(57) Die Verfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Behandlung eines Methanolreformierungskatalysators,
wie er z.B. zur Wasserdampfreformierung von Methanol verwendbar ist.
Erfindungsgemäß wird der Methanolreformierungskatalysator vor Verwendung zur Katalysierung
einer Methanolreformierungsreaktion durch Ausheizen in trockener Atmosphäre vorgealtert,
um dadurch seinen inhärenten anfänglichen Volumenschwund schon vor Beginn der Methanolreformierungsreaktion
durchzumachen.
Verwendung z.B. zur Bereitstellung von Methanolreformierungskatalysatoren für Methanolreformierungsreaktoren
in brennstoffzellenbetriebenen Kraftfahrzeugen.
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Behandlung eines Methanolreformierungskatalysators.
Derartige Katalysatoren sind in verschiedenen Zusammensetzungen bekannt, siehe zum
Beispiel die Offenlegungsschriften DE 35 31 757 A1 und EP 0 201 070 A1. Meist wird
das Katalysatormaterial in Form einer Katalysatorpelletschüttung in den Reformierungsreaktionsraum
eines Methanolreformierungsreaktors eingebracht. Derartige Reaktoren dienen beispielsweise
zur Erzeugung von Wasserstoff für die Brennstoffzellen eines brennstoffzellenbetriebenen
Kraftfahrzeuges mittels Wasserdampfreformierung von flüssig mitgeführtem Methanol.
[0002] Es sind bereits unterschiedliche Verfahren zur Aufrechterhaltung einer hohen katalytischen
Aktivität bzw. zur Erzielung einer hohen Lebensdauer des Methanolreformierungskatalysators
vorgeschlagen worden. So wird in der Offenlegungsschrift JP 4-141234 (A) zur Gewinnung
eines Katalysators mit langer Lebensdauer sowie hoher Aktivität und Selektivität eine
spezielle Rezeptur verschiedener Metalloxide angegeben.
[0003] In der Offenlegungsschrift JP 63-310703 (A) wird das Katalysatormaterial im Reformierungsreaktionsraum
eines Methanolreformierungsreaktors vor Beginn des Reformierungsreaktionsbetriebes
einer Reduktionsreaktion unterzogen, die zu einer Volumenabnahme des Katalysators
führt. Eine druckfederbelastete, bewegliche Deckplatte hält das als Pelletschüttung
in den Reaktionsraum eingebrachte Katalysatormaterial als dichte Packung zusammengedrückt.
Die Reduktionsreaktion ist ein für den Betrieb eines Cu-Katalysator notwendiger Vorgang.
Der dabei auftretende Volumenschwund ist deutlich geringer als der Volumenschwund,
der während des normalen Reformierungsbetriebs auftritt.
[0004] In der Offenlegungsschrift JP 63-315501 (A) wird das Einbringen einer Luftkammer
zwischen einen Brenner und einen Reformierungsreaktionsraum vorgeschlagen, über den
in kontrollierter Weise Luft zuführbar ist, um die Katalysatortemperatur auf einem
vorgebenen Wert zu halten.
[0005] Bei einem in der Offenlegungsschrift DE 33 14 131 A1 offenbarten Verfahren wird zur
Verlängerung der Lebensdauer des Methanolreformierungskatalysators das Methanol von
darin ggf. enthaltenen Chlorverbindungen befreit, bevor es mit dem Katalysator in
Kontakt gebracht wird.
[0006] Aus der Offenlegungsschrift GB 2 132 108 A ist es bekannt, beim Anfahren eines Methanolreformierungsreaktors
das im Reaktionsraum vorliegende Katalysatormaterial dadurch rasch aufzuheizen, daß
Methanol mit stöchiometrischem oder unterstöchiometrischem Sauerstoffanteil verbrannt
und die Verbrennungsabgase sowohl durch einen mit dem Reaktionsraum in Wärmekontakt
stehenden Temperierraum als auch durch den Reaktionsraum selbst hindurchgeleitet werden.
Dem in den Reaktionsraum geleiteten Verbrennungsgasstrom kann Wasser zugedüst werden,
um Überhitzungen zu vermeiden. Sobald die gewünschte Reformierungstemperatur erreicht
ist, wird der Aufheizvorgang beendet und in den Reformierungsbetrieb übergegangen.
Dies ist typischerweise innerhalb von weniger als einer Minute der Fall.
