Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Ausweiten eines Rohres. Insbesondere
betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zum Ausweiten eines zylindrischen Metallrohres
für die Herstellung einer Rohrverbindung mittels Ineinanderschieben.
Stand der Technik
[0002] Im Handel insbesondere für Sanitärmaterial wird eine Vielzahl von Rohren angeboten,
die für verschiedene Zwecke verwendbar sind, so zum Beispiel als Regenablaufrohr,
Wasserfalle, Bewässerungsrohr, Ofenrohr, Belüftungsrohr, Kanalisationsrohr, usw.,
wobei die Rohre in Form von geraden Rohrstücken, Rohrbogen, Rohrwinkeln u.a. angeboten
werden. Die Rohre können je nach Verwendungszweck aus unterschiedlichen Materialien
hergestellt sein, wobei Rohre aus Metallen wie Kupfer, Titan-Zink, Edelstahl, Aluminium
u.a. weit verbreitet sind.
[0003] Bei den gebräuchlichen Metallrohren handelt es sich üblicherweise entweder um gefalzte
oder um geschweisste Rohre. Um die Rohre durch endseitiges Ineinanderschieben verbinden
zu können, müssen entweder die Rohre selbst zumindest an ihren Enden konisch sein,
oder es müssen konische Verbindungsstücke, sogenannte Schiebemuffen, verwendet werden.
Während die gefalzten Metallrohre häufig konisch hergestellt werden und dadurch begrenzt
ineinander geschoben werden können, haben die geschweissten Metallrohre meistens eine
zylindrische Form. Damit ein Zusammenschieben möglich wird, müssen zylindrische Metallrohre
an einem Ende ausgeweitet werden, wobei der Innendurchmesser des ausgeweiteten Rohres,
der sogenannte Ausweitdurchmesser, um mindestens die zweifache Materialdicke grösser
sein muss als der Innendurchmesser des nicht ausgeweiteten Rohres.
[0004] Zum Ausweiten von Regenfallrohren ist eine Vorrichtung bekannt, die von der Firma
MASC Arbeitsmittel-Vertriebs GmbH, 89160 Dornstadt, Deutschland, vertrieben wird.
Die Vorrichtung umfasst ein im wesentlichen zylindrisches Gehäuse. In diesem Gehäuse
sind in seitlichen Öffnungen Treibrollen (auch Ausweitrollen genannt) gelagert, die
mit ihren Aussenseiten über die Peripherie des zylindrischen Gehäuses hinausragen.
Die Treibrollen werden bei Vorrichtungen der erwähnten Art üblicherweise über ein
im Gehäuse angeordnetes Zahnradgetriebe angetrieben, das seinerseits durch eine Antriebswelle
angetrieben wird. Als Primärantrieb für die Antriebswelle kann zum Beispiel eine Bohrmaschine
oder ein Bohrhammer verwendet werden. Zum Ausweiten wird die um eine Drehachse herum
rotierende Vorrichtung in axialer Richtung in den auszuweitenden Rohrabschnitt hinein
vorgeschoben, wobei die Treibrollen auf der Innenseite des Rohres rollen und dieses
dabei auf den durch den radialen Abstand von der Drehachse der Vorrichtung zur Aussenseite
der Treibrollen vorgegebenen Ausweitdurchmesser ausweiten.
[0005] Ein Nachteil dieser Vorrichtung besteht darin, dass sie nur für einen einzigen, vorgegebenen
Ausweitdurchmesser verwendbar ist. Zudem ist sie empfindlich auf Schmutz und dadurch
besonders bei den oft rauhen äusseren Bedingungen auf Baustellen sehr defektanfällig.
Zusätzlich weist die Vorrichtung den Nachteil auf, dass durch die funktionell bedingte
Form des Gehäuses die mit der Vorrichtung erreichbare Ausweittiefe insbesondere bei
den geraden Anschlusstücken von Rohrbogen und Rohrwinkeln derart begrenzt ist, dass
die geraden Rohrstücke nicht ganz bis zum Krümmungsansatz ausgeweitet werden können.
Darstellung der Erfindung
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung einer Rohrausweitungsvorrichtung,
durch welche die Nachteile der bekannten Vorrichtungen überwunden werden.
