[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Drucksensor-Bauelement nach dem Oberbegriff des
Anspruches 1 und ein Verfahren zur Herstellung eines Drucksensor-Bauelementes nach
dem Oberbegriff des Anspruches 8.
[0002] Zur Messung von Drücken muss das zu messende Medium an den Sensor herangeführt bzw.
der in dem Medium herrschende Druck an den Sensor übertragen werden. Andererseits
erfordert die Applikation eines Halbleiter-Drucksensors in der endgültigen Anwendung
die geschützte Verkapselung des Sensorchips durch Umhüllung mit einem geeigneten Material,
in der Regel Kunststoff. Die Umhüllung bzw. Verkapselung des Sensorchips erfordert
mehrere Prozess-Schritte, bei denen dem Bauelement die endgültige Form gegeben wird
und ein elektrisches Anschlusskabel nach dem Verlöten mit der Leiterplatine umspritzt
wird.
[0003] Bekannt ist ferner die Applikation des in aller Regel auf dem Grundmaterial Silizium
beruhenden Halbleiterchips in einem starren Gehäuse, beispielsweise DIP-Gehäuse (Dual-Inline-Package-Gehäuse),
SMD-Gehäuse (Surface-Mounted-Design-Gehäuse) oder auch in Sonderbauformen, wobei dieses
Gehäuse nachfolgend auf einer Leiterplatte bestückt wird. Bei einer bekannten Ausführung
erfolgt die Druckankopplung über eine den empfindlichen Sensor abdeckende und somit
schützende Membran aus Metall oder auch Kunststoff, welche auch als separates Zusatzbauteil
ausgeführt sein kann. Probleme ergeben sich hierbei oftmals aufgrund einer nur unzureichenden
Druckeinkopplung durch das Gehäuse bis zum Sensorchip bei gleichzeitigem Schutz des
Sensors. Generell ist eine einfach zu fertigende und dichte Verbindung zwischen dem
zu messenden Medium und dem Sensor gefordert, um eine die Druckmessung verfälschende
Einströmung von Fremdluft zu vermeiden. Andererseits ist in vielen Fällen darüber
hinaus eine Trennung des zu messenden Mediums von den metallischen Bestandteilen des
Sensors sowie vom Halbleiterchip erforderlich, um die Gefahr einer Korrosion oder
eines zerstörenden Einflusses durch das Medium auf die empfindlichen Bestandteile
des Sensors zu vermeiden. Andere Ausführungen von bekannten Drucksensor-Bauelementen
sehen ein offenes Gehäuse vor, bei dem der Schutz des Sensorchips gegen Umwelteinflüsse
nur als zweitrangiges Problem angesehen wird, und der Sensorchip nicht geschützt ist.
Solche Bauformen sind in der Regel nur für nicht aggressive Medien geeignet.
[0004] Aus der DE 42 38 113 A1 ist ein Drucksensor-Bauelement nach dem Oberbegriff des Anspruches
1 bekannt geworden, bei dem der Halbleiterchip allseitig mit einem elastischen Material
(Silikonkautschuk) umgeben ist, das gleichzeitig zur Chipbefestigung und -umhüllung
dient. Die Anordnung bestehend aus Halbleiterchip und Silikonkautschuk-Umhüllung ist
in einem üblichen Gehäuse aus Plastmaterial verkapselt.
[0005] Aus der DE 42 03 832 A1 ist ein Halbleiter-Druckaufnehmer in üblicher Bauart bekannt.
[0006] Aus David J. Beebe et al. In: Sensors and Actuators, Vol. A 50, 1995, S. 55 - 65
ist ein Drucksensor-Bauelement mit einer relativ dicken Membranstruktur bekannt. Die
angelegte Druckkraft wird an die Membran über eine domartige Festkörperstruktur geleitet.
[0007] Aus der DE 40 06 450 A1 ist die Verwendung von Polyimidharzmassen für die Einkapselung
von Halbleiter-Bauelementen bekannt.
[0008] Aus der DE 43 19 786 A1 ist eine in Kunststoff gegossene CCD-Einheit mit einer in
der Bauelementverkapselung eingebrachten Glasabdeckung bekannt geworden, welche das
von außen an den Halbleiterchip gelangende Licht durchlässt.
