[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur registerhaltigen Abstimmung
von auf eine Bahn druckenden Zylindern einer Rollenrotationsmaschine nach den Oberbegriffen
der unabhängigen Ansprüche.
[0002] Im Rollenrotationsdruck spielt die Fähigkeit, möglichst rasch und makulaturarrn von
einer Produktion zur nächsten wechseln zu können, eine wachsende Rolle. Zeitungen
und Zeitschriften werden immer mehr auf die lokalen Bedürfnisse oder auf bestimmte
Zielgruppen zugeschnitten, so dass die Zahl der Auflagen zwar steigt, der Umfang der
einzelnen Auflagen jedoch sinkt. Die Bedeutung von Produktionswechseln im Hinblick
auf die Wirtschaftlichkeit der Druckmaschine wächst.
[0003] Konzepte für flexibel konfigurierbare Druckmaschinen, die gleichzeitig dazu beitragen,
trotz erhöhter Flexibilität die Anschaffungskosten niedrig zu halten, sind aus der
EP 0 644 048 A2 der Anmelderin bekannt. Die dort beschriebenen Konzepte der einzeln
angetriebenen Druckstellen für Gummi/Gummi- und Stahl/Gummi-Produktionen erlauben
einen fliegenden Plattenwechsel bei fortlaufender Produktion. Hierbei werden bei laufender
Produktion in dieser Produktion nicht benötigte Druckzylinder an- und hochgefahren
und bei Erreichen einer vorgegebenen Umfangsgeschwindigkeit an Gegendruckzylinder
angelegt, so dass die neuen Druckstellen für die nachfolgende Produktion gebildet
werden. Die neuen Druckstellen bzw. Druckspalten, die zwischen zwei auf die Bahn druckenden
Zylindern, d.h. Druckzylindern, gebildet werden, liegen auf dem Weg der Bahn der noch
laufenden Produktion. Die Bahn muss nicht neu eingezogen werden. Zylinder von nicht
mehr benötigten Druckstellen der noch laufenden Produktion werden abgeschwenkt. Die
neue Produktion beginnt und schließt sich nahtlos an die vorhergehende an. Mit diesen
bekannten Druckmaschinen und Druckmaschinenkonzepten ist es nicht mehr notwendig,
die Maschine beim Produktionswechsel bis zum Stillstand zu bringen und aus dem Stillstand
wieder hochzufahren, so dass die Umrüstzeiten erheblich verkürzt, im Idealfall zu
Null, werden können.
[0004] Bei dem fliegenden Plattenwechsel, beispielsweise bei Bahnbreitenänderungen, und
dem dadurch ermöglichten fliegenden Produktionswechsel wird in den meisten Fällen
zunächst die Umfangsgeschwindigkeit der Druckzylinder für die vorhergehende alte Produktion
bis auf einen vorgegebenen Wert, beispielsweise auf 30 % der Geschwindigkeit im Fortdruck,
abgesenkt, und die neuen Zylinder werden für die nachfolgende neue Produktion nach
Erreichen der gleichen Umfangsgeschwindigkeit an ihre Gegenzylinder angelegt. Die
neue Produktion wird bei dieser Geschwindigkeit aufgenommen. Anschließend werden die
nun die Druckstellen bildenden Zylinder auf die Geschwindigkeit des Fortdrucks hochgefahren.
Beim Produktionswechsel werden in diesem Beispielsfall somit zwei Geschwindigkeitsrampen
durchfahren. Das Antriebskonzept der in den oben genannten Druckschriften beschriebenen
Druckmaschinen mit einzeln angetriebenen Druckeinheiten ermöglicht darüberhinaus gegenüber
den früher üblichen Antrieben mit einer gemeinsamen Welle ein erheblich schnelleres
Durchfahren der Geschwindigkeitsrampen, so dass die Umrüstzeiten zwischen zwei Produktionen
nochmals verkürzt werden können.
[0005] Die Erfindung hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Registerhaltigkeit und damit die
Qualität des Druckbildes auf einer Bedruckbahn zu verbessern.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die Gegenstände der Ansprüche 1 und 10 gelöst.
[0007] Die Erfindung geht von Rollenrotationsdruckmaschinen, insbesondere für den Zeitungsoffsetdruck,
aus, wie sie beispielsweise aus der EP 0 644 048 A2 bekannt sind. Ein auf eine Seite
einer Bahn druckender erster Zylinder wird von einem ersten Motor und ein auf die
gleiche Seite der Bahn druckender zweiter Zylinder wird von einem zweiten Motor angetrieben,
d.h. zwischen dem ersten und dem zweiten Zylinder besteht keine mechanische Kopplung
für einen gemeinsamen Antrieb durch einen gemeinsamen Motor. Die beiden Motoren sind
nicht formschlüssig zu Antriebszwecken verbunden. Beide Motoren werden bezüglich der
Winkellage der von ihnen angetriebenen Zylinder geregelt.
[0008] Erfindungsgemäß wird dem Motorregler des Motors für den zweiten Zylinder eine Störgröße
aufgeschaltet. Durch die zusätzlich aufgeschaltete Störgröße wird solchen größeren
Abweichungen im Umfangsregister, d.h. Passerfehlern bzw. Registerabweichungen, entgegengewirkt,
die ohne solch eine zusätzliche Aufschaltung auftreten würden. Als Störgröße wird
vorzugsweise die Zylinderumfangsgeschwindigkeit oder eine Größe, aus der die Umfangsgweschwindigkeit
ermittelt werden kann, verwendet. Die Umfangsgeschwindigkeit bzw. die äquivalente
Größe wird an jedem der Zylinder vorzugsweise gemessen und diesem Zylinder aufgeschaltet
oder repräsentativ für alle der registerhaltig aufeinander abzustimmenden Zylinder
an einem dieser Zylinder gemessen und jedem der anderen Zylinder aufgeschaltet. Daraus
bildet ein Steuerglied anhand einer gespeicherten, geschwindigkeitsabhängigen Kennlinie
einen aufzuschaltenden Störgrößenanteil.
[0009] So wird herkömmlich beim Durchfahren von Geschwindigkeitsrampen und auch im Fortdruck
die Winkellage der Zylinder zwar im Sinne eines synchronen Laufs gesteuert und geregelt,
nicht berücksichtigt werden jedoch die zufällige und die vorhersehbare Änderung des
Bahnverhaltens während des Betriebs. So ist beispielsweise der Bahnzug unter anderem
eine Funktion der Bahngeschwindigkeit. Solche, insbesondere auch im instationären
Betrieb auftretende Änderungen des Bahnverhaltens, die nicht tolerierbare Passerfehler
verursachen, werden durch die erfindungsgemäße Aufschaltung einer zusätzlichen Störgröße
auf die Stellgröße des Registerreglers oder unmittelbar auf die Führungsleitgröße
für einen Motorregler kompensiert bzw. von vornherein erst gar nicht zugelassen. Jeder
der Motoren wird somit anhand der herkömmlichen Leitgröße, beispielsweise die absolute
Winkellage, geführt. Zumindest der Motor für den abzustimmenden Zylinder wird ferner
anhand der zusätzlich aufgeschalteten Störgröße zur Kompensation eines sich vorhersehbar
ändernden Bahnverhaltens geführt.
[0010] Die zu diskreten Zeiten oder kontinuierlich, insbesondere beim Durchlaufen von Geschwindigkeitsrampen,
aufzuschaltende Störgröße kann empirisch oder durch Simulation oder eine kombinierte
Methode ermittelt werden.
[0011] Bei einer empirischen Methode werden für den jeweiligen Maschinentyp sämtliche im
späteren Betrieb möglichen planbaren Geschwindigkeitsrampen durchfahren. Die dabei
erzeugten Druckexemplare können ausgelegt und die Passermarken ausgemessen werden.
