[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung gemäss dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
[0002] Vorrichtungen zum Explosionsschutz in der Industrie beruhen in der Regel auf einer
Explosionsunterdrückung oder auf mechanischen und/oder chemischen Sperren.
[0003] Notorisch bekannt ist die Explosionsunterdrückung mittels Stickstoff und Löschpulver,
beispielsweise Amoniumphosphat oder Natriumbikarbonat (Lebensmitteltechnologie).
[0004] Dabei werden der Druckanstieg und/oder die Temperatur im explosionsgefährdeten Raum
ständig überwacht und bei der Detektion beispielsweise einer Staub- oder Gasexplosion,
mit dem diese begleitenden inneren Druckanstieg, Löschmittel unter einem Druck von
zirka 60 bar aus einem Behälter in den Explosionsraum geblasen, was die Explosionsflamme
weitgehend auf chemischer Basis löscht. Durch die Vermengung mit Löschpulver wird
auch das übrige, noch nicht verbrannte Gemisch im Raum reaktionsunfähig, so dass die
Gefahr von weiteren Verpuffungen gebannt ist.
[0005] Die bekannten Löscheinrichtungen weisen relativ hohe Ansprechzeiten auf; das Zeitintervall
bis zur Öffnung der Ausblasmündung des Löschmittelbehälters liegt in der Grössenordnung
von mehr als 5 Millisekunden. Dies bedeutet, dass sich die Explosionsflamme bereits
weiter ausgedehnt hat als auf Grund der kurzen Ansprechzeit des die Explosion detektierenden
Sensors nötig wäre.
[0006] Im weiteren erfolgt die Auslösung in den meisten Fällen durch einen pyrotechnischen
Zünder, was inhärente, zusätzliche Verzögerungen verursacht und auch ein gewisses
Sicherheitsrisiko in sich birgt. Ebenfalls beinhalten derartige Auslösevorrichtungen
oft abgesprengte, mechanische Teile, welche in den Ausblasstrom des Löschmittels gelangen
und dadurch zu eigentlichen, gefährlichen Geschossen werden.
[0007] Beim Export von Industrieanlagen sind pyrotechnischen Einrichtungen, sowohl aufgrund
von Einfuhrbestimmungen als auch durch den Transportweg zum Einsatzort selbst, Schranken
auferlegt, dies insbesondere dann, wenn eine gesetzlich vorgegebene Detonations-Energie
überschritten wird.
[0008] Zudem sind Einrichtungen bekannt, welche nur in einer bestimmten Einbaulage, beispielsweise
vertikal oder horizontal funktionieren.
[0009] Es ist daher Aufgabe dieser Erfindung eine Vorrichtung zu schaffen, welche ohne pyrotechnische
Mittel betriebssicher und lageunabhängig funktioniert. Zudem soll die Ansprechzeit
verringert werden und es sollen keine Teile in die Strömung des Löschmittels gelangen
können, welche in irgend einer Form gefährlich oder störend sind. Die Vorrichtung
soll auch in bereits bestehende Industrieanlagen integrierbar sein und in ihren Abmessungen
nicht oder nur unwesentlich grösser sein als bekannte, pyrotechnische Einrichtungen.
[0010] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
[0011] Per im Anspruch erwähnte Riegel mit kippbarem Sims ist kinematisch günstig; er erlaubt
mit einer geringen Auslöseenergie die Verschlussklappe des unter Druck stehenden Löschmittelbehälters
zu öffnen, wobei nach der kurzen Kippbewegung des belasteten Sims die zur vollständigen
Öffnung der Klappe erforderliche Energie durch den Gasdruck des Löschmittels aufgewendet
wird. Im weiteren gelangen keine abgesprengten Teile in den Ausblasstrom, so dass
die Gefahr von Verletzungen und/oder Beschädigungen weitgehendst ausgeschlossen ist.
[0012] In nachfolgenden abhängigen Ansprüchen sind bevorzugte Weiterbildungen des Erfindungsgegenstands
beschrieben.
[0013] Die Ver- und Entriegelung mittels einer zylinderförmigen Rolle, Anspruch 2, erfordert
nur minimale Auslösewege und Energien.- Zur Freigabe des Hebels genügt eine Drehbewegung
der Rolle auf ihrer Auflagefläche von 45°. Die Sicherheit der Auslösung lässt sich
durch eine Ausführung
[0014] gemäss Anspruch 3 erhöhen.
