Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht von einer Kraftstoffeinspritzpumpe nach dem Oberbegriff des Hauptanspruchs
aus.
[0002] Aus der DE-OS 27 29 807 ist eine Kraftstoffeinspritzpumpe bekannt, die über ein Nockentriebwerk,
einen Spritzversteller und eine Kaltstartverstellvorrichtung verfügt. Ein Nockentriebwerk
erteilt über eine Hubscheibe mit Stirnnocken dem Pumpenkolben eine Hub- und Drehbewegung.
Das Nockentriebwerk enthält beispielsweise einen Rollenring, in dem mehrere Rollen
gelagert sind, auf denen sich die Hub- oder Stirnnockenscheibe abstützt. Ein federbelasteter
Verstellkolben des Spritzverstellers ist am schwenkbar im Pumpengehäuse gelagerten
Rollenring über einen Verstellbolzen angelenkt. Der Verstellkolben wird u.a. drehzahlabhängig
mit dem Förderpumpendruck beaufschlagt. Mit Hilfe des Verstellkolbens wird der Rollenring
mit wachsender Motordrehzahl entgegen der Pumpendrehrichtung verschwenkt, wodurch
der Förderbeginn bzw. der Einspritzzeitpunkt nach "früh" verschoben wird. Da bei Dieselmotoren
in der Warmlaufphase zum Ausgleich des temperaturbedingten Zündverzugs eine bestimmte
Früheinspritzung erwünscht ist, wird mit Hilfe der Kaltstartverstellvorrichtung der
Rollenring kurzzeitig mechanisch verstellt.
[0003] Aus der DE 40 16 462 A1 ist eine vergleichbare Kraftstoffeinspritzpumpe bekannt,
die jedoch nicht die mechanische Kaltstartverstellvorrichtung aufweist. Dafür ist
in ihrem Verstellkolben ein Steuerventil angeordnet, mit dem der Verstellkolben gesteuert
wird. Die Nachlaufsteuerung des Verstellkolbens erlaubt u.a. eine drehzahlunabhängige
Beeinflussung des Spritzverstellers. Allerdings fehlt ihr auf der Verstellkolbendruckseite
die Druckunterstützung bei niedrigen Drehzahlen.
Vorteile der Erfindung
[0004] In der erfindungsgemäßen Kraftstoffeinspritzpumpe werden die Vorteile einer Kraftstoffpumpe
mit Kaltstartverstellvorrichtung mit den Vorteilen eines Spritzverstellers mit Nachlaufsteuerung
kombiniert. Eine reine Kombination beider Konstruktionen ist nicht möglich, da bei
niedrigeren Drehzahlen in des Warmlaufphase die Kaltstartverstellvorrichtung mechanisch
überlastet wird. Bei der Kombination einer Kaltstartverstellvorrichtung mit einem
üblichen Spritzversteller wird die Kaltstartverstellvorrichtung durch den auf der
Stirnseite des Verstellkolbens anliegenden Druck entlastet, womit ihre mechanische
Haltbarkeit gewährleistet wird. Bei einem Spritzversteller mit Nachlaufsteuerung fehlt
diese Kraftunterstützung. Die mechanische Überlastung wird durch ein Ventil verhindert.
Das Ventil sitzt beispielsweise im Verstellkolben und verschließt bei kalter Verbrennungskraftmaschine
die auf die Steuerdruckseite des Verstellkolbens führende Leitung. Dabei ist das Schließglied
so angeordnet, daß es in der Strömungsrichtung des Steuermediums öffnet. Nur über
Leckage aus dem Pumpeninnenraum bzw. dem Rollenringraum gelangt Kraftstoff als Druckmittel
auf die Druckseite des Verstellkolbens, so daß die Kaltstartverstellvorrichtung kaum
belastet wird. Trotzdem ist in der Warmlaufphase auch bei höheren Drehzahlen die normale
Nachlauffunktion möglich, da das thermisch gesteuerte Ventil so angeordnet ist, daß
es bei einem höheren Kraftstoffdruck aufgestoßen werden kann.
[0005] Sobald sich der Motor und der das Pumpengehäuse durchströmende Kraftstoff genügend
erwärmt hat, ist das thermisch gesteuerte Ventil permanent offen.
