[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Einspritzung von Kraftstoff in den Verbrennungsraum
der Zylinder einer Brennkraftmaschine mittels Kraftstoffinjektoren, wobei ein Kraftstoffinjektor
ein Injektorgehäuse, eine Düsennadel und einen über ein Steuergerät steuerbaren Piezoaktor
aufweist, wobei der Piezoaktor direkt auf die Düsennadel wirkt. Ein derartiger Kraftstoffinjektor
ist in der Druckschrift DE 195 19 192 C1 beschrieben.
[0002] Bei mehrzylindrigen Brennkraftmaschinen, insbesondere bei Dieselmotoren, ist die
Laufruhe von dem exakten Zeitpunkt der Einspritzung des Kraftstoffes und von der exakten
Dosierung der eingespritzten Kraftstoffmenge abhängig. Bei der Konstruktion von Kraftstoffinjektoren
ist die Verwendung von Piezoaktoren bereits bekannt. Piezoaktoren ermöglichen einen
sehr kompakten Aufbau eines Kraftstoffinjektors, da Piezoaktoren keine weiteren mechanischen
Komponenten erfordern. Zudem sind Piezoaktoren elektrisch einfach anzusteuern, ermöglichen
hohe Stellfrequenzen und können hohe Stellkräfte bereitstellen.
[0003] In der gattungsbildenden Druckschrift DE 195 19 192 C1 ist die Verwendung von Piezoaktoren
zur Steuerung der Düsennadel von Kraftstoffinjektoren beschrieben. Der zur Einspritzung
notwendige Einspritzdruck des Kraftstoffes wird von einer separaten Kraftstoffpumpe
bereitgestellt. Von der Kraftstoffpumpe wird der Kraftstoff über einen Hochdruckanschluß
dem Injektorgehäuse zugeführt und gelangt über Kraftstoffkanäle an die Einspritzdüse
des Kraftstoffinjektors. Die Kraftstoffkanäle werden zur Steuerung der eingespritzten
Kraftstoffmenge von der Düsennadel gesperrt.
[0004] Das Problem bei der Verwendung von Piezoaktoren ist der sehr geringe Hub des Piezoaktors,
der etwa 0,1 % der Länge des Piezoaktors beträgt. Bei einem zur Einspritzung des Kraftstoffes
typischen Hub der Düsennadel von 200 µm ist somit ein Piezoaktor von ca. 20 cm Länge
notwendig. Ein derartiger Kraftstoffinjektor kann aufgrund seiner Abmessungen nur
mit Schwierigkeiten an einer Brennkraftmaschine bzw. im Motorraum eines Kraftfahrzeuges
angeordnet werden.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes Verfahren zur Einspritzung
von Kraftstoff in den Verbrennungsraum der Zylinder einer Brennkraftmaschine unter
Verwendung von Piezoaktoren anzugeben, bei dem die Länge des Piezoaktors reduziert
werden kann.
[0006] Bei dem erfindungsgemäßen verfahren zur Einspritzung von Kraftstoff in den Verbrennungsraum
der Zylinder einer Brennkraftmaschine mittels Kraftstoffinjektoren wird zwischen dem
piezoaktor und der Düsennadel eine hydraulische Übersetzung angeordnet, wodurch der
Hub der Piezokeramik entsprechend dem Übersetzungsverhältnis der hydraulischen Übersetzung
vergrößert wird und als hydraulische Flüssigkeit der hydraulischen Übersetzung ein
inkompressibles Medium verwendet.
[0007] In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß für die inkompressible
Flüssigkeit flüssiges Metall genutzt wird, das beim Starten der Brennkraftmaschine
durch vorheizen mit einem Heizelement geschmolzen wird.
[0008] In einer weiteren Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, als flüssiges Metall
das bei einer Temperatur von 98°C schmelzende Natrium zu verwenden.
[0009] In einer nächsten Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, als flüssiges Metall
eine Legierung des bei einer Temperatur von 70°C schmelzenden Wood'schen Metalls zu
verwenden.
[0010] In einer letzten Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß das die hydraulischen
Übersetzung einfassende Gehäuse aus einem nicht leitfähigen Material gefertigt wird,
wodurch bei einer Verwendung von flüssigem Metall als inkompressible Flüssigkeit das
Metall durch direkten Stromdurchgang geschmolzen wird, so daß auf einen Heizkörper
zum Schmelzen des Metalls im Injektorgehäuse beim Starten der Brennkraftmaschine verzichtet
werden kann.
[0011] Der durch eine hydraulische Übersetzung vergrößerte Hub eines Piezoaktors bewirkt
eine geringere Gesamtlänge des Kraftstoffinjektors. Die Möglichkeit zur Verwendung
eines Kraftstoffinjektors mit einem Piezoaktuator im Motorenbau wird durch den geringeren
Platzbedarf beträchtlich gesteigert.