Dabei werden die Geschwindigkeitsrampen treppenförmig durchfahren, dergestalt, dass
zu vorgegebenen Zeiten einer Beschleunigungs- oder Verzögerungsphase bei der gerade
erreichten Zylinderumfangsgeschwindigkeit in den Fortdruck übergegangen und die dabei
aufgedruckten Passermarken ausgemessen und ausgewertet werden. Auf jeder Treppenstufe
der Geschwindigkeitsrampe wird so verfahren. Aus der Auswertung werden diskrete Werte
für Passerfehler bzw. Registerabweichungen erhalten und daraus die Werte für die zusätzlich
aufzuschaltende Störgröße ermittelt, mit der der Passerfehler, der ohne Aufschaltung
der Störgröße sonst auftreten würde, kompensiert wird. Zwischen den durch diese Art
des Ausmessens erhaltenen diskreten Werten für die Registerabweichung kann interpoliert
und dadurch ein durchgehender, vorzugsweise stetiger Verlauf der Registerabweichung
über der Zylinderumfangsgeschwindigkeit erhalten werden. Die Störgröße kann jedoch
auch in diskreten Schritten aufgeschaltet werden.
[0012] Vorteilhafterweise werden bei einer empirischen Methode die in der Maschine vorhandenen
Farbregistermessgeräte zum automatischen Ausmessen für diesen Zweck genutzt.
[0013] Im späteren Betrieb kann der empirisch gefundene Zusammenhang beim Durchfahren von
Geschwindigkeitsrampen zur Aufschaltung der Störgröße genutzt werden.
[0014] Ein besonders geeignetes Verfahren zur Ermittlung des Passerfehlers in Verbindung
mit einer auch für die Erfindung besonders geeigneten Marke, mit der sich unter anderem
der Passerfehler ermitteln läßt, wird in der deutschen Patentanmeldung Nr. 196 39
014.1 der Anmelderin beschrieben, deren Offenbarung für die Zwecke der Erfindung hiermit
in Bezug genommen wird.
[0015] In einer vorteilhaften Weiterbildung wird das Regelungsverhalten wenigstens des Registerreglers
für den zweiten Zylinder gezielt verändert, wenn eine das Umfangsregister beeinflussende
Änderung einer Produktionsbedingung vorgenommen wird. Die Änderung des Regelungsverhaltens
wird durch eine gezielte Änderung wenigstens eines Reglerparameters bewirkt. Änderungen
von Produktionsbedingungen, die eine erfindungsgemäße Änderung des Regelungsverhaltens
auslösen, sind solche Änderungen, deren Auswirkung auf das Umfangsregister bzw. die
Registerhaltigkeit vorhersehbar und reproduzierbar sind. Hierzu gehört insbesondere
eine Änderung der Bahnlänge zwischen zwei benachbarten Druckwerken und gegebenenfalls
auch zu den das Register aufnehmenden Sensoren infolge eines Umbildens von Druckstellen
und/oder eine Änderung der Bahngeschwindigkeit, beispielsweise in Hoch- und Auslaufphasen
der Maschine und/oder eine Änderung der Papierqualität infolge eines Rollenwechsels
und/oder eine Änderung in der Farb-/Feuchtzufuhr.
[0016] Die bevorzugte Antwort auf eine oder mehrere Änderungen von Produktionsbedingungen
besteht in einer angepassten Änderung des Regelungsverhaltens des Reglers, nämlich
einer gesteuerten Adaption wenigstens eines Reglerparameters, gegebenenfalls aller
oder wenigstens aller wesentlichen Reglerparameter. Die Einstellung des Reglers wird
der veränderten Situation in Echtzeit oder antizipierend, vorzugsweise zum Teil in
Echtzeit und zum Teil antizipierend, angepasst. Als Echtzeitgröße fließt in die Bildung
des Reglerparameters vorzugsweise die Umfangsgeschwindigkeit bzw. die Drehzahl des
registerhaltig abzustimmenden Zylinders ein. Es kann jedoch stattdessen auch die Umfangsgeschwindigkeit
eines der anderen Zylinder verwendet werden, die mit dem zweiten Zylinder registerhaltig
abzustimmen sind, beispielsweise die eines Referenzzylinders.
[0017] Antizipierend werden insbesondere veränderte Bahnwege und dadurch veränderte Bahnlängen
berücksichtigt, indem Parametergrundwerte bei Produktionswechseln eingelesen werden.
[0018] Bei einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur registerhaltigen Abstimmung ist ein Steuerglied
wenigstens für den auf den ersten Zylinder registerhaltig abzustimmenden zweiten Zylinder
vorgesehen, das aus einer Störgröße, insbesondere der Umfangsgegeschwindigkeit des
abzustimmenden oder eines der anderen auf die gleiche Seite der Bahn druckenden Zylinder,
eine Korrekturgröße zur Kompensation einer für die Störgröße typischen Registerabweichung
des zweiten Zylinders vom ersten Zylinder bildet. Die Störgröße wird dem Motorregler
des Motors des zweiten Zylinders in Form der Korrekturgröße aufgeschaltet.
[0019] Das Steuerglied verfügt vorzugsweise über einen Speicher, in dem der störgrößenabhängige
Verlauf der Registerabweichung des zweiten Zylinders vom ersten Zylinder permanent
abgelegt oder für den jeweiligen Druckfall von der übergeordneten Maschinensteuerung
eingelesen oder aus mehreren permanent abgelegten Verläufen ausgewählt wird.
[0020] In einer vorteilhaften Weiterbildung der Vorrichtung verfügt ein Registerregler für
den auf den ersten Zylinder abzustimmenden zweiten Zylinder über einen vorzugsweise
digitalen Signalprozessor, mit einem eigenen Speicher, in dem die Parametergrundwerte
für die Reglerparameter dieses Reglers gespeichert bzw. in den die jeweils gültigen
Parametergrundwerte einschreibbar sind. Der Schaltung oder dem Signalprozessor des
Reglers muss bei Verwendung eines Festspeichers lediglich mitgeteilt werden, welcher
dieser gespeicherten Grundwerte für den gerade aktuellen Betriebsfall für den jeweiligen
Reglerparameter gelten soll. In einem Ausführungsbeispiel verfügt der Regler selbst
sowohl über ein RAM und ein ROM und erhält von einer übergeordneten Steuerung lediglich
über ein Steuersignal die Mitteilung, welchen der im ROM des Reglers gespeicherten
Wert oder Datensatz er in sein RAM übernehmen und bis auf weiteres verwenden soll.
Der gerade aktuelle Wertesatz für die Reglerparameter kann vorteilhaft jedoch auch
von der übergeordneten Steuerung jeweils direkt in ein RAM des Reglers geladen werden.
[0021] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird eine einen dritten
Zylinder umfassende Teilregelstrecke, von einer den zweiten Zylinder umfassenden Teilregelstrecke
bezüglich des Umfangsregisters entkoppelt. Der dritte Zylinder druckt auf die gleiche
Seite der Bahn wie der erste und der zweite Zylinder und folgt in Bahnlaufrichtung
gesehen dem zweiten Zylinder.
[0022] In einer bevorzugt zugrundegelegten Mehrfarbendruckmaschine druckt der erste Zylinder
die Referenzfarbe, und der zweite und der dritte Zylinder werden registerhaltig bezüglich
des ersten Zylinders abgestimmt. Durch Entkopplungsglieder im Registerregler werden
Zylinderlageverstellungen des oder der vorhergehenden Zylinder so als Zylinderlage-Änderung
an den Antriebsregler des dritten Zylinders weitergegeben, dass die Beeinflussung
der Bahnspannung durch eine beim zweiten oder auch beim ersten und zweiten Zylinder
vorgenommene Passerkorrektur kompensiert wird.
[0023] Die vorstehend offenbarten Merkmale können nicht nur bei der Regelung oder Steuerung
derjenigen Zylinder verwendet werden, die registerhaltig zu einem die Referenzfarbe
druckenden Zylinder abzustimmen sind. Der die Referenzfarbe druckende Zylinder selbst
kann in gleicher Weise geregelt und/oder gesteuert werden. Um registerhaltig zu drucken
ist dies beispielsweise dann von Vorteil, wenn es einen gemeinsamen Anteil in den
Stellgrößen der Registerregler aller der Referenzfarbe folgenden Druckfarben gibt.
[0024] Die beschriebene Steuerung und gegebenenfalls Regelung des Umfangsregisters kann
vorteilhafterweise auch zur Steuerung und gegebenenfalls Regelung des Schnittregisters
verwendet werden, d.h. die Registerregler der Zylinder können auch im Hinblick auf
das Schnittregister gesteuert adaptiert werden. Das Schnittregister kann im Zuge der
Störgrößenaufschaltung, vorzugsweise mit, aber auch ohne gesteuerte Adaption, mitberücksichtigt
werden.
