[0001] Die Erfindung betrifft eine Ausstellvorrichtung zwischen einem eine Rahmenhauptebene
aufweisenden festen Rahmen sowie einem eine Flügelhauptebene aufweisenden und gegenüber
dem festen Rahmen ausstellbaren Flügel eines Fensters, einer Tür od. dgl., mit wenigstens
einem an dem festen Rahmen sowie an dem Flügel um zueinander parallele Achsen schwenkbar
gelagerten Ausstellarm, wobei wenigstens ein Schwenklager des Ausstellarms mit zumindest
einem an dem festen Rahmen in Richtung der Rahmenhauptebene und/oder an dem Flügel
in Richtung der Flügelhauptebene mittels einer Schiebeführung in Verschieberichtung
verschiebbar geführten Schiebestück in Verbindung steht und wobei die Schiebeführung
wenigstens eine an dem festen Rahmen bzw. an dem Flügel in Richtung der Rahmen bzw.
der Flügelhauptebene verlaufende Führungsleiste sowie wenigstens einen quer zu der
Rahmen- bzw. der Flügelhauptebene vorstehenden Führungsvorsprung an dem Schiebestück
umfaßt, mit welchem das Schiebestück die zugeordnete Führungsleiste während der Verschiebebewegung
hintergreift.
[0002] Mittels derartiger Vorrichtungen lassen sich unter anderem Fensterflügel gegenüber
dem zugehörigen festen Fensterrahmen beispielsweise in eine Kippöffnungsstellung überführen.
[0003] Eine bekannte gattungsgemäße Ausstellvorrichtung umfaßt ein Schiebestück in Form
eines Gleitstücks, das in eine hinterschnittene Profilnut eines Flügelrahmens eingesetzt
ist. Quer zu der Flügelhauptebene vorstehende Führungsansätze des Gleitstücks hintergreifen
dabei die Öffnung der Profilnut begrenzende und Führungsleisten bildende Profilquerstege.
Zur Montage an dem Flügel wird das Schiebestück vor dem Zusammenbau der den Rahmen
des Flügels bildenden Rahmenholme von deren Stirnseiten her in die Profilnut eingeführt,
ehe anschließend die Rahmenholme zu dem Flügelrahmen zusammengesetzt und miteinander
verbunden werden. An dem in der Profilnut geführten Schiebestück ist dann der Ausstellarm
der vorbekannten Ausstellvorrichtung anzulenken. Die Demontage des Gleitstücks erfordert
im Falle des Standes der Technik ein Zerlegen des Flügelrahmens bzw. ein zumindest
teilweises Entfernen der die Profilnut begrenzenden Querstege.
[0004] Montage und Demontage einer Ausstellvorrichtung zu vereinfachen, hat sich die vorliegende
Erfindung zum Ziel gesetzt.
[0005] Erfindungsgemäß gelöst wird diese Aufgabe dadurch, daß an einer Ausstellvorrichtung
der eingangs genannten Art die Führungsleiste wenigstens eine in Richtung der Rahmen-
bzw. der Flügelhauptebene durchgängige Ausnehmung aufweist, deren Erstreckung in einer
Ebene quer zu der Rahmen- bzw. der Flügelhauptebene der entsprechenden Erstreckung
des zugeordneten wenigstens einen Führungsvorsprungs an dem Schiebestück zumindest
entspricht und daß der wenigstens eine Führungsvorsprung des Schiebestücks bei einer
von Betriebsstellungen verschiedenen Montagestellung des Ausstellarms innerhalb der
Kontur der zugeordneten Ausnehmung an der betreffenden Führungsleiste angeordnet ist.
