[0001] Die Erfindung betrifft ein Abgassystem mit einem für Abgase eines Verbrennungsmotors
durchströmbaren Abgaskatalysator zur katalytischen Umsetzung der Abgase, wobei der
Abgaskatalysator zwischen Zwei Abgasleitungsstücken angeordnet ist. Die Abgasleitungsstücke
bilden jeweils eine Leitungsverbindung zu dem Abgaskatalysator. Die Erfindung betrifft
insbesondere Abgassysteme von durch Motorkraft angetriebene Zweiräder, d. h. Motorräder.
[0002] Aus der DE 35 43 011 A1 ist ein Trägerkörper für einen Abgaskatalysator zur Umsetzung
von Abgas eines Kraftfahrzeugmotors bekannt. Der Trägerkörper ist aus gewellten und
glatten Blechlagen aufgebaut, die mit einem Katalysatormaterial beschichtbar sind.
Die Blechlagen bilden Wände einer Vielzahl von Abgasen durchströmbarer Kanäle und
sind im Innern eines rohrförmigen Gehäuses angeordnet. Aus der DE 195 36 853 A1 sind
Wabenkörper mit etwa parallel verlaufenden, von Abgasen durchströmbaren Kanälen, bekannt.
Die Wabenkörper können unter anderem durch Extrusion aus keramischen Materialien gefertigt
werden.
[0003] Weiterhin bekannt ist aus der DE 44 29 878 A1 ein Abgassystem für eine Verbrennungskraftmaschine,
insbesondere für einen Otto-Motor eines Kraftfahrzeuges, mit einem für Abgase der
Verbrennungskraftmaschine durchströmbaren Abgaskatalysator, der jeweils an einem seiner
beiden stirnseitigen Enden an ein Abgasleitungsstück angeflanscht ist.
[0004] Im Zuge eines stärker werdenden Umweltbewußtseins und strengerer Emissionsvorschriften
in vielen Ländern der Erde hat sich das Bedürfnis verstärkt, nicht nur bei mehrspurigen
Kraftfahrzeugen, sondern auch bei Motorrädern sowie bei Kleinmotoren eine katalytische
Abgasreinigung vorzunehmen. Unter Kleinmotoren werden hier Motoren mit einem Hubraum
von weniger als 250 ccm, insbesondere weniger als 50 ccm, verstanden. Solche Motoren
werden insbesondere bei Rasenmähern, Motorsägen, transportablen Stromaggregaten, Kleinkrafträdern
und ähnlichen Geräten und Fahrzeugen eingesetzt. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß
die Kosten für die Bereitstellung eines Abgaskatalysators in einem angemessenen Verhältnis
zu den Gesamtherstellungskosten eines Gerätes bzw. eines Fahrzeuges stehen. Insbesondere
bei der Nachrüstung von Abgaskatalysatoren ist daher auf geringen Material- und Zeitaufwand
zu achten.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Abgassystem mit einem für Abgase eines
Verbrennungsmotors durchströmbaren Abgaskatalysator zur katalytischen Umsetzung der
Abgase anzugeben, bei dem der Abgaskatalysator auf einfache Weise in das Abgassystem
integriert ist, wobei das Abgassystem insbesondere für die Nachrüstung von Abgaskatalysatoren
bei Motorrädern geeignet sein soll.
[0006] Die Aufgabe wird durch ein Abgassystem mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Weiterbildungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0007] Bei dem erfindungsgemäßen Abgassystem ist der Abgaskatalysator zwischen zwei, jeweils
eine Leitungsverbindung zu dem Abgaskatalysator bildenden und jeweils an einer Anschlagsfläche
des Abgaskatalysators anliegenden Abgasleitungsstücken angeordnet. Das Abgassystem
weist mindestens ein an zumindest einem der Abgasleitungsstücke angreifendes Verspannelement
auf, mit dem der Abgaskatalysator zwischen den Abgasleitungsstücken verspannt ist.
Ein Vorteil des erfindungsgemäßen Abgassystems ist, daß der Abgaskatalysator mit geringem
zeitlichen und personellen Aufwand in das Abgassystem integrierbar ist.
[0008] Beispielsweise kann der Abgaskatalysator auf einfache Weise nachträglich in das Abgassystem
integriert werden, indem das Abgassystem an einer Stelle aufgetrennt wird, der Abgaskatalysator
an der Stelle so eingesetzt wird, daß die beiden voneinander getrennten Abgasleitungsstücke
zur Anlage an jeweils eine Anschlagsfläche des Abgaskatalysators kommen, und der Abgaskatalysator
mit zumindest einem Verspannelement zwischen den Abgasleitungsstücken verspannt wird.
