[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Vernetzung von cellulosehaltigen
Fasermaterialien. Durch die Vernetzung der cellulosehaltigen Fasermaterialien werden
Hochveredlungseffekte, z. B. im Bereich Knitterfreiheit, Pflegeleichtheit, Dimensionsstabilität
und Schrumpffreiheit, erreicht.
[0002] Es ist bekannt, Fasermaterialien, wie Textilien, welche Cellulosefasern enthalten
oder aus Cellulosefasern bestehen, mit Produkten zu behandeln, die Hochveredlungseffekte,
wie z.B. Krumpf- und Knitterfesteigenschaften verleihen. Hierfür werden z. B. Produkte
verwendet, die sich durch Addition von Formaldehyd an Amidgruppen erhalten lassen.
Diese N-Methylolverbindungen enthalten im Normalfall noch Reste an freiem Formaldehyd,
und sie spalten bei thermischer Behandlung in gewissem Ausmass Formaldehyd ab, was
zu Geruchsbelästigungen und Unverträglichkeit führen kann. Diesen Nachteil der N-Methylolverbindungen
kann man vermindern oder umgehen, indem man formaldehydarme oder formaldehydfreie
Produkte als Vernetzer für Cellulose einsetzt. Hierfür kommen Produkte in Frage, deren
N-Methylolgruppen verethert sind oder Produkte, welche überhaupt keine -N-CH
2-O-Gruppierungen enthalten. Ein Beispiel für die zuletzt genannte Klasse von Verbindungen
sind N,N'-Dialkyl-4,5-dihydroxiimidazolidinone (N,N'-Dialkyl-dihydroxyethylenharnstoffe),
die sich durch Umsetzung von N,N'-Dialkylharnstoffen mit Glyoxal erhalten lassen.
Auch Veretherungsprodukte der zuletzt genannten Verbindungen mit mehrwertigen Alkoholen
sind als Vernetzer für cellulosische Materialien bekannt.
[0003] Der Nachteil bisher bekannter formaldehydfreier Cellulosevernetzer besteht darin,
dass nicht in allen Fällen das gewünschte Effektniveau erreicht wird. Daneben erfordern
bekannte Produkte für ausreichende Vernetzungsreaktion mit Cellulose in der Regel
Temperaturen von ca. 160°C oder höher, was unerwünscht ist. Bisher bekannte formaldehydfreie
Vernetzer erfordern ausserdem relativ hohe oder sehr hohe Einsatzmengen und Auflagen
und führen häufig zu unerwünschter Vergilbung der behandelten Fasermaterialien.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zur Vernetzung von cellulosehaltigen
Fasermaterialien zu entwickeln, um z.B. hochwirksame formaldehydfreie Ausrüstung von
Fasermaterialien zu erreichen, welches die beschriebenen Nachteile nicht aufweist.
Das Verfahren sollte es ermöglichen, die Reaktion des Vernetzers mit der Cellulose
(Kondensation) bei verhältnismässig niedrigen Temperaturen, d. h. Temperaturen von
weniger als 150°C durchzuführen, und sollte zu einem höheren Niveau des Knitterfest-bzw.
Pflegeleichteffekts führen als dies mit bekannten formaldehydfreien Vernetzern bisher
möglich ist.
[0005] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zur Vernetzung von cellulosehaltigen
Fasermaterialien, insbesondere solche Fasermaterialien, welche zu 20 bis 100 Gew.-%
aus natürlichen oder regenerierten Cellulosefasern bestehen, welches dadurch gekennzeichnet
ist, dass auf die cellulosehaltigen Fasermaterialien, wobei die Cellulosefasern aus
natürlicher oder regenerierter Cellulose bestehen, mindestens ein Produkt der allgemeinen
Formel (1) aufgebracht wird,

worin A ein farbloser aliphatischer, aromatischer oder heteroaromatischer Rest, R
ein faserreaktiver Rest, und n die Zahl 1, 2, 3 oder 4 ist, mit der Bedingung, dass
der Rest [R]
n mindestens zwei faserreaktiv wirkende Gruppen enthält.
[0006] Vorzugsweise ist A ein aromatischer Rest, der unsubstituiert oder durch C
1-C
4-Alkyl, wie z.B. Methyl oder Aethyl, C
1-C
4-Alkoxy, wie z.B. Methoxy oder Aethoxy, Halogen, wie z.B. Fluor, Brom oder insbesondere
Chlor, Carboxy oder vorzugsweise eine oder mehrere wasserlöslichmachende Gruppen substituiert
sein kann. Als wasserlöslichmachende Gruppen kommen insbesondere Sulfogruppen (-SO
3H) in Betracht. Ein aromatischer Rest A ist vorzugsweise ein Benzolrest, der durch
ein oder zwei Sulfogruppen substituiert sein kann. Der aromatische Rest A kann vorzugsweise
auch frei von wasserlöslichmachenden Gruppen sein, wenn mindestens einer der Reste
R eine wasserlöslichmachende Gruppe, wie z.B. eine Sulfatogruppe, enthält.
[0007] Als aliphatischer Rest kommt für A z.B. ein gegebenenfalls durch ein oder mehrere
Heteroatome, wie z. B. das Sauerstoffatom, unterbrochener C
1-C
18-Alkylrest, vorzugsweise ein C
2-C
12-Alkylrest in Betracht, der durch ein oder mehrere wasserlöslichmachende Gruppen substituiert
sein kann. Als wasserlöslichmachende Gruppen kommen z.B. Sulfogruppen oder Hydroxygruppen
in Betracht.
[0008] Der Rest A als heteroaromatischer Rest ist beispielsweise ein Morpholino-, Pyrimidin-
oder Triazin-rest, der gegebenenfalls substituiert sein kann, z.B. durch Halogen.
[0009] Unter einem faserreaktiven Rest sind Reste zu verstehen, die mit den Hydroxygruppen
der Cellulose, den Amino-, Carboxy-, Hydroxy- und Thiolgruppen bei Wolle und Seide,
oder mit den Amino- und eventuell Carboxygruppen von synthetischen Polyamiden unter
Bildung kovalenter chemischer Bindungen zu reagieren vermögen. Die Reaktivgruppen
sind in der Regel direkt oder über ein Brückenglied an den farblosen Rest A gebunden.
Geeignete Reaktivgruppen sind beispielsweise solche, die mindestens einen abspaltbaren
Substituenten an einem aliphatischen, aromatischen oder heterocyclischen Rest enthalten
oder worin die genannten Reste einen zur Reaktion mit dem Fasermaterial geeigneten
Rest, wie z.B. einen Triazinrest, enthalten.
[0010] Unter einer Reaktivgruppe sind beispielsweise solche durch ein abspaltbares Atom
oder eine abspaltbare Gruppe substituierte carbo- oder heterocyclische 4-, 5- oder
6-Ringe enthaltende Reste zu verstehen. Als heterocyclische Reste kommen z.B. solche
in Betracht, welche mindestens einen abspaltbaren Substituenten an einen heterocyclischen
Rest gebunden enthalten; unter anderem solche, die mindestens einen reaktiven Substituenten
an einen 5- oder 6-gliedrigen heterocyclischen Ring gebunden enthalten, wie an einen
Monoazin-, Diazin-, Triazin-, Pyridin-, Pyrimidin-, Pyridazin-, Pyrazin-, Thiazin-,
Oxazin- oder asymmetrischen oder symmetrischen Triazinring. Des weiteren können die
genannten heterocyclischen faserreaktiven Reste über eine direkte Bindung oder über
ein Brückenglied weitere faserreaktive Reste, wie z.B. die angeführten Reste, enthalten.
[0011] Als Reaktivgruppen kommen ferner solche in Betracht, die mindestens eine aktivierte
ungesättigte Gruppe, insbesondere eine ungesättigte aliphatische Gruppe, wie z.B.
die Vinyl-, Halogenvinyl-, Styryl-, Acryl- oder Methacrylgruppe, oder mindestens ein
polymerisierbares Ringsystem aufweisen. Als solche Gruppen seien z.B. die Halogenatome
enthaltenden ungesättigten Gruppen genannt, wie Halogenmaleinsäure- und Halogenpropiolsäurereste,
die α- oder β-Brom- oder Chloracrylgruppen, halogenierte Vinylcetylgruppen, Halogencrotonyl-
oder Halogenmethacrylgruppen. Weiterhin kommen auch solche Gruppen in Betracht, die
leicht, z.B. durch Abspaltung von Halogenwasserstoff, in halogenhaltige ungesättigte
Gruppen übergehen, z.B. die Dichlor- oder Dibrompropionylgruppe. Unter Halogenatomen
sind hier Fluor-, Chlor-, Brom- und Jodatome als auch Pseudohalogenatome, wie z.B.
die Cyangruppe zu verstehen. Gute Resultate werden nach den erfindungsgemässen Verfahren
mit Verbindungen erzielt, welche eine α-Bromacrylgruppe enthalten. Als Verbindungen,
die eine polymerisierbare Doppelbindung enthalten, kommen vorzugsweise solche in Betracht,
die mindestens einen Acryloyl-, Methacryloyl-, α-Bromcryloyl-, α-Chloracryloyl-, Vinyl-
oder Vinylsulfonylrest enthalten; ganz besonders bevorzugt jene, die mindestens einen
Acryloyl-, α-Bromacryloyl- oder Vinylsulfonylrest enthalten.
[0012] Weitere abspaltbare Atome bzw. abspaltbare Gruppen sind beispielsweise Ammonium einschliesslich
Hydrazinium, Sulfato, Thiosulfato, Phosphato, Acetoxy, Propionoxy oder Carboxypyridinium.
[0013] In Formel (1) sind die ein bis zu vier Reaktivreste nicht notwendigerweise alle an
den Rest A gebunden, sondern es können auch zwei oder drei Reaktivreste direkt oder
über Brückenglieder miteinander verbunden sein.
[0014] Als Brückenglied zwischen dem farblosen Rest A und dem faserreaktiven Rest oder als
Brückenglied zwischen zwei oder drei faserreaktiven Resten kommen neben der direkten
Bindung die verschiedensten Reste in Betracht. Das Brückenglied ist z.B. ein aliphatischer,
aromatischer oder heterocyclischer Rest; ferner kann das Brückenglied auch aus verschiedenen
derartigen Resten zusammengesetzt sein. Das Brückenglied kann mindestens eine funktionelle
Gruppe enthalten, z.B. die Carbonylgruppe oder die Aminogruppe, wobei die Aminogruppe
durch gegebenenfalls durch Halogen, Hydroxy, Cyan, C
1-C
4-Akoxy, C
1-C
4-Alkoxycarbonyl, Carboxy, Sulfamoyl, Sulfo oder Sulfato substituiertes C
1-C
4-Alkyl weitersubstituiert sein kann. Als aliphatischer Rest kommt z.B. ein Alkylenrest
mit 1 bis 7 Kohlenstoffatomen oder dessen verzweigte Isomere in Betracht. Die Kohlenstoffkette
des Alkylenrestes kann durch ein Heteroatom, wie z.B. ein Sauerstoffatom, unterbrochen
sein. Als aromatischer Rest kommt z.B. ein Phenylrest, der durch C
1-C
4-Alkyl, wie z.B. Methyl oder Aethyl, C
1-C
4-Alkoxy, wie z.B. Methoxy oder Aethoxy, Halogen, wie z.B. Fluor, Brom oder insbesondere
Chlor, Carboxy oder Sulfo substituiert sein kann, und als heterocyclischer Rest z.B.
ein Piperazinrest in Betracht. Beispiele für solche Brückenglieder sind die folgenden
Reste: -CO-N(R
1)-(CH
2)
2-3-; -CO-N(R
1)-(CH
2)
2-O-(CH
2)
2-; -N(R
1)-CO-(CH
2)
3-; -N(R
1)-; -N (R
1)-(CH
2)
2-O-(CH
2)
2-; -O-(CH
2)
2-;-CH
2-N(R
1)-;

