[0001] Die Erfindung betrifft eine Kettbaumkupplung zur Verbindung eines Kettbaumes mit
Kettbaumrohr mit einer Webmaschine, nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Die Kettbaumkupplung hat die Aufgabe, den Kettbaumantrieb mit dem Kettbaum bzw. Kettbaumrohr
lösbar zu verbinden und die Kraftübertragung vom Antrieb auf das Kettbaumrohr sicherzustellen.
In bekannter Art besteht die Kettbaumkupplung z.B. aus einer an einem Ende des Kettbaumrohres
angeflanschten Welle, welche ein Kettbaumzahnrad trägt, welches wiederum mit dem Antriebsritzel
eines Antriebsmotors kämmt. Diese Art der Kupplung hat den Vorteil, daß eine hoch
belastbare und spielfreie Kraftübertragung vom Antrieb auf das Kettbaumrohr erzielt
wird. Nachteilig ist, daß beim Austausch des Kettbaumes die, meist durch Schrauben
gesichert, Flanschverbindung zwischen Kettbaumrohr und Antriebswelle gelöst werden
muß, was einen relativ hohen Zeitaufwand erfordert und ein fehlerhaftes Anziehen der
Schrauben beim Wiederankuppeln nicht ausschließt.
[0003] Man hat daraufhin die sogenannte "EURO"-Kupplung entwickelt, welche eine Kuppelwelle
aufweist, die im Querschnitt als Mehrkant ausgebildet ist und mit einer zugeordneten
Aufnahme an der Stirnseite des Kettbaumrohres in Eingriff gebracht werden kann.
Vorteil hierbei ist, daß zum Lösen der Verbindung meist nur eine Sicherungsschraube
gelöst werden muß und die Kupplungswelle danach einfach aus der Aufnahme im Kettbaumrohr
gezogen werden kann. Nachteile sind die eingeschränkte Belastbarkeit der Mehrkantwelle,
sowie ein verhältnismäßig großes Spiel zwischen Welle und Wellenaufnahme, welches
sich einerseits in Unregelmäßigkeiten der Webware niederschlägt und andererseits zu
einem frühzeitigen Verschleiß der Kupplungsteile führt.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Kettbaumkupplung für die Antriebsverbindung
zwischen Kettbaumrohr und Kettbaumantrieb derart weiterzubilden, daß einerseits eine
möglichst hoch belastbare und spielfreie Kraftübertragung erzielt wird und andererseits
ein schnelles Lösen und Wiederherstellen der Antriebsverbindung zwischen Kettbaumantrieb
und Kettbaum möglich ist.
[0005] Die Lösung der Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale
des Patentanspruchs 1.
[0006] Wesentliches Merkmal der Erfindung ist, daß die Kraftübertragung vom Kettbaumantrieb
auf das Kettbaumrohr des Kettbaumes mittels jeweils eines Kupplungsflansches erfolgt,
welche Kupplungsflansche mit einer Stirnverzahnung (Hirth-Verzahnung) versehen sind,
die eine formschlüssige Verbindung der Kupplungsflansche sicherstellen.
[0007] Die Kupplungsflansche werden durch geeignete Mittel miteinander verspannt.
[0008] Dabei ist gemäß einer ersten Ausführungsform vorgesehen, daß das Einkuppeln und Auskuppeln
manuell erfolgt, wobei die beiden Kupplungsflansche mittels einer einzigen Spannschraube
gegen Auskuppeln miteinander verspannt sind.
