach das Zusatzrohrstuck in Position bringt, aufweitet und arretiert.
Erst nach diesen Verfahrensschritten wird das Rohrstuck beim weiteren Bohrvortrieb
aus dem Schildschwanz ausgeschoben.
[0025] Bei dieser besonders vorteilhaften Verfahrensvariante entsteht ein Rohrstrang, der
aus aneinandergesetzten Rohrstücken besteht, wobei jeder Verbindungsstoß zwischen
zwei benachbarten Rohrstücken über ein an den Innenwandungen beider Rohrstücke zugleich
angepreßtes Zusatzrohrstuck verfügt. Dieses Zusatzrohrstuck kann gleich lang wie die
eigentlichen Rohrstücke ausgebildet sein, so daß sich im Ergebnis ein doppelwandiger
Rohrstrang ergibt. Um Material zu sparen und um kleine Krümmungsradien des Tunnels
zu ermöglichen, sind die Zusatzrohrstücke vorzugsweise deutlich kürzer als die eigentlichen
Rohrstücke ausgebildet.
[0026] Die Zusatzrohrstücke bieten den großen Vorteil, daß sie die jeweils benachbarten
Rohrstücke zentrieren und in ihrer Lage zueinander stabilisieren. Daneben dichten
sie den durch die Rohrstücke gebildeten Rohrstrang nach außen ab, auch wenn Krümmungen
des Tunnels zwischen den einzelnen Rohrstücken Fingen erzeugen.
[0027] Das gesamte erfindungsgemäße Verfahren zum Herstellen eines Tunnels im Schildvortrieb
kann ferngesteuert erfolgen, was für nicht begehbare Kanäle von größter Wichtigkeit
ist.
[0028] Neben den vorteilhaften Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens, die sich
in den Ansprüchen 2 bis 14 finden lassen, ergeben sich vorteilhafte Ausgestaltungen
der erfindungsgemäßen Anordnung aus den Ansprüchen 16 bis 29.
[0029] Die Anordnung zur Durchführung des Verfahrens kann insbesondere einen Montierwagen
umfassen, der eine Betätigungsvorrichtung für die Aufweiteinrichtungen trägt, wobei
diese im wesentlichen aus mindestens einem Drehwerkzeug besteht, welches sich beim
Aufweiten des Rohrstücks im Eingriff mit einem Ritzel der Aufweiteinrichtung befindet
und anhebbar sowie absenkbar ausgebildet ist. Das genannte Ritzel der Aufweiteinrichtung
kann also schon im Startschacht auf das vorzugweise nach oben gerichtete Drehwerkzeug
aufgesetzt werden und während des Transports des aufweitbaren Rohrstücks mit diesem
im Eingriff bleiben. Nachdem der Montierwagen im Schildschwanz angekommen ist, kann
das Drehwerkzeug angehoben werden, bis das Rohrstück im Scheitel des Schildschwanzes
anliegt. Danach kann das Rohrstück durch einfaches Drehen des Drehwerkzeugs behinderungsfrei
aufgeweitet werden.
[0030] Zur Durchführung der Verfahrensvariante, welche mit Zusatzrohrstücken arbeitet, verfügt
der Montierwagen vorzugsweise über zwei Betätigungsvorrichtungen, die unabhängig voneinander
betätigbar, unabhängig voneinander anhebbar und absenkbar sowie gegeneinander verschiebbar
ausgebildet sind. Hierdurch kann zunächst ein Rohrstück in der oben beschriebenen
Weise aufgeweitet und an den bereits ausgebauten Rohrstrang angesetzt werden. Sodann
kann die zweite Betätigungsvorrichtung für ein Zusatzrohrstück entlang der Rohrachse
verschoben und das Zusatzrohrstück mittels Anheben der zugehörigen Betätigungsvorrichtung
an den Scheitel der Innenwandung des Rohrstrangs angelegt und aufgeweitet werden.
[0031] Das erfindungsgemäße Verfahren und die Anordnung zur Durchführung des Verfahrens
werden im folgenden durch ein Ausführungsbeispiel näher erläutert. Dieses wird anhand
der beigefügten Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:
- Figur 1
- Einen seitlichen Schnitt durch eine Vortriebsmaschine mit dem vorderen Ende des bereits
ausgebauten Rohrstrangs;
- Figur 2
- das Detail II aus Figur 1;
- Figur 3
- eine Darstellung wie Figur 1 während eines späteren Verfahrensabschnitts;
- Figur 4
- das Detail IV aus Figur 3 während eines noch späteren Verfahrensabschnitts;
- Figur 5
- einen Schnitt entlang der Linie V-V gemäß Figur 3;
- Figur 6
- eine perspektivische Skizze eines Montierwagens;
- Figur 7
- einen Abschnitt eines mit der Erfindung hergestellten, nicht begehbaren Kanals;
- Figur 8
- eine Darstellung wie Figur 1, jedoch eines anderen Ausführungsbeispiels.