[0015] In den oben angegebenen Formeln bedeutet R
1 Wasserstoff oder C
1-C
4-Alkyl, welches durch Halogen, Hydroxy, Cyan, C
1-C
4-Alkoxy, C
1-C
4-Alkoxycarbonyl, Carboxy, Sulfamoyl, Sulfo oder Sulfato substituiert sein kann.
[0016] Die Reste A und [R]
n in Formel (1) sind vorzugsweise über eines die Aminogruppe -N(R
1)-enthaltendes Brückenglied, besonders bevorzugt über das Brückenglied -N(R
1)-, miteinander verbunden, wobei R
1 die angegebene Bedeutung hat.
[0017] Die Bedingung, dass der Rest [R]
n mindestens zwei faserreaktiv wirkende Gruppen enthält, bedeutet, dass die Verbindung
der Formel (1) mindestens zwei der genannten faserreaktiven Gruppen enthält, wie z.B.
für n=1 der Dichlor- oder Difluortriazinrest, der zwei abspaltbare Halogenatome besitzt,
die beide mit der Cellulosefaser reagieren können, oder z. B. für n=2 ein 4-Monochlor-
oder 4-Monofluortriazin-2-yl-rest, der in 6 Stellung eine direkt oder über ein Brückenglied
gebundene faserreaktive Gruppe, z.B. eine Vinylsulfonylgruppe, enthält.
[0018] Wichtig sind Reaktivreste R, die ein oder zwei Fluor- oder Chlortriazingruppen und
gegebenenfalls eine aliphatische Reaktivgruppe, insbesondere vom Vinylsulfonyltyp
enthalten, oder die zwei Vinylsulfonyl-Reaktivreste enthalten. Wichtige Verbindungen
der Formel (1) enthalten als farblosen Rest A einen unsubstituierten oder durch eine
Sulfogruppe substituierten Benzolrest und als faserreaktiven Rest R eine oder zwei
über ein Brückenglied gebundene Fluor- oder Chlortriazingruppen, die über ein Brückenglied
einen weiteren Reaktivrest, insbesondere einen Vinylsulfonylrest, enthalten. Weitere
wichtige Verbindungen der Formel (1) enthalten als farblosen Rest A einen unsubstituierten
oder durch eine Sulfogruppe substituierten Benzolrest und als faserreaktiven Rest
R zwei direkt oder über ein Brückenglied gebundene Vinylsulfonylreste.
[0019] Interessante Reaktivgruppen sind 1,3,5-Triazinreste der Formel

worin T
1 Fluor, Chlor oder Carboxypyridinium ist und wobei als Substituenten V
1 am Triazinring insbesondere zu nennen sind: Fluor, Chlor, -NH2, ein C
1-C
6-Alkylamino-, N,N-Di-C
1-C
6-Alkylamino-, Cyclohexylamino-, N,N-Dicyclohexylamino-, Benzylamino-, Phenäthylamino-,
Phenylamino-, Naphthylamino-, N-C
1-C
6-Alkyl-N-cyclohexylamino- oder N-C
1-C
6-Alkyl-N-phenylaminorest, oder Morpholino, Piperidino, Piperazino, Hydrazino oder
Semicarbazido, oder eine durch einen Furan-, Thiophen-, Pyrazol-, Pyridin-, Pyrimidin-,
Chinolin-, Benzimidazol-, Benzthiazol- oder Benzoxazolrest substituierte Aminogruppe.
Die genannten Alkyl-, Cycloalkyl-, Aralkyl- und Arylreste sowie die heterocyclischen
Reste können weitersubstituiert sein, z.B. durch C
1-C
4-Alkyl, wie z.B. Methyl oder Aethyl, C
1-C
4-Alkoxy, wie z.B. Methoxy oder Aethoxy, Halogen, wie z.B. Fluor, Brom oder insbesondere
Chlor, Carboxy oder Sulfo. Die oben angegebene Bedingung, dass der Rest [R]
n mindestens zwei faserreaktiv wirkende Gruppen enthält, bedeutet für den Fall n=1
und R ein Rest der Formel (2), dass V
1 Fluor oder Chlor ist.
[0020] Besonders bevorzugt ist V
1 im Rest der Formel (2) Fluor, Chlor, Phenylamino oder N-C
1-C
4-Alkyl-N-phenylamino, wobei die Phenylringe gegebenenfalls durch Halogen, wie Fluor,
Chlor oder Brom, Nitro, Cyan, Trifluormethyl, Sulfamoyl, Carbamoyl, C
1-C
4-Alkyl, C
1-C
4-Alkoxy, Acylaminogruppen, wie Acetylamino oder Benzoylamino, Ureido, Hydroxy, Carboxy,
Sulfomethyl oder insbesondere Sulfo substituiert sind.
[0021] Interessante faserreaktive Reste sind z. B. auch solche der Formel