Die angegebenen Merkmale der Erfindung erlauben es, den Ausstellarm mitsamt dem zugehörigen
Schiebestück auch am Einbauort des betreffenden Flügels mit wenigen Handgriffen ein-
oder auszubauen. Aufgrund der genannten Merkmale kann das Schiebestück der erfindungsgemäßen
Ausstellvorrichtung mit seinem Führungsvorsprung bzw. mit seinen Führungsvorsprüngen
die zugehörige(n) Führungsleiste(n) senkrecht zu der Verschieberichtung passieren
und anschließend durch Verschieben in Verschieberichtung mit der betreffenden Führungsleiste
in Hintergriff gebracht werden. Zur Demontage ist das Schiebestück entlang der Führungsleiste
bzw. der Führungsleisten so weit zu bewegen, bis sein Führungsvorsprung bzw. seine
Führungsvorsprünge innerhalb der Kontur der betreffenden Ausnehmung an der Führungsleiste
bzw. den Führungsleisten zu liegen kommt bzw. kommen. Bei dieser Relativlage von Schiebestück
und Führungsleiste(n) läßt sich ersteres senkrecht zu der Verschieberichtung durch
die Ausnehmung bzw. die Ausnehmungen der Führungsleiste(n) von dem festen Rahmen bzw.
von dem Flügel abheben. Ein unbeabsichtigtes Lösen der Formschlußverbindung zwischen
Schiebestück und festem Rahmen bzw. Flügel bei bestimmungsgemäßen Betrieb der Ausstellvorrichtung
wird dadurch vermieden, daß das Schiebestück eine seine Montage oder seine Demontage
erlaubende Stellung nur dann einnehmen kann, wenn sich der Ausstellarm nicht in einer
seiner Betriebsstellungen befindet.
[0006] Eine besondere Bedeutung kommt einer einfachen Montage und Demontage bei Ausstellvorrichtungen
der vorstehend beschriebenen Art zu, im Falle derer an dem festen Rahmen und/oder
an dem Flügel wenigstens ein Öffnungsbegrenzungsanschlag vorgesehen ist, an welchem
das Schiebestück bei maximaler Ausstellweite des Flügels in seiner der Ausstellbewegung
des Flügels zugeordneten Bewegungsrichtung abgestützt ist und das Schiebestück um
eine in Verschieberichtung außermittige sowie in Richtung der Rahmen- bzw. der Flügelhauptebene
verlaufende Drehachse gegenüber dem Ausstellarm schwenkbar mit diesem verbunden ist
und im Falle derer die Schiebeführung des Schiebestücks wenigstens zwei in Querrichtung
der Rahmen- bzw. der Flügelhauptebene voneinander beabstandete Führungsleisten aufweist.
Ist jede der Führungsleisten einer derartigen Ausstellvorrichtung mit wenigstens einer
in Richtung der Rahmen- bzw. der Flügelhauptebene durchgängigen Ausnehmung versehen,
wie dies erfindungsgemäß vorgesehen ist, so läßt sich die eingestellte maximale Ausstellweite
des Flügels auf äußerst einfache Art und Weise variieren. Das an dem festen Rahmen
bzw. an dem Flügel geführte Schiebestück kann dann nämlich in der vorstehend beschriebenen
Weise mit wenigen Handgriffen zunächst von dem festen Rahmen bzw. dem Flügel gelöst
werden. Anschließend läßt sich das Schiebestück gegenüber dem Ausstellarm beispielsweise
um 180° drehen und in dieser geänderten Lage erneut mit seinem Führungsvorsprung bzw.
mit seinen Führungsvorsprüngen in Hintergriff mit der zugehörigen Führungsleiste bzw.
den zugehörigen Führungsleisten bringen. Aufgrund der in Verschieberichtung außermittigen
Anordnung der Drehachse des Schiebestücks sowie aufgrund der ortsfesten Anordnung
des Öffnungsbegrenzungsanschlages geht die beschriebene Verstellung des Schiebestücks
einher mit einer Veränderung der maximalen Ausstellweite des Flügels.
[0007] Durch besondere Handhabungsfreundlichkeit bei der Montage zeichnet sich eine Variante
der erfindungsgemäßen Ausstellvorrichtung aus, im Falle derer an dem festen Rahmen
bzw. an dem Flügel ein Montageanschlag vorgesehen ist, an welchem sich das Schiebestück
bei Montagestellung des Ausstellarms über einen Gegenanschlag in Verschieberichtung
abstützt. Bei der Montage der Ausstellvorrichtung ist das Schiebestück zunächst in
Verschieberichtung an dem Montageanschlag zur Anlage zu bringen. In der dann eingenommenen
Position liegt das Schiebestück mit seinem Führungsvorsprung bzw. mit seinen Führungsvorsprüngen
innerhalb der Kontur der zugeordneten Ausnehmung(en) an der (den) Führungsleiste(n).
