(19)
(11) EP 0 881 453 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
02.12.1998  Patentblatt  1998/49

(21) Anmeldenummer: 98105327.5

(22) Anmeldetag:  24.03.1998
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6F41A 3/66
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 28.05.1997 DE 19722464

(71) Anmelder: HECKLER & KOCH GMBH
D-78727 Oberndorf (DE)

(72) Erfinder:
  • Murello, Johannes
    78628 Rottweil (DE)
  • Brandl, Rudolf
    72175 Dornhan (DE)
  • Fischbach, Wilhelm
    78652 Deisslingen-Laufen (DE)

(74) Vertreter: Turi, Michael, Dipl.-Phys. 
Samson & Partner Widenmayerstrasse 5
80538 München
80538 München (DE)

   


(54) Gehäuse für eine Handfeuerwaffe


(57) Die Erfindung betrifft ein kastenartiges Gehäuse (1) für eine Selbstlade-Handfeuerwaffe, mit einer Bewegungsbahn (9) für einen Verschluß und einer an diese Bewegungsbahn (9) angrenzenden Öffnung (7) zum Durchlaß eines Verbindungsgliedes zwischen einem Ladehebel oder Spannschieber und dem Verschluß; um das Gehäuse (1) steifer auszubilden, ist es unter Bildung einer Querwand (5) abgesetzt, in der die Öffnung (7) ausgebildet ist. So bewegt sich das Verbindungsglied senkrecht zur Öffnung (7) und nicht, wie bisher, längs dieser, so daß der bisher erforderliche Längsschlitz vermieden ist, der die Struktur des Gehäuses (1) stark geschwächt hatte.
Die Erfindung betrifft auch eine Handfeuerwaffe, die mit einem solchen Gehäuse (1) ausgestattet ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein kastenartiges Gehäuse für eine Handfeuerwaffe, mit einer Bewegungsbahn für einen Verschluß und einer an diese Bewegungsbahn angrenzenden Öffnung zum Durchlaß eines ständig oder zeitweise wirksamen Verbindungsgliedes zwischen einem Ladehebel oder Spannschieber und dem Verschluß, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

[0002] Die Erfindung betrifft auch eine Handfeuerwaffe gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 8. Hierbei wird darauf hingewiesen, daß unter einer "Handfeuerwaffe" auch Maschinengewehre, Selbstlade-Granatwerfer, kombinierte Waffen (zwei baulich zusammengefaßte Selbstladesysteme zum Verschießen unterschiedlicher Patronen) o. dgl. verstanden werden.

[0003] Vorab wird darauf hingewiesen, daß sich Lageangaben wie "vorne" oder "oben" auf die Lage der das Gehäuse aufweisenden Waffe im normalen, horizontalen Anschlag beziehen, wobei die Mündung "vorne" ist.

[0004] Bekannte Gehäuse weisen einen Längsschlitz auf, etwa hinter dem rechts ausgebildeten Auswurffenster und an dieses angrenzend, vor dem Verschluß an der Oberseite, an der linken Längsseite usw.. Die Länge des Längsschlitzes, soweit er nicht in das Auswurffenster übergeht, beträgt meist mindestens das Doppelte der Patrone, ist in manchen Fällen aber noch beträchtlich länger. Außerdem ist dieser Längssschlitz oft bis zum offenen hinteren Ende des Gehäuses verlängert, um den Zusammenbau der Waffe zu ermöglichen, wenn beispielsweise der Ladehebel fest mit dem Verschluß verbunden ist.

[0005] Das Gehäuse weist außer dem Auswurffenster und dem genannten Längssschlitz auch noch andere, sich in Längsrichtung des Gehäuses erstreckende Öffnungen auf: hierbei handelt es sich um die Öffnung für das Magazin und die Öffnung(en), durch welche die Abzugseinrichtung mit dem Verschluß zusammenwirkt. Die letztgenannte Öffnung ist auch meist zum hinteren Ende des Gehäuses hin offen.

[0006] Nun liegt der besondere Vorteil eines kastenförmigen Gehäuses, verglichen mit einem muldenförmigen Gehäuse (z.B. beim russischen Schnellfeuergewehr Kalaschnikow M 74), das von einem gesonderten, nichttragenden Bauteil abgedeckt ist, gerade darin, daß das kastenförmige Gehäuse selbst dann ausreichend steif ist, wenn seine Wandstärke gering ist. Daher weisen seit mehr als einem halben Jahrhundert Blechgehäuse, beginnend mit dem Sturmgewehr 44, meist die geschlossene, kastenartige Form auf.

