[0001] Die Erfindung betrifft ein System zur elektrochemischen Delignifizierung ligninhaltiger
Materialien sowie Verfahren zu seiner Anwendung.
[0002] Unter dem Oberbegriff 'ligninhaltige Materialien' summiert sich eine Vielzahl nachwachsender
Rohstoffe, z.B. Holz, Gras, andere nicht holzbildene Pflanzen wie Hanf oder Baumwolle
und der daraus hergestellten Zwischen- und Endprodukte, z.B. Pulpe, Zellstoffe, Papier
und Textilien. Die ligninhaltigen Materialien sind generell wasserunlöslich. Lignin
ist in diesen Materalien eingebunden in komplexe Strukturen, z.B. Fasern. Häufig müssen
ligninhaltige Materialien z.B. für die Herstellung qualitativ hochwertiger Papiere
'delignifiziert' werden, d.h. das enthaltene Lignin muß ganz oder teilweise depolymerisiert
werden damit es ganz oder teilweise aus den ligninhaltigen Materialien extrahiert
werden kann. Dieser Prozeß muß möglichst selektiv Lignin depolymerisieren, da die
mit Iignin kombinierten Substanzen wie Zellulosen und Hemizellulosen in der Regel
nicht zerstört werden sollen.
[0003] Bei der technischen Herstellung von Papier ist die Delignifizierung ein wesentlicher
und notwendiger Verfahrensschritt. Die Hauptmengen des im Holz enthaltenen Lignins
werden bei den gängigen Verfahren zur Zellstoffherstellung durch einen primären Verfahrensschritt
entfernt. Es wurden eine Reihe solcher Aufschlußverfahren entwickelt, der technisch
am häufigsten verwendete Prozeß beruht auf einer alkalischen Kochung von Holz mit
Sulfid (Kraft-Prozeß). Nach der Kochung muß der in der dabei erhaltenen Pulpe verblieben
Restgehalt an Lignin weiter reduziert werden. Dies trifft auch auf andere Aufschlußverfahren
wie zum Beispiel das 'ASAM' - Verfahren oder die Sulfit-Kochung zu.
[0004] Der meist mehrstufige Prozeß der Entfernung des Restlignins wird als Bleiche bezeichnet.
Lignin wird dabei entfernt und/ oder entfärbt. Im wesentlichen können drei unterschiedliche
Bleichverfahren unterschieden werden. Bei der sogenannten Chlorbleiche kann Lignin
sehr selektiv und kostengünstig mit elementarem Chlor entfernt werden. In der sogenannten
ECF-Bleiche ('elemental chlorine free') wird die Bleiche chlorfrei mit Chlordioxid
erreicht. Um den Chlordioxidbedarf und damit die Umweltbelastung bei diesem Verfahren
zu reduzieren, wird die ECF-Bleiche teilweise mit einer Sauerstoffdelignifizierung
kombiniert. Beim dritten Verfahren, der sog. TCF-Bleiche ('total chlorine free') wird
die Bleiche völlig ohne chlorhaltige Verbindungen durchgeführt. Die Ligninoxidation
wird zum Beispiel durch eine Behandlung mit Sauerstoff und/oder Ozon und/oder Peroxid
und /oder Persäuren erreicht. Die Chlorbleiche wird heute nur mehr in Altanlagen angewendet.
Obwohl technisch und ökonomisch vorteilhaft, muß dieses Verfahren substituiert werden,
da die damit verbundenen Umweltbelastung nicht länger akzeptiert wird. Insbesondere
die Freisetzung chlorierter aromatischer Kohlenwasserstoff ist umweltproblematisch.
Bei ECF-Verfahren ist die Umwelbelastung mit chlorierten Verbindungen zwar deutlich
geringer als bei der Chlorbleiche, dennoch werden auch bei diesem Verfahren chlorierte
Kohlenwasserstoffe gebildet. Darüberhinaus erschwert der Cl
-- Gehalt das 'schließen', d.h. den abwasserfreien oder abwasserreduzierten Betrieb
von ECF-Bleichanlagen, da es bei einer Aufkonzentrierung von Cl
- zur Korrosion der Anlagen kommen kann. Unter umweltrelevanten Gesichtspunkten ist
den beiden beschriebenen Verfahren die TCF-Bleiche vorzuziehen. Problematisch ist
dabei jedoch, daß die total chlorfreien Bleichagentien im Vergleich zu chlorhaltigen
Verbindungen eine geringere Selektivität aufweisen, d.h. neben der Lignindepolymerisation
findet auch eine Schädigung der Zellulose und der Hemizellulosen statt. Dadurch kommt
es zu Ausbeuteverlusten und einer Faserschädigung, die nur minimierbar ist, indem
die Delignifizierung nicht vollständig durchgeführt wird. Papier aus TCF-gebleichtem
Zellstoff besitzt entweder eine geringere Faserqualität oder (und) eine geringere
Helligkeit als Papier aus ECF gebleichtem Zellstoff. Daneben sind TCF-Verfahren ökonomisch
ungünstig, da sie große Mengen an relativ teuren Prozeßchemikalien (z. B. H
2O
2, Peressigsäure etc.) benötigen.
[0005] Neben solchen rein chemischen Delignifizierungsverfahren werden auch biologische
Katalysatoren, sogenannte Enzyme, für die technische Delignifizierung eingesetzt.
Solche Enzyme können entweder indirekt oder direkt am Lignin angreifen und dadurch
die Delignifizierung erleichtern.
[0006] Hemizellulasen wie Xylanasen oder Mannanasen unterstützen durch einen indirekten
Wirkmechanismus die Delignifizierung von Zellstoff. Holz besteht im wesentlichen aus
Zellulose, Lignin und Hemizellulosen. Durch die enzymatische Hydrolyse von Hemizellulose
kann die chemische Bleichbarkeit von Zellstoff erleichtert werden (Chang & Farrell
(1995) Proceedings of the 6th International Conference on Biotechnology in the pulp
and paper Industry: Advances in Applied and fundamental research, p. 75 ff; Suurnäkki
et al. (1995) Proceedings of the 6th International Conference on Biotechnology in
the pulp and paper Industry: Advances in Applied and fundamental research, p.69 ff).
Als Ergebnis einer solchen enzymatischen Vorbehandlung kann der Bedarf an Bleichchemikalien
maximal um bis zu 35 % reduziert werden (Chang & Farrel (1995) Proceedings of the
6th International Conference on Biotechnology in the pulp and paper Industry: Advances
in Applied and fundamental research, p.75 ff). Nachteilig ist dabei jedoch besonders,
daR es durch die Hydrolyse der Hemizellulose zu einem Ausbeuteverlust kommt. Darüberhinaus
gelten auch alle unten aufgefürten Nachteile enzymatischer Systeme für Hemizellulasen.
[0007] Daneben exisitieren einige Enzyme, welche von natürlicherweise Holz-abbauenden Pilzen
(den sog. Weißfäule-Pilzen) produziert werden und die Lignin unter Mitwirkung sogenannter
Mediatoren depolymerisieren können. Solche Enzyme sind z.B. Lignin-Peroxidase und
Mangan-Peroxidasen. Für ihre Aktivität benötigen diese Enzyme H
2O
2. Da H
2O
2 in zu hoher Dosierung auch zu einer Inaktivierung der Peroxidasen führt, sind solche
Systeme für eine technische Anwendung schlecht geeignet (Paice et al. (1995) Journal
of pulp and paper science. Vol. 21(8) p. 280 ff).
[0008] Von Bourbonnais und Paice (Bourbonnais & Paice (1990) FEBS Letters 267: p. 99 ff)
und Call (WO 94/29510) wurde ein Sytem beschrieben, bei dem ein normalerweise Lignin-polymerisierendes
Enzym, eine Laccase, zur Lignin- depolymerisation verwendet werden kann. Das Verfahren
beruht auf einer indirekten Wirkung der Laccase (Paice et al. (1995) Journal of pulp
and paper science. Vol. 21(8) p. 280 ff). Die Laccase oxidiert dabei ein chemisches
Molekül, einen sogenannten Mediator und erzeugt dabei eine radikalische Form des Mediators.
Dieses Mediator-Radikal ist dann in der Lage Lignin zu oxidieren. Dabei wird das Mediator-Molekül
regeneriert. Aktive Mediatoren sind zum Beispiel ABTS (Bourbonnais & Paice (1990)
FEBS Letters 267: p. 99 ff), HOBT (WO 94/29510) und Phenothiazine (WO 95/01426).
[0009] Die Laccase ist in der Lage, vier Mediatormoleküle zu oxidieren und nimmt dabei vier
Elektronen, die letztlich aus dem Lignin stammen auf. Anschließend werden in einem
Reaktionsschritt die vier Elektronen auf Sauerstoff übertragen und es entstehen zwei
Moleküle Wasser. Das System aus Laccase und Mediator katalysiert also eine Sauerstoff-abhängige
Lignin-Oxidation. Das oxidierte Lignin kann anschließend zum Beispiel durch eine alkalische
Behandlung extrahiert werden (WO 94/29510). Im Gegensatz zu Peroxidasen benötigen
Laccasen keine Zudosierung von H
2O
2 und sind daher technisch einsetzbar.
[0010] Ein allgemeines Problem beim Einsatz von Enzymen in der Zellstoffindustrie sind die
Temperatur und pH-Bereiche, bei denen die chemischen Holzaufschlußverfahren durchgeführt
werden. Die meisten chemischen Bleichverfahren werden bei Temperaturen über 80°C und
bei stark alkalischen Bedingungen bei pH-Werten > 10,0 oder bei stark sauren Bedingungen
unter pH-Werten von 4,0 durchgeführt. Die meisten Enzyme besitzen jedoch Optima, die
von diesen Werten stark abweichen. Für einen ökonomischen Einsatz von Enzymsystemen
ist es notwendig, diese Systeme an entsprechende Bedingungen anzupassen, wobei insbesondere
die Thermostabilität bei mind. 80°C zu gewährleisten ist. Während mittlerweile z.B.
thermostabile Xylanasen aus thermophilen Mikroorganismen isoliert werden konnten,
die diese Bedingungen erfüllen (Winterhalter et al. (1995) Molecular Microbiology
15: p. 431 ff) konnten noch keine Laccasen oder Peroxidasen entwickelt werden, die
eine ausreichend hohe Temperaturstabilität aufweisen. Der für das Laccase-Mediator-System
beschriebene Anwendungsbereich sind 45°C und pH 4,5 (WO 94/29510).
[0011] Weiter sind elektrochemische Verfahren bekannt, die für die Papierbleiche eingesetzt
werden. Bei diesen Verfahren werden entweder Chemikalien für die konventionellen Bleichverfahren
vor Ort elektrochemisch hergestellt und gegebenenfalls regeneriert, oder es werden
Metallkomplexe als Mediatoren eingesetzt, die nach Aktivierung an einer Elektrode
mit dem Lignin reagieren.
[0012] Zu der ersten Gruppe gehören z.B. L. N. Spiridonova, V. A. Babkin, M. I. Anisimova,
G. S. Mikhailov und T. P. Belovam, 'Delignification of high-yield larchwood pulp by
oxidants generated by electrolysis', Khim. Drev. (1982), S. 16-19. Durch NaCl-Elektrolyse
werden oxidierende Spezies wie ClO
-, Cl0
2- und Cl0
3- erzeugt. Weiter sind zu nennen J. M. Gray, 'Process for producing chlorine dioxide
from chlorate in acidic medium' (Ekzo Nobel Inc.) CA 2156125 and H. Falgen, G. Sundstroem,
J. Landfors und J. C. Sokol, 'Electrolytic process of producing chlorine dioxide',
US 5487881.
[0013] Kombinationen von Schritten im sauren und alkalischen pH-Bereich sind ebenfalls beschrieben,
z.B. Gerhart Schwab, Mei Tsu Lee und James W. Bentley, 'Electrochemical bleaching
of wood pulps' , US 4617099.
[0014] Neben der elektrochemischen Erzeugung von Chemikalien für die Chlorbleiche sind ähnliche
Verfahren für Perborat, Persulfat und Wasserstoffperoxid beschrieben. Beispiele hierfür
sind C. Daneault und S. Varennes, 'In situ electrochemical bleaching of thermomechanical
pulp with sodium perborate', CA 2121375 und A. Wong, S. Wu, C. Chiu und J. Zhao, 'Persulfate
bleaching of softwood kraft pulp', Pulp Pap. Can. 96 (1995), S. 20-23 und M. Kageyama
und Y. Watanabe, 'Manufacture of hydrogen peroxide by the reduction of oxygen at cathodes
in aqueous alkali solutions' (Honshu Paper Co. Ltd.) CA 121:215924.
[0015] Vertreter für die zweite Gruppe, bei der Metallkomplexe benutzt werden, sind T. Tzedakis,
Y. Benzada, M. Comtat und J. L. Seris, 'Electrochemical contribution to the development
of biomimetic oxidation. Application to the bleaching of paper pulp', Recents Prog.
Genie Procedes 9 (1995), S. 195-200. Bei M. N. Hull und V. M. Yasnovsky, 'Electrochemical
reductive bleaching of lignocellulosic pulp', U.S. 4596630, werden metallhaltige (Chrom
und Vanadium) Komplexe mit verschiedenen Chelatbildnern beschrieben, die in einem
kontinuierlichen Bleichprozeß eingesetzt werden. Zum gleichen Verfahrenstypus gehören
der Prozeß und die Materialien beschrieben von M. N. Hull und V. M. Yasnovsky, 'Process
for the electrochemical reductive bleaching of lignocellulosic pulp', (International
Paper Company) US RE32825 (reissue of US4596630). Wieder werden organometallische
Verbindungen von Schwermetallen eingesetzt. Durch die wiederholte elektrochemische
Regenerierung der Verbindung soll der Prozeß umweltfreundlich sein.
[0016] Da es sich bei der Papierbleiche um ein großtechnisches Verfahren handelt, ist die
sichere Handhabung der entsprechenden Mengen (einige 1000 Tonnen) schwermetallhaltiger
Abfälle ein wesentliches Problem, welches wiederum die Kosten für einen technischen
Einsatz erheblich steigert.
[0017] Im Falle der Delignifizierung von ligninhaltigem Material wie z.B. Zellstoff mittels
Sauerstoffbleiche werden entsprechende Druckgefäße nötig, die teuer sind. Die bekannten
elektrochemischen Verfahren haben den Vorteil, daß sie nicht notwendigerweise direkt
sauerstoffabhängig sind. Insbesondere die Qualität der Fasern, bei der neben der Delignifizierung
der Erhalt der Zellulose-Strukturen wesentlich ist, läßt sich durch elektrochemische
Verfahren steigern. Beispiele für das beste bekannte elektrochemische Verfahren zur
Delignifizierung, bei dem die cyanidhaltige Verbindung Ferricyanid eingesetzt wird,
finden sich bei Y.-S. Perng und C. W. Oloman, 'Kinetics of oxygen bleaching mediated
by electrochemically generated ferricyanide', Tappi J. 77 (1994), S. 115-126 und M.
N. Hull und V. M. Yasnovsky, 'Oxygen bleaching with ferricyanide of lignocellulosic
material', US4622101. Dort werden auch Untersuchungen zur Selektivität des Bleichprozesses
diskutiert. Diese Verfahren erfordern auch nicht die Anwendung von Überdruck.
[0018] Die vorliegende Erfindung betrifft ein System zur elektrochemischen Spaltung von
Verbindungen das dadurch gekennzeichnet ist, daß es ein wässriges Gemisch der zu spaltenden
Verbindung, mindestens einen Mediator, der keine Metalle oder Schwermetalle enthält
sowie mindestens zwei Elektroden umfaßt.
[0019] Das erfindungsgemäße System ermöglicht vorzugsweise die Delignifizierung von Pulpe
ohne den Einsatz von Enzymen und ohne den Einsatz von chlorhaltigen Verbindungen und
ohne die Verwendung von schwermetallhaltigen Komplexen.
[0020] In diesem Fall handelt es sich bei dem wässrigen Gemisch um wässrige Pulpe mit ligninhaltigem
Material.
[0021] Das erfindungsgemäße System eignet sich jedoch auch zur Spaltung und Solubilisierung
anderer Substanzen wie zum Beispiel von Farbstoffen.
[0022] Es ist damit zum Beispiel auch geeignet zur Bleiche von gefärbten Textilien. Solche
Textilien können zum Beispiel mit verschiedenen handelsüblichen Farbstoffen gefärbt
sein insbesondere jedoch mit Indigo oder indigoverwandten Farbstoffen wie Thioindigo.
[0023] Das erfindungsgemäße System zur elektrochemischen Aktivierung von Mediatoren ist
wie folgt aufgebaut:
[0024] Die verwendeten Elektroden können gleich oder verschieden sein.
[0025] Die Elektroden bestehen zum Beispiel aus Kohlenstoff, Vanadium, Eisen, Chrom, Kobalt,
Blei, Kupfer, Nickel, Zink, Tantal, Titan, Silber, Platin, Platiniertes Platin, Rhodium,
Gold oder anderen Übergangs- oder Edelmetallen sowie Legierungen aus den genannten
Verbindungen, die gegebenenfalls weitere Elemente enthalten können.
[0026] Die Elektroden bestehen vorzugsweise aus Materialien, ausgewählt aus der Gruppe Edelmetalle,
Stähle, Edelstähle und Kohlenstoff.
[0027] Beispielsweise können die Elektroden aus Stahl, Hastelloy®, Chromnickel, Chromstahl,
Aluchrom, Incoloy®, Tantal oder Titan, Rhodium, Platin, Gold oder einem anderen Edelmetall
bestehen.
[0028] Besonders bevorzugt bestehen die Elektroden aus Edelstahl wobei wiederum Edelstählen
der Gruppe l.4xxx (nach DIN 17850) bevorzugt sind.
[0029] Die Elektroden können gegebenenfalls einen Überzug aus den Sauerstoffverbindungen
einer oder mehrerer der angegebenen Komponenten aufweisen.
[0030] Die Elektroden können gegebenenfalls durch Bedampfen, Sputtern, Galvanisieren, Ionenimplantation
oder ähnliche Verfahren mit anderen Stoffen überzogen oder dotiert werden.
[0031] Die Oberfläche der Elektroden kann durch geeignete Verfahren vergrößert worden sein,
z.B. durch Schleifen, Polieren, Sandstrahlen, Ätzen oder Erodieren.
[0032] Da das abzubauende Lignin in unlöslicher Form vorliegt, ist es nicht möglich, es
in direkten Kontakt mit einer Festkörperelektrode zu bringen. Deshalb enthält das
erfindungsgemäße System ein oder mehrere sogenannte Mediatormoleküle, die die Aufgabe
haben, nach elektrochemischer Aktivierung mittels einer Elektrode ihre vermittelte
Reaktivität, z.B. Oxidationskraft, Reduktionskraft oder Radikaleigenschaft, an das
Lignin zu übertragen.
[0033] Der Mediator ist vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe der aliphatischen, cycloaliphatischen,
heterocyclischen oder aromatischen
NO-,NOH- oder

