[0001] Die Erfindung betrifft ein leistungstaugliches Bandpaßfilter, welches aus mehreren
supraleitenden planaren Resonatoren gebildet wird und für den Einsatz in hochfrequenztechnischen
Systemen der Kommunikations- und Ortungstechnik geeignet ist.
Beschreibung
[0002] Bandpaßfilter werden in hochfrequenztechnischen Systemen im Empfangszweig z. B. als
Vorselekionsfilter und in Form einer Filterbank zur Frequenzkanalisierung (Eingangs-Multiplexer)
eingesetzt. Im Sendezweig bilden sie z. B. die Elemente eines Ausgangs-Multiplexers,
dessen Aufgabe die möglichst verlustfreie Zusammenführung der verstärkten Signale
der verschiedenen Frequenzkänale auf eine gemeinsame Antenne ist.
[0003] Solche Bandpaßfilter werden meistens aus einzelnen Resonatoren aufgebaut, die untereinander
und mit den Zuleitungen geeignet gekoppelt sind. Die Funktion der Resonatoren in einer
Bandpaßstruktur besteht in der möglichst verlustfreien Speicherung elektromagnetischer
Feldenergie. Die bei Resonatoren mit der Energiespeicherung unvermeidlich verknüpften
Dissipationsverluste können quantitativ über die sogenannte Leerlaufgüte beschrieben
werden. Dabei gibt die Leerlaufgüte Q
0 eines Resonators das Verhältnis des Produkts aus der im Mittel gespeicherten Feldenergie
W und der Kreis-Resonanzfrequenz ω
0 zur dissipierten Leistung P
diss gemäß

an.
[0004] Dissipationsverluste degradieren den Frequenzgang eines Bandpaßfilters im Vergleich
zum idealen verlustlosen Bandpaßfilter in der Weise, daß die Einfügungsdämpfung im
Durchlaßbereich vergrößert wird und die Filterflanken

verschliffen" werden. Dieser degradierende Einfluß der Dissipationsverluste ist umso
stärker, je kleiner die relative Bandbreite des Filters und je steiler seine Filterflanken
sind. Damit werden für Filter mit hohen Anforderungen an die Flankensteilheit und
die relative Bandbreite Resonatoren hoher Leerlaufgüte, typischerweise mit
Q0 > 10 000 benötigt. Betrachtet man Filter verschiedener Bauform aus normalleitenden
Materialien, also z. B. Filter aus gekoppelten Hohlleitungsresonatoren, aus gekoppelten
Koaxialleitungsresonatoren oder aus gekoppelten planaren Mikrostreifenleitungsresonatoren,
so ergibt sich, daß die erzielbare Leerlaufgüte umso geringer ist, je kleiner die
geometrischen Abmessungen der Resonatoren sind. Daher müssen Filter für hohe Anforderungen
aus relativ großen Hohlleitungsresonatoren aufgebaut werden.
[0005] Es ist bekannt , daß durch Verwendung von gekühlten planaren Resonatorstrukturen
mit Leiterbahnen aus Hochtemperatursupraleitern auf einkristallinen Substratmaterialien
Resonatoren realisiert werden können, die bei einer Betriebstemperatur von ca. 60
bis 80 K Leerlaufgüten bis ca. 200 000 erreichen und dabei wesentlich kleinere geometrische
Abmessungen als konventionelle Hohlleitungsresonatoren mit Leerlaufgüten von ca. 20
000 aufweisen.
[0006] Der Verwendung von planaren Resonatoren aus Hochtempeatursupraleitern in Filtern
für

höhere" Betriebsleistungen ist jedoch dadurch eine physikalische Grenze gesetzt, daß
die supraleitenden Eigenschaften heute bekannter Materialien degradieren, wenn die
magnetische Feldstärke des hochfrequenten Feldes an der Oberfläche des supraleitenden
Films Werte von ca. 50 A/cm übersteigt. Dieser Effekt erweist sich bei den planaren
Leiterstrukturen als besonders nachteilig, da es bei kantenparallel verlaufenden Stromlinien
aufgrund der magnetischen Feldverdrängung an den Kanten der Leiter zu einer lokalen
Feldüberhöhung etwa um den Faktor 10 kommt. Der Wert der maximalen Hochfrequenz-Magnetfeldstärke
ist proportional zur Quadratwurzel aus der im Resonator gespeicherten Feldenergie,
wobei der Propertionalitätsfaktor von der Resonatorform und dem Schwingungstyp abhängt.
Weiterhin ist die pro Resonator gespeicherte Feldenergie proportional zur Durchgangsleistung
des Filters und dem Kehrwert der relativen Bandbreite.
[0007] Bei Verwendung von supraleitenden planaren Resonatoren mit kantenparallelen Stromlinien
in Filtern mit einer relativen Bandbreite in der Größenordnung von ca. 0,3 bis 2 %
kann es aufgrund der oben beschriebenen Effekte bereits zu Degradationen der Filtereigenschaften
kommen, wenn die Betriebsleistung einen Wert von ca. 0,2 bis 2 W überschreitet.
[0008] Eine Lösung dieses Problems des niedrigen Energiespeicherungsvermögens planarer Resonatoren
aus Hochtemperatur-Supraleitern wurde im Rahmen der Erfindung nach Patentanmeldung
DE 44 36 295 A1 angegeben. Die dort vorgeschlagene Lösung sieht die Verwendung kreisrunder
Scheiben- oder Ringresonatoren vor, welche im TM010-Schwingungstyp angeregt werden.
Da hierbei keine kantenparallelen Stromlinien auftreten, kann man in einem solchen
Resonator im Vergleich zu Resonatoren gleichen Volumens aber mit kantenparallelen
Strömen eine etwa um den Faktor 100 höhere elektromagnetische Feldenergie ohne Degradation
speichern. Damit erreicht man mit solchen Resonatoren für Filter mit einer Bandbreite
von ca. 0,3 bis 2 % Leistungsverträglichkeiten von mindestens 20 bis 200 W.
[0009] In der Patentanmeldung DE 44 36 295 A1 werden solche Resonatoren in der Form beschrieben,
daß sie aus einem einkristallinen Substrat bestehen, auf das beidseitig supraleitende
Dünnfilme aufgewachsen sind Weiter wird beschrieben, daß auf der einen Seite, hier
als