[0007] Durch die genannten Öffnungen wird aber die Steifigkeit des Gehäuses stark beeinträchtigt, so daß dünnwandige Blechgehäuse oder Kunststoffgehäuse letztlich nur dann möglich sind, wenn der Verschluß ohne kraftübertragende Mitwirkung des Gehäuses unmittelbar mit dem Lauf verriegelt ist. Wegen seiner großen Länge ist der obengenannte Längsschlitz an der Minderung der Steifigkeit des Gehäuses besonders maßgeblich beteiligt.

[0008] Um bei jedem Schützen trotz geringen Ausbildungsaufwandes gute Schußergebnisse zu erzielen, geht man heute dazu über, z.B. Gewehre mit besonders hoher Schußgenauigkeit so einzurichten, daß sie wahlweise von Rechts- und Linksschützen in gleicher Weise benutzt werden können. Dies bedeutet bei einem Gewehr mit seitlich angebrachtem Ladehebel, daß dieser wahlweise von der einen Seite des Gehäuses auf die andere umgesetzt werden muß, so daß zwei der genannten Längsschlitze erforderlich sind, von denen gegebenenfalls der jeweils unbenutzte von einem gesonderten Deckel abzudecken ist, um das Eindringen von Sand usw. in das Gehäuse zu vermeiden. Außerdem sind besonders bei der sog. "bullpup"-Bauweise, bei der sich der Verschlußrücklauf bis zum hinteren Ende der Schulterstütze erstreckt, zwei Auswurffenster erforderlich, da das Gewehr bei Linksschützen nach links und nicht, wie sonst üblich, nach rechts auswerfen muß.

[0009] Es ergibt sich demnach eine große Anzahl von Öffnungen, von denen sich die eingangs genannten Längsschlitze für den Ladehebel, besonders wenn sie in das jeweilige Auswurffenster integriert sind, besonders nachteilig auf die Steifigkeit des Gehäuses auswirken. Außerdem ist die Abdeckung des gerade unbenutzten Längsschlitzes problematisch. Jedes Auswurffenster kann dagegen in üblicher Weise mit einem Deckel oder einer Klappe abgedeckt werden, wie sie z.B. schon das Sturmgewehr 44 benutzt.

[0010] Ausgehend vom eingangs genannten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, das beschriebene, kastenartige Gehäuse für eine Selbstlade-Handfeuerwaffe dahingehend zu verbessern, daß seine Steifigkeit entscheidend erhöht wird.

[0011] Ferner liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Handfeuerwaffe mit einem kastenartigen Gehäuse zu schaffen, die leicht, aber widerstandsfähig ist.

[0012] Die erste dieser Aufgaben wird durch ein Gehäuse gelöst, das dadurch gekennzeichnet ist, daR das Gehäuse im Bereich der Bewegungsbahn unter Bildung einer Querwand abgesetzt ist, in der die Öffnung ausgebildet ist (Anspruch 1).

[0013] Das herkömmliche kastenförmige Gehäuse hat in aller Regel keine Querwand. Absätze sind nach Möglichkeit vermieden, da sie ein Verfangen der Waffe mit Zweigen o. dgl. fördern. Lediglich die Vorderwand des Magazinschachtes könnte man als Querwand ansprechen. Im Bereich der Bewegungsbahn ist jedoch die Außenseite des Gehäuses so glatt und stetig wie nur möglich ausgebildet.

[0014] Die Querwand des erfindungsgemäßen Gehäuses weist somit nach vorne oder nach hinten, so daß die Öffnung notgedrungen einen nur wenig größeren Querschnitt als das Verbindungsglied aufzuweisen hat, das sich ja in Richtung der Verschlußbewegung, also senkrecht zur Ebene der Öffnung und ebenfalls nach vorne und hinten, bewegt. Diese Öffnung muß sich also nicht über die gesamte Länge der Bewegungsbahn erstrecken, sondern nur über die bedeutend kleinere Strecke, die im wesentlichen dem Durchmesser des Verbindungsgliedes entspricht.

[0015] Am Ende des Verbindungsgliedes ist in gewohnter Weise ein Ladehebel oder Spannschieber starr oder abklappbar angebracht.

