[0001] Die Erfindung betrifft eine Satteldecke aus mehreren Lagen von Geweben oder Gewirken,
wobei die dem Pferderücken Zugewandten Lagen wasser- und luftdurchlässig und die Oberschicht
weitgehend wasserundurchlässig sind. Derartige Satteldecken dienen dazu, den Rücken
eines Reittieres, insbesondere eines Pferdes, abzudecken. Üblicherweise dient die
Satteldecke als Zwischenlage zwischen Pferd und aufliegendem Sattel.
[0002] Bisherige Satteldecken bestehen aus einlagigen oder mehrlagigen Gewoben oder Filz.
Bei höherer Belastung, insbesondere im Military- und Distanzreitsport, kann es unter
den herkömmlichen Satteldecken einen Hitzestau oder eine verstärkte Schweißbildung
geben. Dadurch kann es zu einer Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit des Pferdes
kommen, wie z.B. durch Dehydrierung und durch Auswirkungen des Satteldrucks.
[0003] Bekannte Satteldecken zeigen auch einen mehrschichtigen Aufbau wobei die oberste
Schicht aus einem wasserundurchlässigen Material besteht. Die zum Pferderücken liegenden
Schichten bestehen jedoch aus schweißaufsaugendem Material. Schweißaufsaugende Textilien
haben den Nachteil, den gebildeten Schweiß nicht nur aufzusaugen, sondern auch zu
sichern. Sobald das Gewebe vollgesogen ist, hört die schweißabsaugende Wirkung weitgehend
auf und die Verdunstung wird stark behindert.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die beschriebenen Nachteile zu vermeiden.
Es soll eine Satteldecke vorgesehen werden, die den Schweiß nicht aufsaugt, sondern
den ungehinderten Schweißabfluß und eine bessere Ventilation erlaubt, sodaß die vom
Pferdekörper erhitzte Luft und Schweiß vom Pferdekörper abgeleitet und nach außen
aus der Satteldecke geführt werden. Trotzdem soll die Satteldecke an der Außenseite
möglichst trocken bleiben.
[0005] Die erfindungsgemäße Satteldecke ist in erster Linie dadurch gekennzeichnet, daß
sie vom Pferderücken ausgehend folgenden Lagenaufbau aufweist:
a) Unterschicht aus hautfreundlichem Abstandsgewirke mit hoher Luft- und Wasserdurchlässigkeit,
b) Mittelschicht aus einer oder mehreren Lagen Abstandsgewirke mit hoher Luft- und
Wasserdurchlässigkeit, und
c) Oberschicht aus weitgehend wasserundurchlässigem Gewebe, wobei gegebenfalls abschnittweise
ein Abstandsgewirke mit hoher Luft- und Wasserdurchlässigkeit zur Luftventilation
vorgesehen ist.
[0006] Weitere Merkmale der Erfindung sind den Patentansprüchen, der nachfolgenden Beschreibung
und den Zeichnungen zu entnehmen.
[0007] Im nachfolgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles in den Figuren
1 bis 4 beschrieben.
[0008] Fig. 1 zeigt die Aufsicht auf eine erfindungsgemäße Satteldecke von oben. Die Fig.
2 ist eine Aufsicht auf eine Einlage für die Satteldecke nach Fig. 1. Die Figuren
3 und 4 sind Schnittdarstellungen nach den Linien III-III und IV-IV in Fig. 1.
[0009] Die Satteldecke nach Fig. 1 ist so aufgebaut, daß die Mittellinie 1 entlang der Wirbelsäule
des Pferdes zu liegen kommt. Die beiden Flügel 2 erstrecken sich zu beiden Seiten
des Pferderückens und hängen mit ihren Enden 3 nach unten. Das hintere Ende 4 ist
schmäler ausgebildet als das vordere Kopfende 5. Die Satteldecke ist außen von einer
Rindnaht 17 eingefaßt.
[0010] Die Flügel 2 bestehen an ihrer oberen Seite zum größten Teil aus wasserundurchlässigem
Gewebe, welches den Schweiß vom Pferd zum Sattel oder zum Reiter nicht durchläßt und
auch etwaige Feuchtigkeit von oben zum Pferd abhält . Die Enden 3 können an ihrer
Oberfläche verschleißfesteres Material wie z.B. Leder aufweisen.
[0011] Bevorzugt weist die Oberschicht abschnittweise Abstandsgewirke mit hoher Luft und
Wasserdurchlässigkeit zur Luftventilation auf. In der Ausführung nach Fig. 1 kann
man eine hintere Ventilfläche 6, eine mittlere Ventilfläche 7 und eine vordere Ventilfläche
8 ersehen. Diese Ventilflächen zeichnen sich durch eine hohe Luftdurchlässigkeit aus,
sodaß erwärmte Luft und Schweiß durch diese Ventilflächen leicht nach außen abgeführt
werden können.
