[0001] Die Erfindung betrifft eine Feuerlöschanlage mit in Gasflaschen gefülltem Hochdruck-Löschgas.
[0002] In Feuerlöschanlagen, die mit Hochdruck-Löschgas arbeiten, ist das Löschgas in Gasflaschen
bei einem Druck in der Größenordnung von 300 bar enthalten. Im Brandfall wird das
Hochdruck-Löschgas den Löschventilen zugeleitet, wobei es aus denjenigen Löschventilen
austritt, die durch Brandmelder geöffnet worden sind. Die Verrohrung der Feuerlöschanlage
muß einem sehr hohen Gasdruck standhalten können. Bisher wurde das Hochdruck-Rohrsystem
für jede Feuerlöschanlage im Werk individuell als Schweißkonstruktion vorgefertigt
und abgepreßt, um die Druckdichtigkeit sicherzustellen. Dies ist mit hohen Fertigungs-
und Montagekosten verbunden.
[0003] Aus DE 196 08 781 A1 ist eine Verteileranordnung für Wasserversorgungen in Gebäuden
bekannt, bei der die Hauptversorgungsleitung aus mehreren Zweigleitungsstücken mit
endseitig angeordneten Außengewinden besteht. Dabei weist jeweils das eine Ende ein
Rechtsgewinde und das andere Ende ein Linksgewinde auf und jeder Stoßstelle ist eine
Rechts-Links-Mutter Zugeordnet, die mit dem entsprechenden Außengewinde des Abzweigleitungsstücks
verschraubt ist. Derartige Verteileranordnungen wurden bisher ausschließlich in Wasserverteilsystemen,
die mit relativ niedrigem Druck betrieben werden, eingesetzt.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine mit Hochdruck-Löschgas betriebene
Feuerlöschanlage zu schaffen, bei der die Fertigungs- und Montagekosten verringert
sind und die für Änderungen flexibel ist.
[0005] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß das Rohrsystem aus baukastenmäßig vorgefertigten,
verschraubbaren rohrförmigen Einzelteilen besteht, die an den Enden mit Rechts- und
Linksgewinde und mittels Gewindemuffen mit Rechts- und Linksgewinde miteinander verbindbar
sind, wobei jeweils ein Ende mit Rechtsgewinde und ein Ende mit Linksgewinde mit einer
Gewindemuffe verbindbar sind, die einerseits mit Rechts- und andererseits mit Linksgewinde
versehen ist.
[0006] Die Sammelstation, bzw. das Sammelrohr, die Verteilerstation und die Verbindungseinrichtung
aus vorgefertigten, verschraubbaren Teilen vereinfachen nicht nur die Herstellung
und Montage, auch entfallen die Vorlaufzeiten für die Fertigung einer Anlage, weil
Einzelteile aus dem Lager entnommen und direkt an die Baustelle geschickt und dann
montiert werden können. Außerdem lassen sich örtliche Gegebenheiten auf der Baustelle
besser an die Anlagentechnik anpassen. Die Montagezeiten werden wesentlich kürzer
und insbesondere die Handhabung für den Monteur wird auf der Baustelle erleichtert.
Änderungen bzw. Erweiterungen einer Anlage können problemlos in kürzester Zeit durchgeführt
werden.
[0007] Die Einzelteile können aus T-Stücken, aus Winkelstücken und Verbindungsstücken bestehen,
die jeweils mit Gewindemuffen zusammengeschraubt sind. Um dem hohen Gasdruck standhalten
zu können, sind die Einzelteile vorzugsweise jeweils einstückig ausgebildet und aus
metallischen Rohlingen aus dem vollen gedreht. Dabei werden zur Erzielung der erforderlichen
Druckdichtigkeit hochgenaue Passungen verwendet.
[0008] Mit den baukastenmäßig vorgefertigten Einzelteilen, die an einem Ende mit Rechts-
und am anderen Ende mit Linksgewinde versehen sind, lassen sich diese Einzelteile
ohne Schwierigkeiten mit einer Gewindemuffe verbinden, die einerseits mit einem Rechts-
und andererseits mit einem Linksgewinde versehen ist. Dadurch wird die Verbindung
der Sammelstation, bzw. der Sammelrohre mit der Verteilerstation derart einfach und
variabel, daß sie auf der Baustelle jeder örtlichen Gegebenheit einwandfrei angepaßt
werden kann.
[0009] Weitere Einzelheiten der Erfindung sind nachfolgend anhand der Zeichnung näher beschrieben.
Es zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung der Sammel- und Verteilerstation mit der Verbindungseinrichtung,
- Fig. 2
- eine Gewindemuffe im Schnitt.
