[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Auftragen eines flüssigen oder pastösen
Auftragsmediums auf einen sich vorbeibewegenden Untergrund, beispielsweise eine Materialbahn
aus Papier, Karton oder Pappe oder eine Auftragswalze, umfassend eine Staukammer,
welche untergrund-einlaufseitig von einem Staukammereintritt-Begrenzungselement und
untergrund-auslaufseitig von einem Staukammeraustritt-Begrenzungselement begrenzt
ist, und eine Zuführeinrichtung zum Zuführen des Auftragsmediums.
[0002] Als derartige Auftragsvorrichtungen sind im Stand der Technik beispielsweise die
sogenannten Short-dwell-Auftragsvorrichtungen bekannt, bei denen das Auftragsmedium
unmittelbar in eine Auftrags- bzw. Staukammer eingeleitet wird, welche untergrund-auslaufseitig
von einer Rakelklinge oder einer Rollrakel begrenzt und untergrund-einlaufseitig von
einer Stauplatte oder einer weiteren Rakelklinge abgeschlossen ist. Bei derartigen
Shortdwell-Auftragsvorrichtungen treten verschiedene Probleme auf, die das Erzielen
eines gleichmäßigen Schichtauftrags auf den sich vorüberbewegenden Untergrund zumindest
erschweren.
[0003] Zum einen muß die Rakel zur Erzielung eines gleichmäßigen Schichtauftrags auch gleichmäßig
"gespült" werden. Das heißt der Druck des zuströmenden Auftragsmediums muß über die
gesamte Auftragsbreite so gleichmäßig auf die Rakel ausgeübt werden, daß diese zur
Bildung eines Auftragsspalts der gewünschten Dicke von dem sich vorüberbewegenden
Untergrund ausreichend gleichmäßig abgehoben wird. Bei den bekannten Auftragsvorrichtungen
herrscht jedoch in der Auftragskammer unmittelbar vor der Rakel kein ausreichend gleichmäßiger
Druck, sodaß üblicherweise mit einer relativ hohen Vordosiermenge gearbeitet werden
muß, da sonst an einigen Stellen der Auftragsbreite die Rakel nicht die erforderliche
Mindestbedeckung des Untergrundes mit Auftragsmedium gewährleisten kann. Zum anderen
wird der gleichmäßige Schichtauftrag auf den Untergrund durch Luftbläschen behindert,
die am Staukammereintritt-Begrenzungselement vorbei in die Staukammer gelangen können.
[0004] Aus der EP 0 319 503 B1 ist eine gattungsgemäße Auftragsvorrichtung bekannt, bei
welcher in dem von einer Rakelklinge gebildeten Staukammereintritt-Begrenzungselement
Durchgängevorgesehen sind, durch welche im Überschuß in die Staukammer eingeleitetes
Auftragsmedium entgegen der Laufrichtung des Untergrunds aus der Staukammer austreten
kann. Das ausgetretene Auftragsmedium sammelt sich vor der Staukammer im Bereich zwischen
Untergrund und Staukammereintritt-Begrenzungselement an, wo es als "Dichtung" den
Eintritt von Luftbläschen verhindert. Die im Zusammenhang mit dem vorstehend angesprochenen
"Spülen" diskutierte Problematik tritt jedoch bei der aus der EP 0 319 503 B1 bekannten
Auftragsvorrichtung nach wie vor auf.
[0005] Demgegenüber ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Auftragsvorrichtung
der gattungsgemäßen Art anzugeben, mit welcher sich bei gleichzeitiger Reduzierung
der erforderlichen Vordosiermenge ein gleichmäßigerer Schichtauftrag erzielen läßt.
[0006] Diese Aufgabe wird bei einer gattungsgemäßen Auftragsvorrichtung erfindungsgemäß
dadurch gelöst, daß die Zuführeinrichtung in Laufrichtung des Untergrunds gesehen
vor dem Staukammereintritt-Begrenzungselement angeordnet ist. Durch diese Anordnung
der Zuführeinrichtung schlägt die Erfindung "zwei Fliegen mit einer Klappe". Zum einen
wird hierdurch wie bei der EP 0 319 503 B1 vordemStaukammereintritt-Begrenzungselementeine
Ansammlung von Auftragsmedium erhalten, die die Staukammer gegen den Eintritt von
Luftbläschen abdichtet. Zudem übersteigt die erfindungsgemäß erzielte Dichtungswirkung
die von der EP 0 319 503 B1 erzielte Dichtungswirkung erheblich, da diese Ansammlung
nicht nur von überschüssigem Auftragsmedium gebildet wird, sondern von der gesamten
der Staukammer zugeführten Menge an Auftragsmedium. Zum anderen stellt das Staukammereintritt-Begrenzungselement
eine Drosselstelle dar, welche den Eintritt von Auftragsmedium in die Staukammer in
einem gewünschten und kontrollierbaren Maße behindert. Durch diese Drosselwirkung
kommt es bereits in dem sich vor der Staukammer ansammelnden Auftragsmedium zu einer
Vergleichmäßigung in Querrichtung, d.h. zu einer Vergleichmäßigung über die Auftragsbreite.
Infolgedessen weist bereits das in die Staukammer eintretende Auftragsmedium eine
gleichmäßige Druckverteilung auf, und es kommt in der Staukammer zu einer weiteren
Vergleichmäßigung der Verteilung und des Druckprofils des Auftragsmediums in Querrichtung.
[0007] Somit steht bei der erfindungsgemaßen Auftragsvorrichtung das Auftragsmedium über
die gesamte Auftragsbreite an dem Staukammeraustritt-Begrenzungselement, beispielsweise
einem Rakelelement, mit im wesentlichen dem gleichen Druck an, sodaß letzteres erfindungsgemäß
in hohem Maße gleichmäßig "gespült" wird und sich letztendlich ein gleichmäßiger Schichtauftrag
auf den Untergrund erzielen läßt. Infolge der Druckausgleichswirkung der erfindungsgemäßen
Anordnung reicht dabei eine im Vergleich zu gattungsgemäßen Vorrichtungen des Standes
der Technik geringere Vordosiermenge zur Erzielung des gewünschten Schichtauftrags
aus. Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Auftragsvorrichtung ist darin zu sehen,
daß sich infolge der Möglichkeit, mit geringerem Überschuß an Auftragsmedium zu arbeiten,
die Anschaffungs- und Betriebskosten der erfindungsgemäßen Auftragsvorrichtung niedrig
halten lassen. Die zur Umwälzung des Überschusses an Auftragsmedium erforderliche
Pumpenleistung kann nämlich entsprechend klein gehalten werden.