[0012] Im folgenden ist das Verfahren zur Einspritzung von Kraftstoff in den Verbrennungsraum
der Zylinder einer Brennkraftmaschine mittels eines Kraftstoffinjektors, der einen
Piezoaktor mit einer hydraulischen Übersetzung aufweist, im Zusammenhang mit einer
Zeichnung beschrieben. Als inkompressible Flüssigkeit für die hydraulische Übersetzung
wird eine Legierung des Wood'schen Metalls verwendet.
[0013] Es zeigt:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung des Kraftstoffinjektors mit dem Piezoaktor und der hydraulischen
Übersetzung.
[0014] In der Figur ist ein Kraftstoffinjektor zur Dieseleinspritzung für einen Zylinder
eines Dieselmotors dargestellt. Das Injektorgehäuse weist einen Kraftstoffanschluß
KA für eine Kraftstoffpumpe, einen Heizungsanschluß HA zur Stromversorgung der Heizung
H, einen Anschluß für einen Kraftstoffrücklauf KR sowie einen Steueranschluß SA zur
Spannungsversorgung eines Piezoaktors PA durch ein Steuergerät auf.
Piezoaktoren dehnen sich proportional zu der an sie angelegten Spannung aus. Über
das Steuergerät werden die Piezoaktoren mit Spannungen von bis zu 1000 Volt angesteuert.
Dabei dehnt sich der Piezoaktor PA um etwa 50 µm aus. Der zur Kraftstoffeinspritzung
notwendige Hub der Düsennadel DN beträgt 200 µm. Zur Verlängerung des Hubes des Piezoaktors
PA ist oberhalb des Piezoaktors PA eine hydraulische Übersetzung angeordnet. Die hydraulische
Übersetzung wird auf der dem Piezoaktor PA zugewandten Seite von einem Unteren Stempel
US abgedichtet. Auf der entgegengesetzten Seite Wird die hydraulische Übersetzung
von einem oberen Stempel OS abgedichtet. An dem oberen Stempel OS ist zudem die Zugstange
ZS angebracht. Die hydraulische Übersetzung verengt sich zwischen dem oberen Stempel
OS und dem Unteren Stempel US Laval - Düsen förmig, wobei das Verhältnis zwischen
dem Hub des Oberen Stempels OS und dem Hub des Unteren Stempels US 4 zu 1 beträgt,
wodurch sich der Hub des Piezoaktors von 50 µm auf die benötigten 200 µm vergrößert.
[0015] Als inkompressible Flüssigkeit zwischen den beiden Stempeln OS, US der hydraulischen
Übersetzung wird das Wood'sche Metall WM verwendet. Das Wood'sche Metall WM wird beim
Starten des kalten Dleselmotors durch eine die hydraulische Übersetzung umgebende
Heizung H geschmolzen. Der Vorgang des Schmelzens des Wood'schen Metalls WM entspricht
dem Vorglühen der Glühkerzen des Dieselmotors und kann mit diesem gekoppelt werden.
Während des Fahrzeugbetriebes genügt die vom Dieselmotor dlssipierte Wärme, um das
bei einer Temperatur von ca. 70°C schmelzende Wood'sche Metall WM im flüssigen Zustand
zu halten. Die Heizung H wird über einen Temperatursensor geregelt, der im Heizungsanschluß
HA zur Stromversorgung der Heizung H angeordnet werden kann und der beispielsweise
als Bimetall - Schalter ausgeführt ist.
Die am oberen Stempel OS befestigt Zugstange ZS wird durch die inkompressible Flüssigkeit,
durch den Unteren Stempel US und durch den hohl gebohrten Piezoaktor PA bis an die
Düsennadel DN geführt und ist mit der Düsennadel DN verbunden. Die Zugstange ZS ist
aus einem Faserwerkstoff gefertigt, der den Hub des Oberen Stempels OS verlustfrei
auf die Düsennadel DN überträgt.
Die Rückstellkraft der Düsennadel DN erfolgt mittels einer Schließfeder SF, die sich
auf der einen Seite gegen das Injektorgehäuse abstützt und auf der anderen Seite auf
die Düsennadel DN wirkt. Durch die Schließfeder SF wird das verschließen der Düsenöffnungen
DÖ mit der Düsennadel DN im spannungslosen Zustand des Piezoaktors PA bewirkt.
[0016] Der für den Betrieb des Dieselmotors benötigte Einspritzdruck des Kraftstoffes von
bis zu 1500 bar wird von einer dem Kraftstoffinjektor vorgeschalteten Kraftstoffpumpe
bereitgestellt. Der Kraftstoff wird von der Kraftstoffpumpe über den Kraftstoffanschluß
KA und über Kraftstoffkanäle im Inneren des Kraftstoffinjektors bis an die Düsennadel
DN geführt.
[0017] Während eines Einspritzvorgangs wird der Plezoaktor PA von dem Steuergerät mit einer
sich zeitlich ändernden Spannung angesteuert. Der sich proportional zur anliegenden
Spannung ausdehnende Piezoaktor PA bewegt über die hydraulische Übersetzung und die
Zugstange ST die Düsennadel DN, wodurch der Kraftstoff proportional zur von dem Steuergerät
vorgegebenen Spannung durch die Düsenöffnungen DÖ des Kraftstoffinjektors in den entsprechenden
Verbrennungsraum des Dieselmotors eingespritzt wird.
