[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Gymnastikgerät, das insbesondere zur Ausübung
von Herz-Kreislauf-Training und Muskeltraining im Aerobic-Sport geeignet ist.
[0002] Im Aerobic-Sport werden Hanteln und auch Gummibänder benutzt, um die Muskeln von
Armen und Beinen zu trainieren. Ferner sind sogenannte Steps bekannt mit Ösen zur
Aufnahme eines Gummirings bzw. eines Expandergummis, mit denen jeweils ein rechtes
Bein oder ein linkes Bein trainiert werden kann.
[0003] Die bekannten Geräte erlauben es dem Sportler, die Muskeln an Armen und Beinen zu
trainieren. Allerdings sind schnelle Bewegungsabläufe, mit denen jeweils beide Arme
und beide Beine trainiert werden können, mit diesen bekannten Geräten nicht möglich,
weil jeweils ein manuelles Einfädeln oder Überstreifen der Gummibänder erforderlich
ist.
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Gymnastikgerät zu schaffen,
bei dem unter Einsatz von Gummibändern oder Gummiseilen als Belastungselement Muskeltraining
und Herz-Kreislauf-Training ohne Unterbrechungen oder Pausen möglich sind, so daß
die Übungen zum Trainieren der Muskeln von beiden Armen und beiden Beinen sich sozusagen
tänzerisch aneinanderfügen.
[0005] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Gymnastikgerät, das gekennzeichnet ist durch
eine rechteckige, 30 - 50 cm breite und 75 bis 150 cm lange Grundplatte, an deren
vier Eckbereichen vertikale Pfosten angeordnet sind, an denen höheneinstellbar ein
die vier Pfosten umschlingendes Gummiseil oder Gummiband angeordnet ist.
[0006] Dieses Gerät hat den Vorteil, daß sowohl die Höhe als auch die Spannung des Gummibandes
eingestellt werden kann, so daß eine Kombination von Muskeltraining mit gleichzeitigen
aeroben bzw. choreografischen Abläufen unterbrechungsfrei durchgeführt werden können.
Besondere Handgriffe zur Fixierung des Gummibandes an Armen oder Beinen sind während
der Übungsfolge nicht erforderlich.
[0007] Vorteilhafterweise ist an jedem Pfosten eine in Öffnungsstellung und in Schließstellung
bewegbare Seilsicherung angebracht, die in Schließstellung das Gummiseil oder Gummiband
in der eingestellten Höhenlage hält. Ein ungewolltes Abspringen oder Abgleiten des
Gummibandes kann so zuverlässig verhindert werden, wodurch die Verletzungsgefahr im
Trainingsablauf vermindert ist.
[0008] Die aus Holz, Kunststoff, Faserstoffen oder dergleichen bestehende Grundplatte kann
in Material und Ausführung so gestaltet sein, daß sie den Schritt des auf die Grundplatte
auftretenden Benutzers abfedert und dämpft, so daß der Bewegungsapparat und insbesondere
die Bein- und Fußgelenke des Trainierenden geschont werden.
[0009] Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Schutzansprüchen.
[0010] In der folgenden Beschreibung werden zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung näher
erläutert. Die Zeichnungen zeigen in
Fig. 1 eine Seitenansicht,
Fig. 2 eine Stirnansicht und
Fig. 3 eine Draufsicht des Gymnastikgerätes nach der Erfindung,
Fig. 4 eine vergrößerte Ansicht eines Pfostens mit Seilsicherung,
Fig. 5 eine Draufsicht auf den in Fig. 4 dargestellten Pfosten und
Fig. 6 eine Seitenansicht einer zweiten Ausführungsform der Erfindung,
Fig. 7 eine Stirnansicht einer dritten Ausführungsform der Erfindung,
Fig. 8 eine Detailansicht einer Befestigungsöse,
Fig. 9 eine Ansicht des oberen Teils eines Pfostens.
