[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
zur Vermeidung oder Verminderung trompetenförmiger Aufweitungen am Rohrende beim Schrägwalzen
von dünnwandigen Rohren auf einem Asselwalzwerk.
[0002] Bisher war die Verwendung von Asselwalzwerken auf die Herstellung dick- bis mittelwandiger
Rohrluppen beschränkt. In den letzten Jahren wurde das Anwendungsgebiet dank Einführung
verschiedener Neuerungen auf dünnwandige Luppen bis etwa D/S ∼ 40 und darüber hinaus
erweitert. Bereits bei Überschreitungen von D/S ∼ 10...12 entsteht aber am vorderen
Luppenende (am Luppenkopf) eine trompetenförmige Durchmesservergrößerung bzw. Aufweitung,
die den Weitertransport und die Weiterverarbeitung der Luppe erschwert, behindert
oder unmöglich macht. Die Ursache der trompetenförmigen Aufweitung lässt sich wie
folgt erklären. Der Asselwalzprozess ist in drei verschiedene Phasen unterteilt:
Instationäre Phase:
Anwalzen des Hohlblockes bzw. des vorderen Hohlblockendes bis zum vollständigen Füllen
der Umformzone in axialer Walzrichtung.
Stationäre Phase:
Walzen des Hohlblockes zur Luppe nach dem Füllen der Umformzone unter annähernd gleichmäßigen
Temperatur- und Reibungsbedingungen bis zum Beginn des Leerens der Umformzone, d.h.
wenn die hintere Stirnfläche des Hohlblockes die Stelle des ersten Kontaktes zwischen
Hohlblock und Walze im Einlaufteil passiert.
Instationäre Phase:
Auswalzen des hinteren Hohlblockendes vom Beginn des Leerens bis zum Ende des Leerens
der Umformzone, d.h. wenn die hintere Stirnfläche der Luppe die Stelle des letzten
Kontaktes zwischen Luppe und Walze im Auslaufteil passiert.
[0003] In den instationären Phasen ist der normale stationäre Spannungszustand im Walzgut,
d.h. im Hohlblock- bzw. Luppenwerkstoff noch nicht (vorderes Ende) oder nicht mehr
(hinteres Ende) vorhanden; denn es fehlt die Zugspannung in axialer Richtung völlig
oder teilweise. Da die Materialgeschwindigkeit und der Werkstofffluss beim Asselwalzen,
das ein Schrägwalzprozess ist, in Umfangsrichtung des Rohres wesentlich größer als
in Längsrichtung ist, fördern bzw. erhöhen höhere Walzgeschwindigkeiten besonders
im Stadium des Anwalzens ohne Längsspannung. die Streckung des Materials. Der Werkstofffluss,
der durch die radiale Umformung, d.h. durch die Reduktion der Wanddicke erzwungen
wird, geht deshalb vorzugsweise in tangentiale Richtung, weniger in longituinale (axiale)
Richtung, so daß der Umfang bzw. Durchmesser der Luppe vergrößert wird. Diese lokal
und temporär prozessbedingte Durchmesservergrößerung äußert sich am Luppenkopf als
trompetenförmige Aufweitung.
[0004] Die Triebkraft für diese Aufweitung ist die beim Fehlen von Längszugspannung stattfindende
Materialverdrängung pro Zeiteinheit, die hauptsächlich von dem Maß der Wandreduktion
und vom Vorschubwinkel beeinflusst wird, wobei auch die Geometrie des verwendeten
Hohlblockes für die Behinderung des ungewollten Werkstoffflusses eine wichtige Rolle
spielt. Überschreitet die Wanddicke der Luppe ein bestimmtes Maß oder unterschreitet
ihr Verhältnis D
L/S
L einen bestimmten Betrag, z.B. 10, so ist die aufweitungsbedingte Trompetenbildung
am Luppenkopf gering oder praktisch nicht wahrnehmbar.
