[0001] Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind ein Rollstuhl mit Vorderradträger nach
dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1, ein Rollstuhl mit verstellbar geneigtem Sitz nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs
6, ein Rollstuhl mit variabel geneigten Hinterradachsen nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs
9, ein Sitzmodul für einen Rollstuhl nach dem Oberbegriff des Patentanspruch
10, eine Verwendung des Sitzmoduls nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs
19 und eine Verwendung des Rollstuhls nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs
21.
[0002] Herkömmliche Rollstühle weisen zwei Räderpaare auf, nämlich ein hinteres Räderpaar
mit zwei grossen, manuell antreibbaren Hinterrädern und ein vorderes Raderpaar mit
zwei wesentlich kleineren, seitlich am Rollstuhl angeordneten Vorderrädern, deren
Achsen sich in einer Horizontalebene um einen Drehpunkt drehen können. Die nach diesem
Prinzip gebauten Rollstühle sind nicht besonders gut manövrierbar, was insbesondere
bei Sportrollstühlen ein grosser Nachteil ist. Die Manövrierbarkeit von Rollstühlen
kann bedeutend verbessert werden, wenn die Räder des vorderen Räderpaares mittig in
einem kleinen gegenseitigen Abstand angeordnet werden oder wenn, was noch vorteilhafter
ist, nur ein einziges Vorderrad vorhanden ist. Daher werden als Sportrollstühle schon
seit einiger Zeit Dreirad-Rollstühle mit einem hinteren Räderpaar und einem einzigen
mittigen Vorderrad angeboten.
[0003] Bekannt ist beispielsweise ein Dreirad-Sportrollstuhl der Firma Sopur mit einem Rahmen,
der ein rückwärtiges, die Achsen der Hinterräder verbindendes Achsrohr aufweist, von
welchem sich ein mittiger, etwa horizontaler Längsträger nach vorne erstreckt. An
diesem Längsträger sind vorne als Fussauflage zwei Platten und vor der Fussauflage,
das heisst zuvorderst am Längsträger, das Vorderrad angeordnet. Im weiteren ist am
horizontalen Längsträger zwischen dem Achsrohr und dem Vorderrad ein weiterer, schräg
rückwärts aufwärts gerichteter Längsträger angeordnet, der sich unter der Sitzfläche
in einen Querträger gabelt. An diesem Querträger sind seitliche, in Längsrichtung
verlaufende Sitzrohre angebracht. Der Nachteil dieses Rollstuhls ist seine teilweise
mangelnde seitliche Stabilität, die auf die spezifische Rahmenkonstruktion zurückzuführen
ist.
[0004] Ein weiterer Dreirad-Sportrollstuhl der Firma Off.Carr, nämlich das Modell Top Spin,
ist bezüglich der Rahmenstabilität geringfügig besser, da er anstelle des schräg rückwärts
aufwärts gerichteten Längsträgers des oben beschriebenen Rollstuhls zwei von der Befestigungsstelle
des Vorderrades ausgehende, schräg rückwärts aufwärts und auswärts gerichtete, etwa
ein V bildende Träger besitzt, deren freie Enden unterhalb der Sitzfläche abgebogen
sind und schräg nach hinten und unten gerichtete seitliche Längsträger bilden, auf
welchen ein Sitz montiert wird. Zusätzliche Verstrebungen verbinden die seitlichen
Längsträger mit dem mittigen, horizontalen Längsträger und mit dem Achsrohr, und auch
dies zusätzlichen Streben sind miteinander verbunden. Der Rahmen dieses Rollstuhls
ist zwar, wie schon erwähnt, um ein weniges stabiler als der Rahmen des erstgenannten
Rollstuhls, weist aber den Nachteil einer sehr komplizierten, aufwendigen Konstruktion
auf.
[0005] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, einen gut manövrierbaren Rollstuhl der eingangs
genannten Art zu schaffen, der die genannten Nachteile nicht aufweist und der sich
besonders zum Gebrauch im Alltag eignet.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils
des Patentanspruchs
1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind durch die entsprechenden abhängigen Patentansprüche
2 bis
5 definiert.
[0007] Im allgemeinen besteht der Wunsch, verschiedene Elemente eines Rollstuhls relativ
zueinander zu verstellen, um den Rollstuhl an verschiedene Benutzer und/oder momentane
Erfordernisse anzupassen. Insbesondere soll die Neigung des Sitzes verstellbar sein.
Es sind zwar verschiedene Rollstühle bekannt, bei denen sich die Neigung des Sitzes
verstellen lässt, jedoch sind sie mit dem Nachteil behaftet, dass Verstellungen des
Sitzes nicht unabhängig von anderen Elementen durchgeführt werden können. So bedingt
eine Veränderung der Neigung des Sitzes im allgemeinen das Ummontieren gewisser anderer
Teile des Rollstuhls.
[0008] Es ist daher ebenfalls Aufgabe der Erfindung, einen Rollstuhl mit verstellbar geneigtem
Sitz zu schaffen, bei dem der genannte Nachteil nicht auftritt, so dass die Veränderung
des Sitzwinkels ohne dass zusätzlich Ummontierungs-, Einstellungs- oder Justierungsvorgänge
möglich ist.
[0009] Zur Lösung dieser Aufgabe dienen die Merkmale des kennzeichnenden Teils des Patentanspruchs
6. Vorzugsweise verwendete Weiterbildungen dieses erfindungsgemässen Rollstuhls sind
durch die vom Patentanspruch
6 abhängigen Unteransprüche
7 und
8 definiert.
[0010] Viele der heute gebräuchlichen Rollstühle besitzen Hinterräder mit einem Radsturz,
das heisst, die Hinterräder befinden sich nicht in Vertikalebenen sondern in zur Längsmittelebene
des Rollstuhls symmetrischen, nach aussen und unten geneigten Ebenen, wobei die Drehachsen
dieser Hinterräder zur Längsmittelebene hin ansteigen. Um einen Rollstuhl unterschiedlichen
Benutzern oder äusseren Gegebenheiten anzupassen, ist es vorteilhaft, wenn die Neigung
dieser Achsen wahlweise eingestellt werden kann.
[0011] Es ist daher im weiteren Aufgabe der Erfindung, einen Rollstuhl mit einstellbar geneigten
Hinterradachsen zu schaffen.
[0012] Dies wird bei einem Rollstuhl erreicht, der die Merkmale des kennzeichnenden Teils
des Patentanspruchs
9 aufweist.
[0013] Um einen Rollstuhl In unterschiedliche Benutzer anzupassen, ist es insbesondere notwendig,
ihn so zu gestalten, dass er ein in einfacher Weise montierbares bzw. demontierbares
Sitzmodul umfasst, welches seinerseits noch gewisse Verstellmöglichkeiten aufweist.
[0014] Es ist daher ebenfalls Aufgabe der Erfindung, ein geeignetes Sitzmodul zu schaffen.
[0015] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils
des Patentanspruchs
10 gelöst. Bevorzugte Weiterbildungen und Einzelheiten des erfindungsgemässen Sitzmoduls
werden durch die vom Patentanspruch
10 abhängigen Unteransprüche
11 bis
18 definiert.
[0016] Ferner ist es Aufgabe der Erfindung ist die Verwendung des neuen Sitzmoduls an einem
Rollstuhl.
[0017] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils
des Patentanspruchs
19 gelöst. Vorteilhafte Einzelheiten sind durch den vom Patentanspruch
19 abhängigen Unteranspruch
20 definiert.