[0016] Die Passung bzw. der Ringspalt zwischen der Öffnung und dem Umfang des Verbindungsgliedes kann so eng gewählt werden, daß kein Sand o. dgl. in das Innere des Gehäuses eindringen kann. Es ist aber gegebenenfalls auch vorteilhaft, einen Dichtungsring anzuordnen, etwa aus einem Lippenprofil aus reibungsarmem Material, der gegen das Verbindungsglied bei dessen Bewegung stets dichtend anliegt, ohne dessen Bewegung zu behindern.

[0017] Die Öffnung kann nahezu dieselbe Größe wie die Querwand aufweisen, so daß die Querwand in diesem Fall letztlich nur eine Umrandung der Öffnung bildet.

[0018] Soweit für das Umrüsten auf Rechts- oder Linksschützen zwei Querwände beiderseits der Bewegungsbahn vorliegen, kann die jeweils nicht verwendete Öffnung einfach durch einen Stöpsel verschlossen werden. So sind statt zweier langer Längsschlitze nur zwei vergleichsweise kleine Öffnungen vorgesehen. Deren Bereich ist noch dazu durch die Querwand ausgesteift, so daß sie die Steifigkeit des Gehäuses kaum beeinträchtigen.

[0019] Grundsätzlich kann jeweils eine Querwand beispielsweise seitlich neben der Bewegungsbahn nahe ihrem hinteren Ende angeordnet sein, und zwar am Ende eines tunnelartigen, längsverlaufenden Gehäuseabschnitts, der die Bewegungsbahn des Verbindungsgliedes im Inneren des Gehäuses umgibt.

[0020] Besonders vorteilhaft ist aber die Querwand am vorderen Ende der Bewegungsbahn angeordnet (Anspruch 2). In diesem Fall ist das Verbindungsglied lediglich als gerade, sich in Längsrichtung erstreckende Stange ausgebildet. Die Stange ist mit ihrem hinteren Ende am Verschluß befestigt, erstreckt sich durch die Öffnung am Ende der Bewegungsbahn und trägt am vorderen Ende den Ladehebel o. dgl.. Hierbei liegt die Öffnung bei einer Waffe mit unten angebrachtem Magazin und seitlichem Hülsenauswurf über dem Lauf dieser Waffe. Bei einer anders konzipierten Waffe, etwa einer Waffe mit Gurtzuführung, kann aber eine andere Anordnung der Querwand und der Öffnung so gewählt werden, daß der Nachlade- und Auswurfvorgang durch das Verbindungsglied nicht gestört ist.

[0021] Bei der hier bevorzugten Anordnung der Querwand und der Öffnung über dem Lauf ergibt sich ferner der Vorteil, daß der Bereich über dem Lauf bei allen Gebrauchssituationen der Waffe üblicherweise frei bleibt. Somit ist es möglich, eine Anordnung zu wählen, bei der das Verbindungsglied stets fest mit dem Verschluß und mit dem Ladehebel o. dgl. verbunden ist, so daß sich das Verbindungsglied und der Ladehebel bei der Ladebewegung des Verschlusses mit diesem zusammen bewegen; dabei kann der Ladehebel allerdings so abgeklappt sein, daß er während des normalen Betriebs keine abstehenden Teile aufweist. Es kann gegebenenfalls jedoch auch vorteilhaft sein, den Ladehebel vom Verschluß abkoppelbar auszubilden, so daß er ortsfest in seiner Lage verbleibt, wenn sich der Verschluß beim Schuß bewegt.

[0022] Im Falle von Ladestörungen, wenn z.B. der Verschluß etwa infolge von Verschmutzung nicht ganz verriegelt, kann dann der Verschluß einfach mittels des Ladehebels fertigverriegelt werden.

[0023] Die Querwand braucht grundsätzlich nicht eben zu sein. Sie braucht sich im Bereich der Öffnung auch nicht genau senkrecht zur Bewegungsbahn des Verschlusses zu erstrecken. Diese senkrechte Erstreckung mindestens jenes Bereiches der Querwand zur Bewegungsbahn, der die Öffnung aufweist, ist allerdings bevorzugt (Anspruch 3), um die Öffnung so klein wie möglich zu halten und die Abdichtung des Gehäuse-Innenraums am Spalt zwischen dem Rand der Öffnung und dem Umfang des Verbindungsgliedes möglichst wirksam zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang ist es auch bevorzugt, daß das Verbindungsglied mindestens längs des Bereiches, der sich in der Öffnung hin- und herbewegt, eine Umfangsfläche aufweist, die durch paralleles Verschieben einer Geraden als Erzeugende beschrieben werden kann.