[0008] Die vorstehend beschriebene Wirkung der erfindungsgemäßen Auftragsvorrichtung kann
weiter dadurch verbessert werden, daß das Staukammereintritt-Begrenzungselement oder/und
eine Untergrund-Einlaufseite und Untergrund-Auslaufseite der Staukammer miteinander
verbindende Staukammerwandung im Hinblick auf eine Vergleichmäßigung des Auftragsmediums
in Querrichtung ausgebildet ist. Hierzu kann beispielsweise vorgesehen sein, daß die
Staukammer einen Vergleichmäßigungsabschnitt und einen daran anschließenden Auftragsabschnitt
aufweist. Der Auftragsabschnitt der Staukammer stellt dabei sicher, daß gegebenenfalls
in der Staukammer noch vorhandene Druckdifferenzen, beispielsweise aufgrund von Verwirbelungen
oder dergleichen, sich nicht bis in die unmittelbare Nähe der Rakel ausbreiten können.
[0009] Im Bereich des Staukammereintritts kann der Ausgleich in Querrichtung beispielsweise
dadurch unterstützt werden, daß das Staukammereintritt-Begrenzungselement in Laufrichtung
des Untergrunds gesehen uneben, beispielsweise gewellt, gestuft oder mit einer vorbestimmten
Rauhigkeit, ausgebildet ist, und zwar vorzugsweise im Bereich seiner größten Annäherung
an den Untergrund. Man macht sich in diesem Fall eine von diesen Unebenheiten hervorgerufene
Diffusorwirkung zunutze. Dieser Diffusoreffekt kann durch entsprechende Gestaltung
der Staukammerwandung auch im Bereich der Staukammer ausgenutzt werden. Neben den
vorstehend genannten Möglichkeiten einer gewellten, gestuften oder rauhen Ausbildung
der Staukammerwandung kommt auch der Ein- bzw. Anbau von Stegen, Stangen oder dergleichen
in die Staukammer in Betracht.
[0010] Zwar ist es dann, wenn man mit einem Überschuß an Auftragsmedium arbeitet, grundsätzlich
denkbar, daß sich im Bereich des Staukammereintritts Strömungsverhältnisse ausbilden,
bei welchen das Auftragsmedium in einem untergrundnahen, in Laufrichtung gerichteten
Eintrittsstrom in die Staukammer eintritt und in einem untergrundfernen, entgegen
der Laufrichtung gerichteten Überschußstrom das überschüssige Auftragsmedium wieder
aus der Staukammer austritt. Bevorzugt wird man jedoch wenigstens einen Rückströmdurchgang
vorsehen, durch welchen überschüssiges, in die Staukammer eingetretenes Auftragsmedium
wieder aus dieser austreten kann.
[0011] Der Vorteil derartiger Rückströmdurchgänge ist in der Tatsache zu sehen, daß sie
im Bereich des durch das Staukammereintritt-Begrenzungselement gebildeten Staukammereintritts
zu definierten Strömungsverhältnissen führen. Diese Rückströmdurchgänge können beispielsweise
gesonderte das Rakelbett durchsetzende Leitungen oder Kanäle sein. Ferner können die
Rückströmdurchgänge wahlweise und vorzugsweise unabhängig voneinander öffen- bzw.
schließbar sein.
[0012] Das Staukammereintritt-Begrenzungselement kann beispielsweise ein mit einer Halterung
des Staukammeraustritt-Begrenzungselements einstückig ausgebildetes Element sein.
Es ist jedoch ebenso möglich, daß das Staukammereintritt-Begrenzungselementein von
der Halterung des Staukammeraustritt-Begrenzungselements gesondert ausgebildetes Element
ist. Die erstgenannte Ausführungsvariante zeichnet sich durch einfachen und robusten
Aufbau aus, wohingegen die letztgenannte Ausführungsvariante die Möglichkeit bietet,
das Staukammereintritt-Begrenzungselement in Abhängigkeit der Eigenschaften desjeweiligen
Auftragsmediums sowie anderer Betriebsparameter der Auftragsvorrichtung, insbesondere
der Laufgeschwindigkeit des Untergrunds, zu wählen. Als gesondert ausgebildete Staukammereintritt-Begrenzungselemente
kommen insbesondere Rakelklingen in Frage, wobei sowohl an die Ausbildung als Schleppklinge
als auch als Stechklinge gedacht werden kann. Da Stechklingen aufgrund der Tatsache,
daß sie gegen die Laufrichtung des Untergrunds gerichtet an diesem anliegen, vom anströmenden
Auftragsmedium gegen den Untergrund gedrückt werden, können sie vorzugsweise in der
Nähe des Untergrunds wenigstens einen Eintrittsdurchgang aufweisen. In beiden Fällen
können darüber hinaus die vorstehend angesprochenen Rückströmdurchgänge in einfacher
Weise von in den Klingenelementen vorgesehenen Löchern gebildet sein.
[0013] Unabhängig von der vorstehend angesprochenen, einstückigen oder gesonderten Ausbildung
des Staukammereintritt-Begrenzungselements kann dieses eine Einweisungsfläche für
das von der Zuführeinrichtung auf den Untergrund aufgebrachte und in die Staukammer
eintretende Auftragsmedium aufweisen. Durch diese Einweisungs- oder Trichterfläche
kann der gewünschte Druckausgleich in Querrichtung verbessert und der ordnungsgemäße
Eintritt des Auftragsmediums in die Staukammer sichergestellt werden.
[0014] Eine besonders vorteilhafte strömungsdynamische Beeinflussung des in die Staukammer
eintretenden bzw. eingetretenen Auftragsmediums kann beispielsweise dadurch erhalten
werden, daß der von der Einweisungsfläche oder/und der Staukammerwandung mit dem Untergrund
begrenzte Hohlraum einen venturirohrartig ausgebildeten Querschnitt aufweist.