Dementsprechend markiert der Montageanschlag für den Monteur diejenige Lage des Schiebestücks,
in welcher sich dieses mit der oder den Führungsleisten an dem festen Rahmen bzw.
an dem Flügel formschlüssig verbinden läßt.
[0008] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Ausstellvorrichtung
ist dadurch gekennzeichnet, daß als Montageanschlag an dem festen Rahmen bzw. an dem
Flügel ein mit seiner Achse in Richtung der Rahmen- bzw. der Flügelhauptebene verlaufender
Anschlagzapfen vorgesehen und der Gegenanschlag von Flanken eines sich in Verschieberichtung
in einer Ebene quer zu der Rahmen- bzw. der Flügelhauptebene zu dem Anschlagzapfen
hin erweiternden und in der genannten Richtung offenen Keilausschnitts des Schiebestücks
gebildet ist. Die Flanken des Keilausschnitts bewirken im Zusammenspiel mit dem ortsfesten
Anschlagzapfen eine selbsttätige Ausrichtung des an den Anschlagzapfen geschobenen
Schiebestücks in eine Stellung, in welcher der oder die Führungsvorsprünge des Schiebestücks
im Innern der Kontur der zugeordneten Ausnehmung(en) an der Führungsleiste liegen.
[0009] Im Falle von Ausstellvorrichtungen, deren Schiebestück um eine in Richtung der Rahmen-
bzw. der Flügelhauptebene verlaufende Drehachse relativ zu dem Ausstellarm schwenkbar
mit diesem verbunden ist, ist in Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, daß das Schiebestück
an dem Ausstellarm in Richtung seiner Drehachse über ein Reibschlußelement in Richtung
seiner Schwenkbewegung gegenüber dem Ausstellarm reibschlüssig lösbar abgestützt ist.
Die freie Schwenkbeweglichkeit des Schiebestücks gegenüber dem Ausstellarm wird mittels
des genannten Reibschlußelementes im Interesse einer vereinfachten Montage eingeschränkt.
So behält das Schiebestück aufgrund des wirksamen Reibschlusses eine einmal vorgenommene
und für die Montage zweckmäßige Ausrichtung gegenüber dem Ausstellarm vorläufig bei.
[0010] Mit konstruktiv einfachsten Mitteln wird der lösbare Reibschluß zwischen Schiebestück
und Ausstellarm im Falle einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Ausstellvorrichtung
dadurch erzeugt, daß als Reibschlußelement ein die Drehachse des Schiebestücks umschließender
und zwischen dem Schiebestück und dem Ausstellarm in Richtung der genannten Drehachse
geklemmter Gummiring vorgesehen ist.
[0011] Nachfolgend wird die Erfindung anhand schematischer Darstellungen zu einem Ausführungsbeispiel
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Ausstellvorrichtung für einen Fensterflügel während der Montage,
- Fig. 2
- die Ausstellvorrichtung gemäß Figur 1 in der Draufsicht bei mit einer ersten maximalen
Öffnungsweite kippgeöffnetem Fensterflügel,
- Fig. 3
- einen Schnitt mit einer senkrecht zu der Zeichenebene entlang Linie III-III in Figur
2 verlaufenden Schnittebene mit ebenfalls geschnittenem Ausstellarm und Zusatzarm,
- Fig. 4
- einen vergrößerten Schnitt mit einer senkrecht zu der Zeichenebene entlang Linie IV-IV
in Figur 3 verlaufenden Schnittebene,
- Fig. 5
- den Ausstellarm mit Schiebestück der Ausstellvorrichtung nach den Figuren 1 bis 4
beim Umstellen der maximalen Kippöffnungsweite,
- Fig. 6
- die Ausstellvorrichtung nach den Figuren 1 bis 5 in der Draufsicht bei mit einer zweiten
maximalen Öffnungsweite kippgeöffnetem Fensterflügel und
- Fig. 7
- einen Schnitt mit einer senkrecht Zu der Zeichenebene entlang Linie VII-VII in Figur
6 verlaufenden Schnittebene mit ebenfalls geschnittenem Ausstellarm und Zusatzarm.