haltigen Verbindungen.
[0034] Als Mediator wird vorzugsweise mindestens eine Verbindung ausgewählt aus der Gruppe
der aliphatischen, cycloaliphatischen, heterocyclischen oder aromatischen Verbindungen,
die mindestens eine N-Hydroxy-, Oxim-, Nitroso-, N-Oxyl- oder N-Oxi Funktion enthält.
Beispiele für solche Verbindungen sind die im folgenden genannten Verbindungen der
Formel I, II, III oder IV, wobei die Verbindungen der Formeln II, III und IV bevorzugt
und die Verbindungen der Formel III und IV besonders bevorzugt sind.
[0035] Verbindungen der allgemeinen Formel I sind:

wobei X für eine der folgenden Gruppen steht:
(-N=N-), (-N=CR
4-)
p, (-CR
4=N-)
p, (-CR
5=CR
6)
p

und p gleich 1 oder 2 ist,
wobei die Reste R
1 bis R
6 gleich oder verschieden sein können und unabhängig voneinander eine der folgenden
Gruppen darstellen können: Wasserstoff, Halogen, Hydroxy, Formyl, Carboxy sowie Salze
und Ester davon, Amino, Nitro, C
1-C
12-alkyl, C
1-C
6-alkyloxy, carbonyl-C
1-C
6-alkyl, Phenyl, Sulfono, Ester und Salze davon, Sulfamoyl, Carbamoyl, Phospho, Phosphono,
Phosphonooxy und deren Salze und Ester und wobei die Amino-, Carbamoyl- und SulfamoylGruppen
der Reste R
1 bis R
6 weiterhin unsubstitiert oder ein- oder zweifach mit Hydroxy, C
1-C
3-alkyl, C
1-C
3-alkoxy substituiert sein können,
und wobei die Reste R
2 und R
3 eine gemeinsame Gruppe -A- bilden können und -A- dabei eine der folgenden Gruppen
repräsentiert: (-CR
7=CR
8-CR
9=CR
10-) oder (-CR
10=CR
9-CR
8=CR
7-).
[0036] Die Reste R
7 bis R
10 können gleich oder ungleich sein und unabhängig voneinander eine der folgenden Gruppen
darstellen: Wasserstoff, Halogen, Hydroxy, Formyl, Carboxy sowie Salze und Ester davon,
Amino, Nitro, C
1-C
12-alkyl, C
1-C
6-alkyloxy, Carbonyl-C
1-C
6-alkyl, Phenyl, Sulfono, Ester und Salze davon, Sulfamoyl, Carbamoyl, Phospho, Phosphono,
Phosphonooxy und deren Salze und Ester und wobei die Amino-, Carbamoyl- und Sulfamoyl-Gruppen
der Reste R
7 bis R
10 weiterhin unsubstituiert oder ein- oder zweifach mit Hydroxy, C
1-C
3-alkyl, C
1-C
3-alkoxy substituiert sein können und wobei die C
1-C
12-alkyl-, C
1-C
6-alkyloxy-, Carbonyl-C
1-C
6-alkyl-, Phenyl-, Aryl-Gruppen der Reste R
7 bis R
10 unsubstituiert oder weiterhin ein- oder mehrfach mit dem Rest R
11 substituiert sein können und wobei der Rest R
11 eine der folgenden Gruppen darstellen kann: Wasserstoff, Halogen, Hydroxy, Formyl,
Carboxy sowie deren Salze und Ester, Amino, Nitro, C
1-C
12-alkyl, C
1-C
6-alkyloxy, Carbonyl-C
1-C
6-alkyl, Phenyl, Aryl, sowie deren Ester und Salze und wobei die Carbamoyl-, Sulfamoyl-,
Amino-Gruppen des Restes R
11 unsubstituiert oder weiterhin ein- oder zweifach mit dem Rest R
12 substituiert sein können und wobei der Rest R
12 eine der folgenden Gruppen darstellen kann: Wasserstoff, Hydroxy, Formyl, Carboxy
sowie deren Salze und Ester, Amino, Nitro, C
1-C
12-alkyl, C
1-C
6-alkyloxy, Carbonyl-C
1-C
6-alkyl, Phenyl, Aryl.
[0037] Beispiele für die genannten Verbindungen sind:
1-Hydroxy-1,2,3-triazol-4,5-dicarbonsäure
1-Phenyl-1H-1,2,3-triazol-3-oxid
5-Chlor-1-phenyl-1H-1,2,3-triazol-3-oxid
5-Methyl-1-phenyl-1H-1,2,3-triazol-3-oxid
4-(2,2-Dimethylpropanoyl)-1-hydroxy-1H-1,2,3-triazol
4-Hydroxy-2-phenyl-2H-1,2,3-triazol-1-oxid
2,4,5-Triphenyl-2H-1,2,3-triazol-1-oxid
1-Benzyl-1H-1,2,3-triazol-3-oxid
1-Benzyl-4-chlor-1H-1,2,3-triazol-3-oxid
1-Benzyl-4-brom-1H-1,2,3-triazol-3-oxid
1-Benzyl-4-methoxy-1H-1,2,3-triazol-3-oxid
[0038] Verbindungen der allgemeinen Formel II sind:

wobei X für eine der folgenden Gruppen steht:
(-N=N-), (-N=CR
4-)
p, (-CR
4=N-)
p, (-CR
5=CR
6)
p

und p gleich 1 oder 2 ist.
[0039] Die Reste R
1 und R
4 bis R
10 können gleich oder ungleich sein und unabhängig voneinander eine der folgenden Gruppen
darstellen: Wasserstoff, Halogen, Hydroxy, Formyl, Carboxy sowie Salze und Ester davon,
Amino, Nitro, C
1-C
12-alkyl, C
1-C
6-alkyloxy, Carbonyl-C
1-C
6-alkyl, Phenyl, Aryl, Sulfono, Ester und Salze davon, Sulfamoyl, Carbamoyl, Phospho,
Phosphono, Phosphonooxy und deren Salze und Ester und wobei die Amino-, Carbamoyl-
und Sulfamoyl-Gruppen der Reste R
1 und R
4 bis R
10 weiterhin unsubstituiert oder ein oder zweifach mit Hydroxy, C
1-C
3-alkyl, C
1-C
3-alkoxy substituiert sein können
und wobei die C
1-C
12-alkyl-, C
1-C
6-alkyloxy-, Carbonyl-C
1-C
6-alkyl-, Phenyl-, Aryl-, Aryl-C
1-C
6-alkyl-Gruppen der Reste R
1 und R
4 bis R
10 unsubstituiert oder weiterhin ein- oder mehrfach mit dem Rest R
12 substituiert sein können und wobei der Rest R
12 eine der folgenden Gruppen darstellen kann: Wasserstoff, Halogen, Hydroxy, Formyl,
Carboxy sowie deren Salze und Ester, Amino, Nitro, C
1-C
12-alkyl, C
1-C
6-alkyloxy, Carbonyl-C
1-C
6-alkyl, Phenyl, Aryl, Sulfono, Sulfeno, Sulfino und deren Ester und Salze
und wobei die Carbamoyl-, Sulfamoyl-, Amino-Gruppen des Restes R
12 unsubstituiert oder weiterhin ein- oder zweifach mit dem Rest R
13 substituiert sein können und wobei der Rest R
13 eine der folgenden Gruppen darstellen kann: Wasserstoff, Hydroxy, Formyl, Carboxy
sowie deren Salze und Ester, Amino, Nitro, C
1-C
12-alkyl, C
1-C
6-alkyloxy, Carbonyl-C
1-C
6-alkyl, Phenyl, Aryl.
[0040] Beispiele für die genannten Verbindungen sind:
1-Hydroxy-benzimidazole
[0041]
1-Hydroxybenzimidazol-2-carbonsäure
1-Hydroxybenzimidazol
2-Methyl-1-hydroxybenzimidazol
2-Phenyl-1-hydroxybenzimidazol
1-Hydroyxindole
[0042]
2-Phenyl-1-hydroxyindol
[0043] Substanzen der allgemeinen Formel III sind:

wobei X für eine der folgenden Gruppen steht:
(-N=N-), (-N=CR
4-)
m, (-CR
4=N-)
m, (-CR
5=CR
6-)
m

und m gleich 1 oder 2 ist.
[0044] Für die Reste R
7 bis R
10 und R
4 bis R
6 gilt das oben gesagte.
[0045] R
14 kann sein: Wasserstoff, C
1-C
10-alkyl, C
1-C
10-alkylcarbonyl, deren C
1-C
10-alkyl und C
1-C
10-alkylcarbonyl unsubstituiert oder mit einem Rest R
15 ein- oder mehrfach substituiert sein können wobei R
15 eine der folgenden Gruppen darstellen kann: Wasserstoff, Halogen, Hydroxy, Formyl,
Carboxy sowie Salze und Ester davon, Amino, Nitro, C
1-C
12-alkyl, C
1-C
6-alkyloxy, Carbonyl-C
1-C
6-alkyl, Phenyl, Sulfono, deren Ester und Salze, Sulfamoyl, Carbamoyl, Phospho, Phosphono,
Phosphonooxy und deren Salze und Ester,
wobei die Amino-, Carbamoyl- und Sulfamoyl-Gruppen des Restes R
15 weiterhin unsubstituiert oder ein- oder zweifach mit Hydroxy, C
1-C
3-alkyl, C
1-C
3-alkoxy substituiert sein können.
[0046] Von den Substanzen der Formel III sind insbesondere Derivate des 1-Hydroxybenzotriazols
und des tautomeren Benzotriazol-1-oxides sowie deren Ester und Salze bevorzugt (Verbindungen
der Formel IV)