[0015] Reihen weise angeordnete Rollen, auf welche eine seitliche Kraft einwirkt, Anspruch
4, neigen zum abheben (bzw. kollabieren) von ihrer Auflagefläche und erfordern deshalb
lediglich eine geeignete Wegfreigabe zur Auslösung, vgl. Anspruch 5.
[0016] Die Auflagefläche lässt sich leicht den Raumverhältnissen anpassen.
[0017] Besonders einfach und wirtschaftlich ist die Ausführung nach Anspruch 6, welche zwei
Versperr-Rollen freigibt.
[0018] Die konstruktive Ausgestaltung nach Anspruch 7 ist kinematisch besonders günstig;
es entsteht an den kräfteübertragenden Elementen weitgehend Rollreibung, so dass trotz
hoher Kraftuntersetzung nur geringe Verluste resultieren. Zudem erlaubt diese Lösung
eine einfache Prüfung der Vorrichtung auf ihre Funktionsicherheit.
[0019] Ein Linearmotor, Anspruch 8, bewirkt eine optimale Auslösung der Entriegelung.
[0020] Bevorzugt, aufgrund seines ausgezeichneten Verhaltens und der hohen Impulsleistung
ist eine Ausführung auf der Basis des Anspruchs 9.
[0021] Durch eine Energiespeicherung in einem Ladekondensator lässt sich die Antriebsenergie
optimal bereitstellen; vgl. Anspruch 10.
[0022] Nachfolgend werden anhand von Zeichnungen Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes
beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Funktionsskizze einer Vorrichtung zur Unterdrückung von Staub- und/oder Gasexplosionen,
- Fig. 2
- eine realisierte Vorrichtung nach Fig. 1, in perspektivischer Teilschnittdarstellung,
in gesichertem Zustand,
- Fig. 3
- eine vergrösserte Detaildarstellung des Auslösemechanismus Fig. 2 und
- Fig. 4
- eine Variante eines kippbaren Riegels.
[0023] Die Darstellung Figur 1 zeigt das Prinzip der Ventilmechanik und ist nach den Methoden
der Getriebesystematik gezeichnet.
[0024] Mit 1 ist hier eine Verschlussklappe, in geschlossenem Zustand bezeichnet. Diese
Verschlussklappe 1 ist mit dem Innendruck eines Löschmittelbehälters belastet, so
dass auf das Gesamtsystem I der Klappe 1 eine Kraft F von zirka 30 kN wirkt. Da die
Klappe 1 einseitig gelagert ist verteilt sich die Kraft F auch auf das Gegenlager,
d.h. auf den Verschlussmechanismus II wirken nur 15 kN. Der somit mit 15 kN belastete
Verschlussmechanismus erfährt an einer Hauptfalle 20, aufgrund von Hebelwirkungen,
eine Kraftuntersetzung im Verhältnis 1:10. Am Gelenkpunkt III wirkt daher noch eine
Kraft von 1,5 kN. Die nachgeschaltete Auslösewelle reduziert diese Kraft nochmals
auf 170 N; ebenso eine anschliessende Rollenauslösung 60 mit Auslösemechanismus 80,
so dass die notwendige Kraft A zum Öffnen der Verschlussklappe 1 noch lediglich 0,5
N beträgt.
[0025] Ein praktisch realisiertes Ausführungsbeispiel ist in Fig. 2 zu sehen, wobei hier
eine notorisch bekannte Druckgasflasche mit 100 bezeichnet ist, welche ebenfalls bekannte
Löschmittel Füllvorrichtungen und Druckwächter enthält.
[0026] Die Druckgasflasche 100 weist einen rotationssymetrischen Hals 101 auf; dessen Mündung
ist durch eine aus zeichnerischen Gründen ausgefahrene Verschlussklappe 1 - mit in
einer Nut 4 und nicht dargestellten Dichtungen - verschlossen.
[0027] Das Gehäuse der Vorrichtung ist mit 11 bezeichnet, das als Support eingesetzte Teil
des Gehäuses mit 11a.
[0028] Die Klappe 1 weist auf einer Seite zwei Lager-Bohrungen 2 mit eingeschobenen Lagerzapfen
3 auf. Den Lager-Bohrungen 2 gegenüberliegend befindet sich ein nasenförmiger Vorsprung
5, welcher auf einem Riegel 6 ruht.