Vorderseite" bezeichnet, die supraleitfähige Schicht so strukturiert wird, daß nur
eine kreisförmige Leiterfläche oder nur eine konzentrisch ringförmige Leiterfläche
übrigbleibt. Auf der anderen Seite, hier als

Rückseite" bezeichnet, bleibt die Leiterschicht bis zum Substratrand erhalten. Auf
dieser Rückseite können jedoch gemäß der Patentanmeldung DE 44 36 295 A1 kreisrunde
oder ringförmige Aussparungen in der Leiterschicht für Koppelzwecke vorgesehen werden.
In der Patentanmeldung DE 44 36 295 A 1 wird auch erläutert, daß man aus teilweise
übereinander und teilweise nebeneinander angeordneten Resonatoren ein Bandpaßfilter
aufbauen kann.
[0010] Bei der Ausnutzung der mit der Patentanmeldung DE 44 36 295 A1 dokumentierten Erfindung
zur Realisierung von Bandpaßfiltern in Ausgangsmultiplexern (z. B. für Kommunikationssatelliten)
ergibt sich, daß an solche Filter bestimmte zusätzliche Anforderungen gestellt werden,
deren Erfüllung zusätzlich zu den in DE 44 36 295 A1 angegebenen technischen Lösungen
die Lösung weitererer technischer Aufgaben erfordert. Im folgenden werden zunächst
diese in der Patentanmeldung DE 44 36 295 A1 nicht berücksichtigten Aufgabenstellungen
erläutert und danach wird angegeben, wie diese zusätzlichen Aufgaben im Rahmen der
hier beschriebenen (neuen) Erfindung auf eine deutlich über den bisherigen Stand der
Technik herausragenden Weise gelöst werden.
[0011] Falls die Bandpaßfflter in einem Eingangs- oder Ausgangsmultiplexer eingesetzt werden,
so sind diesen einzelnen Filtern verschiedene Durchlaßfrequenzbereiche zugeordnet,
die in ihrer Gesamtheit den Betriebsfrequensbereich des Multiplexers bestimmen. Die
typische relative Bandbreite eines einzelnen Filters beträgt ca. 1 % , während der
gesamte Betriebsfrequenzbereich eine typische Breite von 20 % hat. Dies bedeutet,
daß für ein Filter mit einem Durchlaßbereich am unteren Ende des Betriebsfrequenzbereichs
im gesamten Frequenzbereich oberhalb dieses Durchlaßbereichs auf einer Breite von
ca. 20 % keine wesentliche Degradation des Sperrverhaltens auftreten darf. Dieser
Frequenzbereich sei für die folgenden Erörterungen als

Betriebssperrbereich" bezeichnet. In analoger Weise muß für ein Filter mit einem Durchlaßbereich
am oberen Ende des Betriebsfrequenzbereichs der Frequenzbereich unterhalb dieses Durchlaßbereichs
auf einer Breite von ca. 20 % frei von Störungen des Sperrverhaltens sein.
[0012] Alle Resonatoren weisen neben dem erwünschten Schwingungstyp bei anderen Frequenzen
weitere unerwünschte Schwingungstypen (

Störmoden") auf. Der hier für den Betrieb des Filters erwünschte kantenstromfreie
TM010-Schwingungstyp steht nicht den Grundschwingungstyp dar und daher gibt es sowohl
unerwünschte Schwingungstypen mit Resonanzfrequenzen unterhalb als auch unerwünschte
Schwingungstypen mit Resonanzfrequenzen oberhalb der Resonanzfrequenz der TM010-Schwingung.
Der im Frequenzbereich benachbarte Schwingungstyp niedrigerer Resonanzfrequenz ist
die TM210-Schwingung und der benachbarte Schwingungstyp höherer Resonanzfrequenz die
TM310-Schwingung. Der gegenseitige Abstand der Resonanzfrequenzen dieser Schwingungstypen
hängt von einigen Geometrieparametern der Resonatoren ab. Das Sperrverhalten eines
Filters wird degradiert, wenn die Resonanzfrequenz eines unerwünschten Schwingungstyps
in den Betriebssperrbereich fallt. In der Patentanmeldung DE 44 36 295 A1 sind keine
Lösungsvorschläge für diese Aufgabenstellung angegeben.
[0013] Bei der Realisierung von Bandpaßfiltern erhält man aus den gegebenen Filterspezifkationen
die erforderlichen Resonanzfrequenzen der einzelnen Resonatoren sowie die erforderlichen
Koppelfaktoren zwischen den einzelnen Resonatoren. Im Filterentwurf werden diese Sollwerte
in Geometrieparameter der Struktur (

Design-Werte") umgesetzt. Das nach diesem Entwurf realisierte Filter weist jedoch
aufgrund von Apoximationen in der theoretischen Modellierung und aufgrund von Fertigungs-
und Materialabweichungen ein vom erwünschten Frequenzgang abweichendes Verhalten auf.
Daher ist es insbesondere bei Filtern mit relativ kleiner Bandbreite erforderlich,
daß das Filter Abstimmelemente enthält, welche eine nachträgliche Feinkorrektur (