[0005] Es ist vorgeschlagen worden (DE 44 28 530 A1), die trichterförmigen Aufweitungen
am hinteren Luppenende dadurch zu beeinflussen, dass das Walzgut in eine Einschnürung
der kontrolliert axial vorgeschobenen Dornstange hineingewalzt wird, so daß in Walzrichtung
hinten ein kurzes Rohrluppenende mit verdickter Wand entsteht. Abgesehen davon, dass
dieser Vorschlag nur am hinteren Luppenende anwendbar ist, benötigt er normalerweise
konstante Hohlblocklänge, Walzzeit bzw. Walzgeschwindigkeit, damit der Absatz der
Domstange beim Auswalzen des Luppenendes immer genau an der richtigen Stelle zwischen
den Walzen steht, was sich praktisch nie realisieren lässt. Ist die Luppe kürzer,
kommt der abgesetzte Teil zu spät zwischen die Walzen und die beabsichtigte Wirkung
tritt nicht ein. Ist die Luppe länger, dann ist der abgesetzte Teil zu zeitig zwischen
den Walzen und das dickwandige Ende wird zu lang, was erhöhte Materialverluste bedeutet.
Dies bedeutet, dass die Domstange bei schwankender Hohlblocklänge ständig anders positioniert
werden müsste. Um dies zu umgehen, wird beim Stand der Technik vorgeschlagen, die
Dornstange am Ende des Walzprozesses zu beschleunigen oder anzuhalten; ein Aufwand,
der in technologischer Hinsicht und im Hinblick auf den Verschleiß nicht ideal ist.
Die Anwendung des bekannten Verfahrens zum Verhindern trompetenförmiger Aufweitungen
am hinteren Luppenende lässt sich nicht auf das vordere Luppenende übertragen, so
dass andere Wege gefunden werden müssen.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum
Durchführen des Verfahrens zu finden, mit dem bzw. mit der die trompetenförmige Aufweitung
dünnwandiger Luppen an ihrem vorderen Ende beim Anwalzen in ein Asselwalzwerk vermieden
oder mindestens in ihren Ausmaßen auf ein unschädliches Maß verringert werden kann.
[0007] Zur Lösung der Aufgabe wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, dass beim Einlauf des
vorderen Hohlblockbereiches in das Asselwalzwerk die radiale Umformung der Luppe gegenüber
dem stationären Walzzustand verkleinert und/oder das Widerstandsmoment des Luppenquerschnitts
am Kopfende durch Behinderung des tangentialen Werkstoffflusses erhöht wird. Dadurch
werden in der instationären Phase beim Anwalzen der Rohrluppe in dem Asselwalzwerk
Verhältnisse geschaffen, die dem stationären Walzzustand nahekommen. Der Werkstofffluss
in tangentialer Richtung wird verkleinert, so dass die fehlende Zugspannung in axialer
Richtung teilweise kompensiert wird. Im Ergebnis ist eine, je nach Rohrwanddicke verringerte
oder vermiedene Trompetenbildung am vorderen Luppenende erkennbar.
[0008] Um die radiale Umformung der Luppe zu verkleinem wird nach einem besonderen Merkmal
der Erfindung vorgeschlagen, dass mindestens eine der Walzen des Asselwalzwerkes während
des Anwalzens des Kopfstückes gegenüber dem stationären Zustand mindestens teilweise
geöffnet ist und nach dem Füllen der Umformzone schnell geschlossen wird. Dadurch
ergibt sich ein vorderes Luppenende mit dickerer Wand als die Sollwanddicke , so daß
die Neigung zur Trompetenbildung in starkem Maß behindert oder eingeschränkt wird.
Nach dem erfolgten Anwalzen, d.h. nachdem das erstmalige Füllen der Umformzone beendet
ist, werden die Arbeitswalzen so schnell wie möglich durch Anstellen in ihre Endstellung
bzw. Soll-Arbeitsstellung gefahren. Nun kann die Soll-Luppenwand erzeugt werden und
der Soll-Durchmesser Stellt sich ein. Dieses Verfahren kann praktiziert werden, indem
das Öffnen und Schließen (Quick closing) mit einer Walze, vorzugsweise der Oberwalze
oder auch mit zwei oder bevorzugt drei Walzen gleichzeitig vollzogen wird.