[0029] Der Riegel 6 besitzt ein maschinenfestes oberes Teil 7, in welches ein unteres, schwenkbares
Teil 8 greift. Das Teil 8 besitzt ein schmales Sims 9, auf welchem der Vorsprung 5
der Klappe 1 aufliegt. Beweglich ist das Teil 8 an Drehflächen 10 des Riegels 6.
[0030] Der Riegel 6 seinerseits weist, einstückig angeordnet eine Hauptfalle 20 auf, welche
mit dem Ende eines Auslegers 21 in eine nutförmige Ausnehmung 41 eine Auslösewelle
40 greift. Die Auslösewelle 40 besitzt stirnseitig einen Hebel 42 mit einer klinkenförmigen
Auflagefläche 43, welche Auflagefläche formschlüssig auf einer vorderen Rolle 61,
einem zylinderförmigen Stift, aufliegt.
[0031] Linienförmig berührend sind drei weitere Rollen 62,63,64 an der Rolle 61 angeschlossen.
Das Ganze ist Bestandteil einer Auslösung 60; die mittleren Rollen 62 und 63 werden
durch eine Kulissenplatte 84 niedergehalten; die beiden endseitigen Rollen 61 und
64 können sich aufgrund der übrigen Konfiguration nur in Quer-Richtung, d.h. normal
zu ihrer Auflagefläche bewegen.
[0032] In der Kulissenplatte 84 befindet sich eine schräg angeordnete Kulisse 85, in welche
ein nockenartiger Querbolzen 82 eingreift.
[0033] Angetrieben wird die Kulissenplatte 84 über den Querbolzen 82 und einen Stössel 81
durch einen Linearmotor 90, welcher kurzzeitig die Auslösekraft A bereitstellt.
[0034] Gespeist wird der Linearmotor 90 über Anschlussleitungen 35 von eine Quelle 34 mit
zwischengeschaltetem Ladekondensator 33 über ein elektronisches Relais 32, welches
über eine Signalverstärkung 31 mit einem notorisch bekannten, physikalische Grössen
überwachenden Sensor 30 angesteuert wird.
[0035] Symbolisiert sind die bei einer Explosion auftretenden und/oder rasch ändernden Grössen
durch ν = Strahlung; es können aber auch andere und/oder zusätzliche Parameter sein
wie p = Druck oder T = Temperatur, etc.
[0036] Unterhalb des Hebels 42 befindet sich ferner ein Test-/Sicherungstift 15 mit einer
Feststell-Schraube 16, deren Funktion in Verbindung mit Fig. 3 beschrieben wird.
[0037] Wird im zu überwachenden Raum eine explosionsgefährliche Mischung 12 festgestellt,
so sprechen ein oder mehrere Sensoren 30 an und aktivieren den Linearmotor 90 in Pfeilrichtung
A.
[0038] Betrachtet man Fig. 3, so ist hier, in vergrösserter Darstellung der Auslösemechanismus
80 aus Fig. 2 zu erkennen.
[0039] Der Anker des Linearmotors 90 greift mit der Auslösekraft A in eine Stösselkupplung
81' des Stössels 81, in welchem Stössel sich der nockenförmige Querbolzen 82 befindet,
wenn am Sensor 30, Fig. 2, ein entsprechendes Signal ν empfangen wird, und verschiebt
die Kulissenplatte 84, über die Kulisse 85, in Hubrichtung H.
[0040] Dadurch werden die mittleren beiden Rollen 62 und 63 in Hubrichtung H entlastet und
springen, aufgrund der Belastung über den Hebel 42, und den seitlichen Druck der Rolle
61 nach oben.
[0041] Zur Erhöhung der Systemsicherheit sind zusätzlich an der Kulissenplatte 84 zwei gabelförmige
Mitnehmer 86 vorhanden, welche in zentral in den Rollen 62, 63 vorgesehene, ringförmige
Nuten 62' und 63' greifen und deren Zapfen (Eindrehungen) umschliessen und falls nötig,
die Hubbewegung H sicher übertragen.
[0042] Der Stössel 81 ist in einem Stössellager 83 geführt und nimmt zusätzlich eine Rückstellfeder
87 auf, die sich an einer ersten endseitigen Ausnehmung 88 und in einer Bohrung einer
Hülse 81'' des Stössels 81 abstützt. Die entsprechende axiale Ausnehmung 88' dient
der Durchführung des Stössels 81.
