[0001] Grundsätzlich werden bei militärischen Schießplätzen oder an anderen Stellen, an
denen scharf geschossen wird, sogenannte Sandbunker aufgetürmt, vor denen die Ziele
aufgestellt werden, um zu erreichen, daß die durchschlagenden Geschosse in den Sandwällen
bzw. Sandbunkern hinter den Zielen aufgefangen werden. Das Beschießen derartiger Sandbunker
stellt eine ganz erhebliche Umweltbelastung dar, da dadurch die Geschoßmetalle, insbesondere
auch das Geschoßblei, unmittelbar in die Umgebung eingebracht wird. Über den Regen
kommen diese feinsten Partikel in das Grundwasser und kontaminieren dieses zum Teil
in erheblichem Umfange. Die Sanierung derartiger Sandbunker ist äußerst aufwendig,
da das gesamte Sandvolumen gereinigt werden muß, ist dies nicht möglich, müssen die
Mengen als Sondermüll behandelt werden.
[0002] Es ist ein Verdienst der Anmelderin, statt derartiger Sandbunker Geschoßfanganlagen
hoher Effektivität entwickelt zu haben.
[0003] Bei derartigen Geschoßfanganlagen werden die Geschoßfänge kammerartig ausgebildet,
wobei die einzelnen Geschoßfangkammern wenigstens auf der dem Schützen zugewandten
Einschlagseite der Geschosse mit Kunststoffplatten ausgerüstet sind, wobei der Inhalt
der Geschoßfangkammern mit einem die Geschosse auffangenden Granulat, z.B. einem Gummigranulat
oder einem vergleichbaren Stoff, gefüllt sind.
[0004] Nach einer gewissen Beschußzeit füllt sich die Geschoßfangkammer mehr und mehr mit
den Geschossen bzw. den Geschoßteilen, die, nicht zuletzt wegen ihres Bleigehaltes,
entsorgt werden müssen, um nicht die Umwelt zu kontaminieren. Darüber hinaus wird
ein Teil des Granulates und/oder der Frontwand der Geschoßfangkammer durch die auftreffenden
Geschosse in feinste Partikel zerschossen, die ebenfalls eine Belastung der Umwelt
darstellen können, da diese Stäube ebenfalls Partikel von Metallen und Granulat aufweisen,
die möglichst nicht an die Umgebung abgegeben werden sollen. Man ist daher bemüht,
in periodischen Abständen für eine Sanierung zu sorgen.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung einer Lösung, mit der mit einfachen Mitteln
und hoher Effektivität die Geschoßfänge und die Granulate, insbesondere bei Großschießständen,
saniert und unmittelbar wiederverwendet werden können, wobei in besonderem Maße gewährleistet
sein soll, daß die Umwelt nicht unnötig von Stäuben kontaminiert oder durch Bleireste
belastet wird.
[0006] Mit einem Verfahren der eingangs bezeichneten Art wird diese Aufgabe gemäß der Erfindung
dadurch gelöst, daß in einem geschlossenen System der Geschoßfanginhalt abgesaugt,
ggf. zwischengelagert, die Komponenten Granulat und Geschosse separiert und das sanierte
Geschoßfanggranulat zurückgeblasen wird, wobei eine mobile, zum jeweiligen Sanierungsort
verbringbare Anlage eingesetzt wird.
[0007] Mittels der Saug-/Blastechnik bzw. der pneumatischen Fördertechnik ist es möglich,
die gesamten Geschoßfanginhalte zu entnehmen, um sie entweder unmittelbar oder fertig
versetzt insofern zu trennen, daß einerseits die zu entsorgenden Stoffe zum Abtransport
zur Verfügung stehen und andererseits das sanierte Geschoßfanggranulat zum Rückverbringen
in die Geschoßfänge.
[0008] Grundsätzlich ist ein Granulatgeschoßfang aus der DE-40 13 652-A1 bekannt, der durch
stetiges Umfördern des Granulates dieses von Geschossen befreien will. Muß die von
den Einschlägen zerstörte Frontwand ausgewechselt werden, ist dieses System nicht
mehr nutzbar. Mit einer Sandschüttung versehene Geschoßfänge zeigt die US-5 085 765,
die in der Praxis aber Schwierigkeiten machen dürfte, da durch den Beschuß sich der
Sand sehr stark verdichtet, so daß er nach kurzer Zeit nicht mehr förderfähig ist.
Einen Geschoßfang, insbesondere für geschlossene Räume, zeigt die DE-32 12 781-A1.