worin T
2 und T
3 unabhängig voneinander Fluor, Chlor oder Carboxypyridinium sind und B ein Brückenglied
ist.
[0022] Als Brückenglied B in Formel (2') kommt beispielsweise ein Rest der Formel

in Betracht, worin R
1' und R
1" unabhängig voneinander Wasserstoff oder gegebenenfalls durch Halogen, Hydroxy, Cyan,
C
1-C
4-Alkoxy, C
1-C
4-Alkoxycarbonyl, Carboxy, Sulfamoyl, Sulfo oder Sulfato substituiertes C
1-C
4-Alkyl sind und X ein gegebenenfalls durch Hydroxy, Sulfo, Sulfato, C
1-C
4-Alkoxy, Carboxy oder Halogen substituierter C
2-C
6-Alkylen- oder C
5-C
9-Cycloalkylenrest oder ein gegebenenfalls durch C
1-C
4-Alkyl, C
1-C
4-Alkoxy, Sulfo, Halogen oder Carboxy substituierter Phenylen-, Biphenylen- oder Naphthylenrest
ist.
[0023] Weitere interessante Reaktivgruppen sind solche der Formel

worin T
4 Fluor, Chlor oder Carboxypyridinium ist und
V
2 ein Rest der Formel

ist, worin R
1 Wasserstoff oder C
1-C
4-Alkyl, das durch Halogen, Hydroxy, Cyan, C
1-C
4-Alkoxy, C
1-C
4-Alkoxycarbonyl, Carboxy, Sulfamoyl, Sulfo oder Sulfato substituiert sein kann; B
1 die direkte Bindung oder ein Rest

m=1, 2, 3, 4, 5 oder 6; und R' ein Rest der Formel

oder

ist, worin R" Wasserstoff oder C
1-C
6-Alkyl ist, alk einen Alkylenrest mit 1 bis 7 Kohlenstoffatomen darstellt, T Wasserstoff,
Halogen, Hydroxy, Sulfato, Carboxy, Cyano, C
1-C
4-Alkanoyloxy, C
1-C
4-Alkoxycarbonyl, Carbamoyl oder einen Rest -SO
2-Z bedeutet, V Wasserstoff, gegebenenfalls substituiertes C
1-C
4-Alkyl oder ein Rest der Formel

ist, worin (alk) die zuvor angegebene Bedeutung hat, alk' unabhängig voneinander
Polymethylenreste mit 2 bis 6 C-Atomen bedeutet, Z β-Sulfatoethyl, β-Thiosulfatoethyl,
β-Phosphatoethyl, β-Acyloxyethyl, β-Halogenethyl oder Vinyl bedeutet, r und t unabhängig
voneinander je die Zahl 1, 2, 3, 4, 5 oder 6 bedeuten und s die Zahl 2, 3, 4, 5 oder
6 ist; und der Benzolring in Formel (4) weitere Substituenten enthalten kann; oder
worin V
2 ein direkt an den Triazinring gebundener Rest der Formel (4a), (4b), (4c), (4d),
(4e), (4f) oder (4g) ist, worin R', T, alk, V, alk', Z, p, q, r, s und t die angegebenen
Bedeutungen haben; oder worin V
2 ein Rest der Formel

ist, worin R
1 und Z die oben angegebenen Bedeutungen haben und der Benzolring weitersubstituiert
sein kann.
[0024] Als weitere mögliche Substituenten der Benzolringe der Verbindungen der Formeln (4)
und (4') seien Halogen, wie Fluor, Chlor oder Brom, Nitro, Cyan, Trifluormethyl, Sulfamoyl,
Carbamoyl, C
1-C
4-Alkyl, C
1-C
4-Alkoxy, Acylaminogruppen, wie Acetylamino oder Benzoylamino, Ureido, Hydroxy, Carboxy,
Sulfomethyl und Sulfo genannt.
[0025] Der Rest B
1 enthält 1 bis 6, vorzugsweise 1 bis 4 Kohlenstoffatome. Beispiele für B
1 sind: Methylen, Ethylen, Propylen, Butylen, Methylenoxy, Ethylenoxy, Propylenoxy
und Butylenoxy. Falls B
1 einen Rest

darstellt, ist B
1 durch das Sauerstoffatom an den Benzolring gebunden. Vorzugsweise ist B
1 die direkte Bindung.
[0026] Als β-Halogenethyl kommt für Z insbesondere der β-Chlorethylrest und als β-Acyloxyethyl
insbesondere der β-Acetoxyethylrest in Betracht. Der Alkylenrest alk ist vorzugsweise
Methylen, Ethylen, Methylmethylen, Propylen oder Butylen. Der Substituent T ist als
Alkanoyloxyrest insbesondere Acetyloxy, Propionyloxy oder Butyryloxy, und als Alkoxycarbonylrest
insbesondere Methoxycarbonyl, Ethoxycarbonyl oder Propyloxycarbonyl. Falls V ein Alkylrest
ist, kann dieser Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl, Butyl, Isobutyl, sec-Butyl oder
tert-Butyl sein. Der Rest R" ist beispielsweise Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl,
Butyl, Isobutyl, sec-Butyl, tert-Butyl, Pentyl oder Hexyl, oder vorzugsweise Wasserstoff.
Die Polymethylenreste alk' sind vorzugsweise Ethylen, Propylen oder Butylen. Der Index
t ist vorzugsweise 2, 3 oder 4. Die Indizes r und s sind unabhängig voneinander vorzugsweise
2.
[0027] Bevorzugte Reste V
2 sind solche der Formel (4), worin B
1 die direkte Bindung und R ein Rest der Formel (4a) ist, oder worin V
2 ein direkt an den Triazinring gebundener Rest der Formel (4b), (4c) oder (4f) ist,
oder worin V
2 ein Rest der Formel (4') ist.
[0028] Ebenfalls interessant sind Reaktivgruppen der Formeln

und

worin R
1 die oben angegebene Bedeutung hat und X
1 und X
2 Chlor, oder X
1 Chlor und X
2 Fluor sind, mit der Bedingung, dass der Rest [R]
n in Formel (1) mindestens zwei faserreaktiv wirkende Gruppen enthält.
[0029] Als aliphatische Reaktivgruppen sind solche der Formeln
-SO
2Z (5a),
-SO
2-NH-Z (5b),
-NH-CO-(CH
2)
3-SO
2Z (5c),
-CO-NH-CH
2CH
2-SO
2Z (5d)
und
-NH-CO-Z
1 (5e),
worin Z die oben angegebenen Bedeutungen hat, Z
1 die Bedeutungen von Z hat und zusätzlich Halogenmethyl oder α,β-Dihalogenethyl sein
kann, bevorzugt.
[0030] Für Z
1 kommen als Halogen in den Halogenmethyl-, β-Halogenethyl-, und α,β-Dihalogenethylgruppen
insbesondere Chlor und Brom in Betracht.
[0031] Besonders bevorzugte aliphatische Reaktivgruppen sind solche der Formel (5a), sowie
ferner solche der Formeln (5c) und (5d). Für diese Reste ist Z insbesondere β-Sulfatoethyl
oder β-Halogenethyl.
[0032] Bevorzugt sind Verbindungen der Formel (1a)

worin Q den Rest C-Y oder insbesondere ein Stickstoffatom bedeutet, Y Chlor, V
3 und W
3, unabhängig voneinander, je Fluor, Chlor, R
2-X
2'-, R
3-X
3'-, Hydroxy, R
2 und R
3, unabhängig voneinander, je ein farbloser aliphatischer, insbesondere ein gegebenenfalls
durch Sauerstoffatome unterbrochener C
1-C
8-Alkylrest, ein aromatischer, insbesondere ein gegebenenfalls durch C
1-C
4-Alkyl, C
1-C
4-Alkoxy, Halogen oder Sulfo substituierter Phenylrest, oder heteroaromatischer Rest,
X
1', X
2' und X
3', unabhängig voneinander, je -S-, -N(R
4)-, -NH-CO-Phen-NH- oder -NH-CO-Phen-CO-NH-, R
4 Wasserstoff, C
1-C
5-Alkyl, C
5-C
6-Cycloalkyl oder Phenyl, Phen eine unsubstituierte oder substituierte Phenylengruppe,
und n die Zahl 1, 2, 3 oder 4 ist, mit der Bedingung, dass der Rest [R]
n in Formel (1) mindestens zwei faserreaktiv wirkende Gruppen enthält. Der Rest A in
Formel (1a) hat die unter Formel (1) angegebenen Bedeutung.
[0033] Bevorzugte Verbindungen der Formel (1a), worin A ein aliphatischer Rest ist, entsprechen
z.B. der Formel