[0015] Eine dem Untergrund benachbarte Kante des Staukammereintritt-Begrenzungselements
kann in Querrichtung gesehen beispielsweise geradlinig verlaufen. Verfügt diese Kante
jedoch über zum Untergrund hin vorspringende Abschnitte und bezüglich des Untergrunds
zurückgesetzte Abschnitte oder weist eine dem Untergrund benachbarte Kante des Staukammereintritt-Begrenzungselements
wenigstens einen Eintrittsdurchgang auf, so kann hierdurch ein gewünschter Mindesteinlaßquerschnitt
für Auftragsmedium in die Staukammer gewährleistet werden. Ferner ist durch letztere
Ausbildung auch eine gezielte Verungleichmäßigung des Auftragsmediums in Querrichtung
möglich, mit hieraus resultierender entsprechender Verungleichmäßigung des Strichauftrags.
Die Kante kann beispielsweise wellenförmig, sägezahnförmig, stufenförmig oder dergleichen
verlaufen.
[0016] Das Staukammereintritt-Begrenzungselement kann mit der Halterung des Staukammeraustritt-Begrenzungselements
fest verbunden sein. Es ist jedoch auch möglich, das Staukammereintritt-Begrenzungselement
an der Halterung des Staukammeraustritt-Begrenzungselements relativ zu diesem verlagerbar
anzuordnen oder das Staukammereintritt-Begrenzungselement mit der Halterung des Staukammeraustritt-Begrenzungselements
über einen Stegabschnitt zu verbinden, der eine begrenzte Kippbewegung des Staukammereintritt-Begrenzungselements
relativ zu der Halterung zuläßt. Alle diese Ausführungsvarianten lassen eine gezielte
Beeinflussung der Staukammer unabhängig von der jeweiligen Anstellung des Staukammeraustritt-Begrenzungselements
gegen den Untergrund zu. Im Falle der ersten Ausführungsvariante kann diese Beeinflussung
beispielsweise durch Änderung der Relativorientierung von Halterung und Untergrund
erfolgen. Im Falle der zweit- und drittgenannten Ausführungsvarianten kann zusätzlich
eine Relativbewegung des Staukammereintritt-Begrenzungselements relativ zu der Halterung
für diese Beeinflussung der Staukammer herangezogen werden.
[0017] Beispielsweise kann mittels einer Stellvorrichtung zur Änderung der Anstellung des
Staukammeraustritt-Begrenzungselements gegen den Untergrund zunächst die gewünschte
Größe des Auftragsspalts vorgegeben werden. Mit Hilfe einer Stellvorrichtung zur Änderung
der Anstellung des Staukammereintritt-Begrenzungselements gegen den Untergrund kann
dann die Größe der Eintrittsöffnung in die Staukammer oder/und die Größe und Gestalt
der Staukammer beeinflußt werden. Jede der vorstehend genannten Stellvorrichtungen
kann dabei eine Mehrzahl von über die Breite des Untergrunds verteilt angeordneten
Stelleinheiten umfassen, welche unabhängig voneinander betätigbar sind, so daß sich
eine Profilierung der Staukammer-Eintrittsöffnung oder/und eine Profilierung von Größe
und Gestalt der Staukammer über die Breite der Auftragsvorrichtung, d.h. in Querrichtung,
erzielen läßt.
[0018] Für die Erzielung eines gewünschten Auftragsquerprofils ist das sich vor der Rakel
ausbildende Druckquerprofil von Bedeutung. Zur Einstellung eines gewünschten Druckquerprofil
kann man das Volumen der Staukammer in Querrichtung profilieren oder bei konstantem
Staukammervolumen die Form des Staukammerquerschnitts in Querrichtung profilieren
oder die Durchlaßquerschnitte einer Mehrzahl in Querrichtung nebeneinander vorgesehener
Rückströmdurchgänge unabhängig voneinander festlegen.
[0019] Die Stelleinheiten können elektrisch oder/und hydraulisch oder/und pneumatisch oder/und
hydropneumatisch oder/und von Hand betätigbar sein. Beispielsweise kann wenigstens
ein Teil der Stelleinheiten von Stellschrauben gebildet sein. Zusätzlich oder alternativ
kann wenigstens ein Teil der Stelleinheiten von Druckschlaucheinheiten gebildet sein.
Ebenso ist es möglich, daß die Stellvorrichtung einen in eine Mehrzahl von Kammern
unterteilten Druckschlauch umfaßt. Fernbetätigbare Stelleinheiten bzw. fernbetätigbare
Stelleinrichtungen können ohne weiteres in den Strichauftrags-Regelkreis eingebunden
werden. Darüber hinaus kann die Stellkraft bzw. die Stellintensität der Stellvorrichtung
(en) oder/und Stelleinheit(en) steuerbar bzw. regelbar sein.
[0020] Wie sich aus der vorstehenden Diskussion ergibt, übt die durch das Zusammenwirken
von Staukammereintritt-Begrenzungselement und Untergrund gebildete Eintrittsöffnung
in die Staukammer auf das Auftragsmedium eine gewisse Drosselwirkung aus. Diese Drosselwirkung
hat eine Vordosierung des Auftragsmediums zur Folge. Eine noch feinere Vordosierung
kann beispielsweise dadurch erzielt werden, daß die Zuführeinrichtung eine Mehrzahl
von über die Breite des Untergrunds verteilt angeordneten Zuführelementen aufweist.
Vorzugsweise ist die Auftragsmedium-Auftragsrate dieser Zuführelemente voneinander
unabhängig einstellbar, was insbesondere im Hinblick auf die Erzielung eines sich
in Querrichtung ändernden Strichprofils von Vorteil ist.
[0021] Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Auftragen eines flüssigen oder pastösen
Auftragsmediums auf einen sich vorbeibewegenden Untergrund, beispielsweise eine Materialbahn
aus Papier, Karton oder Pappe oder eine Auftragswalze. Hinsichtlich der mit diesem
Verfahren erzielbaren Vorteile sei auf die vorstehende Diskussion der erfindungsgemäßen
Auftragsvorrichtung verwiesen.
[0022] Die Erfindung wird im folgenden an einigen Ausführungsbeispielen anhand der beiliegenden
Zeichnungen näher erläutert werden. Es stellt dar:
- Figur 1
- eine schematische, teilweise im Schnitt gehaltene Seitenansicht einer erfindungsgemäßen
Auftragsvorrichtung;
- Figur 2
- eine schematische Seitenansicht der wesentlichen Elemente einer zweiten Ausführungsform;
- Figuren 3 bis 11
- Ansichten analog Figur 2 weiterer Ausführungsformen; und
- Figuren 12a bis 12c
- Schnittansichten längs der Linie XI-XI in Figur 2 dreier Kantengestaltungen zwischen
Staukammereintritt-Begrenzungselement und Untergrund.