[0025] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand von Figuren
erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- einen Druckturm für einen Vierfarbendruck,
- Figur 2
- einen ersten Antrieb für jede der Druckeinheiten des Druckturms nach Figur 1,
- Figur 3
- einen zweiten Antrieb für jede der Druckeinheiten des Druckturms nach Figur 1,
- Figur 4
- einen dritten Antrieb für jede der Druckeinheiten des Druckturms nach Figur 1,
- Figur 5a
- einen Antrieb für ein Satellitendruckwerk,
- Figur 5b
- einen Antrieb für ein Zehnzylinderdruckwerk,
- Figur 6
- eine Umfangsregisterkennlinie für eine Druckfarbe,
- Figur 7
- einen Regelkreis zur Lageregelung eines auf eine Bahn druckenden Zylinders des Druckturms
nach Figur 1,
- Figur 8
- einen Registerregler für den Regelkreis nach Figur 7,
- Figur 9
- den Verlauf der Registerabweichung bei Verstellung der Winkellage eines auf die Bahn
druckenden Zylinders der zweiten Druckeinheit des Druckturms nach Figur 1,
- Figur 10
- den Verlauf der Registerabweichung der in der dritten Druckeinheit des Druckturms
nach Figur 1 aufgetragenen Druckfarbe infolge der Verstellung nach Figur 9,
- Figur 11
- den Verlauf der Registerabweichung der in der vierten Druckeinheit des Druckturms
nach Figur 1 aufgetragenen Druckfarbe infolge der Verstellung nach Figur 9,
- Figur 12
- den Verlauf der Registerabweichung entsprechend Figur 9 zusammen mit dem Verlauf der
die Verstellung des zweiten Zylinders bewirkenden Stellgröße,
- Figur 13
- die Auswirkung der Verstellung nach Figur 12 auf den Passer der nachfolgend gedruckten
Farbe, für den Fall, dass die Regelstrecke mit dem Zylinder der nachfolgend gedruckten
Farbe von der Regelstrecke mit der zuvor gedruckten Farbe nicht entkoppelt ist,
- Figur 14
- die Auswirkung der Verstellung nach Figur 12 auf den Passer der nachfolgend gedruckten
Farbe, für den Fall, dass die Regelstrecke mit dem Zylinder der nachfolgend gedruckten
Farbe von der Regelstrecke mit der zuvor gedruckten Farbe entkoppelt ist,
- Figur 15
- einen Registerregler für vier Zylinder und
- Figur 16
- eine Sprungantwort eines Entkopplungsgliedes nach Figur 15.
[0026] Figur 1 zeigt einen Achterturm einer Rollenrotationsmaschine für den Zeitungsoffsetdruck.
Der Druckturm wird durch vier Druckeinheiten DE1 bis DE4 gebildet, die zu zwei H-Brücken
im Turm untereinander angeordnet sind. Jede der Druckeinheiten umfaßt zwei einen Druckspalt
für eine durchlaufende Bahn B bildende Gummituchzylinder, die beginnend mit der ersten
Druckeinheit DE1 bis zur letzten Druckeinheit DE4 des Druckturms fortlaufend mit 11
bis 14 und 15 bis 18 bezeichnet sind. Jedem der Gummituchzylinder 11 bis 18 ist je
ein Plattenzylinder 21 bis 28 zugeordnet. Den Plattenzylindern 21 bis 28 jeweils nachgeordnete
Farb- und Feuchtwerke sind der Übersichtlichkeit wegen nicht dargestellt.
[0027] Die Bahn B wird von einer Papierwalze eines Rollenwechslers abgewickelt und läuft
dann über Leitwalzen und eine Zugwalze 1 in den Druckturm. Die Zugwalze 1 ist antriebsseitig
nicht mit den nachgeordneten Druckeinheiten DE1 bis DE4 gekoppelt. Im Druckturm wird
die Bahn beidseitig vierfarbig bedruckt. Da die Erfindung nicht auf die in Figur 1
dargestellte Gummi/Gummi-Produktion beschränkt ist, sondern gleichermaßen auch bei
Satellitendruckwerken Verwendung finden kann, werden die Gummituchzylinder 11 bis
18 nachfolgend ihrer Funktion des auf die Bahn Druckens wegen unspezifisch als Druckzylinder
bezeichnet. In der ersten Druckeinheit DE1 wird die Bahn durch die ersten Zylinder
11 und 15 beidseitig jeweils mit der vorzugsweise als Referenz dienenden ersten Farbe
bedruckt. Die Registerhaltigkeit beim Drucken der zweiten Farbe durch die zweiten
Zylinder 12 und 16 in der zweiten Druckeinheit DE2 sowie der dritten und vierten Farbe
wird stets in Bezug auf die erste Farbe gemessen und korrigiert.
[0028] Von jedem der Druckzylinder 11 bis 18 werden auf die Bahn Passermarken mitgedruckt,
die mittels einem hinter der vierten Druckeinheit DE4 angeordneten Paar von Sensoren
3, vorzugsweise ein CCD-Kamerapaar 3, aufgenommen werden.
[0029] Hinter der vierten Druckeinheit DE4 ist eine weitere Bahnzugwalze 2 angeordnet, die
ebenfalls antriebsseitig nicht mit den Druckeinheiten gekoppelt ist. Zwischen den
beiden Zugwalzen 1 und 2 unmittelbar am Eingang und am Ausgang vor der ersten Druckeinheit
DE1 bzw. hinter der vierten Druckeinheit DE4, also der ersten und der letzten Druckstelle
für die übereinander zu druckenden Farben, wird die Bahn B gespannt.
[0030] Die Anordnung des bzw. der Sensoren 3 kommt der Schnelligkeit der Farbregisterregelung
und gegebenenfalls- Steuerung zugute, insbesondere bei instationären Vorgängen. Gerade
in solchen Phasen kommt es darauf an, rechtzeitig einzugreifen, so dass das oder die
Farbregister nicht aus dem Toleranzbereich läuft bzw. laufen. Um die Zeit zwischen
Fehlerentstehung und Fehlerbehebung, d.h. die Fehlerlaufzeit, zu minimieren sollten
zunächst die Druckeinheiten DE1 bis DE4 so nah wie möglich beieinanderliegen. Im Sinne
einer Fehlerlaufzeitminimierung wäre es optimal, unmittelbar hinter jeder Druckstelle
einen Sensor 3 anzuordnen. Es hat sich jedoch als ausreichend und unter Kostengesichtspunkten
als vorteilhaft erwiesen, nur einen Sensor 3 pro Bahnseite vorzusehen, und diesen
Sensor 3 so nah wie möglich hinter der letzten Druckstelle, die registerhaltig zur
Referenzfarbe abzustimmen ist, zu plazieren. Die Druckstelle zum Drucken der Referenzfarbe
sollte andererseits die vom Sensor 3 am weitesten entfernt liegende sein.
[0031] Um die Flexibilität der Maschinen im Hinblick auf wechselnde Produktionen zu erhöhen,
kann es auch bevorzugt sein, die Referenzfarbe der jeweiligen Produktion angepasst
auswählen zu können. Einer Auswerteelektronik beim Sensor 3 oder dem Registerregler
30 wird bei freier Auswahlmöglichkeit der Referenzfarbe der Ort des Drucks der Referenzfarbe
mitgeteilt, so dass die registerhaltige Abstimmung der Druckzylinder entsprechend
vorgenommen werden kann.
[0032] Die registerhaltige Abstimmung der auf eine Seite der Bahn B druckenden Druckzylinder
11 bis 14 erfolgt mittels Registerreglern 30. Im Ausführungsbeispiel sind die je einem
der Druckzylinder 11 bis 14 zugeordneten Registerregler physikalisch in einem einzigen
Registerregler 30 zusammengefasst. Einem Eingang des Reglers 30 werden die von dem
der jeweiligen Bahnseite zugeordneten Sensor 3 aufgenommene Registerabweichungen zugeführt.
Über einen weiteren Eingang ist der Registerregler 30 mit einem Bus einer übergeordneten
Steuerung verbunden. Die übergeordnete Steuerung umfasst im Ausführungsbeispiel einen
Leitstand 4, Sektionsrechner 5 und über Modems erreichbare Serviceschnittstellen 6.