[0047] Die Reste R
7 bis R
10 können gleich oder verschieden sein und unabhängig voneinander eine der folgenden
Gruppen darstellen: Wasserstoff, Halogen, Hydroxy, Formyl, Carboxy sowie Salze und
Ester davon, Amino, Nitro, C
1-C
12-alkyl, C
1-C
6-alkyloxy, Carbonyl-C
1-C
6-alkyl, Phenyl, Sulfono, Ester und Salze davon, Sulfamoyl, Carbamoyl, Phospho, Phosphono,
Phosphonooxy und deren Salze und Ester und wobei die Amino-, Carbamoyl- und Sulfamoyl-Gruppen
der Reste R
7 bis R
10 weiterhin unsubstitiert oder ein- oder zweifach mit Hydroxy, C
1-C
3-alkyl, C
1-C
3-alkoxy substituiert sein können und wobei die C
1-C
12-alkyl-, C
1-C
6-alkyloxy-, Carbonyl-C
1-C
6-alkyl-, Phenyl-, Aryl-Gruppen der Reste R
7 bis R
10 unsubstituiert oder weiterhin ein oder mehrfach mit dem Rest R
16 substituiert sein können und wobei der Rest R
16 eine der folgenden Gruppen darstellen kann: Wasserstoff, Halogen, Hydroxy, Formyl,
Carboxy sowie deren Salze und Ester, Amino, Nitro, C
1-C
12-alkyl, C
1-C
6-alkyloxy, Carbonyl-C
1-C
6-alkyl, Phenyl, Aryl, Sulfono, Sulfeno, Sulfino sowie deren Ester und Salze und wobei
die Carbamoyl-, Sulfamoyl-, Amino-Gruppen des Restes R
16 unsubstituiert oder weiterhin ein- oder zweifach mit dem Rest R
17 substituiert sein können und wobei der Rest R
17 eine der folgenden Gruppen darstellen kann: Wasserstoff, Hydroxy, Formyl, Carboxy
sowie deren Salze und Ester, Amino, Nitro, C
1-C
12-alkyl, C
1-C
6-alkyloxy, Carbonyl-C
1-C
6-alkyl, Phenyl, Aryl.
[0048] Beispiele für die genannten Verbindungen sind:
1H-Hydroxybenzotriazole
[0049]
1-Hydroxybenzotriazol
1-Hydroxybenzotriazol, Natriumsalz.
1-Hydroxybenzotriazol, Kaliumsalz
1-Hydroxybenzotriazol, Lithiumsalz
1-Hydroxybenzotriazol, Ammoniumsalz
1-Hydroxybenzotriazol, Calciumsalz
1-Hydroxybenzotriazol, Magnesiumsalz
1-Hydroxybenzotriazol-6-sulfonsäure
1-Hydroxybenzotriazol-6-sulfonsäure, Mononatriumsalz
1-Hydroxybenzotriazol-6-carbonsäure
1-Hydroxybenzotriazol-6-N-phenylcarboxamid
5-Ethoxy-6-nitro-1-hydroxybenzotriazol
4-Ethyl-7-methyl-6-nitro-1-hydroxybenzotriazol
2,3-Bis-(4-ethoxy-phenyl)-4,6-dinitro-2,3-dihydro-1-hydroxybenzotriazol
2,3-Bis-(2-brom-4-methyl-phenyl)-4,6-dinitro-2,3-dihydro-1-hydroxybenzotriazol
2,3-Bis-(4-brom-phenyl)-4,6-dinitro-2,3-dihydro-1-hydroxy-benzotriazol
2,3-Bis-(4-carboxy-phenyl)-4,6-dinitro-2,3-dihydro-1-hydroxy-benzotriazol
4,6-Bis-(trifluormethyl)-1-hydroxybenzotriazol
5-Brom-1-hydroxybenzotriazol
6-Brom-1-hydroxybenzotriazol
4-Brom-7-methyl-1-hydroxybenzotriazol
5-Brom-7-methyl-6-nitro-1-hydroxybenzotriazol
4-Brom-6-nitro-1-hydroxybenzotriazol
6-Brom-4-nitro-1-hydroxybenzotriazol
4-Chlor-1-hydroxybenzotriazol
5-Chlor-1-hydroxybenzotriazol
6-Chlor-1-hydroxybenzotriazol
6-Chlor-5-isopropyl-1-hydroxybenzotriazol
5-Chlor-6-methyl-1-hydroxybenzotriazol
6-Chlor-5-methyl-1-hydroxybenzotriazol
4-Chlor-7-methyl-6-nitro-1-hydroxybenzotriazol
4-Chlor-5-methyl-1-hydroxybenzotriazol
5-Chlor-4-methyl-1-hydroxybenzotriazol
4-Chlor-6-nitro-1-hydroxybenzotriazol
6-Chlor-4-nitro-1-hydroxybenzotriazol
7-Chlor-1-hydroxybenzotriazol
6-Diacetylamino-1-hydroxybenzotriazol
2,3-Dibenzyl-4,6-dinitro-2,3-dihydro-1-hydroxybenzotriazol
4,6-Dibrom-1-hydroxybenzotriazol
4,6-Dichlor-1-hydroxybenzotriazol
5,6-Dichlor-1-hydroxybenzotriazol
4,5-Dichlor-1-hydroxybenzotriazol
4,7-Dichlor-1-hydroxybenzotriazol
5,7-Dichlor-6-nitro-1-hydroxybenzotriazol
5,6-Dimethoxy-1-hydroxybenzotriazol
2,3-Di-[2]naphthyl-4,6-dinitro-2,3-dihydro-1-hydroxybenzo-triazol
4,6-Dinitro-1-hydroxybenzotriazol
4,6-Dinitro-2,3-diphenyl-2,3-dihydro-1-hydroxybenzotriazol
4,6-Dinitro-2,3-di-p-tolyl-2,3-dihydro-1-hydroxybenzotriazol
5-Hydrazino-7-methyl-4-nitro-1-hydroxybenzotriazol
5,6-Dimethyl-1-hydroxybenzotriazol
4-Methyl-1-hydroxybenzotriazol
5-Methyl-1-hydroxybenzotriazol
6-Methyl-1-hydroxybenzotriazol
5-(1-Methylethyl)-1-hydroxybenzotriazol
4-Methyl-6-nitro-1-hydroxybenzotriazol
6-Methyl-4-nitro-1-hydroxybenzotriazol
5-Methoxy-1-hydroxybenzotriazol
6-Methoxy-1-hydroxybenzotriazol
7-Methyl-6-nitro-1-hydroxybenzotriazol
4-Nitro-1-hydroxybenzotriazol
6-Nitro-1-hydroxybenzotriazol
6-Nitro-4-phenyl-1-hydroxybenzotriazol
5-Phenylmethyl-1-hydroxybenzotriazol
4-Trifluormethyl-1-hydroxybenzotriazol
5-Trifluormethyl-1-hydroxybenzotriazol
6-Trifluormethyl-1-hydroxybenzotriazol
4,5,6,7-Tetrachlor-1-hydroxybenzotriazol
4,5,6,7-Tetrafluor-1-hydroxybenzotriazol
6-Tetrafluorethyl-1-hydroxybenzotriazol
4,5,6-Trichlor-1-hydroxybenzotriazol
4,6,7-Trichlor-1-hydroxybenzotriazol
6-Sulfamido-1-hydroxybenzotriazol
6-N,N-Diethyl-sulfamido-1-hydroxybenzotriazol
6-N-Methylsulfamido-1-hydroxybenzotriazol
6-(1H-1,2,4-triazol-1-ylmethyl)-1-hydroxybenzotriazol
6-(5,6,7,8-tetrahydroimidazo-[1,5-a]-pyridin-5-yl)-1-hydroxy-benzotriazol
6-(Phenyl-1H-1,2,4-triazol-1-ylmethyl)-1-hydroxybenzotriazol
6-[(5-methyl-1H-imidazol-1-yl)-phenylmethyl]-1-hydroxybenzo-triazol
6-[(4-methyl-1H-imidazol-1-yl)-phenylmethyl]-1-hydroxybenzo-triazol
6-[(2-methyl-1H-imidazol-1-yl)-phenylmethyl]-1-hydroxybenzotriazol
6-(1H-Imidazol-1-yl-phenylmethyl)-1-hydroxybenzotriazol
5-(1H-Imidazol-1-yl-phenylmethyl)-1-hydroxybenzotriazol
6-[1-(1H-Imidazol-1-yl)-ethyl]-1-hydroxybenzotriazol-mono-hydrochlorid
3H-Benzotriazol-1-Oxide
[0050]
3H-Benzotriazol-1-oxid
6-Acetyl-3H-benzotriazol-1-oxid
5-Ethoxy-6-nitro-3H-benzotriazol-1-oxid
4-Ethyl-7-methyl-6-nitro-3H-benzotriazol-1-oxid
6-Amino-3,5-dimethyl-3H-benzotriazol-1-oxid
6-Amino-3-methyl-3H-benzotriazol-1-oxid
5-Brom-3H-benzotriazol-1-oxid
6-Brom-3H-benzotriazol-1-oxid
4-Brom-7-methyl-3H-benzotriazol-1-oxid
5-Brom-4-chlor-6-nitro-3H-benzotriazol-1-oxid
4-Brom-6-nitro-3H-benzotriazol-1-oxid
6-Brom-4-nitro-3H-benzotriazol-1-oxid
5-Chlor-3H-benzotriazol-1-oxid
6-Chlor-3H-benzotriazol-1-oxid
4-Chlor-6-nitro-3H-benzotriazol-1-oxid
4,6-Dibrom-3H-benzotriazol-1-oxid
4,6-Dibrom-3-methyl-3H-benzotriazol-1-oxid
4,6-Dichlor-3H-benzotriazol-1-oxid
4,7-Dichlor-3H-benzotriazol-1-oxid
5,6-Dichlor-3H-benzotriazol-1-oxid
4,6-Dichlor-3-methyl-3H-benzotriazol-1-oxid
5,7-Dichlor-6-nitro-3H-benzotriazol-1-oxid
3,6-Dimethyl-6-nitro-3H-benzotriazol-1-oxid
3,5-Dimethyl-6-nitro-3H-benzotriazol-1-oxid
3-Methyl-3H-benzotriazol-1-oxid
5-Methyl-3H-benzotriazol-1-oxid
6-Methyl-3H-benzotriazol-1-oxid
6-Methyl-4-nitro-3H-benzotriazol-1-oxid
7-Methyl-6-nitro-3H-benzotriazol-1-oxid
5-Chlor-6-nitro-3H-benzotriazol-1-oxid
2H-Benzotriazol-1-oxide
[0051]
2-(4-Acetoxy-phenyl)-2H-benzotriazol-1-oxid
6-Acetylamino-2-phenyl-2H-benzotriazol-1-oxid
2-(4-Ethyl-phenyl)-4,6-dinitro-2H-benzotriazol-1-oxid
2-(3-Aminophenyl)-2H-benzotriazol-1-oxid
2-(4-Aminophenyl)-2H-benzotriazol-1-oxid
6-Amino-2-phenyl-2H-benzotriazol-1-oxid
5-Brom-4-chlor-6-nitro-2-phenyl-2H-benzotriazol-1-oxid
2-(4-Bromphenyl)-2H-benzotriazol-1-oxid
5-Brom-2-phenyl-2H-benzotriazol-1-oxid
6-Brom-2-phenyl-2H-benzotriazol-1-oxid
2-(4-Bromphenyl)-4,6-dinitro-2H-benzotriazol-1-oxid
2-(4-Bromphenyl)-6-nitro-2H-benzotriazol-1-oxid
5-Chlor-2-(2-chlorphenyl)-2H-benzotriazol-1-oxid
5-Chlor-2-(3-chlorphenyl)-2H-benzotriazol-1-oxid
5-Chlor-2-(2,4-dibromphenyl)-2H-benzotriazol-1-oxid
5-Chlor-2-(2,5-dimethylphenyl)-2H-benzotriazol-1-oxid
5-Chlor-2-(4-nitrophenyl)-2H-benzotriazol-1-oxid
5-Chlor-6-nitro-2-phenyl-2H-benzotriazol-1-oxid
2-[4-(4-Chlor-3-nitro-phenylazo)-3-nitrophenyl]-4,6-dinitro-2H-benzotriazol-1-oxid
2-(3-Chlor-4-nitro-phenyl)-4,6-dinitro-2H-benzotriazol-1-oxid
2-(4-Chlor-3-nitrophenyl)-4,6-dinitro-2H-benzotriazol-1-oxid
4-Chlor-6-nitro-2-p-tolyl-2H-benzotriazol-1-oxid
5-Chlor-6-nitro-2-p-tolyl-2H-benzotriazol-1-oxid
6-Chlor-4-nitro-2-p-tolyl-2H-benzotriazol-1-oxid
2-(2-Chlorphenyl)-2H-benzotriazol-1-oxid
2-(3-Chlorphenyl)-2H-benzotriazol-1-oxid
2-(4-Chlorphenyl)-2H-benzotriazol-1-oxid
5-Chlor-2-phenyl-2H-benzotriazol-1-oxid
2-[4-(4-Chlorphenylazo)-3-nitrophenyl]-4,6-dinitro-2H-benzo-triazol-1-oxid
2-(2-Chlorphenyl)-4,6-dinitro-2H-benzotriazol-1-oxid
2-(3-Chlorphenyl)-4,6-dinitro-2H-benzotriazol-1-oxid
2-(4-Chlorphenyl)-4,6-dinitro-2H-benzotriazol-1-oxid
2-{4-[N'-(3-Chlorphenyl)-hydrazino]-3-nitrophenyl}4,6-di-nitro-2H -benzotriazol-1-oxid
2-{4-[N'-(4-Chlorphenyl)-hydrazino]-3-nitrophenyl}4,6-dinitro-2H-benzotriazol-1-oxid
2-(2-Chlorphenyl)-6-methyl-2H-benzotriazol-1-oxid
2-(3-Chlorphenyl)-6-methyl-2H-benzotriazol-1-oxid
2-(4-Chlorphenyl)-6-methyl-2H-benzotriazol-1-oxid
2-(3-Chlorphenyl)-6-nitro-2H-benzotriazol-1-oxid
2-(4-Chlorphenyl)-6-nitro-2H-benzotriazol-1-oxid
2-(4-Chlorphenyl)-6-picrylazo-2H-benzotriazol-1-oxid
5-Chlor-2-(2,4,5-trimethylphenyl)-2H-benzotriazol-1-oxid
4,5-Dibrom-6-nitro-2-p-tolyl-2H-benzotriazol-1-oxid
4,5-Dichlor-6-nitro-2-phenyl-2H-benzotriazol-1-oxid
4,5-Dichlor-6-nitro-2-p-tolyl-2H-benzotriazol-1-oxid
4,7-Dichlor-6-nitro-2-p-tolyl-2H-benzotriazol-1-oxid
4,7-Dimethyl-6-nitro-2-phenyl-2H-benzotriazol-1-oxid
2-(2,4-Dimethylphenyl)-4,6-dinitro-2H-benzotriazol-1-oxid
2-(2,5-Dimethylphenyl)-4,6-dinitro-2H-benzotriazol-1-oxid
2-(2,4-Dimethylphenyl)-6-nitro-2H-benzotriazol-1-oxid
2-(2,5-Dimethylphenyl)-6-nitro-2H-benzotriazol-1-oxid
4,6-Dinitro-2-[3-nitro-4-(N'-phenylhydrazino)-phenyl-]-2H-benzotriazol-1-oxid
4,6-Dinitro-2-[4-nitro-4-(N'-phenylhydrazino)-phenyl-]-2H-benzotriazol-1-oxid
4,6-Dinitro-2-phenyl-2H-benzotriazol-1-oxid
2-(2,4-Dinitrophenyl)-4,6-dinitro-2H-benzotriazol-1-oxid
2-(2,4-Dinitrophenyl)-6-nitro-2H-benzotriazol-1-oxid
4,6-Dinitro-2-o-tolyl-2H-benzotriazol-1-oxid
4,6-Dinitro-2-p-tolyl-2H-benzotriazol-1-oxid
4,6-Dinitro-2-(2,4,5-trimethylphenyl)-2H-benzotriazol-1-oxid
2-(4-Methoxyphenyl)-2H-benzotriazol-1-oxid
2-(4-Methoxyphenyl)-6-methyl-2H-benzotriazol-1-oxid
5-Methyl-6-nitro-2-m-tolyl-2H-benzotriazol-1-oxid
5-Methyl-6-nitro-2-o-tolyl-2H-benzotriazol-1-oxid
5-Methyl-6-nitro-2-p-tolyl-2H-benzotriazol-1-oxid
6-Methyl-4-nitro-2-p-tolyl-2H-benzotriazol-1-oxid
6-Methyl-2-phenyl-2H-benzotriazol-1-oxid
4-Methyl-2-m-tolyl-2H-benzotriazol-1-oxid
4-Methyl-2-o-tolyl-2H-benzotriazol-1-oxid
4-Methyl-2-p-tolyl-2H-benzotriazol-1-oxid
6-Methyl-2-m-tolyl-2H-benzotriazol-1-oxid
6-Methyl-2-o-tolyl-2H-benzotriazol-1-oxid
6-Methyl-2-p-tolyl-2H-benzotriazol-1-oxid
2-[1]Naphthyl-4-6-dinitro-2H-benzotriazol-1-oxid
2-[2]Naphthyl-4-6-dinitro-2H-benzotriazol-1-oxid
2-[1]Naphthyl-6-nitro-2H-benzotriazol-1-oxid
2-[2]Naphthyl-6-nitro-2H-benzotriazol-1-oxid
2-(3-Nitrophenyl)-2H-benzotriazol-1-oxid
6-Nitro-2-phenyl-2H-benzotriazol-1-oxid
4-Nitro-2-p-tolyl-2H-benzotriazol-1-oxid
6-Nitro-2-o-tolyl-2H-benzotriazol-1-oxid
6-Nitro-2-p-tolyl-2H-benzotriazol-1-oxid
6-Nitro-2-(2,4,5-trimethylphenyl)-2H-benzotriazol-1-oxid
2-Phenyl-2H-benzotriazol-1-oxid
2-o-Tolyl-2H-benzotriazol-1-oxid
2-p-Tolyl-2H-benzotriazol-1-oxid
[0052] Der Mediator kann vorzugsweise ferner ausgewählt sein aus der Gruppe cyclischer N-Hydroxyverbindungen
mit mindestens einem ggf. substituierten fünf- oder sechsgliedrigen Ring enthaltend
die in Formel V genannte Struktur

sowie deren Salze, Ether oder Ester, wobei
B und D, gleich oder verschieden sind, und O, S, oder NR
18 bedeuten wobei
R
18 Wasserstoff-, Hydroxy-, Formyl-, Carbamoyl-, Sulfonorest, Ester oder Salz des Sulfonorests,
Sulfamoyl-, Nitro-, Amino-, Phenyl-, Aryl-C
1- C
5-alkyl-, C
1-C
12-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxy-, C
1-C
10-Carbonyl-, Carbonyl-C
1-C
6-alkyl-, Phospho-, Phosphono-, Phosphonooxyrest, Ester oder Salz des Phosphonooxyrests
bedeutet,
wobei Carbamoyl-, Sulfamoyl-, Amino- und Phenylreste unsubstituiert oder ein- oder
mehrfach mit einem Rest R
19 substituiert sein können und die Aryl-C
1-C
5-alkyl-, C
1-C
12-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxy-, C
1-C
10-Carbonyl-, Carbonyl-C
1-C
6-alkyl-Reste gesättigt oder ungesättigt, verzweigt oder unverzweigt sein können und
mit einem Rest R
19 ein- oder mehrfach substituiert sein können wobei
R
19 gleich oder verschieden ist und Hydroxy-, Formyl-, Carboxyrest, Ester oder Salz des
Carboxyrests, Carbamoyl-, Sulfono-Ester oder Salz des Sulfonorests, Sulfamoyl-, Nitro-,
Amino-, Phenyl-, C
1-C
5-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxyrest bedeutet.
[0053] Vorzugsweise ist der Mediator ausgewählt aus der Gruppe der Verbindungen der allgemeinen
Formel VI, VII, VIII oder IX,

wobei B, D die bereits genannten Bedeutungen haben und die Reste R
20-R
35 gleich oder verschieden sind und Halogenrest, Carboxyrest, Salz oder Ester eines
Carboxyrests oder die für R
18 genannten Bedeutungen haben,
wobei R
26 und R
27 bzw. R
28 und R
29 nicht gleichzeitig Hydroxy- oder Aminorest bedeuten dürfen und
ggf. je zwei der Substituenten R
20-R
23, R
24-R
25, R
26-R
29, R
30-R
35 zu einem Ring -E- verknüpft sein können, wobei -E- eine der folgenden Bedeutungen
hat:
(-CH=CH)-
n mit n = 1 bis 3, -CH=CH-CH=N- oder

und wobei ggf. die Reste R
26-R
29 auch untereinander durch ein oder zwei Brückenelemente -F- verbunden sein können,
wobei -F-gleich oder verschieden ist und eine der folgende Bedeutungen hat: -O-, -S,
-CH
2-, -CR
36=CR
37- ;
wobei R
36 und R
37 gleich oder verschieden sind und die Bedeutung von R
20 haben.
[0054] Als Mediatoren besonders bevorzugt sind Verbindungen der allgemeinen Formeln VI,
VII, VIII oder IX, bei denen B und D O oder S bedeuten.
[0055] Beispiele für solche Verbindungen sind N-Hydroxy-phthalimid sowie ggf. substituierte
N-Hydroxy-phthalimid-Derivate, N-Hydroxymaleimid sowie ggf. substituierte N-Hydroxymaleimid-Derivate,
N-Hydroxy-Naphthalsäureimid sowie ggf. substituierte N-Hydroxy-Naphthalsäureimid-Derivate,
N-Hydroxysuccinimid und ggf.substituierte N-Hydroxysuccinimid-Derivate, vorzugsweise
solche, bei denen die Reste R
26-R
29 polycyclisch verbunden sind.
[0056] Als Mediator insbesondere bevorzugt sind N-Hydroxyphthalimid, 4-Amino-N-Hydroxyphthalimid
und 3-Amino-N-Hydroxyphthalimid.
[0057] Als Mediator geeignete Verbindungen der Formel VI sind beispielsweise:
N-Hydroxyphthalimid,
4-Amino-N-Hydroxyphthalimid,
3-Amino-N-Hydroxyphthalimid,
N-Hydroxy-benzol-1,2,4-tricarbonsäureimid,
N,N'-Dihydroxy-pyromellitsäurediimid,
N,N'-Dihydroxy-benzophenon-3,3',4,4'-tetracarbonsäurediimid.
[0058] Als Mediator geeignete Verbindungen der Formel VII sind beispielsweise:
N-Hydroxymaleimid,
Pyridin-2,3-dicarbonsäure-N-hydroxyimid.
[0059] Als Mediator geeignete Verbindungen der Formel VIII sind beispielsweise:
N-Hydroxysuccinimid,
N-Hydroxyweinsäureimid,
N-Hydroxy-5-norbornen-2,3-dicarbonsäureimid,
exo-N-Hydroxy-7-oxabicyclo[2.2.1]-hept-5-en-2,3-dicarboximid,
N-Hydroxy-cis-cyclohexan-1,2-dicarboximid,
N-Hydroxy-cis-4-cyclohexen-1,2-dicarbonsäureimid.
[0060] Als Mediator geeignete Verbindung der Formel IX ist beispielsweise:
N-Hydroxynapthalsäureimid-Natrium-Salz.
[0061] Als Mediator geeignete Verbindung mit einem sechsgliedrigen Ring enthaltend die in
Formel V genannte Struktur ist beispielsweise:
N-Hydroxyglutarimid.
[0062] Die beispielhaft genannten Verbindungen eignen sich auch in Form ihrer Salze oder
Ester als Mediator.
[0063] Als Mediator ebenfalls geeignet sind Verbindungen ausgewählt aus der Gruppe der N-Aryl-N-Hydroxy-Amide.
[0064] Von diesen werden bevorzugt als Mediatoren eingesetzt Verbindungen der allgemeinen
Formel X, XI oder XII