[0032] Die in Figur 1 dargestellte Vortriebsmaschine 1 umfaßt einen Schild 2 mit einem nachfolgenden
Schildschwanz 3 und einem Schneidrad 4, welches mit Hartmetallwerkzeugen 5 versehen
ist. Der in einen Brecherraum 6 gelangende Abraum wird über eine Förderleitung 7 in
den (nicht dargestellten) Startschacht abgeleitet.
[0033] Die Vortriebsmaschine 1 ist mittels Steuerzylindern 8 lenkbar. Ein Drehantrieb 9
erzeugt die für den Bohrvortrieb notwendige Drehbewegung, wohingegen die Vortriebskraft
mittels Vortriebszylindern 10 erzeugt wird, welche sich auf dem durch die Rohrstücke
11, 11' und 11'' gebildeten Rohrstrang abstützen.
[0034] An den Stoßkanten 12, 12' zwischen den einzelnen Rohrstücken 11, 11' und 11'' sind
an den Innenwandungen der Rohrstücke 11, 11', 11'' anliegende Zusatzrohrstücke 13
und 13' angeordnet, welche den Rohrstrang stabilisieren und gegen eindringendes Wasser
abdichten.
[0035] Die Vortriebszylinder 10 stützen sich mit ihren Kolbenstangen 14 auf einer Druckplatte
15 ab, welche wiederum auf dem vordersten Rohrstück 11 aufliegt.
[0036] Weiterhin sichtbar sind eine Positioniereinrichtung 16, welche mit einer Andockstation
17 zusammenwirkt, sowie Versorgungsleitungen 18, Halteplatten 19 und Führungsschienen
20. Die Funktion dieser Teile wird später erläutert.
[0037] Figur 1 und Figur 2, eine vergrößerte Darstellung des Details II aus Figur 1, zeigen
den Verfahrensabschnitt, in dem das Ausschieben eines Rohrstücks 11 aus dem Schildschwanz
3 beim gleichzeitigen Vortrieb der Vortriebsmaschine 1 erfolgt. Hierzu ist in Figur
2 deutlich zu sehen, wie sich die Kolbenstange 14 auf der Druckplatte 15, und diese
sich auf dem Rohrstück 11 abstützt. An der Stoßkante 12 zwischen dem Rohrstück 11
und dem Rohrstück 11' sitzt das Zusatzrohrstück 13. Beide Teile, das Rohrstück 11
und das Zusatzrohrstück 13, sind vor dem Ausschieben aufgeweitet, positioniert und
arretiert worden.
[0038] Sowohl die Rohrstücke 11, 11', 11'' als auch die Zusatzrohrstücke 13, 13' bestehen
aus Stahlblechbändern, welche sich in Umfangsrichtung überlappen. Die im Überlappungsbereich
außenliegenden Bandenden der Rohrstücke 11, 11', 11'' tragen je zwei Ritzel, die in
jeweils einen zahnstangenartigen Schlitz im innenliegenden Bandende eingreifen und
mit diesen zusammen die Aufweiteinrichtungen 21 bilden. Durch Drehen der Ritzel werden
die beiden überlappenden Bandenden gegeneinander verschoben, was die Aufweitung der
Rohrstücke 11, 11', 11'' bewirkt. Auch die Zusatzrohrstücke 13,13' sind mit solchen
Aufweiteinrichtungen 21' versehen.
[0039] Die Außenkanten der Rohrstücke 11, 11' tragen ringsumlaufende Dichtprofile 22, 22',
mittels welchen die Stoßkante 12 abgedichtet wird. Die Dichtwirkung wird durch das
Anpressen des Zusatzrohrstücks 13 an die Innenwandungen der Rohrstücke 11 und 11'
im Bereich von deren Stoßkante 12 noch erhöht.
[0040] Die Dichtprofile 22, 22' sind außen mit ringsumlaufenden Dichtlippen 23, 23' versehen,
welche die Funktion von Dichtringen übernehmen. Wie in Figur 2 ersichtlich, verhindern
diese Dichtlippen 23, 23', daß im anstehenden Boden 24 gegebenenfalls vorhandenes
drückendes Wasser zwischen dem durch die Rohrstücke 11, 11', 11'' gebildeten Rohrstrang
und der Innenwandung des Schildschwanzes 3 ins Innere der Vortriebsmaschine 1 eindringen
kann.
[0041] Der zwischen dem Rohrstrang 11, 11', 11'' und dem anstehenden Boden 24 verbleibende
Ringraum 25 wird mit einer durch Injektionsdüsen 26 eingebrachten Suspension 27 verfüllt.