Die Sollwerte für die Antriebsregelung der Motoren 10 werden mittels der übergeordneten
Steuerung gegeben. Die Registerregelungsanordnung für die auf die andere Seite der
Bahn B druckenden Zylinder 15 bis 18 ist spiegelbildlich zur Registerregelungsanordnung
für die Zylinder 11 bis 14.
[0033] Die Zeit zwischen der Erfassung eines Fehlers und der Ausgabe der entsprechenden
Stellgröße sollte so kurz wie möglich sein. Ein Registerregler 30 für einen Motor
eines der Zylinder 11 bis 18 wird unter anderem der Fehlerlaufzeit angepasst eingestellt.
Eine Reglerparametrierung kann daher im Betrieb der Maschine auch in Abhängigkeit
von Fehlerlaufzeiten variieren, die sich insbesondere bei Änderungen der Bahngeschwindigkeit
oder einer Änderung des Abstands zwischen dem Ort der Fehlerentstehung und dem Sensor
3 bei wechselnden Produktionen ebenfalls verändern. Auch die Dynamik der Teilregelstrecke
kann in die Parametrierung einfließen, so insbesondere die freie Bahnlänge zwischen
vorangehender Druckstelle und betrachteter Druckstelle der Teilregelstrecke.
[0034] Schließlich sollte die Übertragung der Stellgröße des Registerreglers 30 so schnell
wie möglich erfolgen und das Stellglied selbst sollte die Dynamik der vom Registerregler
30 ausgegebenen Stellgrößen mitmachen können.
[0035] Die Figuren 2 bis 4 zeigen untereinander alternative Antriebskonzepte für die jeweils
einzeln angetriebenen Druckeinheiten DE1 bis DE4.
[0036] Bei dem in Figur 2 dargestellten Antrieb für die Druckeinheiten werden die den Druckspalt
bildenden Zylinder, beispielsweise 11 und 15, jeweils über ein Getriebe 10.1, vorzugsweise
ein Zahnriemen, von einem Motor 10 angetrieben. Die derart unmittelbar angetriebenen
Zylinder 11 und 15 sind mechanisch mit ihren nachgeordneten Plattenzylindern 21 und
25 gekoppelt, so dass sie über nicht dargestellte Zahnräder auf diese nachgeordneten
Plattenzylinder abtreiben. Zwischen den den Druckspalt bildenden Zylindern 11 und
15 besteht keine formschlüssige Kopplung, so dass von einer Entkopplung des Antriebs
an der Bahn gesprochen werden kann. Die unmittelbar angetriebenen Zylinder 11 und
15 werden bezüglich ihrer Winkellage relativ zu weiteren auf die gleiche Seite der
Bahn druckenden Zylinder geregelt, um mit diesen weiteren Zylindern registerhaltig
zu drucken.
[0037] Bei dem in Figur 3 dargestellten Antriebskonzept werden statt der den Druckspalt
bildenden Zylinder 11 und 15 deren nachgeordneten Plattenzylinder 21 und 25 über je
ein Getriebe, vorzugsweise wiederum ein Zahnriemen, unmittelbar angetrieben, und die
Zylinder 11 und 15 werden über nicht dargestellte Zahnradzüge von den Plattenzylindern
21 und 25 ausgehend mit angetrieben. Ansonsten stimmen die beiden Antriebskonzepte
nach den Figuren 2 und 3 überein.
[0038] Figur 4 zeigt ein weiteres Antriebskonzept, bei dem sowohl die beiden den Druckspalt
bildenden Zylinder 11 und 15 als auch deren jeweils nachgeordneten Plattenzylinder
21 und 25 mechanisch miteinander gekoppelt sind und durch einen gemeinsamen Motor
10 angetrieben werden. Der Antrieb vom Motor 10 erfolgt wiederum über ein Getriebe,
vorzugsweise ein Zahnriemen, auf einen der beiden den Druckspalt bildenden Zylinder
11 und 15, von dem dann wieder über einen Zahnräderzug auf die mit angetriebenen weiteren
Zylinder, nämlich den Gegenzylinder und die Plattenzylinder, abgetrieben wird.
[0039] Während die in den Figuren 2 bis 4 dargestellten Antriebskonzepte Gummi/Gummi-Produktionen
betreffen, zeigen die Figuren 5a und 5b, dass das Konzept der einzelnen angetriebenen,
auf die Bahn druckenden Zylinder auch bei Satellitendruckwerken in gleicher Weise
einsetzbar ist. Ein zentraler Stahlzylinder 19 wird in Figur 5a über ein Getriebe,
vorzugsweise ein Zahnriemen, von einem Motor 10 angetrieben. Die mit diesem Zentralzylinder
19 Druckspalte bzw. Druckstellen bildenden Zylinder 11' bis 14' werden je durch einen
Motor über je ein Getriebe, vorzugsweise wiederum Zahnriemen, angetrieben, und von
diesen Zylindern 11' bis 14' wird formschlüssig auf die nachgeordneten Plattenzylinder
21' bis 24' abgetrieben. Mit einer gestrichelten Linie ist in Figur 5a angedeutet,
dass der Zentralzylinder 19 auch mechanisch mit einem der Zylinder 11' bis 14' gekoppelt
sein könnte, also formschlüssig mit einem dieser Zylinder in Verbindung stehen könnte,
so dass der eigene Motor für diesen Zentralzylinder 19 in diesem Falle wegfallen würde.
Auch bei dem Satellitendruckwerk der Figur 5a werden jeweils die auf die gleiche Seite
einer Bahn druckenden Zylinder 11' bis 14' zueinander registerhaltig in ihren Winkellagen
geregelt. Auch eine Überlagerung der Regelungen für den Zentralzylinder 19 mit jedem
der Zylinder 11 bis 14 kann gewinnbringend im Sinne einer Minimierung von Abweichungen
vom idealen Umfangsregister zum Einsatz kommen. Figur 5b zeigt entsprechendes am Beispiel
eines Zehnzylinderdruckwerks mit zwei Zentralzylindern 19.1 und 19.2.
[0040] Den Plattenzylindern 21 bis 24 bzw. 25 bis 28 sowie 21' und 24' nachgeordnete Farbund
Feuchtwerke können mit den Plattenzylindern zum gemeinsamen Antrieb mechanisch gekoppelt
sein, d.h. durch Formschluss. Die Farb- und Feuchtwerke können jedoch auch durch eigene
Motoren angetrieben werden. Vorteilig sind auf der Antriebsseite jeweils anzutreibende
Einheiten, die etwa gleiche Trägheitsmomente aufweisen, so dass mit wenigen Motorgrößen,
vorzugsweise einer einzigen Motorgröße, die Antriebsanforderungen der Druckmaschine
abgedeckt werden können.
[0041] In Figur 6 ist eine durch Messung und Interpolation gewonnene Kennlinie für die Registerabweichung
Y
12 des zweiten Zylinders 12 vom ersten Zylinder 11 dargestellt. Der erste Zylinder 11
ist der Referenzzylinder. Die Registerabweichung Y
12 ist aufgetragen über der Umfangsgeschwindigkeit v
2 des zweiten Zylinders 12. Die Kennlinie der Figur 6 ist reproduzierbar.
[0042] Solche Kennlinien können insbesondere für unterschiedliche Maschinentypen, unterschiedliche
Papierqualitäten und unterschiedliche Maschinenkonfigurationen, d.h. für unterschiedliche
Weglängen zwischen zwei benachbarten Druckstellen ermittelt und in einer maschineneigenen
Datenbank abgelegt werden. Anhand dieser in der Datenbank abgelegten Datensätze kann
nach entsprechender Auswahl des Maschinentyps, der aktuell verwendeten Papiersorte
und der gerade eingestellten Maschinenkonkonfiguration der passende Datensatz herausgesucht
werden. So wird dann aufgrund des in Figur 6 dargestellten Zusammenhangs aus der in
der Produktion aktuellen Umfangsgeschwindigkeit v
2 eine kompensierende Registerkorrektur ermittelt.