[0023] In Figur 1 ist eine erfindungsgemäße Auftragsvorrichtung allgemein mit 10 bezeichnet.
Sie dient zum Auftragen einer gleichmäßigen Schicht S eines flüssigen oder pastösen
Auftragsmediums M auf einen sich an der Auftragsvorrichtung 10 vorüberbewegenden Untergrund
U. Der Untergrund U kann beispielsweise von einer Auftragswalze gebildet sein; die
Schicht S kann aber ebenso direkt auf eine sich an der Auftragsvorrichtung vorüberbewegende
Materialbahn aus Papier, Pappe oder Karton aufgebracht werden.
[0024] In dem dargestellten Ausführungsbeispiel umfaßt die Auftragsvorrichtung 10 eine Rakeleinrichtung
12 mit einer Rollrakel 14, eine Staukammer 16 und eine Zuführeinrichtung 18, mittels
derer das Auftragsmedium M grob verteilt auf den Untergrund U aufgebracht wird. Die
Rollrakel 14 ist in einem Rakelbett 20 gehaltert, welches herkömmlichen Aufbau aufweist
und daher im folgenden nicht näher beschrieben werden wird. Der Untergrund U bewegt
sich an der Auftragsvorrichtung 10 in Richtung des Pfeils L (Laufrichtung) vorbei.
Die Staukammer 16 ist auslaufseitig von dem Rakelelement 14 begrenzt, das als Staukammeraustritt-Begrenzungselement
dient, und einlaufseitig von einem Staukammereintritt-Begrenzungselement 22 abgeschlossen.
Darüber hinaus wird die Staukammer 16 vom Untergrund U und einer das Staukammereintritt-Begrenzungselement
22 und die Rakel 14 miteinander verbindenden Staukammerwandung 24 begrenzt.
[0025] Erfindungsgemäß wird das Auftragsmedium M durch die Zuführeinrichtung 18 in Laufrichtung
L vor dem Staukammereintritt 26 auf den Untergrund U aufgetragen, allerdings mit noch
recht ungleichmäßiger Schichtstruktur, wie in Figur 1 durch die unregelmäßige Anordnung
der Vielzahl schwarzer Punkte angedeutet ist. Bei seiner Bewegung mit dem Untergrund
U gelangt das Auftragsmedium M in den Bereich des Eintrittsspalts 26, vor dem es sich
infolge dessen Drosselwirkung ansammelt. Diese Ansammlung 28 von Auftragsmedium M
dichtet die Staukammer 16 einlaufseitig gegen den unerwünschten Eintritt von Luft
ab. Infolge des hydrodynamischen Anströmdrucks des Auftragsmediums M vor dem Eintrittsspalt
26 wird dieser geweitet und ermöglicht, daß Auftragsmedium M in die Staukammer 16
gelangt. Schließlich tritt das Auftragsmedium durch den zwischen Untergrund U und
Rollrakel 14 bestehenden Austrittsspalt 30 wieder aus der Staukammer 16 aus, und zwar
infolge der Wirkung der erfindungsgemäßen Auftragsvorrichtung 10, insbesondere des
Staukammereintritt-Begrenzungselements 22, der Staukammer 16 und der Rakeleinrichtung
12 als gleichmäßiger Schichtauftrag S auf den Untergrund U.
[0026] Die Gleichmäßigkeit der mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung 10 aufgetragenen Schicht
S beruht vor allem auf der Tatsache, daß das an der Rollrakel 14 anstehende Auftragsmedium
M eine gleichmäßige Verteilung und ein gleichmäßiges Druckprofil in Querrichtung,
d.h. in einer zur Zeichenebene der Figur 1 im wesentlichen orthogonal verlaufenden
Richtung, aufweist. Dieses gleichmäßige Profil beruht zum einen auf der Drosselwirkung
des Staukammereintritt-Begrenzungselements 22, infolge derer es bereits in der Auftragsmedium-Ansammlung
28 zu einem Ausgleich in Querrichtung Q kommt, und zum anderen auf der Wirkung der
Staukammer 16, welche zu einem weiteren Ausgleich in Querrichtung Q führt.
[0027] Der Querausgleich in dem Auftragsmedium M kann durch die Gestaltung der Staukammerwandung
24, des Staukammereintritt-Begrenzungselements 22, insbesondere des Eintrittsspaltes
26, beeinflußt werden, sowie durch die Gestaltung einer Einweisefläche 32, welche
sich von dem Staukammereintritt-Begrenzungselement 22 ausgehend entgegen der Laufrichtung
L des Untergrunds U erstreckt. Besondersgünstige hydrodynamische Verhältnisse in dem
Auftragsmediumstau 28 können beispielsweise dann erzielt werden, wenn der Untergrund
U und die Einweisefläche 32 einen im wesentlichen venturirohrartig gestalteten Querschnitt
aufweisen.
[0028] In dem in Figur 1 dargestellten Ausführungsbeispiel ist das Staukammereintritt-Begrenzungselement
22 einstückig mit dem Rakelbett 20 ausgebildet. Das Rakelbett 20 ist über eine Blattfeder
34 am Rakelbalken 36 angebracht, insbesondere mittels einer Stelleinrichtung 38 an
diesem Rakelbalken 36 festgeklemmt. Die Stelleinrichtung 38 ist in Figur 1 durch einen
Doppelpfeil lediglich grobschematisch angedeutet und kann beispielsweise von einem
Druckschlauch gebildet sein.