[0018] In neuerer Zeit werden Rollstühle vorzugsweise so konzipiert, dass sie sich zusammen
mit einem sogenannten Bike verwenden lassen. Ein Bike ist eine Einrichtung mit einem
Frontrad, einem Antrieb und einer Lenkung. Der Rollstuhl wird an das Bike angehängt
und bildet zusammen mit dem Bike eine motorisch antreibbare Einheit. Diese Einheit
läuft auf drei Rädern, nämlich dem Rad des Bikes, welches ein vorne angeordnetes Triebrad
bildet, und den Hinterrägern des Rollstuhls, welche hinten angeordnete Laufräder bilden.
Beim Ankoppeln des Rollstuhles wird dieser leicht nach hinten gekippt, so dass sein
Vorderrad bzw. seine Vorderräder keinen Bodenkontakt mehr haben. Diese Anordnung ist
mit einem gewichtigen Nachteil behaftet, nämlich der Tendenz des Rollstuhls und damit
der Einheit, nach hinten zu kippen.
[0019] Es ist daher schliesslich auch Aufgabe der Erfindung, Massnahmen zur Verwendung des
Rollstuhls mit einem Bike vorzuschlagen, durch welche der genannte Nachteil vermieden
werden wird.
[0020] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils
des Patentanspruchs
21 gelöst. Besonders vorteilhafte Möglichkeiten der erfindungsgemässen Verwendung werden
durch die vom Patentanspruch
21 abhängigen Unteransprüche
22 bis
24 definiert.
[0021] Der erfindungsgemässe Rollstuhl mit Vorderradträger nach der Erfindung weist einen
sehr einfachen U-ähnlichen, jedoch dreidimensionalen Integralträger auf, dessen freie
Enden mit dem Achsrohr verbunden sind, wodurch ein geschlossener und daher sehr stabiler
Rahmen entsteht. Der U-ähnliche Integralträger ist so geformt, dass der mittlere Schenkel
des U ein Querträger ist, welcher den Vorderradträger für die Befestigung der Vorderradeinrichtung
bildet, die daran anschliessenden Teile der seitlichen Schenkel des U etwa vertikal
und etwa parallel zur Längsmittelebene des Rollstuhl gerichtet sind, und die Enden
der freien Schenkel des U Längsträger bilden bzw. mindestens annähernd parallel zur
Fahrtrichtung angeordnet sind. Durch diese Rahmenkonstruktion, die eine Federwirkung
entwickelt, ist das Fahrverhalten des neuen Rollstuhls sehr komfortabel und leicht,
so dass er dem Benutzer das Gefühl vermittelt, auch unebenes Gelände fast fliegend
zu überwinden.
[0022] Um einen Rollstuhl mit bester Manövrierbarkeit zu erhalten, wird eine Vorderradeinrichtung
mit einem einzigen, zentralen Vorderrad verwendet. Im Vergleich mit den bisherigen
Vierrad-Rollstühlen wird dabei das vierte Rad mit der Halterung der Gabel eingespart,
was sich gewichts- und kostenmässig vorteilhaft auswirkt.
[0023] Obwohl das Ziel der Erfindung ursprünglich darin gesehen wurde, einen Rollstuhl mit
einer Vorderradeinrichtung zu schaffen, die ein einziges zentrales Vorderrad enthält,
lässt sich der neue Rollstuhl mit dem dreidimensionalen Integralträger auch für Vorderradeinrichtungen
mit zwei Vorderrädern verwenden. Werden die Vorderräder mit dem minimal für ihre Drehbarkeit
notwendigen Abstand angeordnet, so erhält man einen Rollstuhl, der noch recht gut
manövrierbar, jedoch etwas kippsicherer ist als ein Rollstuhl mit nur einem Vorderrad.
Ein zunehmender Abstand zwischen den Vorderrädern verschlechtert die Manövrierbarkeit
und verbessert gleichzeitig die Seitenkippstabilität. Um den Abstand zwischen den
Vorderrädern wahlweise zu vergrössern oder zu verkleinern kann die Vorderradbefestigung
jedes Rades so ausgebildet sein, dass sie sich längs des Vorderradträgers verschieben
und an beliebigen Stellen befestigen lässt.
[0024] Insbesondere bei Rollstühlen, bei welchen die Vorderradeinrichtung nur ein einziges
Vorderrad oder zwei sehr nahe beieinander montierte Vorderräder aufweist, ist die
Standfläche des Rollstuhls prinzipiell geringer als bei einem herkömmlichen Rollstuhl
mit seitlich angebrachten Vorderrädern. Um dennoch eine möglichst grosse Standfläche
und damit eine hohe Kippstabilität zu erhalten, ist es vorteilhaft, das Vorderrad
so anzuordnen, dass es den vordersten Teil des Rollstuhls bildet. Zu diesem Zweck
wird die Vorderradbefestigung nicht unten oder hinten sondern an der Front des Vorderradträgers
angeordnet. Durch die Anordnung der Fussauflage hinter dem Vorderradträger ist der
neue Rollstuhl wesentlich drehfreudiger in der Handhabung, da sich die Masse der Füsse
und Beine des Benutzers näher am Gesamtschwerpunkt befindet.
[0025] Die Anordnung der Vorderradbefestigung an der Front des Vorderradträgers verhilft
zu einem weiteren Vorteil. Der Raum hinter dem Vorderradträger ist frei und bietet
sich für eine durchgehende, nicht durch einen längs gerichteten Vorderradträger geteilte,
komfortable Fussauflage an. Infolge der Ausbildung des Vorderradträgers als Querträger
und der seiner Anordnung vor der Fussauflage bildet der Vorderradträger zugleich einen
Schutz für die Fussauflage bzw. für die auf der Fussauflage ruhenden Füsse des Benutzers;
dies wirkt sich vorteilhaft aus, da die meisten Benutzer infolge ihres Gebrechens
keine Nerven und damit keine Schmerzempfindlichkeit im Fuss- und Beinbereich besitzen,
so dass kein warnender Schmerz vor grösseren Verletzungen auftritt, die beim Anschlagen
der Füsse während der Vorwärtsbewegung des Rollstuhls auftreten können.
[0026] Vorzugsweise ist die Position der Fussauflage wählbar, und zwar sowohl bezüglich
ihres Abstandes vom Vorderradträger wie auch bezüglich ihrer Höhe wie auch bezüglich
ihres Neigungswinkels. Die Fussauflage kann dazu an Fussstreben befestigt sein, die
an den Schrägträgern montiert sind und deren Abmessungen und Montagehöhe den Abstand
der Fussauflage vom Querträger und die Höhe der Fussauflage bestimmen. Je nach Bedarf
können Fussstreben mit unterschiedlichen Abmessungen die geeigneten gewählt oder stets
dieselben Fussstreben in unterschiedlichen Höhen montiert werden. Zur Verstellbarkeit
des Neigungswinkels der Fussauflage können beispielsweise die Fussstreben rohrförmig
ausgebildet und unten zur Rollstuhllängsachse abgebogen sein; diese Enden sind zwischen
zwei Schenkeln einer Brideneinrichtung aufgenommen, die mittels Schrauben zusammenspannbar
sind.
[0027] Anstelle der oben beschriebenen plattenförmigen Fussauflage kann auch eine bügelförmige
Fussauflage vorgesehen sein.
[0028] Der Rollstuhl weist eine auf die Hinterräder wirkende Bremseinrichtung auf, die vorzugsweise
aus zwei prinzipiell gleiche Bremseinheiten bestehen, die gegengleich ausgebildet
und spiegelsymmetrisch zur Rollstuhllängsachse an den Sitzträgern montiert sind.
[0029] An den Längsträgern des Integralträgers des Rollstuhls ist ein Sitz des Rollstuhls
befestigt. Je nach der gewünschten Neigung des Sitzes können die Längsträger mehr
oder weniger geneigt sein.