[0011] Wie die Fig. 1 bis 3 zeigen, besteht das Gymnastikgerät aus einer rechteckigen, 30
bis 60 cm breiten und 75 bis 150 cm langen Grundplatte 1, an deren vier Eckbereichen
vertikale Pfosten 2 angeordnet sind, an denen in Stufen höheneinstellbar ein die vier
Pfosten 2 umschlingendes Gummiseil oder Gummiband 5 angeordnet ist. Die Pfosten 2
sind mit Rillen 6 versehen, die eine stufenweise Höheneinstellung des Gummibandes
5 ermöglicht. Die Rillen sind so dimensioniert, daß sie das Gummiband 5 mindestens
teilweise aufnehmen. Je tiefer diese Rillen 6 sind, um so sicherer wird das Gummiband
5 von dem Pfosten 2 gehalten. An dem Pfosten 2 sind aufklappbare Seilsicherungen 3
vorgesehen, die nach Einlegen des Gummiseiles 5 so an die Pfosten herangeklappt und
gesichert werden, daß ein Herausspringen des Gummiseiles 5 aus der jeweils gewählten
Rille nicht möglich ist. Die Seilsicherung in den Fig. 1 bis 3 wird von einem einfachen
Stab gebildet, der in seinem unteren Bereich beispielsweise durch einen Gummiring
7 aufklappbar am Pfosten 2 gehalten ist.
[0012] Die Fig. 4 und 5 zeigen eine Ausführungsform der Seilsicherung 3', die aus einem
im Pfosten 2 höheneinstellbar geführten Stab mit Handhabe 9 und mit der Zahl der Rillen
6 entsprechende, durch einem im Pfosten 2 befindlichen Schlitz nach außen über das
in einer der Rillen 6 befindliche Gummiseil oder Gummiband 5 greifender Haken 8 besteht.
In Fig. 4 ist die Seilsicherung 3' in Schließstellung dargestellt. Durch Anheben der
Handhabe 9 rastet die Seilsicherung 3' in eine federnde Raste 10 ein und wird in Öffnungsstellung
so festgehalten. Nach Einlegen des gespannten Gummiseils 5 in die jeweils gewünschte
Rille 6 kann die Seilsicherung 3' bis zu einem Endanschlag in die Sicherungsstellung
heruntergedrückt werden.
[0013] Die Grundplatte 1 ist an ihrer Unterseite mit federnden und dämpfenden Füßen 4 versehen.
Die auf den Boden aufsetzende Kontaktfläche der Füße 4 besteht aus einem rutschfesten
Material, z.B. Latex, so daß das Gymnastikgerät während der Trainingsübungen nicht
verrutschen kann.
[0014] Wie die Fig. 6 zeigt, kann aber auch die Grundplatte 1 an ihrer Unterseite mit einer
Schicht 11 aus federndem und dämpfendem Material, z.B. Schaum- oder Moosgummi, versehen
sein. Auch hier ist die auf dem Boden anliegende Kontaktfläche der Schicht 11 aus
einem rutschfesten Material, das satt auf dem Boden aufliegt.
[0015] Um das Gerät leicht versenden zu können und auch verstauen zu können, ist es vorteilhaft,
wenn die Pfosten um 90° abklappbar an der Grundplatte 1 befestigt sind. Dazu dienen
Gelenke, die aus einem Aufnahmeschuh 13 und einer Schwenkachse 14 bestehen. Gegen
die Wirkung einer Feder 15 läßt sich der Pfosten 2 in eine horizontale Stellung schwenken.
[0016] Die Fig. 7 zeigt eine stirnseitige Ansicht des Gymnastikgerätes nach der Erfindung,
bei welcher die Bodenplatte 1 und ein Pfosten 2 in Schnittansicht dargestellt sind.
Sowohl die Bodenplatte 1 als auch die Pfosten 2 sind als Kunststoff-Hohlkörper 16
ausgebildet. Die Pfosten 2 sind dabei so dimensioniert, daß sie ohne weiteres die
vom Gummiseil 5 ausgeübten Kräfte aufnehmen können, daß sie aber bei größerer Belastung,
beispielsweise durch Auffallen eines Körpers, nachgeben.
[0017] Die als Kunststoff-Hohlkörper ausgebildete Grundplatte 1 hat eine federnde und dämpfende
Wirkung. Durch Aussteifungen 17 ist die Formsteifigkeit des Kunststoff-Hohlkörpers
erhöht und die Nachgiebigkeit der Oberseite der Grundplatte 1 beschränkt. Die federnde
und dämpfende Wirkung der Grundplatte kann dadurch beeinflußt werden, daß der Kunststoff-Hohlkörper
mit einem nachgiebigen Material beispielsweise Schaumgummi oder dergleichen ausgefüllt
wird.