Trimmung") der Filterparameter erlauben.
[0014] Es ist vorteilhaft, wenn die Resonanzfrequenzen der einzelnen Resonatoren parat voneinander
trimmbar sind und wenn zusätzlich auch die Koppelfaktoren zwischen den Resonatoren
auf mechanischem Wege verinderbar sind. Die in der Patentanmeldung DE 44 36 295 A1
vorgeschlagene Struktur von Bandpaßfiltern sieht vor, daß bei übereinander angeordneten
planaren Resonatoren alle Vorderseiten der Resonatoren zur gleichen Seite ausgerichtet
sind und jeweils die Vorderseite eines untenliegenden Resonators durch Koppellöcher
oder Koppelringe in der Rückseite des darüberliegenden Resonators verkoppelt wird.
Bringt man in die Volumenbereiche zwischen jeweils zwei Resonatoren dielektrische
Abstimmschrauben oder sonstige dielektrische Einsätze ein, so wirkt eine Verschiebung
dieser dielektrischen Einsätze gleichermaßen auf die Resonanzfrequenz des Resonators
und den Koppelfaktor.
[0015] In der Patentanmeldung DE 44 36 295 A1werden die Kopplungen zwischen den Toren und
den Resonatoren und die Kopplungen nebeneinder liegender Resonatoren über normalleitende
Strukturen bewerkstelligt. Diese Art der Kopplung kann zu einer Degradation der Leerlaufgüte
durch Dissipationsverluste in den Koppelelementen führen.
[0016] Im Hinblick auf diesen Stand der Technik stellt sich der Erfindung die technische
Aufgabe, eine Konfiguration für die planaren supraleitenden Resonatoren und das umgebende
normalleitende Gehäuse anzugeben, welche eine deutliche Verschiebung der Resonanzfrequenzen
der unerwünschten Schwingungstypen relativ zur Resonanzfrequenz der erwünschten TM010-Schwingung
erlaubt und gleichzeitig eine unabhängige Verstimmbarkeit der Resonanzfrequenzen jedes
einzelnen Resonators und der Kopplung zwischen den Resonatoren ermöglicht. Weiterhin
ist es die Aufgabe der Erfindung, Koppelmöglichkeiten zwischen den Anschlußleitungen
(

Toren") und den äußeren Resonatoren des Filters zu schaffen, welche die Leerlaufgüte
der Resonatoren nicht wesentlich degradieren.
[0017] Diese Aufgabe wird durch eine Konfiguration mit den Merkmalen des Anspruch 1 und
der folgenden Ansprüche gelöst.
[0018] Erfindungsgemäß ist erkannt worden, daß eine weitgehendst von der Verstimmung der
Resonanzfrequenzen unabhängige Verstimmung der Kopplung zwischen zwei Resonatoren
dadurch ermöglicht wird, daß man bei übereinander angeordneten planaren Resonatoren,
die mit einem supraleitfähigen Film beschichteten Rückseiten der Resonatoren einander
zuwendet und bei einem gegenseitigen Abstand von ca. d = 0,5 bis 2 mm dieser Rückseiten
von Leitermaterial freie kreisrunde Koppellöcher mit dem Radius r
i einführt. Dadurch entstehen jeweils zwischen zwei übereinander angeordneten Resonatoren
Vakuum-Zwischenräume (

Koppelvolumen"), in denen die durch die Koppellöcher durchgreifenden Streufelder zur
Verkopplung der Resonatoren führen. Der sich aus den Filterspezifikationen ergebende
Design-Wert des jeweiligen Koppelfaktors wird durch geeignete Wahl des Abstands d
und des Koppellochradius r
i realisiert, wobei eine Verkleinerung des Abstands d die gleiche Wirkung wie eine
Vergrößerung des Koppellochradius r
i hat und somit ein Freiheitsgrad zur weiteren Optimierung erhalten bleibt. Die nachträgliche
Verstimmbarkeit des Koppelfaktors (

Trimmung") wird erreicht, indem man in das Koppelvolumen einen verlustarmen dielektrische
Einsatz einbringt. Durch laterale Verschiebung des dielektrischen Einsatzes relativ
zum Koppelloch läßt sich der Koppelfaktor verändern.
[0019] Zwischen den voneinander abgewandten Vorderseiten der Resonatoren mit den kreisförmigen
hochtemperatursupraleitfähigen konzentrischen Flächen vom Radius r
a und den normalleitenden Gehäuseteilen befinden sich Vakuum-Zwischenräume, welche
von dem über den Rand der kreisförmigen Leiterfläche austretenden Streufeld erfüllt
sind. Durch Einbringen dielektrischer Schrauben mechanisch veränderbarer Eintauchtiefe
lassen sich somit die Resonanzfrequenzen der einzelnen Resonatoren ohne wesentliche
Auswirkung auf die gegenseitige Verkopplung verstimmen.
[0020] Ein wesentlicher Teil der Erfindung betrifft die Möglichkeit zur Verschiebung der
Resonanzfrequenzen der unerwünschten TM210- und TM310-Schwingung relativ zur Frequenz
der erwünschten kantenstromfreien TM010-Schwingung. Die Resonanzfrequenz der unerwünschten
TM210-Schwingung liegt unterhalb, die der unerwünschten TM310-Schwingung oberhalb
der Resonanzfrequenz der TM010-Schwingung. Durch Vergrößerung des Radienverhältnisses
r
i/r
a von ca. 0,1 auf Werte von ca. 0,4 , läßt sich der Abstand der Resonanzfrequenz der
TM210-Schwingung zur Resonanzfrequenz der erwünschten Schwingung von ca. 10% auf ca.
25 % vergrößern, wobei sich jedoch der Abstand der Resonanzfrequenz der TM310-Schwingung
von ca. 25 % auf nahezu 0 % verringert. Da, wie oben ausgeführt, bei der Realisierung
eines gegebenen Werts des Koppelfaktors eine Vergrößerung des Koppellochs durch eine
Vergrößerung des Abstands d kompensiert werden kann, erreicht man für Filter, deren
Durchlaßbereich dicht an der oberen Grenze des Betriebsfrequenzbereichs liegt eine
Störmodenfreiheit unterhalb des Durchlaßbereichs von bis zu ca. 22 %, wenn man relativ
große Koppellöcher verwendet. Umgekehrt ist jedoch allein durch Veränderung des Koppellochradius
die Erzielung eines ca. 22 % breiten störmodenfreien Frequenzbereichs oberhalb des
Durchlaßbereichs von Filtern, deren Durchlaßbereich dicht an der unteren Grenze des
Betriebsfrequenzbereichs liegt, nicht möglich. Dies liegt daran, daß eine Verringerung
des Koppelochradius auf Werte unter ca.