Die Injektionsdüsen 26 sind lediglich schematisch dargestellt; sie befindet sich zweckmäßigerweise
im Bereich des bohrvortriebsabgewandten Endes des Schildschwanzes 3.
[0042] Ist in den Figuren 1 und 2 der Verfahrensabschnitt dargestellt, in welchem die Vortriebsmaschine
1 vorgetrieben und das zuletzt angesetzte Rohrstück 11 aus dem Schildschwanz 3 ausgeschoben
wird, so zeigt Figur 3 den Verfahrensabschnitt, in dem ein durch den bereits ausgebauten
Rohrstrang 11, 11' 11'' hindurch transportiertes Rohrstück 11''' im Schildschwanz
3 aufgeweitet und an das Rohrstück 11 angesetzt wird. Die Vortriebsmaschine 1 steht
dabei still; die Kolbenstangen 14 sind in die Vortriebszylinder 10 eingefahren und
die Druckplatte 15 ist vom Rohrstück 11 weggezogen.
[0043] Das neu in den Schildschwanz eingebrachte Rohrstück 11''' ist zusammen mit einem
Zusatzrohrstück 13'' auf einem (hier vereinfacht dargestellten) Montierwagen 28 durch
den Rohrstrang 11, 11', 11'' hindurch transportiert worden. Der Montierwagen 28 ist
nun an der Andockstation 17 angekoppelt und über die Positioniereinrichtung 16 in
Position gebracht worden. Das Rohrstück 11''' liegt auf zwei Betätigungsvorrichtungen
29 für die beiden Aufweiteinrichtungen 21 auf. Ebenso liegt das Zusatzrohrstück 13''
auf einer Betätigungsvorrichtung 29' für die Aufweiteinrichtung 21' auf. Die Betätigungsvorrichtungen
29, 29' bestehen im wesentlichen aus Drehwerkzeugen 30, 30', welche sich im Eingriff
mit den obenbeschriebenen Ritzeln der Aufweiteinrichtungen 21, 21' befinden.
[0044] Die Betätigungsvorrichtungen 29 für das Rohrstück 11''' sind einem vorderen Arbeitstisch
31 des Montierwagens 28 zugeordnet; sie sind anhebbar und absenkbar ausgebildet. Die
Betätigungsvorrichtung 29' für das Zusatzrohrstück 13'' sitzt auf emem ebenfalls anhebbar
und absenkbar ausgebildeten hinteren Arbeitstisch 32 des Montierwagens 28, welcher
relativ zum vorderen Arbeitstisch 31 verschiebbar ist; dies ist mit einem Doppelpfeil
angedeutet.
[0045] Sowohl der vordere Arbeitstisch 31 als auch der hintere Arbeitstisch 32 des Montierwagens
28 verfügen über Verspannzylinder 33 und 33', welche beim Transport des Rohrstücks
11''' und des Zusatzrohrstücks 13'' sicherstellen, daß die Drehwerkzeuge 30, 30' im
Eingriff mit den jeweiligen Aufweiteinrichtungen 21, 21' bleiben. Zum Anheben der
Betätigungsvorrichtungen 29, 29' werden die Verspannzylinder 33, 33' eingezogen.
[0046] Der Montierwagen 28 weist neben hier nicht sichtbaren Rädern, welche den Montierwagen
28 gegen den Rohrstrang 11, 11', 11'' abstützen und vor dem Rohrstück 11''' bzw. hinter
dem Zusatzrohrstück 13'' angeordnet sind, Führungsräder 34 auf, welche in den Führungsschienen
20 laufen. Die Führungsschienen 20 tragen die Versorgungsleitungen 18 mittels in regelmäßigen
Abständen vorgesehenen Halteplatten 19. Beim Verfahren des Montierwagens 28 im Rohrstrang
11, 11', 11'' werden die Führungsschienen 20 aufgrund der Führungsräder 34 angehoben,
so daß wegen der Halteplatten 19 im Ergebnis auch die Versorgungsleitungen 18 im Bereich
des Montierwagens 28 angehoben werden. Die Versorgungsleitungen 18 stellen daher beim
Transport des Rohrstücks 11''' und des Zusatzrohrstücks 13'' kein Hindernis dar.
[0047] Figur 4 zeigt das Detail IV aus Figur 3, jedoch während eines gegenüber Figur 3 späteren
Verfahrensabschnitts: Das Rohrstück 11''' wurde bereits aufgeweitet und an das vordere
Ende des Rohrstrangs 11, 11', 11'', also an das Rohrstück 11 angesetzt. Die Aufweiteinrichtungen
21 sind selbstarretierend, sodaß die Aufweitung dauerhaft ist. Die Drehwerkzeuge 30
des vorderen Arbeitstisches 31 sind bereits wieder eingefahren und nicht mehr im Eingriff
mit den Ritzeln der Aufweiteinrichtungen 21.