[0009] Günstige Parameter für das erfindungsgemäße Öffnen der Walzen sind im Patentanspruch
3 angegeben. Der Öffnungsweg Δ DHP ist nach oben dadurch begrenzt, dass das Greifen
des Hohlblockes durch die Walzen im Einlaufteil oder im Streckteil noch gewährleistet
sein muss. Nötigenfalls kann das Greifen der Luppe in den Walzen durch Drücken mit
dem Hohlblockeinstoßer unterstützt oder erzwungen werden. Vorzugsweise sollten alle
Walzen in Anfahrstellung um den gleichen Betrag geöffnet sein und nach Auslösen eines
Signals bzw. Befehls gleichzeitig zur Endstellung hin geschlossen werden.
[0010] Zusätzlich zu dem erfindungsgemäßen Öffnen der Walzen wird nach einem weiteren Merkmal
der Erfindung vorgeschlagen, daß zum Anwalzen der Luppe während des Einlaufens des
Kopfstückes in das Asselwalzwerk die Drehzahl der Walzen vorübergehend um 10 bis 70%,
vorzugsweise um 40 bis 60% gegenüber der Nenndrehzahl vermindert wird. Durch Senkung
der Walzenumfangsgeschwindigkeit kann die Streckung in Umfangsrichtung, d.h. die Aufweitung
der Luppe etwas vermindert werden. Diese Methode ist allerdings in der Regel beim
Auftreten großer trompetenförmiger Aufweitungen am Luppenkopf allein nicht ausreichend,
eine Anwendung zusammen mit dem erfindungsgemäßen Öffnen der Walzen ist deshalb von
Vorteil.
[0011] Eine andere Möglichkeit, die Streckung in Umfangsrichtung zu vermindern, besteht
darin, den Vorschubwinkel der Walzen beim Anwalzen herabzusetzen oder anders ausgedrückt,
das Anwalzen mit kleinerem Vorschubwinkel, so wie es zur Vermeidung der Triangulation
am hinteren Luppenende praktiziert wird, durchzuführen. Erfindungsgemäß wird die Neigung
der Walzenachsen, der Vorschubwinkel der Walzen, auf 0° bis 5°, vorzugsweise auf 3°
bis 4° herabgesetzt. Eine solche Lösung wurde bisher für das Anwalzen des vorderen
Luppenendes technisch nicht realisiert.
[0012] Eine weiteres erfindungsgemäßes Merkmal ist dadurch gekennzeichnet, dass die Domstange
mit konisch oder zylindrisch abgesetztem vorderen Ende mit abgerundetem oder winkligem
Übergang beim Anwalzen so positioniert wird, dass die Wanddickenreduktion verringert
wird. Das Anwalzen erfolgt dann mit einer anfänglichen Wanddickenreduktion von etwa
0,5 bis 3 mm, wodurch ebenfalls die Aufweitung des vorderen Rohrluppenendes verringert
wird.
[0013] Eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens eine der Walzen, vorzugsweise alle Walzen des Asselwalzwerkes, mit hydraulischen
Schnelllüft- bzw. Schnellschließeinrichtungen versehen sind, mit denen die Walzen
in kurzer Zeit auch gegen die Walzkraft radial zum Walzgut anstellbar sind, wobei
der Schließweg jeder verschiebbaren Walze maximal der jeweiligen Schulterhöhe oder
der maximalen Wanddickenreduktion entspricht. Die erfindungsgemäße Einrichtung muss
in der Lage sein, während des Walzens in kurzer Zeit auch gegen die Walzkraft den
Walzenabstand zu verringern, d.h. vom teilgeöffneten bis auf den geschlossenen Zustand
(in Arbeitsposition) verstellbar sein. Vorzugsweise sollte nach einem weiteren Merkmal
der Erfindung der Schließweg stufenlos oder in kleinen Stufen von vorzugsweise 0,5
bis 1 mm veränderbar sein. Das kann z.B. durch eine Hubbegrenzung, wie das Beilegen
von Distanzscheiben, erfolgen.