sowie deren Salze, Ether oder Ester, wobei
G einbindiger homo- oder heteroaromatischer ein- oder zweikerniger R
est und
L zweibindiger homo- oder heteroaromatischer ein- oder zweikerniger Rest bedeutet
und
wobei diese Aromaten durch einen oder mehrere, gleiche oder verschiedene Reste R
38 ausgewählt aus der Gruppe Halogen-, Hydroxy-, Formyl-, Cyano-, Carbamoyl-, Carboxyrest,
Ester oder Salz des Carboxyrests, Sulfonorest, Ester oder Salz des Sulfonorests, Sulfamoyl-,
Nitro-, Nitroso-, Amino-, Phenyl-, Aryl-C
1-C
5-alkyl-, C
1-C
12-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxy-, C
1-C
10-Carbonyl-, Carbonyl-C
1-C
6-alkyl-, Phospho-, Phosphono-, Phosphono-oxyrest, Ester oder Salz des Phosphonooxyrests
substituiert sein können und
wobei Carbamoyl-, Sulfamoyl-, Amino- und Phenylreste unsubstituiert oder ein- oder
mehrfach mit einem Rest R
39 substituiert sein können und die Aryl-C
1-C
5-alkyl-, C
1-C
12-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxy-, C
1-C
10-Carbonyl-, Carbonyl-C
1-C
6-alkyl-Reste gesättigt oder ungesättigt, verzweigt oder unverzweigt sein können und
mit einem Rest R
39 ein- oder mehrfach substituiert sein können, wobei
R
39 gleich oder verschieden ist und Hydroxy-, Formyl-, Cyano-, Carboxyrest, Ester oder
Salz des Carboxyrests, Carbamoyl-, Sulfono-, Sulfamoyl-, Nitro-, Nitroso-, Amino-,
Phenyl-, C
1-C
5-Alkyl-, C
1 - C
5-Alkoxy, C
1 - C
5-Alkylcarbonylrest bedeutet und
je zwei Reste R
38 oder R
39 paarweise über eine Brücke [-CR
40R
41-]
m mit m gleich 0,1,2, 3 oder 4 verknüpft sein können und
R
40 und R
41 gleich oder verschieden sind und Carboxyrest, Ester oder Salz des Carboxyrests, Phenyl-,
C
1-C
5-Alkyl-, C
1 - C
5-Alkoxy, C
1 - C
5-Alkylcarbonylrest bedeuten und eine oder mehrere nicht benachbarte Gruppen [-CR
40R
41-] durch Sauerstoff, Schwefel oder einen ggf. mit C
1 bis C
5 Alkylrest substituierten Iminorest und zwei benachbarte Gruppen [-CR
40R
41-] durch eine Gruppe [-CR
40=CR
41-] ersetzt sein können und
I in amidischer Form vorliegender einbindiger Säurerest von Säuren ausgewählt aus
der Gruppe Carbonsäure mit bis zu 20 C-Atomen, Kohlensäure, Halbester der Kohlensäure
oder der Carbaminsäure, Sulfonsäure, Phosphonsäure, Phosphorsäure, Monoester der Phosphorsäure,
Diester der Phosphorsäure bedeutet und
K in amidischer Form vorliegender zweibindiger Säurerest von Säuren ausgewählt aus
der Gruppe Mono- und Dicarbonsäuren mit bis zu 20 C-Atomen, Kohlensäure, Sulfonsäure,
Phosphonsäure, Phosphorsäure, Monoester der Phosphorsäure bedeutet.
[0065] Als Mediatoren besonders bevorzugt sind Verbindungen der allgemeinen Formel XIII,
XIV, XV, XVI oder XVII :

sowie deren Salze, Ether oder Ester, wobei
Ar
1 einbindiger homo- oder heteroaromatischer einkerniger Arylrest und
Ar
2 zweibindiger homo- oder heteroaromatischer einkerniger Arylrest bedeutet,
die durch eine oder mehrere, gleiche oder verschiedene Reste R
44 ausgewählt aus der Gruppe Hydroxy-, Cyano-, Carboxyrest, Ester oder Salz des Carboxyrests,
Sulfonorest, Ester oder Salz des Sulfonorests, Nitro-, Nitroso-, Amino-, C
1-C
12-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxy-, C
1-C
10-Carbonyl-, Carbonyl-C
1-C
6-alkylrest substituiert sein können,
wobei Aminoreste unsubstituiert oder ein- oder mehrfach mit einem Rest R
45 substituiert sein können und die C
1-C
12-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxy-, C
1-C
10-Carbonyl-, Carbonyl-C
1-C
6-alkyl-Reste gesättigt oder ungesättigt, verzweigt oder unverzweigt sein können und
mit einem Rest R
45 ein- oder mehrfach substituiert sein können,
wobei R
45 gleich oder verschieden ist und Hydroxy-, Carboxyrest, Ester oder Salz des Carboxyrests,
Sulfono-, Nitro-, Amino-, C
1-C
5-Alkyl-, C
1 - C
5-Alkoxy-, C
1 - C
5-Alkylcarbonylrest bedeutet und
je zwei Reste R
44 paarweise über eine Brücke [-CR
40R
41-]
m mit m gleich 0, 1, 2, 3 oder 4 verknüpft sein können und
R
40 und R
41 die bereits genannten Bedeutungen haben und eine oder mehrere nicht benachbarte Gruppen
[-CR
40R
41-] durch Sauerstoff, Schwefel oder einen ggf. mit einem C
1 bis C
5 Alkylrest substituierten Iminorest und zwei benachbarte Gruppen [-CR
40R
41-] durch eine Gruppe [-CR
40=CR
41-] ersetzt sein können,
R
42 gleiche oder verschiedene einbindige Reste ausgewählt aus der Gruppe Wasserstoff-,
Phenyl-, Aryl-C
1-C
5-alkyl-, C
1-C
12-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxy-, C
1-C
10-Carbonylrest bedeutet, wobei Phenylreste unsubstituiert oder ein- oder mehrfach mit
einem Rest R
46 substituiert sein können und die Aryl-C
1-C
5-alkyl-, C
1-C
12-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxy-, C
1-C
10-Carbonyl-Reste gesättigt oder ungesättigt, verzweigt oder unverzweigt sein können
und mit einem Rest R
46 ein- oder mehrfach substituiert sein können, wobei
R
46 gleich oder verschieden ist und Hydroxy-, Formyl-, Cyano-, Carboxyrest, Ester oder
Salz des Carboxyrests, Carbamoyl-, Sulfono-, Sulfamoyl-, Nitro-, Nitroso-, Amino-,
Phenyl-, C
1-C
5-Alkyl-, C
1 - C
5-Alkoxyrest bedeutet und
R
43 zweibindige Reste ausgewählt aus der Gruppe ortho-, meta-, para-Phenylen-, Aryl-C
1-C
5-alkyl-, C
1-C
12-Alkylen-, C
1-C
5-Alkylendioxyrest bedeutet, wobei Phenylenreste unsubstituiert oder ein- oder mehrfach
mit einem Rest R
46 substituiert sein können und die Aryl-C
1-C
5-alkyl-, C
1-C
12-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxy-Reste gesättigt oder ungesättigt, verzweigt oder unverzweigt sein können und
mit einem Rest R
46 ein- oder mehrfach substituiert sein können, wobei
p 0 oder 1 bedeutet und
q eine ganze Zahl von 1 bis 3 bedeutet.
[0066] Vorzugsweise bedeutet Ar
1 Phenylrest und
Ar
2 ortho-Phenylenrest, wobei Ar
1 durch bis zu fünf und Ar
2 durch bis zu vier gleiche oder verschiedene Reste ausgewählt aus der Gruppe C
1-C
3-Alkyl-, C
1-C
3-Alkylcarbonyl-, Carboxyrest, Ester oder Salz des Carboxyrests, Sulfonorest, Ester
oder Salz des Sulfonorests, Hydroxy-, Cyano-, Nitro-, Nitroso- und Aminorest substituiert
sein können, wobei Aminoreste mit zwei verschiedenen Resten ausgewählt aus der Gruppe
Hydroxy- und C
1-C
3-Alkylcarbonyl substituiert sein können.
[0067] Vorzugsweise bedeutet R
42 einbindiger Rest ausgewählt aus der Gruppe Wasserstoff-, Phenyl -, C
1-C
12-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxyrest, wobei die C
1-C
12-Alkylreste und C
1-C
5-Alkoxyreste gesättigt oder ungesättigt, verzweigt oder unverzweigt sein können.
[0068] Vorzugsweise bedeutet R
43 zweibindige Reste ausgewählt aus der Gruppe ortho- oder para-Phenylen-, C
1-C
12-Alkylen-, C
1-C
5-Alkylendioxyrest, wobei die Aryl-C
1-C
5-alkyl-, C
1-C
12-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxy-Reste gesättigt oder ungesättigt, verzweigt oder unverzweigt sein können und
mit einem Rest R
46 ein- oder mehrfach substituiert sein können.
[0069] Vorzugsweise bedeutet R
46 Carboxyrest, Ester oder Salz des Carboxyrests, Carbamoyl-, Phenyl-, C
1 - C
3-Alkoxyrest.
[0070] Beispiele für Verbindungen, die als Mediatoren eingesetzt werden können, sind N-Hydroxyacetanilid,
N-Hydroxypivaloylanilid, N-Hydroxyacrylanilid, N-Hydroxybenzoylanilid, N-Hydroxy-methylsulfonylanilid,
N-Hydroxy-N-phenyl-methylcarbamat, N-Hydroxy-3-oxo-butyrylanilid, N-Hydroxy-4-cyanoacetanilid,
N-Hydroxy-4-methoxyacetanilid, N-Hydroxyphenacetin, N-Hydroxy-2,3-dimethylacetanilid,
N-Hydroxy-2-methylacetanilid, N-Hydroxy-4-methylacetanilid, 1-Hydroxy-3,4-dihydrochinolin-(1H)-2-on,
N,N'-Dihydroxy-N,N'-diacetyl-1,3-phenylendiamin, N,N'-Dihydroxybernsteinsäuredianilid,
N,N'-Dihydroxy-maleinsäuredianilid, N,N'-Dihydroxy-oxalsäuredianilid, N,N'-Dihydroxy-phosphorsäuredianilid,
N-Acetoxyacetanilid, N-Hydroxymethyloxalylanilid, N-Hydroxymaleinsäuremonoanilid.
[0071] Als Mediatoren werden bevorzugt N-Hydroxyacetanilid, N-Hydroxyformanilid, N-Hydroxy-N-phenyl-methylcarbamat,
N-Hydroxy-2-methylacetanilid, N-Hydroxy-4-methylacetanilid, 1-Hydroxy-3,4-dihydrochinolin-(1H)-2-on
sowie N-Acetoxyacetanilid.
[0072] Der Mediator kann ferner ausgewählt sein aus der Gruppe der N-Alkyl-N-Hydroxy-Amide.
[0073] Bevorzugt werden dabei als Mediatoren Verbindungen der allgemeinen Formeln (XVIII)
oder (XIX)

sowie deren Salze, Ether oder Ester eingesetzt, wobei
[0074] M gleich oder verschieden ist und einbindiger linearer oder verzweigter oder cyclischer
oder polycyclischer gesättigter oder ungesättigter Alkylrest mit 1-24 C-Atomen bedeutet
und
wobei dieser Alkylrest durch einen oder mehrere Reste R
48, die gleich oder verschieden sind und ausgewählt sind aus der Gruppe Hydroxy, Mercapto,
Formyl, Carbamoyl, Carboxy, Ester oder Salz des Carboxyrests, Sulfonorest, Ester oder
Salz des Sulfonorests, Sulfamoyl-, Nitro-, Nitroso-, Amino-, Hydroxylamino-, Phenyl-,
C
1-C
5-Alkoxy-, C
1-C
10-Carbonyl-, Phospho-, Phosphono-, Phosphonooxyrest, Ester oder Salz des Phosphonooxyrests
substituiert sein kann und
wobei Carbamoyl, Sulfamoyl-, Amino-, Hydroxylamino-, Mercapto- und Phenylreste unsubstituiert
oder ein- oder mehrfach mit einem Rest R
48 substituiert sein können und die C
1-C
5-Alkoxy-, C
1-C
10-Carbonyl-Reste gesättigt oder ungesättigt, verzweigt oder unverzweigt sein können
und mit einem Rest R
48 ein- oder mehrfach substituiert sein können, wobei
R
48 gleich oder verschieden ist und Hydroxy-, Formyl-, Cyano-, Carboxyrest, Ester oder
Salz des Carboxyrests, Carbamoyl, Sulfono-, Sulfamoyl-, Nitro-, Nitroso-, Amino-,
Phenyl-, Benzoyl-, C
1-C
5-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxy-, C
1-C
5-Alkylcarbonylrest bedeutet und
nicht α-ständige Methylengruppen durch Sauerstoff, Schwefel oder einen ggf. einfach
substituierten Iminorest ersetzt sein können und
N in amidischer Form vorliegender einbindiger Säurerest von Säuren ausgewählt aus
der Gruppe aliphatischer oder ein- oder zweikerniger aromatischer oder ein- oder zweikerniger
heteroaromatischer Carbonsäuren mit bis zu 20 C-Atomen, Kohlensäure, Halbester der
Kohlensäure oder der Carbaminsäure, Sulfonsäure, Phosphonsäure, Phosphorsäure, Monoester
der Phosphorsäure, Diester der Phosphorsäure bedeutet und
T in amidischer Form vorliegender zweibindiger Säurerest von Säuren ausgewählt aus
der Gruppe aliphatischer, ein- oder zweikerniger aromatischer oder ein- oder zweikerniger
heteroaromatischer Dicarbonsäuren mit bis zu 20 C-Atomen, Kohlensäure, Sulfonsäure,
Phosphonsäure, Phosphorsäure, Monoester der Phosphorsäure bedeutet und
wobei Alkylreste der in amidischer Form vorliegenden aliphatischen Säuren N und T
linear oder verzweigt und/oder cyclisch und/oder polycyclisch gesättigt oder ungesättigt
sein können und 0 - 24 Kohlenstoffatome beinhalten und nicht substituiert sind oder
ein- oder mehrfach dem Rest R
47 substituiert sind und
Aryl- und Heteroarylreste der in amidischer Form vorliegenden aromatischen oder heteroaromatischen
Säuren N und T durch einen oder mehrere Reste R
49, die gleich oder verschieden sind und ausgewählt sind aus der Gruppe Hydroxy, Mercapto,
Formyl, Cyano, Carbamoyl, Carboxy, Ester oder Salz des Carboxyrests, Sulfonorest,
Ester oder Salz des Sulfonorests, Sulfamoyl-, Nitro-, Nitroso-, Amino-, Phenyl-, Aryl-C
1-C
5-Alkyl-, C
1-C
12-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxy-, C
1-C
10-Carbonyl-, Phospho-, Phosphono-, Phosphonooxyrest, Ester oder Salz des Phosphonooxyrests
substituiert sein können und
wobei Carbamoyl, Sulfamoyl-, Amino-, Mercapto- und Phenylreste unsubstituiert oder
ein- oder mehrfach mit dem Rest R
48 substituiert sein können und die Aryl-C
1-C
5-Alkyl-, C
1-C
12-Alkyl, C
1-C
5-Alkoxy-, C
1-C
10-Carbonyl-Reste gesättigt oder ungesättigt, verzweigt oder unverzweigt sein können
und ein oder mehrfach mit dem Rest R
48 substituiert sein können.
[0075] Als Mediatoren besonders bevorzugt sind Verbindungen mit den allgemeinen Formeln
(XX, XXI, XXII oder XXIII):