[0024] Die Querwand und damit die Öffnung kann in Bezug auf die Bewegungsbahn mittig angeordnet werden (Anspruch 4), so daß das Verbindungsglied sich ebenfalls mittig erstreckt und somit beim Anpassen der Waffe an einen Rechts- oder Linksschützen in seiner Lage verbleiben kann. Es ist aber ebenso möglich, je eine Querwand mit einer Öffnung seitlich in Bezug auf die Bewegungsbahn anzuordnen (Anspruch 5), so daß beim Anpassen der Waffe an einen Rechts- oder Linksschützen das Verbindungsglied durch die jeweils vorgesehene Öffnung hindurchgeführt wird, während die andere mit einem Stopfen, einer Platte o. dgl. verschlossen wird.

[0025] Ein solches erfindungsgemäßes Gehäuse wird durch die eine Öffnung oder gegebenenfalls zwei Öffnungen in seiner Steifigkeit so wenig beeinträchtigt, daß es zwei einander gegenüberliegende Auswurföffnungen aufweisen kann (Anspruch 6), von denen jeweils eine für einen Rechtsschützen und eine für einen Linksschützen eingerichtet ist. Die jeweils nicht verwendete Öffnung bleibt verschlossen, etwa durch einen Stopfen, aber am besten durch je einen schwenkbaren Deckel. Dabei kann nur der die jeweils verwendete Auswurföffnung verschließende Deckel von innen her durch den Verschluß erforderlichenfalls entriegelt und durch eine Feder geöffnet werden.

[0026] Das erfindungsgemäße, kastenartige Gehäuse ist, selbst wenn es zwei Auswurföffnungen aufweist, von der Formgebung her so steif, daß es statt aus Stahlblech auch aus Kunststoff oder aus verstärktem Kunststoff hergestellt werden kann. Vorteilhaft ist selbstverständlich dabei das geringere Gewicht gegegenüber einem Blechgehäuse; zudem ist z.B. durch Spritzguß größte Maßhaltigkeit ohne Nachbearbeitung erzielbar (Anspruch 7).

[0027] Um zu vermeiden, daß eine auf den Ladehebel o. dgl. ausgeübte Kraft unter Wirkung des Verbindungsgliedes als Hebel auf den Verschluß beeinträchtigend einwirkt, ist gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung (Anspruch 8) an der Außenseite des Gehäuses vor der oder jeder Öffnung eine sich parallel zur Bewegungsbahn erstreckende Führung angeordnet oder ausgebildet. Diese Führung kann die Form eines Schwalbenschwanzsteges, einer Schwalbenschwanznut, zweier gegenüberliegender, voneinander abgewandter oder einander zugewandter Nuten o. dgl. haben. Diese Ausgestaltung ist besonders bei einem Kunststoffgehäuse von Vorteil, da dort durch diese Längsführung keinerlei zusätzliche Kosten entstehen, wobei etwa während des Schusses das oder der in der Führung geführte Verbindungsglied oder Ladehebel zusätzlich noch aussteifend auf das Gehäuse einwirkt.

[0028] Die Erfindung betrifft nicht nur das genannte Gehäuse, sondern auch eine mit einem solchen Gehäuse aufgebaute Handfeuerwaffe (Anspruch 9), die ein aufgrund seiner Form besonders steifes Gehäuse aufweist, das deshalb aus dünnem Blech oder aus Kunststoff ausgebildet sein kann, ohne daß die Gebrauchseigenschaften der Waffe Einbußen erleiden.

[0029] Die erfindungsgemäße Handfeuerwaffe kann mit zwei gegenüberliegenden Auswurffenstern versehen sein, um wahlweise für Rechts- oder Linksschützen eingerichtet zu werden, ohne daß deshalb die erforderliche Festigkeit des Gehäuses unterschritten würde.

[0030] Insbesondere kann die erfindungsgemäße Waffe ein Gehäuse aus Kunststoff oder verstärktem Kunststoff aufweisen.