[0014] Der Schließvorgang muss automatisch durch ein Signal ausgelöst oder wie es die Erfindung
vorsieht, durch eine automatische Steuerung einleitbar sein. In einer günstigen Ausgestaltung
der Erfindung ist vorgesehen, dass als Signal zur Steuerung des Schließvorganges der
Anstieg des Ankerstroms im Antriebsmotor unter Verwendung eines Zeitschalters verwendbar
ist. Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass das Signal zur Steuerung des Schließvorganges
von einem in den Transportweg der Rohrluppe geschalteten Strahlungssensor abnehmbar
ist. So kann ein Thermo- oder Strahlungssensor (eine Fotozelle) unmittelbar vor dem
Einlauf des Hohlblockes zwischen die Walzen oder aber von der Auslaufseite her eingesetzt
werden. Die Zeit vom Erkennen des Hohlblockes bis zum Austreten aus der Umformzone
bzw. bis zum Beginn des Schließens der Walzen kann annäherungsweise errechnet werden,
sollte aber besser für jede Luppenabmessung bei konstanten technologischen Bedingungen
empirisch ermittelt werden.
[0015] Die Vorteile der vorliegenden Erfindung lassen sich wie folgt zusammenfassen: Durch
Vermeidung oder Verminderung der trompetenförmigen Aufweitung des vorderen Luppenendes
lässt sich das Anstoßen der Luppe im Auslauf des Asselwalzwerkes und dahinter vermeiden.
Damit erhöht sich die Prozessstabilität beim Walzen dünnwandiger Luppen mit einem
Durchmesser zu Wandstärken-Verhältnis D/S 10...50. Üblicherweise zuzsätzlich erforderliche
Walzgerüste des nachgeordneten Maß- oder Reduzierwalzwerkes zum Reduzieren trompetenförmiger
Aufweitungen werden eingespart. Darüber hinaus wird das Aufreißen des Luppenendes
(Längsrissbildung) am Luppenkopf sicher vermieden.
[0016] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend
beschrieben. Es zeigt:
- Figur 1
- die Stellung der Asselwalzen in der stationären Phase
- Figur 2
- die trompetenförmige Aufweitung am Rohrluppenende
- Figur 3
- das Anwalzen der Luppe mit teilangestellten Asselwalzen
- Figur 4
- die stationäre Phase nach dem Anwalzen
- Figur 5
- das erfindungsgemäße Anwalzen auf abgesetzter Domstange und
- Figur 6
- die stationäre Phase nach dem Anwalzen gemäß Figur 5
[0017] In der Zeichnungsfigur 1 ist die stationäre Phase zum Walzen einer Rohrluppe dargestellt.
Mit A ist die Asselwalze bezeichnet, B bezeichnet eine zylindrische Domstange im Innern
der Rohrluppe; die Walzrichtung ist bei WR angegeben. Der in Walzrichtung eingeführte
Hohlblock C wird im Asselwalzprozess zu der Luppe D ausgewalzt. Die Asselwalze setzt
sich aus dem Einlaufteil G, dem Streckteil bzw. der Schulter E, dem Glättteil F und
dem Auslauf- und Rundungsteil H zusammen. Mit X ist die auslaufseitige Wand am vorderen
Luppenende bezeichnet. Wie in Figur 1 erkennbar, wird die Luppe D infolge des Werkstoffflusses
beim Schrägwalzprozesses in radialer Richtung aufgeweitet, wobei es an dem vorderen
Luppenende zu der trompetenförmigen Aufweitung kommt, wie sie in Figur 2 an der rechten
Seite der Luppe D erkennbar sind.