[0006] Das Stellglied des thermisch gesteuerten Ventils kann beispielsweise mit Hilfe eines
Bimetallelementes betätigt werden. Das Stellglied kann auch selbst aus einem Bimetallelement
bestehen. Alternativ zum Bimetall ist auch eine Metallegierung denkbar, die im erforderlichen
Temperaturbereich über ein "elastisches Formgedächnis" verfügt.
Selbstverständlich sind auch pneumatische oder hydraulische Ausdehnungskörper als
Schaltmittel zum Öffnen oder Schließen des Ventils denkbar.
[0007] Der Ort des Ventils ist nicht auf die Stirnseite des Verstellkolbens beschränkt.
Ferner ist jede denkbare Befestigungsart möglich.
Zeichnungen
[0008] Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den hier nicht zitierten Unteransprüchen
und den Figurenbeschreibungen.
- Figur 1:
- Schnitt durch einen Spritzversteller mit einem Blattfederventil am Verstellkolben;
- Figur 2:
- wie Figur 1, jedoch mit einem Blattfederventil an einem Deckel des Pumpengehäuses.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0009] Figur 1 zeigt einen Schnitt durch den Spritzversteller (1) einer mit einem Nockentriebwerk
ausgestatteten Kraftstoffpumpe. Das nicht dargestellte Nockentriebwerk umfaßt u.a.
einen beispielsweise gehäusegeführten Rollenring mit einer gedachten Schwenkachse
(8). In dem Rollenring sind mehrere Rollen gelagert, die sich auf radial zur Schwenkachse
(8) ausgerichteten Achsbolzen drehen. Auf den Rollen liegt eine mit dem Pumpenkolben
verbundene Stirnnockenscheibe auf. Bei einer antriebsbedingten Relativbewegung zwischen
dem Ring und der Stirnnockenscheibe wirken die Rollen und die Nockenkontur für den
Pumpvorgang zusammen. Der Rollenring steht über einen Verstellbolzen (10) mit dem
Spritzversteller (1) mechanisch in Verbindung. Durch ein Verdrehen des Rollenringes
wird der Einspritzzeitpunkt verstellt. Im Ausführungsbeispiel wird der Einspritzzeitpunkt
durch ein Schwenken des Verstellbolzens im Uhrzeigersinn in Richtung "früh" verstellt.
[0010] Der Spritzversteller(1) umfaßt einen über eine Gelenkkugel (9) auf den Verstellbolzen
(10) wirkenden Verstellkolben (11), der in einer beidseits mit Gehäusedeckeln (6)
und (7) verschlossenen, den Verstellzylinder bildenden Bohrung (12) des Pumpengehäuses
(5) verdrehsicher gelagert ist. Der Verstellkolben (11) trennt in der Bohrung (12)
einen hier unten liegenden Arbeitsraum (14) von einem im Ausführungsbeispiel oben
angeordneten Entlastungsraum (15). Letzterer steht hydraulisch über eine Entlastungsbohrung
(16) u.a. mit dem Tankrücklauf und/oder der Pumpensaugseite in Verbindung. Im Entlastungsraum
(15) ist eine auf die obere Stirnfläche des Verstellkolbens (11) wirkende Rückstellfeder
(13) angeordnet, die sich am Gehäusedeckel (6) abstützt. In der oberen Stirnfläche
des Verstellkolbens (11) befindet sich eine zentrale Schieberbohrung (17), in der
ein Steuerschieber (18) gelagert ist. Auf den Steuerschieber wirkt im Entlastungsraum
(15) eine Rückstellfeder (19), die sich ebenfalls am Gehäusedeckel (6) abstützt. Die
Vorspannung der Rückstellfeder (19) läßt sich - wie halbseitig dargestellt - beispielsweise
durch Distanzscheiben einstellen. Sie ist hier koaxial innerhalb der Rückstellfeder
(13) angeordnet. Zwischen dem Steuerschieber (18) und der den Boden der Schieberbohrung
(17) bildenden Gelenkkugel (9) befindet sich ein Druckraum (21).