[0048] Der hintere Arbeitstisch 32 wurde relativ zum vorderen Arbeitstisch nach vorne verschoben
und hierdurch das Zusatzrohrstück 13'' in Position gebracht. Das Zusatzrohrstuck 13''
befindet sich nun im Bereich der Stoßkante 12 zwischen dem Rohrstück 11 und dem Rohrstück
11'''. Durch Anheben des Drehwerkzeugs 30' in den Scheitel des Rohrstrangs 11, 11'''
und Drehung des Ritzels der Aufweiteinrichtung 21' wird das Zusatzrohrstuck 13'' aufgeweitet
und gegen die Innenwandungen des Rohrstucks 11 und des Rohrstucks 11''' verspannt.
[0049] Figur 5 zeigt einen Schnitt entlang der Linie V-V gemäß Figur 3. Außenliegend erkennt
man den (geschnittenen) Schildschwanz 3 und in Draufsicht das Rohrstück 11 und das
Zusatzrohrstück 13, welche das vordere Ende des bereits ausgebauten Rohrstrangs bilden.
Das mit dem Montierwagen 28 transportierte Rohrstuck 11''' ist ebenfalls in Draufsicht
dargestellt, wobei zu erkennen ist, daß es zwei überlappende Enden aufweist und durch
eine Relativbewegung der beiden Enden aufgeweitet werden kann.
[0050] Der (vereinfacht dargestellte) Montierwagen 28 umfaßt neben den bereits beschriebenen
Drehwerkzeugen 30, dem in dieser Darstellung allein sichtbaren vorderen Arbeitstisch
31 und den Verspannzylindern 33 ein Gestell 35, welches einerseits die Arbeitstische
31, 32 und andererseits die (in Figur 3 nicht erkennbaren) Räder 36 trägt, mittels
welchen sich der Montierwagen 28 im Rohrstrang 11, 11', 11'' hin- und herbewegen kann.
[0051] Am vorderen Ende des Montierwagens 28 ist eine Kupplungsvorrichtung 37 zum Ankoppeln
an die Andockstation 17 der Vortriebsmaschine 1 angeordnet.
[0052] Weiterhin ist in Figur 5 gut zu erkennen, wie die Führungsräder 34 des Montierwagens
28 in den Führungsschienen 20 laufen, welche mittels der Halteplatte 19 die Versorgungsleitungen
18 unter dem Montierwagen 28 anheben.
[0053] Figur 6 zeigt eine perspektivische Darstellung eines Beispiels für einen Montierwagen
28, welcher bereits (in einer vereinfachteren Form) in den Figuren 3, 4 und 5 dargestellt
ist. Auf dem Gestell 35 ist ein vorderer Arbeitstisch 31 angeordnet, welcher zwei
Drehwerkzeuge 30 als Betätigungsvorrichtung 29 für die Aufweiteinrichtungen 21 der
Rohrstücke 11''' trägt. Auf diesen Drehwerkzeugen 30, welche anhebbar und absenkbar
ausgebildet sind, liegt ein strichpunktiert angedeutetes Rohrstück 11''' auf. Der
vordere Arbeitstisch 31 ist rechts und links mit Verspannzylindern 33 versehen, welche
dem Rohrstück 11''' im Zusammenwirken mit den Drehwerkzeugen 30 einen sicheren Halt
für den Transport geben.
[0054] Der hintere Arbeitstisch 32 des Montierwagens 28 ist mittels Verfahrschienen 38 und
Langlöchern 39 längsverschiebbar auf dem Gestell 35 befestigt. Er trägt ein Drehwerkzeug
30', welches im Zusammenwirken mit den rechts und links angeordneten Verspannzylindern
33' das ebenfalls strichpunktiert angedeutete Zusatzrohrstück 13'' hält.
[0055] Hinter dem Zusatzrohrstuck 13'' ist das Gestell 35 des Montierwagens 28 mit zwei
abgewinkelten Rädern 36 verbunden, welche aufgrund ihrer Abwinklung senkrecht auf
der Oberfläche der Innenwandung des bereits ausgebauten Rohrstrangs 11, 11', 11''
abrollen. Ebenso befinden sich vor dem Rohrstück 11''' zwei abgewinkelte Räder 36.
Zwischen den beiden vorderen Rädern 36 ist eine Kopplungsvorrichtung 37 zum Ankoppeln
des Montierwagens 28 an die Andockstation 17 der Vortriebsmaschine 1 vorgesehen.