[0009] In einer weiteren Ausführung ist vorgesehen, daß das Einkuppeln und Auskuppeln automatisch,
z.B. mit Hilfe von Pneumatik-bzw. Hydraulikeinrichtungen, erfolgt, wobei die Kupplungsflansche
durch hydraulisch oder pneumatisch betätigte Mittel zusammengeführt und mechanisch
miteinander verspannt werden.
[0010] Erfindungsgemäß ergeben sich folgende Vorteile:
- Das Kuppeln und Verspannen erfolgt nach einem weitgehend vorgegebenen Ablauf manuell
bzw. automatisch, so daß Bedienungsfehler, die ein unsauberes Kuppeln zur Folge haben,
weitgehend vermieden werden können.
- Durch die stirnverzahnten Kupplungsflansche ergibt sich eine spielfreie Verbindung
zwischen Kettbaum und Kettbaumantrieb, wobei durch die Hirth-Verzahnung eine automatische
Zentrierung, d.h. axiale Ausrichtung, des Kettbaumes gegenüber dem Kettbaumantrieb
erfolgt. Die Stirnverzahnung ermöglicht ein sehr hohes zu übertragendes Drehmoment,
welches beim Stand der Technik nur durch die bekannte, geschraubte Flanschverbindung
erreicht wird.
- Nach dem Kuppeln und Verspannen wirken keine axialen Kräfte auf den Kettbaum. Die
statischen Lager des Kettbaumes werden geschont.
[0011] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der
Unteransprüche.
[0012] Weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung zweier bevorzugter Ausführungsbeispiele anhand der Zeichnungen. Es zeigt:
- Figur 1:
- einen Halbschnitt durch eine erste Ausführungsform der Kettbaumkupplung, jeweils in
nicht gekuppeltem und gekuppeltem Zustand;
- Figur 2:
- einen Schnitt durch den kettbaumseitigen Kupplungsflansch gemäß der Linie A-A in Figur
3;
- Figur 3:
- eine Draufsicht auf den kettbaumseitigen Kupplungsflansch;
- Figur 4:
- einen Halbschnitt durch eine weitere Ausführungsform der Kettbaumkupplung, jeweils
in nicht gekuppeltem und gekuppeltem Zustand;
- Figur 5:
- einen Teilschnitt durch die Kettbaumkupplung im Bereich der Kupplungsflansche, vor
dem Betätigen der Klauenverbindung;
- Figur 6:
- eine Darstellung der Einzelteile des in der Haltebüchse aufgenommenen Klauenträgers
mit Klauen.
[0013] In einer ersten Auführungsform gemäß Figur 1 ist eine manuell betätigte Kettbaumkupplung
dargestellt.
[0014] Man erkennt das Kettbaumrohr 1, an welchem stirnseitig, z.B. mittels Schraubbolzen
1a, ein Kupplungsflansch 2 befestigt ist. Der Kupplungsflansch 2 ist mit einer umlaufenden
Stirnverzahnung 3 (auch bezeichnet als Hirth-Stirnverzahnung) versehen, wobei die
Zähne bezüglich der Rotationsachse 12a radial verlaufen.
[0015] Der Kupplungsflansch 2 besitzt eine Mittelbohrung 4, welche eine umlaufende Stufe
5 mit einer Schräge 5a ausbildet, siehe auch Figur2. In die Mittelbohrung 4 ist ein
Spannstück 6 eingesetzt, welches sich mit einer umlaufenden Flanke 7 an die Schräge
5a der Stufe 5 anlegt und im Kupplungsflansch 2 zentriert gehalten ist.
[0016] Die Kettbaumkupplung selbst besteht aus einer in axialer Richtung 20 bzw. 20