[0043] Zur Verringerung der Masse und damit des Trägheitsmomentes weist die Kulissenplatte
84 Aussparungen 84' und 84'' auf. Die eine Aussparung 84' dient zusätzlich dem mechanischen
Blockieren des Schiebers 84 in seiner oberen Endstellung, beispielsweise bei Reinigungsarbeiten,
indem durch diese Aussparung ein Werkzeug hindurchgeschoben wird, welches gleichzeitig
in eine im Gehäuseteil 11a vorhandene Bohrung 91 greift.
[0044] Eine weitere axiale Ausnehmung 88 im Gehauseteil 11a dient der Montage; die notwendigen
Seitenführungen 89 der Kulissenplatte 84 sind in üblicher Weise aus dem Gehäuseteil
- einem eigentlichen Support - ausgefräst und der Blechdicke der Platte 84 angepasst.-
Aus Übersichtlichkeitsgründen sind die auf der dem Betrachter zugewandten Seite vorhandenen
Führungsplättchen des Schiebers 84 nicht eingezeichnet.
[0045] Es ist aus Fig. 3 leicht ersichtlich, dass bei einer Hubbewegung der Kulissenplatte
84 die Rolle 61 auf ihrer Auflagefläche 65 in die Verschieberichtung V, durch einen
nach rechts weisenden Pfeil charakterisiert, verschoben wird.
[0046] Dies bewirkt eine Drehbewegung D, in Pfeilrichtung, des dadurch an seiner konkaven
Auflagefläche 43 freigegeben Hebels 42.
[0047] Betrachtet man nun Fig. 2, so erkennt man ebenfalls leicht, dass die Nut 41 im zylindrischen
Teil des Hebels 42 das untere Ende des Auslegers 21 ebenfalls freigibt, dass dadurch
das Sims 9 des schwenkbaren Teils 8 um seine Längsachse kippt und die Verschlussklappe
1 an ihrem nasenförmigen Teil 5 entriegelt, aufspringt und das Löschmittel unter dem
Druck p ausströmt. Die Dämpfung der schlagartigen Öffnungsbewegung der Verschlussklappe
1 erfolgt am Anschlag 13, welcher ein integriertes Dämpfungsglied 14 enthält.
[0048] Um bei Kontrollen der Vorrichtung keine ungewollte Öffnung der Verschlussklappe 1
hervorzurufen, ist eine einfache und sichere Testeinrichtung vorgesehen. Aus Fig.
2 ist ersichtlich, dass ein Test-/Sicherungsstift 15 den Hebel 42 in seiner Drehbewegung
blockiert. Der aus seiner Bohrung 15a, Fig. 3, herausziehbare Stift 15, Fig. 2, ist
seinerseits durch eine Feststellschraube 16 gesichert. Das Vorhandensein des Test-/Sicherungstiftes
in der Vorrichtung wird durch einen induktiven Positionsfühler 17, welcher in Fig.
3 angedeutet ist, festgestellt. Ein ebenfalls handelsüblicher Positionsfühler überwacht
eine eventuelle Hubbewegung H der Kulissenplatte 84; beide Positionsfühler sind in
einer Kontroll- und Überwachungseinheit zusammengeführt; sie unterbrechen die Betriebsbereitschaft
der Anlage und zeigen dies auch an, falls ein entsprechendes Positionssignal eintrifft.
[0049] Somit wird beim Funktionstest, ohne dass eine Klappenauslösung erfolgt, der Auslöse-Hebel
von der ersten Rolle abgehoben und dadurch gesichert.
[0050] Zum vereinfachten Einführen und Herausnehmen des Stifts 15 ist dieser leicht exzentrisch
angedreht, was zusätzlich eventuell notwendige Justierarbeiten erleichtert.
[0051] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel wurden folgende Grössen gemessen:
Gesamte Auslösezeit (Ab Signalregistrierung am Sensor 30 bis Auströmungsbeginn des
Löschmittels) = 1.0 bis 2.0 ms
Maximale Beschleunigung des Linearmotors 90 (Voicecoil-Motor) = 3300 g; Endgeschwindigkeit
des Stössels 7 m/s, nach 4,0 mm Stösselhub.
Maximale Auslösekraft A des Linearmotors = 150 N.
Speisespannung = 160 V= ; Kapazität des Kondensators 33 = 1000 µF.