[0056] Die ebenfalls am Gestell 35 angebrachten Führungsräder 34 laufen in den Führungsschienen
20, um diese zusammen mit den (hier nicht dargestellten) Versorgungsleitungen 18 im
Bereich des Montierwagens 28 anzuheben.
[0057] Figur 7 schließlich zeigt einen Abschnitt des im erfindungsgemäßen Verfahren mit
der erfindungsgemäßen Anordnung hergestellten Rohrstrangs 11, 11', 11'', 11'''. Mit
durchbrochenen Linien ist angedeutet, wie die Zusatzrohrstücke 13, 13' und 13'' jeweils
innerhalb der Rohrstücke 11, 11', 11'', 11''' sitzen. In dieser Darstellung wird ferner
deutlich, daß die Dichtlippen 23, 23' der Dichtprofile 22, 22' als umlaufende Dichtringe
wirken.
[0058] In Figur 8 ist ein anderes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Anordnung
entsprechend der Darstellung von Figur 1 gezeigt. Die Vortriebsmaschine 1 dieses Ausführungsbeispiels
enthält ein Teleskopteil 40, welches im wesentlichen durch ein außenliegendes Hüllrohr
41 und ein gegenüber diesem koaxial verschiebbaren Innenrohr 42 des Schildschwanzes
3 gebildet ist. Um die Verschiebung des Hüllrohrs 41 gegen das Innenrohr 42 mitmachen
zu können, ist auch die Förderleitung 7 mit einem Teleskopabschnitt 43 versehen.
[0059] Das Teleskopteil 40 wird durch Teleskopzylinder 44, die sich mittels vorderer Lager
45 am vorderen Teil der Vortriebsmaschine 1 sowie mittels hinterer Lager 46 am hinteren
Teil der Vortriebsmaschine 1 abstützen, auseinandergeschoben und wieder eingezogen.
Vor dem Teleskopteil 40 verfügt die Vortriebsmaschine 1 über eine Anzahl von vorderen
Verspanneinheiten 47. In entsprechender Weise befinden sich auch hinter dem Teleskopteil
40 umfangsverteilt Verspanneinheiten 48 an der Vortriebsmaschine 1.
[0060] Die Verspanneinheiten 47 und 48 bestehen jeweils aus zwei Hubzylindern 49, mittels
welchen je ein Außenwandabschnitt 50 in den umgebenden Boden 24 gedrückt und aus diesem
wieder herausgezogen werden kann. Durch abwechselndes Betätigen der vorderen Verspanneinheiten
47 und der hinteren Verspanneinheiten 48 und mit darauf abgestimmten Ein- und Ausziehbewegungen
der Teleskopzylinder 44 ergibt sich eine wurmartige Fortbewegung der Vortriebsmaschine
1, so daß sich diese für den Vortrieb im wesentlichen nur gegen den anstehenden Boden
24, und nicht gegen den ausgebauten Rohrstrang 11, 11', 11'', 11''' abstützt.
[0061] Das in Figur 8 gezeigte Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Anordnung ermöglicht
also einen kontinuierlichen Vortrieb, während im Schutz des Schildschwanzes 3 der
Rohrstrang 11, 11', 11'', 11''' hergestellt wird.
[0062] Unter Bezug auf die Figuren 1 bis 6 wird nochmals auf die Funktionsweise des dort
gezeigten Ausführungsbeispiels eingegangen:
[0063] Im (nicht dargestellten) Startschacht werden ein aufweitbares Rohrstück 11''' und
ein Zusatzrohrstück 13'' auf die Drehwerkzeuge 30, 30' des Montierwagens 28 aufgesetzt
und mittels der Verspannzylinder 33, 33' auf dem Montierwagen 28 verspannt. Dann wird
der Montierwagen 28 durch den bereits ausgebauten Rohrstrang, 11, 11', 11'' hindurch
bis in den Schildschwanz 3 der Vortriebsmaschine 1 verfahren. Hierbei stützt er sich
mittels vier Rädern 36 an der Innenwandung des Rohrstrangs 11, 11', 11'' ab. Gleichzeitig
werden die Führungsschienen 20, und mit diesen über die Halteplatten 19 die Versorgungsleitungen
18, mittels der Führungsräder 34 vor dem Montierwagen 28 angehoben und hinter diesem
wieder abgelegt.
[0064] Parallel zu diesem Vorgang wird die Vortriebsmaschine 1 in den Boden 24 getrieben
und gleichzeitig das zuletzt angesetzte aufweitbare Rohrstück 11 aus dem Schildschwanz
3 ausgeschoben, indem sich die Vortriebszylinder 10 über die Druckplatte 15 auf dem
Rohrstück 11 abstützen (vgl. Figur 1 und Figur 2).