[0007] Die Lösung der Aufgabe ist Gegenstand des Patentanspruchs 1.
[0008] Die erfindungsgemässe Vorrichtung zum Ausweiten eines Rohres weist einen Träger für
mehrere Treibrollen auf, eine Antriebswelle und eine Einrichtung zur Übertragung der
Antriebskraft von der Antriebswelle auf die Treibrollen. Der Ausweitdurchmesser kann
wählbar eingestellt werden, indem die Treibrollen an unterschiedlichen Stellen am
Träger anbringbar sind.
[0009] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist jede Treibrolle drehbar auf
einer Achse gelagert, und die Achsen können zur wählbaren Einstellung des Rohrausweitdurchmessers
an unterschiedlichen Stellen fest am Träger angebracht werden. Zur Befestigung der
Achsen am Träger sind an den entsprechenden Stellen am Träger vorzugsweise Bohrungen
angebracht, die ein Innengewinde aufweisen. Die Achsen sind an einem Ende so mit einem
Aussengewinde versehen, dass sie in die Bohrungen eingeschraubt werden können. Es
sind jedoch auch andere Verbindungsarten für die Befestigung der Achsen an fest vorgegebenen
Stellen am Träger möglich, so z.B. einfache Steckverbindungen, bajonettverschlussähnliche
Verbindungen u.a.
[0010] Während bei der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung aus Kostengründen für jede
Achse eine begrenzte, diskrete Anzahl Befestigungsstellen am Träger und damit eine
dieser Anzahl entsprechende Anzahl von wählbaren Rohrausweitdurchmessern vorgesehen
ist, gibt es alternative Ausführungsformen der Erfindung, die eine kontinuierliche
Einstellung des wählbaren Ausweitdurchmessers ermöglichen. Zum Beispiel können auf
dem Träger mit einem Schraubenantrieb verschiebbare Aufnahmebuchsen für die Achsen
vorgesehen sein, oder es können mittels eines Exzenters verschieb- und fixierbare
Aufnahmebuchsen für die Achsen der Treibrollen vorgesehen sein.
[0011] Die erfindungsgemässe Vorrichtung zum Ausweiten weist vorzugsweise eine von der Antriebswelle
angetriebene Walze aus elastischem Material auf, die derart angeordnet ist, dass sie
zur reibschlüssigen Übertragung der Antriebskraft von der Antriebswelle auf die Treibrollen
letztere berührt. Bei der bevorzugten Ausführungsform sind das elastische Material
so ausgewählt und die Walze so angeordnet, dass für sämtliche wählbaren Einstellungen
des Ausweitdurchmessers die Elastizität der Walze eine ausreichende Berührung zwischen
der Walze und den Treibrollen für die reibschlüssige Übertragung der Antriebskraft
von der Antriebswelle mittels der Walze auf die Treibrollen gewährleistet. Erfindungsgemäss
kann eine elastischen Walze zum Antreiben der Treibrollen auch für Ausweitvorrichtungen
mit fixem Ausweitdurchmesser verwendet werden, denn die erfindungsgemässe Verwendung
einer elastischen Walze zum Antreiben der Treibrollen weist unabhängig von der Anpassbarkeit
für verschieden wählbare Ausweitdurchmesser weitere Vorteile auf, zum Beispiel im
Hinblick auf eine geringe Schmutzempfindlichkeit der Vorrichtung und daraus folgend
eine kleine Ausfallhäufigkeit und im Hinblick auf die Herstellungskosten für die Rohrausweitungsvorrichtung,
da ein Antrieb mittels elastischer Walze oder elastischem Treibrad wesentlich kostengünstiger
ist als ein Zahnradgetriebe.
[0012] Bei einer Ausführungsform der Erfindung besteht die Walze aus Kautschuk; sie kann
aber auch aus anderen elastischen Materialien bestehen.