[0012] Gemäß Figur 1 umfaßt eine Ausstellvorrichtung für einen in Figur 1 gestrichelt angedeuteten
Fensterflügel einen Ausstellarm 1, an dessen einem Ende ein Schiebestück 2 angelenkt
ist. Mit seinem anderen Ende ist der Ausstellarm 1 an einem festen Fensterrahmen schwenkbar
gelagert. Die rahmenseitige Schwenkachse des Ausstellarms 1 verläuft parallel zu einer
Achse 3, die eine Schwenkverbindung zwischen dem Ausstellarm 1 und dem Fensterflügel
herstellt.
[0013] Die Achse 3 des Ausstellarms 1 bildet gleichzeitig eine Drehachse des Schiebestücks
2, um welche letzteres relativ zu dem Ausstellarm 1 verschwenkt werden kann. Zwischen
seinem flügelseitigen sowie seinem rahmenseitigen Ende weist der Ausstellarm 1 ein
Lagerauge 4 auf.
[0014] Flügelseitig ist dem Ausstellarm 1 bzw. dem daran angebrachten Schiebestück 2 eine
Stulpschiene 5 zugeordnet, die im Falz des oberen Fensterflügel-Querholms mit letzterem
verschraubt wird. Die betreffenden Befestigungsschrauben werden durch Befestigungsbohrungen
6 der Stulpschiene 5 in den Fensterflügel eingedreht.
[0015] In einem beispielsweise aus Figur 3 ersichtlichen abgekröpften Bereich 7 der Stulpschiene
5 bilden deren Längsränder 8 Führungsleisten zur Führung des Schiebestücks 2 in durch
einen Doppelpfeil 9 veranschaulichter Verschieberichtung. Die Längsränder bzw. Führungsleisten
8 an der Stulpschiene 5 sind mit insgesamt vier einander paarweise gegenüberliegenden
Ausnehmungen 10 versehen.
[0016] Das Schiebestück 2 weist vier einander paarweise gegenüberliegende Führungsvorsprünge
11 auf. Diese stehen gemäß Figur 4 von Schenkeln 12 des im Querschnitt U-förmigen
Schiebestücks 2 vor. Ebenfalls in Figur 4 dargestellt ist ein Gummiring 13, der zwischen
dem Schiebestück 2 und dem Ausstellarm 1 in Richtung der Drehachse bzw. Achse 3 geklemmt
ist. Wie aus Figur 4 des weiteren hervorgeht, sind die Schenkel 12 des Schiebestücks
2 unter Ausbildung jeweils eines Überstandes 20 über die Führungsvorsprünge 11 hinaus
verlängert. An ihren einander zugewandten Seiten sind die Überstände 20 mit Schrägflächen
21 versehen. In einen die Schenkel 12 miteinander verbindenden Quersteg 22 des Schiebestücks
12, ist eine Wellenform 23 eingeformt. Die Stulpschiene 5 ist in ihrem abgekröpften
Bereich 7 mit zwei in Verschieberichtung 9 voneinander beabstandeten wellenförmigen
Erhebungen 24 versehen. Öffnungsbegrenzungsanschläge 25 der Stulpschiene 5 in Form
von Vorsprüngen quer zu der Verschieberichtung 9 begrenzen die Führungsleisten 8 des
Schiebestücks 2 in Richtung auf die Anlenkstelle eines Zusatzarms 17.
[0017] An beiden Stirnseiten ist das Schiebestück 2 mit einem Keilausschnitt 14 versehen,
der jeweils von zwei Flanken 15 begrenzt wird. An der Stulpschiene 5 ist den Keilausschnitten
14 des Schiebestücks 2 ein Montageanschlag in Form eines Anschlagzapfens 16 zugeordnet.