[0065] Nachdem das Rohrstück 11 nahezu vollständig aus dem Schildschwanz 3 ausgeschoben
ist, werden die Kolbenstangen 14 in die Vortriebszylinder 10 eingefahren, der Bohrvortrieb
wird gestoppt und der Montierwagen 28 wird über die Andockstation 17 an die Vortriebsmaschine
1 angekoppelt. Mittels der Positioniereinrichtung 16 wird der Montierwagen 28 so positioniert,
daß das auf dem Montierwagen 28 transportierte Rohrstück 11''' nach dem Aufweiten
an der vorderen Kante des Rohrstücks 11 anliegt (vgl. Figur 3).
[0066] Zum Aufweiten des Rohrstücks 11''' werden die beiden Drehwerkzeuge 30 des vorderen
Arbeitstisches 31 des Montierwagens 28 angehoben, bis das noch nicht aufgeweitete
Rohrstück 11 im Scheitel des Schildschwanzes 3 anliegt. Dann werden die Drehwerkzeuge
30 betätigt, so daß die Aufweiteinrichtungen 21 das Rohrstück 11''' aufweiten. Nachdem
die Dichtlippen 23 der Dichtprofile 22 rundum an der Innenwandung des Schildschwanzes
3 anliegen, wird die Aufweitung arretiert - was am einfachsten durch eine selbstarretierende
Aufweiteinrichtung 21 erfolgt - und die Drehwerkzeuge 30 werden wieder abgesenkt.
Sodann wird der hintere Arbeitstisch 32 des Montierwagens 28 nach vorne zum vorderen
Arbeitstisch 31 hin bewegt, um das Zusatzrohrstück 13'' in eine Position zwischen
die Rohrstücke 11 und 11' zu bringen. Das Drehwerkzeug 30' wird angehoben, bis das
Zusatzrohrstück 13'' im Scheitel der beiden Rohrstücke 11 und 11''' sitzt, wonach
das Zusatzrohrstück 13'' durch Betätigen des Drehwerkzeugs 30' aufgeweitet wird (vgl.
Figur 4). Die Aufweitung des Zusatzrohrstücks 13'' bewirkt eine Zentrierung und Stabilisierung
der beiden Rohrstücke 11 und 11''' sowie eine verbesserte Dichtwirkung der zwischen
diesen liegenden Dichtprofile 22 und 22'.
[0067] Schließlich wird auch das Drehwerkzeug 30' auf dem hinteren Arbeitstisch 32 des Montierwagens
28 abgesenkt und der Montierwagen 28 wieder zurück in den Startschacht verfahren.
Der Vortrieb kann bereits wieder aufgenommen werden, während der Montierwagen 28 durch
den Rohrstrang 11, 11', 11'', 11''' zurück in den Startschacht läuft. Die Vortriebszylinder
10 stützen sich dann über die Druckplatte 15 auf dem neu eingebrachten Rohrstück 11'''
ab. Der beim Ausschieben des neu eingebrachten Rohrstücks 11''' verbleibende Ringraum
zwischen dessen Außenwandung und dem anstehenden Boden 24 wird mit einer schnell erhärtenden
Suspension verpreßt, um den Rohrstrang 11, 11', 11'', 11''' zu stabilisieren.
[0068] Das in Figur 8 dargestellte Ausführungsbeispiel, das sich von dem eben beschriebenen
Ausführungsbeispiel unterscheidet, ermöglicht einen unterbrechungsfreien Vortrieb,
während die Herstellung des Rohrstrangs 11, 11', 11'', 11''' gleichwohl in der oben
beschriebenen Weise erfolgt; denn die Vortriebsmaschine 1 stützt sich im wesentlichen
mittels der Verspanneinheiten 47, 48 gegen den Boden 24 ab.
