[0001] Die Erfindung betrifft eine Laborwerkbank mit einem Gehäuse, mit einer Arbeitsöffnung,
die einen in dem Gehäuse angeordneten Arbeitsraum an seiner einen Seite begrenzt,
mit einem Gebläse zur Erzeugung eines Luftstromes in dem Arbeitsraum und mit einer
beweglich an dem Gehäuse angeordneten Schutzscheibe.
[0002] Derartige Laborwerkbänke sind beispielsweise aus GB 2 112 927 A oder aus US-A-4 179
984 bekannt. Auch in dem Firmenprospekt "Biologische Sicherheitswerkbänke Heraeus
Laminair HB und HBB" der Heraeus Instruments GmbH ist eine derartige Laborwerkbank
offenbart. Laborwerkbänke dienen im allgemeinen dem Schutz des darin ver- bzw. bearbeiteten
Produkts, der Bedienperson und/oder der Umwelt. Die Sicherheit wird durch eine geeignete
Luftführung gewährleistet. Bei Laborwerkbänken, bei denen ein Produktschutz im Vordergrund
steht, soll verhindert werden, daß Verunreinigungen aus der Umgebung in den Arbeitsraum
eindringen. Zu diesem Zweck ist ein Luftstrom, der durch das Gebläse erzeugt wird,
vom Arbeitsraum durch die Arbeitsöffnung nach außen gerichtet. Beispielsweise aus
GB 2 112 927 A ist es bekannt, die Arbeitsöffnung teilweise durch eine Schutzscheibe
abzudecken, durch die eine Bedienperson den Arbeitsvorgang innerhalb des Arbeitsraumes
beobachten kann. Bei Bedarf ist es notwendig, die Arbeitsöffnung in ihrer vollen Größe
zu nutzen, so daß die Schutzscheibe entfernt werden muß. Hierzu ist es aus USA-4 179
984 bekannt, die Schutzscheibe nach außen aufzuklappen, wobei sie auf die Gehäuseoberseite
gelegt wird. Ein solches Umklappen der Schutzscheibe erfordert nicht nur einen entsprechenden
Platz in der unmittelbaren Umgebung, sondern es birgt auch einige Sicherheitsrisiken
bei der Bedienung in sich. Aus einer Reihe von Gründen wird der Rahmen einer solchen
Schutzscheibe nämlich in der Regel sehr dünn und unauffällig gehalten sein, so daß
die Gefahr besteht, daß sich eine in der Nähe aufhaltende Person an einer hochklappenden
Schutzscheibe verletzt, da diese übersehen wird.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Laborwerkbank mit geeigneter
Bewegungsmöglichkeit für die Schutzscheibe zu schaffen, bei der die Unfallgefahr auf
ein Minimum reduziert wird, wobei gleichzeitig die Bedienperson vor Einflüssen aus
dem Arbeitsraum geschützt wird.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Schutzscheibe im oberen
Bereich der Arbeitsöffnung derart an dem Gehäuse gehaltert ist, daß sie zwischen einer
hängenden, die Arbeitsöffnung wenigstens teilweise abdeckenden Stellung und einer
in das Gehäuse ragenden Stellung, insbesondere in eine zumindest annähernd waagerechte
Stellung bewegbar ist. Dadurch bleibt die Schutzscheibe stets innerhalb der Umrisse
der Laborwerkbank, so daß beim Wegklappen der Schutzscheibe keine scharfkantigen Teile
in die Umgebung ragen und dadurch Personen gefährden. Gleichzeitig wird eine maximale
Nutzung der Arbeitsöffnung gesichert.