[0010] Von der Sammelstation 1 sind die mit Rechts- und Linksgewinde versehenen Enden 8
und 9 der Sammelrohre 4 und 5 dargestellt, die jeweils mit einem rohrförmige T-Stück
10 oder 11 verbunden sind. Dazu weist der T-Schenkel des T-Stückes ein Rechtsgewinde
auf. Beide Teile werden mittels einer Gewindemuffe 6 oder 7 verbunden, die einerseits
mit einem Rechtsgewinde und andererseits mit einem Linksgewinde versehen ist. Durch
einfaches Verschrauben per Hand werden die Sammelrohre 4,5 mit den T-Stücken 10,11
verbunden. Aufgrund der Ausbildung der Abdichtungsfläche in Verbindung mit den radial
wirkenden O-Ringen ist ein entsprechendes Werkzeug nicht erforderlich. Die beiden
T-Stücke 10,11 sind für eine baukastenmäßige Verwendung werkstattmäßig vorgefertigt.
Werden nun die beiden T-Stücke 10,11 mittels einer Gewindemuffe 12 verbunden, so entsteht
eine Baueinheit mit gleichmäßigen Abständen der Sammelrohre 4,5. Die beiden Enden
der Kopfstücke der T-Stücke 10 oder 11 sind mit einem Rechts- und einem Linksgewinde
versehen. Die beiden zu verbindenden T-Stücke 10,11 stoßen jeweils mit einem Rechts-
und einem Linksgewinde zusammen, so daß die mit Rechts- und Linksgewinde versehene
Gewindemuffe 12 beide Teile mit einfacher Verschraubung verbindet. Das offene Ende
des T-Stückes 10 ist mittels einer Verschlußkappe 13 verschlossen. Hier können weitere
T-Stücke für weitere Sammelrohre angeschlossen werden.
[0011] In einer Feuerlöschanlage mit in Gasflaschen gefülltem Hochdruck-Löschgas sind mehrere
Gasflaschen nebeneinander zu einer Gasflaschen-Reihe aufgestellt. Diese nicht dargestellten
Gasflaschen sind mit ihren Flaschenventilen über Verbindungsschläuche mit einem Sammelrohr
4 oder 5 verbunden. Bei größeren Feuerlöschanlagen sind zwei oder mehrere Gasflaschen-Reihen
vorgesehen, denen jeweils ein weiteres Sammelrohr zugeordnet ist. Die zu einer Gasflaschen-Batterie
zusammengestellten Gasflaschen-Reihen sind mit gleichmäßigen Abständen in einem Ständerwerk
aufgestellt. Das Ständerwerk mit den Befestigungsmitteln für die Gasflaschen ist ebenfalls
baukastenmäßig erstellt. Die baukastenmäßig erstellten T-Stücke 10,11 passen sich
den jeweiligen Verhältnissen der aufgestellten Gasflaschen an.
[0012] Die Verteilerstation 2 mit den Löschventilen 21 bis 23 ist den Löschleitungen 24
bis 26 anzupassen. Hier sorgen die baukastenmäßig vorgefertigten T-Stücke 15 bis 17
für einen einfachen Anschluß an die, mit vorgegebenen Abständen montierten Löschventile
21 bis 23. Die T-Stücke 15 bis 17 sind an den Enden der Kopfstücke mit Rechts- und
Linksgewinde und am Ende des T-Schenkels mit Rechts- oder Lingswinde versehen. Die
T-Stücke 15 bis 17 sind mittels der Gewindemuffen 18 und 19 zu einer Einheit verbunden,
wobei der T-Schenkel der T-Stücke mittels Gewindeflanschen 46 bis 48 mit den Löschventilen
21 bis 23 verbunden ist. Das offene Ende des T-Stückes 17 ist mittels einer Verschlußkappe
20 verschlossen. Hier können weitere T-Stücke für weitere Löschventile angeschlossen
werden.
[0013] Die Verbindung der Sammelstation 1 mit der Verteilerstation 2 erfolgt über eine Verbindungseinrichtung
3, die ebenfalls aus baukastenmäßig erstellten Einzelteilen besteht. Im Ausführungsbeispiel
ist ein gerades, mit Winkelstücken 31 und 32 mit Gewindemuffen 29 und 30 versehenes
Verbindungsstück 28 vorgesehen, das mittels der Gewindemuffen 14 und 27 einerseits
mit dem T-Stück 11 der Sammelstation 1 und andererseits mit dem T-Stück 15 der Verteilerstation
2 verbunden ist. Anstelle des geraden Verbindungsstückes 28 können auch Winkelstücke
mit geraden Verbindungsstücken verbunden werden, um sich so den baulichen Verhältnissen
anpassen zu können, denn die Sammelstationen 1 und die Verteilerstationen 2 werden
in der Praxis unterschiedlich zueinander aufgestellt.
[0014] Im Ausführungsbeispiel sind die Löschventile 21 bis 23 und die Löschleitungen 24
bis 26 mit unterschiedlichen Querschnitten dargestellt. Damit können unterschiedliche
Mengen an Löschgas ausgebracht werden. Sind beispielsweise drei verschieden große
Räume zu schützen, so ist jedem Raum eine der Löschleitungen 24 bis 26 zugeordnet.
Dabei ist die Gasflaschen-Batterie steuerungsmäßig so aufgeteilt, daß jedem Löschventil
mit dem zugeordneten, zu schützenden Raum, eine bestimmte Anzahl an Gasflaschen zugeordnet
ist. Besteht die Flaschenbatterie beispielsweise aus 200 Gasflaschen, so werden dem
größeren Raum 100, dem mittleren Raum 60 und dem kleineren Raum 40 Gasflaschen zugeordnet.