[0030] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Längsträger so schräg nach hinten unten verlaufen,
dass sie direkt auf die Enden des Achsrohres treffen; auf diese Weise erübrigen sich
zusätzliche Verbindungsstreben, welche den Integralträger mit dem Achsrohr zu einem
geschlossenen Rahmen verbinden.
[0031] Während, wie weiter oben erwähnt, bei herkömmlichen Rollstühlen mit an sitzhohen
Längsträgern des Rollstuhls befestigten Sitzlängsträgern eine Verstellung der Sitzneigung
zusätzliche Verstellarbeiten notwendig macht, lässt sich beim erfindungsgemässen Rollstuhl
mit verstellbar geneigtem Sitz dieser derart verstellen, dass kein zusätzlicher Montageaufwand
erforderlich ist. Der Rollstuhl weist dazu nach hinten unten gerichtete Längsträger
auf. An diesen geneigten Längsträgern sind die Sitzlängsträger so befestigt, dass
sie vorne um einen Punkt der Längsträger schwenkbar sind und hinten einen verstellbaren
Abstand von den Längsträgern haben. Zu diesem Zwecke ist eine Sitzstrebenvorrichtung
angeordnet; diese weist zwei Sitzstreben auf, von denen jede schwenkbar an einem Drehpunkt
an einem der Sitzlängsträger befestigt ist und in wählbarer wirksamer Sitzstrebenlänge
am Längsträger des Integralträgers befestigt ist. Beidseitig unterhalb des Sitzes
bilden somit der Längsträger, der Sitzlängsträger und die Sitzstrebe je ein Dreieck
in einer Vertikalebene. Die maximale Neigung nach hinten unten, die der Sitz einnehmen
kann, ist durch die Neigung der Längsträger des Integralträgers bestimmt, und die
maximale Neigung nach vorne unten, die der Sitz einnehmen kann, ist durch die Länge
der Sitzstreben bestimmt.
[0032] Obwohl auch längenverstellbare Sitzstreben, ggfs. mit fluidbetätigte Zylinder/Kolben-Einrichtungen
oder mit Spindeln, verwendet werden könnten, wird eine einfache Ausführungsform des
Rollstuhls nach der Erfindung so ausgebildet, dass die Sitzstreben über ihre Länge
eine Vielzahl von Bohrungen aufweisen. Je nach gewählter Sitzneigung werden zwei Schrauben
durch zwei im gleichen Abstand von den Drehpunkten befindliche Bohrungen geführt,
mittels welchen die Sitzstreben an den zugehörigen Längsträgern befestigt sind.
[0033] Zur Stabilisierung hat es sich als vorteilhaft erwiesen, die beiden Sitzstreben mittels
einer Querstangenanordnung zu parallelisieren.
[0034] Die Sitzlängsträger können an zwei einzelnen Längsträgern des Rahmens des Rollstuhls
befestigt werden; besonders vorteilhaft ist es aber, sie an zwei Längsträgern eines
Integralträgers eines Rollstuhls gemäss obiger Beschreibung zu montieren.
[0035] Vorzugsweise sind mehrere mögliche Befestigungspunkte der Sitzlängsträger an den
vorderen Enden der Längsträger des Integralträgers in Längsrichtung vorgesehen.
[0036] Die Lager für die Hinterräder befinden sich in der Hinterradnabe und sind so ausgebildet,
dass die Hinterräder in bekannter Weise mit Steckachsen in Winkeladapterhülsen montiert
und dadurch leicht demontierbar sind.
[0037] Im montierten Zustand sind die Winkeladapterhülsen für die Achsen der Hinterräder,
die im allgemeinen als Steckachsen ausgebildet sind, quer zur Fahrtrichtung und seitlich
leicht aufwärts gerichtet, damit die Räder, wie bei Rollstühlen üblich, unter einem
gewissen Radsturz angeordnet sind. Um die Spurparallelität der Hinterräder genau einzustellen,
kann das Achsrohr, mit den in ihm befestigten Winkeladapterhülsen, gedreht werden,
bis es diejenige Lage einnimmt, in der die Winkeladapterhülsen korrekt gerichtet sind,
seine richtige Lage einnimmt; zu diesem Zweck kann am Achsrohr eine Wasserwaage eingebaut
sein.
[0038] Erfindungsgemäss ist die Neigung der Hinterachsen verstellbar, so dass der winkelmässige
Radsturz verändert werden kann. Dieser Radsturz richtet sich einerseits nach den Abmessungen
des Rollstuhls und anderseits nach dem jeweiligen Verwendungszweck des Rollstuhls.
Zur Veränderung des Radsturzes können winkelfeste Winkeladapterhülsen, die in das
Achsrohr eingepresst sind und die Winkeladapterhülsen für die Achsen der Hinterräder
enthalten, jeweils paarweise ausgewechselt werden. Vorteilhafter ist aber der Einbau
eines Paares von einstellbaren Winkeladapterhülsen; der Radsturz kann mittels solcher
einstellbarer Winkeladapterhülsen in einem ungefähren Bereich zwischen 0° und etwa
25° verändert werden.
[0039] Das erfindungsgemässe Sitzmodul umfasst den eigentlichen Sitz und einen am Sitz und
damit nur mittelbar am Rahmen des Rollstuhls befestigten Rücken. Der Sitz weist zwei
Sitzlängsträger auf, die am Rahmen des Rollstuhls befestigbar sind und zwischen denen
sich die Sitzfläche erstreckt.
[0040] Die Sitzlängsträger sind zur Erhöhung der Stabilität vorzugsweise durch mindestens
einen Sitzquerträger verbunden, und in einer besonders geeigneten Ausführungsform
bilden die Sitzlängsträger und ein hinten angeordneter Sitzquerträger einen U-förmigen
Sitzrahmen, der durch einen weiteren, in seinem vorderen Bereich vorgesehenen, nach
unten ausgewölbten Sitzverstärkungsträger verstärkt werden kann.
[0041] Die Sitzquerträger bestehen bei sogenannten Klapprollstühlen, bei denen ein Zusammenklappen
eine Reduktion der Rollstuhlbreite bewirkt, aus zwei Teilsitzquerträgern, die gelenkig
miteinander verbunden und zusammenklappbar sind, jedoch in betriebsbereitem Zustand
des Rollstuhls in linear ausgerichteter Anordnung fixiert sind. Bei solchen Rollstühlen
muss auch die eigentliche Sitzfläche so ausgebildet sein, dass sie das Zusammenklappen
des Rollstuhl erlaubt. Bei breitenfesten Rollstühlen sind die Sitzquersträger steif.
[0042] Ist der Rollstuhl trotz der weiter unten beschriebenen Möglichkeit des Umklappens
des Rückens kein eigentlicher unter Breitenverminderung zusammenklappbarer Klapprollstuhl,
so könnte die Sitzfläche starr sein. Vorzugsweise wird aber auch bei solchen breitenfesten
Rollstühlen für die Sitzfläche ein flexibles Material wie beispielsweise ein Gewebeabschnitt
verwendet, auf dem im allgemeinen ein austauschbares Sitzkissen liegt. Ein als Keilkissen
ausgebildetes Sitzkissen erlaubt eine weitere Einflussnahme auf die Neigung des Sitzes.
[0043] Das neue Sitzmodul umfasst, wie schon erwähnt, den soeben beschriebenen Sitz sowie
einen Rücken, der am Sitz befestigt ist, ohne unmittelbar mit dem Rahmen des Rollstuhls
verbunden zu sein. Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel des erfindungsgemässen
Sitzmoduls weist der Rücken zwei seitliche, meist rohrförmige Rückenstützen auf, deren
untere Enden über Winkelplatten am hinteren Bereich der Sitzlängsträger befestigt
sind; eine gewisse Einstellbarkeit kann erreicht werden, indem für die Befestigung
der Winkelplatten verschiedene Bohrungen, sei es in den Winkelplatten und/oder in
den Sitzlängsträgern und/oder in den Rückenstützen vorgesehen werden.