[0009] Allen bislang bekannten Bauformen von Halbleiter-Drucksensoren gemeinsam ist, dass
zur Herstellung stets ein mehrstufiger Prozess zur Umhüllung bzw. Verkapselung des
Bauelementes erforderlich ist, mit welchem das Bauelement in seine gewünschte Bauform
gebracht wird.
[0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Drucksensor-Bauelement bzw. ein Verfahren
zur Herstellung eines Drucksensor-Bauelementes der eingangs genannten Gattung zur
Verfügung zu stellen, bei dem die Verkapselung des den mechanisch empfindlichen Drucksensor
tragenden Halbleiterchips beziehungsweise des Chipträgers konstruktiv einfacher und
damit auch kostengünstiger erfolgen kann, und gleichzeitig eine vergleichsweise einfach
einzurichtende aber dennoch hinreichend dichte Verbindung zwischen dem zu messenden
Medium und dem Drucksensor gewährleistet werden kann.
[0011] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt vorrichtungsmäßig mit den kennzeichnenden Merkmalen
des Anspruchs 1, verfahrensmäßig mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 8.
[0012] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass wenigstens der der Druckerfassungsfläche des
Drucksensors zugeordnete Abschnitt der Bauelementverkapselung durch ein homogenes
Druckübertragungsmedium bestehend aus einer den zu messenden Druck möglichst verzögerungs-
und dämpfungsfrei übertragenden, jedoch mechanisch widerstandsfähigen, jedenfalls
nach einer gegebenenfalls durchgeführten Aushärtung im Wesentlichen formstabilen Abdeckmasse
dergestalt ausgebildet bzw. angeordnet ist, dass der zu messende Druck durch die Abdeckmasse
unmittelbar auf die Druckerfassungsfläche des Halbleiterchips geführt ist, und eine
allseitig dichte Abdeckung des Drucksensors bzw. des Drucksensor-Bauelementes gegenüber
mechanischen und/oder chemischen Einflüssen gegeben ist. Das erfindungsgemäße Verfahren
zur Herstellung des Drucksensor-Bauelementes sieht vor, nach der Montage und Kontaktierung
des Halbleiterchips auf dem Chipträger das Bauelement mit einer den Halbleiterchip
und/oder den Chipträger umschließenden Bauelementverkapselung aus einem elektrisch
isolierenden Material vorzusehen, wobei wenigstens der der Druckerfassungsfläche des
Drucksensors zugeordnete Abschnitt der Bauelementverkapselung ein homogenes Druckübertragungsmedium
bestehend aus einer den zu messenden Druck möglichst verzögerungs- und dämpfungsfrei
übertragenden, jedoch mechanisch widerstandsfähigen, jedenfalls nach einer gegebenenfalls
durchgeführten Aushärtung im Wesentlichen formstabilen Abdeckmasse dergestalt ausgebildet
bzw. angeordnet wird, dass der zu messende Druck durch die Abdeckmasse unmittelbar
auf die Druckerfassungsfläche des Halbleiterchips geführt ist, und eine allseitig
dichte Abdeckung des Drucksensors bzw. des Drucksensor-Bauelementes gegenüber mechanischen
und/oder chemischen Einflüssen gegeben ist.
[0013] In besonders bevorzugter Weise wird beim erfindungsgemäßen Herstellungsverfahren
das Aufbringen der Abdeckmasse durch ein LSR-(Liquid Silicon Rubber)-Verfahren durchgeführt,
bei dem die in einem Hohlraum einer Spritzgussform eingelegten Komponenten des Bauelementes
mit einem Flüssigsilikonkautschuk oder -gummi umspritzt werden, und daran anschließend
bei vergleichsweise geringem Druck und einer Wärmebehandlung der Silikonkautschuk
oder -gummi ausgehärtet wird, und daran anschließend die restliche Verkapselung des
Drucksensor-Bauelementes vorgenommen wird.
[0014] Der Sensor ist durch die das Drucksensor-Bauelement vollständig umhüllende Abdeckmasse
sowie die weitere Bauelementverkapselung gegen Umwelteinflüsse geschützt, wobei die
zu messenden Drücke verlust- und verzögerungsfrei übertragen werden. Gleichzeitig
kann das Bauelement von Vorteil sowohl in seiner Baugröße als auch seinem Gewicht
minimiert werden.