Jenachdem, in welchem der Räume ein Feuer ausbricht, wird über eine nicht dargestellte
Brandmeldezentrale mit Brandmeldern, sowie einer Steuerungslogik eines der Löschventile
21 bis 23 und gleichzeitig die Flanschenventile der zugeordneten Flaschengruppe geöffnet
und die entsprechende Menge an Löschgas auf den Brandherd aufgegeben.
[0015] Die Gewindemuffe 27 ist in Fig. 2 gesondert dargestellt. Sie verbindet das Winkelstück
32 mit dem T-Stück 15. Das Ende 37 des Winkelstückes 32 ist mit Linksgewinde 39 und
das Ende 38 des Kopfstückes des T-Stückes 15 ist mit Rechtsgewinde 41 versehen. Die
Gewindemuffe 27 ist auf der rechten Innenseite mit Linksgewinde 40 und auf der linken
Innenseite mit Rechtsgewinde 42 versehen. Mit einfacher Verschraubung in Achsrichtung
werden die Enden des Winkelstückes 32 und des T-Stückes 15 gleichzeitig aneinander
gezogen und miteinander verbunden. Die Enden 37 und 38 sind fernerhin jeweils mit
einer bearbeiteten Dichtfläche 33,34 ausgebildet, denen Dichtungsringe 35 und 36 zugeordnet
sind. Damit der Monteur erkennen kann, welches Gewinde angebraucht ist, ist das Ende
37 von Winkel 32 mit einer Kerbe 43 und die Gewindemuffe 27 an der äußeren rechten
Seite mit einer Kerbe 44 versehen. Die Kerben zeigen immer das Linksgewinde an.
[0016] Die gemäß Fig. 2 dargestellte und beschriebene Ausführung gilt auch für alle übrigen
Verbindungen mit einer Gewindemuffe.
1. Feuerlöschanlage mit in Gasflaschen gefülltem Hochdruck-Löschgas, an die Gasflaschen
angeschlossenen Sammelrohren (4;5) und mit Löschventilen (21 bis 23), die über ein
Rohrsystem mit den Sammelrohren (4;5) verbunden sind und an denen im Brandfall das
Löschgas austreten kann,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Rohrsystem aus baukastenmäßig vorgefertigten, verschraubbaren rohrförmigen
Einzelteilen besteht, die an den Enden mit Rechts- und Linksgewinde versehen und mittels
Gewindemuffen (6,7,18,19) mit Rechts- und Linksgewinde miteinander verbindbar sind,
wobei jeweils ein Ende mit Rechtsgewinde und ein Ende mit Linksgewinde mit einer Gewindemuffe
(6,7,18,19) verbindbar sind, die einerseits mit Rechts- und andererseits mit Linksgewinde
versehen ist.
2. Feuerlöschanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Einzelteile aus
T-Stücken (10,11,15-17), aus Winkelstücken (31,32) und Verbindungsstücken (28) bestehen,
die jeweils mit Gewindemuffen (12,14,18,19,27,29,30) zusammengeschraubt sind.
3. Feuerlöschanlage nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Ende
(8,9) der Sammelrohre (4,5) zur Vervollständigung der Sammelstation (1) mittels einer
Gewindemuffe (6,7) mit einem T-Stück (10,11) versehen ist, wobei die T-Stücke (10,11)
mittels einer Gewindemuffe (12) verbunden und das offene Ende des T-Stückes (10) mit
einer Verschlußkappe (13) verschlossen ist.
4. Feuerlöschanlage nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die an die
Löschleitungen (24-26) angeschlossenen Löschventile (21-23) in einer Verteilerstation
(2) mittels eines Gewindeflansches (46-48) mit einem T-Stück (15-17) versehen sind,
wobei die T-Stücke (15-17) mittels einer Gewindemuffe (18,19) verbunden und das offene
Ende des T-Stückes (17) mit einer Verschlußkappe (20) verschlossen ist.
5. Feuerlöschanlage nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß eine Sammelstation
(1) mit einer Verteilerstation (2) mittels einer Verbindungseinrichtung (3) verbunden
ist, die aus Winkelstücken (31,32) und Verbindungsstücken (28) besteht, die mittels
Gewindemuffen (29,30) miteinander verbunden sind, wobei die Sammelstation (1) mittels
einer Gewindemuffe (14) und die Verteilerstation (2) mittels einer Gewindemuffe (27)
mit der Verbindungseinrichtung (3) verbunden sind.
6. Feuerlöschanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Enden von Winkel- und T-Stücken jeweils mit einer Dichtungsfläche (33,34) versehen
sind, auf die radial wirkende Dichtungsringe (35, 36) der Gewindemuffen aufliegen.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Enden
von Winkel- und T-Stücken und der Gewindemuffen zum Anzeigen des Linksgewindes jeweils
mit einer äußeren Kerbe (43,44) versehen sind.