[0043] Eine Kennlinie, wie die der Figur 6, wird für jeden Druckfall des zweiten Zylinders
12 bzw. 16 sowie entsprechend für die weiteren registerhaltig abzustimmenden Zylinder
ermittelt. In den unterschiedlichen Druckfällen sind die Kennlinien jeweils unterschiedlich,
beispielsweise wegen unterschiedlicher Papierqualitäten, die bei gleicher Zylinderumfangsgeschwindigkeit
unterschiedliche Bahnspannungen zeigen. Insbesondere bewirken voneinander abweichende
Bahnwege bei Produktionswechseln ein verändertes Bahnverhalten. Für die Motorenregler
der Zylinder derjenigen Druckeinheiten, die der als Referenz dienenden ersten Druckeinheit
DE1 folgen, wird aus der Datenbank die passende Kurve ausgewählt. In Abhängigkeit
von der aktuellen Zylinderumfangsgeschwindigkeit wird eine Korrekturgröße, d. h. der
Anteil einer aufzuschaltenden Störgröße, anhand der ausgewählten Kennlinie gebildet
und der Führungsgröße des Motorreglers 8 aufgeschaltet.
[0044] Gegebenenfalls erfolgt eine Störgrößenaufschaltung auch bei den Zylindern 11 und
15 der ersten Druckeinheit DE1. Die Aufschaltung solch einer Störgröße auch bei den
ersten Zylindern 11 und 15 macht insbesondere für eine Schnittregisterregelung Sinn.
[0045] Falls zur Erhöhung der Flexibilität der Referenzzylinder frei auswählbar ist, werden
Kennlinien Y
kl (v
l) ausgemessen und in einer maschineneigenen Datenbank bereitgestellt. In Y
kl bezeichnet der Index k den Referenzzylinder und der Index 1 den jeweiligen, registerhaltig
abzustimmenden Folgezylinder. Im Ausführungsbeispiel mit dem ersten Zylinder 11 als
Referenzzylinder bedeutet dies, dass k = 1 und = 2, 3, 4.
[0046] In Figur 7 ist eine Regleranordnung für die auf die rechte Bahnseite druckenden Zylinder
11 bis 14 und andeutungsweise auch für die auf die linke Bahnseite druckenden Zylinder
15 bis 18 dargestellt. Es wird im folgenden jedoch nur die Regelung rechtsseits der
Bahn beschrieben. Für die Regelung links der Bahn gilt jeweils entsprechendes.
[0047] Die auf die Bahn aufgedruckten Passermarken werden vom Sensor 3 aufgenommen und im
Messkopf des Sensors 3 ausgewertet. Vom Ausgang des Sensors 3 werden die ermittelten
Registerabweichungen Y
1,i, der Zylinder 12, 13 und 14 zum Referenzzylinder 11 zu einem Eingang des Registerreglers
30 geführt. Der Registerregler 30 gliedert sich intern in je einen Registerregler
für jeden der Zylinder 11 bis 14. Aus diesen Registerabweichungen bildet jeder der
Einzelregler des Registerreglers 30 eine Stellgröße für seine Regelstrecke, die den
betreffenden Zylinder, dessen Motor 10 und Motorregler 8, die Bahn und die Sensorik
beinhaltet.
[0048] Die Winkellagen der Zylinder 11 bis 14 werden von je einem Motorregler 8 geregelt.
Hierzu wird für jeden der Zylinder 11 bis 14 eine individuelle Sollwinkellage gebildet.
Die Winkellage ϕ wird dabei durch eine vom Zylinderumfang abgewickelte Länge u [mm]
repräsentiert. Die Sollwinkellage setzt sich aus dem Anteil u
i,soll, welcher von der übergeordneten Steuerung 4, 5, 6 vorgegeben wird, und einer Korrektur
du, zusammen. Es erfolgt nun ein Vergleich zwischen der Sollwinkellage und der von
einem Sensor 7 aufgenommenen Winkel-Istlage u
i,1st, Vorzugsweise werden die Ist-Werte an den drehmomentenfreien Enden der Zylinder 11
bis 14 aufgenommen. Das Vergleichsresultat, die Differenz, wird durch den Motorregler
8 in eine Stellgröße für seinen Motor 10 umgewandelt.
[0049] In Figur 8 ist exemplarisch die Regelung für den zweiten Zylinder 12 detaillierter
dargestellt. Für die Registerregelung der anderen Zylinder gilt Entsprechendes. Eingangsgrößen
für den Registerregler 30 bzw. die diesen Regler 30 konstituierenden einzelnen Registerregler
(Fig. 15) sind zum einen die vom Sensor 3 aufgenommenen und ermittelten Registerabweichungen
Y
kl = (Y
12, Y
13, Y
14). So repräsentiert Y
12 die Registerabweichung des zweiten Zylinders 12 zum ersten Zylinder 11. Entsprechendes
gilt für die weiteren Registerabweichungen. Ferner werden dem Registerregler 30 die
gemessenen Umfangsgeschwindigkeiten v
1 bis v
4 (=v
1234) der Zylinder 11 bis 14 zugeführt. Es würde auch genügen, die Umfangsgeschwindigkeit
nur eines der registerhaltig abzustimmenden Zylinder 11 bis 14 für die anderen mit
zu verwenden, vorzugsweise die des Referenzzylinders.
[0050] Über einen dritten Eingang ist der Registerregler 30 mit der übergeordneten Steuerung,
die in Figur 8 nur einfach mit 4 bezeichnet ist, verbunden. Am dritten Eingang liegen
von der übergeordneten Steuerung 4 ausgegebene Parametergrundwerte k
Basis = (k
P Basis, k
l Basis, k
D Basis, k
f Basis) und gegebenenfalls Koeffizienten a
p, a
l, a
D für den zweiten Zylinder 12. Die ersten drei Grundwerte sind für den Regler, der
vierte für ein Filter bestimmt. Parametergrundwerte k
Basis werden entsprechend auch für den dritten Zylinder 13 und den vierten Zylinder 14
und gegebenenfalls auch für den ersten Zylinder 11 zugeführt. Aus diesen Eingangsgrößen,
d.h. der Registerabweichung Y
12, der Umfangsgeschwindigkeit v
2 und den Parametergrundwerten bildet der Registerregler 30 seine Stellgröße du
2,R. Diese Ausgangsgröße oder Stellgröße wird dem Eingang des Motorreglers 8 zusammen
mit dessen Führungsleitgröße u
2,soll von der Steuerung 4 und der Winkel-Istlage u
2,ist in Form der Differenz u
2,soll + du
2 - u
2,ist zugeführt. Als Motorregler 8 kann beispielsweise ein aus der EP 0 644 048 bekannter
PID-Regler verwendet werden.
[0051] Auch der Registerregler 30 des Ausführungsbeispiels ist als Regler mit PID-Elementen,
jeweils mit Reglerparametern k
P, k
l und k
D, ausgebildet. Jeder dieser Reglerparameter wird vom Registerregler 30 als Funktion
des jeweiligen Parametergrundwerts und der Umfangsgeschwindigkeit des Zylinders gebildet,
d.h. als Funktion der pro Zylinder individuellen Parametergrundwerte und Umfangsgeschwindigkeiten.
Es gilt somit für jeden der Zylinder 11 bis 14 individuell:

[0052] Im Ausführungsbeispiel kann, wie nachfolgend noch beschrieben wird, je ein Koeffizient
a pro Reglerparameter k hinzutreten. Jeder der Reglerparameter wird somit als Funktion
des jeweiligen Parametergrundwerts, einer zylinderindividuellen oder einer für alle
Zylinder gleichen, repräsentativen Geschwindigkeit, und gegebenenfalls dem zuletzt
genannten Koeffizienten gebildet.
[0053] Im Ausführungsbeispiel werden die Parametergrundwerte k
Basis allein in Abhängigkeit von der Dynamik der Teilregelstrecken, d.h. nur oder zumindest
hauptsächlich von den Bahnwegen zum vorhergehenden Zylinder und zum Sensor 3, bestimmt.
Die Reglerparameter des Ausführungsbeispiels sind proportional zum Produkt aus Parametergrundwert
und Umfangsgeschwindigkeit, d.h. es gilt:


[0054] Die vorgenannten Zusammenhänge nach (1) und (2) zwischen den Reglerparametern und
den sie bestimmenden Variablen gelten für jeden der registerhaltig abzustimmenden
Zylinder mit je eigenen Parametergrundwerten. Bei der Bildung der Gewichtungen der
I-und D-Anteile in einem Algerithmus für einen vorzugsweise diskreten Regler wird
die in die Gewichtung einfließende Abtastzeit T vorzugsweise konstant, zumindest bereichsweise,
d.h. innerhalb vorgegebener Geschwindigkeitsbereiche, konstant gehalten.