so kleine Werte des Abstandes d (typischerweise < 0,2 mm) erfordern würde, daß in
das so entstehende Koppelvolumen kein dielektrischer Einsatz mehr einbringbar wäre
und/oder der Designwert der Kopplung gar nicht mehr realisierbar wäre. An dieser Stelle
ist erfindungsgemäß erkannt worden, daß die Einführung eines kegelförmigen Stufenrings
in dem der Vorderseite der Resonatoren gegenüberliegendem Teil des Gehäuses eine Verschiebung
der Resonanzfrequenzen beider unerwünschter Schwingungstypen, also der TM210- und
der TM310-Schwingung zu höheren Werten ermöglicht. Damit kann, insbesondere für Filter
mit einem Durchlaßbereich dicht am unteren Rand des Berriebsfrequenzbereichs, trotz
eines zur Erreichung typischer Werte des Koppelfaktors notwendigen Radienverhältnisses
r
i/r
a > 0,12 ein störmodenfreier Bereich oberhalb des Durchlaßbereichs von ca. 22 % erzielt
werden.
[0021] Um den Vorteil der beschriebenen Anordnung von Resonatorpaaren auch für 4-kreisige
Filter mit quasielliptischem Verhalten zu erhalten, können diese vierkreisigen Filter
aus zwei nebeneinander angeordneten Filterpaaren gebildet werden, wobei nebeneinander
liegende Resonatoren durch zusätzliche Strukturen verkoppelt werden.
[0022] Zur Vermeidung einer Degradation der Leerlaufgüte durch Dissipationsverluste in den
Koppelstrukturen zwischen jeweils dem ersten und letzten Resonator und den Anschlußleitungen
sowie in den Koppelstrukturen für nebeneinander liegende Resonatoren können diese
Strukturen ebenfalls unter Verwendung von Hochtemperatursupraleiter-Material realisiert
werden. Hierzu wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, die Anschlußleitungen als Mikrostreifenleitungen
mit supraleitenden Leiterbahnen auszuführen, welche mit den Resonatoren entweder über
eine kapazitive supraleitende Brücke oder eine supraleitende Struktur mit schlitzartigen
Koppelkapazitäten oder galvanisch verkoppelt sind. Die Koppelstrukturen für nebeneinander
liegende Resonatoren können ebenfalls über eine supraleitende kapazitive Brücke oder
eine Anordnung mit Schlitzkapazitäten realisiert werden.
Nachstehend ist die Erfindung anhand von Zeichnungen dargestellt, welche jedoch nur
Ausführungsbeispiele darstellen. Es zeigen
- Fig.1
- einen Querschnitt durch einen einzelnen supraleitenden Ringresonator mit normalleitendem
Gehäuse;
- Fig.2
- die Stromflußlinien für den erwünschten TM 010-Schwingungstyp sowie die beiden unerwünschten
Schwingungstypen TM 210 und TM 310;
- Fig.3
- die Resonanzfrequenzen f210 und f310 der unerwünschen Schwingungstypen relativ zur Resonanzfrequenz f010 des erwünschten Schwingungstyps in Abhängigkeit vom Radienverhältnis des Ringresonators;
- Fig.4
- die erfindungsgemäße Gestaltung des Resonatorgehäuses mit kegelförmigem Stufenring
zur Beeinflussung der Resonanzfrequenzen der unerwünschten Schwingungstypen;
- Fig.5
- die Resonanzfrequenzen f210 und f310 der unerwünschen Schwingungstypen relativ zur Resonanzfrequenz f010 des erwünschten Schwingungstyps in Abhängigkeit vom Durchmesser des kegelförmigen
Stufenrings;
- Fig.6
- den Querschnitt eines zweiltreisigen Bandpaßfilters bestehend aus 2 Ringresonatoren
mit der erfindungsgemäßen mechanisch abstimmbaren Kopplung zwischen den beiden Resonatoren;
- Fig.7
- den prinzipiellen Aufbau eines vierkreisigen Bandpaßfilters mit quasielliptischer
Frequenzcharakteristik aus 4 supraleitenden Ringresonatoren;
- Fig.8
- eine Möglichkeit zur Ankopplung der äußeren Resonatoren eines Bandpaßfilters an die
Tore mit Hilfe von kapazitiven Brücken, gezeigt in Draufsicht und im Querschnitt;
- Fig. 9
- zwei zu Fig. 8 alternative Möglichkeiten zur Ankopplung der äußeren Resonatoren eines
Bandpaßfilters an die Tore mit Hilfe von Schlitzkapazitäten (oben) und auf galvanischem
Wege (unten);
- Fig. 10
- eine mögliche Gestaltung der Verkopplung zwischen zwei nebeneinader angeordneten Ringresonatoren
über eine kapazitive Brücke;
- Fig.11
- eine zu Fig. 10 alternative Gestaltung der Verkopplung zwischen zwei nebeneinader
angeordneten Ringresonatoren mit Hilfe von Schlitzkapazitäten;
- Fig. 12
- eine mögliche Gestaltung der Verkopplung zwischen zwei nebeneinander angeordneten
Ringresonatoren mit 180 Grad Phasendrehung.
[0023] In Fig. 1 ist ein dem Stand der Technik (Patentanmeldung DE 44 36 295 A 1) entsprechender
supraleitender Einzelresonator nebst Gehäuse dargestellt. Er besteht aus einem einkristallinen
Substrat 1, z. B. aus Lanthanaluminat oder Saphir, auf das beidseitig supraleitende
Leiterstrükturen z. B. aus dem Hochtemperatursupraleiter YBa
2Cu
3O
7-δ aufgebracht sind. Die obere Leiterschicht 2 ist kreisförmig mit einem Radius r
a strukturiert. Die untere Leiterschicht 3 hat zum Zwecke der Kopplung mit einem zweiten
darunter angeordneten Resonator (hier noch nicht dargestellt) eine kreisförmige Aussparung
(