[0015] Den äußeren Abmessungen und Erscheinungsformen der die Abdeckmasse enthaltenden Bauelementverkapselung
sind an sich keine Grenzen gesetzt; durch Ändern der Gehäuseform bzw. Anpassung des
bei der Verkapselung des Bauelementes zum Einsatz kommenden Spritzwerkzeuges kann
der Sensor bei gleicher Funktion für verschiedene Anwendungen ausgebildet sein. Denkbar
sind beispielsweise Steck- oder Schnappverbindungen, wie sie in der Automobilindustrie
verwendet werden.
[0016] Bei einer bevorzugten Ausführung der Erfindung stellt die Abdeckmasse des den zu
messenden Druck übertragenden Druckübertragungsmediums ein Gummi- oder Kautschuk-
oder ein gummi- oder kautschukartiges Material, vorzugsweise ein insbesondere thermisch
vernetzbares Silikonkautschuk- oder Silikongummimaterial dar.
[0017] Bei der Ausbreitung der Druckwellen erfahren diese in der Abdeckmasse zum Einen zeitliche
Verzögerungen und zum Anderen Verluste. Es wird eine Abnahme der Intensität der Druckwellen
beobachtet, die entsprechend der Ausbreitung von Schall als Dissipation bezeichnet
wird und von der Schallabsorption an schallschluckenden Wandflächen zu unterscheiden
ist. Man beobachtet eine exponentielle Abnahme der Intensität der Druckwellen mit
zunehmender Entfernung mit einem Proportionalitätsfaktor als Dissipationskonstante,
die vom Material der Abdeckmasse abhängt. Die Dissipation der Druckwellen dürfte verschiedene
Ursachen haben; vermutlich fallen Verluste durch Wärmeleitung am stärksten ins Gewicht.
Eine annähernd verlust- und verzögerungsfreie Übertragung des zu messenden Druckes
an den Drucksensor ergibt sich, wenn die zur Druckübertragung wirksame Schichtstärke
des Druckübertragungsmediums oberhalb der Druckerfassungsfläche maximal etwa 300 µm,
vorzugsweise maximal 100 µm bis 200 µm beträgt. Die gezielte Verwendung einer sehr
dünnen Schicht von etwa 100 µm gewährleistet somit eine minimale Druckverzögerung
bzw. -dämpfung sowie Empfindlichkeit gegenüber Beschleunigungen und damit verbundenen
Rückwirkungen auf die Druckmessungen des Sensorchips. Gleichzeitig ist der Chip noch
ausreichend gegen chemische Umwelteinflüsse geschützt, und ein mechanischer Schutz
abhängig vom gewünschten Design in einem gewissen Grad gewährleistet.
[0018] Weitere bevorzugte Ausführungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0019] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles
weiter erläutert. Im Einzelnen zeigt die schematische Darstellung in:
- Figur 1
- eine Schnittansicht durch ein Drucksensor-Bauelement für die Oberflächenmontage, bei
dem das Drucksensorgehäuse eine flexible Abdeckmasse besitzt.