worin X
4 -NR
5- oder -S- ist, A
1 einen aliphatischer Rest mit 1 bis 18 C-Atomen, der frei von Sulfogruppen ist, bedeutet,
und R
5 Wasserstoff oder C
1-C
4-Alkyl ist oder die Bedeutung von A
1 unabhängig von A
1 hat.
[0034] A
1 als aliphatischer Rest mit 1 bis 18 C-Atomen ist z.B. ein C
1-C
18-Alkylrest, wie z.B. Methyl, Ethyl, n-Propyl, iso-Propyl, n-Butyl, sec.-Butyl, tert.-Butyl,
iso-Butyl, Pentyl, Hexyl, Heptyl, Octyl, Nonyl, Decyl, Dodecyl, Tetradecyl, Hexadecyl,
Heptadecyl oder Octadecyl, wobei der Alkylrest substituiert sein kann, z.B. durch
Hydroxy oder Alkoxy, und wobei die Alkylkette ein oder mehrfach unterbrochen sein
kann, wie z.B. durch Sauerstoff, Schwefel, Amino-, Carbonamido-, Aminocarbonyl-, Ureido-,
Sulfonamido-, Aminosulfonyl-, Carboxy-, und Carbonyloxy-.
R
5 als C
1-C
4-Alkyl ist Methyl, Ethyl, n-Propyl, iso-Propyl, n-Butyl, sec.-Butyl, tert.-Butyl oder
iso-Butyl.
[0035] Vorzugsweise ist A
1 ein lineares oder verzweigtes C
1-C
18-Alkyl, insbesondere ein C
1-C
8-Alkyl, das mit -OR
6 substituiert ist, wobei die Alkylkette mit einem oder mehreren Resten -Q- unterbrochen
sein kann, oder ein lineares oder verzweigtes C
1-C
18-Alkyl, insbesondere ein C
1-C
8-Alkyl, wobei die Alkylkette mit einem oder mehreren Resten -Q
1- unterbrochen ist, worin -Q
1- -O-, -S-, -NR
7-, -CONR
7-, -NR
7CO-, -NR
7-CO-NR
7-, -SO
2NR
7-, -NR
7SO
2-, -COO-, -OCO-, -NR
7COO- oder -OCOO- ist, R
6 Wasserstoff oder C
1-C
4-Alkyl und R
7 Wasserstoff oder C
1-C
4-Alkyl ist.
[0036] C
1-C
18-Alkyl, bzw. C
1-C
8-Alkyl als A
1 kann gegebenenfalls ein- oder mehrfach z.B. durch Carboxy, Carbonamido oder Sulfonamido
weitersubstituiert sein.
[0037] Als X
4 ist -NR
5- bevorzugt.
[0038] Als R
5 ist Methyl und insbesondere Wasserstoff bevorzugt.
[0039] R
6 als C
1-C
4-Alkyl ist Methyl, Ethyl, n-Propyl, iso-Propyl, n-Butyl, sec.-Butyl, tert.-Butyl oder
iso-Butyl.
[0040] R
7 als C
1-C
4-Alkyl sind Methyl, Ethyl, n-Propyl, iso-Propyl, n-Butyl, sec.-Butyl, tert.-Butyl,
oder iso-Butyl.
[0041] Als R
6 ist Methyl und insbesondere Wasserstoff bevorzugt.
[0042] Als R
7 ist Wasserstoff bevorzugt.
[0043] Als -Q
1- ist -O-, -S- und -NH- bevorzugt.
[0044] Für das erfindungsgemässe Verfahren sind vom besonderen Interesse die Verbindungen
der Formel (6), worin -X
4-A
1 für folgende Reste steht: -NHCH
2CH
2SCH
2CH
2OH, -NHCH
2CH
2CONHCH
2CH
2OH, -NHCH
2CH
2CH
2CONHCH
2CH
2OH, -NHCH
2CONHCH
2CH
2CH
2OH, -NHCH
2CONHCH
2CH
2CH
2OH, -NHCH
2CON(CH
2CH
2OH)
2, -NHCH
2CH
2NHCOCH
2CH
2CH
2OH, -NHCH
2CH
2CH
2NHCOCH
2CH
2CH
2OH, -NHCH
2CH
2CH
2CONHCH
2CH
2CH
2OH.
[0046] Ganz besonders wichtig für das erfindungsgemässe Verfahren sind die Verbindungen
der Formeln (6f) und (6g).
[0047] Die Herstellung der in dem erfindungsgemässen Verfahren verwendeten Verbindungen
der Formel (6), geschieht nach an sich bekannten Methoden, indem man z.B. ein Trichlortriazin
der Formel

mit äquimolarer Menge einer Verbindung der Formel
HX
4-A
1 (8),
worin X
4 und A
1 die unter der Formel (6) angegebene Bedeutung hat, umsetzt und das entstehende Endprodukt
der Formel (6) isoliert.
[0048] Die Herstellung der neuen Verbindungen der Formeln (6a) bis (6n) geschieht in analoger
Weise, indem man ein Trichlortriazin der Formel (7) z.B. mit einem Amin der Formel
NH
2-CH
2CH
2OCH
2CH
2OH (8a),
NH
2-CH
2CH(OH)CH
2OH (8b),
NH
2-CH
2CH
2CON(CH
2CH
2OH)
2 (8c),
NH
2-CH
2CH
2CH
2CONHCH
2CH
2CH
2OH (8d),
NH
2-CH
2CH
2NHCONHCH
2CH
2OH (8e),
NH
2-CH
2CH
2CH
2SO
2NHCH
2CH
2CH
2OH (8f),
NH
2-CH
2CH
2NHSO
2CH
2CH
2CH
2OH (8g)
oder
NH
2-CH
2CH
2NHSO
2CH
2CH
2CH
2CH
2OH (8h)
umsetzt.
[0049] Die Amine der Formeln (8a) bis (8h) sind z.T. bekannt oder können nach an sich bekannten
Methoden hergestellt werden.
[0050] Ganz besonders bevorzugt enthalten die Verbindungen der Formel (1) mindestens eine
Reaktivgruppe der Formeln (2), (2'), (3), (4i) bis (4l), (5a) bis (5e) und (6), wobei
für A, A
1 R
1, T
1, T
2, T
3, T
4, V
1, V
2, B, X
1, X
2, X
4, Z und Z
1 die oben angegebenen Bedeutungen und Bevorzugungen gelten. Besonders interessant
sind die Verbindungen der Formel (1), welche mindestens eine Reaktivgruppe der Formeln
(2), (2'), (3), (4i) bis (4l) und (5a) bis (5e) enthalten, wobei für R
1, T
1, T
2, T
3, T
4, V
1, V
2, B, X
1, X
2, Z und Z
1 die oben angegebenen Bedeutungen und Bevorzugungen gelten.
[0051] Ganz besonders bevorzugt sind ferner Verbindungen der Formel (1b)

worin T
5 Fluor oder insbesondere Chlor, und R
1 Wasserstoff, Methyl oder Aethyl ist.
[0052] Weitere in dem erfindungsgemässen Verfahren bevorzugte Verbindungen entsprechen der
Formel (1c)

worin T
5 und R
1 die unter Formel (1b) angegebenen Bedeutungen haben. Eine besonders bevorzugte Ausführungsform
des erfindungsgemässen Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, dass man als Verbindung
der Formel (1c) eine Verbindung einsetzt, worin T
5 Chlor und R
1 Wasserstoff ist. Insbesondere sind die beiden -NR
1- Gruppen in m- oder p-Stellung an den Benzolkern gebunden.
[0053] In dem erfindungsgemässen Verfahren werden vorzugsweise Verbindungen der Formel