[0009] Ein besonderer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, daß durch
die Mobilität der Anlage der aufwendigste Teil, nämlich der Systemteil, der die Geschoßfanginhalte
absaugt und hinterher das gereinigte Granulat wieder zurückbläst, z.B. in Form eines
Vaku-Preß-Fahrzeuges ausgebildet sein kann und daher rasch von einem Einsatzort zu
einem anderen Einsatzort gefahren werden kann. Durch den Zwischenlagerschritt können
mehrere Geschoßfanginhalte abgesaugt werden und gereinigt werden, während nach der
Entleerung beispielsweise die beschossenen und zum Teil erheblich deformierten oder
zerstörten Frontplatten ausgewechselt werden können.
[0010] Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen, wobei beispielsweise aufgrund
der Saugtechnik und der deutlichen Unterschiede im spezifischen Gewicht es möglich
ist, die Trennung von Granulat und Geschossen bzw. Geschoßteilen als Schwerkraftstrennung
durchzuführen, indem beispielsweise eine Kammer des Geschoßfanges vergleichsweise
sanft abgesaugt wird, derart, daß die deutlich schwereren Geschoßpartikel sich am
Boden der Kammer sammeln, um dort entnommen werden zu können. Dies kann selbstverständlich
auch getrennt erfolgen, d.h. unter Einsatz eines Zwischen- oder Separierbehälters.
[0011] Sind eine Vielzahl von Kammern nebeneinander vorgesehen, was bei militärischen Anlagen
an sich die Regel ist, so ist es möglich, die Geschoßfangkammern kaskadenartig zu
behandeln, wie dies die Erfindung ebenfalls vorsieht, d.h., eine Kammer zu entleeren,
sofort das Granulat zu reinigen und eine leere benachbarte Kammer mit dem gereinigten
Granulat zu füllen.
[0012] Zur Lösung der obigen Aufgabe sieht die Erfindung auch eine Anlage vor, die sich
durch ein Fahrzeug mit einem Saug-/Druckgebläse zum Fördern von Granulatpartikeln
aus oder in eine Geschoßfangkammer und eine Saug-/Blasleitung sowie eine Regeleinrichtung
zur Leistungsregelung auszeichnet.
[0013] Für die Anlage nach der Erfindung gelten die gleichen Vorteile wie für die entsprechende
Verfahrensweise, d.h. mit der Anlage wird insbesondere erreicht, daß das Granulat
rasch saniert werden kann und die Umwelt vor Belastungen schädlicher Art geschützt
wird. Hinzu kommt, daß durch das Auffangen der Geschosse bzw. Geschoßteile die entsprechenden
Metalle recycelt werden können.
[0014] Ausgestaltungen der Anlage ergeben sich aus den weiteren Unteransprüchen, wobei vorteilhaft
die Anlage mit einem Zwischenlagerbehälter, z.B. einem geschlossenen Container, ausgestattet
sein kann, was insbesondere zweckmäßig ist, wenn beim Entsorgen angemietete Vaku-Preßfahrzeuge
zum Einsatz kommen und eine Zwischenlagerung über einen längeren Zeitraum notwendig
wird.
[0015] Um das Entweichen von Staub in die Umwelt auszuschließen, sind Filtereinrichtungen
sowohl für die beim Füllen entweichende Luft vorgesehen, wie auch für die Stäube,
die beim Befüllen des Zwischenbehälters und/oder der Geschoßfangkammern entstehen
können.
[0016] Der Lager- und Separierbehälter kann als Standardcontainer mit Textilabdeckung ausgebildet
sein, wobei ein solcher Standardcontainer im Bereich der Abdeckung mit Anschlüssen
für die Saug-/Blasleitung und für eine Abluftleitung versehen sein kann, wobei die
Abluftleitung mit einem Filter, z.B. einem Filtersack, ausrüstbar ist.
[0017] Dies gilt auch für das Befüllen der Geschoßfangkammern. Hier kann eine lösbar verbindbare
Deckelplatte erfindungsgemäß vorgesehen sein mit den Anschlußstutzen für die Saug/Blasleitung
und eine Abluftleitung mit Filter.
[0018] Zweckmäßig kann es sein, wenn die Deckelplatte gleichzeitig als Abdeckung auch für
den Standardcontainer ausgebildet ist, so daß hier in der Anlage nur ein entsprechendes
Element vorgehalten werden muß.
[0019] Weitere Einzelheiten, Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aufgrund der
nachfolgenden Beschreibung der Zeichnung. Diese zeigt in
- Fig. 1
- ein Verfahrensschema der Granulatsanierung,
- Fig. 2 und 3
- vereinfachte Prinzipskizzen den Entleerungs- bzw. Befüllvorgang darstellend sowie
in
- Fig. 4
- die Ausgestaltung einer Deckelplatte in Aufsicht und Seitenansicht.