[0055] Die Parametergrundwerte k
Basis und die gegebenenfalls mitverwendeten Koeffizienten a für die Reglerparameter werden
dem Registerregler 30 bei einem Produktionswechsel und der damit einhergehenden Druckstellenumbildung
antizipierend von der Maschinensteuerung vorgegeben. Im Ausführungsbeispiel berücksichtigen
die Parametergrundwerte nur die Länge der Bahn zu den jeweils im Druck vorhergehenden
Druckzylinder. Eine entsprechende Einstellung am Maschinenleitstand 4 wird von der
Maschinensteuerung in die Parametergrundwerte umgerechnet und an die Registerregler
30 weitergegeben. Diese Parametergrundwerte gelten dann so lange, bis eine erneute
Druckstellumbildung vorgenommen wird. Die Zylinderumfangsgeschwindigkeiten v
1 bis v
4 werden gemessen und in Echtzeit ständig vom Registerregler 30 zur Bildung seiner
Ausgangsgröße du
i,R im Rahmen eines geeigneten Regelungsalgorithmus, vorzugsweise einer PID-Regelung,
herangezogen. Es kann jedoch auch eine für einen der Zylinder 11 bis 14 gemessene
Umfangsgeschwindigkeit für alle registerhaltig aufeinander abzustimmenden Zylinder
verwendet werden.
[0056] Der durch gesteuerte Adaption gebildeten Ausgangsgröße du
2,R des Registerreglers 30 wird die Umfangsgeschwindigkeit v
2 als Störgröße von einem Steuerglied 40 additiv aufgeschaltet. Die daraus gebildete
Summe du
2 wird der Führungsleitgröße u
2,Soll der Maschinensteuerung 4 additiv aufgeschaltet, und die Differenz aus der derart
gebildeten Führungsgröße und dem gemessenen Lage-Istwert u
2,1st ist die Regelabweichung für den Motorregler 8.
[0057] Eine Ausgangsgröße du
2,S als Korrekturgröße wird in dem Steuerglied 40 in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit
v
2 des zweiten Zylinders 12, die vorzugsweise gemessen wird, gebildet. Zu diesem Zweck
sind Kennlinien in einem Speicher des Steuerglieds 40 für den Zusammenhang der Registerabweichungen
und der Zylindergeschwindigkeiten abgelegt. Zur Bildung des Korrekturwerts bzw. des
Störgrößenaufschaltungsanteils du
2,S wird die von der Geschwindigkeit v
2 des zweiten Zylinders 12 abhängige Registerabweichung Y
12 herangezogen, wie sie beispielsweise in Figur 6 dargestellt ist. Das Steuerglied
40 errechnet aus dieser Kennlinie die zur Kompensation der Registerabweichung Y
12 dienende Korrekturgröße du
2,S, d.h. je nach Definition von Y
12 und du
2,S erfolgt als Umrechnung eine Skalierung und/oder ein Vorzeichenwechsel. Im Speicher
des Steuerglieds 40 wird im Ausführungsbeispiel lediglich eine Kennlinie für jede
der Registerabweichungen Y
12 bis Y
14 abgespeichert, für den zweiten Zylinder 12 insbesondere die Kennlinie der Figur 6,
d.h. es werden in diesem Fall lediglich die Umfangsgeschwindigkeiten der Zylinder
als Eingangsgrößen für das Steuerglied 40 verwendet. Da die Registerabweichungen im
allgemeinen jedoch auch von weiteren Einflussgrößen abhängen, insbesondere der freien
Bahnlänge zum vorangehenden Zylinder und zum Sensor 3, der Farb- und Feuchtmittelführung
und auch von der Papierqualität, ist bei Verwendung nur einer Kennlinie für die jeweilige
Registerabweichung ein repräsentativer, mittlerer Verlauf gespeichert. In einer vorteilhafter
Weiterbildung können jedoch auch für jede der Registerabweichungen Kennlinienscharen
im Speicher des Steuerglieds 40 abgelegt sein. In diesem Fall wird die aktuell zu
verwendende Kennlinie von der Steuerung 4 über eine in Figur 8 punktgestrichelt eingezeichnete
Linie ausgewählt. Auch für die Bildung der Korrekturgrößen du
i,s kann wieder eine einzige der Geschwindigkeiten v
1 bis v
4, insbesondere die des Referenzzylinders, als repräsentative Geschwindigkeit statt
individueller Geschwindigkeiten verwendet werden. Anstatt die Kennlinie oder Kennlinien
in einem Speicher des Steuerglieds permanent zu speichern und daraus die relevante
für den jeweiligen Druckfall auszuwählen, könnten die Kennlinien auch in einer Datenbank
der Maschinensteuerung abgelegt sein und über den Y
KL - Bus zu Produktionsbeginn in den Steuergliedspeicher eingegeben werden.
[0058] Die Korrekturgröße du
2,S kann im stationären und im instationären Betrieb der Maschine zur Kompensation von
systematischen Passerfehlern bzw. Registerabweichungen auch allein eingesetzt werden.
Dieser Modus wird durch einen offenen Schalter am Ausgang des Reglers 30 angedeutet.
Die Aufschaltgröße du
2 ist in diesem Fall identisch zum Störgrößenanteil du
2,S (= Korrekturgröße) des Steuerglieds 40. Ebenso ist jedoch auch die Aufschaltung dieser
Korrekturgröße optional, d.h. die Aufschaltgröße du
2 kann auch identisch zu der Stellgröße du
2,R des Reglers 30 sein. Auch dieser Modus wird durch einen offenen Schalter symbolisiert.
Ebenso können du
i,R und du
i,S auch zusammen die Aufschaltgröße du
i bilden, d.h. beide symbolischen Schalter sind in diesem Fall geschlossen.
[0059] Das Steuerglied 40 kann, wie in Figur 8 dargestellt, eigenständig zusätzlich zu dem
Motorregler 8 und dem Registerregler 30 vorgesehen sein. Es kann jedoch auch vorteilhafterweise
in Einzelsteuerglieder für die einzelnen Zylinder 11 bis 14 aufgeteilt und in dieser
Aufteilung jeweils den Motorreglern 8 unmittelbar vorgeordnet sein. Eine dritte Möglichkeit,
nämlich die Implementation der das Steuerglied 40 bildenden Einzelsteuerglieder 41
bis 44 in den Registerregler 30 ist in Figur 15 dargestellt.
[0060] Die Figuren 9 bis 11 zeigen den Einfluss, den eine am zweiten Zylinder 12 vorgenommene
Registerverstellung auf die Register der nachfolgenden Zylinder 13 und 14 ausübt.
In Figur 9 ist die Abweichung des Registers des zweiten Zylinders 12 vom ersten Zylinder
11 über der Zeit dargestellt für den Fall einer rechteckförmigen Anregung du
2. Zu einem vorgegebenen ersten Zeitpunkt t1 wurde das Register des zweiten Zylinders
12 um 1 mm verstellt und zu einem vorgegebenen zweiten Zeitpunkt t2 wieder zurückgestellt.
Die Verstellung des zweiten Zylinders 12 macht sich im Register des nachfolgenden
dritten Zylinders 13 nur zu dem vorgenannten ersten und zweiten Zeitpunkt, also den
Übergangsstellen der Figur 9, durch einen ersten und einen zweiten Buckel unterhalb
und oberhalb der Linie für Nullabweichung bemerkbar. Ein ähnliches Verhalten zeigt
das Register des vierten Zylinders 14 gemäß Figur 11.
[0061] Die Anteile du
3 und du
4 in den Führungsgrößen für deren Motorregler 8 sind Null.
[0062] Für eine andere beispielhafte Registerverstellung ist in Figur 12 zusätzlich zum
Verlauf der Registerabweichung Y
12 die Änderung der Anregung du
2 eingezeichnet.
[0063] Figur 13 zeigt den Verlauf von du
3 und den Verlauf der Registerabweichung Y
13 für den dritten Zylinder 13. Die Registerverstellung nach Figur 12 beim zweiten Zylinder
12 bewirkt auch eine Verstellung des Umfangsregisters bei den nachfolgenden Zylindern
13 und 14, wie dies bereits in den Figuren 10 und 11 dargestellt ist. Sobald eine
Registerabweichung Y
13 durch den Sensor 3 festgestellt worden ist, wird der Motor des dritten Zylinders
13 zur Beseitigung der Registerabweichung Y
13 nachgeregelt. Der der Nachregelung entsprechende Anteil du
3 der Führungsgröße für den Motorregler 8 des dritten Zylinders 13 ist in Figur 13
eingezeichnet. In Figur 13 ist erkennbar, dass diese Führungsgröße erst mit einer
gewissen zeitlichen Verzögerung zur eingetretenen Registerabweichung Y
13 um du
3 verändert wird. Die Regelstrecken für die beiden Zylinder 12 und 13 sind gekoppelt.