Mit Abstand von dem Anschlagzapfen 16 in Verschieberichtung 9 ist an der Stulpschiene
5 der Zusatzarm 17 angelenkt, der an seinem von der Stulpschiene 5 abliegenden Ende
einen Lagerzapfen 18 trägt. Eine Flügelhauptebene 19 ist in den Figuren 1 und 4 angedeutet.
[0018] Vor der Montage des Ausstellarms 1 mit dem daran vormontierten Schiebestück 2 ist
die Stulpschiene 5 mit den zugehörigen Anbauteilen bereits über die vorstehend erwähnten
Schraubverbindungen an dem Fensterflügel fixiert. Soll nun der Ausstellarm 1 an dem
Flügel angelenkt werden, so wird zunächst das mit dem Ausstellarm 1 schwenkbar verbundene
Schiebestück 2 senkrecht zu dem Falz des Flügels in dem abgekröpften Bereich 7 auf
die Stulpschiene 5 aufgesetzt. Anschließend wird das Schiebestück 2 in Verschieberichtung
9 verschoben, bis es mit seinem voreilenden Ende bzw. den Flanken 15 des daran vorgesehenen
Keilausschnitts 14 an dem Anschlagzapfen 16 zur Anlage kommt. Gemäß Figur 1 ist das
Schiebestück 2 mit seiner Längsachse unter einem spitzen Winkel gegen die Flügelhauptebene
19 geneigt angeordnet. Ausgehend von dieser Lage wird das Schiebestück 2 unter Abstützung
der Flanken 15 seines Keilausschnitts 14 an dem Anschlagzapfen 16 um diesen so weit
in Figur 1 im Gegenuhrzeigersinn verschwenkt, bis die Längsachse des Schiebestücks
2 in Richtung der Flügelhauptebene 19 verläuft.
[0019] Wird das Schiebestück 2 bereits mit paralleler Ausrichtung gegenüber der Flügelhauptebene
19 auf den abgekröpften Bereich 7 der Stulpschiene 5 aufgesetzt, so stützt sich das
Schiebestück 2 zunächst mit seinen Führungsvorsprüngen 11 auf den Führungsleisten
8 der Stulpschiene 5 aufliegend ab. Die Überstände 20 der Schenkel 12 an dem Schiebestück
2 flankieren dabei die Führungsleisten 8 in Querrichtung der Rahmenhauptebene 19 und
bewirken dadurch eine Führung des Schiebestücks 2 bei dessen Verschiebebewegung in
Richtung auf den Anschlagzapfen 16. Das anfängliche Aufsetzen des Schiebestücks 2
auf den abgekröpften Bereich 7 der Stulpschiene 5 wird erleichtert durch die Schrägflächen
21 an den Überständen 20 der Schiebestück-Schenkel 12.
[0020] In beiden beschriebenen Fällen wird die Handhabung der miteinander zu verbindenden
Bauteile durch die mittels des Gummirings 13 erreichte Drehhemmung des Schiebestücks
2 gegenüber dem Ausstellarm 1 vereinfacht. Ein unkontrolliertes Verschwenken des Schiebestücks
2 wird durch die genannte Drehhemmung verhindert.
[0021] Stützt sich das Schiebestück 2 an dem Anschlagzapfen 16 ab, so liegen die Führungsvorsprünge
11 an dem Schiebestück 2 innerhalb der Konturen der zugeordneten und in Richtung der
Flügelhauptebene 19 durchgängigen Ausnehmungen 10 der Führungsleisten 8 an der Stulpschiene
5. Infolgedessen läßt sich das Schiebestück 2 senkrecht zu der Stulpschiene 5 auf
diese aufdrücken, bis die Führungsvorsprünge 11 des Schiebestücks 2 senkrecht zu der
Stulpschiene 5 deren Führungsleisten 8 passiert haben und unterhalb der Führungsleisten
8 zu liegen kommen, wie dies in Figur 4 dargestellt ist. Nunmehr läßt sich das Schiebestück
2 und mit diesem der Ausstellarm 1 in Figur 1 nach rechts verschieben, bis das Schiebestück
2 mit seinen Führungsvorsprüngen 11 die Führungsleisten 8 an der Stulpschiene 5 hintergreift.