[0029] Um die Breite des Austritts- bzw. Auftragsspalts 30 in Abhängigkeit von Betriebsparametern
wie Viskosität des Auftragsmediums M, Laufgeschwindigkeit des Untergrunds U und dergleichen
mehr zur Erzielung der gewünschten Auftragsschichtdicke einstellen zu können, ist
darüber hinaus eine Stelleinrichtung 40 zur Beeinflussung der Anstellung des Rakelelements
14 gegen den Untergrund U vorgesehen. Schließlich kann bei der Ausführungsform gemäß
Figur 1 auch die Breite des Eintrittsspalts 26 beeinflußt werden, und zwar mittels
einer Stelleinrichtung 42. Als Stelleinrichtungen 40 und 42 können beliebige geeignete
Stelleinrichtungen verwendet werden, beispielsweise von Hand betätigbare Stellschrauben,
elektromotorisch betätigbare Stellantriebe oder auch hydraulisch, pneumatisch oder
hydropneumatisch betätigbare Stelleinheiten, wie beispielsweise Druckschläuche. Um
eine präzisere Beeinflussung des Schichtauftrags und gegebenenfalls eine gewünschte
Profilierung des Schichtauftrags erzielen zu können, sind die Stelleinrichtungen 40
oder/und 42 in Querrichtung Q in eine Mehrzahl Stellabschnitte unterteilt, die sowohl
voneinander unabhängig als auch in ihrer Stellkraft bzw. Stellintensität einstellbar
bzw. ansteuerbar sind. Dies ist in Figur 12a durch die Stelleinheiten 42a, 42b und
42c angedeutet. Beim Einsatz fernbetätigbarer Stelleinrichtungen bzw. -einheiten ist
es darüber hinaus möglich, diese in den Regelkreis der gesamten Auftragseinrichtung
10 einzubinden.
[0030] Obgleich in Figur 1 sowie auch in den weiteren Ausführungsformen gemäß Figuren 2
bis 10 stets Rakeleinrichtungen mit einer Rollrakel 14 dargestellt sind, können in
Verbindung mit der vorliegenden Erfindung selbstverständlich auch andere Rakel- bzw.
Egalisierelemente eingesetzt werden, beispielsweise Rakelklingen, Luftbürsten oder
dergleichen. Auch sind der Gestaltung der Oberfläche der Rollrakel keine Grenzen gesetzt.
Darüber hinaus versteht es sich, daß die Rollrakel 14, wie im Stand der Technik üblich,
gleich- bzw. gegensinnig zur Laufbewegung des Untergrunds U drehangetrieben sein kann.
[0031] Festzuhalten ist ferner, daß jede beliebige Art von Zuführeinrichtung eingesetzt
werden kann. Im Hinblick auf die vorstehend angesprochene Profilierung des Strichauftrags
ist es jedoch von Vorteil, wenn auch die Zuführeinrichtung 18 in mehrere in Querrichtung
Q nebeneinander angeordnete Zuführabschnitte unterteilt ist, welche das Auftragsmedium
M mit dem gewünschten Strichprofil entsprechenden unterschiedlichen Zuführraten auf
den Untergrund U auftragen. Die Zuführeinrichtung 18 kann hierzu beispielsweise eine
Mehrzahl von über die Auftragsbreite verteilt angeordneten Auftragsdüsen umfassen,
wobei der Durchsatz an Auftragsmedium vorzugsweise für jede dieser Auftragsdüsen gesondert
einstellbar ist.
[0032] Die von der Zuführeinrichtung 18 auf den Untergrund U aufgetragene Menge an Auftragsmedium
M kann dem erwünschten Schichtauftrag S entsprechend präzise dosiert aufgetragen werden.
Es ist jedoch auch möglich, das Auftragsmedium M im Überschuß auf den Untergrund U
aufzutragen. In diesem Fall ist es dann jedoch von Vorteil, von der Staukammer 16
ausgehende Rückströmdurchgänge 44 (in Figur 1 gestrichtelt dargestellt) vorzusehen,
durch welche in die Staukammer 16 eingeleitetes überschüssiges Auftragsmedium M wieder
aus der Staukammer austreten kann. Der Durchlaßquerschnitt der Rückströmdurchgänge
44 kann beispielsweise mittels Ventilen 44a auf einen jeweils gewünschten Wert, einschließlich
vollständiger Öffnung und vollständigem Schließen, eingestellt werden. Das aus den
Rückströmdurchgängen 44 austretende überschüssige Auftragsmedium M kann mittels einer
Auffangwanne 46 aufgefangen und dem Auftragsprozeß wieder zugeführt werden.
[0033] Wie vorstehend bereits angesprochen, kann die Vergleichmäßigung des Auftragsmediums
bzw. des in ihm herrschenden Drucks durch die Gestaltung der Staukammer 16, insbesondere
deren Staukammerwandung 24 sowie durch Beeinflussung der Anstellung des Staukammereintritt-Begrenzungselements
22 gegen den Untergrund U in Abhängigkeit von Betriebsparametern wie Viskosität des
Auftragsmediums M, Laufgeschwindigkeit des Untergrunds U und dergleichen mehr, beeinflußt
werden. Mit Bezug auf die Figuren 2 bis 10 sollen daher verschiedene Möglichkeiten
der Gestaltung von Staukammer und Staukammerwandung diskutiert werden.
[0034] Bei der Ausführungsform gemäß Figur 2 weist die Staukammer 116 einen an den Eintrittsspalt
126 angrenzenden Vergleichmäßigungsabschnitt 116a und einen an den Austrittsspalt
130 angrenzenden Auftragsabschnitt 116b auf. In dem Vergleichmäßigungsabschnitt 116a
gleicht sich der Druck des durch den Eintrittsspalt 126 nachströmenden Auftragsmediums
an den in der Staukammer 116 herrschenden Druck an. Darüber hinaus kommt es zur Vergleichmäßigung
des Druckprofils in Querrichtung Q. In dem Auftragsabschnitt 116b weist das Auftragsmedium
M dann bereits ein gleichmäßiges Druckprofil auf, sodaß das Rakelelement 114 entsprechend
gleichmäßig "gespült" wird, und sich letztendlich der gewünschte gleichmäßige Schichtauftrag
ergibt. Darüber hinaus ist eine Stellvorrichtung 141 vorgesehen, beispielsweise ein
dehnbarer Druckschlauch, mittels derer die Form der Staukammer 116, beispielsweise
der orthogonal zur Querrichtung Q genommene Querschnitt der Staukammer 116, verändert
werden kann.
[0035] Bei der Ausführungsform gemäß Figur 3 weist die Staukammer 216 einen das Staukammereintritt-Begrenzungselement
222 bezüglich der Laufrichtung L des Untergrunds U hinterschneidenden Abschnitt 216c
auf. Ein derartiger hinterschnittener Abschnitt 216c ist insbesondere im Hinblick
auf eine stets vollständige Füllung der Staukammer 216 günstig ist.
[0036] Bei der Ausführungsform gemäß Figur 4 ist die Staukammer 316 zum einen durch das
Rakelbett 320 und zum anderen durch eine am Rakelbett 320 befestigte Klinge 346 begrenzt.