sowie deren Salze, Ether oder Ester, wobei
Alk
1 gleich oder verschieden ist und einbindiger linearer oder verzweigter oder cyclischer
oder polycyclischer gesättigter oder ungesättigter Alkylrest mit 1-10 C-Atomen bedeutet,
wobei dieser Alkylrest durch einen oder mehrere Reste R
50, die gleich oder verschieden sind und ausgewählt sind aus der Gruppe Hydroxy, Formyl,
Carbamoyl, Carboxy, Ester oder Salz des Carboxyrests, Sulfonorest, Ester oder Salz
des Sulfonorests, Sulfamoyl-, Nitro-, Nitroso-, Amino-, Hydroxylamino-, Phenyl-, C
1-C
5-Alkoxy-, C
1-C
5-Carbonyl-Reste substituiert sein kann und
wobei Carbamoyl, Sulfamoyl-, Amino-, Hydroxylamino- und Phenylreste unsubstituiert
oder ein- oder mehrfach mit einem Rest R
51 substituiert sein können und die C
1-C
5-Alkoxy-, C
1-C
10-Carbonyl-Reste gesättigt oder ungesättigt, verzweigt oder unverzweigt sein können
und mit einem Rest R
51 ein- oder mehrfach substituiert sein können, wobei
R
51 gleich oder verschieden ist und Hydroxy-, Formyl-, Cyano-, Carboxyrest, Ester oder
Salz des Carboxyrests, Carbamoyl, Sulfono-, Sulfamoyl-, Nitro-, Amino-, Phenyl-, Benzoyl-,
C
1-C
5-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxy-, C
1-C
5-Alkylcarbonylrest bedeutet und
nicht α-ständige Methylengruppen durch Sauerstoff, Schwefel oder einen ggf. einfach
substituierten Iminorest ersetzt sein können und
wobei R
53 gleiche oder verschiedene einbindige Reste ausgewählt aus der Gruppe Wasserstoff-,
Phenyl-, Pyridyl-, Furyl-, Pyrrolyl-, Thienyl-, Aryl-C
1-C
5-Alkyl-, C
1-C
12-Alkyl-, C
1-C
10-Alkoxy-, C
1-C
10-Carbonylrest bedeutet,
wobei Phenyl-, Pyridyl-, Furyl-, Pyrrolyl- und Thienylreste unsubstituiert oder ein-
oder mehrfach mit einem Rest R
7 substituiert sein können und die Aryl-C
1-C
5-alkyl-, C
1-C
12-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxy- und C
1-C
10-Carbonyl -Reste gesättigt oder ungesättigt, verzweigt oder unverzweigt sein können
und mit einem Rest R
53 ein- oder mehrfach substituiert sein können
und
R
53 gleich oder verschieden ist und Hydroxy-, Formyl-, Carboxyrest, Ester oder Salz des
Carboxyrests, Carbamoyl-, Sulfono-, Sulfamoyl-, Nitro-, Amino-, Phenyl-, C
1-C
5-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxyrest bedeutet und
R
54 zweibindige Reste ausgewählt aus der Gruppe Phenylen-, Pyridylen-, Thienylen-, Furylen-,
Pyrrolylen-, Aryl-C
1-C
5-alkyl-, C
1-C
12-Alkylen-, C
1-C
5-Alkylendioxy-Rest bedeutet, wobei Phenylen, Pyridylen, Thienylen, Furylen, Pyrrolylen
unsubstituiert oder ein- oder mehrfach mit einem Rest R
53 substituiert sein können und die Aryl-C
1-C
5-alkyl-, C
1-C
12-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxy-Reste gesättigt oder ungesättigt, verzweigt oder unverzweigt sein können und
mit einem Rest R
53 ein- oder mehrfach substituiert sein können, wobei
p 0 oder 1 bedeutet.
[0076] Als Mediatoren ganz besonders bevorzugt sind Verbindungen mit der allgemeinen Formel
(XX - XXIII), bei denen
Alk
1 gleich oder verschieden ist und einbindiger linearer oder verzweigter oder cyclischer
gesättigter oder ungesättigter Alkylrest mit 1-10 C-Atomen bedeutet,
wobei dieser Alkylrest durch einen oder mehrere Reste R
50, die gleich oder verschieden sind und ausgewählt sind aus der Gruppe Hydroxy, Carbamoyl,
Carboxy, Ester oder Salz des Carboxyrests, Sulfonorest, Ester oder Salz des Sulfonorests,
Sulfamoyl-, Amino-, Phenyl-, C
1-C
5-Alkoxy-, C
1-C
5-Carbonyl-Reste substituiert sein kann und
wobei Carbamoyl, Sulfamoyl-, Amino- und Phenylreste unsubstituiert oder ein- oder
mehrfach mit einem Rest R
51 substituiert sein können und die C
1-C
5-Alkoxy-, C
1-C
10-Carbonyl-Reste gesättigt oder ungesättigt, verzweigt oder unverzweigt sein können
und mit einem Rest R
51 ein- oder mehrfach substituiert sein können, wobei R
51 gleich oder verschieden ist und Hydroxy-, Carboxyrest, Ester oder Salz des Carboxyrests,
Carbamoyl, Sulfono-, Sulfamoyl-, Nitro-, Amino-, Phenyl-, Benzoyl-, C
1-C
5-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxy-, C
1-C
5-Alkylcarbonylrest bedeutet
und
wobei R
52 gleiche oder verschiedene einbindige Reste ausgewählt aus der Gruppe Wasserstoff-,
Phenyl-, Furyl-, Aryl-C
1-C
5-Alkyl-, C
1-C
12-Alkyl-, C
1-C
10-Alkoxy-, C
1-C
10-Carbonylrest bedeutet, wobei Phenyl- und Furylreste unsubstituiert oder ein- oder
mehrfach mit einem Rest R
53 substituiert sein können und die Aryl-C
1-C
5-alkyl-, C
1-C
12-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxy- und
C
1-C
10-Carbonyl-Reste gesättigt oder ungesättigt, verzweigt oder unverzweigt sein können
und mit einem Rest R
53 ein- oder mehrfach substituiert sein können,
wobei
R
53 gleich oder verschieden ist und Carboxyrest, Ester oder Salz des Carboxyrests, Carbamoyl-,
Phenyl-, C
1-C
5-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxyrest bedeutet und
R
54 zweibindiger Rest ausgewählt aus der Gruppe Phenylen-, Furylen-, C
1-C
12-Alkylen-, C
1-C
5-Alkylendioxy-Rest bedeutet, wobei Phenylen, Furanylen unsubstituiert oder ein- oder
mehrfach mit einem Rest R
53 substituiert sein können und die Aryl-C
1-C
5-alkyl-, C
1-C
12-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxy-Reste gesättigt oder ungesättigt, verzweigt oder unverzweigt sein können und
mit einem Rest R
53 ein- oder mehrfach substituiert sein können, wobei
p 0 oder 1 bedeutet.
[0077] Beispiele für Verbindungen, die als Mediatoren eingesetzt werden können, sind
N-Hydroxy-N-methyl-benzoesäureamid, N-Hydroxy-N-methyl-benzolsulfonsäure-amid, N-Hydroxy-N-methyl-p-toluolsulfonsäureamid`
N-Hydroxy-N-methyl-furan-2-carbonsäureamid,
N-Hydroxy-N-methyl-thiophen-2-carbonsäureamid,
N,N'-Dihydroxy-N,N'-dimethyl-phthalsäurediamid,
N,N'-Dihydroxy-N,N'-dimethyl-isophthalsäurediamid, N,N'-Dihydroxy-N,N'-dimethyl-terephthalsäurediamid,
N,N'-Dihydroxy-N,N'-dimethyl-benzol-1,3-disulfonsäurediamid,
N,N'-Dihydroxy-N,N'-dimethyl-furan-3,4-dicarbonsäurediamid,
N-Hydroxy-N-tert.-butyl-benzoesäureamid,
N-Hydroxy-N-tert.-butyl-benzolsulfonsäureamid,
N-Hydroxy-N-tert.-butyl-p-toluolsulfonsäureamid,
N-Hydroxy-N-tert.-butyl-furan-2-carbonsäureamid,
N-Hydroxy-N-tert.-butyl-thiophen-2-carbonsäureamid,
N,N'-Dihydroxy-N,N'-di-tert.-butyl-phthalsäurediamid,
N,N'-Dihydroxy-N,N'-di-tert.-butyl-isophthalsäurediamid,
N,N'-Dihydroxy-N,N'-di-tert.-butyl-terephthalsäurediamid,
N,N'-Dihydroxy-N,N'-di-tert.-butyl-benzol-1,3-disulfonsäurediamid,
N,N'-Dihydroxy-N,N'-di-tert.-butyl-furan-3,4-dicarbonsäurediamid,
N-Hydroxy-N-cyclohexyl-benzoesäureamid, N-Hydroxy-N-cyclohexylbenzolsulfonsäureamid,
N-Hydroxy-N-cyclohexyl-p-toluolsulfonsäure-amid,
N-Hydroxy-N-cyclohexyl-furan-2-carbonsäureamid,
N-Hydroxy-N-cyclohexyl-thiophen-2-carbonsäureamid,
N,N'-Dihydroxy-N,N'-dicyclohexyl-phthalsäurediamid,
N,N'-Dihydroxy-N,N'-dicyclohexyl-isophthalsäurediamid,
N,N'-Dihydroxy-N,N'-dicyclohexyl-terephthalsäurediamid,
N,N'-Dihydroxy-N,N'-dicyclohexyl-benzol-1,3-disulfonsäurediamid,
N,N'-Dihydroxy-N,N'-dicyclohexyl-furan-3,4-dicarbonsäure-diamid,
N-Hydroxy-N-isopropyl-benzoesäureamid, N-Hydroxy-N-isopropyl-benzol-sulfonsäureamid,
N-Hydroxy-N-isopropyl-p-toluolsulfonsäureamid,N-Hydroxy-N-isopropyl-furan-2-carbonsäureamid,
N-Hydroxy-N-isopropyl-thiophen-2-carbon-säureamid, N,N'-Dihydroxy-N,N'-diisopropyl-phthalsäurediamid,
N,N'-Dihydroxy-N,N'-diisopropyl-isophthalsäurediamid, N,N'-Dihydroxy-N,N'-diisopropyl-terephthal-säurediamid,
N,N'-Dihydroxy-N,N'-diisopropyl-benzol-1,3-disulfonsäurediamid, N,N'-Dihydroxy-N,N'-diisopropyl-furan-3,4-dicarbonsäurediamid,
N-Hydroxy-N-methyl-acetamid,
N-Hydroxy-N-tert.-butyl-acetamid,
N-Hydroxy-N-isopropyl-acetamid,
N-Hydroxy-N-cyclohexyl-acetamid,
N-Hydroxy-N-methyl-pivalinsäureamid,
N-Hydroxy-N-isopropyl-pivalinsäureamid, N-Hydroxy-N-methylacrylamid,
N-Hydroxy-N-tert.-butyl-acrylamid, N-Hydroxy-N-isopropyl-acrylamid, N-Hydroxy-N-cyclohexyl-acrylamid,
N-Hydroxy-N-methylmethansulfonamid, N-Hydroxy-N-isopropyl-methansulfonamid, N-Hydroxy-N-isopropyl-methylcarbamat,
N-Hydroxy-N-methyl-3-oxo-buttersäureamid, N,N'-Dihydroxy-N,N'-dibenzoyl-ethylendiamin,
N,N'-Dihydroxy-N,N'-dimethylbernsteinsäurediamid,
N,N'-Dihydroxy-N,N'-di-tert.-butyl-maleinsäurediamid,
N-Hydroxy-N-tert.-butyl-maleinsäuremonoamid,
N,N'-Dihydroxy-N,N'-di-tert.-butyl-oxalsäurediamid, N,N'-Dihydroxy-N,N'-di-tert.-butyl-phosphor-säurediamid.
[0078] Als Mediatoren werden bevorzugt Verbindungen ausgewählt aus der Gruppe N-Hydroxy-N-methyl-benzoesäureamid,
N-Hydroxy-N-methylbenzolsulfonsäureamid, N-Hydroxy-N-methyl-p-toluolsulfon-säureamid,
N-Hydroxy-N-methyl-furan-2-carbonsäureamid, N,N'-Dihydroxy-N,N'-dimethyl-phthalsäurediamid,
N,N'-Dihydroxy-N,N'-dimethyl-terephthalsäurediamid, N,N'-Dihydroxy-N,N'-dimethyl-benzol-1,3-disulfonsäurediamid,
N-Hydroxy-N-tert.-butyl-benzoesäureamid, N-Hydroxy-N-tert.-butyl-benzolsulfonsäureamid,
N-Hydroxy-N-tert.-butyl-p-toluolsulfonsäureamid, N-Hydroxy-N-tert.-butyl-furan-2-carbonsäureamid,
N,N'-Dihydroxy-N,N'-di-tert.-butyl-terephthalsäurediamid, N-Hydroxy-N-isopropyl-benzoesäureamid,
N-Hydroxy-N-isopropyl-p-toluolsulfon-säureamid, N-Hydroxy-N-isopropyl-furan-2-carbonsäureamid,
N,N'-Dihydroxy-N,N'-diisopropyl-terephthal-säurediamid, N,N'-Dihydroxy-N,N'-diisopropyl-benzol-1,3-disulfonsäurediamid,
N-Hydroxy-N-methylacetamid, N-Hydroxy-N-tert.-butyl-acetamid, N-Hydroxy-N-isopropyl-acetamid,
N-Hydroxy-N-cyclohexyl-acetamid, N-Hydroxy-N-methyl-pivalinsäureamid, N-Hydroxy-N-tert.-butyl-acrylamid,
N-Hydroxy-N-isopropyl-acrylamid, N-Hydroxy-N-methyl-3-oxo-buttersäureamid, N,N'-Dihydroxy-N,N'-dibenzoyl-ethylendiamin,
N,N'-Dihydroxy-N,N'-di-tert.-butyl-maleinsäurediamid, N-Hydroxy-N-tert.-butyl-maleinsäuremonoamid,
N,N'-Dihydroxy-N,N'-di-tert.-butyl-oxalsäurediamid.
[0079] Der Mediator kann ferner ausgewählt sein aus der Gruppe der Oxime der allgemeinen
Formel XXIV oder XXV

sowie deren Salze, Ether, oder Ester, wobei
U, gleich oder verschieden ist und O, S, oder NR
55 bedeuten wobei
R
55 Wasserstoff-, Hydroxy-, Formyl-, Carbamoyl-, Sulfonorest, Ester oder Salz des Sulfonorests,
Sulfamoyl-, Nitro-, Amino-, Phenyl-, Aryl-C
1- C
5-alkyl-, C
1-C
12-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxy-, C
1-C
10-Carbonyl-, Carbonyl-C
1-C
6-alkyl-, Phospho-, Phosphono-, Phosphonooxyrest, Ester oder Salz des Phosphonooxyrests
bedeutet,
wobei Carbamoyl-, Sulfamoyl-, Amino- und Phenylreste unsubstituiert oder ein- oder
mehrfach mit einem Rest R
56 substituiert sein können und die Aryl-C
1-C
5-alkyl-, C
1-C
12-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxy-, C
1-C
10-Carbonyl-, Carbonyl-C
1-C
6-alkyl-Reste gesättigt oder ungesättigt, verzweigt oder unverzweigt sein können und
mit einem Rest R
56 ein- oder mehrfach substituiert sein können, wobei
R
56 gleich oder verschieden ist und Hydroxy-, Formyl-, Carboxyrest, Ester oder Salz des
Carboxyrests, Carbamoyl-, SulfonoEster oder Salz des Sulfonorests, Sulfamoyl-, Nitro-,
Amino-, Phenyl-, C
1-C
5-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxyrest bedeutet und
die Reste R
57 und R
58 gleich oder verschieden sind und Halogen-, Carboxyrest, Ester oder Salz des Carboxyrests
bedeuten, oder die für R
55 genannten Bedeutungen haben, oder zu einem Ring [-CR
61R
62]
n mit n gleich 2, 3 oder 4 verknüpft sind und
R
59 und R
60 die für R
55 genannten Bedeutungen haben und
R
61 und R
62 gleich oder verschieden sind und Halogen-, Carboxyrest, Ester oder Salz des Carboxyrests
bedeuten, oder die für R
55 genannten Bedeutungen haben.
[0080] Als Mediatoren besonders bevorzugt sind Verbindungen mit der allgemeinen Formel XXIV
bei denen U O oder S bedeutet und die übrigen Reste die vorstehend genannten Bedeutungen
haben. Ein Beispiel für eine solche Verbindung ist 2-Hydroxyiminomalonsäuredimethylester.
[0081] Als Mediatoren weiterhin besonders bevorzugt sind Isonitrosoderivate von cyclischen
Ureiden der allgemeinen Formel XXV. Beispiele für solche Verbindungen sind 1-Methylviolursäure,
1,3-Dimethylviolursäure, Thioviolursäure, Alloxan-4,5-dioxim.
[0082] Als Mediator insbesondere bevorzugt ist Alloxan-5-oxim Hydrat (Violursäure) und/oder
dessen Ester, Ether oder Salze.
[0083] Der Mediator kann ferner ausgewählt sein aus der Gruppe vicinal nitrososubstituierter
aromatischer Alkohole der allgemeinen Formeln XXVI oder XXVII