Dadurch ergibt sich zwischen dem Schiebestück 2 und der Stulpschiene 5 eine senkrecht
zu der Falzfläche des Flügels wirksame formschlüssige Verbindung, über welche der
Ausstellarm 1 in entsprechender Richtung an dem Flügel festgelegt ist.
[0022] Bei der beschriebenen Verschiebung des Ausstellarms 1 in Figur 1 nach rechts gelangt
das Lagerauge 4 des Ausstellarms 1 in eine Stellung, in welcher der Lagerzapfen 18
des Zusatzarms 17 nach Verschwenken des Zusatzarms 17 aus seiner in Figur 1 dargestellten
Ausgangslage in das Lagerauge 4 eingesteckt werden kann. Der Zusatzarm 17 bildet nun
gemeinsam mit dem Ausstellarm 1 eine Lenkerschere der Ausstellvorrichtung, die zum
einen der Parallelführung des Flügels beim Kippöffnen und -schließen und zum anderen
der Definierung der maximalen Kippöffnungsweite des Flügels dient.
[0023] Gemäß Figur 2 wird die maximale Kippöffnungsweite des Flügels durch das Zusammenwirken
des Schiebestücks 2 mit den Öffnungsbegrenzungsanschlägen 25 an der Stulpschiene 5
festgelegt. Da das flügelseitige Schwenklager des Zusatzarms 17 ebenso wie das rahmenseitige
Schwenklager des Ausstellarms 1 beim Kippöffnen des Flügels Ortsfest bleibt, verschiebt
sich beim Überführen des Flügels ausgehend von der Schließ- in seine Kippöffnungslage
das Schiebestück 2 in Verschieberichtung 9 gemäß Figur 2 so weit nach rechts, bis
seine voreilende Stirnfläche an den flügelfesten Öffnungsbegrenzungsanschlägen 25
der Stulpschiene 5 zur Anlage kommt. Eine weitergehende Öffnungsbewegung des Flügels
wird aufgrund der in Verschieberichtung 9 wirksamen Abstützung des Schiebestücks 2
an den Öffnungsbegrenzungsanschlägen 25 verhindert. Bei maximaler Kippöffnungsweite
gemäß Figur 2 nimmt die Achse 3 des Ausstellarms 1 einen Abstand l
1 von den Öffnungsbegrenzungsanschlägen 25 ein.
[0024] Wie aus Figur 3 hervorgeht ist gleichzeitig die in dieser Darstellung linke wellenförmige
Erhebung 24 der Stulpschiene 5 im Innern der Wellenform 23 an dem Schiebestück 2 zu
liegen gekommen. Aufgrund der elastischen Eigenschaften des Schiebestücks 2 hat sich
dabei eine Rastverbindung zwischen dem Schiebestück 2 und der Stulpschiene 5 ergeben,
welche einer Verschiebung des Schiebestücks 2 in den Figuren 2 und 3 nach links und
somit einer Verringerung der Kippöffnungsweite des Flügels entgegenwirkt. Die Rastverbindung
zwischen der Wellenform 23 des Schiebestücks 2 sowie der zugeordneten wellenförmigen
Erhebung 24 der Stulpschiene 5 dient somit der Sicherung des Flügels gegen unbeabsichtigtes
Schließen, wie es beispielsweise durch an dem Flügel angreifende Windkräfte verursacht
werden kann.
[0025] Soll die maximale Kippöffnungsweite des Flügels verändert werden, so ist zunächst
der Zusatzarm 17 von dem Ausstellarm 1 zu lösen. Zu diesem Zweck ist lediglich der
Lagerzapfen 18 des Zusatzarms 17 aus dem Lagerauge 4 des Ausstellarms 1 herauszuziehen.