[0044] Soll zur Verkleinerung des Transportvolumens des Rollstuhls der Rücken auf den Sitz
abklappbar sein, so werden die Winkelplatten so befestigt, dass sie sich um ihre beiden
Befestigungsachsen am Sitzlängsträger und an der Rückenstütze drehen können. Um dennoch
beim Gebrauch des Rollstuhls den Rücken relativ zum Sitz zu fixieren, sind zwei seitliche
Fixierplatten vorgesehen, die fest an den Sitzlängsträgern befestigt sind und die
schlitzförmige Durchbrüche enthalten, durch welche Zapfen der Rückenstützen ragen.
Die Fixierplatten bilden, wenn der Rücken nicht auf den Sitz geklappt ist, Winkelstreben
zwischen den Sitzlängsträgern und den Rückenstützen. Die Durchbrüche weisen an ihren
hinteren Enden quer zu ihnen und bei nicht abgeklapptem Rücken nach oben gerichtete
Rastöffnungen für die Zapfen auf. Die leicht elastischen Fixierplatten sind an ihren
hinteren Enden durch eine Kordel verbunden. Ein Aufwärtszug an der Kordel bewirkt
das Ausrasten der Zapfen aus den Rastöffnungen und erlaubt das Abklappen des Rücken
auf den Sitz. Die Fixierplatten sind mittels Schrauben an den Sitzlängsträgern befestigt;
um eine wahlweise Befestigung in verschiedenen Stellungen zu ermöglichen, können sie
anstelle einer einzigen Bohrung mehrere nebeneinanderliegende Bohrungen für die Schrauben
enthalten.
[0045] Die Fixierplatten können auch zur Befestigung von seitlichen Kleiderschutzplatten
benutzt werden, die an den Fixierplatten angeschraubt werden können, oder zur Befestigung
eines Radspritzschutzes. Vorzugsweise wird der Radspritzschutz so ausgebildet, dass
er an seiner dem Benutzer abgewandten Fläche eine leicht federnde, in verschiedenen
Stellungen montierbare Radschutzbride besitzt, so dass der Radspritzschutz werkzeuglos
auf die Fixierplatte oder ggfs. auf die Kleiderschutzplatte aufsteckbar ist, so dass
im montierten Zustand die Fixierplatte oder die Kleiderschutzplatte zwischen dem eigentlichen
Spritzschutzteil und der Radschutzbride eingeklemmt ist.
[0046] Obwohl man zur Einsparung von Gewicht beim Rückenteil auf Querträger verzichten kann,
werden vorzugsweise die beiden seitlichen Rückenstützen durch einen nach hinten ausgebogene
Querträger verbunden. Dieser kann gleichzeitig als Griff zum Schieben des Rollstuhls
durch eine Drittperson dienen und erleichtert das Ausüben des eben erwähnten Kordelzuges,
wenn mit der gleichen Hand die Querstange und die Kordel erfasst werden, um die letztere
nach oben zu ziehen.
[0047] Zum Schieben des Rollstuhls können auch an den oberen Enden der Rückenträger demontierbare
Schiebegriffe befestigt sein, die vorzugsweise höhenverstellbar sind.
[0048] Zur Bildung einer Fläche für den Rücken kann, wie beim Sitz, ein starres Material
oder ein Gewebeabschnitt vorgesehen sein. Um einen einstellbaren und damit an den
Benutzer des Rollstuhls anpassbaren Rücken zu erhalten, ist es aber vorteilhaft, die
Rückenstützen durch ein breites oder, was eine individuellere Anpassung ermöglicht,
mehrere schmale längenverstellbare flexible Bandpaare zu verbinden.
[0049] Um den Sitzkomfort zu verbessern, kann der Rücken ferner mit einem Rückenkissen versehen
sein. Ein solches Rückenkissen weist vorzugsweise zwei zusammenhängende, vorne und
hinten an der Verbindung der Rückenträger anliegende Rückenkissenteile auf und ist
von oben über die Verbindung der Rückenträger gestülpt.
[0050] Damit das Rückenkissen auch bei Bewegungen des Benutzers in seiner Lage bleibt, und
damit das Sitzkissen nicht zwischen dem Sitzfläche und dem Rücken nach hinten entfernt,
kann am vorderen Teil des Rückenkissens unten ein textiler Rückenkissenlappen angesetzt
sein, der zwischen das Gewebe der Sitzfläche und das Sitzkissen zu liegen kommt.
[0051] Das Rückenkissen kann an seinem hinteren Teil auch eine Tasche aufweisen.
[0052] Beim neuen Sitzmodul müssen vielerorts zwei Gewebeteile aneinander befestigt werden,
wobei diese Befestigungen vorzugsweise lösbar und ggfs. in kleinen Bereichen einstellbar
sein sollten; das Sitzkissen muss auf der Sitzfläche befestigt werden, die beiden
Teile des Rückenkissen müssen gegenseitig und/oder an den die Rückenstützen verbindenden
Teilen befestigt werden, und jeweils zwei Bänder eines der Bandpaare, die die Rückenstützen
verbinden, müssen gegenseitig befestigt werden. Es hat sich als günstig erwiesen,
alle diese Teile so auszubilden, dass zur Befestigung Klettband verwendet werden kann.
[0053] Bei der erfindungsgemässen Verwendung des neuen Sitzmoduls wird dieses mit seinen
Sitzlängsträgern auf einem Rahmen eines Rollstuhls montiert.
[0054] Vorzugsweise wird das Sitzmodul an Längsträgern des Rahmens befestigt, und besonders
vorteilhaft ist die Verwendung des neuen Sitzmoduls bei einem erfindungsgemässen Rollstuhl
mit einem Integralträger, wie er weiter oben beschrieben wurde.
[0055] Zur Verwendung des neuen Sitzmoduls an einem Rollstuhl, dessen Sitz eine verstellbare
Neigung haben soll, kann das neue Sitzmodul eine Sitzstrebenvorrichtung aufweisen,
wie sie mit Bezug auf den erfindungsgemässen Rollstuhl mit verstellbar geneigter Sitzfläche
weiter oben beschrieben wurde.
[0056] Um einen Rollstuhl mit angehobenem Vorderrad bzw. angehobenen Vorderrädern mit einem
Bike zu koppeln, ohne dass die Gefahr des Rückwärtskippens besteht, wird beispielsweise
der Radstand, das heisst der Abstand der Vorderachse des Bikes und des Hinterradpaares
des Rollstuhls, vergrössert. Zu diesem Zwecke wird erfindungsgemäss vorgeschlagen,
die Hinterräder und ihre Befestigung so zu gestalten, dass die Hinterräder zwischen
einer vorderen Lage, in der sie sich bei der Verwendung des Rollstuhls ohne Bike befinden,
und einer hinteren Lage, in der der Rollstuhl weniger kippgefährdet und damit biketauglich
ist, verschieben lassen.
[0057] Besonders geeignet zur Verwendung mit einem Bike ist der Rollstuhl mit dem U-ähnlichen
Integralrahmen, dessen Längsträger strebenlos mit dem Achsrohr verbunden sind. Um
die Möglichkeit der Vergrösserung des Radstandes zu schaffen, können bei einem solchen
Rollstuhl die Längsträger hinten beispielsweise teleskopartig verlängerbar sein. Vorzugsweise
wird aber die Vergrösserung des Radstandes dadurch erreicht, dass an den Längsträgern
Zusatzlängsträger befestigt werden, die hinten durch ein Zusatzachsrohr miteinander
verbunden sind. Bei der Verwendung des Rollstuhls mit einem Bike werden dann die Räder
vom Achsrohr demontiert und am Zusatzachsrohr montiert. Wenn mehrere Befestigungsstellen
für die Zusatzlängsträger vorgesehen sind, kann der Radstand wahlweise in gewissen
Grenzen verstellt werden. Bei Verwendung des Rollstuhls ohne Bike wirken die unter
der Sitzfläche angeordneten Zusatzlängsträger nicht störend. Der Radstand kann zwecks
Verbesserung der Kippsicherheit natürlich auch vergrössert werden, ohne dass der Rollstuhl
mit einem Bike gekoppelt wird, allerdings muss dabei eine Verschlechterung der Manövrierbarkeit
in Kauf genommen werden.