[0018] Die Grundplatte 1 ist an der Oberseite und an der Unterseite mit einem Antirutschbelag
19 beschichtet. Zur Vermeidung einer Stolperkante ist an den Längskanten der Grundplatte
1 ein von einem Wert unter 10 mm bis auf die Höhe der Oberseite der Grundplatte 1
ansteigender Übergangsrand 23 angeordnet.
[0019] Wie Fig. 8 zeigt, sind am Rand der Grundplatte 1 Halterungen 20 vorgesehen, an welche
Expander 22 befestigt werden können. Diese Expander 22 sind beispielsweise mittels
eines Karabinerhakens 24 an einer Öse 20 befestigt. Am freien Ende des Expanders 22
befindet sich ein Handgriff 21, so daß insbesondere die Arme und deren Muskulatur
trainiert werden können.
[0020] Halterungen zum Anbringen von Gummibändern 22 können auch an den Pfosten 2 vorgesehen
sein. In Fig. 7 ist die dargestellte Halterung 20 nach außen gerichtet. Diese Halterungen
20 können aber auch - wie Fig. 3 zeigt - an den Innenseiten der Pfosten 2 angeordnet
sein.
[0021] Wie der rechte Pfosten 2 in Fig. 7 zeigt, kann zum schnellen Anbringen der Pfosten
2 am unteren Ende der Pfosten 2 ein Gewindezapfen 25 angebracht sein, der in ein Innengewinde
26 einschraubbar ist, das in den vier Eckbereichen der Grundplatte 1 in die Grundplatte
1 eingeformt ist.
[0022] Die Fig. 9 zeigt ein oberes Ende eines Pfostens 2 mit zwei Rillen 6 zur Aufnahme
eines im Querschnitt runden Gummiseiles 5. Damit dieses die vier Pfosten 2 umgehende
Gummiseil 5 nicht aus den Rillen 6 herausspringt, sind an den Rändern der Rillen 6
Noppen 27 angeordnet, die den freien Querschnitt zu den Rillen 6 einengen. Hinter
diesen Noppen 27 kann das elastische Seil 5 einrasten. Am oberen Ende des Pfostens
2 ist eine Stegwand 28 angeordnet, die zur Bildung einer Öse eine runde Öffnung 29
aufweist.
[0023] Nach Entfernen der vertikalen Pfosten 2 kann die Grundplatte 1 auch als sogenannter
Aerobic Step oder aerobic stepping device entsprechend WO 93/00964 benutzt werden.
Zur Einstellung der Höhe oder Neigung der Auftrittsfläche 19 der Grundplatte 1 können
unterschiedlich hohe Füße 4 oder in der Höhe einstellbare Füße 4 an der Unterseite
der Grundplatte 1 befestigt oder angeordnet werden. Diese Füße 4 können in bekannter
Weise federnd und dämpfend ausgebildet sein und in an der Unterseite vorgesehene Ausnehmungen
einsteckbar sein.
Bezugszeichenliste:
[0024]
- 1
- Grundplatte
- 2
- Pfosten
- 3
- Seilsicherung
- 3'
- Seilsicherung
- 4
- Fuß (Dämpfer)
- 5
- Gummiseil, Gummiband
- 6
- Rille
- 7
- Gummiring
- 8
- Sicherungshaken
- 9
- Handhabe
- 10
- federnde Raste
- 11
- federnde Schicht
- 12
- Latex-Schicht
- 13
- Schuh
- 14
- Gelenkachse
- 15
- federnde Raste
- 16
- Kunststoff-Hohlkörper
- 17
- Aussteifung
- 18
- Füllung
- 19
- Antirutschbelag
- 20
- Halterung
- 21
- Handgriff
- 22
- Expander
- 23
- Übergangsrand
- 24
- Karabinerhaken
- 25
- Gewindezapfen
- 26
- Innengewinde
- 27
- Noppen
- 28
- Stegwand
- 29
- Öffnung
1. Gymnastikgerät, gekennzeichnet durch eine im wesentlichen rechteckige, 30 - 50 cm breite und 75 bis 150 cm lange Grundplatte
(1), an deren vier Eckbereichen vertikale Pfosten (2) angeordnet sind, an denen höheneinstellbar
ein die vier Pfosten (2) umschlingendes Gummiseil oder Gummiband (5) angeordnet ist.
2. Gymnastikgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Pfosten (2) zur höheneinstellbaren Halterung des Gummiseiles oder Gummibandes
(5) mit mindestens zwei übereinander angeordneten, das Gummiseil oder Gummiband (5)
mindestens teilweise aufnehmenden Rillen (6) versehen sind.
3. Gymnastikgerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß an den Pfosten (2) eine in Öffnungsstellung und in Schließstellung bewegbare
Seilsicherung (3,3') angebracht ist, die in Schließstellung das Gummiseil oder Gummiband
(5) in der eingestellten Höhenlage hält.
4. Gymnastikgerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Seilsicherung (3') aus einem im Pfosten (2) höheneinstellbar geführten Stab
mit Handhabe (9) und mit der Zahl der Rillen (6) entsprechenden, durch einen im Pfosten
(2) befindlichen Schlitz nach außen über das in einer der Rillen (6) befindliche Gummiseil
oder Gummiband (5) greifenden Haken (8) besteht.
5. Gymnastikgerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Seilsicherung (3) von einer federnden Raste (10) in Öffnungsstellung gehalten
ist.
6. Gymnastikgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Grundplatte (1) an ihrer Unterseite mit federnden und dämpfenden Füßen (4)
versehen ist, deren Kontaktflächen aus einem rutschfesten Material, z.B. Latex, bestehen.
7. Gymnastikgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Grundplatte (1) an ihrer Unterseite zumindest teilweise mit einer Schicht
(11) aus federndem und dämpfendem Material, z.B. Schaum- oder Moosgummi, versehen
ist, deren Kontaktfläche (12) aus einem rutschfesten Material, z.B. aus Latex, besteht.
8. Gymnastikgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Pfosten (2) gegen den Widerstand federnder Rasten (15) um 90° verschwenkbar
an der Grundplatte (1) befestigt sind.
9. Gymnastikgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Grundplatte (1) als federnder und dämpfender Kunststoff-Hohlkörper (16)
ausgebildet ist.
10. Gymnastikgerät nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die als Kunststoff-Hohlkörper (16) ausgebildete Grundplatte (1) eine Füllung
(18) aus nachgiebigem Material, beispielsweise Schaumgummi, enthält.
11. Gymnastikgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Pfosten (2) als bei größerer Belastung nachgiebige Kunststoff-Hohlkörper
(16) ausgebildet sind.
12. Gymnastikgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Grundplatte (1) an der Oberseite und/oder Unterseite mit einem Antirutschbelag
(19) beschichtet ist.
13. Gymnastikgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß am Rand der Grundplatte (1) Halterungen (20) wie Haken oder Ösen angebracht
sind zum Befestigen von einem Ende eines mit Handgriff (21) versehenen expanderartigen
Gummibandes (22).
14. Gymnastikgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Pfosten (2) Halterungen (20) wie Haken oder Ösen angebracht sind zum
Befestigen von einem Ende eines mit Handgriff (21) versehenen expanderartigen Gummibandes
(22).
15. Gymnastikgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß zur Vermeidung einer Stolperkante zumindest an den Längskanten ein von einem
Wert unter 10 mm bis auf die Höhe der Oberseite der Grundplatte (1) ansteigender Übergangsrand
(23) angeordnet ist.
16. Gymnastikgerät nach einem der Ansprüche 2 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß an den Rändern der Rillen (6) zur Aufnahme eines im Querschnitt runden Gummiseiles
oder -bandes (5) den freien Querschnitt der Rillen (6) einengende Noppen (27) angeordnet
sind, hinter denen das Gummiseil oder -band (5) einrastet.
17. Gymnastikgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß am unteren Ende der Pfosten (2) Gewindezapfen (25) angeordnet sind, die in Innengewinde
(26) einschraubbar sind, die in den Eckbereichen der Grundplatte (1) eingeformt sind.