[0031] Der Gegenstand der Erfindung wird beispielsweise anhand der beigefügten Zeichnung noch näher erläutert; in dieser zeigt:
Fig. 1
ein erfindungsgemäßes Kunststoffgehäuse im Schrägbild, seitlich von hinten und oben gesehen, und
Fig. 2
das Gehäuse der Fig. 1 im Schrägbild, seitlich von vorne und oben gesehen sowie in geringfügig größerem Maßstab als die Darstellung der Fig. 1.


[0032] Ein gezeigtes Gehäuse 1 ist aus Kunststoff im Spritzguß hergestellt. An besonders beanspruchten Abschnitten des Gehäuses 1 können Stahlblechteile in den Kunststoff eingelassen sein, etwa längs der Bewegungsbahn 9.

[0033] Der vordere Teil des Gehäuses 1 besteht aus einem Vierkantrohr und dient zur Aufnahme eines Laufes und gegebenenfalls des zugehörigen Gaskolbens. Dieser vordere Teil mündet einstückig in einen kastenförmigen hinteren Teil, der unter Bildung eines Absatzes 3 den vorderen Teil nach oben überragt und nach unten durch einen Magazinschacht verlängert ist. Hinter diesem umschließt das Gehäuse 1 einen Aufnahmeraum für eine Abzugseinrichtung. Außerdem weist der hintere Abschnitt eine untere, innenliegende Wand auf, die dafür sorgt, daß auch der hintere Teil des Gehäuses 1 ein geschlossenes Hohlprofil bildet, das lediglich durch die untere Öffnung zur Patronenzufuhr sowie durch beiderseits je eine Auswurföffnung 13 unterbrochen ist.

[0034] Im Inneren des hinteren Teils befindet sich auf Höhe des vorderen Teils und in Fortsetzung dessen eine Bewegungsbahn 9, in der ein (nicht gezeigter) Verschluß vorwärts und rückwärts beweglich geführt ist.

[0035] Nach vorne und hinten ist das kastenartige Gehäuse 1 offen.

[0036] Der Absatz 3 ist von einer Querwand 5 gebildet, die senkrecht zur Richtung der Führungsbahn 9 angeordnet und von einer Öffnung 7 durchsetzt ist. Hier ist diese Öffnung 7 in Form eines regelmäßigen Trapezes ausgebildet, bei dem die größere Basis unten liegt. Die Öffnung 7 erreicht nahezu die Größe der Querwand 5, so daß von dieser nur ein Rahmen oder Steg verblieben ist, der sich, von der Unterseite abgesehen, rund um die Öffnung 7 erstreckt.

[0037] Auf der Oberseite des vorderen Teils des Gehäuses 1 ist beiderseits eine Nut ausgebildet. Die Nuten verlaufen parallel zueinander und bilden eine Führung 15, die sich parallel zur Bewegungsbahn 9 erstreckt. Diese Führung 15 geht von der Unterseite der Öffnung 7 aus und erstreckt sich nach vorne. Die Führung 15 ist dazu eingerichtet, eine Ladehebelanordnung (nicht gezeigt) längsbeweglich zu führen, die mit dem Verschluß über ein Verbindungsglied (nicht gezeigt) verbunden ist, das sich mit geringem Spiel zum Umfangsrand der Öffnung 7 hin durch diese hindurch beweglich erstreckt.

[0038] Die Verwindungs- und Biegesteifigkeit des Gehäuses 1 wird durch die Öffnung 7 kaum beeinträchtigt. Das Verbindungsglied weist die Form eines allgemeinen Prismas oder Zylinders auf (mit einer parallelverschobenen Geraden als Erzeugenden). Anders als bei bekannten Waffen, öffnet sich beim Durchlade- oder Nachladevorgang kein Längsschlitz, durch den Staub, Sand o. dgl. in das Innere der Waffe gelangen kann.

[0039] Die bewegliche Ladehebelanordnung befindet sich an jenem Bereich der Waffe, der unmittelbar unter der Visierlinie liegt und deshalb beim Schuß nicht in Berührung mit Ästen o. dgl. gelangt, weil man sonst beim Zielen nichts sehen würde. Beim Halten der Waffe wird dieser Bereich auch nicht umgriffen, so daß die Bewegung der Ladehebelanordnung unbehindert erfolgen kann.