beweglichen Lagerglocke 12, die in einem Kettbaumlager 14 gelagert ist. Die Lagerung
erfolgt mittels am Kettbaumlager 14 befestigten Lagerringen 15,16 und zugeordneten
Lagerschalen 15a,16a. Durch Betätigen eines Hebels 19 kann die Lagerglocke 12 in axialer
Richtung 20 bzw. 20

gegenüber dem stationären Kettbaumlager 14 verschoben werden. Der Hebel 19 wird in
einer Öffnung des Kettbaumlagers 14 bzw. eines Lagerrings 15 gehalten und stützt sich
dort ab. Bei Betrieb der Webmaschine kann der Hebel 19 ganz aus seinem Sitz entnommen
werden.
[0017] An der Lagerglocke 12 ist ein Antriebszahnrad 11 befestigt, welches mit einem entsprechenden
Antriebsritzel (nicht dargestellt) eines Antriebsmotors (nicht dargestellt) kämmt.
[0018] An der dem Kettbaumrohr 1 zugewandten Stirnseite der Lagerglocke 12 ist ein weiterer
Kupplungsflansch 8 befestigt, welcher ebenfalls mit einer umlaufenen Stirnverzahnung
9 versehen ist, die der Stirnverzahnung 3 des kettbaumseitigen Kupplungsflansches
2 entspricht.
[0019] Um und entlang der Rotationsachse 12a der Lagerglocke 12 ist ein Führungsrohr 18
angeordnet, welches eine Spannschraube 17 aufnimmt, die ausgehend vom Boden 12b der
Lagerglocke 12 in eine im Verbindungsstück 6 mittig angeordnete Gewindebohrung 6a
einschraubbar ist.
Funktionsweise:
[0020] Oberhalb der Rotationsachse 12a gemäß Figur 1 ist die Kettbaumkupplung in nicht gekuppeltem
Zustand dargestellt, d.h. die entsprechenden Stirnverzahnungen 3 und 9 der Kupplungsflansche
2 und 8 sind nicht in Eingriff miteinander. Die Lagerglocke 12 befindet sich gegenüber
dem feststehenden Kettbaumlager 14 in ihrer hintersten Stellung (in Richtung 20

). Der Kettbaum bzw. das Kettbaumrohr 1 liegt auf einer sogenannten Lünette der Webmaschine
(nicht dargestellt) auf und wird durch diese vorpositioniert und gestützt.
[0021] Um nun das Kettbaumrohr 1 mit dem Antrieb zu koppeln, wird zunächst der Hebel 19
in Pfeilrichtung 20

betätigt, so daß sich die Lagerglocke 12 mitsamt dem Antriebszahnrad 11 und dem Kupplungsflansch
8 in axialer Richtung 20 auf den kettbaumseitigen Kupplungsflansch 2 zubewegt, wie
es in der unteren Hälfte von Figur 1 dargestellt ist. Die Koppelung muß natürlich
bei Stillstand der Maschine erfolgen.
[0022] Die Verschiebebewegung wird nun durch weiteres Betätigen des Hebels fortgesetzt,
bis die Stirnverzahnung 9 des Kupplungsflansches 8 mit der Stirnverzahnung 3 des kettbaumseitigen
Kupplungsflansches 2 in formschlüssigen Eingriff gelangt. Dabei kann das Ineinandergreifen
der Verzahnungen 3, 9 durch leichtes Drehen der Lagerglocke 12 bzw. des mit der Lagerglocke
12 verbundenen Kupplungsflansches 8 unterstützt werden.
[0023] Sind die Verzahnungen 3, 9 der Kupplungsflansche 2, 8 in Eingriff miteinander, wird
die Spannschraube 17 durch den Boden 12b der Lagerglocke 12 und durch das Führungsrohr
18 hindurchgesteckt und in der zugeordneten Gewindebohrung 6a des Spannstücks 6 mit
einem definierten Anzugsmoment angezogen. Dadurch wird sowohl ein Formschluß als auch
ein Kraftschluß zwischen den beiden Kupplungsflanschen 2 und 8 erzielt. Es entsteht
ein spielfreie Verbindung zwischen dem Kettbaumrohr 1 des Kettbaumes und dem Kettbaumantrieb.
[0024] Wichtig ist, daß nach dem Verbinden der Kupplungsflansche 2 und 8 keine axialen Kräfte
auf den Kettbaum wirken, und der Kettbaum nun kupplungsseitig ausschließlich im Kettbaumlager
14 gelagert ist, d.h. nicht mehr auf der Lünette aufliegt. Durch die Hirth-Stirnverzahnung
erfolgt außerdem in vorteilhafter Weise eine automatische Zentrierung des Kettbaumrohres
1 gegenüber dem Kettbaumlager 14.
[0025] In den Figuren 2 und 3 ist der kettbaumseitige Kupplungsflansch 2 dargestellt. Man
erkennt die abgestufte Mittelbohrung 4, in welche das Spannstück 6 gemäß Figur 1 eingesetzt
ist, und die umlaufende radiale Stirnverzahnung 3. Die Stirnverzahnung 3 kann sowohl,
wie dargestellt, geradlinig radial als auch schräg radial ausgeführt sein.
[0026] Die Figuren 4 und 5 zeigen eine zweite Ausführungsform der Kupplungsvorrichtung,
bei der die Koppelung automatisch erfolgen kann.
[0027] Mit Bezug auf Figur 1 sind gleiche Teile mit gleichen Bezugsziffern bezeichnet.
[0028] Ein wesentlicher Unterschied zur ersten Ausführungsform ist, daß kein Spannstück
6 zum Verspannen der Kupplungsflansche 2,8 benötigt wird.
[0029] Die Lagerglocke 12