Zusammenstellung der Bezugszeichen
[0069]
- 1
- Vortriebsmaschine
- 2
- Schild
- 3
- Schildschwanz
- 4
- Schneidrad
- 5
- Hartmetallwerkzeuge
- 6
- Brecherraum
- 7
- Förderleitung
- 8
- Steuerzylinder
- 9
- Drehantrieb
- 10
- Vortriebszylinder
- 11, 11', 11'', 11'''
- Rohrstück
- 12, 12'
- Stoßkante
- 13, 13', 13''
- Zusatzrohrstück
- 14
- Kolbenstange (von 10)
- 15
- Druckplatte
- 16
- Positioniereinrichtung
- 17
- Andockstation
- 18
- Versorgungsleitungen
- 19
- Halteplatten
- 20
- Führungsschienen
- 21, 21'
- Aufweiteinrichtung
- 22, 22'
- Dichtprofil
- 23, 23'
- Dichtlippen
- 24
- Boden
- 25
- Ringraum
- 26
- Injektionsdüse
- 27
- Suspension
- 28
- Montierwagen
- 29, 29'
- Betätigungsvorrichtung (für 21, 21')
- 30, 30'
- Drehwerkzeuge
- 31
- Arbeitstisch (vorderer)
- 32
- Arbeitstisch (hinterer)
- 33, 33'
- Verspannzylinder
- 34
- Führungsräder
- 35
- Gestell
- 36
- Räder
- 37
- Kupplungsvorrichtung
- 38
- Verfahrschiene
- 39
- Langloch
- 40
- Teleskopteil
- 41
- Hüllrohr
- 42
- Innenrohr
- 43
- Teleskopabschnitt
- 44
- Teleskopzylinder
- 45
- Lager (vorderes)
- 46
- Lager (hinteres)
- 47
- Verspanneinheiten (vordere)
- 48
- Verspanneinheiten (hintere)
- 49
- Hubzylinder
- 50
- Außenwandabschnitt
1. Verfahren zum Herstellen eines Tunnels im Schildvortrieb mit folgenden Verfahrensschritten:
(a) Vortrieb einer Vortriebsmaschine (1) mit einem Schild (2) und einem Schildschwanz
(3),
(b) Ausschieben eines Rohrstücks (11) aus dem Schildschwanz (3) beim Vortrieb,
(c) Transport eines aufweitbaren Rohrstücks (11''') durch den bereits ausgebauten
Rohrstrang (11, 11', 11'') hindurch in den Schildschwanz (3),
(d) Aufweiten des aufweitbaren Rohrstücks (11''') im Schildschwanz (3) und Arretieren
der Aufweitung,
(e) Ansetzen des aufgeweiteten Rohrstücks (11''') an das bohrvortriebsseitige Ende
des bereits ausgebauten Rohrstrangs (11, 11', 11''),
(f) Wiederholen der Verfahrensschritte (b) bis (e).
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als aufweitbare Rohrstücke (11, 11', 11'', 11''') ringförmig zusammengebogene,
aufweitbare Bänder verwendet werden, deren Enden sich in Umfangsrichtung jeweils überlappen.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Vortriebsmaschine (1) für den Vortrieb jeweils auf dem zuletzt an den
Rohrstrang (11, 11', 11'') angesetzten Rohrstück (11''') abstützt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Vortriebsmaschine (1) für den Vortrieb im umgebenden Boden (24) abstützt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß ein zwischen der Außenwandung des Rohrstrangs (11, 11', 11'') und dem anstehenden
Boden (24) vorhandener Ringraum (25) verfüllt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Verfüllung des Ringraums (25) über Injektionsdüsen (26) am vortriebsabgewandten
Ende des Schildschwanzes (3) erfolgt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdichtung des Schildschwanzinnenraums gegen drückendes Wasser oder gegen
eine Verfüllmasse mittels zwischen der Außenwandung der Rohrstücke (11, 11', 11'',
11''') und der Innenwandung des Schildschwanzes (3) angeordneter Ringe aus gummielastischem
Material erfolgt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Transport der aufweitbaren Rohrstücke (11''') mit einem Montierwagen (28)
erfolgt, der die Rohrstücke (11''') jeweils in den Schildschwanz (3) transportiert
und dort aufweitet.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Montierwagen (28) beim Durchlaufen des Rohrstrangs (11, 11', 11'') die Versorgungsleitungen
(18) der Vortriebsmaschine (11) anhebt, so daß diese den Transport der Rohrstücke
(11''') nicht behindern.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 und 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Montierwagen (28) im Schildschwanz (3) an die Vortriebsmaschine (1) angekoppelt
wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Energieversorgung und/oder die Steuerung des Montierwagens (28) im angekoppelten
Zustand über die Vortriebsmaschine (1) erfolgt.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich zum aufweitbaren Rohrstuck (11''') jeweils ein Zusatzrohrstück (13'')
in den Schildschwanz transportiert wird, welches nach dem Aufweiten, Arretieren und
Ansetzen des Rohrstücks (11''') an den bereits ausgebauten Rohrstrang (11, 11', 11'',
13, 13') in den Bereich der Stoßkante (12) zwischen dem Rohrstück (11''') und dem
Rohrstrang (11, 11', 11'', 13, 13') verbracht und dort aufgeweitet wird, bis es an
den Innenwandungen des Rohrstücks (11''') und des Rohrstrangs (11) anliegt, wonach
die Aufweitung arretiert wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12 und einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Montierwagen (28) jeweils ein Rohrstück (11''') und ein Zusatzrohrstück (13'')
zusammen in den Schildschwanz (3) transportiert, zunächst das Rohrstück (11''') aufweitet,
arretiert und an den bereits ausgebauten Rohrstrang (11) ansetzt, und danach das Zusatzrohrstück
(13'') in Position bringt, aufweitet und arretiert.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß sämtliche Verfahrensschritte ferngesteuert erfolgen.