[0058] Weitere Eigenschaften und Vorteile der Erfindung werden im folgenden anhand eines
bevorzugten Ausführungsbeispieles und mit Bezug auf die Zeichnung ausführlich beschrieben.
Es zeigt:
- Fig. 1
- einen Rollstuhl nach der Erfindung, mit einem Vorderradträger und mit einstellbarer
Neigung des Sitzes, in einem Schaubild;
- Fig. 2A
- den Rollstuhl der Fig. 1, jedoch ohne Sitz- und Rücken. Kissen, in vereinfachter Darstellung,
von vorne gesehen;
- Fig. 2B
- den Rollstuhl der Fig. 1 und 2A, in gleicher Darstellung wie Fig. 2, von der rechten
Seite gesehen; rechts;
- Fig. 3A
- eine erste, feste Winkeladapterhülse, in einem Schnitt längs der Achse;
- Fig. 3B
- eine zweite, feste Winkeladapterhülse, in gleicher Darstellung wie Fig. 3A;
- Fig. 4A
- ein erstes Ausführungsbeispiel einer verstellbaren Winkeladapterhülse, in einer ersten
Stellung, in einem Schnitt längs der Achse;
- Fig. 4B
- die verstellbare Winkeladapterhülse der Fig. 4A, in einer zweiten Stellung, in gleicher
Darstellung wie Fig. 4A;
- Fig. 4C
- ein zweites Ausführungsbeispiel einer verstellbaren Winkeladapterhülse, in gleicher
Stellung und Darstellung wie Fig. 4A;
- Fig.4D
- die Winkeladapterhülse der Fig. 4C, in gleicher Stellung und Darstellung wie die Winkeladapterhülse
der Fig. 4B;
- Fig. 5A
- eine Fussauflage in einer ersten Ausführungsart, in einem Schaubild;
- Fig. 5B
- eine Fussauflage in einer zweiten Ausführungsart, in einem Schaubild;
- Fig. 6
- eine Fussauflage in einer dritten Ausführungsart, in einem Schaubild;
- Fig. 7
- eine Bremseinheit in einer ersten Ausführung, in einem Schaubild;
- Fig. 8
- eine Bremseinheit in einer zweiten Ausführung, in einem Schaubild;
- Fig. 9
- eine Bremseinheit in einer dritten Ausführung, in einem Schaubild;
- Fig. 10
- ein erfindungsgemässes Sitzmodul für einen Rollstuhl, in einem Schaubild;
- Fig. 11
- ein Rücken mit einem Rückenkissen für das Sitzmodul der Fig. 10, in einem Schaubild;
- Fig. 12A
- ein Rückenteil mit Schiebegriffen einer ersten Art, ausschnittweise, in einem Schaubild;
- Fig. 12B
- ein Rückenteil mit Schiebegriffen einer zweiten Art, ausschnittweise, in einem Schaubild;
- Fig. 12C
- ein Rückenteil mit Schiebegriffen einer dritten Art, ausschnittweise, in einem Schaubild;
- Fig. 13
- den Bereich einer Fixierplatte mit einer Kleiderschutzplatte, in einem Schaubild;
- Fig. 14
- einen Radspritzschutz; in einem Schaubild;
- Fig. 15
- eine Transitrolleneinrichtung, in einem Schaubild;
- Fig. 16
- eine Antikippeinrichtung, in einem Schaubild;
- Fig. 17A
- einen Zusatzlängsträger zur Verwendung des Rollstuhls mit einem Bike; und
- Fig. 17B
- einen Längsträger, in welchem das Achsrohr in verschiedenen Stellungen befestigbar
ist, zur Verwendung des Rollstuhls mit einem Bike.
[0059] Der in den
Fig. 1, 2A und
2B dargestellte Rollstuhl
10 ist ein Dreirad-Rollstuhl. Er weist einen Integralträger
12 mit einem horizontalen, quer zur Fahrtrichtung verlaufenden Vorderradträger
12.1, zwei seitlich daran anschliessenden Schrägträgern
12.2, die schräg nach hinten oben und leicht nach auswärts geneigt sind, und zwei diese
fortsetzende Längsträger
12.3 auf. Der Integralträger
12 ist aus einem gebogenen Rohr hergestellt.
[0060] Die freien hinteren Enden der Längsträger
12.3 des Integralträgers
12 sind durch einen Querträger in Form eines Achsrohrs
14 miteinander verbunden, so dass der Integralträger
12 zusammen mit dem Achsrohr
14 einen geschlossenen und sehr stabilen Rahmen bildet. Zur Verbindung des Achsrohres
14 mit den hinteren Enden der Schrägträger
12.3 dienen Achshaltereinrichtungen
16.
[0061] Zwei Hinterräder
18 eines Hinterradpaares sind seitlich mittels in den
Fig. 3A,
3B, bzw.
4A und
4B, bzw. 4C und
4D dargestellten Winkeladapterhülsen
20.1 bzw.
20.2 bzw.
22 bzw.
122 am Achsrohr
14 befestigt. Jede Winkeladapterhülse
20.1 bzw.
20.2 bzw.
22 bzw.
122, die mit einem Teil ihrer Länge in eines der offenen Enden des Achsrohres
14 eingepresst ist und mit ihrer restlichen Länge aus dem Achsrohr
14 hinausragt, bildet ein Lager für eine in ihr aufgenommene, nicht dargestellte Steckachse,
mit welcher ein Hinterrad
18 befestigt ist. Um den Radsturz zu verändern, muss entweder die für einen bestimmten
Radsturz gefertigte Winkeladapterhülse
20.1 gemäss
Fig. 3A gegen eine für einen anderen Radsturz gefertigte Winkeladapterhülse
20.2 gemäss
Fig. 3B ausgetauscht werden, oder es wird eine verstellbarer Winkeladapterhülse
22 gemäss
Fig. 4A und
Fig. 4B oder eine verstellbare Winkeladapterhülse
122 gemäss
Fig. 4C und
4D verwendet. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sich austauschbare Winkeladapterhülsen
gemäss
4A,
4B oder
4C,
4D an praktisch allen Rollstuhltypen verwenden lassen, nicht nur an dem zuvor beschriebenen
Rollstuhl mit Integralrahmen.
[0062] Die in
Fig. 3A dargestellte Winkeladapterhülse ergibt einen minimalen Radsturz von 0°, und die in
Fig. 3B dargestellte Winkeladapterhülse ergibt einen Radsturz im Bereich des bei der Konstruktion
der vorliegenden Winkeladapterhülse etwa maximalen Wertes von ca. 15°.
[0063] Die Fig.