verwendet, worin A
2 ein gegebenenfalls durch Sulfo substituierter Benzolrest, R
10 ein Rest der Formel (2), (2') oder (3) ist, oder worin R
10 der Rest -SO
2-Z ist, wobei Z die angegebenen Bedeutung hat, und n die Zahl 1, 2, 3 oder 4 ist,
mit der Bedingung, dass der Rest [R
10]
n mindestens zwei faserreaktiv wirkende Gruppen enthält.
[0054] Weitere interessante Verbindungen, die in dem erfindungsgemässen Verfahren eingesetzt
werden können, worin A ein heteroaromatischer Rest ist, entsprechen der Formel,

worin R
1 und Z die unter Formel (4) bzw. (4h) angegebenen Bedeutungen haben, und Hal Halogen,
vorzugsweise Chlor ist. In Formel (1e) ist Hal insbesondere Chlor, R
1 bedeutet Wasserstoff und -SO
2-Z ist in m- oder p-Stellung zur Aminogruppe gebunden und bedeutet den β-Sulfatoäthylsulfonyl-Rest.
[0055] Das erfindungsgemässe Verfahren ist geeignet, um Hochveredlungseffekte zu erreichen,
insbesondere zur Verbesserung der Knitterfreiheit, Pflegeleichtheit, Dimensionsstabilität
und Schrumpffreiheit von Fasermaterialien, welche mindestens 20 Gew.-% natürlicher
oder regenerierter Cellulosefasern enthalten. Bei einem Gehalt von weniger als 20
Gew.-% ist der Effekt der Ausrüstung zu gering, um die Vorteile des Verfahrens zur
Geltung kommen zu lassen. Die Fasermaterialien können Cellulosefasern im Gemisch mit
anderen Fasern, insbesondere aus Polyester oder Polyamid, enthalten, oder sie können
ausschliesslich aus Cellulosefasern bestehen. Als Cellulosefasern kommen sowohl natürliche
Fasern wie Baumwolle als auch Fasern aus regenerierter Cellulose wie z B. Viskose
(Zellwolle) in Frage. Ferner seien Modal-Faser, wie z.B. Polynosic-Fasern und Cupro-Fasern
genannt. In dem erfindungsgemässen Verfahren wird keine Lyocell-Faser eingesetzt.
[0056] Geeignete Fasermaterialien, welche nach dem erfindungsgemässen Verfahren behandelt,
insbesondere nachbehandelt, werden können, sind vor allem textile Gewebe oder Maschenwaren.
In Betracht kommen aber auch Garne deren Reissfestigkeit mit der Anwendung des erfindungsgemässen
Verfahrens erhöht werden kann. Ein wichtiges und bevorzugtes Einsatzgebiet ist die
Anwendung des erfindungsgemässen Verfahrens bei Frottè-Ware. Bei der Qualitätsbeurteilung
der Frotté-Ware ist die Reduktion des Fusselns von Bedeutung, des Abriebs von Fäserchen,
insbesondere nach der Anwendung in Wäschetrocknern. Bei Viskose-Fasern kann mit dem
erfindungsgemässen Verfahren eine Änderung der Faseroberfläche, z.B. durch den Färbeprozess,
verhindert oder zumindest reduziert werden.
[0057] Das erfindungsgemässe Verfahren weist eine Reihe von Vorteilen auf: Die Fasermaterialien,
auf welche die oben genannten Produkte aufgebracht worden sind, können bei 80 bis
130°C getrocknet werden, um bereits gute Pflegeleichteffekte zu erzielen. Temperaturen
bis zu 150° C und mehr, wie sie im Fall der Verwendung bekannter formaldehydfreier
Vernetzer erforderlich sind, müssen nicht angewandt werden. Bei dem erfindungsgemässen
Verfahren lässt sich die Applikation einer Vernetzer enthaltenden alkalischen Flotte
auch mittels Nassverweilverfahren durchführen. Dies bedeutet, dass nach Applikation
und einem Abquetschprozess, z. B. im Rahmen einer Foulardierung, das Fasermaterial,
z B. in Form eines textilen Flächengebildes, geschützt gegen Austrocknung bei Raumtemperatur
gelagert und nach einer gewissen Verweilzeit von z. B. 20 Stunden mit Wasser gespült
und getrocknet wird. Während der Lagerung im nassen Zustand findet hierbei mindestens
teilweise Vernetzung statt.
[0058] Mit dem erfindungsgemässen Verfahren kann auch das Trocken-Pilling, insbesondere
wichtig bei Möbelbezugsstoffen, reduziert werden.
[0059] Die ausgerüsteten und getrockneten Fasermaterialien besitzen nach Applikation des
Vernetzers im Nassvernetzungsverfahren vielfach einen höheren Weissgrad als im Fall
der Durchführung bekannter Verfahren mit Hitzefixierung. Der Verrottungsschutz der
ausgerüsteten Fasermaterialien ist zudem vielfach erheblich besser als bei bekannten
Verfahren. Das erfindungsgemässe Verfahren lässt sich ausserdem in vorteilhafter Weise
mit anderen Prozessen kombinieren, wie z. B. mit einer Reaktivfärbung in alkalischem
Medium oder anderen in alkalischem Medium durchzuführenden Prozessen. Die Kombination
des erfindungsgemässen Verfahrens zusammen mit dem Färben und Fixieren von Reaktivfarbstoffen
ist von grossem Vorteil. Das erfindungsgemässe Verfahren bietet ausserdem vielfach
den Vorteil einer geringeren Beeinträchtigung der Lichtechtheit bei Substantiv- und
Reaktivfärbungen als dies bei bekannten Verfahren der Fall ist.
[0060] Bei dem erfindungsgemässen Verfahren wird auf die Fasermaterialien, die vorzugsweise
textile Gewebe oder Gewirke sind, mindestens ein Produkt der Formel (1) aufgebracht.
Es können jedoch auch Gemische von mehreren unter die Formel (1) fallenden Produkten
aufgebracht werden. Daneben können gleichzeitig mit einem oder mehreren Produkten
der Formel (1) weitere gewünschte Produkte auf die Fasermaterialien aufgebracht werden,
wie z. B. Mittel zur wasserabweisenden, ölabweisenden oder flammhemmenden Ausrüstung.
[0061] Die Applikation solcher Produktgemische kann mittels einer einzigen Behandlungsflotte,
z. B. mittels Foulardierung erfolgen, wobei in der Regel die Flottenaufnahme mindestens
50%, vorzugsweise 60 bis 80%, beträgt, wenn diese Produktgemische homogene Mischungen
darstellen. Besonders vorteilhaft aus ökonomischen und ökologischen Gründen ist es,
das erfindungsgemässe Verfahren so durchzuführen, dass ein Produkt der Formel (1)
oder ein Produktgemisch in Form einer alkalischen wässrigen Lösung oder Dispersion
dieses Produkts bzw. dieser Produkte auf die Fasermaterialien aufgebracht und die
Fasermaterialien anschliessend getrocknet werden. Die Trocknung erfolgt dabei vorzugsweise
in einem Temperaturbereich von 80 bis 130°C, z.B. mittels Heissluft; im Bedarfsfall
können jedoch auch andere Temperaturen angewandt werden, z B. bis zu 140°C. Neben
dem erwähnten Zusatz anderer Produkte zur Behandlungsflotte kommt in einer bevorzugten
Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens die mit einer Reaktivfärbung in
einem einzigen Arbeitsgang in Frage. In diesem Fall wird der Behandlungsflotte ausser
einem oder mehreren Produkten der Formel (1) sowie gegebenenfalls weiteren Produkten
noch ein Reaktivfarbstoff zugesetzt. Diese bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemässen
Verfahrens kommt vor allem für alkalische Behandlungsflotten in Frage, deren pH-Wert
bei 20° C vorzugsweise in einem Bereich von 7 bis 13 liegt.
[0062] Es ist normalerweise im Hinblick auf die Stabilität der Lösungen oder Dispersionen
von Vorteil, wenn die für das erfindungsgemässe Verfahren einzusetzenden Lösungen
oder Dispersionen, vorzugsweise wässrigen Lösungen oder Dispersionen während ihrer
Lagerung einen pH-Wert aufweisen, der nicht unter 7,0 und nicht über 10,0, in manchen
Fällen nicht über 9,0 liegt. Die Einstellung oder Stabilisierung des gewünschten pH-Werts,
z. B. im Bereich von 7 bis 10, kann z. B. durch Na
2CO
3, K
2CO
3, KHCO
3 oder NaHCO
3 erfolgen. Erst kurze Zeit vor der Anwendung sollte diejenige Menge Alkali, z B. NaOH
oder KOH zugegeben werden, die für die Behandlung der Fasermaterialien (Vernetzungsreaktion
mit Cellulose) und/oder für die Reaktivfärbung erforderlich ist.
[0063] Die im alkalischen wässrigen Medium vorliegenden Metallsalze, die unter die Formel
(1) fallen und für das erfindungsgemässe Verfahren geeignet sind, können Salze von
einwertigen bzw. mehrwertigen Metallkationen sein. Als einwertige Metalle bzw. Metallkationen
sind Natrium und Kalium besonders bevorzugt. Die Natrium-oder Kaliumsalze der wasserlöslichen
Verbindungen der Formel (1) sind besonders bevorzugt. Eine bevorzugte Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht somit darin, wasserlösliche Produkte der
Formel (1) zu verwenden; diese wasserlöslichen Produkte sind vor allem Na- oder K-
Salze, die in wässrigen Ausrüstungsflotten eingesetzt werden. Kommen nur diese Na―oder
K-Salze zur Anwendung, handelt es sich hierbei vorzugsweise um alkalische wässrige
Lösungen. Bei Anwesenheit weiterer Zusätze, die wasserunlöslich, aber wasserdispergierbar
sind, wird das erfindungsgemässe Verfahren vorzugsweise unter Verwendung wässriger
Dispersionen durchgeführt. Die für die Dispergierung solcher zusätzlicher Ausrüstungsmittel
in Wasser erforderlichen Dispergatoren sind dem Fachmann bekannt. Auch die wässrigen
Dispersionen, welche neben mindestens einer Verbindung der Formel (1) weitere Produkte
enthalten, weisen vorzugsweise alkalische pH-Werte im Bereich von pH 7 bis 13 auf.
[0064] Das Behandeln der Fasermaterialien nach dem erfindungsgemässen Verfahren kann nach
allgemein bekannten Methoden erfolgen. Gut geeignet ist eine Applikation von Lösungen
oder Dispersionen, welche mindestens ein Produkt der Formel (1) enthalten, mittels
Foulardierung. Diese Behandlung wird zweckmässigerweise mit einer wässrigen Flotte