[0040] Unter jeder der Auswurföffnungen 13 (nur die linke ist gezeigt) befindet sich ein Scharnierteil. In dem Scharnierteil ist mittels einer Achse ein Gegenstück anbringbar, das an der Unterseite einer Klappe angebracht ist. Die Klappe ist dazu eingerichtet, die jeweilige Auswurföffnung 13 zu verschließen. Der Verschluß ist zum Auswerfen nach rechts oder links umrüstbar. Er weist einen auf die entsprechende Richtung einstellbaren Auslöser auf, der beim Passieren der entsprechenden Klappe diese öffnet, die andere dagegen verschlossen hält.

[0041] Die Ladehebel- oder Spannschiebereinrichtung kann auch so umrüstbar sein, daß der entsprechende Ladehebel bei nach rechts auswerfenden Gewehr nach links ausklappbar und bei nach links auswerfendem Gewehr nach rechts ausklappbar ist.

[0042] Da das Gehäuse 1 an den meisten Stellen seiner Längenerstreckung einen Hohlquerschnitt mit geschlossenem Umfang aufweist, ist es insgesamt äußerst verwindungssteif. Es kann selbst bei großen Abmessungen (bei einer sehr großkalibirgen Waffe) aus Kunststoff, Aluminium oder dünnem Stahlblech hergestellt sein, so daß es bei noch ausreichender Steifigkeit trotz seiner Größe recht leicht ist.

[0043] In Längsrichtung verlaufende Stege und Sicken sorgen für die Fähigkeit zur Aufnahme äußerst hoher Lasten in Längsrichtung. So kann das erfindungsgemäße Gehäuse trotz seines geringen Gewichtes auch den Rückstoßkräften sehr starker Patronen auf die Dauer standhalten.

[0044] Statt einer mittigen Öffnung 7 können auch zwei außermittige Öffnungen vorgesehen sein. Dabei kann entweder ein außermittiges Verbindungsglied vorgesehen sein, das beim Umrüsten auf Rechts- oder Linksschützen durch die entsprechende Öffnung hindurchgeführt wird, oder zwei Verbindungsglieder, wobei die beiden kleinen Öffnungen die Verwindungssteifigkeit weniger beeinträchtigen als eine einzige, größere Öffnung.

Bezugszeichenliste



[0045] 
1
Gehäuse
3
Absatz
5
Querwand
7
Öffnung
9
Bewegungsbahn
13
Auswurföffnung
15
Führung



Ansprüche

1. Kastenartiges Gehäuse (1) für eine Selbstlade-Handfeuerwaffe, mit einer Bewegungsbahn (9) für einen Verschluß und einer an diese Bewegungsbahn (9) angrenzenden Öffnung (7) zum Durchlaß eines ständig oder zeitweise wirksamen Verbindungsgliedes zwischen einem Ladehebel oder Spannschieber und dem Verschluß, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse (1) unter Bildung einer Querwand (5) abgesetzt ist, in der die Öffnung (7) ausgebildet ist.
 
2. Gehäuse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Querwand (5) am vorderen Ende der Bewegungsbahn (9) angeordnet ist.
 
3. Gehäuse nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Querwand (5) senkrecht zur Bewegungsbahn (9) erstreckt.
 
4. Gehäuse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnung (7) in Bezug auf die Bewegungsbahn (9) mittig angeordnet ist.
 
5. Gehäuse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß je eine Querwand (5) in Bezug auf die Bewegungsbahn (9) seitlich angeordnet ist.
 
6. Gehäuse nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß beiderseits der Bewegungsbahn (9) eine Auswurföffnung (13) ausgebildet ist.
 
7. Gehäuse nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß es mindestens teilweise aus Kunststoff besteht.
 
8. Gehäuse nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß an dessen Außenseite vor der Öffnung (7) eine Führung (15) ausgebildet ist, die sich parallel zur Bewegungsbahn (9) erstreckt.
 
9. Handfeuerwaffe mit einem kastenartigen Gehäuse (1), in dem ein Verschluß längs einer Bewegungsbahn (9) nach vorne und hinten beweglich angeordnet ist, und mit einem Spannschieber oder Ladehebel, der außerhalb des Gehäuses (1) angeordnet ist und mit dem Verschluß über ein Verbindungsglied ständig oder zeitweise verbunden ist, das sich durch eine Öffnung (7) im Gehäuse (1) erstreckt, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse (1) entsprechend einem der Ansprüche 1 bis 8 ausgebildet ist.
 




Zeichnung