[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Wellendurchführung nach dem Oberbegriff des
Patentanspruchs 1 sowie eine Verwendungen derselben bei einer Zahnradpumpe.
[0002] Bei Zahnradpumpen wird mindestens eine Antriebswelle durch das Pumpengehause nach
aussen zu einer Antriebseinheit gefuhrt. Dabei ist die Wellendurchführung derart abzudichten,
dass kein Schmiermedium nach aussen gelangt.
[0003] Aus der DE-41 25 128-C2 ist eine solche Wellendurchführung für eine Zahnradpumpe
bekannt, bei der das Fördermedium gleichzeitig als Schmiermedium im Bereich der Wellendurchführung,
d.h. im Gleitlager, verwendet wird. Ausgehend von den Zahnrädern der Zahnradpumpe
ist nach dem Gleitlager ein Fördergewinde vorgesehen, das bei drehender Welle für
einen Druckaufbau sorgt, womit eine Abdichtung der Welle erreicht wird. Diese Abdichtung
ist - wie erwähnt - nur bei drehender Welle gewährleistet, weshalb vorgeschlagen worden
ist, eine Stopfbuchse nach dem Rückfördergewinde anzuordnen, damit ein Abdichten der
Welle auch im Stillstand möglich ist.
[0004] Es hat sich gezeigt, dass die vorstehend genannte Lehre zwar geeignet ist zu verhindern,
dass Schmier- bzw. Fördermedium nach aussen tritt. Allerdings kann aufgrund der bekannten
Lehre nicht vermieden werden, dass von aussen Luft durch die Stopfbuchse in den Dichtungsbereich
gelangen kann. Gerade dies gilt es bei Anwendungen, bei denen sich das Fördermedium,
und somit das Schmiermedium, bei Luftkontakt verändert bzw. zersetzt, von grösster
Bedeutung, da ein Lufteintritt in den Wellendurchführungsbereich Schäden an der Dichtung
zur Folge hat, womit der Betrieb der Zahnradpumpe unterbrochen werden muss.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Wellendurchführung
anzugeben, die obenerwähnte Nachteile nicht aufweist.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1 angegebenen
Massnahmen gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sowie eine Verwendung
sind in weiteren Ansprüchen angegeben.
[0007] Die Erfindung weist folgende Vorteile auf: Indem neben einer ersten und einer zweiten
Dichtung eine weitere Dichtung vorgesehen ist, die gasdicht abdichtet, kann verhindert
werden, dass sich das Fördermedium bzw. Schmiermedium aufgrund von Luftkontakt verändert,
womit das Verhalten der Wellendurchfuhrung wesentlich verbessert werden kann.
[0008] Die Erfindung wird nachfolgend anhand einer Zeichnung beispielsweise näher erläutert.
Dabei zeigt die einzige Zeichnung eine erfindungsgemässe Wellendurchfuhrung in einem
Schnitt entlang der Wellenachse.
[0009] In der einzigen Figur sind die wesentlichen Elemente einer erfindungsgemässe Wellendurchführung
in einem Schnittbild entlang der Wellenachse A bei einer Zahnradpumpe dargestellt.
Eines der beiden auf der Wellenachse A montierten, ineinandergreifenden Zahnräder
Z ist in der Figur ausschnittsweise und schematisch dargestellt. Das Zahnrad Z dreht
in einem mit Medium M gefüllten Raum R, das gleichzeitig als Schmiermedium in einem
an das Zahnrad Z angrenzenden Gleitlager GL wirkt. Aufgrund der Eigenschaften von
Zahnradpumpen ist der Druck des Fördermedium M im Raum R abhängig von der Drehzahl
der Welle W.
[0010] Ausgehend vom Raum R und anschliessend an das Gleitlager GL ist eine Labyrinthdichtung
L mit einem Fördergewinde vorgesehen, wobei das Fördergewinde sowohl in der drehenden
Welle W als auch in das entsprechende Gehäuse eingelassen sein kann. Die Orientierung,
die Steigung und die Gewindetiefe des Fördergewindes sind dabei derart gewählt, dass
im Betrieb der Zahnradpumpe das Schmiermittel bzw. das Medium M in Förderrichtung
FR transportiert wird bzw. dass über der Labyrinthdichtung L eine Druckdifferenz aufgebaut
wird. Eine Dichtwirkung dieser ersten Dichtung nach dem Gleitlager GL entfaltet sich
also erst bei drehender Welle W, weshalb oft von einer dynamischen Dichtung gesprochen
wird.