durchgeführt, welche 1 bis 12 Gew.-%, bezogen auf die gesamte Flotte, an einem oder
mehreren Produkten der Formel (1) enthält. Im Normalfall enthält das Fasermaterial
nach dem darauffolgenden Abquetschen etwa 1 bis 6 Gew.-% an Produkt der Formel (1),
bezogen auf Gesamtgewicht des ausgerüsteten Fasermaterials. Die anschliessende Trocknung
kann in bekannten Vorrichtungen erfolgen, z.B. mittels Heissluft und wird vorzugsweise
in einem Temperaturbereich von 80 bis 130°C durchgeführt. Während des Trocknungsvorgangs
kann ein Temperaturgradient vorliegen. Gleichzeitig mit der Trocknung findet eine
Reaktion (Vernetzung) von Produkt der Formel (1) mit Cellulose statt. Diese Reaktion
wird erreicht durch Vorliegen eines alkalischen pH-Werts. Neben der Trocknung mit
Heissluft kann auch eine Behandlung mit Sattdampf bei Temperaturen z. B. zwischen
98 und 105°C bzw. die Kombination der Behandlung mit Heissluft und der Behandlung
mit Sattdampf in Betracht kommen.
[0065] Die Vernetzung mit den OH-Gruppen der Cellulose wird somit erreicht durch die Anwesenheit
alkalischer Verbindungen. Selbst wenn für das erfindungsgemässe Verfahren bereits
alkalische Verbindungen der Formel (1), z. B. Metallsalze von wasserlöslichen Verbindungen
der Formel (1) eingesetzt werden, empfiehlt sich der Zusatz weiterer alkalischer Verbindungen
zu den Behandlungsflotten. Insbesondere Natriumhydroxid und Kaliumhydroxid sind hierfür
gut geeignet. An Stelle der zusätzlichen Zugabe dieser alkalischen Verbindungen zu
den Behandlungsflotten lässt sich das erfindungsgemässe Verfahren auch zweistufig
durchführen. Dies geschieht beispielsweise, indem man in der ersten Stufe auf die
Fasermaterialien eine erste wässrige Behandlungsflotte aufbringt welche ein Produkt
der Formel (1) enthält und einen pH-Wert aufweist, bei dem diese Flotte hohe Stabilität
besitzt, z B. einen pH-Wert von 7 bis 10 Diese erste wässrige Behandlungsflotte kann
weitere Produkte, wie Reaktivfarbstoffe, enthalten. Das Aufbringen dieser ersten Behandlungsflotte
kann durch Foulardierung erfolgen. Nach dem Abquetschen wird das Fasermaterial getrocknet.
In einer zweiten Stufe wird eine zweite wässrige Behandlungsflotte aufgebracht, welche
die für die Vernetzung mit Cellulose erforderliche Menge an alkalischer Verbindung
enthält. Diese alkalische Verbindung ist bevorzugt Natriumhydroxid oder Kaliumhydroxid.
Nach der Applikation der zweiten Flotte wird getrocknet, z B. bei 80 bis 130°C, wobei
die Vernetzung stattfindet. Die zweite Behandlungsflotte kann z B. eine wässrige Natriumhydroxid-
oder Kaliumhydroxidlösung relativ hoher Konzentration, z B. zwischen 30 und 60 Gew.-%,
sein.
[0066] Bei den angewandten Temperaturen von z B. 80 bis 130° C findet in Gegenwart alkalischer
Verbindungen eine Vernetzung (Kondensation) mit Cellulose statt. Aus diesem Grund
wird die Behandlung der Fasermaterialien mit Behandlungsflüssigkeit vorzugsweise bei
einem pH-Wert im Bereich von 7 bis 13 (gemessen bei 20°C) durchgeführt.
[0067] Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren behandelten Fasermaterialien zeichnen sich
durch gute Hochveredlungseffekte, insbesondere Pflegeleichtheit, Dimensionsstabilität
und Schrumpffreiheit aus.
[0068] Die gemäss dem erfindungsgemässen Verfahren eingesetzten Verbindungen lassen sich
auf verschiedene Weise auf das Fasermaterial applizieren und auf der Faser fixieren,
insbesondere in Form von wässrigen Lösungen, vorzugsweise nach dem Ausziehverfahren.
Nach dem Fixieren werden die behandelten Fasermaterilaien mit kaltem und heissem Wasser,
gegebenenfalls unter Zusatz eines dispergierend wirkenden und die Diffusion der nicht
fixierten Anteile fördernden Mittels gründlich gespült.
[0069] Die Verbindungen der Formel (1), die eine wasserlöslichmachende Gruppe enthalten,
wie z. B. eine Sulfo- oder Sulfatogruppe, liegen entweder in der Form ihrer freien
Säure oder vorzugsweise als deren Salze wie z. B. der Alkali-, Erdalkali- oder Ammoniumsalze
oder als Salze eines organischen Amins vor. Als Beispiele seien die Natrium-, Kalium-
Lithium- oder Ammoniumsalze oder das Salz des Triäthanolamins genannt.
[0070] Die Verbindungen der Formel (1) sind bekannt oder können in Analogie zu bekannten
Verbindungen hergestellt werden. So sind die Verbindungen der Formel (1) z. B. Reaktivfarbstoffvorprodukte
wie sie aus der WO 96/00399 bekannt sind oder können analog dazu hergestellt werden.
[0071] Für das erfindungsgemässe Verfahren können die Mengen, in denen die Verbindungen
der Formel (1) in den Behandlungsbädern, insbesondere in den Färbebädern zusammen
mit Farbstoffen, vorzugsweise Reaktivfarbstoffen, verwendet werden, in einem grossen
Bereich schwanken, im allgemeinen haben sich Mengen von 0,01 bis 20 Gewichtsprozent,
insbesondere 0,1 bis 15 Gewichtsprozent, bezogen auf das Fasermaterial, als vorteilhaft
erwiesen.
[0072] Vorzugsweise wird das erfindungsgemässe Verfahren vor oder während des Färbens, insbesondere
jedoch nach der Herstellung der Cellulosefaser angewendet.
[0073] Bevorzugt für das erfindungsgemässe Verfahren ist die Behandlung nach der Ausziehmethode.
Sie erfolgt in der Regel in wässrigem Medium, bei einem Flottenverhältnis von beispielsweise
1:2 bis 1:60, insbesondere 1:5 bis 1:20. Hierbei erfolgt die Behandlung beispielsweise
bei einer Temperatur von 20 bis 100°C, insbesondere 40 bis 90°C, und vorzugsweise
55 bis 80 °C.
[0074] Eine besonders bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens ist dadurch
gekennzeichnet, dass man die Vernetzung der cellulosehaltigen Fasermaterialien zusammen
mit der Färbung ausführt.
[0075] Die eingesetzten Verbindungen der Formel (1) zeichnen sich durch hohe Reaktivität,
gutes Fixiervermögen und ein sehr gutes Aufbauvermögen aus. Sie können daher nach
dem Ausziehfärbeverfahren bei niedrigen Färbetemperaturen eingesetzt werden. Die Fixiergrade
sind hoch und die nicht fixierten Anteile können leicht ausgewaschen werden, wobei
die Differenz zwischen Ausziehgrad und Fixiergrad bemerkenswert klein, d.h. der Seifverlust
sehr gering ist.
[0076] Die folgenden Beispiele veranschaulichen die Erfindung. Die Temperaturen sind in
Celsiusgraden angegeben. Teile bedeuten Gewichtsteile und Prozente Gewichtsprozente,
sofern nichts anderes vermerkt. Gewichtsteile stehen zu Volumenteilen im Verhältnis
von Kilogramm zu Liter.
[0077] Beispiel 1: 10 g Viskose-Gewebe wird bei 50° C in einer Ausziehlaborfärbeapparatur mit 100 ml
einer Flotte, enthaltend 8 g Glaubersalz und 1 g der farblosen Verbindung der Formel
(100) gemäss Tabelle 1, eingespannt. Nach 10 Minuten Bewegung bei 50° C werden 2 g
wasserfreies Natriumcarbonat in zwei Portionen zugegeben. Das Viskose-Gewebe wird
weitere 20 Minuten in Bewegung gehalten. Die Flotte wird auf 60° C aufgeheizt, und
es werden 0.2 ml 30%ige Natronlauge zugegeben. Nach 20 Minuten wird das Bad abgelassen
und das Viskose-Gewebe kalt gespült, kochend ausgewaschen und nochmals kalt gespült,
und anschliessend getrocknet. Man erhält ein Viskose-Gewebe mit höherer Dimensionsstabilität
und höherer Nassscheuerfestigkeit.
[0078] Beispiel 2: 10 g Viskose-Gewebe wird bei 50° C in einer Ausziehlaborfärbeapparatur mit 100 ml
einer Flotte, enthaltend 8 g Glaubersalz, 1 g der farblosen Verbindung der Formel
(100) gemäss Tabelle 1 und 0.1 g des Farbstoffs der Formel (200) gemäss Tabelle 2,
eingespannt. Nach 20 Minuten Bewegung bei 50° C werden 2 g wasserfreies Natriumcarbonat
in zwei Portionen zugegeben. Das Viskose-Gewebe wird weitere 10 Minuten in Bewegung
gehalten. Die Flotte wird auf 60° C aufgeheizt, und es werden 0.2 ml 30%ige Natronlauge
zugegeben. Nach 20 Minuten wird das Bad abgelassen und das Viskose-Gewebe kalt gespült,
kochend ausgewaschen und nochmals kalt gespült, und anschliessend getrocknet. Man
erhält ein marineblau gefärbtes Viskose-Gewebe mit höherer Dimensionsstabilität und
höherer Nassscheuerfestigkeit.
[0079] Wenn man in Beispiel 1 die Verbindung der Formel (100) durch eine andere der in Tabelle
1 angegebenen Verbindungen ersetzt, so erhält man ebenfalls ein Viskose-Gewebe mit
den angegebenen vorteilhaften Eigenschaften.
[0080] Wenn man in Beispiel 2 den Farbstoff der Formel (200) durch den Farbstoff der Formel
(201) ersetzt, so erhält man ein rot gefärbtes Viskose-Gewebe mit den angegebenen
vorteilhaften Eigenschaften.
Beispiel 3:
[0082] 18,5 g Cyanurchlorid werden in eine Mischung bestehend aus 100 g fein gemahlenen
Eis und 50 ml Wasser, welches 0,6 g eines handelsüblichen Tensids enthält, eingetragen
und während 15 Minuten benetzt. Anschliessend werden bei guter Rührung 6,1 g Ethanolamin
tropfenweise so zugesetzt, dass der pH-Wert der Mischung bei ca. 8 gehalten wird.
Nach der beendeten Zugabe von Ethanolamin wird anschliessend ca. 8 g einer 50%-igen
wässrigen Lösung von NaOH so zugetropft, dass der pH-Wert 8 gehalten werden kann.
Die entstehende feine Suspension wird abfiltriert und getrocknet. Man erhält 15,5
g einer weissen pulverigen Verbindung der Formel