Bevorzugtermaßen ist das Verspannelement ein unter Zugspannung stehendes elastisch
längenveränderbares Element, vorzugsweise eine Spiralfeder. Weiterhin bevorzugt wird
eine Ausgestaltung des Abgassystems, bei der der Abgaskatalysator ein Gehäuse aufweist,
das über jeweils zumindest eines der Verspannelemente mit den Abgasleitungsstücken
verspannt ist. Bei dieser Weiterbildung kann an den Übergängen des Abgaskatalysators
zu den beiden Abgasleitungsstücken jeweils ein kurzes Verspannelement verwendet werden.
Kurze Verspannelemente ermöglichen eine besonders stabile Befestigung.
[0009] Bei einer Weiterbildung ist das mindestens eine Verspannelement über eine Öse mit
dem zumindest einen Abgasleitungsstück verbunden. Die Öse kann beispielsweise mit
dem Abgasleitungsstück verschweißt werden. Eine solche Verbindung ist einfach und
kostengünstig herstellbar.
[0010] Beispielsweise bei Fahrzeugen ist auf eine ausreichende Stabilität der Leitungsverbindungen
zu achten. Aus diesem Grund, aber auch aus Gründen der einfachen Herstellbarkeit,
weist bei einer Weiterbildung das Abgassystem ein Gehäuse auf, wobei an zumindest
einem stirnseitigen Ende des Gehäuses ein Abschnitt des jeweiligen Abgasleitungsstückes
und das Gehäuse entlang eines sich quer zur Umfangsrichtung erstreckenden Verbindungsbereiches
ineinanderstecken. Unter der Umfangsrichtung wird die Umfangsrichtung des Gehäuses
an dem jeweiligen stirnseitigen Ende verstanden. Bei einer Ausgestaltung weist das
Abgassystem an beiden stirnseitigen Enden jeweils einen der Verbindungsbereiche auf,
wobei das Gehäuse an beiden Enden von dem Abgasleitungsstück umfaßt wird. Bei einer
alternativen Ausgestaltung, mit ebenfalls jeweils einem der Verbindungsbereiche an
beiden stirnseitigen Enden, umfaßt an dem einen stirnseitigen Ende das Gehäuse das
Abgasleitungsstück und umfaßt an dem anderen stirnseitigen Ende das Abgasleitungsstuck
das Gehäuse. Vorzugsweise liegt das zuerst genannte stirnseitige Ende in Durchströmungsrichtung
vor dem Abgaskatalysator. Auf diese Weise wird ein etwaiger geringer Spalt zwischen
dem Gehäuse und dem jeweiligen Abgasleitungsstück nicht direkt angeströmt, so daß
eine gute Abdichtung der Leitungsverbindungen erreichbar ist.
[0011] Bei einer Weiterbildung weist das Gehäuse eine sich ungefähr in einer radialen Richtung
erstreckende Erhebung auf, die die jeweilige Anschlagsfläche bildet. Bevorzugtermaßen
ist die Erhebung eine in Umfangsrichtung verlaufende Sicke. Durch das mindestens eine
Verspannelement wird gewährleistet, daß die Abgasleitungsstücke auch bei thermisch
bedingter Längenveränderung des Abgaskatalysators und/oder der Abgasleitungsstücke
an der jeweiligen Anschlagsfläche anliegen. Eine Sicke verleiht dem Gehäuse Festigkeit
und ist schnell, beispielsweise mit Hilfe eines Preßwerkzeuges, herstellbar.
[0012] Insbesondere bei der Nachrüstung eines Abgaskatalysators ist vielfach nur wenig Raum
für den Abgaskatalysator vorhanden. Aus diesem Grund wird vorgeschlagen, die Länge
des Abgaskatalysators möglichst klein zu wählen. Bei einer Weiterbildung des Abgassystems,
mit einem Abgaskatalysator, der einen sich in Durchströmungsrichtung erstreckenden
Reaktionsbereich mit katalytisch wirksamem Material aufweist, hat der Reaktionsbereich
eine Länge von weniger als 15 cm, vorzugsweise etwa 10 cm.
[0013] Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Abgassystems werden anhand der Zeichnung
beschrieben. Die Erfindung ist jedoch nicht auf diese Ausführungsformen beschränkt.
Die einzelnen Figuren der Zeichnung zeigen:
- Figur 1
- einen Längsschnitt durch eine erste Ausführungsform des erfindungsgemäßen Abgassystems
in Teildarstellung,
- Figur 2
- eine Variante der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform und
- Figur 3
- einen Längsschnitt in Teildarstellung durch eine weitere Ausführungsform.