[0005] Derartige Laborwerkbänke sind insbesondere dadurch vorteilhaft zu betreiben, daß
der durch das Gebläse erzeugte Luftstrom im wesentlichen waagerecht durch den Arbeitsraum
gerichtet ist, so daß über den gesamten Querschnitt der Arbeitsöffnung hinweg ein
möglichst gleichmäßiger Druck aus dem Arbeitsraum in die Umgebung besteht. Derartige
Werkbänke mit in die Umgebung gerichtetem Luftstrom werden auch Produktschutzwerkbänke
genannt, da sie primär darauf gerichtet sind, eine Verunreinigung des Arbeitsraumes
bzw. Produktes durch Keime aus der Umgebung zu verhindern. Vorteilhaft ist es, in
dem Gehäuse, oberhalb des Arbeitsraumes oder in dessen oberem Bereich eine Beleuchtungseinrichtung
anzuordnen, wobei die Beleuchtungseinrichtung insbesondere ultraviolettes Licht abgebende
Strahler aufweisen kann. Dadurch kann zum einen eine gute Beleuchtung des Arbeitsraumes
gesichert werden und zum anderen kann mit Hilfe der UV-Strahlung eine Sterilisation
bzw. Desinfektion innerhalb des Arbeitsraumes erfolgen. In diesem Fall wirkt die Schutzscheibe
nicht nur als Schutz gegen Zugluft oder als Spritzschutz, sondern sie wirkt auch als
Berührungsschutz der Strahler und schützt diese damit vor mechanischer Zerstörung
und andererseits die Bedienperson vor Verbrennungen oder anderen Verletzungen. Die
Schutzscheibe ist üblicherweise aus Glas. Dieses ist für UV-Strahlung weitgehend undurchlässig,
so daß die Schutsscheibe gleichzeitig vor der ultravioletten Strahlung schützt. Dieser
Schutz vor ultravioletten Strahlungen besteht bei heruntergeklappter Schutzscheibe
sowohl gegen direkte als auch gegen reflektierte Strahlung aus dem Arbeitsraum auf
eine Bedienperson, sie schützt aber auch beispielsweise die Arme der Bedienperson
bei hochgeklappter Schutzscheibe, so daß auch eine versehentliche UV-Bestrahlung,
beispielsweise der Arme der Bedienperson bei hochgeklappter Schutzscheibe nicht möglich
ist, da diese vorteilhafterweise in ihrer waagerechten Stellung unterhalb der Beleuchtungseinrichtung
angeordnet ist
[0006] Zweckmäßig für einen einfachen Aufbau ist es, daß die Schutzscheibe mittels waagerecht
angeordneter Bolzen in dem Gehäuse drehbar gelagert ist. Weiterhin ist es zweckmäßig,
daß Rastvorrichtungen am Gehäuse und/oder an der Schutzscheibe zur Arretierung in
der hängenden und/oder der waagerechten Stellung der Schutzscheibe vorgesehen sind,
um eine einfache Bewegung und Fixierung der Schutzscheibe zu gewährleisten.
[0007] Es kann zweckmäßig sein, daß an der Schutzscheibe eine Erweiterungsscheibe bewegbar
angeordnet ist, derart, daß die Erweiterungsscheibe vor einem von der Schutzscheibe
nicht bedeckten Teil der Arbeitsöffnung bewegbar ist. Insbesondere ist es dafür zweckmäßig,
daß die Erweiterungsscheibe, beispielsweise mittels eines Scharniergelenks, am unteren
Rand der Schutzscheibe klappbar angeordnet ist. Denkbar wäre es allerdings auch, die
Erweiterungsscheibe auf andere Weise, beispielsweise parallel zur Schutzscheibe verschiebbar
an dieser anzuordnen. Vorteilhafterweise ist in der Erweiterungsscheibe mindestens
eine Durchgriffsöffnung angeordnet. Dies kann eine relativ große offene Öffnung sein
oder zwei Öffnungen, in denen Schutzhandschuhe zur Manipulation im Arbeitsraum angeordnet
sind.
[0008] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand einer Zeichnung näher
erläutert. In der Zeichnung zeigt
- Figur 1
- die Gesamtansicht einer Laborwerkbank
- Figur 2 a
- eine Frontansicht des Arbeitsraumes
- Figur 2 b
- die Seitenansicht des Arbeitsraumes mit hochgeklappter Schutzscheibe
- Figur 2 c
- die Seitenansicht des Arbeitsraumes mit heruntergeklappter Schutzscheibe
- Figur 3 a
- eine Frontansicht mit Erweiterungsscheibe und
- Figur 3 b
- die Seitenansicht des Arbeitsraumes mit heruntergeklappter Erweiterungsscheibe.
[0009] Die Laborwerkbank 1, auch Produktschutzwerkbank genannt, ist auf einem Tischgestell
2 angeordnet. Sie weist einen Arbeitsraum 3 auf, der an seinem hinteren Ende durch
eine perforierte Wand 4 begrenzt ist und an dessen oberem Ende eine Funktionseinheit
5 angeordnet ist. Die Funktionseinheit 5 beinhaltet wesentliche elektrische und elektronische
Funktionselemente, Filter und andere Bauteile. Durch die Perforation der Rückwand
4 strömt horizontal nach vorn gerichtet Luft, die durch ein in der Funktionseinheit
5 angeordnetes Gebläse bewegt wird. Der Arbeitsraum 3 ist an seinen Seitenwänden durch
Seitenscheiben 6 begrenzt und an seiner vorderen Seite durch die Arbeitsöffnung.