[0052] Der an sich bekannte Linearmotor 90 funktioniert nach Art eines dynamischen Lautsprechers
(u.a. J. Webers, Tonstudiotechnik, Franzis-Verlag München, 1979; M. Jufer, EPFL, Edition
Georgi, St. Saphorin, 1979, Traité d'Electricité, Edition Transducteurs Eleéctromechaniques,
vol. IX, ch. 8.1.1 - 8.2.3, Fig. 8.2.). Er kann selbsvertändlich durch andere eine
schnelle Linearbewegung erzeugende Antriebsmittel ersetzt werden, bzw. diese können
den im Industriebetrieb vorhandenen Energieträgern angepasst sein.
[0053] Selbstverständlich ist die Ausgestaltung der Kraftübertragung ebenfalls in weiten
Grenzen frei wählbar. Die Variante nach Fig. 4 ist daher nur stellvertretend.
[0054] Der nasenförmige Vorsprung 5 der Verschlussklappe ist mit dem Druck F beaufschlagt
und liegt auf ihrer Unterseite auf einer Hauptfalle 20', auf einer Kippfläche 6''
des Riegels 6', auf.
[0055] Auf der Gegenseite steht die zweite Kippfläche 6'' auf einem Sims 9' eines Ausleger
21'.
[0056] Durch die Auslöskraft A' welche vom Auslösemechanismus 80 ausgeübt wird, dreht sich
die Hauptfalle 20' um 90°um die Drehachse 22, so dass der Vorsprung 5 für die Öffnung
der Verschlussklappe entriegelt ist.
[0057] Im Gegensatz zu Fig. 2 ist hier das Sims 9' - im Sinne einer kinematischen Umkehr
- breiter als die Kippflächen 6'' ausgebildet.
[0058] Ebenfalls könnte die Auslösung 60 an Stelle von Rollen auch Kugeln aufweisen, was
aber aufgrund der resultierenden Punktbelastungen ungünstige Druckverhältnisse ergeben
würde.
1. Vorrichtung zur Unterdrückung von Staub- und/oder Gasexplosionen in industriellen
Anlagen, insbesondere in geschlossenen Räumen und in Rohren, mittels eines mit Löschpulver
und Druckgas gefüllten Behälters, dessen Verschlussklappe mit einem Vorsprung versehen
und mit diesem, im Ruhezustand, auf einem steuerbaren Riegel aufliegt, welcher durch
wenigstens einen Sensor aktivierbar ist, wodurch die Verschlussklappe um ihre Drehachse
ausschwenkt und das Löschmittel den Raum oder das Rohr beaufschlagt, dadurch gekennzeichnet,
dass der steuerbare Riegel (6) kippbar ausgestaltet ist und dass der Vorsprung (5)
der Verschlussklappe (1) im Ruhezustand auf einem Sims (9) des Riegels (6) aufliegt,
wobei dieser Riegel (6) durch einen Auslösemechanismus (80) verschwenkbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Auslösemechanismus (80)
als Kraft-Untersetzung ausgebildet ist, welche auf einen Hebel (42) wirkt und dass
dessen Ver- und Entriegelung durch wenigstens eine zylinderförmige Rolle (61) erfolgt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Hebel (42) endseitig
eine konkave Auflagefläche (43) aufweist, welche auf einer ersten Rolle (61) aufliegt,
an welcher, an ihre Mantelfläche wenigstens eine weitere Rolle (62) angeschlossen
ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass drei weitere Rollen (62-64)
angeschlossen sind, welche sich auf einer Auflagefläche (65), einer Ebene oder Zylindermantelfläche,
befinden.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens
eine Rolle (61-64) in der Normalen zu ihrer Auflagefläche (65) ausrückbar ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine Kulissenplatte (84)
vorgesehen ist, welche im Ruhezustand zwei Rollen (62, 63) auf ihrer Auflagefläche
(64) fixiert.
7. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass vier Rollen (61-64)
vorgesehen sind, wobei die erste Rolle (61) in Richtung (V), parallel zur Auflagefläche
(65) und die beiden mittleren Rollen (62, 63) in Hubrichtung (H), normal zur Auflagefläche
(65) beweglich sind und die vierte Rolle (64) auf der Auflagefläche (65) festgehalten
bleibt.
8. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Auslösemechanismus (80)
durch einen Linearmotor (90) angetrieben ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Linearmotor (90) nach
Art eines elektrodynamischen Lautsprechers aufgebaut ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Linearmotor (90)
über einen Ladekondensator (33) gespeist ist.