sowie deren Salze, Ether oder Ester, wobei
R
63 , R
64, R
65 und R
66 gleich oder verschieden sind und Wasserstoff-, Halogen-, Hydroxy-, Formyl-, Carbamoyl-,
Carboxyrest, Ester oder Salz des Carboxyrests, Sulfonorest, Ester oder Salz des Sulfonorests,
Sulfamoyl-, Nitro-, Nitroso-, Cyano, Amino-, Phenyl-, Aryl-C
1-C
5-alkyl-, C
1-C
12-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxy-, C
1-C
10-Carbonyl-, Carbonyl-C
1-C
6-alkyl-, Phospho-, Phosphono-, Phosphono-oxyrest, Ester oder Salz des Phosphonooxyrests
bedeuten,
wobei Carbamoyl-, Sulfamoyl-, Amino- und Phenylreste unsubstituiert oder ein- oder
mehrfach mit einem Rest R
67 substituiert sein können und die Aryl-C
1-C
5-alkyl-, C
1-C
12-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxy-, C
1-C
10-Carbonyl-, Carbonyl-C
1-C
6-alkyl-Reste gesättigt oder ungesättigt, verzweigt oder unverzweigt sein können und
mit einem Rest R
67 ein- oder mehrfach substituiert sein können, wobei
R
67 gleich oder verschieden ist und Hydroxy-, Formyl-, Carboxyrest, Ester oder Salz des
Carboxyrests, Carbamoyl-, Sulfono-, Sulfamoyl-, Nitro-, Nitroso-, Amino-, Phenyl-,
C
1-C
5-Alkyl-, C
1 - C
5-Alkoxyrest bedeutet oder
die Reste R
63-R
66 paarweise zu einem Ring [-CR
68R
69-]
m verknüpft sind, wobei m ganzzahlig ist und einen Wert von 1 bis 4 bedeutet, oder
zu einem Ring [-CR
70=CR
71-]
n verknüpft sind, wobei n ganzzahlig ist und einen Wert von 1 bis 3 bedeutet, und
R
68, R
69, R
70 und R
71 gleich oder verschieden sind und die für R
63 bis R
66 genannten Bedeutungen haben.
[0084] Unter aromatischen Alkoholen sind vorzugsweise Phenole oder höherkondensierte Derivate
des Phenols zu verstehen.
[0085] Als Mediatoren bevorzugt sind Verbindungen der allgemeinen Formel XXVI oder XXVII,
deren Synthese sich auf die Nitrosierung substituierter Phenole zurückführen läßt.
Beispiele für solche Verbindungen sind 2-Nitrosophenol, 3-Methyl-6-nitrosophenol,
2-Methyl-6-nitrosophenol, 4-Methyl-6-nitrosophenol, 3-Ethyl-6-nitrosophenol, 2-Ethyl-6-nitrosophenol,
4-Ethyl-6-nitrosophenol, 4-Isopropyl-6-nitrosophenol, 4-tert.butyl-6-nitrosophenol,
2-Phenyl-6-nitrosophenol, 2-Benzyl-6-nitrosophenol, 4-Benzyl-6-nitrosophenol, 2-Hydroxy-3-nitrosobenzylalkohol,
2-Hydroxy-3-nitrosobenzoesäure, 4-Hydroxy-3-nitrosobenzoesäure, 2-Methoxy-6-nitrosophenol,
3,4-Dimethyl-6-nitrosophenol, 2,4-Dimethyl-6-nitrosophenol, 3,5-Dimethyl-6-nitrosophenol,
2,5-Dimethyl-6-nitrosophenol, 2-Nitrosoresorcin, 4-Nitrosoresorcin, 2-Nitrosoorcin,
2-Nitrosophloroglucin und 4-Nitrosopyrogallol, 4-Nitroso-3-hydroxyanilin, 4-Nitro-2-nitrosophenol.
[0086] Als Mediatoren weiterhin bevorzugt sind o-Nitrosoderivate höher kondensierter aromatischer
Alkohole. Beispiele für solche Verbindungen sind 2-Nitroso-1-naphthol, 1-Methyl-3-nitroso-2-naphthol
und 9-Hydroxy-10-nitroso-phenanthren.
[0087] Als Mediatoren besonders bevorzugt sind 1-Nitroso-2-naphthol, 1-Nitroso-2-naphthol-3,6-disulfonsäure,
2-Nitroso-1-naphthol-4-sulfonsäure, 2,4-Dinitroso-1,3-dihydroxybenzol sowie Ester,
Ether oder Salze der genannten Verbindungen.
[0088] Der Mediator kann ferner ausgewählt sein aus der Gruppe Hydroxypyridine, Aminopyridine,
Hydroxychinoline, Aminochinoline, Hydroxyisochinoline, Aminoisochinoline, mit zu den
Hydroxy- oder Aminogruppen ortho- oder para-ständigen Nitroso- oder Mercaptosubstituenten,
Tautomere der genannten Verbindungen sowie deren Salze, Ether und Ester.
[0089] Bevorzugt sind als Mediatoren Verbindungen der allgemeinen Formel (XXVIII), (XXIX)
oder (XXX)

sowie Tautomere, Salze, Ether oder Ester der genannten Verbindungen vorhanden, wobei
in den Formeln XXVIII, XXIX oder XXX zwei zueinander ortho- oder para- ständige Reste
R
72 Hydroxy- und Nitrosorest oder Hydroxy- und Mercaptorest oder Nitrosorest und Aminorest
bedeuten
und die übrigen Reste R
72 gleich oder verschieden sind und ausgewählt sind aus der Gruppe Wasserstoff-, Halogen-,
Hydroxy-, Mercapto-, Formyl-, Cyano-, Carbamoyl-, Carboxyrest, Ester und Salz des
Carboxyrests, Sulfonorest, Ester und Salz des Sulfonorests, Sulfamoyl-, Nitro-, Nitroso-,
Amino-, Phenyl-, Aryl-C
1-C
5-alkyl-, C
1-C
12-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxy-, C
1-C
10-Carbonyl-, Carbonyl-C
1-C
6-alkyl-, Phospho-, Phosphono-, Phosphono-oxyrest, Ester und Salz des Phosphonooxyrests
und
wobei Carbamoyl-, Sulfamoyl-, Amino-, Mercapto- und Phenylreste unsubstituiert oder
ein- oder mehrfach mit einem Rest R
73 substituiert sein können und
die Aryl-C
1-C
5-alkyl-, C
1-C
12-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxy-, C
1-C
10-Carbonyl-, Carbonyl-C
1-C
6-alkylreste gesättigt oder ungesättigt, verzweigt oder unverzweigt sein können und
mit einem Rest R
73 ein- oder mehrfach substituiert sein können, wobei R
73 gleich oder verschieden ist und Hydroxy-, Formyl-, Cyano-, Carboxyrest, Ester oder
Salz des Carboxyrests, Carbamoyl-, Sulfono-, Sulfamoyl-, Nitro-, Nitroso-, Amino-,
Phenyl-, C
1-C
5-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxyrest oder C
1-C
5-Alkylcarbonylrest bedeutet und
je zwei Reste R
72 oder zwei Reste R
73 oder R
72 und R
73 paarweise über eine Brücke [-CR
74R
75-]
m mit m gleich 1,2, 3 oder 4 verknüpft sein können und
R
3 und R
4 gleich oder verschieden sind und Carboxyrest, Ester oder Salz des Carboxyrests, Phenyl-,
C
1-C
5-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxyrest oder C
1-C
5-Alkylcarbonylrest bedeuten und eine oder mehrere nicht benachbarte Gruppen [-CR
74R
75-] durch Sauerstoff, Schwefel oder einen ggf. mit C
1-C
5-Alkyl- substituierten Iminorest und zwei benachbarte Gruppen [-CR
74R
75-] durch eine Gruppe [-CR
74=R
75-] ersetzt sein können.
[0090] Als Mediatoren besonders bevorzugt sind Verbindungen der allgemeinen Formel (XXVIII)
oder (XXIX) sowie deren Tautomere, Salze, Ether oder Ester, wobei in den Formeln (XXVIII)
und (XXIX) besonders bevorzugt zwei zueinander ortho- ständige Reste R
72 Hydroxy- und Nitrosorest oder Hydroxy- und Mercaptorest oder Nitrosorest- und Aminorest
bedeuten und
die übrigen Reste R
72 gleich oder verschieden sind und ausgewählt sind aus der Gruppe Wasserstoff-, Hydroxy-,
Mercapto-, Formyl-, Carbamoyl-, Carboxyrest, Ester und Salz des Carboxyrests, Sulfonorest,
Ester und Salz des Sulfonorests, Sulfamoyl-, Nitro-, Nitroso-, Amino-, Phenyl-, Aryl-C
1-C
5-alkyl-, C
1-C
5-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxy-, C
1-C
5-Carbonyl-, Carbonyl-C
1-C
6-alkyl-, Phospho-, Phosphono-, Phosphono-oxyrest, Ester und Salz des Phosphonooxyrests
wobei
Carbamoyl-, Sulfamoyl-, Amino-, Mercapto- und Phenylreste unsubstituiert oder ein-
oder mehrfach mit einem Rest R
73 substituiert sein können und
die Aryl-C
1-C
5-alkyl-, C
1-C
5-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxy-, C
1-C
5-Carbonyl-, Carbonyl-C
1-C
6-alkyl-Reste gesättigt oder ungesättigt, verzweigt oder unverzweigt sein können und
mit einem Rest R
73 ein- oder mehrfach substituiert sein können, wobei R
73 die bereits genannten Bedeutungen hat und
je zwei Reste R
73 paarweise über eine Brücke [-CR
74R
75-]
m mit m gleich 2, 3 oder 4 verknüpft sein können und
R
74 und R
75 die bereits genannten Bedeutungen haben und
eine oder mehrere nicht benachbarte Gruppen [-CR
74R
75-] durch Sauerstoff oder einen ggf. mit C
1-C
5-Alkyl- substituierten Iminorest ersetzt sein können.
[0091] Beispiele für Verbindungen, die als Mediatoren eingesetzt werden können, sind 2,6-Dihydroxy-3-nitrosopyridin,
2,3-Dihydroxy-4-nitrosopyridin, 2,6-Dihydroxy-3-nitrosopyridin-4-carbonsäure, 2,4-Dihydroxy-3-nitrosopyridin,
3-Hydroxy-2-mercaptopyridin, 2-Hydroxy-3-mercaptopyridin, 2,6-Diamino-3-nitrosopyridin,
2,6-Diamino-3-nitroso-pyridin-4-carbonsäure, 2-Hydroxy-3-nitrosopyridin, 3-Hydroxy-2-nitrosopyridin,
2-Mercapto-3-nitrosopyridin, 3-Mercapto-2-nitrosopyridin, 2-Amino-3-nitrosopyridin,
3-Amino-2-nitrosopyridin, 2,4-Dihydroxy-3-nitrosochinolin, 8-Hydroxy-5-nitrosochinolin,
2,3-Dihydroxy-4-nitrosochinolin, 3-Hydroxy-4-nitrosoisochinolin, 4-Hydroxy-3-nitrosoisochinolin,
8-Hydroxy-5-nitrosoisochinolin sowie Tautomere dieser Verbindungen.
[0092] Als Mediatoren sind bevorzugt 2,6-Dihydroxy-3-nitrosopyridin, 2,6-Diamino-3-nitrosopyridin,
2,6-Dihydroxy-3-nitrosopyridin-4-carbonsäure, 2,4-Dihydroxy-3-nitrosopyridin, 2-Hydroxy-3-mercaptopyridin,
2-Mercapto-3-pyridinol, 2,4-Dihydroxy-3-nitrosochinolin, 8-Hydroxy-5-nitrosochinolin,
2,3-Dihydroxy-4-nitrosochinolin sowie Tautomere dieser Verbindungen.
[0093] Der Mediator kann ferner ausgewählt sein aus der Gruppe stabiler Nitroxyl-Radikale
(Nitroxide), d.h. diese freien Radikale können in reiner Form erhalten, charakterisiert
und aufbewahrt werden.
[0094] Bevorzugt werden dabei als Mediatoren Verbindungen der allgemeinen Formel
(XXXI),
(XXXII) oder
(XXXIII) eingesetzt

wobei
Ar einbindiger homo- oder heteroaromatischer ein- oder zweikerniger Rest bedeutet
und
wobei dieser aromatische Rest durch einen oder mehrere, gleiche oder verschiedene
Reste R
77 ausgewählt aus der Gruppe Halogen-, Formyl-, Cyano-, Carbamoyl-, Carboxy-, Ester
oder Salz des Carboxyrests, Sulfonorest, Ester oder Salz des Sulfonorests, Sulfamoyl-,
Nitro-, Nitroso-, Amino-, Phenyl-, Aryl-C
1-C
5-Alkyl-, C
1-C
12-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxy-, C
1-C
10-Carbonyl-, Carbonyl-C
1-C
6-Alkyl-, Phospho-, Phosphono-, Phosphonooxyrest, Ester oder Salz des Phosphonooxyrests
substituiert sein können
und
wobei Phenyl-, Carbamoyl- und Sulfamoylreste unsubstituiert oder ein- oder mehrfach
mit einem Rest R
78 substituiert sein können, der Aminorest ein- oder zweifach mit R
78 substituiert sein kann und die Aryl-C
1-C
5-alkyl, C
1-C
12-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxy-, C
1-C
10-Carbonyl-, Carbonyl-C
1-C
6-alkyl-Reste gesättigt oder ungesättigt, verzweigt oder unverzweigt sein können und
mit einem Rest R
78 ein- oder mehrfach substituiert sein können,
wobei R
78
ein- oder mehrfach vorhanden sein kann und gleich oder verschieden ist und Hydroxy-,
Formyl-, Cyano-, Carboxyrest, Ester oder Salz des Carboxyrests, Carbamoyl-, Sulfono-,
Sulfamoyl-, Nitro-, Nitroso-, Amino-, Phenyl-, C
1-C
5-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxy-, C
1-C
5-Alkylcarbonylrest bedeutet
und
R
76 gleich oder verschieden ist und Halogen-, Hydroxy-, Mercapto-, Formyl-, Cyano-, Carbamoyl-,
Carboxyrest, Ester oder Salz des Carboxyrests, Sulfonorest, Ester oder Salz des Sulfonorests,
Sulfamoyl-, Nitro-, Nitroso-, Amino-, Phenyl-, Aryl-C
1-C
5-alkyl-, C
1-C
12-Alkyl-,
C
1-C
5-Alkoxy-, C
1-C
10-Carbonyl-, Carbonyl-C
1-C
6-alkyl-, Phospho-, Phosphono-, Phosphono-oxyrest, Ester oder Salz des Phosphonooxyrests
bedeutet
und R
76 im Fall bicyclischer stabiler Nitroxylradikale (Struktur XXXIII) auch Wasserstoff
bedeuten kann
und
wobei Carbamoyl-, Sulfamoyl-, Amino-, Mercapto- und Phenylreste unsubstituiert oder
ein- oder mehrfach mit einem Rest R
79 substituiert sein können und die Aryl-C
1-C
5-alkyl-, C
1-C
12-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxy-, C
1-C
10-Carbonyl-, Carbonyl-C
1-C
6-alkyl-Reste gesättigt oder ungesättigt, verzweigt oder unverzweigt sein können und
mit einem Rest R
79 ein- oder mehrfach substituiert sein können, wobei R
79 gleich oder verschieden ist und Hydroxy-, Formyl-, Cyano-, Carboxyrest, Ester oder
Salz des Carboxyrests, Carbamoyl-, Sulfono-, Sulfamoyl-, Nitro-, Nitroso-, Amino,
Phenyl-, C
1-C
5-Alkyl-, C
1 - C
5-Alkoxyrest, C
1 - C
5-Alkylcarbonylrest bedeutet und
je zwei Reste R
78oder R
79 paarweise über eine Brücke [-CR
80R
81-]
mmit m gleich 0,1,2,3 oder 4 verknüpft sein können
und
R
80 und R
81 gleich oder verschieden sind und Halogen-, Carboxyrest, Ester oder Salz des Carboxyrests,
Carbamoyl-, Sulfamoyl-, Phenyl, Benzoyl-, C
1-C
5-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxyrest, C
1-C
5-Alkylcarbonylrest bedeuten
und
eine oder mehrere nicht benachbarte Gruppen [-CR
80R
81-] durch Sauerstoff, Schwefel oder einen ggf. mit C
1-C
5-Alkyl- substituierten Iminorest und zwei benachbarte Gruppen [-CR
80R
81-] durch eine Gruppe [-CR
80=CR
81-], [-CR
80=N-] oder [-CR
80=N(O)-] ersetzt sein können.
[0095] Als Mediatoren besonders bevorzugt sind Nitroxyl-Radikale der allgemeinen Formel
(XXXIV) und
(XXXV),