[0014] Das in Fig. 1 dargestellte erfindungsgemäße Abgassystem 1 weist einen Abgaskatalysator
2 zur katalytischen Umsetzung von Abgasen eines Verbrennungsmotors auf. An den beiden
stirnseitigen Enden 9 des Abgaskatalysators 2 ist jeweils ein Abgasleitungsstück 4
angeschlossen, wobei das Mantelrohr 8 des Abgaskatalysators 2 und jeweils ein Abschnitt
des Abgasleitungsstückes 4 entlang eines sich in Durchströmungsrichtung erstreckenden
Verbindungsbereiches U ineinanderstecken. Dabei umfaßt an beiden stirnseitigen Enden
9 jeweils das Abgasleitungsstück 4 das Mantelrohr 8, so daß eine gegen Gasdurchtritt
dichte Leitungsverbindung gebildet ist. Die Abgasleitungsstücke 4 stoßen mit ihren
Enden jeweils an einer Anschlagsfläche 3 einer in Umfangsrichtung umlaufenden Außensicke
10 des Mantelrohrs 8 an.
[0015] Das Mantelrohr erweitert sich von den stirnseitigen Enden 9 aus gesehen hinter der
Außensicke 10 konusartig bis zu dem zentralen Bereich des Abgaskatalysators 2, der
über die Länge L hinweg einen nicht im Detail dargestellten Wabenkörper mit einer
katalytisch wirksamen Beschichtung enthält. Der Wabenkörper besteht aus gestapelten
und ineinander verschlungenen Blechlagen, die das katalytisch wirksame Material tragen.
Bei einer alternativen Ausgestaltung ist der Wabenkörper durch Extrusion und anschließendes
Brennen aus einem keramischen Material hergestellt. Die Länge L beträgt etwa 10 cm.
[0016] Am Außenumfang der Abgasleitungsstücke 4 sowie an den konusförmigen Bereichen des
Mantelrohrs 8 sind Ösen 7 angeschweißt. In jede der Ösen 7 ist jeweils ein Ende einer
Spiralfeder 5 eingehängt. Die Spiralfedern 5 stehen unter Zugspannung, so daß das
Gehäuse 8 mit den Abgasleitungsstücken 4 verspannt ist.
[0017] Das in Fig. 2 dargestellte Abgassystem 11 unterscheidet sich von dem Abgassystem
1 hinsichtlich der Leitungsverbindung zwischen dem Mantelrohr 18 des Abgaskatalysators
12 und dem auf der rechten Seite der Fig. 2 gezeigten Abgasleitungsstück 14. Das Mantelrohr
weist eine Innensicke 20 auf, an deren Anschlagsfläche 13 das Ende des Abgasleitungsstückes
14 anstößt. Das Mantelrohr 18 umfaßt den Endabschnitt des Abgasleitungsstückes 14.
Wie durch einen Pfeil dargestellt, liegt die Leitungsverbindung zwischen dem Abgasleitungsstück
14 und dem Gehäuse 18 am Gaseintritt des Abgaskatalysators 12. Etwaige geringfügige
Undichtigkeiten zwischen dem Mantelrohr 18 und dem Abgasleitungsstück 14 bzw. dem
Abgasleitungsstück 4 fallen beim Betrieb des Abgassystems 11 nicht ins Gewicht, denn
der Abgasstrom wird an den undichten Stellen vorbeigeleitet.
[0018] Das Abgassystem 21 (Fig. 3) weist einen Abgaskatalysator 22 auf, dessen Mantelrohr
28 in der Mitte eine kleinere Querschnittsfläche hat als die Abgasleitungsstücke 24,
an die der Abgaskatalysator 22 angeschlossen ist. Die Enden der Abgasleitungsstücke
24 stoßen jeweils an eine Anschlagsfläche 23 eines konusförmigen Abschnitts des Mantelrohrs
28 an. Der Abgaskatalysator 22 ist mit zwei Spannbändern 25 zwischen dem Abgasleitungsstücken
24 verspannt. Aufgrund der Teildarstellung ist in Fig. 3 nur eines der Spannbänder
25 zu sehen. Das Spannband 25 ist über jeweils einen Haltebügel 27 mit den Abgasleitungsstücken
24 verbunden. Es besteht zumindest teilweise aus einem elastischen Material. Durch
den Verschluß 26 ist es möglich, eine bestimmte vorgegebene Spannung einzustellen.