[0018] Die optimalen zeitlichen Spannungsverläufe für einen Zündvorgang sind im Steuergerät
in einem Kennfeld beispielsweise drehzahl -, last - und/oder temperaturabhängig gespeichert.
[0019] Von dem Steuergerät können dabei zeitliche Spannungsverläufe vorgegeben werden, bei
denen der Kraftstoff während eines Einspritzvorgangs für einen Verbrennungsvorgang
pulsierend, in vielen kurzen Schüben unterschiedlicher Frequenz in den Verbrennungsraum
eingespritzt wird. Dabei wird die Düsenöffnung DÖ vom dem Piezoaktor PA durch die
Düsennadel DN vielfach geöffnet und geschlossen, wodurch sich ein zeitlich nicht stetiger
Verlauf der eingespritzten Kraftstoffmenge ergibt.
Vor allem können aber auch Spannungsverläufe von dem Steuergerät vorgegeben werden,
bei denen der Kraftstoff während eines Einspritzvorgangs für einen Verbrennungsvorgang
mit einem zeitlich stetigen Verlauf der Kraftstoffmenge in den Verbrennungsraum eingespritzt
wird. Dabei wird die Düsenöffnung DÖ vom dem Piezoaktor PA durch die Düsennadel DN
genau ein mal geöffnet und geschlossen, und die eingespritzte Kraftstoffmenge wird
dadurch verändert, wie weit die Düsennadel DN jeweils vom Piezoaktor PA zurückgezogen
wird.
[0020] Da die Bohrung für die Zugstange ZS im Injektorgehäuse nicht auf Dauer für den unter
sehr hohem Druck stehendem Kraftstoff abzudichten ist, wird der sich im Injektorgehäuse
sammelnde Kraftstoff über einen Kraftstoffrücklauf KR in den Kraftstofftank zurückgeführt.
[0021] Bei der Verwendung eines Injektorgehäuses aus einem nicht leitfähigen Material kann
das Wood'sche Metall WM durch direkten Stromdurchgang geschmolzen werden, wodurch
auf eine Heizung H im Injektorgehäuse verzichtet werden kann.
[0022] Die Kraftstoffinjektoren einer Brennkraftmaschine können gegebenenfalls mit einer
Temperaturregelung ausgestattet werden, mit der die Temperatur des Wood'schen Metalls
in den hydraulischen Übersetzungen überwacht wird. Beim Unterschreiten der Schmelztemperatur
wird von der Temperaturregelung die Heizung H zugeschaltet. Beim Überschreiten einer
Grenztemperatur werden von der Temperaturregelung zur Vermeidung von Störungen durch
die thermische Ausdehnung des Wood'schen Metalls bzw. des Kraftstoffinjektors passive
Mittel (Gebläse) und/oder aktive Mittel (Peltierelement) zur Kühlung der Kraftstoffinjektoren
zugeschaltet.
[0023] Bei der Verwendung von Einspritzdüsen, bei denen sich die Düsenöffnungen DÖ dadurch
öffnen, daß die Düsennadeln DN in Richtung der Verbrennungsräume verschoben werden,
vereinfacht sich der Aufbau der Kraftstoffinjektoren. Dabei werden der Piezoaktor
PA, die hydraulische Übersetzung und die Düsennadel DN im Kraftstoffinjektor in einer
Reihe angeordnet, wobei auf das Hohlbohren des Piezoaktors PA verzichtet werden kann
und sich die enge der Zugstange ZS auf ein Minimum reduziert.
[0024] Durch die hydraulische Übersetzung wird der geringe Hub des Piezoaktors PA deutlich
vergrößert, wodurch die Gesamtlänge des Kraftstoffinjektors beträchtlich reduziert
werden kann.
1. Verfahren zur Einspritzung von Kraftstoff in den Verbrennungsraum der Zylinder einer
Brennkraftmaschine mittels Kraftstoffinjektoren, wobei ein Kraftstoffinjektor ein
Injektorgehäuse, eine Düsennadel (DN) und einen über ein Steuergerät steuerbaren Piezoaktor
(PA) aufweist, und wobei der Piezoaktor (PA) direkt auf die Düsennadel (DN) wirkt,
dadurch gekennzeichnet, daß der Hub des Piezoaktors (PA) durch eine hydraulische Übersetzung
zwischen dem Piezoaktor (PA) und der Düsennadel (DN) vergrößert wird, und daß bei
der hydraulischen Übersetzung ein inkompressibles Medium als hydraulische Flüssigkeit
verwendet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als inkompressibles Medium
flüssiges Metall verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß als flüssiges Metall Natrium
verwendet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß als flüssiges Metall eine Legierung
des Wood'schen Metalls (WM) verwendet wird.
5. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das
die hydraulische Übersetzung umgebende Gehäuse aus einem nicht leitfähigen Material
gefertigt wird.