[0020] Wie sich aus Fig. 1 ergibt, läßt die erfindungsgemäße Verfahrensweise die Behandlung
des Granulates in einen geschlossenen Kreislauf zu. Zunächst wird das Granulat abgesaugt,
ggf. zwischengelagert, von den Schadstoffen, insbesondere den Geschossen bzw. Geschoßteilen
getrennt, was in Fig. 1 mit "Separieren" bezeichnet ist und schließlich werden die
Geschoßfangkammern wieder mit dem sanierten Granulat befüllt.
[0021] In Fig. 1 ist nicht noch zusätzlich dargestellt, daß ggf. durch die Sanierung geschwundenes
Granulat ersetzt wird.
[0022] Wie sich aus Fig. 2 ergibt, wird ein allgemein mit 1 bezeichneter Geschoßfang, der
aus mehreren Kammern 2, 2a und 2b besteht, die mit Granulat 3 gefüllt sind, saniert.
Hierzu wird das Granulat 3 über eine Saugleitung 4 mittels einer nur symbolisch dargestellten
Pumpe 5 in einen Vakuumbehälter 6 gesaugt.
[0023] Die Saugleitung 4 kann mit einer Separierstrecke 4a ausgerüstet sein, derart, daß
Partikel, die schwerer als die Granulatpartikel sind, z.B. Geschoßteile, zwar ggf.
mit angesaugt werden, allerdings die Hubhöhe dieser Separierstrecke 4a nicht überwinden
können, so daß sie nach Abschalten des Sauggebläses 5 zurück in die Kammer, bei Fig.
2 handelt es sich um die Kammer 2a, bei Fig. 3 um den Container 7, fallen, dort liegen
bleiben und später entnommen werden können.
[0024] Die Anordnung kann aber auch so getroffen sein, daß sämtliche Partikel aus den einzelnen
Geschoßfangkammern 2 insgesamt in den Vakuumbehälter 6 gesogen werden und von dort
über eine weitere Druckleitung 4' in einen mit 7 bezeichneten Lager- bzw. Separierbehälter,
z.B. einen Container, geblasen werden.
[0025] Bei dem Lager- bzw. Separierbehälter 7 kann es sich um einen üblichen Container handeln,
der bereichsweise mit einer Abdeckplatte 8 versehen ist, die mit Anschlüssen 9 für
die Saug-/Blasleitung 4' versehen ist und mit einem Anschluß 10 für eine Abluftleitung
11, die ihrerseits mit einem Filter 12 ausgerüstet ist.
[0026] Ist die Deckelplatte 8, wie in Fig. 2 dargestellt, deutlich kleiner als die freie
Oberfläche des Separierbehälters 7, kann der Rest, wie ebenfalls in Fig. 2 dargestellt,
mit einer luftdichten Abdeckplane 13 ausgerüstet sein.
[0027] In Fig. 3 ist der Separierungs- und Befüllvorgang dargestellt. Hier wird das Granulat
3 aus dem Separierbehälter 7 über die Leitung 4' in den Vakuumbehälter 6 gesogen,
wobei auch hier wiederum eine Separierstrecke 4a vorgesehen sein kann.
[0028] Die Granulatpartikel werden dann in eine Geschoßfangkammer 2a über die Leitung 4
eingeblasen, wobei die Kammer 2a mit einer Deckelplatte 8 versehen ist, wobei dort
eine Abluftleitung 13 mit einem Filtersack 14 vorgesehen sein kann.
[0029] Durch einen strichpunktierten Pfeil 15 ist angedeutet, daß je nach Fördermittel das
Granulat auch unmittelbar aus dem Zwischenbehälter 7 in die Geschoßfangkammer 2a eingebracht
werden kann.
[0030] Schließlich zeigt Fig. 4 in Aufsicht und Seitenansicht eine Gestaltungsmöglichkeit
einer Deckelplatte 8 mit dem Einfüllstutzen 9 und dem Entlüftungsstutzen 10 sowie
einem Füllstandprüfer 16. Der Füllstandprüfer 16 kann mit einer Tastplatte 17, die
über einen federbeaufschlagten Griff 18 betätigt werden kann, verfügen, wobei die
Wirkungsweise so ist, daß nach einer gewissen Füllzeit, die die Füllung überwachende
Person über den Handgriff 18 die Platte 17 in das Behälter- bzw. in das Kammerinnere
drückt, um abzutasten, ob das Granulat einen entsprechend hohen Stand bereits erreicht
hat. Natürlich kann die Deckelplatte 8 auch mit einem Schauglas ausgerüstet werden,
hier besteht allerdings der Nachteil, daß durch Staubentwicklung die Einsicht in den
Behälter vergleichsweise rasch gestört sein kann.