ist als beidseitig offenes, rotationssymmetrisches Teil ausgebildet, und wiederum
im Kettbaumlager 14 gelagert.
[0030] Der Lagerring 15 umfaßt einen Grundflansch 21, in welchem ein Ende eines Pneumatikzylinders
22 aufgenommen ist. Das andere Ende des Pneumatikzylinders 22 ist durch einen Zylinderdeckel
24 geschlossen. Zylinderdeckel 24, Zylinder 22 und Grundflansch 21 sind mittels Schrauben
14a fest mit dem Kettbaumlager 14 verbunden.
[0031] Im Pneumatikzylinder 22 ist ein Hohlkolben 26 beweglich aufgenommen, welcher sich
an der Innenwand des Pneumatikzylinders 22 und, mittels eines rohrförmigen Ansatzes
26a, am Innenumfang des Zylinderdeckels 24 abstützt. Am Grundflansch 21 bzw. am Zylinderdeckel
24 ist jeweils ein Druckluftanschluß 23 bzw. 25 vorgesehen, so daß der Hohlkolben
26 in beiden Richtungen 20 bzw. 20

arbeiten kann.
[0032] Im Boden des Hohlkolbens 26 befindet sich eine mit Druckmittel beaufschlagbare Schnellkupplung
27, die mit dem Kolben 26 in Verbindung steht.
[0033] Innerhalb des Hohlkolbens 26, welcher z.B. als pneumatisch oder hydraulisch beaufschlagbarer
Arbeitszylinder ausgebildet ist, ist ein mit Druckmittel beaufschlagbarer Kolben 28
verschiebbar angeordnet, der eine sich in axialer Richtung 20 erstreckende Kolbenstange
29 trägt. Die Kolbenstange 29 läuft innerhalb einer Verbindungsbüchse 31, welche wiederum
am Hohlkolben 26 befestigt ist und in axialer Richtung 20, 20

verschieblich innerhalb der Lagerglocke 12

angeordnet ist. Innerhalb der Verbindungsbüchse 31 ist ein die Kolbenstange 29 umgebendes
Federpaket 32 angeordnet, welches sich einerseits an einer stirnseitigen Ringfläche
31a der Verbindungsbüchse 31 und andererseits am Boden 28a des Kolbens 28 abstützt.
[0034] An der Stirnseite der Verbindungsbüchse 31 ist in einer zugeordneten Öffnung eine
Haltebüchse 33 für einen Klauenträger 34 angeordnet, am besten zu sehen in Figur 5,
welcher durch eine in der Haltebüchse angeordnete Feder 35, z.B. eine oder mehrere
Tellerfedern, vorgespannt ist. Der Klauenträger 34 umfaßt mehrere radial angeordnete
und sich in axialer Richtung 20 erstreckende Klauen 36, welche schwenkbar um eine
Achse 37 am Klauenträger 34 angeordnet sind.
[0035] Durch eine Ringfeder 38 werden die Klauen 36 in ihrer funktionslosen Stellung vorgespannt.
Die Klauen 36 sind in radialer Richtung 40 nach außen beweglich und werden durch Abgleiten
an der am freien Ende der Kolbenstange 29 vorhandenen Steuerkante 30 betätigt.
[0036] Die freien Enden der Klauen 36 weisen jeweils eine Art Rastnase 36a auf, die dazu
vorgesehen ist, sich an die in der Mittelbohrung 4 des kettbaumseitigen Kupplungsflansches
2 vorhandene Schräge 5a der umlaufenden Stufe 5 anzulegen, wobei der Sitz der Klauen
36 durch die Kolbenstange 29 gesichert wird.
Funktionsweise:
[0037] Oberhalb der Rotationsachse 12a gemäß Figur 4 ist die Kettbaumkupplung in nicht gekuppeltem
Zustand dargestellt. Dabei befindet sich der Hohlkolben 26 in seiner hintersten Stellung
(Pfeilrichtung 20