Das freie Ende dieser Klinge 346 bildet in dieser Ausführungsform das Staukammereintritt-Begrenzungselement
322. Das vorstehend angesprochene freie Ende der Klinge 346 weist in Laufrichtung
L, die Klinge 346 ist also als Schleppklinge ausgebildet. Die Rückströmdurchgänge
344 können in der Ausführungsform gemäß Figur 4 von in die Klinge 346 eingebrachten
Löchern gebildet sein.
[0037] Auch bei der Ausführungsform gemäß Figur 5 ist die Staukammer 416 teilweise von einer
am Rakelbett 420 befestigten Klinge 446 begrenzt. Im Unterschied zu der Klinge 346
ist die Klinge 446 der Ausführungsform gemäß Figur 5 jedoch als Stechklinge ausgebildet,
d.h. als eine entgegen der Laufrichtung L des Untergrunds U gerichtete Klinge. Da
eine derartige Stechklinge durch den hydrodynamischen Druck des ihr zugeführten Auftragsmediums
gegen die Oberfläche des Untergrunds U gedrückt wird, weist die Stechklinge 446 Durchbrechungen
auf, die die Funktion des Eintrittsspalts 426 übernehmen.
[0038] Auch bei der Ausführungsform gemäß Figur 6 ist eine Stechklinge 546 vorgesehen. Im
Unterschied zur Ausführungsform gemäß Figur 5 ist die Stechklinge 546 jedoch an ihrem
freien Ende mit einer Einweisungsfläche 532 für anströmendes Auftragsmedium M ausgebildet,
sodaß sie infolge des hydrodynamischen Anströmdrucks des Auftragsmediums unter Freigabe
eines Eintrittsspalts 526 vom Untergrund U abhebt.
[0039] Bei der Ausführungsform gemäß Figur 7 ist das die Staukammer einlaufseitig begrenzende
Staukammereintritt-Begrenzungselement 622 im Bereich des Eintrittsspalts 626 in Laufrichtung
L des Untergrunds U gestuft ausgebildet. Der von dieser Gestaltung des Staukammereintritt-Begrenzungselements
622 hervorgerufene Stufendiffusoreffekt verbessert die Vergleichmäßigung des in dem
Auftragsmedium M herrschenden Drucks in Querrichtung Q. Die angesprochene Diffusorwirkung
kann auch mit anderen in Laufrichtung des Untergrunds gesehen gezielt unebenen Ausbildungen
des Staukammereintritt-Begrenzungselements erhalten werden.
[0040] Gemäß Figur 8 kann auch die gesamte Staukammerwandung 724 der Staukammer 716 in Laufrichtung
L des Untergrunds U gestuft ausgebildet sein.
[0041] Bei den vorstehend beschriebenen Ausführungsformen gemäß Figuren 1 bis 8 kann die
Größe der Staukammer 16, 116, ..., 716 bzw. die Größe des Eintrittsspalts 26, 126,
..., 726 bei gleichbleibender Größe des Austrittsspalts 30, 130, ..., 730 nur durch
Änderung der Relativorientierung des Rakelbetts 20, 120, ..., 720 bezüglich des Untergrunds
U verändert werden. Mit Bezug auf die Figuren 9 und 10 sollen im folgenden zwei Ausführungsformen
vorgestellt werden, bei denen das Staukammereintritt-Begrenzungselement relativ zum
Rakelbett verlagerbar ausgebildet ist.
[0042] Bei der Ausführungsform gemäß Figur 9 ist das Staukammereintritt-Begrenzungselement
822 am Rakelbett 820 in Richtung des Doppelpfeils V linear verschiebbar angebracht,
beispielsweise mittels einer Schwalbenschwanzführung oder dergleichen. Bei einer Linearverstellung
des Staukammereintritt-Begrenzungselements 822 bleibt die Größe der Staukammer 816
im wesentlichen unverändert, lediglich die Größe des Eintrittsspalts 826 nimmt entsprechend
dieser Verstellung zu bzw. ab.
[0043] Bei der Ausführungsform gemäß Figur 10 ist das Staukammereintritt-Begrenzungselement
922 zwar einstückig mit dem Rakelbett 920 ausgebildet. Es ist mit diesem jedoch lediglich
über einen relativ schwach bemessenen Steg 950 verbunden. Die Elastizität des Stegs
950 läßt ein begrenztes Verkippen des Staukammereintritt-Begrenzungselements 922 um
eine in Querrichtung Q im wesentlichen durch den Steg 950 verlaufende Achse A zu.
Bei einer durch die Betätigung der Stellvorrichtung 942 hervorgerufenen Verkippung
verändern sich sowohl die Größe der Staukammer 916 als auch die Breite des Eintrittsspalts
926. Selbstverständlich ist es in einer Abwandlung der Ausführungsform gemäß Figur
10 auch möglich, Rakelbett und Staukammereintritt-Begrenzungselement als voneinander
gesonderte Elemente auszubilden, die um die Achse A kippbar miteinander verbunden
sind.
[0044] Obgleich in den vorstehend erläuterten Ausführungsbeispielen gemäß Figuren 1 bis
10 das Staukammeraustritt-Begrenzungselement stets von einem Rakelelement gebildet
ist, ist die Erfindung hierauf nicht beschränkt. Wie in Figur 11 dargestellt ist,
kann die Dosierkammer 1016 auch an einem von der Rakeleinrichtung 1012 gesondert ausgebildeten
und getrennt angeordneten Halterungsteil 1060 vorgesehen sein. Dabei können sowohl
das Staukammereintritt-Begrenzungselement 1022 als auch das Staukammeraustritt-Begrenzungselement
1062 mit dem Halterungsteil 1060 auch einstückig ausgebildet sein, wie dies in Figur
11 gezeigt ist, in welchem Fall das Element 1060 nicht im eigentlichen Sinne Halterungsfunktion
übernimmt. Hinsichtlich der Möglichkeiten der Ausbildung des Halterungsteils 1060
wird auf die vorstehend beschriebenen Möglichkeiten der Ausbildung der Rakeleinrichtung
und insbesondere des Rakelbetts verwiesen.