[0011] Ausgehend vom Raum R und anschliessend an die Labyrinthdichtung L ist eine Stopfbüchsendichtung
SB, bestehend aus Packungen P, einer ringförmigen Brille B und mindestens einer Anpressvorrichtung
VE, vorgesehen. Die Anspressvorrichtung VE weist in der in der Figur dargestellten
Ausführungsform neben der erwähnten Brille B eine Stopfbüchsenschraube S und ein Federelement
F auf, die sich mit der Stopfbüchsenschraube S vorspannen lässt, womit ein automatisches
Nachstellen der auf die Brille B wirkende Kraft bei Grössenveränderungen der Packungen
P gewährleistet ist.
[0012] Erfindungsgemäss ist die Anpressvorrichtung VE, insbesondere die Brille B, derart
ausgestattet, dass eine dritte Dichtung DGRD, sei dies eine weitere Stopfbüchsendichtung
oder sei dies eine einfache oder eine doppelte Gleitringdichtung, unmittelbar der
zweiten Dichtung SB folgt. Hierzu ist die Anpressvorrichtung VE gegenüber der Welle
W abgehoben, damit die dritte Dichtung DGRD unterhalb der abgehobenen Anpressvorrichtung
VE angeordnet werden kann. Die Anpresselemente, d.h. die Stopfbüchsenschraube S und
das Federelement F, wirken auf die Brille B in einem radialen Abstand zur Welle W,
der grösser ist als die radialen Abmessungen der dritten Dichtung DGRD. Damit die
Brille B gleichmassig gegen die Packung P gepresst werden kann, sind mehrere, vorzugsweise
auf einem Kreis um die Achse A der Welle W angeordnete Anpresselemente vorgesehen.
[0013] In der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist, wie in der einzigen Figur dargestellt,
eine doppelte Gleitringdichtung als dritte Dichtung DGRD vorgesehen.
[0014] Diese besteht im wesentlichen aus einem mit der Welle W drehenden Gleitring GR und
einem mit dem Gehäuse verbundenen Gegenring GG, die, über Dichtungselemente DE1 und
DE2 einen Ringraum RR bilden, in dem üblicherweise eine Sperrflüssigkeit enthalten
ist.
[0015] Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die erfindungsgemässe Wellendurchfuhrung
nicht auf die Verwendung bei Zahnradpumpen eingeschränkt ist. Vielmehr eignet sich
die erfindungsgemässe Wellendurchführung auch für all jene Anwendungen, bei denen
entsprechende Anforderungen bestehen.
1. Wellendurchführung in einen Raum (R) für ein Medium (M), bei der, ausgehend vom Raum
(R), erst ein Gleitlager (GL), anschliessend eine Labyrinthdichtung (L) mit Gewindeförderrichtung
(FR) gegen den Raum (R) hin und an die Labyrinthdichtung (L) anschliessend eine zweite
Dichtung (SB) vorgesehen ist, die ein Austreten von Medium (M), auch im Stillstand
der Welle (W), verhindert, dadurch gekennzeichnet, dass, anschliessend an die zweite
Dichtung (SB), eine dritte Dichtung (DGRD) vorgesehen ist, die gasdicht ist.
2. Wellendurchfuhrung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite und dritte
Dichtung (SB, DGRD) vom Typ Stopfbüchsendichtung sind.
3. Wellendurchfuhrung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Dichtung
(SB) vom Typ Stopfbüchsendichtung ist und dass die dritte Dichtung (DGRD) vom Typ
Gleitringdichtung ist.
4. Wellendurchfuhrung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Dichtung
(SB) vom Typ Stopfbüchsendichtung ist und dass die dritte Dichtung (DGRD) vom Typ
doppelte Gleitringdichtung ist.
5. Wellendurchführung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die zweite Dichtung (SB) eine Anpressvorrichtung (VE) aufweist, die gegenüber
der Welle (W) abgehoben ist.
6. Wellendurchfuhrung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die dritte Dichtung
(DGRD) unterhalb der abgehobenen Anpressvorrichtung (VE) angeordnet ist.
7. Wellendurchführung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Anpressvorrichtung
(VE) aus einer Brille (B) und mindestens einem Vorspannelement (S, F) besteht, wobei
das mindestens eine Vorspannelement (S, F) auf die Brille (B) in einem radialen Abstand
zur Welle (W) wirkt, der grösser ist als die radialen Abmessungen der dritten Dichtung
(DGRD).
8. Wellendurchfuhrung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Anpresselemente
(VE) aus mehreren, vorzugsweise auf einem Kreis um die Achse (A) der Welle (W) angeordneten
Stopfbüchsenschrauben (S) bestehen.
9. Wellendurchführung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Anpresselemente
(VE) aus einer Überwurfmutter bestehen, die gleichmässig auf einem Kreis um die Achse
(A) der Welle (W) auf die Brille (B) wirkt.
10. Wellendurchführung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Anpresselemente
(VE) aus mindestens einem Federelement bestehen.
11. Verwendung der Wellendurchführung nach einem der Ansprüche 1 bis 10 bei einer mediumsgeschmierten
Zahnradpumpe.