[0020] Figur 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Drucksensor-Bauelementes
1 für eine Oberflächenmontage auf der Bestückungsfläche einer Leiterplatte. Das Drucksensor-Bauelement
1 besitzt einen eine annähernd ebene Chipträgerfläche 2 aufweisenden Chipträger 3
aus elektrisch leitendem Material, auf welcher Chipträgerfläche 2 ein Halbleiterchip
4 aus Silizium-Grundmaterial mit einem integriert ausgebildeten Drucksensor und diesem
zugeordneter elektronischer Schaltung befestigt ist, wobei der Drucksensor und die
Schaltung in den Figuren nicht näher dargestellt sind, sondern lediglich schematisch
eine Druckerfassungsfläche 5 angedeutet ist, die dem zu messenden Druck P ausgesetzt
ist. Als Schutz gegen äußere Umwelteinflüsse besitzt das Drucksensor-Bauelement 1
eine den Halbleiterchip 4 und/oder den Chipträger 3 wenigstens bereichsweise umschließende
Bauelementverkapselung 6 aus einem elektrisch isolierenden Material, beispielsweise
einem Duroplast- oder Thermoplastmaterial. Der Chipträger 3 ist in an sich bekannter
Bauart als sogenanntes "Leadframe", d.h. als vorgefertigtes Chipträgersubstrat ausgebildet
und besitzt eine Vielzahl von die Bauelementverkapselung 6 durchsetzenden, vermittels
Bonddrähte 7 elektrisch mit dem Drucksensor bzw. der diesem zugeordneten elektronischen
Schaltung des Halbleiterchips verbundenen Elektrodenanschlüssen 8, 9 (in Figur 1 sind
lediglich zwei Elektrodenanschlüsse dargestellt, wobei der Elektrodenanschluss 9 über
eine Rückseitenkontaktierung 10 direkt mit der Unterseite des Halbleiterchips 4 elektrisch
gekoppelt ist), die in der Form von nach wenigstens zwei Seiten des Chipträgers 3
herausgeführten Anschlussbeinchen ausgebildet sind, die in bekannter Weise zu kurzen
schwingenförmigen Anschluss-Stummeln gebogen und geschnitten sind. Eine solche Anordnung
gewährleistet die Montage des Bauelementes 1 auf der Bestückungsoberfläche einer (nicht
näher dargestellten) Leiterplatte in SMD-Technik. Während bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel
für die elektrische Verbindung des auf dem Halbleiterchip 4 integriert ausgebildeten
Drucksensors bzw. der diesem zugeordneten elektronischen Schaltung mit den Elektrodenanschlüssen
8, 9 ein Drahtkontaktierverfahren zum Einsatz gelangt, bei dem Bonddrähte 7 auf dem
Chip 4 befestigt und an das entsprechend zu verbindende Elektrodenbeinchen 8 gezogen
werden, kann darüber hinaus für diese elektrische Verbindung auch eine sogenannte
Spider-Kontaktierung Verwendung finden, bei der anstelle von Bonddrähten eine elektrisch
leitende Systemträgerplatte zum Einsatz gelangt, auf welcher der Chip 4 unmittelbar
kontaktiert wird.
[0021] Der auf dem Halbleiterchip 4 aus Silizium integrierte Drucksensor stellt einen sogenannten
piezoresistiven Sensor dar, bei dem eine in der Oberfläche des Chips 4 nach Methoden
der Mikromechanik gefertigte dünne Silizium-Membran vorgesehen ist, die elektrisch
mit druckabhängigen Widerständen gekoppelt ist, welche gleichfalls im Siliziumsubstrat
ausgebildet sind und in an sich bekannter Weise in einer Brückenschaltung geschaltet
sind. Gleichfalls im Halbleiterchip 4 integriert ist eine dem Sensor zugeordnete Schaltung,
die der Signalaufbereitung (Verstärkung und Korrektur), aber auch einem Abgleich und
einer Kompensation des Sensors dient. Gegenüber sonstigen Bauformen eignen sich solche,
der Erfindung zugrunde liegenden Halbleiter-Drucksensoren vornehmlich für solche Anwendungen,
bei denen es auf eine geringste Baugröße ankommt, also beispielsweise bei Druckmessungen
im Kraftfahrzeugbereich, beispielsweise bei der Messung von Bremsdrücken, Reifendrücken,
Brennraumdrücken und dergleichen. Neben Halbleiter-Drucksensoren, die nach dem Prinzip
der piezoresistiven Druckmessung arbeiten, sind darüber hinaus auch solche verwendbar,
die mit kapazitiven Messprinzipien arbeiten.