Koppelloch") mit dem Radius r
i. Zur elektromagnetischen Abschirmung des Resonators ist dieser mit einem Gehäusedeckel
4 versehen, der z. B. die in Fig. 1 gezeigte zylinderförmige Form haben kann und aus
normalleitendem Material wie z. B. Kupfer etc. bestehen kann.
[0024] Gemäß der Patentanmeldung DE 44 36 295 A 1 wird der TM 010 -Schwingungstyp des Ringresonators
zur Realisierung von Bandpaßfiltern eingesetzt. Bei diesem Schwingungstyp verlaufen
entsprechend Fig. 2 (oben) alle Stromflußlinien in radialer Richtung. Da somit keine
kantenparallelen Stromflußlinien existieren, kommt es auch nicht zu einer durch Stromverdrängungseffekte
hervorgerufenen Stromdichteüberhöhung an den Kanten. Vergleicht man einen solchen
kantenstromfreien supraleitenden Resonator mit einem kantenstrombehafteten Resonator
etwa gleichen Volumens, so ergibt sich, daß man durch den Wegfall der Kantenströme
eine etwa um den Faktor 100 höhere elektromagnetische Feldenergie ohne Degradation
der supraleitenden Eigenschaften speichern kann.
[0025] Neben dem erwünschten TM 010- Schwingungstyp mit der u. a. von den beiden Radien
r
a und r
i abhängigen Resonanzfrequenz f
010 existieren auf dem Ringresonator weitere Schwingungstypen mit einer Stromflußlinien-Verteilung,
die sich von der des erwünschten Schwingungstyps unterscheidet. Auch die Resonanzfrequenzen
der unerwünschten Schwingungstypen sind von der Resonanzfrequenz des erwünschten TM010-Schwingungstyps
verschieden. Für den störungsfreien Betrieb einer Filterbank, z. B. der Filterbank
eines Ausgangsmultiplexers ist es notwendig, daß entweder die Resonanzfrequenzen aller
unerwünschten Schwingungstypen außerhalb des Betriebsfrequenzbereichs liegen oder
daß wenigstens sichergestellt ist, daß diese Schwingungstypen nicht angeregt werden.
Da die Unterdrückung der Anregung kaum praktikabel ist, müssen alle Resonanzfrequenzen
unerwünschter Schwingungstypen außerhalb des Betriebsfrequenzbereichs liegen. Im Fall
des Ringresonators mit r
i/r
a < 0,4 ist der Schwingungstyp mit der gegenüber der TM010-Schwingung nächstniediigen
Resonanzfrequenz die TM210-Schwingung und mit der nächsthöheren Resonanzfrequenz die
TM310-Schwingung. Fig. 2 zeigt im unteren Teil die Stromflußlinien-Verteilung dieser
Schwingungen.
[0026] Die hier beschriebene Erfindung beinhaltet eine Lösung, welche es erlaubt, durch
eine weiter unten näher erläuterte Gestaltung der Resonator- und Gehäuseform, die
Resonanzfrequenzen der TM210 und der TM310-Schwingungen relativ zur Frequenz der erwünschten
Schwingung in weiten Grenzen zu variieren, so daß in einer Filterbank mit Filtern
verschiedener Durchlaßfrequenzbereiche in einem Betriebsfrequenzbereich bis typischerweise
22 % Bandbreite in keinem der Filter eine unerwünschte Resonanz auftritt.
[0027] Ausgangspunkt der zu beschreibenden Lösung ist die in Fig.3 gezeigte Abhängigkeit
der Resonanzfrequenzen vom Radienverhältnis. Man erkennt, daß bei kleinen Koppellöchern
(r
i/r
a 
klein") die Resonanzfrequenz der TM310-Schwingung ca. 25 % oberhalb, dagegen die Resonanzfrequenz
der TM210 nur etwa 12 % unterhalb der Resonanzfrequenz der erwünschten Schwingung
liegt. Bei Vergrößerung des Koppellochs nähert sich die Resonanzfrequenz der TM310-Schwingung
immer mehr derjenigen der erwünschten Schwingung, während die Resonanzfrequenz der
TM210-Schwingung kleiner wird und sich bis zu ca. 26 % entfernt. Könnte man also das
Verhältnis der Radien ohne Rücksicht auf andere Forderungen zwischen sehr kleinen
Werten von ca. 0,05 bis zu etwa 0,4 variieren, so ließe sich ein Multiplexer mit einer
Bandbreite von ca. 22 % realisieren, in dem man für die Filter im unteren Frequenzbereich
Resonatoren mit einem sehr kleinen und für Filter im oberen Frequenzbereich solche
mit relativ großem Koppelloch einsetzt. Da die Koppellöcher jedoch zur Erzielung ausreichender
Kopplung zu den Nachbarresonatoren nicht beliebig klein gewählt werden können, ist
diese Möglichkeit zur relativen Verschiebung der Resonanzfrequenzen allein nicht ausreichend.
[0028] Gemäß Anspruch 1 der Erfindung wird das oben beschriebene Problem durch die in Fig.
4 gezeigte besondere Formgebung des Gehäuses gelöst. In einer Abänderung der in Fig.
1 gezeigten Struktur wird der Gehäusedeckel 1 mit einem kegelförmigen Stufenring 2
mit dem Innenradius r
G versehen. Wie im unteren Teil von Fig. 4 dargestellt wird, werden von den kantenparallelen
Randströmen der unerwünschten TM210- und TM310 im kantennahen kegelförmigen Teil der
Wand entgegegengesetzt gerichtete Ströme induziert, welche auf die Stromlinienverteilung
dieser Schwingungstypen derartig zurückwirken, daß die Stromlinien in Richtung auf
das Innere der Resonatoren verschoben werden. Damit wird der effektive Durchmesser
des Rings für die TM210- und TM310-Schwingung kleiner und damit die Resonanzfrequenz
dieser Schwingungen höher. Fig. 5 zeigt, wie die Resonanzfrequenzen der unerwünschten
Schwingungen durch Vergrößerung des kegelförmigen Stufenrings , d. h. Vergrößerung
des Maßes r
G0-r
G zu höheren Werten hin verschoben werden können. Kombiniert man die Möglichkeit dieser
Resonanzfrequenzverschiebung durch den kegelförmigen Stufenring mit der oben beschrieben:
Möglichkeit der Resonanzfrequezverschiebung durch Wahl des Verhältnisses in gewissen
Grenzen