[0013] Es wird bevorzugt, dass die Achsen der Treibrollen nur an einem Ende am Träger befestigt
sind. Dadurch sind die anderen Enden der Treibrollenachsen und damit die Treibrollen
selbst frei und nicht von Halterungsmitteln oder Trägerteilen umgeben. Die Stirnseite
der Ausweitungsvorrichtung wird somit durch die Treibrollen gebildet, was vorteilhaft
zur Erreichung einer maximalen Ausweittiefe ist, insbesondere beim Ausweiten von geraden
Anschlusstücken bei Rohrbogen und Rohrwinkeln. Vorzugsweise werden die Treibrollen
zur Erhöhung des Anpressdruckes gegen die Innenseite des auszuweitenden Rohres und
somit der das Ausweiten bewirkenden Treibkraft nicht nur durch die Achsen der Treibrollen,
sondern zusätzlich auch noch durch die Walze gestützt. Dies kann einerseits dadurch
erreicht werden, dass die Walzen trotz ihrer Elastizität eine ausreichende Steifigkeit
zur Erzeugung eines beträchtilichen Druckes auf die Treibrollen aufweisen, und andrerseits
die Walze die Treibrollen in einem möglichst grossen Abstand von der einseitigen Befestigung
der Walzenachsen am Träger berühren, damit ein möglichst günstiges Hebelverhältnis
zur Stützung der Treibrollen erreicht wird. Dadurch sind grössere Treibkräfte erreichbar
als mit einer Stützung der Treibrollen, die ausschliesslich durch die einseitig am
Träger befestigten Achsen bewirkt wird.
[0014] Bei geschweissten Blechrohren, insbesondere solchen, die Zink enthalten, besteht
die Gefahr eines Brechens der Schweissnaht beim Ausweiten der Rohre aufgrund des durch
die Ausweitungsvorrichtung verursachten Walkens. Zur Minimierung des Walkens wird
bei der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung der durch die Rohrausweitungsvorrichtung
verursachte maximale Biegewinkel des Rohrblechs möglichst klein gehalten. Bei gegebenem
Ausweitungsdurchmesser und vorgegebenem Durchmesser der Treibrollen wird dies dadurch
erreicht, dass die erfindungsgemässe Vorrichtung vorzugsweise die im Hinblick auf
eine gegenseitige berührungsfreie Anordnung der Treibrollen grösstmögliche Anzahl
an Treibrollen am Träger aufweist.
[0015] Bei einem typischen vorgegebenen Durchmesser der Treibrollen von ca. 20 mm umfasst
die bevorzugte Rohrausweitungsvorrichtung für einen gewünschten Ausweitungsdurchmesser
von ungefähr 120 mm 15 Treibrollen, für einen solchen von ungefähr 100 mm 12, für
einen solchen von ungefähr 75 bis 80 mm 8 und für einen Ausweitungsdurchmesser von
ungefähr 60 mm 6 Treibrollen.
[0016] Sind der Ausweitungsdurchmesser und die Anzahl an Treibrollen vorgegeben, so werden
die Treibrollen vorzugsweise so ausgewählt, dass sie im wesentlichen den im Hinblick
auf ihre gegenseitige berührungsfrei Anordnung grösstmöglichen Durchmesser aufweisen.
[0017] Die nachfolgende detaillierte Beschreibung eines Ausführungsbeispiels der vorliegenden
Erfindung dient in Verbindung mit den beiliegenden Zeichnungen nur als Beispiel für
ein besseres Verständnis der Erfindung und ist nicht als Einschränkung des Schutzbereichs
der Patentansprüche aufzufassen. Für den Fachmann sind aus der nachfolgenden Beschreibung
in Verbindung mit den beiliegenden Zeichnungen und der Gesamtheit der Patentansprüche
weitere vorteilhafte Ausführungsformen und Merkmalskombinationen ohne weiteres erkennbar,
die jedoch immer noch innerhalb des Bereichs der vorliegenden Erfindung liegen.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0018] Die Zeichnungen stellen eine bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
dar. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Längsschnitt durch eine Vorrichtung zum Ausweiten eines Rohres gemäss der vorliegenden
Erfindung;
- Fig. 2
- eine Hinteransicht auf die Vorrichtung zum Ausweiten eines Rohres aus Fig. 1.