4A und
4B zeigen eine einstellbare Winkeladapterhülse
22 in zwei verschiedenen Einstellungen, wobei der Radsturz mit einer Einstellung gemäss
Fig. 4A 1° und mit einer Einstellung gemäss
Fig. 4B 10° beträgt. Die Winkeladapterhülse
22 weist einen zylindrischen Teil
22.1 mit einer Lagerbohrung
22.2 und einen asymmetrisch zulaufenden Teil
22.3 auf, wobei der zylindrische Teil
22.1 je nach Radsturz und der asymmetrisch zulaufende Teil
22.3 stets im Ende des Achsrohrs
14 bzw. in einer Verbindungshülse
14.1 zum Achsrohr
14 aufgenommen sind. Der asymmetrisch zulaufende Teil
22.3 weist einen schlitzartigen Durchbruch
22.4 auf und kann eine Längs/Kippbewegung ausführen, wobei er am Durchbruch
22.4 mittels eines an einer Zwischenhülse
14.1 zum Achsrohr
14 fixierten Führungsstiftes
22.5 geführt ist. Der zylindrische Teil
22.1 weist an seinem Umfang mehrere Ausnehmungen
22.6 auf. Je nach Stellung der Winkeladapterhülse
22 greift eine nicht dargestellte, in ein am Ende der Zwischenhülse
14.1 vorgesehenes Gewinde
22.7 eingeschraubte Fixierschraube in eine der Ausnehmungen
22.6 ein. Wie die austauschbaren Adapterhülsen, so können auch die einstellbaren Winkeladapterhülsen
an beliebigen Rollstuhltypen verwendet werden.
[0064] Die
Fig. 4C und
4D zeigen eine weitere verstellbare Winkeladapterhülse
122 in zwei verschiedenen Einstellungen, wobei der Radsturz mit einer Einstellung gemäss
Fig. 4C etwa 1° und mit einer Einstellung gemäss
Fig. 4D etwa 10° beträgt. Die Winkeladapterhülse
122 weist einen zylindrischen Teil
122.1 mit einer Lagerbohrung
122.2 und einen asymmetrischen, schräg zur Achse der Lagerbohrung
122.2 gerichteten Ansatz
122.3 auf. Der zylindrische Teil
122.1 verläuft durch einen Lagerzylinder
122.4, der drehbar über ein Achsrohr-Einsatzstück
122.5 im hinteren Querträger bzw. Achsrohr
14 gelagert ist. Der asymmetrische Ansatz
122.3 ist über ein weiteres Achsrohr-Einsatzstück
122.6 und eine Querwelle
122.7 im hinteren Querträger bzw. Achsrohr
14 abgestützt. Ein Stempel
122.8, der über einen Exzenterhebel
122.9 betätigbar ist, drückt in montierter Stellung den asymmetrischen Ansatz
122.3 gegen die Kraft einer Feder nach unten. Durch eine Schwenkung des Exzenterhebels
122.9 entfernt sich der Stempel
122.8 unter der Kraft der Feder vom asymmetrischen Ansatz
122.3, so dass die Winkeladapterhülse
122 in eine andere Stellung gebracht werden kann, in welcher sie durch erneute Drehung
des Exzenterhebels
122.9 in dieser neuen Stellung wieder fixiert wird.
[0065] Damit die Spuren der Hinterräder
18 parallel zur Fahrtrichtung bzw. zur Längsmittelachse des Rollstuhls
10 verlaufen, muss das Achsrohr
14 mit den eingepressten Winkeladapterhülsen
20.1, 20.2 bzw.
22 bzw.
122 so eingestellt sein, dass sich die Lager und damit die nicht dargestellten Steckachsen
der Hinterräder
18, die entsprechend dem gewünschten Radsturz nach aussen leicht aufwärts gerichtet
sein müssen, genau in einer Querebene zur Längsmittelachse des Rollstuhls
10 befinden. Zur Einstellung der Winkeladapterhülsen bzw. des Achsrohres
14 ist am Achsrohr
14 eine nicht dargestellte Wasserwaage angebracht.
[0066] Die Hinterräder
18 sind in üblicher Weise mittels an ihnen befestigten, zu ihnen konzentrischen Greifringen
19 manuell antreibbar
[0067] Die Vorderradeinrichtung weist gemäss den
Fig. 5A und
5B ein nicht antreibbares Vorderrad
24 auf, dessen Durchmesser bedeutend kleiner ist als der Durchmesser der Hinterräder
18: Das Vorderrad
24 ist in einer Gabel
26 gelagert. Die Gabel
26 weist an ihrem oberen Ende einen vertikalen Drehzapfen auf, der drehbar in einem
Zapfenlager
28 aufgenommen ist, welches über einen Ansatz
30 am Vorderradträger
12.1 befestigt ist.. Der Ansatz
30 und damit auch das Zapfenlager
28 sind an der Vorderfront des Vorderradträgers
12.1 des Integralträgers
12 montiert, so dass sich der Drehzapfen vor dem als Querträger ausgebildeten Vorderradträgers
12.1 befindet. Die beiden Enden der Gabel
26 weisen für die Aufnahme einer Vorderradachse
32 paarweise Bohrungen
33 in zwei oder mehr Höhen auf, so dass das Vorderrad
24 in verschiedenen Höhen eingebaut werden kann, wodurch die Neigung des gesamten Rollstuhls
10 verändert werden kann. Eine weitere Möglichkeit zur Veränderung der Neigung des gesamten
Rollstuhls
10 erhält man durch den Einbau kleinerer oder grösserer Vorderräder
24. Anstelle des einen, mittig angeordneten Vorderradträgers kann sie Vorderadeinrichtung
auch ein Paar Vorderräder aufweisen, die symmetrisch am Integralrahmen befestigt sind.
[0068] Fig. 5A und
Fig. 5B zeigen den Vorderradträger
12.1 mit einer hinter dem Vorderradträger
12.1 und zwischen den Schrägträgem
12.2 angeordneten Fussauflage
40. Diese besteht im wesentlichen aus einer Fussplatte
42, welche in den beiden Ausführungen gemäss
Fig. 5A einerseits und
Fig. 5B anderseits etwas anders ausgebildet ist. Die Fussplatte
42 gemäss
Fig. 5B ist weniger sperrig als die Fussplatte
42 gemäss
Fig. 5A, erlaubt aber weniger Freiheit in der Positionierung der Füsse des Benutzers. Ausserdem
weist die Fussplatte
42 gemäss
Fig. 5B Durchbrüche
42.1 zur Belüftung und zum Abfliessen von Regenwasser und/oder Vorsprünge
42.2 auf, durch welche ein Verrutschen der Füsse des Benutzers verhindert werden kann.
gemäss Die Fussplatte
42 dient zum Abstellen der Füsse des Benutzers, welche mittels zweier seitlicher Fussauflagenstreben
44 an den Schrägträgern
12.2 des Integralträgers
12 befestigt ist. Die Fussauflage
40 kann in verschiedenen Höhen montiert werden, und die Neigung der Fussplatte
42 ist einstellbar.
[0069] In
Fig. 6 ist eine andere Fussauflage
46 dargestellt, mit einer Bügelvorrichtung
48 zum Aufsetzen der Füsse, die bezüglich der Höhenverstellbarkeit der Fussplatte
40 im Hinblick auf kurze Unterschenkellängen der
Fig. 5 überlegen ist.
[0070] Der Rollstuhl
10 weist ferner eine Bremsvorrichtung auf, die durch zwei Bremseinheiten gebildet ist.
Die Bremseinheiten sind gegengleich ausgebildet und spiegelsymmetrisch am vorderen
Bereich der Längsträger
12.3 befestigt. Die Fig.
7 bis
9 zeigen drei verschiedene, an sich bekannte Ausführungsformen einer Bremseinheit
34 bzw.
36 bzw.
38 und bedürfen keiner weiteren Erklärung.
[0071] In
Fig. 10 ist ein Sitzmodul
50 nach der Erfindung dargestellt. Dieses Sitzmodul
50 besteht im wesentlichen aus einem Sitz
52 und aus einem Rücken
54.