, so lassen sich Multiplexer mit einer Bandbreite von typischerweise bis zu 22 % realisieren.
Da in der normalleitenden kegelförmigen Wand des Gehäuses im wesentlichen nur bei
Anregung der Störmoden Ströme induziert werden, erhält man keine wesentliche Degradation
der Leerlaufgüte des erwünschten Schwingungstyps.
[0029] Ein Bandpaßfilter kann aus mehreren miteinander elektromagnetisch gekoppelten Ringresonatoren
aufgebaut werden. Fig. 6 zeigt die erfindungsgemäße Verkopplung zweier übereinander
angeordneter Resonatoren. Hierbei werden die zwei supraleitenden Ringresonatoren derart
in ein Gehäuse eingefügt, daß sich die beiden Koppellöcher in einem bestimmten Abstand
d > 0 gegenüberstehen. Somit entsteht eine Struktur, in der folgende Bereiche unterschieden
werden können:
( a) die eigentlichen Resonatorbereiche, welche sich im Substratmaterial befinden
und durch die supraleitenden Leiterflächen begrenzt werden. In diesen Volumenbereichen
wird der bei weitem größte Anteil der elektromagnetischen Feldenergie gespeichert.
( b) die beiden Vakuumbereiche zwischen den planaren Resonatoren und den normalleitenden
Gehäusedeckeln. In diesen Bereichen befinden sich elektromagnetische Streufelder der
Resonatoren.
( c) den

Koppelbereich" zwischen den beiden Ringresonatoren. In diesem Bereich befinden sich
ebenfalls elektromagnetische Streufelder der Ringresonatoren. Über diese Streufelder
kommt es zu einer Verkopplung der beiden Resonatoren.
[0030] Aus den jeweiligen Spezifikationen für das Bandpaßfilter folgen die notwendigen Resonanzfrequenzen
der Ringresonatoren sowie der notwendige Wert für den

Koppelfaktor" zwischen den Resonatoren. Die wesentlichen Parameter der Struktur sind
die beiden Radien r
i und r
a der Ringresonatoren, der Abstand zwischen den Resonatoren sowie die Abmessung des
kegelförmigen Stufenrings in den Gehäusedeckeln. Diese Parameter lassen sich aus den
gewünschten Resonanzfrequenzen und dem gewünschten Koppelfaktor sowie aus der Forderung
nach genügendem Abstand der Resonanzfrequenzen der unerwünschten Schwingungen von
der Resonanzfrequenz der erwünschten Schwingung bestimmen. Ungeachtet dieser Vordimensionierung
der Filterstruktur besteht im allgemeinen die Notwendigkeit, die endgültige Feinabstimmung
auf mechanischem Wege vorzunehmen. Ein großer Vorteil der in Fig. 6 gezeigten Struktur
besteht nun darin, daß man man die Resonanzfrequenzen der beiden Einzelresonatoren
sowie den Koppelfaktor nahezu unabhängig voneinander trimmen kann.
[0031] Der Koppelfaktor zwischen den Resonatoren läßt sich z. B. dadurch verändern, daß
man in den Koppelbereich 1 zwischen den Resonatoren von der Seite einen dielektrischen
Einsatz 3 einführt. Durch Veränderung der Position dieses dielektrischen Einsatzes
relativ zur Position der Koppellöcher läßt sich der Koppelfaktor verändern. Je kleiner
der Abstand des Zentrums des dielektrischen Einsatzes zum Zentrum des Koppellochs
ist, desto größer wird der Koppelfaktor.
[0032] Die Resonanzfrequenzen der beiden Ringresonatoren lassen sich unabhängig voneinander
dadurch beeinflussen, indem man in den Bereich zwischen Resonator und Deckel eine
Abstimmschraube, vorzugsweise eine dielektrische Abstimmschraube mit geringen Verlusten
mit unterschiedlicher Eintauchtiefe einführt.
[0033] Bandpässe, die z. B. in Ausgangsmultiplexern von Nachrichtensatelliten eingesetzt
werden, sind typischerweise aus 4 bis 5 gekoppelten Resonatoren aufgebaut. Fig. 7
zeigt auf schematischem Wege den möglichen Aufbau eines 4-kreisigen Bandpasses (4
Resonatoren). Dieser 4-kreisige Bandpaß entsteht dadurch, daß 2 Resonatorpaare entprechend
Fig. 6 nebeneinander angeordnet werden. In Fig. 7 sind einfachheitshalber Details
der Gehäuseform nicht dargestellt. Das Eingangstor

in" ist über die Koppelstruktur 1 mit dem Ringresonator A gekoppelt. Ringresonator
B ist mit Resonator A über die beiden Koppellöcher und das Koppelvolumen 2 gekoppelt.
Einzelheiten dieser Kopplung zwischen A und B sind Fig. 6 zu entnehmen. Kopplung von
Resonator B zu Resonator C erfolgt z. B. über eine kapazitive