); am Druckluftanschluß 23 liegt Druck an, während der Druckluftanschluß 25 drucklos
ist.
Unterhalb der Rotationsachse 12a befindet sich der Kolben 28 in seiner vordersten
Stellung (Pfeilrichtung 20); am Anschluß 25 liegt Druck an, wobei die mit dem Kolben
28 verbundene Kolbenstange 29 entgegen der Kraft des Federpaketes 32 nach vorne (Pfeilrichtung
20) gedrückt wird, so daß die Klauen 36 zunächst durch die Kraft der Feder 35 in ihrer
funktionslosen Stellung gehalten sind.
[0038] Wird also der Druckluftanschluß 23 drucklos und gleichzeitig der Druckluftanschluß
25 beaufschlagt, so bewirkt das ein axiales Verschieben des Hohlkolbens 26 relativ
zum Kettbaumlager 14 hin. Demzufolge werden die am oder im Hohlkolben 26 befindlichen
Bauteile, nämlich die Verbindungsbüchse 31, der Kolben 28 mit Kolbenstange 29, das
Federpaket 32, der Klauenträger 34 mit Klauen 36, in Pfeilrichtung 20 verschoben.
Bei Beaufschlagung des Hohlkolbens 26 verschiebt sich die Verbindungsbüchse 31 so
weit, bis sie an einem inneren Anschlag 10 des Kupplungsflansches 8 mit ihrer stirnseitigen
Ringfläche 31b anstößt und dabei den Kupplungsflansch 8 in Pfeilrichtung 20 des kettbaumseitigen
Kupplungsflansches 2 drückt, so daß die Stirnverzahnungen 3 und 9 der Kupplungsflansche
2 und 8 in gegenseitigen formschlüssigen Eingriff gebracht werden.
Figur 5 zeigt die Position der Klauen 36 bevor diese formschlüssig mit dem Kupplungsflansch
2 in Verbindung gebracht werden.
[0039] Die Kupplungsflansche 2 und 8 liegen aneinander, wobei die Klauen 36 sich noch in
ihrer radial innersten Position (funktionslosen Position) befinden.
[0040] Wird die Druckmittelversorgung deaktiviert, d.h. der Kolben 28 wird druckentlastet,
werden der Kolben 28 und die Kolbenstange 29 durch die Kraft des Federpaketes 32 in
Pfeilrichtung 20