[0011] Im Verstellkolben (11) ist ein aus Bohrungen gebildeter Kanal (27) angeordnet. Dieser
Kanal (27) verbindet den mittleren Bereich der Schieberbohrung (17) mit der unteren
Stirnfläche (30) des Verstellkolbens (11). Eine Bohrung (28) erstreckt sich zwischen
der Schieberbohrung (17) und dem Rollenringraum (4), in dem der für die Verstellung
des Verstellkolbens (11) notwendige Steuerdruck ansteht. Im Ausführungsbeispiel endet
die Bohrung (28) in einer Nut (29), die gegenüber einer Gehäuseöffnung (31) liegt.
Die Gehäuseöffnung (31) verbindet den Verstellzylinder (12) mit dem Rollenringraum
(4) Die Nut (29) und die Gehäuseöffnung (31) überdecken sich bei jeder Position des
Verstellkolbens (11) zumindest bereichsweise, so daß an der Bohrung (28) immer der
Steuerdruck anliegt.
[0012] Das in den Arbeitsraum (14) mündende Ende des Kanals (27) ist mittels eines Blattfederventils
(35) verschlossen. Das Blattfederventil (35) ist im wesentlichen ein flaches, blechartiges
Schließglied (36), das beispielsweise mit einer Schraube (37) befestigt ist. Das Schließglied
(36) ist hier ein Bimetallstreifen, der im kalten Zustand gestreckt ist und somit
flach an seiner Befestigungsfläche anliegt und den Kanal (27) zumindest annähernd
verschließt. Im warmen Zustand krümmt sich das Schließglied (36) nach unten, vgl.
in Figur 1 die gestrichelte Darstellung des Schließgliedes (36). Der Kanal (27) mündet
dann ungedrosselt in den Arbeitsraum (14).
[0013] Das Blattfederventil (35) sitzt in Figur 1 in der Stirnseite in einer beispielsweise
nutförmigen Ausnehmung (34). Die Tiefe der Ausnehmung (34) wird so groß gewählt, daß
das maximal gekrümmte Schließglied (36) nicht über die Stirnfläche (30) hinaus in
den Arbeitsraum (14) hineinragt.
[0014] In Figur 2 ist ein Blattfederventil (45) dargestellt, das mit Hilfe einer an einer
Blattfeder (46) angeordneten Kugelkalotte (38) den Kanal (27) verschließt. Das Kanalende
ist dazu mit einem Ventilsitz (49) ausgestattet. Das Blattfederventil (45) ist in
einer Ausnehmung (44) des Gehäusedeckels (7) angeordnet und mittels einer Schraube
(47) befestigt.
[0015] Im Steuerschieber (18) ist ein zentraler Kanal (24) angeordnet, der von der oberen
Stirnseite des Steuerschiebers (18) kommend in eine in die Mantelfläche des Steuerschiebers
(18) eingearbeitete Ringnut (26) mündet. Der Kanal (24) ist ein Entlastungskanal,
der zusammen mit dem Kanal (27) den Arbeitsraum (14) dann mit dem Entlastungsraum
(15) verbindet, wenn sich die Ringnut (26) des Steuerschiebers (18) und die Mündung
des Kanals (27) einander gegenüberliegen oder wenigstes überschneiden.
[0016] Neben der Ringnut (26) befindet sich auf der Außenkontur des Steuerschiebers (18)
eine zweite Ringnut (23). Beide Ringnuten (23) und (26) liegen in Schieberlängsrichtung
gesehen so weit auseinander, daß der Kanal (27) und die Bohrung (28) zum einen durch
den Steuerschieber getrennt und zum andern über die Ringnut (23) miteinander verbunden
werden können.
[0017] Bei einer abgeschalteten und abgekühlten Dieselverbrennungskraftmaschine steht der
Verstellkolben (11) des Spritzverstellers auf seinem unteren Anschlag. An ihm steht
kein Kraftstoffdruck an. Mit dem Starten der Verbrennungskraftmaschine wird der Rollenring
mittels einer nicht dargestellten Kaltstartverstellvorrichtung um einige Winkelgrade
im Uhrzeigersinn um die Rollenringachse (8) zur Einstellung einer den Kaltstart begünstigenden
Früheinspritzung mechanisch verdreht. Folglich schwenkt der Verstellbolzen (10) um
diese Winkelgrade nach oben. Der Verstellkolben folgt dieser Bewegung zwangsläufig.