[0072] Der Sitz
52 weist zwei parallele Sitzlängsträger
56 auf, welche zusammen mit einem rückwärtigen Sitzquerträger
58 gemäss
Fig. 1 einen U-förmigen, aus einem entsprechend gebogenen Rohr hergestellten Sitzrahmen
bilden, der durch einen weiteren, nach unten gewölbten, in der Zeichnung nicht sichtbaren
Sitzquerträger
60 verstärkt ist. Zwischen den Sitzlängsträgern
56 ist mittels mehrerer Schrauben
62 ein Abschnitt eines textilen Materials befestigt, das im wesentlichen die Sitzfläche
64 bildet, und auf welchem ein nicht dargestelltes Sitzkissen angeordnet ist.
[0073] Am seinem vorderen Ende weist jeder der Sitzlängsträger
56 einen Ansatz mit einer Befestigungslasche
66 auf, die Bohrungen enthält, welche zur Aufnahme einer Schraube vorgesehen ist, mittels
welcher das vordere Ende des Sitzlängsträgers
56 in einer von mehreren in
Fig. 1 sichtbaren Bohrungen
68 am vorderen Ende des Längsträgers
12.3 des Integralträgers
12 des Rollstuhls
10 befestigt ist.
[0074] Wie am besten aus
Fig. 13 ersichtlich, ist an beiden Sitzlängsträgern
56 im hinteren Bereich der eigentlichen Sitzfläche
64 je ein weiterer Ansatz mit einer weiteren Befestigungslasche
70 vorgesehen. Diese Befestigungslaschen dienen zur Anlenkung von je einer Sitzstrebe
72. Die beiden Sitzstreben
72 bilden ein Sitzstrebenpaar und sind durch eine sie verbindende, nicht dargestellte
Querstangenanordnung parallelisiert. Jede Sitzstrebe
72 weist eine Vielzahl von Bohrungen
76 auf, die zur Aufnahme einer Schraube
78 vorgesehen ist, mittels welcher die Sitzstrebe
72 am hinteren Ende des zugehörigen Längsträgers
12.3 des Integralträgers
12. befestigt ist. Durch die jeweilige Wahl der Bohrung
76 für die Schraube
78 wird die wirksame Länge der Sitzstreben
72 und damit der Neigungswinkel der Sitzfläche
64 bestimmt, wobei die maximale Neigung der Sitzfläche
64 etwas geringer ist als die Neigung der Längsträger
12.3.
[0075] Der Rücken
54 weist zwei seitliche Rückenstützen
80 auf, die mittels Winkelplatten
81 an den Sitzlängsträgern
56 befestigt sind, wobei der Winkel zwischen Rücken
54 und Sitzfläche
64 verstellbar ist. Die beiden Rückenstützen
80 sind durch eine nach hinten gewölbte Querstange
82 miteinander verbunden. Gemäss
Fig. 11 erstrecken sich zwischen den Rückenstützen in mehrerer Höhen Bänderpaare
84, deren Länge einstellbar ist, und die teilweise mit Klettband
85 versehen sind.
[0076] Der Rücken
54 weist im weiteren ein Rückenkissen
86 mit einem hinteren Kissenteil
86.1, einem vorderen Kissenteil
86.2 und einem am unteren Ende des vorderen Kissenteils
86.2 befestigten Rückenkissenlappen
86.3 auf, der im montierten Zustand zwischen der Sitzfläche
64 und dem Sitzkissen liegt. Wie die Bänderpaare
84 ist auch das Rückenkissen
86 entsprechend mit Klettband
87 versehen.
[0077] Zum Schieben des Rollstuhls
10 dient entweder die Querstange
82 gemäss
Fig. 11 oder Handgriffe
88 gemäss
Fig. 12A oder höhenverstellbare Handgriffe
90 gemäss
Fig. 12B oder
Fig. 12C.
[0078] Wiederum mit Bezug auf
Fig. 13 wird nun beschrieben, welche konstruktiven Massnahmen beim Sitzmodul
50 getroffen sind, um ein Abklappen des Rückens
54 auf den Sitz
52 zu ermöglichen. Eine Fixierplatte
92 ist mit ihrem vorderen Ende bei
94 schwenkbar am Sitzlängsträger
56 befestigt, wobei mehrere Bohrungen die Montage in verschiedenen Stellungen erlauben,
welche die relative Neigung des Rückens
54 zur Sitzfläche
64 bestimmen. Die Fixierplatte
92 weist ferner einen schlitzförmigen Durchbruch
96 auf, in welche ein an der Rückenstütze
80 befestigter Zapfen
97 hineinragt. Der Durchbruch
96 ist an seinem hinteren Ende nach oben erweitert und bildet eine Rastöffnung
96.1 für den Zapfen
97, wenn der Rücken
54 hochgeklappt ist. Um den Rücken
54 abzuklappen, wird an einer die hinteren Enden der Fixierplatte
92 verbindenden Kordel
98 ein Aufwärtszug ausgeübt. Dadurch kommt der Zapfen
97 von der Rastöffnung
96.1 frei und der Rücken
54 kann nach vorne geneigt werden, während sich der Zapfen
97 im Durchbruch
96 verschiebt. Die den Rücken
54 mit dem Sitzlängsträger
56 verbindende Schraube
99 ist nicht fest angezogen sondern dient als Schwenkachse bei der Klappbewegung des
Rückens
54.
[0079] Die Fixierplatte
92 dient auch als Montageplatte für eine angeschraubte Kleiderschutzplatte
100 gemäss
Fig. 13 oder einen aufsteckbaren Radspritzschutz
102, der in
Fig. 14 dargestellt ist. Der Radspritzschutz
102 weist einen zum Rad gebogenen Teil
102.1 und einen vertikalen Teil
102.2 auf. Am letzteren ist eine Aufsteckbride
104 festgeschraubt, wobei am vertikalen Teil für die nicht dargestellten Schrauben keine
Bohrungen sondern Schlitze
102.3 vorhanden sind. Dadurch kann die Aufsteckbride
104 in verschiedenen Stellungen festgeschraubt werden, wodurch der Radspritzschutz
102 relativ zur Fixierplatte
92 verschiedene Lagen einnehmen kann.
[0080] Der Rollstuhl
10 kann bei Bedarf mit einer Transitrolleneinrichtung
106 nach
Fig. 15 und/oder einer Antikippeinrichtung
108 nach
Fig. 16 ausgerüstet werden.
[0081] Fig. 15 zeigt eine Transitrolleneinrichtung und
Fig. 16 eine Antikippeinrichtung, die optional am Rollstuhl
10 angeordnet werden können.
[0082] In
Fig. 17A ist ein Zusatzlängsträger
110 mit einem Zusatzachsrohr
112 dargestellt. Dieser Zusatzlängsträger
110 wird dann an einem Rahmenteil
12.3 eines Rollstuhls befestigt, wenn dieser zeitweise mit einem Bike verwendet werden
soll. Im abgebildeten Ausführungsbeispiel ist der Rahmenteil
12.3, an dem der Zusatzlängsträger
110 befestigt ist, der nach hinten unten geneigte und strebenlos mit dem Achsrohr
14 verbundene Längsträger des U-ähnlichen Integralträgers
12, wie er in den
Fig. 1 bis
3 dargestellt ist..
[0083] In
Fig. 17B ist eine Ausführungsvariante des Rollstuhls 10 dargestellt, bei welcher der Rahmenteil
12.3 an seinem hinteren Ende eine nach hinten ragende Verlängerung
111 aufweist. Eine solche Ausbildung wird gewählt, um den Radstand, das heisst den gegenseitigen
Abstand der Hinterräder
18 einerseits und der Vorderräder
25 anderseits, variieren zu können, beispielsweise für beinamputierte Benutzer oder
um den Rollstuhl
10 zeitweise mit einem Bike zu verwenden.