[0022] Erfindungsgemäß ist der Sensor mit einer den zu messenden Druck P möglichst verzögerungs-
und dämpfungsfrei übertragenden, jedoch mechanisch widerstandsfähigen, jedenfalls
nach einer gegebenenfalls durchgeführten Aushärtung im Wesentliche formstabilen Abdeckmasse
11 als homogenes Druckübertragungsmedium überdeckt. Vorzugsweise weist die Abdeckmasse
11 ein Silikonkautschukmaterial oder Silikongummimaterial auf, welches in zunächst
flüssiger oder fließfähiger Konsistenz vorliegt und nach Formgebung durch eine Wärmebehandlung
thermisch vernetzt wird und danach im Wesentlichen formstabil bleibt. Die zur Druckübertragung
wirksame Schichtstärke a des Druckübertragungsmediums oberhalb der Druckerfassungsfläche
5 wird so gewählt, dass der zu messende Druck möglichst verzögerungs- und dämpfungsfrei
übertragen werden kann, und gleichzeitig die vermittels Low Loop Bonding gefertigten
Bonddrähte 7 geringer Schleifenhöhe noch innerhalb der Abdeckmasse 11 bzw. des Verkapselungsmaterials
6 eingebettet sind. Eine Schichtstärke a von etwa 100 µm bewirkt eine nur geringe
Druckverzögerung bzw. Dämpfung, gewährleistet in einem gewissen Grad noch ausreichenden
mechanischen Schutz. In jedem Fall liegt die Schichtstärke a unterhalb von etwa 300
µm.
[0023] Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung des Drucksensor-Bauelementes
wird zunächst der drucksensitive Bereich mit der flexiblen Abdeckmasse 11 versehen.
Dies erfolgt vorzugsweise im LSR-(Liquid Silicon Rubber)-Verfahren, bei dem die in
einem Holzraum einer Spritzgussform eingelegten Komponenten des Bauelementes, sprich
Leadframe 3 mit befestigtem Chip 4 nebst Bonddrähten 7 mit einem Flüssigsilikonkautschuk
oder -gummi umspritzt werden, und daran anschließend bei vergleichsweise geringem
Druck und einer Wärmebehandlung die Abdeckmasse 11 ausgehärtet wird. Daran anschließend
wird das Bauteil mit Standardpressmassen wie beispielsweise Duroplast- oder Thermoplastpressmassen
in an sich bekannter Art verkapselt und so eine mechanisch widerstandsfähige Bauform
hergestellt. Für diese eigentliche Verkapselung 6 kann somit ein an sich bekannter
Umpressvorgang mit wärmehärtenden Duroplast zum Einsatz gelangen, wie es bei Standardbauelementen
verwendet wird. Wie beim Transferpressen mit Duroplasten üblich, wird die für einen
Pressvorgang erforderliche Kunststoffmenge an einer Stelle erwärmt und plastiziert
und von dort mit einem Stempel durch Kanäle in das geschlossene Werkzeug mit dem zu
umhüllenden Bauelement gedrückt, wo sie aushärtet und dann als fertiges Produkt entnommen
werden kann.
[0024] Das erfindungsgemäße Bauelement ermöglicht eine im Wesentlichen ungestörte Druckankopplung
bei gleichzeitig dichter Abdeckung des Sensors in einem mechanisch sehr widerstandsfähigem
Gehäuse. Das Gehäuse ist resistent gegen chemische Einflüsse.
1. Drucksensor-Bauelement mit einem Chipträger (3), auf welchem ein Halbleiterchip (4)
mit einem integriert ausgebildeten Drucksensor angeordnet ist, der eine dem zu messenden
Druck (P) ausgesetzte Druckerfassungsfläche (5) besitzt, und mit einer den Halbleiterchip
(4) und/oder den Chipträger (3) wenigstens bereichsweise umschließenden Bauelementverkapselung
(6) aus einem elektrisch isolierenden Material, wobei wenigstens der der Druckerfassungsfläche
(5) des Drucksensors zugeordnete Abschnitt der Bauelementverkapselung (6) durch ein
homogenes Druckübertragungsmedium bestehend aus einer den zu messenden Druck (P) möglichst
verzögerungs- und dämpfungsfrei übertragenden, jedoch mechanisch widerstandsfähigen,
jedenfalls nach einer gegebenenfalls durchgeführten Aushärtung im Wesentlichen formstabilen
Abdeckmasse (6) dergestalt ausgebildet bzw. angeordnet ist, dass der zu messende Druck
(P) durch die Abdeckmasse (6) unmittelbar auf die Druckerfassungsfläche (5) des Halbleiterchips
(4) geführt ist, und eine allseitig dichte Abdeckung des Drucksensors bzw. des Drucksensor-Bauelementes
(1) gegenüber mechanischen und/oder chemischen Einflüssen gegeben ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Bauelementverkapselung (6) eine Ausnehmung besitzt, in welcher die Abdeckmasse
eingebracht ist.