Wie Figur 13 zeigt, bewirkt die verzögerte Veränderung du
3 nicht nur, dass die Registerabweichung Y
13 ungestört zum Entstehen kommt, sie bewirkt darüberhinaus nach Verringerung von Y
13 auch ein erhebliches Überschwingen der Registerabweichung Y
13 in die andere Richtung. Das Überschwingen erfolgt sogar zu einer Zeit, zu der die
Registerabweichung Y
13 ohne die Änderung du
3 gegen die gewünschte Nullabweichung zurücklaufen würde. Das Überschwingen wird somit
durch du
3 überhaupt erst bewirkt.
[0064] Figur 14 zeigt den Verlauf der Registerabweichung Y
13 des dritten Zylinders 13 für den Fall, dass eine regelungstechnische Entkopplung
für die Regelstrecken des zweiten Zylinders 12 und des dritten Zylinders 13 vorgenommen
wird bzw. aktiviert ist.
[0065] Der in Figur 14 günstige Verlauf der Registerabweichung Y
13 des dritten Zylinders 13, bezogen auf den ersten Zylinder 11, wird dadurch erzielt,
dass der Führungsgröße des Motorreglers 8 für den dritten Zylinder 13 ein bestimmter
Anteil des Ausgangs des Registerreglers für den zweiten Zylinder 12 aufsummiert wird.
Durch die Aufsummierung werden die Einflüsse im Sinne einer registerhaltigen Abstimmung
kompensiert, die von der Beeinflussung der Bahnspannung durch die Registerverstellung
eines vorhergehenden Zylinders herrühren. Die eben beschriebene Aufsummierung zur
Führungsgröße des Motorreglers für den dritten Zylinder 13 kann alleine oder in Kombination
mit der bereits genannten Störgrößenaufschaltung erfolgen.
[0066] Figur 15 zeigt ein Ausführungsbeispiel des Registerreglers 30, der durch Integration
des Steuerglieds 40 in den Regler 30 der Figur 8 entsteht. Ferner sind Entkopplungsglieder
vorgesehen.
[0067] Auf einem ersten Bus v und einem zweiten Bus k
Basis, die zusammen auch zu einem einzigen Bus zusammengefasst sein können, werden dem
insgesamt mit 30 bezeichneten Registerregler die Umfangsgeschwindigkeiten v
1 bis v
4 der vier auf die gleiche Bahnseite druckenden Zylinder 11 bis 14 und die Parametergrundwerte
für diese Zylinder zugeführt. Die gegebenenfalls jeweils mit den Parametergrundwerten
vorgegebenen Koeffizienten a werden über den K
Basis - Bus oder einen eigenen Bus übertragen.
[0068] Der Registerregler 30 weist je einen Hauptregler für jeden der Zylinder 11 bis 14
auf. Die jeweiligen Hauptregler sind mit 31 bis 34 bezeichnet. Es handelt sich hierbei
jeweils um einen PID-Regler. Jedem der Hauptregler 31 bis 34 und der Filter 1 bis
4 wird der für seinen Zylinder individuelle Satz von Parametergrundwerten k
Pi,Basis, k
li,Basis, k
Di,Basis und k
fi,Basis zugeführt; den Hauptreglern werden ferner zylinderindividuelle Koeffizienten a
Pi, a
li, a
Di zugeführt. Die Registerabweichungen Y
12 bis Y
14 werden den Hauptreglern 32 bis 34 jeweils über ein vorgeschaltetes Filter, nämlich
Filter 2, Filter 3 und Filter 4, zugeführt. Die Parametergrundwerte werden zu Beginn
einer Produktion für diese Produktion für die gesamte Produktion einmalig in je einen
Speicher der Hauptregler 31 bis 34 eingelesen. Es ist jedoch auch möglich, dass mehrere,
für eine Produktion spezifische Sätze von Parametergrundwerten verwendet werden, beispielsweise
ein erster Satz für einen ersten Geschwindigkeitsbereich und ein zweiter, gegebenenfalls
ein dritter Satz für einen zweiten oder gar dritten Geschwindigkeitsbereich der Zylinder.
Im Ausführungsbeispiel berücksichtigen die Parametergrundwerte lediglich die Länge
der freien Bahn vor dem jeweiligen Zylinder und die Länge der Bahn vom Zylinder bis
zum Sensor 3. Falls für jeden der Zylinder 11 bis 14 je ein Sensor 3 vorgesehen ist,
müssen die Parametergrundwerte die jeweiligen Bahnlängen bis zu solch individuellen
Sensoren 3 nicht berücksichtigen. Aus den Parametergrundwerten und der gemessenen
Zylinderumfangsgeschwindigkeit bildet jeder der Hauptregler 31 bis 34 seine Reglerparameter
k
P, k
l und k
D nach den Beziehungen:

[0069] Die Werte für die Koeffizienten a
P, a
l, a
D gelangen auf die gleiche Art und Weise zu den Hauptreglern wie die k
Basis-Werte. Die a-Werte werden vorzugsweise ebenfalls auch stets dann verändert, wenn
die k
Basis-Werte verändert werden.
[0070] Innerhalb der gleichen Produktion können die ebenfalls zylinderindividuellen Koeffizienten
a und die Grundwerte k
Basis in diskreten Schritten in Abhängigkeit von der Zylinder- umfangsgeschwindigkeit variieren,
vorzugsweise in lediglich zwei oder drei Schritten über den gesamten Geschwindigkeitsbereich.
[0071] Auch die Koeffizienten k, der vorgeschalteten Filter, der Filter 1, 2, 3 und 4, können
in vorteilhafter Weiterbildung entsprechend solchen Relationen und Gleichungen (1)
bis (3) gesteuert adaptiert werden.
[0072] Den Ausgangsgrößen du
i,R der Hauptregler 31 bis 34 werden jeweils die Störgrößenanteile du
i,S in der zu Figur 8 beschriebenen Weise additiv aufgeschaltet.
[0073] Ferner werden ebenfalls additiv aufgeschaltet die Ausgangsgrößen von Entkopplungsgliedern
EG
34, EG
234 und EG
1234. Im Ausführungsbeispiel mit dem ersten Zylinder 11 als Referenzzylinder und den in
ihrer Nummerierung folgenden Zylindern 12, 13 und 14 genügen das Entkopplungsglied
EG
34 zur Entkopplung des Hauptreglers 34 vom Hauptregler 33 und das weitere Entkopplungsglied
EG
234 zur Entkopplung jeweils des Hauptreglers 33 und 34 vom Hauptregler 32. In die Entkopplung
miteinbezogen sind auch die Steuerglieder 41 bis 44.
[0074] In Figur 15 ist der Fall dargestellt, dass der erste Zylinder 11 die Referenzfarbe
druckt. Y
11 ist in diesem Falle definitionsgemäß Null; ebenso du
l.R. Die Störgrößenaufschaltung wirkt in diesem Falle für den ersten Zylinder 11 nur
beim Schnittregister. Falls die Referenzfarbe durch einen der anderen Zylinder 12,
13 oder 14 gedruckt wird, gilt entsprechendes für den dann die Referenzfarbe druckenden
Zylinder. Falls in den Registerabweichungen Y
12, Y
13 und Y
14 ein gemeinsamer Teil auftritt und gegebenenfalls dieser gemeinsame Registerabweichungsanteil
beim ersten Zylinder 11, dem Referenzzylinder, kompensiert wird, oder bei Schnittregisterverstellungen,
werden die Regelstrecken der Zylinder 12, 13 und 14 durch ein entsprechendes Entkopplungsglied
EG
1234 von der Regelstrecke des ersten Zylinders 11 in gleicher Weise entkoppelt. Falls
der Referenzzylinder frei wählbar ist, werden die Zylinder 11 bis 14 vorzugsweise
alle voneinander über Entkopplungsglieder entkoppelt.