gedrückt. Während der Rückwärtsbewegung der Kolbenstange 29 gleiten die Klauen 36
entlang deren Steuerkante 30. Dadurch werden die Klauen 36 in Pfeilrichtung 40 gedrückt
und stellen an der Stufe 5 des kettbaumseitigen Kupplungsflansches 2 einen Formschluß
her. Die formschlüssige Position der Klauen 36 wird dabei durch das auf die Klauen
36 wirkende geometrisch ausgebildete freie Ende 29a der Kolbenstange 29 gesichert.
[0041] Die beiden Kupplungsflansche 2,8 sind also gegen ein Voneinanderlösen gesichert.
In der unteren Hälfte von Figur 4, also unterhalb der Rotationsachse 12a, wird die
Spannkraft auf die Kolbenstange 29 zur Verriegelung der Klauen 36 allein durch das
Federpaket 32 aufgebracht.
[0042] Der Kraftverlauf in den einzelnen Teilen ist durch die gestrichelte Linie 41 dargestellt.
Wichtig ist, daß auf die Lagerung der Klauen 36 keine wesentliche Kraft wirkt, sondern
nur das freie äußere Ende der Klauen zur Kraftübertragung dient. Mögliche geringe
axiale Kräfte auf die Klauen 36 werden durch die federnde Lagerung des Klauenträgers
34 aufgenommen.
[0043] Das Lösen der Verriegelung und das Entkoppeln des Kettbaumes von der Webmaschine
erfolgt in umgekehrter Reihenfolge zu der vorstehend beschriebenen Reihenfolge.
[0044] Danach werden die Klauen 36 von ihrem Sitz gelöst, indem der Kolben 28 beaufschlagt
wird, welcher die Kolbenstange 29 in Pfeilrichtung 20 bewegt, so daß die Klauen 36
die Steuerkante 30 entlanggleiten und durch die Kraft der Ringfeder 38 entgegen der
Pfeilrichtung 40 geschwenkt werden.
[0045] Nachdem die Klauen 36 gelöst sind, wird die Pneumatik betätigt, d.h. Druckluft am
Druckluftanschluß 23 angelegt, so daß sich die Verbindungshülse 31 in Pfeilrichtung
20

bewegt und dabei an einem inneren Anschlag 13 der Lagerglocke 12

anstößt, siehe auch Figur 4. Dadurch wird die Lagerglocke 12' in Pfeilrichtung 20'
mitgenommen, so daß sich der Kupplungsflansch 8 vom kettbaumseitigen Kupplungsflansch
2 löst.
[0046] Es ist noch zu erwähnen, daß der Kolben 26 gegenüber dem Zylinder 22 durch sowohl
radial als auch axial wirkende Dichtungspakete 39 abgedichtet ist.
[0047] Figur 6 zeigt eine Darstellung der Einzelteile der Haltebüchse 33 mit den darin angeordneten
Klauenträger 34 mit Klauen 36. Die gesamte Anordnung ist in einer von der Ringfläche
31b umschlossenen Aufnahme in der Verbindungsbüchse 31 getragen. Vorzugsweise ist
die Haltebüchse 33 über ein Gewinde mit der Verbindungsbüchse 31 verbunden.
ZEICHNUNGS-LEGENDE
[0048]
1 Kettbaumrohr
1a Schraubbolzen
2 Kupplungsflansch (kettbaumseitig)
3 Hirth-Stirnverzahnung
4 Mittelbohrung
5 Stufe
5a Schräge
6 Spannstück
6a Gewindebohrung
7 Flanke
8 Kupplungsflansch (kupplungsseitig)
9 Hirth-Stirnverzahnung
10 Anschlag
11 Kettbaumzahnrad
12,12

Lagerglocke
12a Rotationsachse
12b Boden
13 Anschlag
14 Kettbaumlager
14a Schraube
15 Lagerring
15a Lagerschale
16 Lagerring
16a Lagerschale
17 Spannschraube
18 Führungsrohr
19 Betätigungshebel
20,20

Pfeilrichtung
21 Grundflansch
22 Pneumatikzylinder
23 Druckluftanschluß
24 Zylinderdeckel
25 Druckluftanschluß
26 Hohlkolben
26a Ansatz
27 Schnellkupplung
28 Kolben
28a Boden
29 Kolbenstange
29a Kolbenstangenende
30 Steuerkante
31 Verbindungsbüchse
31a Ringfläche
31b Ringfläche
32 Federpaket
33 Haltebüchse
34 Klauenträger
35 Feder
36 Klaue
36a Rastnase
37 Achse
38 Ringfeder
39 Dichtungspaket
40 Pfeilrichtung
41 Kraftverlauf
1. Kettbaumkupplung für Webmaschinen, mit einer durch einen Kettbaumantrieb rotierend
angetriebenen und in einem Kettbaumlager gelagerten Lagerglocke, welche einen Kupplungsflansch
aufweist, der mit einem am Kettbaumrohr eines Kettbaumes vorhandenen Kupplungsflansch
verbindbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
- daß die Kupplungsflansche (2; 8) jeweils mit einer Stirnverzahnung (3; 9) versehen
sind,
- daß an der Lagerglocke (12; 12