[0007] In der Auslegeschrift DE 1 246 688 ist ein Methanolreformierungsreaktor offenbart,
der einen Nickelkatalysator und einen Zink-Kupfer-Katalysator beinhaltet. Im Gebrauch
wird der Reformierungsreaktionsbetrieb periodisch für Katalysatorbehandlungsphasen
unterbrochen, die jeweils aus einer Regenerierungsphase und optional einer anschließenden
Nickelkatalysatorreaktivierungsphase bestehen. In den Regenerierungsphasen wird der
Reaktor mit einem freien Sauerstoff enthaltenden Gas bei einer Temperatur zwischen
150°C und 450°C gespült, während in den Nickelkatalysatorreaktivierungsphasen eine
Spülung mit einem freien Wasserstoff enthaltenden Gas erfolgt. Der Herstellungsprozeß
für den Nickelkatalysator vor dessen Verwendung für die Methanolreformierung beinhaltet
am Ende eine Behandlung eines Nickelvorprodukts in reduzierender Atmosphäre zwecks
Reduktion zu metallischem Nickel für mehrere Stunden bei Temperaturen zwischen 150°C
und 600°C. Für den Zink-Kupfer-Katalysator kann am Ende seines Herstellungsprozesses
eine Temperaturbehandlung bei 250°C für vier Stunden zur Entfernung eines eingesetzten
Granulierhilfsmittels vorgesehen sein.
[0008] Eine bekannte Tatsache praktisch aller gängigen Methanolreformierungskatalysatoren
besteht darin, daß sie in den ersten Betriebsstunden der Methanolreformierung eine
merkliche Volumenabnahme erfahren, die eine entsprechende Abnahme der spezifischen
Aktivität des Katalysatormaterials und damit eine entsprechende Verringerung der Leistungsfähigkeit
eines den Katalysator beinhaltenden Methanolreformierungsreaktors zur Folge hat.
[0009] Der Erfindung liegt als technisches Problem die Bereitstellung eines Verfahrens zur
Behandlung eines Methanolreformierungskatalysators derart zugrunde, daß ein den Katalysator
enthaltender Methanolreformierungsreaktor auch in den ersten Betriebsstunden keine
merkliche Abnahme seiner Leistungsfähigkeit aufgrund einer durch Volumenabnahme des
Katalysators verursachten Verminderung der spezifischen Katalysatoraktivität zeigt.
[0010] Die Erfindung löst dieses Problem durch die Bereitstellung eines Verfahrens zur Behandlung
eines Methanolreformierungskatalysators mit den Merkmalen des Anspruches 1. Die Behandlung
beinhaltet ein mehrstündiges Ausheizen des Methanolreformierungskatalysators in trockener
Atmosphäre, die oxidierend oder inert ist, bei ausreichend hoher Temperatur zwecks
Voralterung. Die Voralterungsbehandlung hat zur Folge, daß der Katalysator schon während
dieses Prozesses und damit vor seiner Verwendung im Methanolreformierungsbetrieb seine
typische anfängliche Volumenabnahme erfährt. Die Verfahrensparameter sind dementsprechend
so gewählt, daß dieser gewünschte Voralterungseffekt erreicht wird, so daß am Ende
der Voralterungsbehandlung der Methanolreformierungskatalysator in einer im wesentlichen
vollständig geschrumpften Form vorliegt, in der er beim anschließenden Einsatz im
Methanolreformierungsbetrieb keine merkliche weitere Volumenabnahme mehr zeigt. Um
dies zu erreichen, werden Dauer und Temperatur der Voralterungsbehandlung geeignet
auf das jeweils vorliegende Katalysatormaterial abgestimmt, das in einer der herkömmlichen
Zusammensetzungen hergestellt sein kann.
[0011] Als Beispiel sei stellvertretend für zahlreiche weitere Realisierungen der Erfindung
ein herkömmlicher Cu/ZnO/Al
2O
3-Methanolreformierungskatalysator betrachtet, bei dem das Cu/ZnO-Material den katalytisch
aktiven Bestandteil bildet, der beispielsweise dafür geeignet ist, die Wasserdampfreformierung
von Methanol in einen entsprechenden Methanolreformierungsreaktor zu katalysieren.
Das Katalysatormaterial wird herkömmlicherweise meist in Form von Pellets bereitgestellt
und als Pelletschüttung in den Reformierungsreaktionsraum des Methanolreformierungsreaktors
eingebracht.