1. Rollstuhl (10) mit einem Vorderradträger (12.1), der mindestens annähernd horizontal ist und eine Befestigungsvorrichtung (26, 28, 30) für eine Vorderradeinrichtung (24) aufweist, mit zwei seitlichen Längsträgern (12.3) und mit zwei den Vorderradträger (12.1) mit den vorderen Enden der Längsträger (12.3) verbindenden Schrägträgern (12.2), sowie mit einem zwei Hinterräder (18) eines Radpaares verbindenden Achsrohr (14),
dadurch gekennzeichnet,
dass der Vorderradträger (12.1) ein Querträger ist und zusammen mit den Schrägträgern (12.2) und den an diese anschliessenden Längsträgern (12.3) einen dreidimensionalen U-ähnlichen Integralträger (12) bildet, wobei die hinteren Enden der Längsträger (12.3) mit dem Achsrohr (14) verbunden sind.
2. Rollstuhl (10) nach Patentanspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorderradeinrichtung ein einziges, mittiges Vorderrad (24) besitzt.
3. Rollstuhl (10) nach mindestens einem der obigen Patentansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Hinterräder (10) mittels Steckachsen in verstellbaren, mit dem Achsrohr (14) verbundenen Winkeladapterhülsen (22) gelagert sind.
4. Rollstuhl (10) nach mindestens einem der obigen Patentansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Längsträger (12.3) des Integralträgers (12) nach hinten unten geneigt und strebenlos mit dem Achsrohr verbunden sind.
5. Rollstuhl (10) nach mindestens einem der obigen Patentansprüche
dadurch gekennzeichnet,
dass er eine hinter dem Vorderradträger (12.1) angeordnete, vorzugsweise höhenverstellbare und/oder neigungsverstellbare Fussauflage
(40, 48) besitzt.
6. Rollstuhl (10) mit verstellbar geneigtem Sitz (52), welcher zwei seitliche Sitzlängsträger (56) besitzt, die an Längsträgern (12.3) des Rollstuhls (10) befestigt sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Längsträger (12.3) nach hinten unten geneigt sind und dass die Sitzlängsträger (56) mit ihren einen Enden an den Längsträgern (12.3) angelenkt und mit ihren anderen Enden über Sitzstreben (72) mit veränderlichen wirksamen Längen mit den Längsträgern (12.3) verbunden sind.
7. Rollstuhl (10) nach Patentanspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass jede Sitzstrebe (72) schwenkbar am zugehörigen Seitenlängsträger (56) angelenkt ist und in Längsrichtung mehrere Bohrungen (76) aufweist, zur wahlweisen Aufnahme einer Schraube (78), mittels welcher die Sitzstrebe (72) am Längsträger (12.3) befestigt ist.
8. Rollstuhl (10) nach mindestens einem der Patentansprüche 6 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sitzstreben (72) mittels einer Querstangenanordnung miteinander verbunden sind.
9. Rollstuhl (10) mit variabel geneigten Hinterradachsen (22.2, 122.2), wobei jede Hinterradachse an einem seitlichen Endbereich eines Achsrohres (14.1, 14) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass im seitlichen Endbereich des Achsrohres (14.1, 14) eine einstellbare Adapterhülse (22, 122) angeordnet ist, welcher eine zur Aufnahme einer der steckbaren Hinterradachse bestimmte
Bohrung und eine schräg zur Achse des Endbereichs des Achsrohres (14.1, 14) gerichtet Anschlagfläche umfasst, welche im Endbereich des Achsrohrs längsverschieblich
ist, wobei eine Fixiervorrichtung vorgesehen ist, und die Adapterhülse wahlweise in
einer von mehreren Stellungen zu fixieren.
10. Sitzmodul (50) für einen Rollstuhl (10), umfassend einen Sitz (52) und einen Rücken (54),
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sitz (52) an mindestens einem Rahmenteil (12.3) des Rollstuhls (10) befestigbar ist, und dass der Rücken (54) mittelbar über den Sitz (52) am Rahmenteil (12.3) des Rollstuhls (10) befestigt ist, wobei der Winkel zwischen dem Sitz (52) und dem Rücken (54) vorzugsweise verstellbar ist.
11. Sitzmodul (50) nach Patentanspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sitz (52) zwei seitliche Sitzlängsträger (56) aufweist, zwischen denen eine Sitzfläche (64) angeordnet ist.
12. Sitzmodul (50) nach Patentanspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sitz (52) mindestens einen die Sitzlängsträger (56) verbindenden Sitzquerträger (58) aufweist.
13. Sitzmodul (50) nach mindestens einem der Patentansprüche 10 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Rücken (54) zwei seitliche aufrechte Rückenstützen (80) aufweist.
14. Sitzmodul (50) nach Patentanspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Rückenstützen (80), vorzugsweise durch mindestens ein längenverstellbares Bandpaar (84), miteinander verbunden sind.
15. Sitzmodul (50) nach mindestens einem der Patentansprüche 10 bis 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass es ein Rückenkissen (86) mit einem hinteren Rückenkissenteil (86.1), einem, zur Anlage am Rücken des Benutzers bestimmten vorderen Rückenkissenteil
(86.2) und vorzugsweise einen am vorderen Rückenkissenteil (86.2) befestigten Rückenkissenlappen (86.3) aufweist, der zwischen der Sitzfläche (64) und einem auf der Sitzfläche (64) angeordneten Sitzkissen liegt.
16. Sitzmodul (50) nach mindestens einem der Patentansprüche 10 bis 15,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Rücken (54) auf den Sitz (52) abklappbar ist.
17. Sitzmodul (50) nach Patentanspruch 16,
dadurch gekennzeichnet,
dass er zwei seitliche Fixierplatten (92) umfasst, von denen jede mit ihren vorderen Ende am zugehörigen Sitzlängsträger (56) angelenkt ist und einen länglichen Durchbruch (96) aufweist, in welchen ein an der zugehörigen Rückenstütze (80) befestigter Zapfen (97) ragt
18. Sitzmodul (50) nach Patentanspruch 17,
dadurch gekennzeichnet,
dass er an jeder Seite eine Kleiderschutzplatte (100) und/oder einen Radspritzschutz (102) besitzt, die vorzugsweise an der Fixierplatte (92) befestigt sind.
19. Verwendung des Sitzmoduls (50) nach mindestens einem der Patentansprüche 11 bis 17,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Seitenlängsträger (56) an einem Rahmen (12) eines Rollstuhls (10), vorzugsweise an Längsträgern (12.3), befestigt werden.
20. Verwendung nach Patentanspruch 19,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Sitzmodul (50) in einer ersten Querebene direkt und in einer zweiten Querebene über Sitzstreben
(72), deren wirksame Länge veränderbar ist, mit den in Längsrichtung des Rollstuhls (10) geneigten Längsträgern (12.3) verbunden ist.
21. Verwendung eines Rollstuhls (10) mit einem Bike,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Radstand des Rollstuhls (10) veränderbar ist, vorzugsweise indem die Hinterräder (18) zwischen einer vorderen, rollstuhlgeeigneten Lage und einer hinteren, bikegeeigneten
Lage verstellbar sind.
22. Verwendung nach Patentanspruch 21,
dadurch gekennzeichnet,
dass Längsträger (12.3) des Rollstuhls (10), an welchen die Hinterräder (18) befestigt sind, verlängerbar sind.
23. Verwendung nach Patentanspruch 22,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Längsträger (12.3) des Rollstuhls (10) durch an ihnen montierte Zusatzlängsträger (110) verlängert sind, an welchen die Hinterräder (18) mittels eines Zusatzachsrohrs (112) befestigt sind.
24. Verwendung nach Patentanspruch 22,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Längsträger (12.3) des Rollstuhls (10) hinten vorzugsweise integrale Verlängerungen (111) aufweisen, an welchen das Achsrohr (14) in verschiedenen Stellungen montierbar ist.