[0012] Entlang der Mittellinie 1 ist die Satteldecke oben der Länge nach geschlitzt und
dieser Schlitz 9 ist z.B. mittels eines Reißverschlusses 10 verschließar.
[0013] Anhand der Fig. 3 wird der lagenweise Aufbau der erfindungsgemäßen Satteldecke beschrieben.
Die Fig. 3 entspricht einem Schnitt nach der Linie III-III in Fig. 1, also durch den
Randbereich. Die Schnittdarstellung ist rein schematisch und berücksichtigt nicht,
daß durch die Randnaht das Material der einzelnen Schichten stark zusammengepreßt
wird.
[0014] Die Unterschicht 11 besteht aus einem hautfreundlichen Abstandsgewirke mit hoher
Luft- und Wasserdurchlässigkeit. Diese Unterschicht steht in direktem Kontakt mit
dem Fell des Reittieres und hat die Eigenschaft, die gebildete warme Luft und den
Schweiß unmittelbar vom Pferdekörper wegzuziehen und nach oben zu den anderen Lagen,
die die Mittelschicht 12 bilden, weiterzuleiten. Die Mittelschicht 12 ist in diesem
Ausführungsbeispiel durch zwei Lagen Abstandsgewirke gebildet, nämlich durch eine
untere Mittelschicht 13 und die obere Mittelschicht 14. Beide Teile der Mittelschicht
liegen direkt aufeinander. Der Zwischenraum 15 soll illustrieren, daß die beiden Schichten
13 und 14 nicht flächig miteinander verbunden sind, sodaß nach einem weiteren Ausführungsbeispiel
eine Einlageschicht eingelegt werden kann.
[0015] Die untere Mittelschicht 13 ist bevorzugt aus dickerem Abstasdsgewirke gebildet,
als die obere Mittelschicht 14 .
[0016] Nach oben (also zum Sattel hin) wird die Satteldecke von der Oberschicht 16 abgeschlossen,
die aus weitgehend wasserundurchlässigem Gewebe besteht. Im Bereich der Ventilflächen
6 bis 8 kann die Oberschicht 16 durch ein Abstandsgewirke gebildet sein, um den Austritt
der erwärmten Luft und der Feuchtigkeit zu erleichtern.
[0017] Der Schweiß kann relativ ungehindert abrinnen, da durch die Satteldecke ein Raum
zwischen der Oberschicht 16 und dem Pferdefell ausgebildet wird, der dem Schweißabluß
nur geringen Widerstand entgegensetzt und auch Luft zirkulieren läßt.
[0018] Der größte Teil der Feuchtigkeit rinnt entlang des Pferdekörpers in den Schichten
11 und 12 nach unten. Durch den Ventilationseffekt wird die Feuchtigkeitsbildung noch
zusätzlich verringert.
[0019] Am Rinde ist die Satteldecke durch die Randnaht 17 vernäht, wobei die Schichten im
Nahtbereich zusammengepreßt sind, anders als in Fig. 3 dargestellt ist.
[0020] In den Zwischenraum 15 kann gewünschtenfalls eine Einlage 18 angeordnet werden, wie
sie in Fig. 2 in Aufsicht dargestellt ist. Auch diese Einlageschicht besteht aus wasser-und
luftdurchlässigem Abstandsgewirke. Die Einlageschicht ist durch Haftgewebe wie z.B.
Klettband 19 zwischen der unteren Mittelschicht 13 und der oberen Mittelschicht 14
fixierbar. Bevorzugt besteht die Einlageschicht im Bereich 20 entlang der Wirbelsäule
des Pferdes aus dünnerem Abstandsgewirke und im Bereich 21 zu den Flanken hin aus
dickerem Abstandsgewirke oder aus zwei Lagen des dünneren Abstandsgewirkes. Die kreisförmigen
Ausschnitte 22 dienen der erhöhten Luftzirkulation direkt vom Pferderücken nach oben
zu der Ventilfläche 7.
[0021] Die Einlageschicht 18 kann durch den Schlitz 9 in die Satteldecke eingelegt werden.
Durch den Zippverschluß 10 kann der Schlitz 9 geschlossen oder geöffnet werden.
[0022] Die Fig. 4 zeigt den Schichtaufbau der Satteldecke mit eingelegter Einlageschicht
und bei geöffnetem Zippverschluß. Die Bezugzeichen zu den einzelnen Schichten entsprechen
jenen der Fig. 3. Die Einlageschicht 18 umfaßt zu den Flanken hin eine zweite Schicht
23 aus Abstandsgewirke, um in den Flanken dickeres Material vorzusehen.
[0023] Die Oberschicht 16 besteht in dem dargestellten Schnittbereich abschnittweise aus
dem luft- und wasserdichten Material 16 und aus der mittleren Ventilfläche 7 aus Abstandsgewirke.