[0010] Figur 2 zeigt die Anordnung der Schutzscheibe 7 der Laborwerkbank 1, wobei die Figuren
2 a und 2 c eine heruntergeklappte, hängende Schutzscheibe 7 zeigen und in Figur 2
b eine in ihre waagrechte Stellung in den Innenraum geklappte Schutzscheibe 7 dargestellt
ist. In dieser Stellung bedeckt die Schutzscheibe 7 die Beleuchtungseinrichtung 8,
die im unteren Teil der Funktionseinheit 5 und oberhalb des Arbeitsraumes 3 angeordnet
ist. Die Luftströmung wird durch die Pfeile in den Figuren 2 b und 2 c gezeigt. Die
Beleuchtungseinrichtung 8 kann ganz oder teilweise aus UV-Strahlern gebildet sein.
[0011] Figur 3 zeigt eine Laborwerkbank 1, bei der an der Schutzscheibe 7 eine Erweiterungsscheibe
9 angeordnet ist. Die Erweiterungsscheibe 9 ist mittels eines Scharniergelenks an
der Unterkante der Schutzscheibe 7 angeordnet und kann nach innen (in den Arbeitsraum
hinein) gegen die Schutzscheibe 7 geschwenkt werden. Sie wird in dieser Lage zweckmäßigerweise
an der Schutzscheibe 7 arretiert, beispielsweise mittels in der Zeichnung nicht dargestellter,
aber allgemein wohlbekannter Rastvorrichtungen (Haken, Riegel oder ähnliches). Die
Erweiterungsscheibe 9 weist an ihrem unteren Ende eine Durchgriffsöffnung 10 auf,
die sich über den größten Teil der Breite der Erweiterungsscheibe 10 erstreckt.
[0012] In Figur 3 b ist durch Pfeile die ultraviolette Strahlung, die von der Beleuchtungseinrichtung
8 ausgeht, dargestellt. Es ist deutlich erkennbar, daß eine vor der Arbeitsöffnung
der Laborwerkbank 1 stehende Bedienperson durch die Schutzscheibe 7 einschließlich
der Erweiterungsscheibe 9 weitestgehend vor dem Einfluß der ultravioletten Strahlung
geschützt ist.
1. Laborwerkbank mit einem Gehäuse, mit einer Arbeitsöffnung, die einen in dem Gehäuse
angeordneten Arbeitsraum an seiner einen Seite begrenzt, mit einem Gebläse zur Erzeugung
eines Luftstromes in dem Arbeitsraum und mit einer beweglich an dem Gehäuse angeordneten
Schutzscheibe, dadurch gekennzeichnet, daß die Schutzscheibe (7) im oberen Bereich
der Arbeitsöffnung derart an dem Gehäuse gehaltert ist, daß sie zwischen einer hängenden,
die Arbeitsöffnung wenigstens teilweise abdeckenden Stellung und einer in das Gehäuse
ragenden Stellung bewegbar ist.
2. Laborwerkbank nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die in das Gehäuse ragende
Stellung etwa waagerecht ist.
3. Laborwerkbank nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der durch das Gebläse
erzeugte Luftstrom im wesentlichen waagerecht durch den Arbeitsraum (3) gerichtet
ist.
4. Laborwerkbank nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß in dem
Gehäuse, oberhalb des Arbeitsraumes (3) oder in dessen oberem Bereich eine Beleuchtungseinrichtung
(8) angeordnet ist.
5. Laborwerkbank nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Beleuchtungseinrichtung
(8) ultraviolettes Licht abgebende Strahler aufweist.
6. Laborwerkbank nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die waagrechte,
in das Gehäuse ragende Stellung der Schutzscheibe (7) unterhalb der Beleuchtungseinrichtung
(8) angeordnet ist.
7. Laborwerkbank nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Schutzscheibe
(7) mittels waagerecht angeordneter Bolzen in dem Gehäuse drehbar gelagert ist.
8. Laborwerkbank nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß Rastvorrichtungen
am Gehäuse und/oder an der Schutzscheibe zur Arretierung in der hängenden und/oder
der waagrechten Stellung der Schutzscheibe (7) vorgesehen sind.
9. Laborwerkbank nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß an der
Schutzscheibe (7) eine Erweiterungsscheibe (9) bewegbar angeordnet ist, derart, daß
die Erweiterungsscheibe (9) vor einen von der Schutzscheibe (7) nicht bedeckten Teil
der Arbeitsöffnung bewegbar ist.
10. Laborwerkbank nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Erweiterungsscheibe
(9) mittels eines Scharniergelenks am unteren Rand der Schutzscheibe (7) klappbar
angeordnet ist.
11. Laborwerkbank nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß in der Erweiterungsscheibe
(9) mindestens eine Durchgriffsöffnung (10) angeordnet ist.