15. Anordnung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 14, umfassend:
- eine Vortriebsmaschine (1) mit einem Schild (2) und einem Schildschwanz (3),
- eine Anzahl von aufweitbaren Rohrstücken (11, 11', 11'', 11'''),
- ein Transportmittel (28) zum Transport der aufweitbaren Rohrstücke (11''') in den
Schildschwanz (3),
- Aufweiteinrichtungen (21) zum Aufweiten der Rohrstücke (11, 11', 11'', 11'''),
- Arretiervorrichtungen zum Arretieren der Aufweitung,
- eine Positioniereinrichtung (16) zum Ansetzen der aufgeweiteten Rohrstücke (11''')
an das vortriebsseitige Ende des bereits ausgebauten Rohrstrangs (11, 11', 11''),
- sowie Mittel (10, 14, 15) zum Ausschieben der aufgeweiteten Rohrstücke (11, 11',
11'', 11''') aus dem Schildschwanz (3).
16. Anordnung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die aufweitbaren Rohrstücke (11, 11', 11'', 11''') ringförmig zusammengebogene,
aufweitbare Bänder sind, deren Enden sich in Umfangsrichtung jeweils überlappen.
17. Anordnung nach einem der Ansprüche 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, daß am Schildschwanz (3) Injektionsdüsen (26) angeordnet sind, um den Ringraum (25)
zwischen der Außenwandung des Rohrstrangs (11, 11', 11'') und dem anstehenden Boden
(24) zu verfüllen.
18. Anordnung nach einem der Ansprüche 15 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß die aufweitbaren Rohrstücke (11, 11', 11'', 11''') mit an ihrer Außenwandung
angebrachten Ringen aus gummielastischem Material versehen sind.
19. Anordnung nach einem der Ansprüche 15 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenkanten der aufweitbaren Rohrstücke mit einem gummielastischen Material
überzogen sind.
20. Anordnung nach den Ansprüchen 16 und 19, dadurch gekennzeichnet, daß im Überlappungsbereich der aufweitbaren Bänder jeweils eine im wesentlichen axial
verlaufende, zwischen den überlappenden Bandenden angeordnete Dichtung vorhanden ist.
21. Anordnung nach einem der Ansprüche 15 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß das Transportmittel ein Montierwagen (28) ist, der eine Betätigungsvorrichtung
(29) für die Aufweiteinrichtungen (21) trägt.
22. Anordnung nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß die Vortriebsmaschine (1) eine Andockstation (17) zum Ankoppeln des Montierwagens
(28) aufweist.
23. Anordnung nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, daß die Positioniereinrichtung (16) der Andockstation (17) zugeordnet ist.
24. Anordnung nach einem der Ansprüche 22 oder 23, dadurch gekennzeichnet, daß der Montierwagen (28) über die Andockstation (17) mit den Versorgungsleitungen
(18) der Vortriebsmaschine (1) verbindbar ist.
25. Anordnung nach einem der Ansprüche 21 bis 24, dadurch gekennzeichnet, daß der Montierwagen (28) Mittel (34) zum Anheben der Versorgungsleitungen (18) der
Vortriebsmaschine (1) aufweist.
26. Anordnung nach einem der Ansprüche 15 bis 25, dadurch gekennzeichnet, daß aufweitbare Zusatzrohrstücke (13) zum Anlegen an die Innenwandungen jeweils zweier
benachbarter Rohrstücke (11, 11') im Bereich von deren zwischenliegenden Stoßkante
(12) vorgesehen sind.
27. Anordnung nach Anspruch 26 und einem der Ansprüche 21 bis 25, dadurch gekennzeichnet, daß der Montierwagen (28) für den paarweisen Transport von mindestens einem Rohrstück
(11''') und mindestens einem Zusatzrohrstück (13'') ausgebildet ist und jeweils eine
Betätigungsvorrichtung (29) zum Aufweiten des Rohrstücks (11''') sowie jeweils eine
weitere Betätigungsvorrichtung (29') zum Aufweiten des Zusatzrohrstücks (13'') aufweist.
28. Anordnung nach Anspruch 27, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Betätigungsvorrichtungen (29, 29') unabhängig voneinander betätigbar,
unabhängig voneinander anhebbar und absenkbar sowie gegeneinander verschiebbar ausgebildet
sind.
29. Anordnung nach einem der Ansprüche 15 bis 28, dadurch gekennzeichnet, daß die Vortriebsmaschine (1) ein zusammenschiebbares Teleskopteil (40) sowie davor
und dahinter radial über die Außenwandung des Schildschwanzes (3) ausfahrbare Verspanneinheiten
(47, 48) aufweist.