Beispiele 4:
[0083] Verfährt man wie im Beispiel 3 angegeben, verwendet aber anstatt 6,1 g Ethanolamin
die äquivalente Menge eines der in Tabelle 3 angegebenen Amine, so erhält man die
in der Tabelle 3 aufgeführten Verbindungen.

[0084] Beispiel 5: 10 g Viskose-Gewebe wird bei 50° C in einer Ausziehlaborfärbeapparatur mit 100 ml
einer Flotte, enthaltend 8 g Glaubersalz, 1 g der ersten Verbindung in Tabelle 3 und
0.1 g des Farbstoffs der Formel (200) gemäss Tabelle 2, eingespannt. Nach 20 Minuten
Bewegung bei 50° C werden 2 g wasserfreies Natriumcarbonat in zwei Portionen zugegeben.
Das Viskose-Gewebe wird weitere 10 Minuten in Bewegung gehalten. Die Flotte wird auf
60° C aufgeheizt, und es werden 0.2 ml 30%ige Natronlauge zugegeben. Nach 20 Minuten
wird das Bad abgelassen und das Viskose-Gewebe kalt gespült, kochend ausgewaschen
und nochmals kalt gespült, und anschliessend getrocknet. Man erhält ein marineblau
gefärbtes Viskose-Gewebe mit höherer Dimensionsstabilität und höherer Nassscheuerfestigkeit.
[0085] Beispiel 6: Eine wässrige Suspension, enthaltend 85 g pro Liter der farblosen Verbindung der
Formel (100), wird in gleichen Volumenteilen mit einer wässrigen alkalischen Lösung,
enthaltend pro Liter 140 ml Wasserglas 38° Bé und 20 g Natriumhydroxid, vermischt
und sofort anschliessend auf ein Baumwollgewebe auffoulardiert, wobei die Flottenaufnahme
70 bis 75% beträgt. Das so behandelte Gewebe wird sofort anschliessend 5 Minuten bei
110°C mit Heissluft behandelt, das Alkali durch Spülen mit kaltem und warmem Wasser
entfernt, und das Gewebe dann nochmals getrocknet. Man erhält ein Gewebe mit wesentlich
verbesserten Knittereigenschaften.
[0086] Beispiel 7: Eine wässrige Suspension, enthaltend pro Liter 85 g pro Liter der farblosen Verbindung
der Formel (100), wird in gleichen Volumenteilen mit einer wässrigen alkalischen Lösung,
enthaltend pro Liter 60 g kalziniertes Natriumcarbonat, vermischt und sofort anschliessend
auf ein Baumwollgewebe auffoulardiert, wobei die Flottenaufnahme 70 bis 75% beträgt.
Das so behandelte Gewebe wird sofort anschliessend 2 Minuten bei 130°C mit Heissluft
getrocknet, 8 Minuten bei 102°C mit Sattdampf behandelt, das Alkali durch Spülen mit
kaltem und warmem Wasser entfernt, und das Gewebe dann nochmals getrocknet. Man erhält
ein Gewebe mit wesentlich verbesserten Knittereigenschaften.
1. Verfahren zur Vernetzung von cellulosehaltigen Fasermaterialien, dadurch gekennzeichnet,
dass auf die cellulosehaltigen Fasermaterialien, wobei die Cellulosefasern aus natürlicher
oder regenerierter Cellulose bestehen, mindestens ein Produkt der allgemeinen Formel
(1) aufgebracht wird,