[0026] Anschließend wird der in Einbaulage an dem festen Rahmen verbleibende Flügel ausgehend
von seiner Kippöffnungsstellung gemäß den Figuren 2 und 3 in Schließrichtung bewegt.
Damit verbunden ist eine Verschiebung des Schiebestücks 2 in den Figuren 2 und 3 nach
links, bis die Flanken 15 des Keilausschnitts 14 der voreilenden Stirnfläche des Schiebestücks
2 an dem Anschlagzapfen 16 zur Anlage kommen. Der Ausstellarm 1 nimmt nun seine Montagestellung
ein, und die Führungsvorsprünge 11 des Schiebestücks 2 liegen wieder innerhalb der
Konturen der zugehörigen Ausnehmungen 10 der Stulpschiene 5, so daß das Gleitstück
2 senkrecht zu der Falzfläche des Flügels von der Stulpschiene 5 abgehoben werden
kann. Anschließend wird, wie in Figur 5 durch einen Pfeil angedeutet, das Schiebestück
2 um seine Drehachse 3 gegenüber dem Ausstellarm 1 um 180° verschwenkt, ehe dann in
der vorstehend ausführlich beschriebenen Art und Weise erneut eine senkrecht zu der
Falzfläche des Flügels wirksame Formschlußverbindung zwischen dem Schiebestück 2 und
somit dem Ausstellarm 1 und der Stulpschiene 5 und somit dem zugehörigen Flügel hergestellt
wird. Abschließend läßt sich dann der Zusatzarm 17 in bekannter Weise mit dem Ausstellarm
1 verbinden. Der an dem Ausstellarm 1 angelenkte Zusatzarm 17 begrenzt den möglichen
Verschiebeweg der Achse 3 des Ausstellarms 1 bzw. des Schiebestücks 2 in Verschieberichtung
9 derart, daß das Schiebestück 2 bei bestimmungsgemäßen Betrieb der Ausstellvorrichtung
nicht in diejenige Position gelangen kann, in der es sich von der Stulpschiene 5 abheben
läßt.
[0027] Wird nun der Flügel erneut in Kippöffnungsrichtung bewegt, so endet diese Bewegung,
sobald das Schiebestück 2 mit seiner in Figur 6 rechten Stirnseite auf die Öffnungsbegrenzungsanschläge
25 aufläuft. Die Achse 3 des Ausstellarms 1 ist nunmehr mit einem Abstand l
2 von den Öffnungsbegrenzungsanschlägen 25 der Stulpschiene 5 angeordnet. Nachdem der
Abstand l
2 nach Figur 6 größer ist als der Abstand l
1 gemäß Figur 2, ergibt sich bei der in Figur 6 gezeigten Ausrichtung des Schiebestücks
2 eine gegenüber den in Figur 2 gezeigten Verhältnissen verminderte maximale Kippöffnungsweite
des Flügels.
[0028] Auch in seiner Kippöffnungsstellung gemäß Figur 6 ist der Flügel gegen unbeabsichtigtes
Zuschlagen gesichert. Zu diesem Zweck ist die Wellenform 23 des Schiebestücks 2 mit
der in Figur 7 rechten wellenförmigen Erhebung 24 der Stulpschiene 5 verrastet.
1. Ausstellvorrichtung zwischen einem eine Rahmenhauptebene aufweisenden festen Rahmen
sowie einem eine Flügelhauptebene (19) aufweisenden und gegenüber dem festen Rahmen
ausstellbaren Flügel eines Fensters, einer Tür od. dgl., mit wenigstens einem an dem
festen Rahmen sowie an dem Flügel um zueinander parallele Achsen (3) schwenkbar gelagerten
Ausstellarm (1), wobei wenigstens ein Schwenklager des Ausstellarms (1) mit zumindest
einem an dem festen Rahmen in Richtung der Rahmenhauptebene und/oder an dem Flügel
in Richtung der Flügelhauptebene (19) mittels einer Schiebeführung in Verschieberichtung
(9) verschiebbar geführten Schiebestück in Verbindung steht und wobei die Schiebeführung
wenigstens eine an dem festen Rahmen bzw. an dem Flügel in Richtung der Rahmen- bzw.