[0018] Figur 3 stellt den erfindungsgemäßen Vorschlag für ein Asselwalzwerk dar, das mit
einer Walzen-Schnellschließeinrichtung ausgestattet ist. Gleiche Teile sind gleich
bezeichnet. Das auslaufseitige vordere Luppenende ist mit D1 bezeichnet. Das Anwalzen
erfolgt wie in der Zeichnungsfigur dargestellt mit teilgeöffneten Walzen, so daß sich
am vorderen Luppenende D1 ein Luppenkopf mit dickerer Wand als die Sollwanddicke D
(Figur 1) ergibt. Die Neigung zur Trompetenbildung wird in starkem Maße behindert
oder eingeschränkt, indem die Haupttriebkraft der Aufweitung, die Wandreduktion, beim
Anwalzen stark herabgesetzt wird. Nach dem erfolgten Anwalzen, d.h. nachdem das erstmalige
Füllen der Umformzone beendet ist, werden die Arbeitswalzen so schnell wie möglich
durch Anstellen in ihre Endstellung bzw. Soll-Arbeitsstellung gefahren. Dieser Zustand
ist in Figur 4 dargestellt. Nun kann die Soll-Luppenwand D2 gewalzt werden, der Soll-Durchmesser
stellt sich ein. Dieses Verfahren kann praktiziert werden, indem das Öffnen und Schließen
mit einer Walze oder auch mit zwei oder drei Walzen gleichzeitig vollzogen wird. Bevorzugt
ist das Schließen und Öffnen mit allen drei Walzen.
[0019] Eine weitere Möglichkeit zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist in
den Figuren 5 und 6 dargestellt. Dabei wird eine vom konische oder in Form eines zylindrischen
Absatzes mit abgerundetem oder winkelförmigem Übergang ausgebildete Domstange B eingesetzt,
die beim Anwalzen (Figur 5) so positioniert sein muss, dass am Anfang nur eine Wanddickenreduktion
von ca. 0,5 bis 3 mm erfolgt. Damit wird die Aufweitung ebenfalls verringert; eine
dickere Wand entsteht am vorderen Luppenende.
[0020] Wie Figur 6 zeigt, wird nach erfolgtem Anwalzen und Füllen der Umformzone die Domstange
vorgeschoben und in dem stationären Walzvorgang wird die Soll-Luppenwand erzeugt.
In beiden Fällen, d.h. in den Verfahrensschritten nach den Figuren 3 und 4 wie in
den Figuren 5 und 6 lassen sich die in Figur 2 dargestellten trompetenförmig aufgeweiteten
Luppenenden vermeiden, weil erfindungsgemäß die radiale Umformung der Luppe gegenüber
dem stationären Walzzustand verkleinert und das Widerstandsmoment des Luppenquerschnittes
am Kopfende durch Behinderung des tangentialen Werkstoffflusses erhöht wird.
[0021] Bei zwei Ausführungsbeispielen der Erfindung ergeben sich folgende Abmessungen:
| |
Beispiel 1 |
Beispiel 2 |
| SH = Hohlblockwanddicke |
14 mm |
10 mm |
| SL = Luppenwanddicke |
7 mm |
4 mm |
| ΔS= Wanddickenreduktion |
7 mm |
6 mm |
| ΔSan= reduzierte Wanddickenreduktion zum Anwalzen, angenommen 14% von ΔS = 0,14 * 7 |
∼1 mm |
∼3 mm |
| ΔDHP = Öffnungsweg je Walze angenommen 0,86 * ΔS = 0,86 * 7 |
∼6 mm |
∼3mm |
| SLan = Luppenwanddicke nach vorschlagsgemäßem Anwalzen |
|
|
| SLan = SL + ΔDHP = |
7 + 6 = 13 mm |
4 + 3 = 7 mm |
| SLan = SH - ΔSan = |
14 - 1 = 13 mm |
10 -3 = 7 mm |
1. Verfahren zur Vermeidung oder Verminderung trompetenförmiger Aufweitungen am Rohrende
beim Schrägwalzen dünnwandiger Rohre auf einem Asselwalzwerk,
dadurch gekennzeichnet,
daß beim Einlauf des vorderen Hohlblockbereiches in das Asselwalzwerk die radiale
Umformung der Luppe gegenüber dem stationären Walz-Zustand verkleinert und/oder das
Widerstandsmoment des Luppenquerschnitts am Kopfende durch Verringerung des tangentialen
Werkstoffflusses erhöht wird.