[0012] Um zu verhindern, daß die Leistungsfähigkeit, d.h. der Umsatz, des Reaktors in den
ersten Stunden des Reformierungsreaktionsbetriebes merklich abnimmt, wird der Methanolreformierungskatalysator
zuvor einer Voralterungsbehandlung unterworfen.
[0013] Diese kann außerhalb des Reformierungsreaktionsraums vor Einbringen des Katalysators
in denselben oder alternativ im Reformierungsreaktionsraum erfolgen, wobei in letzterem
Fall während des Voralterungsprozesses mehrmals Katalysatormaterial nachgefüllt wird,
um den eintretenden Volumenschwund zu kompensieren. Das Verfahren zum voralternden
Behandeln des Methanolreformierungskatalysators beinhaltet ein Ausheizen des herkömmlich
hergestellten Katalysatormaterials in trockener Atmosphäre bei geeigneter Temperatur.
Trocken bedeutet in diesem Zusammenhang ein Wasseranteil von weniger als 1 Volumenprozent.
Wenn das hergestellte Katalysatormaterial in unreduzierter Form vorliegt, kann der
voralternde Ausheizvorgang zum Beispiel an Luft erfolgen. Wenn das Katalysatormaterial
durch vorheriges Anwenden einer Reduktionsreaktion in reduzierter Form vorliegt, wird
das Ausheizen in inerter Atmosphäre, z.B. einer Stickstoff- oder Argonatmosphäre,
vorgenommen.
[0014] Dauer und Temperatur des Ausheizvorgangs sind auf das jeweils vorliegende Katalysatormaterial
abgestimmt. Typischerweise liegt die Temperatur im Bereich der üblichen Temperaturen
für die spätere Methanolreformierungsreaktion, z.B. in der Größenordnung von 300°C,
oder darüber. Typische Ausheizdauern liegen im Bereich mehrerer Stunden. Durch die
Voralterungsbehandlung erfährt das Katalysatormaterial den typischen anfänglichen
Volumenschwund. Dabei zeigt sich, daß die für diese Behandlung gewählten Prozeßbedingungen
sicherstellen, daß der am Behandlungsende vorliegende, vorgealterte Katalysator weitgehend
geschrumpft ist, d.h. bei der anschließenden Verwendung zur Katalysierung der Methanolreformierungsreaktion
in seinem Volumen nicht mehr merklich abnimmt. Vorzugsweise werden die Behandlungsparameter
so gewählt, daß das Katalysatormaterial auf das kleinste erreichbare Volumen schrumpft.
[0015] Nach Abschluß des Voralterungsprozesses kann der vorgealterte Methanolreformierungskatalysator
in den Reformierungsreaktionsraum eines Methanolreformierungsreaktors eingefüllt werden,
falls er nicht bereits dort vorgealtert wurde. Falls das vorgealterte Katalysatormaterial
nicht sofort benötigt wird, kann es in einem geschlossenen Behälter aufbewahrt werden,
wodurch sich der Voralterungseffekt über eine längere Lagerzeit hinweg aufrechterhalten
läßt.
[0016] Der verfahrensgemäß behandelte Methanolreformierungskatalysator, der seinen inhärenten
Volumenschwund bereits während der Voralterung erfahren hat, zeigt selbst in den ersten
Stunden eines anschließenden Reformierungsreaktionsbetriebes keine wesentliche Volumenabnahme
mehr. Dementsprechend bleibt seine spezifische Aktivität und damit der von einem Methanolreformierungsreaktor,
in dessen Reformierungsreaktionsraum sich der Katalysator befindet, erzielte Reaktionsumsatz
schon ab Beginn des Reformierungsreaktionsbetriebes weitgehend erhalten.
[0017] Ein weiterer Vorteil des bei Beginn des Reformierungsreaktionsbetriebes vorgealtert
im Reformierungsreaktionsraum vorliegenden Methanolreformierungskatalysators besteht
darin, daß für den anschließenden Reformierungsreaktionsbetrieb keine nennenswerten
Mengen an austragbaren Katalysatorbestandteilen mehr entstehen, die ansonsten zu Schädigungen
in nachfolgenden Reaktoranlagenkomponenten führen könnten.
[0018] Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich besonders zur Bereitstellung eines Methanolreformierungskatalysators
für den Einsatz in einem Methanolreformierungsreaktor eines brennstoffzellenbetriebenen
Kraftfahrzeuges, um dort die Wasserdampfreformierung von flüssig mitgeführtem Methanol
zwecks Erzeugung von Wasserstoff für die Brennstoffzellen zu katalysieren.