2. Drucksensor-Bauelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Abdeckmasse des den zu messenden Druck (P) übertragenden Druckübertragungsmediums
ein Gummi- oder Kautschuk- oder ein gummi- oder kautschukartiges Material aufweist.
3. Drucksensor-Bauelement nach einem der Ansprüche 1 bis 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Abdeckmasse des den zu messenden Druck (P) übertragenden Druckübertragungsmediums
ein insbesondere thermisch vernetzbares Silikonkautschuk- oder Silikongummimaterial
aufweist.
4. Drucksensor-Bauelement nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die zur Druckübertragung wirksame Schichtstärke des Druckübertragungsmediums
oberhalb der Druckerfassungsfläche (5) maximal etwa 300 µm, vorzugsweise maximal 100
µm bis 200 µm beträgt.
5. Drucksensor-Bauelement nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Chipträger (3) elektrisch mit dem Drucksensor bzw. einer dem Drucksensor
zugeordneten elektronischen Schaltung des Halbleiterchips (4) verbundene Elektrodenanschlüsse
(8, 9) aufweist, welche Elektrodenanschlüsse (8, 9) die Bauelementverkapselung (6)
durchsetzen.
6. Drucksensor-Bauelement nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die die Bauelementverkapselung (6) durchsetzenden Elektrodenanschlüsse (8, 9)
eine oberflächenmontierbare Anordnung besitzen.
7. Drucksensor-Bauelement nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verbindung zwischen den nach außen geführten Elektrodenanschlüssen (8, 9)
und dem Drucksensor bzw. elektronischen Schaltung des Halbleiterchips (4) vermittels
Bonddrähten (7) geringer Schleifenbildung ("Low Loop Bonding") ausgebildet ist.
8. Verfahren zur Herstellung eines Drucksensor-Bauelementes (1) mit einem Chipträger
(3), auf welchem ein Halbleiterchip (4) mit einem integriert ausgebildeten Drucksensor
angeordnet ist, der eine dem zu messenden Druck ausgesetzte Druckerfassungsfläche
(5) besitzt,
gekennzeichnet durch die Schritte:
- Montieren und Kontaktieren des Halbleiterchips (4) auf dem Chipträger (3),
- Verkapseln des Drucksensor-Bauelementes (1) mit einer den Halbleiterchip (4) und/oder
den Chipträger (3) umschließenden Bauelementverkapselung (6) aus einem elektrisch
isolierenden Material, wobei wenigstens der der Druckerfassungsfläche (5) des Drucksensors
zugeordnete Abschnitt der Bauelementverkapselung (6) ein homogenes Druckübertragungsmedium
bestehend aus einer den zu messenden Druck (P) möglichst verzögerungs- und dämpfungsfrei
übertragbaren, jedoch mechanisch widerstandsfähigen, jedenfalls nach einer gegebenenfalls
durchgeführten Aushärtung im Wesentlichen formstabilen Abdeckmasse dergestalt ausgebildet
bzw. angeordnet wird, dass der zu messende Druck (P) durch die Abdeckmasse unmittelbar
auf die Druckerfassungsfläche (5) des Halbleiterchips (4) geführt ist, und eine allseitig
dichte Abdeckung des Drucksensors bzw. des Drucksensor-Bauelementes (1) gegenüber
mechanischen und/oder chemischen Einflüssen gegeben ist, wobei das Aufbringen der
Abdeckmasse durch ein LSR-(Liquid Silicon Rubber)-Verfahren durchgeführt wird, bei
dem die in einem Hohlraum einer Spritzgussform eingelegten Komponenten des Bauelementes
(1) mit einem Flüssigsilikonkautschuk oder -gummi umspritzt werden, und daran anschließend
bei vergleichsweise geringem Druck und einer Wärmebehandlung der Silikonkautschuk
oder -gummi ausgehärtet wird, und daran anschließend die restliche Verkapselung des
Drucksensor-Bauelementes vorgenommen wird.