Die Naht 24, die die beiden Materialien miteinander verbindet, fixiert auch die obere
Mittelschicht 14. Die weiters eingezeichnete Naht 25 verbindet die beiden Schichten
der Einlageschicht 18 als Grenze zwischen den Bereichen 20 und 21 der Einlageschicht.
[0024] Die zuvor beschriebenen Abstandsgewirke sind im Handel erhältliche Gewirke, bei denen
die gewirkten Oberflächen 26 und 27 (Fig. 3) mit Abstandsstegen 28 verbunden sind.
In Fig. 3 sind diese Bezugszeichen bei der unteren Mittelschicht 13 beispielsweise
eingezeichnet. Derartige Abstandsgewirke haben keine oder keine beachtenswerte Saug-
oder Speicherwirkung für Schweiß und erlauben dessen ungehinderten Abfluß und Luftventilation.
Eine etwaige haftende Restfeuchte stellt für den Tierrücken keine Belastung dar. Beispiele
für derartige Materialien sind die folgenden:
- Für die Unterschicht 11 das hautfreundliche Abstandsgewirke Gertex 770902. Dieses
Gewirke der Gertex Textil GmbH wird auch als Gertex Profil Filetgewirke bezeichnet.
Es besteht zu 100 % aus Polyester und hat ein Flächengewicht von 330 g/m2. Bei guter Ventilationswirkung hat es eine sehr geringe Feuchtigkeitsaufnahme und
ist genügend scheuerbeständig.
- Für die untere Mittelschicht 13 das Abstandsgewirke Müllertextil 5875 mit der Stärke
von 11 mm.
- Für die anderen dünneren Abstandsgewirke wie die Schichten 14, 18 oder die Ventilflächen
6, 7, und 8 das Müllertextil 5754 mit der Stärke von 6 mm.
- Als Material für die wasserundurchlässige Oberschicht 16 hat sich Textilmaterial Cotura
als günstig erwiesen, welches ein beschichtetes Gewebe ist.
[0025] Im Rahmender vorliegenden Erfindung können diese Materialien durch gleichwertige
ersetzt werden, wenn die notwendige Luftzirkulation und sonstigen Bestimmungsgrößen
gleichartig sind.
1. Satteldecke aus mehreren Lagen von Geweben oder Gewirken, wobei die dem Pferderücken
zugewandten Lagen wasser- und luftdurchlässig und die Oberschicht weitgehend wasserundurchlässig
sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Satteldecke, vom Pferderücken ausgehend, folgenden
Lagenaufbau aufweist:
a) Unterschicht (11) aus hautfreundlichem Abstandsgewirke mit hoher Luft- und Wasserdurchlässigkeit,
b) Mittelschicht (12) aus ein oder mehreren Lagen Abstandsgewirke mit hoher Luft-
und Wasserdurchlässigkeit, und
c) Oberschicht (16) aus weitgehend wasserundurchlässigem Gewebe, wobei gegebenenfalls
abschnittweise ein Abstandsgewirke mit hoher Luft- und Wasserdurchlässigkeit zur Luftventilation
vorgesehen sein kann.
2. Satteldecke nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittelschicht (12) zumindest
abschnittweise aus zwei Lagen Abstandsgewirke besteht, sodaß eine untere Mittelschicht
(13) und eine obere Mittelschicht (14) gebildet ist.
3. Satteldecke nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die untere Mittelschicht
(13 )eine größere Stärke aufweist als die obere Mittelschicht (14).
4. Satteldecke nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen unterer und
oberer Mittelschicht (13,14) eine Einlageschicht (18) aus wasser- und luftdurchlässigem
Abstandsgewirke eingelegt ist.
5. Satteldecke nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Satteldecke eine
umlaufende Randnaht (17) aufweist, durch die die Unterschicht (11), die untere Mittelschicht
(13), die obere Mittelschicht (14) und die Oberschicht (16) miteinander verbunden
sind.
6. Satteldecke nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberschicht (16)
und gegebenenfalls die obere Mittelschicht (14) einen verschließbaren Schlitz (9)
aufweist, um die Einlageschicht (18) einlegen und herausnehmen zu können.
7. Satteldecke nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlitz (9) durch einen
Reißverschlub (10) verschließbar ist.
8. Satteldecke nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Einlageschicht
(18) in ihrer Lage fixierbar ist, vorzugsweise mittels Klettband (19).
9. Satteldecke nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Einlageschicht
(18) im Bereich (20) entlang der Wirbelsäule des Pferdes aus dünnerem Abstandsgewirke
und zu den Flanken (21) hin aus dickerem Abstandsgewirke gebildet ist.
10. Satteldecke nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberschicht
(16) die Abschnitte aus Abstandsgewirke zur Ventilation im Bereich entlang der Wirbelsäule
des Pferdes und entlang der Randnaht aufweist (Ventilflächen 6,7,8).