Sobald in der Anfahrphase der Kraftstoffdruck u.a. in Abhängigkeit von der steigenden
Motordrehzahl und der zunehmenden Last ein bestimmtes Niveau übersteigt, bewegt sich
der Steuerkolben (18) gegen die Wirkung der Rückstellfeder (19) nach oben. Der den
Steuerkolben (18) bewegende Kraftstoff fließt entlang der Gelenkkugel (9) vom Rollenringraum
(4) in den Druckraum (21). Die Ringnut (23) verbindet die Bohrung (28) mit dem Kanal
(27). Da bei kaltem Kraftstoff und kalter Verbrennungskraftmaschine das Blattfederventil
(35) geschlossen ist, kann sich im Arbeitsraum - wenn überhaupt - nur ein geringer,
leckagebedingter Druck aufbauen. Folglich liegt zwar der Verstellkolben (11) am Verstellbolzen
(10) an, drückt aber nicht mit großer Kraft gegen ihn, womit die Kaltstartverstellvorrichtung
mechanisch nur unwesentlich belastet wird. Ohne das geschlossene Blattfederventil
(35) würde der Kraftstoffdruck dem Verstellkolben (11) mit voller Last gegen den Verstellbolzen
(10) pressen und so die Kaltstartverstellvorrichtung belasten.
[0018] Das Blattfederventil (35) öffnet, sobald die Kaltstartbedingungen weggefallen sind.
Schon vorher wird die Kaltstartverstellung des Rollenrings rückgängig gemacht, wodurch
der Verstellkolben hydraulisch die Verstellung des Einspritzzeitpunktes steuert.
Bezugszeichenliste
[0019]
- 1
- Spritzversteller
- 4
- Rollenringraum
- 5
- Pumpengehäuse
- 6, 7
- Gehäusedeckel
- 8
- Ringachse
- 9
- Gelenkkugel
- 10
- Verstellbolzen
- 11
- Verstellkolben
- 12
- Bohrung, Verstellzylinder
- 13
- Rückstellfeder
- 14
- Arbeitsraum
- 15
- Entlastungsraum
- 16
- Entlastungsbohrung
- 17
- Schieberbohrung
- 18
- Steuerschieber
- 19
- Rückstellfeder
- 21
- Druckraum
- 24
- Entlastungskanal
- 23, 26
- Ringnuten
- 27
- Kanal
- 28
- Bohrung
- 29
- Nut
- 30
- Stirnseite von (10)
- 31
- Gehäuseöffnung
- 34, 44
- Ausnehmung
- 35, 45
- Blattfederventil
- 36, 46
- Schließglied, Bimetallblattfeder, Bimetallstreifen
- 37, 47
- Schraube
- 49
- Ventilsitz
1. Kraftstoffeinspritzpumpe mit einem Nockentriebwerk, einem Spritzversteller und einer
Kaltstartverstellvorrichtung, wobei das Nockentriebwerk zur Beeinflussung des Einspritzzeitpunktes
zum einen über die Kaltstartverstellvorrichtung und zum anderen über einen Verstellkolben
des Spritzverstellers hydraulisch in Abhängigkeit von der Drehzahl der Verbrennungskraftmaschine
und deren Last verstellt wird,
dadurch gekennzeichnet,
- daß im Verstellkolben (11) ein den Nachlauf des Verstellkolbens (11) bewirkendes
Steuerventil (17-19) angeordnet ist und
- daß die auf die Steuerdruckseite (30) des Verstellkolbens (11) führende Leitung
(27, 28) mit einem in Strömungsrichtung des Steuermediums öffnenden Ventil (35) verschließbar
oder zumindest drosselbar ist, wobei sich das bei kaltem Motor verschlossene Ventil
(35) mit zunehmender Kraftstoffund/oder Motortemperatur öffnet.
2. Kraftstoffpumpe gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Ventil (35) ein
Blattfederventil ist, dessen Schließglied (36) aus einem Bimetallstreifen besteht.
3. Kraftstoffpumpe gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Ventil (35) in einer
in der Stirnseite (30) angeordneten Ausnehmung (34) versenkt angeordnet ist.
4. Kraftstoffpumpe gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Bimetallstreifen
(46) am Gehäusedeckel (7) befestigt ist.