[0045] In Figur 12 sind drei Varianten der Gestaltung des zwischen Untergrund und Staukammereintritt-Begrenzungselementbestehenden
Eintrittsspalts dargestellt. In der in Figur 12a dargestellten Variante verfügen sowohl
der Untergrund U' als auch das Staukammereintritt-Begrenzungselement 22' über in Querrichtung
Q durchgehend geradlinig verlaufende Kantenlinien K1' und K2'. Der Eintrittsspalt
26' kann somit im Extremfall vollständig geschlossen werden. In der Variante gemäß
Figur 12b hingegen verläuft die Kante K1'' des Staukammereintritt-Begrenzungselements
22'' stufenförmig mit zum Untergrund U'' hin vorspringenden Abschnitten 22''a und
bezüglich des Untergrunds U'' zurückgesetzten Abschnitten 22''b, während die Kante
K2'' des Untergrunds U'' geradlinig verläuft. Bei Anlage der vorspringenden Abschnitte
22''a am Untergrund U'' verbleibt somit eine minimale Eintrittsöffnung 26'' zwischen
Untergrund U'' und Staukammereintritt-Begrenzungselement 22''. Ein minimale Eintrittsöffnung
26'''kann gemäß Figur 12c auch mit Hilfe der im Bereich der Kante K1''' vorgesehenen
Durchbrechungen 22'''c des Staukammereintritt-Begrenzungselements 22''' erzielt werden.
[0046] Obgleich in Figur 12b ein stufenförmiger Verlauf der Kantenlinie K1'' dargestellt
ist, versteht es sich, daß jeder beliebige Kantenverlauf vorgesehen sein kann, der
eine minimale Querschnitt-der Eintrittsöffnung sicherstellt. Beispielsweise könnte
die Kante K1'' auch wellenförmig, sägezahnförmig oder dergleichen verlaufen.
[0047] Festzuhalten ist, daß die zahlreichen vorstehend beschriebenen Gestaltungsmöglichkeiten
der erfindungsgemäßen Auftragsvorrichtung 10 auch zu Ausführungsformen miteinander
kombiniert werden können, die vorstehend nicht explizit als Ausführungsvarianten der
Erfindung beschrieben worden sind. So ist es beispielsweise möglich, die Kantenvarianten
gemäß Figur 12 bei Schlepp- bzw. Stechklingen vorzusehen, wie sie mit Bezug auf die
Figuren 4, 5 und 6 beschrieben worden sind. Auch ist es bei den Klingenvarianten gemäß
Figuren 4, 5 und 6 möglich, Rückströmdurchgänge vorzusehen, die nicht durch den Klingenkörper
verlaufen, sondern durch das Rakelbett. Ferner können die als Staukammereintritt-Begrenzungselement
wirkenden Klingen am Rakelbett in Anlehnung an die Ausführungsformen gemäß Figuren
9 und 10 am Rakelbett linear verschiebbar bzw. verschwenkbar angeordnet sein. Darüber
hinaus ist es möglich, auch bei den Ausführungsformen gemäß Figuren 3 bis 10 die Staukammer
in Anlehnung an die Ausführungsform gemäß Figur 2 mit einem Druckaufbau- und Vergleichmäßigungsabschnitt
und einem Auftragsabschnitt auszubilden. Mit Vorteil kann die erfindungsgemäße Auftragsvorrichtung
auch bei dem sogenannten "Speedsizer" der Anmelderin eingesetzt werden, d.h. einer
mit Auftragswalzen arbeitenden Anlage zum beidseitigen Streichen einer Materialbahn.
1. Vorrichtung (10) zum Auftragen eines flüssigen oder pastösen Auftragsmediums (M) auf
einen sich vorbeibewegenden Untergrund (U), beispielsweise eine Materialbahn aus Papier,
Karton oder Pappe oder eine Auftragswalze, umfassend:
- eine Staukammer (16), welche untergrund-einlaufseitig von einem Staukammereintritt-Begrenzungselement
(22) und untergrund-auslaufseitig von einem Staukammeraustritt-Begrenzungselement
(12) begrenzt ist, und
- eine Zuführeinrichtung (18) zum Zuführen des Auftragsmediums (M),
dadurch gekennzeichnet, daß die Zuführeinrichtung (18) in Laufrichtung (L) des Untergrunds (U) gesehen vor
dem Staukammereintritt-Begrenzungselement (22) angeordnet ist.
2. Auftragsvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Staukammereintritt-Begrenzungselement (22) oder/und eine Untergrund-Einlaufseite
und Untergrund-Auslaufseite der Staukammer (16) miteinander verbindende Staukammerwandung
(24) im Hinblick auf eine Vergleichmäßigung des Auftragsmediums (M) in Querrichtung
(Q) ausgebildet ist.
3. Auftragsvorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Staukammer (116) einen Vergleichmäßigungsabschnitt (116a) und einen daran
anschließenden Auftragsabschnitt (116b) aufweist.
4. Auftragsvorrichtung nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, daß das Staukammereintritt-Begrenzungselement (622) in Laufrichtung (L) des Untergrunds
(U) gesehen uneben, beispielsweise gewellt, gestuft oder mit einer vorbestimmten Rauhigkeit,
ausgebildet ist, und zwar vorzugsweise im Bereich seiner großten Annäherung (bei 626)
an den Untergrund (U).
5. Auftragsvorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Staukammerwandung (724) in Laufrichtung (L) des Untergrunds (U) gesehen
uneben, beispielsweise gewellt, gestuft oder mit einer vorbestimmten Rauhigkeit, ausgebildet
ist, oder daß in der Staukammer Ein- bzw. Anbauten, wie Stege oder Stangen, vorgesehen
sind.
6. Auftragsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein Rückströmdurchgang (44) vorgesehen ist, durch welchen überschüssiges,
in die Staukammer (16) eingetretenes Auftragsmedium (M) wieder aus dieser austreten
kann.
7. Auftragsvorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß der Durchlaßquerschnitt wenigstens eines Rückströmdurchgangs (44) wahlweise
veränderbar ist.
8. Auftragsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß das Staukammereintritt-Begrenzungselement (22) ein mit einer Halterung (20)
des Staukammeraustritt-Begrenzungselements (12) einstückig ausgebildetes Element ist.
9. Auftragsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß das Staukammereintritt-Begrenzungselement (322; 422; 522; 822) ein von einer
Halterung (320; 420; 520; 820) des Staukammeraustritt-Begrenzungselements gesondert
ausgebildetes Element ist.
10. Auftragsvorrichtung nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, daß das Staukammereintritt-Begrenzungselement (322) eine Schleppklinge (346) umfaßt.