[0031] Natürlich sind die beschriebenen Ausführungsbeispiele der Erfindung noch in vielfacher
Hinsicht abzuändern, ohne den Grundgedanken zu verlassen. So ist die Erfindung nicht
auf ein besonderes Saug-/Blasverfahren beschränkt, auch nicht auf die spezielle Art
der Filterausbildung u. dgl. mehr.
1. Verfahren zur Sanierung von mit Granulat gefüllten Geschoßfängen, wobei das Granulat
mit den Geschossen bzw. Geschoßteilen kontaminiert ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß in einem geschlossenen System der Geschoßfanginhalt abgesaugt, ggf. zwischengelagert,
die Komponenten Granulat und Geschosse separiert und das sanierte Geschoßfanggranulat
zurückgeblasen wird, wobei eine mobile, zum jeweiligen Sanierungsort verbringbare
Anlage eingesetzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Absaugen mit einer höheren Leistung erfolgt als das Rückblasen des sanierten
Granulates.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Trennung von Granulat und Geschossen bzw. Geschoßteilen in einen Zwischenlager-Container
unter Ausnutzung der unterschiedlichen spezifischen Gewichte als Schwerkraftstrennung
erfolgt.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche zur Sanierung mehrerer benachbart
angeordneter Geschoßfangkammern,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Inhalt einer Kammer zwischengelagert, der Inhalt der nächsten Kammer mit Schwerkraftstrennung
im wesentlichen der ersten entleerten Kammer zugeführt, die Kontamination entfernt,
der Inhalt einer weiteren Kammer über Schwerkraftstrennung in die zweite Kammer gefüllt
wird und sofort das zwischengelagerte Granulat nach Sanierung in die letzte Kammer
eingefüllt wird, wobei ggf. Granulatverluste ersetzt werden.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei dem Befüllen einer Geschoßfangkammer diese weitestgehend luftdicht abgeschlossen
wird mit einem Luftabströmkanal, der mit einem Filtersack od. dgl. zum Auffangen des
beim Einblasen aufgewirbelten Staubes ausgerüstet wird.
6. Anlage zur Sanierung von mit Granulat gefüllten Geschoßfängen, wobei das Granulat
mit den Geschossen bzw. Geschoßteilen kontaminiert ist, insbesondere zum Durchführen
des Verfahrens nach einem der vorangehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
ein Fahrzeug mit einem Saug-/Druckgebläse (5) zum Fördern von Granulatpartikeln (3)
aus oder in eine Geschoßfangkammer (2) und eine Saug-/Blasleitung (4) sowie eine Regeleinrichtung
zur Leistungsregelung.
7. Anlage nach Anspruch 6,
gekennzeichnet durch
einen Vakuumbehälter (6) für die geförderten Partikel.
8. Anlage nach Anspruch 6 oder 7,
gekennzeichnet durch
einen Zwischenlagerbehälter (7), z.B. einen geschlossenen Container, der gegenüber
der Umwelt im wesentlichen staubdicht abgeschlossen ist, mit einer Filtereinrichtung
für die beim Befüllen des Separierbehälters entweichende, staubbelastete Abluft.
9. Anlage nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Separierbehälter (7) als Standardcontainer mit Textilabdeckung (13) und im
Bereich der Abdeckung (8) mit Anschlüssen (9,10) für die Saug-/Blasleitung (4) und
die Abluftleitung (11) ausgebildet ist.
10. Anlage nach einem der Ansprüche 6 bis 9,
gekennzeichnet durch
eine lösbar verbindbare Deckelplatte (8) od. dgl. für die zu behandelnden Geschoßfangkammern
(2) mit einem Anschlußstutzen (9) für die Saug-/Blasleitung (4), einem Anschlußstutzen
(10) für die Abluftleitung (13) mit Filter (14) sowie mit einem Füllstandanzeiger
bzw. -prüfer (16).
11. Anlage nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Deckelplatte (8) für die wenigstens teilweise Abdeckung des Separierbehälters
(7) und der Geschoßfangkammer (2) ausgebildet ist.
12. Anlage nach Anspruch 6 oder einem der folgenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß in der Absaugleitung (4) eine Separierstrecke (4a) Granulat / Geschoßteile vorgesehen
ist.