worin A ein farbloser aliphatischer, aromatischer oder heteroaromatischer Rest, R
ein faserreaktiver Rest, und n die Zahl 1, 2, 3 oder 4 ist, mit der Bedingung, dass
der Rest [R]
n mindestens zwei faserreaktiv wirkende Gruppen enthält.
2. Verfahren gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Fasermaterialien verwendet
werden, welche zu 20 bis 100 Gew.-% aus Cellulosefasern bestehen.
3. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass man eine
Verbindung der Formel (1) verwendet, worin R ein Rest der Formel

ist, worin T
1 Fluor, Chlor oder Carboxypyridinium ist und V
1 Fluor, Chlor, -NH
2, ein C
1-C
6-Alkylamino-, N,N-Di-C
1-C
6-Alkylamino-, Cyclohexylamino-, N,N-Dicyclohexylamino-, Benzylamino-, Phenäthylamino-,
Phenylamino-, Naphthylamino-, N-C
1-C
6-Alkyl-N-cyclohexylamino- oder N-C
1-C
6-Alkyl-N-phenylaminorest, oder Morpholino, Piperidino, Piperazino, Hydrazino oder
Semicarbazido, oder eine durch einen Furan-, Thiophen-, Pyrazol-, Pyridin-, Pyrimidin-,
Chinolin-, Benzimidazol-, Benzthiazol- oder Benzoxazolrest substituierte Aminogruppe.
4. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass man eine
Verbindung der Formel (1) verwendet, worin R ein Rest der Formel

ist, worin T
2 und T
3 unabhängig voneinander Fluor, Chlor oder Carboxypyridinium sind und B als Brückenglied
ein Rest der Formel

ist, worin R
1' und R
1" unabhängig voneinander Wasserstoff oder gegebenenfalls durch Halogen, Hydroxy, Cyan,
C
1-C
4-Alkoxy, C
1-C
4-Alkoxycarbonyl, Carboxy, Sulfamoyl, Sulfo oder Sulfato substituiertes C
1-C
4-Alkyl sind und X ein gegebenenfalls durch Hydroxy, Sulfo, Sulfato, C
1-C
4-Alkoxy, Carboxy oder Halogen substituierter C
2-C
6-Alkylen- oder C
5-C
9-Cycloalkylenrest oder ein gegebenenfalls durch C
1-C
4-Alkyl, C
1-C
4-Alkoxy, Sulfo, Halogen oder Carboxy substituierter Phenylen-, Biphenylen- oder Naphthylenrest
ist.
5. Verfahren gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man eine Verbindung der
Formel (1a)

verwendet, worin A die in Anspruch 1 angegebenen Bedeutung hat, Q den Rest C-Y oder
ein Stickstoffatom bedeutet, Y Chlor, V
3 und W
3, unabhängig voneinander, je Fluor, Chlor, R
2-X
2'-, R
3-X
3'-, Hydroxy, R
2 und R
3, unabhängig voneinander, je ein farbloser aliphatischer, insbesondere ein gegebenenfalls
durch Sauerstoffatome unterbrochener C
1-C
8-Alkylrest, aromatischer, insbesondere ein gegebenenfalls durch C
1-C
4-Alkyl, C
1-C
4-Alkoxy, Halogen oder Sulfo substituierter Phenylrest, oder heteroaromatischer Rest,
X
1', X
2' und X
3', unabhängig voneinander, je -S-, -N(R
4)-, -NH-CO-Phen-NH- oder -NH-CO-Phen-CO-NH-, R
4 Wasserstoff, C
1-C
5-Alkyl, C
5-C
6-Cycloalkyl oder Phenyl, Phen eine unsubstituierte oder substituierte Phenylengruppe,
und n die Zahl 1, 2, 3 oder 4 ist, mit der Bedingung, dass die Verbindung der Formel
(1a) mindestens zwei faserreaktiv wirkende Gruppen enthält.
6. Verfahren gemäss Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass man Verbindungen der Formel

verwendet, worin X
4 -NR
5- oder -S- ist, A
1 einen aliphatischer Rest mit 1 bis 18 C-Atomen, der frei von Sulfogruppen ist, bedeutet,
und R
5 Wasserstoff oder C
1-C
4-Alkyl ist oder die Bedeutung von A
1 unabhängig von A
1 hat.
7. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass man als
Verbindung der Formel (1) eine Verbindung der Formel

worin T
5 Fluor oder insbesondere Chlor, und R
1 Wasserstoff, Methyl oder Aethyl ist, verwendet.
8. Verfahren gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man Verbindungen der Formel
(1c)

verwendet, worin T
5 und R
1 die in Anspruch 7 angegebenen Bedeutungen haben.
9. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass man eine
Verbindung der Formel (1) verwendet, worin A aromatischer Rest, insbesondere ein Benzolrest
ist.
10. Verfahren gemäss Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass man eine Verbindung der
Formel (1) verwendet, worin A ein durch mindestens eine wasserlöslichmachende Gruppe,
insbesondere mindestens eine Sulfogruppe substituiert ist.
11. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass man eine
Verbindung der Formel (1) verwendet, worin R ein Rest der Formel

worin T
4 Fluor, Chlor oder Carboxypyridinium ist und
V
2 ein Rest der Formel

ist, worin R
1 Wasserstoff oder C
1-C
4-Alkyl, das durch Halogen, Hydroxy, Cyan, C
1-C
4-Alkoxy, C
1-C
4-Alkoxycarbonyl, Carboxy, Sulfamoyl, Sulfo oder Sulfato substituiert sein kann; B
1 die direkte Bindung oder ein Rest

m=1, 2, 3, 4, 5 oder6; und R' ein Rest der Formel

oder

ist, worin R" Wasserstoff oder C
1-C
6-Alkyl ist, alk einen Alkylenrest mit 1 bis 7 Kohlenstoffatomen darstellt, T Wasserstoff,
Halogen, Hydroxy, Sulfato, Carboxy, Cyano, C
1-C
4-Alkanoyloxy, C
1-C
4-Alkoxycarbonyl, Carbamoyl oder einen Rest -SO
2-Z bedeutet, V Wasserstoff, gegebenenfalls substituiertes C
1-C
4-Alkyl oder ein Rest der Formel

ist, worin (alk) die zuvor angegebene Bedeutung hat, alk' unabhängig voneinander
Polymethylenreste mit 2 bis 6 C-Atomen bedeutet, Z β-Sulfatoethyl, β-Thiosulfatoethyl,
β-Phosphatoethyl, β-Acyloxyethyl, β-Halogenethyl oder Vinyl bedeutet, r und t unabhängig
voneinander je die Zahl 1, 2, 3, 4, 5 oder 6 bedeuten und s die Zahl 2, 3, 4, 5 oder
6 ist; und der Benzolring in Formel (4) weitere Substituenten enthalten kann; oder
worin V
2 ein direkt an den Triazinring gebundener Rest der Formel (4a), (4b), (4c), (4d),
(4e), (4f) oder (4g) ist, worin R', T, alk, V, alk', Z, p, q, r, s und t die angegebenen
Bedeutungen haben; oder worin V
2 ein Rest der Formel

ist, worin R
1 und Z die oben angegebenen Bedeutungen haben und der Benzolring weitersubstituiert
sein kann.
12. Verfahren gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man Verbindungen der Formel

verwendet, worin A
1 ein gegebenenfalls durch Sulfo substituierter Benzolrest, R
10 ein Rest der Formel (2), (2') oder (3) ist, oder worin R
10 der Rest -SO
2-Z ist, wobei Z die angegebenen Bedeutung hat, und n die Zahl 1, 2, 3 oder 4 ist.
13. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass man die
Verbindung der Formel (1) zusammen mit Reaktivfarbstoffen auf die Faser aufbringt.
14. Das gemäss Anspruch 1 behandelte cellulosehaltige Fasermaterial.
15. Wässrige Lösung oder Dispersion enthaltend mindestens eine Verbindung der Formel (1)
gemäss Anspruch 1.