der Flügelhauptebene (19) verlaufende Führungsleiste (8) sowie wenigstens einen quer
zu der Rahmen- bzw. der Flügelhauptebene (19) vorstehenden Führungsvorsprung (10)
an dem Schiebestück (2) umfaßt, mit welchem das Schiebestück (2) die zugeordnete Führungsleiste
(8) während der Verschiebebewegung hintergreift, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsleiste
(8) wenigstens eine in Richtung der Rahmen- bzw. der Flügelhauptebene (19) durchgängige
Ausnehmung (10) aufweist, deren Erstreckung in einer Ebene quer zu der Rahmen- bzw.
der Flügelhauptebene (19) der entsprechenden Erstreckung des zugeordneten wenigstens
einen Führungsvorsprungs (11) an dem Schiebestück (2) zumindest entspricht und daß
der wenigstens eine Führungsvorsprung (11) des Schiebestücks (2) bei einer von Betriebsstellungen
verschiedenen Montagestellung des Ausstellarms (1) innerhalb der Kontur der zugeordneten
Ausnehmung (10) an der betreffenden Führungsleiste (8) angeordnet ist.
2. Ausstellvorrichtung nach Anspruch 1, wobei an dem festen Rahmen und/oder an dem Flügel
wenigstens ein Öffnungsbegrenzungsanschlag (25) vorgesehen ist, an welchem das Schiebestück
(2) bei maximaler Ausstellweite des Flügels in seiner der Ausstellbewegung des Flügels
zugeordneten Bewegungsrichtung abgestützt ist und wobei das Schiebestück (2) um eine
in Verschieberichtung (9) außermittige sowie in Richtung der Rahmen- bzw. der Flügelhauptebene
(19) verlaufende Drehachse (3) gegenüber dem Ausstellarm (1) schwenkbar mit diesem
verbunden ist und wobei die Schiebeführung des Schiebestücks (2) wenigstens zwei in
Querrichtung der Rahmen- bzw. der Flügelhauptebene (19) voneinander beabstandete Führungsleisten
(8) aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß jede der Führungsleisten (8) wenigstens
eine in Richtung der Rahmen- bzw. der Flügelhauptebene (19) durchgängige Ausnehmung
(10) aufweist.
3. Ausstellvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß an dem festen Rahmen bzw. an dem Flügel ein Montageanschlag vorgesehen ist, an
welchem sich das Schiebestück (2) bei Montagestellung des Ausstellarms (1) über einen
Gegenanschlag in Verschieberichtung (9) abstützt.
4. Ausstellvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß als Montageanschlag an dem festen Rahmen bzw. an dem Flügel ein mit seiner Achse
in Richtung der Rahmen- bzw. der Flügelhauptebene verlaufender Anschlagzapfen (16)
vorgesehen und der Gegenanschlag von Flanken (15) eines sich in Verschieberichtung
(9) in einer Ebene quer zu der Rahmen- bzw. der Flügelhauptebene (19) zu dem Anschlagzapfen
(16) hin erweiternden und in der genannten Richtung offenen Keilausschnitts (14) des
Schiebestücks (2) gebildet ist.
5. Ausstellvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Schiebestück
(2) um eine in Richtung der Rahmen- bzw. der Flügelhauptebene (19) verlaufende Drehachse
(3) relativ zu dem Ausstellarm (1) schwenkbar mit diesem verbunden ist, dadurch gekennzeichnet,
daß das Schiebestück (2) an dem Ausstellarm (1) in Richtung seiner Drehachse (3) über
ein Reibschlußelement in Richtung seiner Schwenkbewegung gegenüber dem Ausstellarm
(1) reibschlüssig lösbar abgestützt ist.
6. Ausstellvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß als Reibschlußelement ein die Drehachse (3) des Schiebestücks (2) umschließender
und zwischen dem Schiebestück (2) und dem Ausstellarm (1) in Richtung der genannten
Drehachse (3) geklemmter Gummiring (13) vorgesehen ist.