11. Auftragsvorrichtung nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, daß das Staukammereintritt-Begrenzungselement(422; 522) eine vorzugsweise mit wenigstens
einem Eintrittsdurchgang ausgebildete Stechklinge (446; 546) umfaßt.
12. Auftragsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß das Staukammereintritt-Begrenzungselement (22; 522) eine Einweisungsfläche (32;
532) für das von der Zuführeinrichtung (18) auf den Untergrund (U) aufgebrachte und
in die Staukammer (16; 516) eintretende Auftragsmedium (M) aufweist.
13. Auftragsvorrichtung nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, daß der von der Einweisungsfläche (32) oder/und der Staukammerwandung (24) mit dem
Untergrund (U) begrenzte Hohlraum einen venturirohrartig ausgebildeten Querschnitt
aufweist.
14. Auftragsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, daß eine dem Untergrund (U') benachbarte Kante (K1') des Staukammereintritt-Begrenzungselements
(22') in Querrichtung (Q) gesehen geradlinig verläuft.
15. Auftragsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, daß eine dem Untergrund (U'') benachbarte Kante (K1'') des Staukammereintritt-Begrenzungselements
(22'') bezüglich des Untergrunds (U'') vorspringende und zurückgesetzte Abschnitte
(22''a, 22''b) aufweist.
16. Auftragsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, daß eine dem Untergrund (U''') benachbarte Kante (K1''') des Staukammereintritt-Begrenzungselements
(22''') wenigstens einen Eintrittsdurchgang (22'''c) aufweist.
17. Auftragsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 16,
dadurch gekennzeichnet, daß das Staukammereintritt-Begrenzungselement (22; 122; 222; 322; 422; 522; 622;
722; 1022) mit einer Halterung (20; 120; 220; 320; 420; 520; 620; 720; 1060) des Staukammeraustritt-Begrenzungselements
fest verbunden ist.
18. Auftragsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 16,
dadurch gekennzeichnet, daß das Staukammereintritt-Begrenzungselement (822) an einer Halterung (820) des
Staukammeraustritt-Begrenzungselements relativ zu diesem verlagerbar angeordnet ist.
19. Auftragsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 16,
dadurch gekennzeichnet, daß das Staukammereintritt-Begrenzungselement (922) mit einer Halterung (920) des
Staukammeraustritt-Begrenzungselements über einen Stegabschnitt (950) verbunden ist,
der eine begrenzte Kippbewegung des Staukammereintritt-Begrenzungselements (922) relativ
zu der Halterung (920) zuläßt.
20. Auftragsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 19,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Stellvorrichtung (40) zur Änderung der Anstellung des Staukammeraustritt-Begrenzungselements
(14) gegen den Untergrund (U) vorgesehen ist.
21. Auftragsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 20,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Stellvorrichtung (42) zur Änderung der Anstellung des Staukammereintritt-Begrenzungselements
(22) gegen den Untergrund (U) vorgesehen ist.
22. Auftragsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 21,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Stellvorrichtung (942) zur Änderung des Volumens der Staukammer (916) vorgesehen
ist.
23. Auftragsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 22,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Stellvorrichtung (141; 942) zur Änderung der Form der Staukammer (116;
916) vorgesehen ist.
24. Auftragsvorrichtung nach einem der Ansprüche 20 bis 23,
dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine Stellvorrichtung (42) eine Mehrzahl von in Querrichtung (Q)
verteilt angeordnete Stelleinheiten (42a, 42b, 42c) umfaßt, welche unabhängig voneinander
betätigbar sind.
25. Auftragsvorrichtung nach Anspruch 24,
dadurch gekennzeichnet, daß die Stelleinheiten elektrisch oder/und hydraulisch oder/und pneumatisch oder/und
hydro-pneumatisch oder/und von Hand betätigbar sind.
26. Auftragsvorrichtung nach Anspruch 24 oder 25,
dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein Teil der Stelleinheiten von Stellschrauben gebildet ist.
27. Auftragsvorrichtung nach einem der Ansprüche 24 bis 26,
dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein Teil der Stelleinheiten von Druckschlaucheinheiten gebildet ist.
28. Auftragsvorrichtung nach einem der Ansprüche 20 bis 27,
dadurch gekennzeichnet, daß die Stellvorrichtung einen in eine Mehrzahl von Kammern unterteilten Druckschlauch
umfaßt.
29. Auftragsvorrichtung nach einem der Ansprüche 20 bis 28,
dadurch gekennzeichnet, daß die Stellkraft bzw. Stellintensität der Stellvorrichtung bzw. der Stelleinheit
steuerbar bzw. regelbar ist.
30. Auftragsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 29,
dadurch gekennzeichnet, daß die Zuführeinrichtung (U) eine Mehrzahl von über in Querrichtung (Q) verteilt
angeordneten Zuführelementen aufweist.
31. Auftragsvorrichtung nach Anspruch 30,
dadurch gekennzeichnet, daß die Zuführelemente hinsichtlich ihres Durchsatzes an Auftragsmedium (M) voneinander
unabhängig einstellbar sind.
32. Verfahren zum Auftragen eines flüssigen oder pastösen Auftragsmediums (M) auf einen
sich vorbeibewegenden Untergrund (U), beispielsweise eine Materialbahn aus Papier,
Karton oder Pappe oder eine Auftragswalze, unter Verwendung einer Staukammer (16),
welche untergrund-einlaufseitig von einem Staukammereintritt-Begrenzungselement (22)
und untergrund-auslaufseitig von einem Staukammeraustritt-Begrenzungselement (12)
begrenzt ist, wobei dieser Staukammer (16) von einer Zuführeinrichtung (18) Auftragsmedium
(M) zugeführt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß man in Abhängigkeit des erzielten Auftragsergebnisses
- die Anstellung des Staukammereintritt-Begrenzungselements (22) gegen den Untergrund
(U) beeinflußt, oder/und
- das Volumen der Staukammer (16) beeinflußt, oder/und
- die Form der Staukammer (16) beeinflußt, oder/und
- die Zuführrate an Auftragsmediums (M) beeinflußt.
33. Verfahren nach Anspruch 32,
dadurch gekennzeichnet, daß man die Beeinflussung in einer Mehrzahl von in Querrichtung (Q) des Untergrunds
(U), d.h. in einer zur Laufrichtung (L) im wesentlichen orthogonalen Richtung des
Untergrunds (U), nebeneinander angeordneten Beeinflussungsabschnitten voneinander
unabhängig vornimmt.