wobei
R
82 gleich oder verschieden ist und Phenyl-, Aryl-C
1-C
5-alkyl-, C
1-C
12-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxy-, C
1-C
10-Carbonyl-, Carbonyl-C
1-C
6-alkyl-bedeutet
wobei Phenylreste unsubstituiert oder ein- oder mehrfach mit einem Rest R
84 substituiert sein können und die Aryl-C
1-C
5-alkyl-, C
1-C
12-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxy-, C
1-C
10-Carbonyl-,
Carbonyl-C
1-C
6-alkyl-Reste gesättigt oder ungesättigt, verzweigt oder unverzweigt sein können und
mit einem Rest R
84 ein- oder mehrfach substituiert sein können,
wobei R
84 ein- oder mehrfach vorhanden sein kann und gleich oder verschieden ist und Hydroxy-,
Formyl-, Carboxyrest, Ester oder Salz des Carboxyrests, Carbamoyl-, Sulfono-, Sulfamoyl-,
Nitro-, Nitroso-, Amino, Phenyl-, Benzoyl-, C
1-C
5-Alkyl-, C
1 - C
5-Alkoxyrest, C
1 - C
5-Alkylcarbonylrest bedeutet und
R
83 gleich oder verschieden ist und Wasserstoff-, Hydroxy-, Mercapto-, Formyl-, Cyano-,
Carbamoyl-, Carboxyrest, Ester oder Salz des Carboxyrests, Sulfonorest, Ester oder
Salz des Sulfonorests, Sulfamoyl-, Nitro-, Nitroso-, Amino-, Phenyl-, Aryl-C
1-C
5-alkyl-, C
1-C
12-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxy-, C
1-C
10-Carbonyl-, Carbonyl-C
1-C
6-alkyl-, Phospho-, Phosphono-, Phosphonooxyrest, Ester oder Salz des Phosphono-oxyrests
bedeutet
wobei Carbamoyl-, Sulfamoyl-, Amino-, Mercapto- und Phenylreste unsubstituiert oder
ein- oder mehrfach mit einem Rest R
78 substituiert sein können und die Aryl-C
1-C
5-alkyl-, C
1-C
12-Alkyl-, C
1-C
5-Alkoxy-, C
1-C
10-Carbonyl-, Carbonyl-C
1-C
6-alkyl-Reste gesättigt oder ungesättigt, verzweigt oder unverzweigt sein können und
mit einem Rest R
78 ein- oder mehrfach substituiert sein können und eine [-CR
83R
83-]-Gruppe durch Sauerstoff, einen ggf. mit C
1-C
5-Alkyl-substituierten Iminorest, einen (Hydroxy)iminorest, eine Carbonylfunktion oder
eine ggf. mit R
78mono- oder disubstituierten Vinylidenfunktion ersetzt sein kann und
zwei benachbarte Gruppen [-CR
83R
83-] durch eine Gruppe [-CR
83=CR
83-] oder [-CR
83=N-] oder [-CR
83=N(O)-] ersetzt sein können.
[0096] Beispiele für Verbindungen, die als Mediatoren eingesetzt werden können, sind
2,2,6,6-Tetramethyl-piperidin-1-oxyl (TEMPO),
4-Hydroxy-2,2,6,6-tetramethyl-piperidin-1-oxyl,
4-Oxo-2,2,6,6-tetramethyl-piperidin-1-oxyl,
4-Acetamido-2,2,6,6-tetramethyl-piperidin-1-oxyl,
4-(Ethoxyfluorphosphinyloxy)-2,2,6,6-tetramethyl-piperidin-1-oxyl
, 4-(Isothiocyanato)-2,2,6,6-tetramethyl-piperidin-1-oxyl,
4-Maleimido-2,2,6,6-tetramethyl-piperidin-1-oxyl,
4-(4-Nitrobenzoyloxy)-2,2,6,6-tetramethyl-piperidin-1-oxyl,
4-(Phosphonooxy)-2,2,6,6-tetramethyl-piperidin-1-oxyl,
4-Cyano-2,2,6,6-tetramethyl-piperidin-1-oxyl,
3-Carbamoyl-2,2,5,5-tetramethyl-3-pyrrolin-1-oxyl,
4-Phenyl-2,2,5,5-tetramethyl-3-imidazolin-3-oxid-1-oxyl,
4-Carbamoyl-2,2,5,5-tetramethyl-3-imidazolin-3-oxid-1-oxyl,
4-Phenacyliden-2,2,5,5-tetramethyl-imidazolidin-1-oxyl,
3-(Aminomethyl)-2,2,5,5-tetramethyl-pyrrolidin-N-oxyl,
3-Carbamoyl-2,2,5,5-tetramethyl-pyrrolidin-N-oxyl,
3-Carboxy-2,2,5,5-tetramethyl-pyrrolidin-N-oxyl,
3-Cyano-2,2,5,5-tetramethyl-pyrrolidin-N-oxyl,
3-Maleimido-2,2,5,5-tetramethyl-pyrrolidin-N-oxyl,
3-(4-Nitrophenoxycarbonyl)-2,2,5,5-tetramethyl-pyrrolidin-N-oxyl.
[0097] Als Mediatoren werden bevorzugt
2,2,6,6-Tetramethyl-piperidin-1-oxyl (TEMPO),
4-Hydroxy-2,2,6,6-tetramethyl-piperidin-1-oxyl,
4-Oxo-2,2,6,6-tetramethyl-piperidin-1-oxyl,
4-Acetamido-2,2,6,6-tetramethyl-piperidin-1-oxyl,
4-(Isothiocyanato)-2,2,6,6-tetramethyl-piperidin-1-oxyl,
4-Maleimido-2,2,6,6-tetramethyl-piperidin-1-oxyl,
4-(4-Nitrobenzoyloxy)-2,2,6,6-tetramethyl-piperidin-1-oxyl,
4-(Phosphonooxy)-2,2,6,6-tetramethyl-piperidin-1-oxyl,
4-Cyano-2,2,6,6-tetramethyl-piperidin-1-oxyl,
3-Carbamoyl-2,2,5,5-tetramethyl-3-pyrrolin-1-oxyl,
4-Phenyl-2,2,5,5-tetramethyl-3-imidazolin-3-oxid-1-oxyl,
4-Carbamoyl-2,2,5,5-tetramethyl-3-imidazolin-3-oxid-1-oxyl,
4-Phenacyliden-2,2,5,5-tetramethyl-imidazolidin-1-oxyl.
[0098] Als Mediatoren insbesondere bevorzugt sind
2,2,6,6-Tetramethyl-piperidin-1-oxyl (TEMPO), und
4-Hydroxy-2,2,6,6-tetramethyl-piperidin-1-oxyl.
[0099] Besonders bevorzugte Mediatoren sind N-Hydroxyphthalimid,
1-Hydroxy-1H-benzotriazol, Violursäure, N-Hydroxyacetanilid sowie deren oben angeführte
Derivate.
[0100] Ganz besonders bevorzugt sind 3-Amino-N-hydroxyphthalimid, 4-Amino-N-hydroxyphthalimid,
N-Hydroxyphthalimid, 3-Hydroxy-N-hydroxyphthalimid, 3-Methoxy-N-hydroxyphthalimid,
3,4-Dimethoxy-N-hydroxyphthalimid, 4,5-Dimethoxy-N-hydroxyphthalimid, 3,6-Dihydroxy-N-hydroxyphthalimid,
3,6-Dimethoxy-N-hydroxyphthalimid, 3-Methyl-N-hydroxyphthalimid, 4-Methyl-N-hydroxyphthalimid,
3,4-Dimethyl-N-hydroxyphthalimid, 3,5-Dimethyl-N-hydroxyphthalimid, 3,6-Dimethyl-N-hydroxyphthalimid,
3-Isopropyl-6-methyl-N-hydroxyphthalimid, 3-Nitro-N-hydroxyphthalimid, 4-Nitro-N-hydroxyphthalimid,
1-Hydroxy-1H-benzotriazol, Violursäure und N-Hydroxyacetanilid.
[0101] Für das erfindungsgemäße Verfahren außerordentlich bevorzugt ist der Mediator ausgewählt
aus der Gruppe der Verbindungen 1-Methylviolursäure, 1,3-Dimethylviolursäure, Thioviolursäure,
Alloxan-4,5-dioxim und Alloxan-5-oxim Hydrat (Violursäure).
[0102] Das Mediatormolekül erreicht nach Aktivierung an der Elektrode das Lignin durch thermische
Diffusion. Dieser Vorgang kann durch Durchmischen, z.B. Rühren, oder andere Verfahren,
z.B. Elektrophorese, unterstützt werden.
[0103] Das erfindungsgemäße System kann zusätzlich andere Hilfsstoffe, z.B. Oxidantien enthalten,
die die Delignifizierung des ligninhaltigen Materials unterstützen.
[0104] Die Erfindung betrifft ferner Verfahren zur elektrochemischen Spaltung von Verbindungen
dadurch gekennzeichnet, daß die Spaltung der zu spaltenden Verbindung durch elektrochemische
Aktivierung mindestens eines Mediators der keine Metalle oder Schwermetalle enthält
mittels Elektroden erfolgt.
[0105] Als zu spaltende Verbindung ist im erfindungsgemäßen Verfahren vorzugsweise die Delignifizierung
ligninhaltiger Materialien zu verstehen. Es ist jedoch ebenso möglich andere Verbindungen
wie beispielsweise Farbstoffe damit zu spalten. So ist beispielsweise auch die Bleichung
von Textilien mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens möglich.
[0106] Besonders bevorzugt ist dabei die Anwendung des Verfahrens auf indigogefärbten Denim
sowie auf Produkte, welche daraus gefertigt werden.
[0107] Das erfindungsgemäße Verfahren kann vorteilhafterweise bei Temperaturen von etwa
20°C bis 100°C angewendet werden.
[0108] Vorzugsweise wird es bei einer Temperatur von 40 bis 100°C besonders bevorzugt bei
70 - 90°C durchgeführt.
[0109] Vorzugsweise wird das Verfahren bei einer Stromspannung von 0,5 - 40 V, besonders
bevorzugt 1V bis 5V durchgeführt.
[0110] Der Mediator wird vorzugsweise eingesetzt in Mengen von 1kg bis 100 kg/to Pulpe,
besonders bevorzugt 2 kg bis 50 kg / to Pulpe.
[0111] Vorzugsweise ist der pH-Wert bei Durchführung des Verfahrens niedriger als pH 7.
[0112] Vorzugsweise findet im erfindungsgemäßen Verfahren zusätzlich Wasserelektrolyse statt,
die zur Sauerstoffsättigung des Reaktionsansatzes dient.
[0113] Das erfindungsgemäße Verfahren hat gegenüber bekannten Verfahren folgende Vorteile:
1. Kosten für ein Enzym fallen nicht an.
2. Die Delignifizierung kann bei Temperaturen in der Nähe des Siedepunktes von Wasser
bei Normaldruck durchgeführt werden. Das scharfe Temperaturoptimum eines Enzyms ist
nicht zu beachten. Dadurch entfallen Kosten für die Abkühlung der Pulpe.
3. Das Verfahren ist nicht vom Sauerstoffpartialdruck abhängig, da in der Lösung,
dort wo die aktive Spezies des Mediators erzeugt wird, auch Sauerstoff erzeugt werden
kann. Damit kann das Verfahren sowohl in Systemen, die unter Normaldruck stehen (Beccken)
oder aber auch unter erhöhtem Druck (hydrostatischer Druck in 'Digestern') durchgeführt
werden. Es entfallen Maßnahmen zur Einbringung von Sauerstoff unter Druck.
4. Es ist eine größere Variationsbreite bei der Auswahl der Mediatoren möglich, da
die zusätzliche Eigenschaft der Substraterkennung durch ein Enzym, z.B. die Laccase
nicht erfüllt werden muß.
5. Das enge pH-Optimum eines Enzyms erfordert, daß der pH-Wert durch Titration relativ
genau eingestellt und während des Prozesses in engen Grenzen konstant gehalten wird.
Das elektrochemische System zur Mediator-Regeneration ist gegen pH-Schwankungen wenig
empfindlich.
6. Es werden keine Metall-/Schwermetallhaltigen Mediatoren verwendet, die im Abwasser
ausgetragen werden bzw. entfernt werden müssen.
7. Es werden keine chlorhaltigen Verbindungen eingesetzt, so daß keinerlei Chlorbelastung
der Umwelt damit verbunden ist.
[0114] Der Abbau von Lignin bei der Delignifizierung von Pulpe wird durch die Bestimmung
der sogenannten Kappa-Zahl quantifiziert. Die Kappa-Zahl ist ein Maß für den Ligningehalt
eines Zellstoffs.
[0115] Eine Erniedrigung der Kappa-Zahl bedeutet eine Verringerung des Ligningehaltes des
Materials. Die Kappa-Zahl Bestimmung kann beispielsweise mittels literaturbekannter
Verfahren erfolgen, z.B. gemäß DIN 54357.
[0116] Die folgenden Beispielen dienen lediglich zur weiteren Erläuterung der Erfindung
und sollen den Umfang der beanspruchten Erfindung nicht einschränken.
[0117] Folgende Verfahrensschritte wurden in allen Beispielen gleich angewendet:
Vorbereitung der Pulpe (Waschen)
[0118] Ca. 30 g Pulpe wurden in ein 800 ml-Becherglas eingewogen und soviel dest. Wasser
zugegeben, daß die Pulpe gut bedeckt ist und das Wasser ca. 1 cm übersteht. Dieser
Ansatz wurde, unter gelegentlichem Umrühren mit einem Glasstab oder Edelstahllöffel,
bei 50°C auf einem Heizrührer 30 min gerührt. Anschließend wurde die aufgeschlagene
Pulpe in ein Filterkissen (Nylon, 30 µm Maschenweite) überführt und unter fließendem
Wasser solange gewaschen, bis das Waschwasser farblos ist; dazu wurde nach der Waschprozedur
das im Zellstoff verbliebene Wasser mechanisch soweit als möglich ausgepresst.
[0119] Die vorgewaschene Pulpe wurde in dem 800 ml-Becherglas nochmals mit bidest. Wasser
gewaschen und ausgedrückt. Das Gefäß wurde mit Parafilm verschlossen und die gewaschene
Pulpe darin bis zur Verwendung aufbewahrt.
Mediator-unterstützte elektrochemische Bleiche von Pulpe
[0120] Die elektrochemische Delignifizierung von Softwood-Pulpe mit den verschiedenen Mediatoren
wurde in einer Reaktion ohne Diaphragma durchgeführt. Der Ansatz wurde während der
Elektrolyse mit Hilfe eines Rührfisches durchmischt. Die Pulpe wurde, wenn nichts
anderes angegeben, in 0,1M Acetat-Puffer pH 4,5 suspendiert. Die Konzentration des
Mediators, die Art der Elektroden, die Reaktionstemperatur und weitere technische
Parameter sind bei den einzelnen Experimenten angegeben.
[0121] In den Vergleichsbeispielen wurde ein enzymatisches Verfahren zur Delignifizierung
von Pulpe eingesetzt.
Mediator-unterstützte enzymatische Bleiche von Pulpe
[0122] 5 g "feuchte", gewaschene Pulpe wurden in einen 50 ml-Erlenmeyer-Kolben eingewogen.
[0123] In einen zweiten 50 ml-Erlenmeyer-Kolben wurden 23,25 ml bidest. Wasser vorgelegt
und 750 µl einer 1 M Mediatorlösung in 1 M NaOH dazu pipettiert. Anschließend wurden
5 ml Enzymlösung (1 mg Laccase / ml bidest. Wasser; spezifische Aktivität 10 U/mg)
dazu pipettiert. Sofort nach deren Zugabe wurde der pH-Wert mit einem pH-Meter auf
den gewünschten Wert von pH 4,5 eingestellt.
[0124] Die zuvor abgewogene Pulpe aus dem ersten Kolben wurde zugegeben, mit dem Flüssigkeitsanteil
gut durchmischt (Schütteln/Rühren) und der pH-Wert kontrolliert. Der Ansatz wurde
mit Parafilm verschlossen und unter Normaldruck bei 45°C im Wasserbad inkubiert.
[0125] Der Ansatz wurde auf eine Nutsche gekippt, die Flüssigkeit wurde abgenutscht und
ca. 6 mal unter gelegentlichem Aufrühren mit bidest. Wasser gewaschen, bis das Filtrat
keine Färbung mehr aufwies. Diese Pulpe wird zur Kappa-Bestimmung eingesetzt.
Kappa- Zahl -Bestimmung
[0126] Die gewaschene, noch feuchte Pulpe wird halbiert. Eine Hälfte wird extrahiert und
dann zur Kappa-Bestimmung eingesetzt (DIN 54357); die Kappa-Zahl der anderen Hälfte
wird ohne Extraktion bestimmt.
Extraktion
[0127] Auf die gewaschene Pulpe wurden 100 ml 40 mM NaOH und ein Rührfisch gegeben. Die
Extraktionsmischung wurde 65 min bei 60°C stark gerührt. Danach wusch man die extrahierte
Pulpe mit bidest. Wasser auf einer Nutsche wie oben, bis das Filtrat neutral war (pH-Meter)
. Dann wurde die Kappa-Zahl bestimmt.
Beispiel 1: Erhöhung der Kappa-Zahl-Reduzierung durch elektrochemische Aktivierung
der Violursäure
[0128] In einem Gefäß ohne Diaphragma mit zwei Elektroden aus Edelstahl 1.4571 (nach DIN
17580) wurde Sauerstoff-delignifizierte Softwood-Pulpe mit 7,5% Feststoffanteil in
0,1 M Acetat-Puffer pH 4,5 und einer Dosierung von Violursäure von 35 kg/Tonne Pulpe
bei 90°C unter Rühren mit einem Magnetrührer für 4 h bei Normaldruck behandelt. Bei
dem einen Versuch wurde an die Elektroden eine Spannung von 5 V angelegt. Die Kappa-Zahl
der verwendeten Pulpe nach alkalischer Extraktion aber ohne Behandlung mit Violursäure
war 16,97. Danach wurde die KappaZahl wie oben beschrieben bestimmt. Daraus läßt sich
das Maß der Delignifizierung errechnen.
[0129] Durch die Behandlung mit Violursäure allein wird ebenfalls eine gewisse Kappa-Zahl-Reduzierung
erreicht. Die Verbesserung der Delignifizierung wird berechnet als Faktor, der angibt,
um wieviel mal höher die Delignifizierung mit elektrochemischer Aktivierung der Violursäure