2. Verfahren Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß zur Verkleinerung der radialen Umformung der Luppe mindestens eine der Walzen
des Asselwalzwerkes während des Anwalzens des Kopfstückes gegenüber dem stationären
Zustand mindestens teilweise geöffnet ist und nach dem Füllen der Umformzone schnell
geschlossen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Betrag der Vergrößerung des Walzenabstandes DHP gegenüber dem für die jeweilige
Luppenabmessung technologisch erforderlichen Walzenabstand so bemessen ist, daß die
Wandreduktion beim Anwalzen ΔS
an nur 0% - 80%, vorzugsweise 10% - 50% der Soll-Wandreduktion ΔS beträgt, woraus sich
ergibt, daß:

Dabei bedeuten:
ΔSan reduzierte Wanddickenreduktion beim Anwalzen
Δ DHP/Walze Öffnungsweg der Walze
ΔS Sollwandreduktion
HS Schulterhöhe der Walze
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß zum Anwalzen der Luppe währen des Einlaufens des Kopfstückes in das Asselwalzwerk
die Drehzahl der Walzen vorübergehend um 10 - 70%, vorzugsweise um 40 - 60% gegenüber
der Nenndrehzahl vermindert wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß durch Herabsetzung der Neigung der Walzenachsen der Vorschubwinkel der Walzen
auf 0° - 5°, vorzugsweise auf 3° - 4° vermindert wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Domstange mit konisch oder zylindrisch abgesetztem vorderen Ende mit abgerundetem
oder winkligem Übergang beim Anwalzen so positioniert wird, daß die Wanddickenreduktion
verringert wird und nach dem Anwalzen zur Erzeugung der Sollwanddicke axial verschoben
wird.
7. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zur Vermeidung oder Verminderung trompetenförmiger
Aufweitungen am Rohrluppenende beim Schrägwalzen von dünnwandigen Rohren auf einem
Asselwalzwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens eine der Walzen (A), vorzugsweise alle Walzen (A) des Asselwalzwerkes
mit hydraulischen Schnelllüft- bzw. Schnellschließeinrichtungen versehen sind, mit
denen die Walzen (A) in kurzer Zeit auch gegen die Walzkraft radial zum Walzgut (D,C)
anstellbar sind, wobei der Schließweg jeder verschiebbaren Walze (A) maximal der jeweiligen
Schulterhöhe oder der maximalen Wanddickenreduktion entspricht.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7
dadurch gekennzeichnet,
daß der Schließweg der Walzen (A) stufenlos oder in kleinen Stufen von vorzugsweise
von 0,5 bis 1mm veränderbar ist.
9. Vorrichtung zum Schrägwalzen von dünnwandigen Rohren auf einem Asselwalzwerk nach
einem der Ansprüche 1 bis 3 sowie 7 und 8
dadurch gekennzeichnet,
daß der Schließvorgang der Walzen (A) von einer automatischen Steuerung einleitbar
ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3 sowie 7 bis 9
dadurch gekennzeichnet,
daß als Signal zur Steuerung des Schließvorganges der Anstieg des Ankerstromes im
Antriebsmotor unter Verwendung eines Zeitschalters einsetzbar ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3 sowie 7 bis 9
dadurch gekennzeichnet,
daß das Signal zur Steuerung des Schließvorganges von einem in den Transportweg der
Rohrluppe (C) geschalteten Strahlungssensor abnehmbar ist.