) Stellmittel (19; 22,26) vorgesehen sind, durch welche die Stirnverzahnung (9) des
Kupplungsflansches (8) der Lagerglocke in oder außer Eingriff mit der Stirnverzahnung
(3) des Kupplungsflansches (2) des Kettbaumrohres (1) bringbar ist und
- daß die Lagerglocke (12; 12

) ferner Spannmittel (6,17; 29,32,33,34,36) zum Verspannen der miteinander in Eingriff
befindlichen Kupplungsflansche (2; 8) aufnimmt.
2. Kettbaumkupplung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stirnverzahnungen (3; 9) auf einer umflaufenden Kreisfläche der Kupplungsflansche
(2;8) radial nach außen weisend angeordnet sind.
3. Kettbaumkupplung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der kettbaumseitige Kupplungsflansch (2) eine gestuft ausgebildete Mittelbohrung
(4) aufweist, wobei die Stufe (5) in Richtung der Stirnverzahnung (3) ausgebildet
ist.
4. Kettbaumkupplung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellmittel zum Verschieben der Lagerglocke (12) aus einem am Kettbaumlager
(14) fest abgestützten und auf die Lagerglocke (12) wirkenden, manuell betätigbaren
Hebel (19) besteht.
5. Kettbaumkupplung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Spannmittel zum Verspannen der Kupplungsflansche (2;8) aus einer in einem
Führungsrohr (18) innerhalb der Lagerglocke (12) aufgenommen Spannschraube (17) und
aus einem im kettbaumseitigen Kupplungsflansch (2) sich abstützenden Spannstück (6)
bestehen.
6. Kettbaumkupplung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Stellmittel zum Verschieben des Kupplungsflansches (8) aus einer druckmittelbeaufschlagbaren
Kolben-Zylindereinheit (22,26) bestehen.
7. Kettbaumkupplung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Spannmittel zum Verspannen der Kupplungsflansche (2; 8) aus einer mit der
druckmittelbeaufschlagbaren Kolben-Zylindereinheit (26,28) zusammenwirkenden Feder
(32) und aus einer mehrere, radial schwenkbar gelagerte Klauen (36) tragenden Haltebüchse
(33) bestehen und wobei die Klauen (36) mit der am Kupplungsflansch (2) vorhandenen
umlaufenden Stufe (5) eine Verriegelung ausbilden.
8. Kettbaumkupplung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Klauen (36) um eine Achse (37) schwenkbar an einem Klauenträger (34) montiert
sind, welcher unter Spannung einer Feder (35) in der Haltebüchse (33) aufgenommen
ist.
9. Kettbaumkupplung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Klauen (36) mittels einer Ringfeder (38) in ihrer funktionslosen Stellung
vorgespannt sind.
10. Kettbaumkupplung nach einem der Ansprüche 7 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß die druckmittelbeaufschlagbare Kolben-Zylindereinheit (26,28) im als Hohlkolben
(26) ausgebildeten Kolben integriert ist und zusammen mit diesem in axialer Richtung
(20 bzw. 20

) verschiebbar ist.
11. Kettbaumkupplung nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Kolben (28) eine Kolbenstange (29) betätigt, welche mittels eines Federpaketes
(32) vorgespannt ist.
12. Kettbaumkupplung nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß die Kolbenstange (29) am vorderen, freien Ende (29a) eine Steuerkante (30) ausbildet,
welche bei Verschieben der Kolbenstange in axialer Richtung (20

) die radiale Schwenkbewegung der Klauen (36) aus der funktionslosen Stellung nach
außen bewirkt.