[0019] Bei dem erfindungsgemäßen Abgassystem ist ein Abgaskatalysator auf einfache Weise
integriert. Insbesondere ist es möglich, den Abgaskatalysator nachträglich durch Einstecken
und anschließendes Verspannen zwischen zwei Abgasleitungsstücken in das Abgassystem
einzubauen. Wegen der geringen Kosten einer solchen Nachrüstung ist das erfindungsgemäße
Abgassystem bei einer Vielzahl vorhandener, durch Verbrennungsmotoren angetriebener
Geräte und Fahrzeuge einsetzbar.
Bezugszeichenliste
[0020]
- 1; 11; 21
- Abgassystem
- 2; 12; 22
- Abgaskatalysator
- 3; 13; 23
- Anschlagsfläche
- 4; 14; 24
- Abgasleitungsstück
- 5
- Spiralfeder
- 7
- Öse
- 8; 18; 28
- Mantelrohr
- 9
- stirnseitiges Ende
- 10
- Außensicke
- 20
- Innensicke
- 25
- Spannband
- 26
- Verschluß
- 27
- Haltebügel
- L
- Länge
- U
- Verbindungsbereich
1. Abgassystem (1; 11; 21) mit einem für Abgase eines Verbrennungsmotors durchströmbaren
Abgaskatalysator (2; 12; 22) zur katalytischen Umsetzung der Abgase, wobei der Abgaskatalysator
(2; 12; 22) zwischen zwei, jeweils eine Leitungsverbindung zu dem Abgaskatalysator
(2; 12; 22) bildenden und jeweils an einer Anschlagsfläche (3; 13; 23) des Abgaskatalysators
(2; 12; 22) anliegenden Abgasleitungsstücken (4; 14; 24) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet,
daß das Abgassystem (1; 11; 21) mindestens ein an zumindest einem der Abgasleitungsstücke
(4; 14; 24) angreifendes Verspannelement (5; 25) aufweist, mit dem der Abgaskatalysator
(2; 12; 22) zwischen den Abgasleitungsstücken (4; 14; 24) verspannt ist.
2. Abgassystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Abgaskatalysator (2;
12) ein Gehäuse (8; 18) aufweist, das über jeweils zumindest eines der Verspannelemente
(5) mit den Abgasleitungsstücken (4; 14; 24) verspannt ist.
3. Abgassystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das mindestens eine
Verspannelement (5; 25) ein unter Zugspannung stehendes elastisch längenveränderbares
Element, vorzugsweise eine Spiralfeder, ist.
4. Abgassystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das mindestens
eine Verspannelement (5) über eine Öse (7) mit dem zumindest einen Abgasleitungsstück
(4; 14) verbunden ist.
5. Abgassystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei der Abgaskatalysator (2; 12; 22)
ein Gehäuse (8; 18; 28) aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß, an zumindest einem
stirnseitigen Ende (9) des Gehäuses (8; 18; 28), das Gehäuse (8; 18; 28) und ein Abschnitt
des jeweiligen Abgasleitungsstückes (4; 14; 24) entlang eines sich quer zur Umfangsrichtung
erstreckenden Verbindungsbereiches (U) ineinanderstecken.
6. Abgassystem nach Anspruch 5, mit jeweils einem der Verbindungsbereiche (U) an beiden
stirnseitigen Enden (9), dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse (8) an beiden Enden
(9) von dem Abgasleitungsstück (4) umfaßt wird.
7. Abgassystem nach Anspruch 5, mit jeweils einem der Verbindungsbereiche (U) an beiden
stirnseitigen Enden (9), dadurch gekennzeichnet, daß an dem einen stirnseitigen Ende
(9) das Gehäuse (18) das Abgasleitungsstück (14) umfaßt und daß an dem anderen stirnseitigen
Ende (9) das Abgasleitungsstück (4) das Gehäuse (18) umfaßt.
8. Abgassystem nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse
(8; 18) eine sich ungefähr in einer radialen Richtung erstreckende Erhebung (10; 20)
aufweist, die die jeweilige Anschlagsfläche (3; 13; 23) bildet.
9. Abgassystem nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Erhebung (10; 20) eine
in Umfangsrichtung verlaufende Sicke ist.
10. Abgassystem nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei der Abgaskatalysator (2; 12; 22)
einen sich in Durchströmungsrichtung erstreckenden Reaktionsbereich mit katalytisch
wirksamem Material aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß der Reaktionsbereich eine
Länge (L) von weniger als 15 cm, vorzugsweise etwa 10 cm, hat.