Querkopplungen" 3. Die Kopplung zwischen Resonator C und D entspricht derjenigen zwischen
A und B. Resonator D ist über die Koppelstruktur 5 mit dem Ausgangstor

out" verbunden. Zur Erzielung eines quasielliptischen Frequenzgangs des Filters werden
auch die Resonatoren A und B verkoppelt, vorzugsweise über eine induktive Kopplung
6. Im unteren Teil von Fig. 7 ist ein Ersatzschaltbild für einen derartigen Bandpaß
gezeigt, wobei die Numerierung der Ersatzschaltbild-Elemente mit der Bezeichnung der
einzelnen Funktionseinheiten im oberen Teil von Fig. 7 übereinstimmt.
[0034] Fig. 8 zeigt beispielhaft eine mögliche Gestaltung der Koppelstrukturen 1 und 5 aus
Fig. 7. Diese Koppelstrukturen übernehmen die Verbindung zwischen den Toren und dem
ersten bzw. letzten Resonator der Bandpaßstruktur. In der in Fig. 8 beispielhaft gezeigten
Ausgestaltung dieser Koppelstrukturen befindet sich neben dem Ringresonator 1 eine
Mikrostreifenleitung 2. Die Substrate des Ringresonators und der Mikrostreifenleitung
können in lateraler Richtung aneinander stoßen, oder zwischen den beiden Substraten
kann, wie in Fig. 8 gezeigt, eine

Lücke" der Breite a existieren. Zur Erzielung einer ausreichenden Kopplung zwischen
der Mikrostreifenleitung und dem Ringresonator dient die in Fig. 8 gezeigte

kapazitive Brücke". Sie besteht aus einer Leiterbahn 4 auf einem Substrat 3. Das Substrat
kann über ein Gehäuseteil 5 gehalten werden. Die Leiterbahn 4 auf der kapazitiven
Brücke kann wie in Fig. 8 gezeigt aus einem homogenen Leiterbahnstück und einem sich
aufweitenden Stück bestehen, die Leiterbahn kann jedoch auch auf der vollen Länge
homogen sein. Die Stärke der Kopplung kann durch Variation des Abstandes b zwischen
der Leiterbahn 4 der kapazitiven Brücke und den Leiterbahnen des Ringresonators 1
verändert werden oder durch Variation des Abstandes a zwischen dem Substrat des Ringresonators
und dem Substrat der Mikrostreilenleitung. Es ist vorteilhaft zur Vermeidung einer
Degradation der Leerlaufgüte des Resonators durch Verluste in der Koppelstruktur neben
der Leiterbahn des Ringresonators 1 auch die Leiterbahn 4 der kapazitiven Brücke und
die Leiterbahn der Mikrostreifenleitung aus Hochtemperatur-Supraleiter-Material herzustellen.
[0035] Alternativ zu Fig. 8 kann die Koppelstruktrur wie in Fig. 9 gezeigt auch auf dem
gleichen Substrat wie der Ringresonator realisiert werden. Oberer und unterer Teil
von Fig. 9 zeigen zwei mögliche Ausführungsformen einer solchen Koppelstruktur.
[0036] Im oberen Teil ist das Ende der Mikrostreifenleitung zu einer

Flosse" 3 aufgeweitet, so daß eine Schlitzkapazität 4 zwischen Flosse und dem Rand
des Ringresonators entsteht. Die Dimensionen des Schlitzes werden so gewählt, daß
der Koppelfaktor dem zu den jeweiligen Filterspezifikationen gehörenden Wert entspricht.
Nachträgliche Veränderungen (

Trimmung") des Werts des Koppelfaktors können mit einer in Fig. 9 oben gezeigten dielektrischen
Schraube 5 vorgenommen werden.
[0037] Alternativ zu der im oberen Teil von Fig. 9 gezeigten Ausführung der Koppelstruktur
kann der Streifenleiter 2 der Mikrostreifenteitung in der im unteren Teil von Fig.
9 gezeigten Weise mit dem Rand des Ringresonators 1 galvanisch verbunden werden. Eine
nachträgliche Veränderung (

Trimmung") des Koppelfaktors kann durch Verschiebung eines in der Nähe der Verbindung
zwischen Streifenleiter und Resonatorrand angebrachten

dielektrischen Stempels" 3 geschehen.
[0038] Wie in Fig. 7 gezeigt ist, benötigt man bei nebeneinander angeordneten Resonatoren
eine kapazitive Querkopplung (3 in Fig. 7). Diese kann, wie in Fig. 10 gezeigt wird,
als kapazitive Brücke zwischen den beiden Resonatoren ausgeführt werden.
[0039] Alternativ zu der in Fig. 10 gezeigten kapazitiven Brücke zwischen 2 nebeneinander
angeordneten Resonatoren läßt sich im Fall eines gemeinsamen Substrats eine Anordnung
gemäß Fig. 11 verwenden, bei der die Koppelstruktur zwischen den beiden Ringresonatoren
1 und 2 aus einem Leitungssegment 3 und zwei Schlitzkapazitäten 4 besteht. Trimmung
der Kopplung wird über Abstimmschrauben 5 ermöglicht.
[0040] Wie in Fig. 7 gezeigt ist benötigt man zur Realisierung eines quasielliptischen Frequenzgangs
(Dämpfungspole bei endlichen Frequenzen) eines Bandpasses eine induktive Überkopplung
zwischen Resonator A und Resonator D (6 in Fig. 7). Fig. 12 zeigt eine mögliche Ausführungsform
einer solchen induktiven Überkopplung. Hierbei wird die gegenüber der kapazitiven
Kopplung notwendige 180
0-Phasendrehung durch ein mäanderförmiges Leitungsstück geeigneter Länge auf einer
kapazitiven Brücke realisiert.
1. Planarer Ringresonator mit Leiterbahnen aus supraleitfähigem Material, insbesondere
einem Hochtemperatursupraleiter, welcher in einem randstromfreien TM010-Schwingungstyp
betrieben wird, mit einem Gehäuse, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse so ausgebildet
ist, daß die Innenwand des Gehäuses vom Rand der Leiterbahnen einen geringeren Abstand
aufweist als von der Mitte der Leiterbahnen.
2. Planarer Ringresonator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Abstimmelemente
vorgesehen sind, die an der Innenwand des Gehäuses verschiebbar befestigt sind, daß
Mittel vorgesehen sind, die Abstimmelemente an die Leiterbahnen anzunähern.
3. Bandpaßfilter aus planaren Ringresonatoren mit Leiterbahnen aus hochtemperatursupraleitfähigem
Material, welche in einem randstromfreien TM010-Schwingungstyp betrieben werden und
teilweise übereinander und teilweise nebeneinander angeordnet werden, dadurch gekennzeichnet,
daß Resonatoren in einer Struktur gemäß Fig. 6 so übereinander angeordnet werden und
die Gehäusedeckel so gestaltet werden, daß Resonanzfrequenzen der Einzelresonatoren
und Koppelfaktor zwischen den Resonatoren unabhängig voneinander verstimmbar (