ist als ohne elektrochemische Aktivierung.
[0130] In Tabelle 1 sind die Ergebnisse zusammengestellt.
Tabelle 1
| Erhöhung der Kappa-Zahl-Reduzierung durch elektrochemische Aktivierung der Violursäure |
| |
Kappa-Zahl |
Delignifizierung |
Faktor |
| ohne Strom |
13,15 |
22,5% |
1 |
| mit Strom |
4,11 |
75,8% |
3,37 |
Beispiel 2: Abhängigkeit der Kappa-Zahl-Reduzierung von der Violursäurekonzentration
[0131] In einem Gefäß ohne Diaphragma mit zwei Elektroden aus Edelstahl 1.4571 (nach DIN
17580) wurde Sauerstoff-delignifizierte Softwood-Pulpe mit 7,5% Feststoffanteil in
0,1 M Acetat-Puffer pH 4,5 und einer Dosierung von Violursäure von 0 - 70 kg/Tonne
Pulpe bei 21°C (Raumtemperatur) unter Rühren mit einem Magnetrührer für 4 h bei Normaldruck
behandelt. Bei dem Versuch wurde an die Elektroden eine Spannung von 5 V angelegt.
Die Kappa-Zahl der verwendeten Pulpe nach alkalischer Extraktion aber ohne Behandlung
mit Violursäure war 16,97. Danach wurde die Kappa-Zahl wie oben beschrieben bestimmt.
Daraus läßt sich das Maß der Delignifizierung errechnen.
[0132] Durch das Anlegen von Spannung fließt ein Strom der zur Zersetzung von Wasser führt.
Durch diese Behandlung ohne Violursäure wird ebenfalls eine gewisse Kappa-Zahl-Reduzierung
erreicht. Die Verbesserung der Delignifizierung wird berechnet als Faktor, der angibt
um wieviel mal höher die Delignifizierung mit zugesetzter Violursäure ist als ohne.
[0133] In Tabelle 2 sind die Ergebnisse zusammengestellt.
Tabelle 2
| Abhängigkeit der Kappa-Zahl-Reduzierung von der Violursäurekonzentration |
| Violursäure [kg/to] |
Kappa-Zahl |
Delignifizierung |
Faktor |
| 0.00 |
14,51 |
14,5% |
1 |
| 2,06 |
14,03 |
17,32% |
1,19 |
| 4,13 |
12,7 |
25,2% |
1,74 |
| 8,25 |
8,92 |
47,4% |
3,27 |
| 17,5 |
7,15 |
57,9% |
3,99 |
| 35.00 |
6,92 |
59,2% |
4,09 |
| 70.00 |
5,21 |
69,3% |
4,78 |
Beispiel 3: Abhängigkeit der Kappa-Zahl-Reduzierung von der Dauer der Elektrolyse
[0134] In einem Gefäß ohne Diaphragma mit zwei Elektroden aus Edelstahl 1.4571 (nach DIN
17580) wurde Sauerstoff-delignifizierte Softwood-Pulpe mit 7,5% Feststoffanteil in
0,1 M Acetat-Puffer pH 4,5 und einer Dosierung von Violursäure von 35 kg/Tonne Pulpe
bei 21°C (Raumtemperatur) unter Rühren mit einem Magnetrührer für 0 - 24 h bei Normaldruck
behandelt. Bei dem Versuch wurde an die Elektroden eine Spannung von 5 V angelegt.
Die Kappa-Zahl der verwendeten Pulpe nach alkalischer Extraktion aber ohne Behandlung
mit Violursäure war 16,97. Danach wurde die Kappa-Zahl wie oben beschrieben bestimmt.
Daraus läßt sich das Maß der Delignifizierung errechnen.
[0135] Die Effizienz des Systems über die Zeit wird charakterisiert durch die erzielte Kappa-Zahl-Reduzierung
dividiert durch die Elektrolysedauer. Dieser Wert ist in der rechten Spalte von Tabelle
3 eingetragen.
[0136] In Tabelle 3 sind die Ergebnisse zusammengestellt.
Tabelle 3
| Abhängigkeit der Kappa-Zahl-Reduzierung von der Dauer der Elektrolyse |
| Elektrolysezeit [h] |
Kappa-Zahl |
Delignifzierung |
Delignifzierung pro Zeit |
| 0.00 |
16,97 |
0,0% |
- |
| 0,25 |
10,28 |
39,4% |
1,58 |
| 0,5 |
8,94 |
47,3% |
0,95 |
| 1.00 |
7,81 |
54,0% |
0,54 |
| 2.00 |
7,53 |
55,6% |
0,28 |
| 3.00 |
6,47 |
61,9% |
0,21 |
| 4.00 |
6,43 |
62,1% |
0,16 |
| 24.00 |
4,69 |
72,4% |
0,03 |
Beispiel 4: Abhängigkeit der Kappa-Zahl-Reduzierung von der Reaktionstemperatur
[0137] In einem Gefäß ohne Diaphragma mit zwei Elektroden aus Edelstahl 1.4571 (nach DIN
17580) wurde Sauerstoff-delignifizierte Softwood-Pulpe mit 7,5% Feststoffanteil in
0,1 M Acetat-Puffer pH 4,5 und einer Dosierung von Violursäure von 35 kg/Tonne Pulpe
bei Temperaturen von 21°C (Raumtemperatur) bis 90°C unter Rühren mit einem Magnetrührer
für 4 h bei Normaldruck behandelt. Bei dem Versuch wurde an die Elektroden eine Spannung
von 5 V angelegt. Die Kappa-Zahl der verwendeten Pulpe nach alkalischer Extraktion
aber ohne Behandlung mit Violursäure war 16,97. Danach wurde die Kappa-Zahl wie oben
beschrieben bestimmt. Daraus läßt sich das Maß der Delignifizierung errechnen.
[0138] Die erzielte Kappa-Zahl-Reduzierung des Systems ist über einen weiten Temperaturbereich
von 45 °C bis 90°C praktisch konstant.
[0139] Die mittlere Delignifizierung wurde für diesen Bereich (45°C bis 90°C) berechnet
und die Delignifizierung bei jeder Temperatur von diesem Mittelwert berechnet. Dieser
Wert wurde als Temperaturtoleranz bezeichnet und ist in der rechten Spalte von Tabelle
4 eingetragen.
[0140] In Tabelle 4 sind die Ergebnisse zusammengestellt.
Tabelle 4
| Abhängigkeit der Kappa-Zahl-Reduzierung von der Reaktionstemperatur |
| Temperatur [°C] |
Kappa-Zahl |
Delignifzierung |
Temperaturtoleranz |
| 21°C |
6,43 |
62,1% |
-12,1% |
| 45°C |
4,47 |
73,7% |
-0,5% |
| 60°C |
4,21 |
75,2% |
+1,0% |
| 70°C |
4,4 |
74,1% |
-0,1% |
| 80°C |
4,73 |
72,1% |
-2,0% |
| 90°C |
4,11 |
75,8% |
+1,6% |
Beispiel 5: Abhängigkeit der Kappa-Zahl-Reduzierung vom pH-Wert des Reaktionsansatzes
[0141] In einem Gefäß ohne Diaphragma mit zwei Elektroden aus Edelstahl 1.4571 (nach DIN
17580) wurde Sauerstoff-delignifizierte Softwood-Pulpe mit 7,5% Feststoffanteil in
0,1M Puffer von pH 4,5 bis pH 11 und einer Dosierung des Mediators von 35 kg/Tonne
Pulpe bei 90°C unter Rühren mit einem Magnetrührer für 4 h bei Normaldruck behandelt.
Bei dem Versuch wurde an die Elektroden eine Spannung von 5 V angelegt. Die Kappa-Zahl
der verwendeten Pulpe nach alkalischer Extraktion aber ohne Behandlung mit Violursäure
war 16,97. Danach wurde die KappaZahl wie oben beschrieben bestimmt. Daraus läßt sich
das Maß der Delignifizierung errechnen.
[0142] In Tabelle 5 sind die Ergebnisse zusammengestellt.
Tabelle 5
| Abhängigkeit der Kappa-Zahl-Reduzierung vom pH-Wert des Reaktionsansatzes |
| pH-Wert |
Kappa-Zahl |
Delignifizierung |
| 4,5 |
4,11 |
75,8% |
| 7 |
8,97 |
47,1% |
| 11.00 |
11,58 |
31,8% |
Beispiel 6: Vergleich der Kappa-Zahl-Reduzierung erzielt mit verschiedenen Mediatoren
[0143] In einem Gefäß ohne Diaphragma mit zwei Elektroden aus Edelstahl 1.4571 (nach DIN
17850) wurde Sauerstoff-delignifizierte Softwood-Pulpe mit 7,5% Feststoffanteil in
0,1 M Acetat-Puffer pH 4,5 und einer Dosierung des Mediators von 35 kg/Tonne Pulpe
bei 21°C (Raumtemperatur) unter Rühren mit einem Magnetrührer für 4 h bei Normaldruck
behandelt. Bei dem Versuch wurde an die Elektroden eine Spannung von 5 V angelegt.
Die Kappa-Zahl der verwendeten Pulpe nach alkalischer Extraktion aber ohne Behandlung
mit Violursäure war 16,97. Danach wurde die Kappa-Zahl wie oben beschrieben bestimmt.
Daraus läßt sich das Maß der Delignifizierung errechnen.
[0144] In Tabelle 6 sind die Ergebnisse zusammengestellt.
Tabelle 6
| Abhängigkeit der Delignifizierung von der Art des Mediators |
| Mediator |
Kappa-Zahl |
Delignifizierung [%] |
| 1-Hydroxybenzotriazol |
13,87 |
18,3 |
| 1-Hydroxybenzotriazol-3-sulfonsäure |
13,15 |
22,5 |
| N-Hydroxyphthalimid |
13,15 |
22,5 |
| 3-Amino-N-Hydroxyphthalimid |
12,76 |
24,8 |
| N-Phenyl-N-hydroxy-acetamid |
13,25 |
21,9 |
| N-Phenyl-N-hydroxy-formamid |
13,58 |
20 |
| Violursäure |
6,92 |
59,2 |
| N,N'-Dimethylviolursäure |
7,46 |
56 |
| 2,2,6,6-Tetramethyl-piperidin-N-oxy |
12,28 |
27,6 |
| 4-Oxo-2,2,6,6-tetramethylpiperidin-N-oxy |
13,1 |
22,8 |
| N-methyl-N-hydroxy-benzamid |
12,75 |
24,9 |
| N-t-butyl-N-hydroxy-acetamid |
11,73 |
30,9 |
| 1-Nitroso-2-naphthol |
14,15 |
16,6 |
| 1-Nitroso-2-naphthol-3,6-disulfonsäure-dinatrium-salz |
13,86 |
18,3 |
| 3-Nitroso-2,4-dihydroxy-chinolin |
13,38 |
21,2 |
| 3-Nitroso-2,4-dihydroxy-pyridin |
12,83 |
24,4 |
Beispiel 7: Abhängigkeit der Kappa-Zahl-Reduzierung von der Pufferkonzentration
[0145] In einem Gefäß ohne Diaphragma mit zwei Elektroden aus Edelstahl 1.4571 (nach DIN
17580) wurde Sauerstoff-delignifizierte Softwood-Pulpe mit 5% Feststoffanteil in 0,1
M Acetat-Puffer pH 4,5 bzw. 0,025 M Acetat-Puffer pH 4,5 bzw. nur in Wasser und einer
Dosierung von Violursäure von 35 kg/Tonne Pulpe bei 90°C unter Rühren mit einem Magnetrührer
für 4h bei Normaldruck behandelt. Bei dem Versuch wurde an die Elektroden eine Spannung
von 5 V angelegt. Die Kappa-Zahl der verwendeten Pulpe nach alkalischer Extraktion,
aber ohne Behandlung mit Violursäure war 16,97. Danach wurde die Kappa-Zahl wie oben
beschrieben bestimmt. Daraus läßt sich das Maß der Delignifizierung errechnen.
[0146] Der Ansatz ohne Puffersalz wurde mit Natronlage bzw. Schwefelsäure nach Zusatz der
Pulpe zu der Violursäurelösung auf pH 4,5 titriert. Es wurde keine aktive Stabilisierung
des pH-Wertes durchgeführt. Der pH-Wert änderte sich während der Reaktion nur geringfügig.
[0147] In Tabelle 7 sind die Ergebnisse zusammengestellt.
Tabelle 7
| Abhängigkeit der Kappa-Zahl-Reduzierung von der Pufferkonzentration |
| Pufferkonzentration |
Kappa-Zahl |
Delignifizierung |
| 100 mM |
3,56 |
79% |
| 25 mM |
2,79 |
84% |
| 0 mM |
3,09 |
82% |
Softwood-Pulpe; 5% Feststoffanteil; Reaktionszeit 4h;
Temperatur 90°C; Dosierung 35 kg/to Violursäure |
[0148] Dieses Beispiel zeigt, daß die Delignifizierung nicht von der Pufferkonzentration
abhängt und daß auch in einem pufferfreien System bei pH 4,5 eine vergleichbare Delignifizierung
stattfindet.
Beispiel 8: Bleichen von Jeansstoff mit Violursäure
[0149] In einem Gefäß ohne Diaphragma mit zwei Elektroden aus Edelstahl 1.4571 (nach DIN
17580) wurde gefärbter Jeansstoff (9 g / 160 cm
2) in 0,1 M Acetat-Puffer pH 4,5 und einer Dosierung von Violursäure von 35 g / kg
Stoff bei 900°C unter Rühren mit einem Magnetrührer für definierte Zeiten bei Normaldruck
behandelt. Bei dem Versuch wurde an die Elektroden eine Spannung von 5 V angelegt.
Nach der Behandlung wurden die Stoffstücke unter fließendem Wasser ausgewaschen, bis
das Waschwasser keine Färbung mehr zeigte. Die Stoffstücke wurden in einem Blattrockner
getrocknet, anschließend gepresst und mit einem geeigneten Spektralphotometer optisch
bewertet. Die Versuchsauswertung erfolgte wie folgt: Der Grad der Ausbleichung und
die Farbe wurde mit einem zur farbmetrischen Bewertung von reflektierenden Objekten
geeigneten Spektralphotometer CM 3700d der Firma Minolta entsprechend den Angaben
des Herstellers bestimmt. Gemessen wurde ohne Glanz und ohne UV. Die Helligkeiten
L* der Proben wurde als prozentuale Werte der Totalreflektion im Vergleich zu einem
Weissestandard (R 457) ermittelt (weiß=100; schwarz =0) . Die verwendete Normlichtart
war C/2°. Zur Auswertung wurde die Software PP2000 der Firma Opticontrol verwendet.
[0150] Die Werte der mit Violursäure elektrochemisch behandelten Stoffproben wurden mit
den Werten einer jeweils ohne Violursäure gleichlange elektrochemisch behandelten
Stoffprobe verglichen. In Tabelle 8 ist die relative Veränderung der Helligkeit L*
von unterschiedlich lange mit Violursäure behandelten Stoffproben dargestellt.
Tabelle 8
| Zeitabhängige Erhöhung der Helligkeit von gefärbtem Jeansstoff durch Behandlung mit
elektrochemisch aktivierter Violursäure |
| Behandlungszeit (min) |
L* |
| 0 |
2,73 |
| 15 |
26,24 |
| 30 |
46,31 |
| 60 |
57,28 |
| 120 |
62,31 |
| 240 |
65,42 |
| 480 |
67,02 |
[0151] Unter gegebenen Mediatorkonzentrationen kann durch die Wahl einer entsprechenden
Einwirkzeit die Helligkeit der Stoffproben um ein definiertes Ausmaß erhöht werden.
[0152] Vergleichsbeispiel 1: Vergleich der elektrochemischen Aktivierung von Violursäure
mit der enzymatischen Aktivierung durch Laccase aus Trametes versicolor
[0153] Die elektrochemische Umsetzung von Softwood-Pulpe mit Violursäure und mit elektrochemisch
aktivierter Violursäure wurde wie in Beispiel 1 durchgeführt. Zusätzlich wird noch
ein Ansatz mit Laccase in hoher Dosierung (50 IU/3g Pulpe) zur enzymatischen Aktivierung
der Violursäure durchgeführt.
[0154] Nach Bestimmung der Kappa-Zahl wurde die Delignifizierung errechnet. Gemessen an
der Behandlung mit Violursäure allein bringt die enzymatische Aktivierung trotz der
hohen Enzymdosierung eine wesentlich geringere Beschleunigung der Delignifizierung
als die elektrochemische Aktivierung von Violursäure.
[0155] Die Ergebnisse sind in Tabelle 9 zusammengestellt.
Tabelle 9
| Vergleich der elektrochemischen Aktivierung von Violursäure mit der enzymatischen
Aktivierung durch Laccase aus Trametes versicolor |
| |
Kappa-Zahl |
Delignifizierung [%] |
Faktor |
| Violursäure |
13,15 |
22,5 |
1 |
| Violursäure (Laccase-aktiviert) |
9,05 |
46,7 |
2,07 |
| Violursäure (Strom-aktiviert) |
4,11 |
75,8 |
3,37 |
[0156] Vergleichsbeispiel 2: Temperaturabhängigkeit der Kappa-Zahl-Reduzierung bei enzymatischer
Aktivierung der Violursäure mittels Laccase aus Trametes versicolor
[0157] Sauerstoff-delignifizierte Softwood-Pulpe wurde bei 45°C und 90°C für 4 h mit je
50 U Laccase aus Trametes versicolor unter Rühren mit einem Magnetrührer behandelt.
Danach wurde die Kappa-Zahl bestimmt und daraus die Delignifizierung berechnet.
[0158] Die Ergebnisse sind in Tabelle 10 zusammengefaßt.
Tabelle 10
| Temperaturabhängigkeit der Delignifizierung bei enzymatischer Aktivierung der Violursäure
mittels Laccase aus Trametes versicolor |
| Temperatur [°C] |
Kappa-Zahl |
Delignifizierung [%] |
Faktor |
| 45 |
5,58 |
67,1 |
1 |
| 90 |
9,05 |
46,7 |
0,7 |
[0159] Mit zunehmender Temperatur wird die erzielte Kappa-Zahl-Reduzierung geringer. Das
Temperaturoptimum der Laccase liegt bei circa 45°C. Eine Erhöhung der Temperatur führt
zu einer Verschlechterung des Ergebnisses, da das Enzym außerhalb seines Temperaturoptimums
eingesetzt wird und bei der erhöhten Temperatur schneller inaktiviert wird.