[0075] Wie bereits im Zusammenhang mit Figur 8 beschrieben, kann auf die Ausgangsgrößen
du
i,R der Hauptregler 31 bis 34 verzichtet werden; zumindest kann auf die gesteuerte Adaption
verzichtet werden. Ebenso ist die Bildung einer regelungstechnischen Entkopplung mittels
Entkopplungsgliedern EG
34, EG
234 und EG
1234 optional.
[0076] In Figur 16 ist eine Sprungantwort bzw. Übertragungsfunktion für die Entkopplungsglieder
EG
23, EG
234 und EG
1234 als Funktion der Zeit qualitativ dargestellt. Die Übertragungsfunktion, die in dieser
qualitativen Darstellung für sämtliche Entkopplungsglieder gilt, fällt von einem positiven
Anfangswert im Verlauf der Zeit ab bis gegen Null. Da es sich bei der erfindungsgemäßen
Regelung bevorzugterweise um eine diskrete Regelung handelt, ist der Verlauf der Übertragungsfunktion
treppenförmig abfallend. Die Ausgangsgrößen der Entkopplungsglieder werden somit derart
gebildet, dass die nachfolgenden Zylinder so ausschlagen, dass deren Passer möglichst
wenig verändert werden, wenn an einem vorausgehenden Zylinder eine Registerverstellung
vorgenommen worden ist. Die erfindungsgemäße Entkopplung der Regelstrecken im Registerregler
30 trägt auch alleine, d.h. ohne die gesteuerte Adaption der Reglerparameter und auch
ohne die Aufschaltung der Störgröße, zur Registerhaltigkeit von auf eine Seite der
Bahn druckenden Zylindern untereinander bei, bringt also auch allein oder in wahlweiser
Kombination mit einer der anderen beiden Lösungen Vorteile bei der Registerhaltigkeit.
1. Verfahren zur registerhaltigen Abstimmung von auf eine Bahn druckenden Zylindern einer
Rollenrotationsmaschine, bei dem
a) ein auf eine Seite der Bahn druckender erster Zylinder (11) von einem ersten Motor
(10) und ein auf die gleiche Seite der Bahn druckender zweiter Zylinder (12) von einem
zweiten Motor (10) angetrieben werden und
b) die Motoren (10) von Motorreglern (8) zur Einhaltung von vorgegebenen Winkellagen
des ersten und des zweiten Zylinders (11, 12) geregelt werden,
dadurch gekennzeichnet, dass
c) einer Führungsleitgröße (u2.Soll) für den Motorregler (8) wenigstens des zweiten Zylinders (12) wenigstens eine Störgröße
(v) aufgeschaltet wird zur Kompensation einer für diese Störgröße (v) typischen Registerabweichung
(Y12) des zweiten Zylinders (12) vom ersten Zylinder (11).
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die typische Registerabweichung
(Y12) als Funktion der Störgröße (v) in Form wenigstens einer Kennlinie vorgegeben und
daraus eine Korrekturgröße (du2,s) gebildet und dem Motorregler (8) des zweiten Zylinders (12) zugeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Störgröße die Geschwindigkeit
(v2) des zweiten Zylinders oder die Geschwindigkeit (v1, v3, v4) eines auf die gleiche Seite der Bahn wie der zweite Zylinder (12) druckenden anderen
Zylinders (11, 13, 14) verwendet wird.
4. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass geschwindigkeitsabhängige
Registerabweichungen für alternative Transportwege der Bahn ermittelt und vorgegeben
werden.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei
einer Änderung einer Produktionsbedingung wenigstens ein Reglerparameter (kP, kD, kl, kf) eines Reglers (30; 32) zur registerhaltigen Abstimmung des zweiten Zylinders (12)
verändert und die Einstellung dieses Reglers (30; 32) dadurch der Produktionsbedingung
angepasst wird.
6. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass in die Bildung
des wenigstens einen Reglerparameters (kP, kD, kl, kf) ein für eine Produktion spezifischer Parametergrundwert (kP,Basis, kD,Basis, kl,Basis, kf,Basis) einfließt.
7. Verfahren nach wenigstens einem der beiden vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass der Reglerparameter (kP, kD, kl, kf) durch eine Änderung einer Bahnlänge infolge einer Druckstellenumbildung zumindest
mitbestimmt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens
eine Reglerparameter (kP, kD, kl, kf) in Anpassung an die Umfangsgeschwindigkeit eines der Zylinder (11, 12, 13, 14),
die auf die gleiche Bahnseite drucken, verändert wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein
auf die gleiche Seite der Bahn druckender dritter Zylinder (13) von einer für den
zweiten Zylinder (12) vorgenommenen Korrektur einer Registerabweichung (Y12) des zweiten Zylinders (12) entkoppelt wird, indem die diese Korrektur der Registerabweichung
(Y12) des zweiten Zylinders (12) bewirkende Größe (du2,R) für den zweiten Zylinder (12) einem Entkopplungsglied EG234 zugeführt und dessen Ausgangssignal (E234) einer Stellgröße (du3,R) zur Korrektur von Registerabweichungen (Y13) des dritten Zylinders (13) aufgeschaltet wird.
10. Vorrichtung zur registerhaltigen Abstimmung von auf eine Bahn druckenden Zylindern
einer Rollenrotationsmaschine, mit
a) einem auf eine Seite der Bahn druckenden ersten Zylinder (11), der von einem ersten
Motor (10) angetrieben wird, und einem auf die gleiche Seite der Bahn druckenden zweiten
Zylinder (12), der von einem zweiten Motor (10) angetrieben wird, und
b) Motorreglern (8) zur Regelung der Winkellagen der Zylinder (11, 12),
dadurch gekennzeichnet, dass
c) ein Steuerglied (40; 42) vorgesehen ist, das aus einer Störgröße (v) eine Korrekturgröße
(du2,s) zur Kompensation einer für die Störgröße (v) typischen Registerabweichung (Y12) des zweiten Zylinders (12) vom ersten Zylinder (11) bildet, die dem Motorregler
(8) des zweiten Zylinders (12) aufgeschaltet wird.
11. Vorrichtung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuerglied
(40; 42) einen Speicher aufweist, in dem wenigstens eine Kennlinie für den von der
Störgröße (v) abhängigen Verlauf der Registerabweichung (Y12) des zweiten Zylinders (12) vom ersten Zylinder (11) abgelegt ist.
12. Vorrichtung nach wenigstens einem der beiden vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass dem Steuerglied (40; 42) über einen ersten Eingang die wenigstens eine Störgröße
(v) und über einen zweiten Eingang die wenigstens eine für eine aktuelle Druckproduktion
gültige Kennlinie (Y12 (v)) oder ein Auswahlsignal zum Auswählen dieser Kennlinie aus in einem Speicher
des Steuerglieds (40; 42) gespeicherten Kennlinien zugeführt wird.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass ein Registerregler
(30; 32) zur registerhaltigen Abstimmung des zweiten Zylinders (12) zum ersten Zylinder
(11) vorgesehen und wenigstens ein Reglerparameter (kp, kD, kl, kf) dieses Reglers (30; 32) im Betrieb der Maschine veränderbar ist.
14. Vorrichtung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß der Registerregler
(30; 32) einen Signalprozessor und einen Speicher aufweist, in den von einer übergeordneten
Steuerung (4, 5, 6) Parametergrundwerte (kP Basis, kD Basis , kl Basis, kj Basis) zur Bildung des wenigstens einen veränderbaren Reglerparameters (kP, kD, kl, kf) eingelesen werden.
15. Vorrichtung nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass dem Registerregler
(30; 32) die Umfangsgeschwindigkeit eines der auf die gleiche Seite der Bahn druckenden
Zylinder (11, 12), vorzugsweise des abzustimmenden Zylinders (12), zugeführt wird.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass ein Multiplizierer
des Registerreglers (30; 32) zur Bildung des wenigstens einen veränderbaren Reglerparameters
(kP, kD, kl, kf) die Umfangsgeschwindigkeit mit dem Parametergrundwert (kP Basis, kD Basis, kl Basis, kf Basis) multipliziert.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuerglied
(40; 42) Teil eines Registerreglers (30; 32) ist.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuerglied
(40; 42) eigenständig oder Teil einer übergeordneten Maschinensteuerung (4, 5, 6)
ist.