trimmbar") werden und daß durch Wahl der Radienverhältnisse r
a/r
i der Ringresonatoren und des Radius r
G des kegelförmigen Stufenrings im Gehäuse die Resonanzfrequenzen der unerwünschten
Schwingungstypen relativ zur Resonanzfrequenz des erwünschten Schwingungstyps bis
ca. 22 % verschoben werden können.
4. Bandpaßfilter nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß übereinander angeordnete
Ringresonatoren entsprechend Fig. 6 auf den einander zugewandten Seiten eine durchgehende
Leiterbahn mit kreisförmigem zentrischen Koppelloch vom Radius ri aufweisen und auf der abgewandten Seite kreisscheibenförmige Leiterbahnen mit Radius
ra, so daß zwischen den Resonatoren ein mit Streufeld erfülltes Koppelvolumen entsteht
und der Koppelfaktor sowohl durch den Radius ri des Koppellochs als auch durch den Abstand zwischen den Rückseiten der beiden Resonatoren
bestimmt wird.
5. Bandpaßfilter nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet,
daß durch Einbringen eines dielektrischen Einsatzes in das Koppelvolumen und Veränderung
der Position dieses dielektrischen Einsatzes relativ zur Position der Koppellöcher
der Koppelfaktor trimmbar ist.
6. Bandpaßfilter nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß das normalleitende Gehäuse so gestaltet wird, daß den kreisförmigen Leiterbahnen
der Resonatoren kegelförmige Stufenringe gegenüberstehen (Fig. 4) mit deren Hilfe
die Resonanzfrequenzen der erwünschten TM210- und TM310-Schwingungstypen relativ zur
Resonanzfrequenz des erwünschten TM010-Schwingungstyps erhöht werden können (Fig.
5) und somit durch Wahl des Radienverhältnisses am Ringresonator zusammen mit dem
Radius rG des Stufenrings die Resonanzfrequenzen der unerwünschten Schwingungstypen in einen
Bereich außerhalb des Betriebsfrequenzbereichs verschoben werden können.
7. Bandpaßfilter nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß durch Einbringen von dielektrischen Abstimmschrauben (5 in Fig. 6) in den Volumenbereich
oberhalb der kreisförmigen Leiterbahnen der Ringresonatoren deren Resonanzfrequenzen
weitgehend unabhängig von deren Verkopplung abstimmbar sind.
8. Bandpaßfilter nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Realisierung einer vierkreisigen Version entsprechend Fig. 7 zwei Resonatorpaare
entsprechend Fig. 6 nebeneinander angeordnet werden und die Resonatoren B und C kapazitiv
und die Resonatoren A und D induktiv gekoppelt werden.
9. Bandpaßfilter nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Vermeidung einer Degradation der Leerlaufgute die Anschlußleitung (

Tor") als supraleitende Mikrostreifenleitung ausgeführt wird und mit dem Ringresonator
über eine kapazitive Brücke gemäß Fig. 7 verkoppelt wird.
10. Bandpaßfilter nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Vermeidung der Degradation der Leerlaufgüte die Anschlußleitung (

Tor") als supraleitende Mikrostreifenleitung auf dem gleichen Substrat wie der Resonator
ausgeführt wird und mit dem Ringresonator über Schlitzkapazitäten gemäß dem oberen
Teil von Fig. 9 verkoppelt wird.
11. Bandpaßfilter nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Vermeidung einer De gradation der Leerlaufgüte die Anschlußleitung (

Tor") als supraleitende Mikrostreifenleitung auf dem gleichen Substrat wie der Resonator
ausgeführt wird und mit dem Ringresonator über eine galvanische Verbindung gemäß dem
unteren Teil von Fig. 9 verkoppelt wird.
12. Bandpaßfilter nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 11, dadurch gekennzeichnet,
daß die Querkopplung (3) in der Anordnung nach Fig. 7 entsprechend Fig. 10 als kapazitive
Brücke mit supraleitender Leiterbahn ausgeführt wird.
13. Bandpaßfilter nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 12, dadurch gekennzeichnet,
daß die Querkopplung (3) in der Anordnung nach Fig. 7 entsprechend Fig. 11 über Koppelschlitze
ausgeführt wird.
14. Bandpaßfilter nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 13, dadurch gekennzeichnet,
daß die Querkopplung (6) in der Anordnung nach Fig. 7 entsprechend Fig. 12 als kapazitive
Brücke mit einer mäanderförmigen Umwegleitung ausgeführt wird.