[0019] Grundsätzlich sind in den Figuren gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0020] Figur 1 stellt einen Längsschnitt durch eine bevorzugte Ausführungsform einer Vorrichtung
10 zum Ausweiten eines Rohres gemäss der vorliegenden Erfindung dar. Die Vorrichtung
10 umfasst einen drehkörperförmigen Träger 1, der die Form einer Hülse mit einem breiten
Flansch an einer Seite hat (T-förmiger Längsschnitt in Figur 1). Der Querschnitt des
Trägers 1 ist, wie für einen Drehkörper gegeben, kreisförmig, was auch in der Hinteransicht
von Figur 2 erkennbar ist. Der drehkörperförmige Träger 1 ist entlang seiner Achse
mit einer durchgehenden Bohrung versehen. Der Träger 1 ist frei um seine Achse drehbar
auf einer Welle 7 gelagert, die durch die Bohrung im Träger 1 geführt ist. Bei der
in den Figuren dargestellten Ausführungsform der Erfindung ist zur drehbaren Lagerung
des Trägers 1 auf der Welle 7 ein geeignetes Gleitlager vorgesehen. Als Alternative
könnten jedoch auch andere Lager, insbesondere Wälzlager, verwendet werden.
[0021] Der Träger 1 und die restlichen Teile der Rohrausweitungsvorrichtung 10 sind bei
einem Ende der Welle oder Antriebswelle 7 angeordnet (rechts in Figur 1), während
die Welle 7 beim anderen Wellenende 17 (links in Figur 1) durch einen Primärantrieb
(nicht dargestellt) angetrieben wird. Die Antriebswelle 7 dient zur Übertragung von
Drehenergie und Drehkraft resp. Drehmoment von einem Primärantrieb auf die Vorrichtung
10. Als Primärantrieb kann eine elektrische Handbohrmaschine, ein Bohrhammer oder
eine andere geeignete Antriebsquelle verwendet werden, wobei die Antriebswelle 7 beispielsweise
in ein Bohrfutter eingespannt werden kann.
[0022] Gegen Verschiebungen in axialer Richtung ist der Träger 1 primärantriebsseitig (links
in Figur 1) durch einen mittels Schraube 8 auf der Welle 7 fixierbaren Stellring 5
auf der Welle 7 gesichert. Zwischen dem Stellring 5 und dem Träger kann 1 ein Gleitlager
vorgesehen sein. Auf seiner anderen Seite (rechts in Figur 1) ist der Träger 1 durch
eine beim rechten Wellenende fest auf der Welle 7 angebrachte Walze 6 gegen Verschiebungen
in axialer Richtung gesichert. Bei der dargestellten Ausführungsform ist zwischen
dem Träger 1 und der Walze 6 ein Gleitlager vorgesehen, wobei bei alternativen Ausführungsformen
auch andere Lager, insbesondere Wälzlager, verwendet werden können. Somit wird durch
die oben beschriebene Anordnung der Träger 1 drehbar auf der Welle 7 gelagert, wobei
seine axiale Position im wesentlichen durch den Stellring 5 und die Walze 6 fixiert
wird.
[0023] Auf dem Träger 1 sind im wesentlichen parallel zur Welle 7 sogenannte Treibrollen
20 - 25 angeordnet, die das eigentliche Ausweiten bewirken, indem sie unter erheblichem
Anpressdruck auf der Innenseite des auszuweitenden Rohres rollen und dadurch das Rohrmaterial
auseinandertreiben. Die Treibrollen 20 - 25 ragen in radialer Richtung über die Peripherie
des Trägers 1 hinaus, wie in Figur 2 deutlich erkennbar ist. Die dargestellte Ausführungsform
der Rohrausweitungsvorrichtung umfasst sechs Treibrollen 20 - 25, wobei bei alternativen
Ausführungsformen auch andere Anzahlen von Treibrollen möglich sind. Jede der Treibrollen
20 - 25 ist auf einer im wesentlichen parallel zur Welle 7 angeordneten Achse 30 -
35 gelagert. Jede der Achsen 30 - 35 hat ein mit einem Aussengewinde versehenes (in
Figur 1 linksseitiges) Achsenende, das in eine mit einem entsprechenden Innengewinde
versehene Bohrung (40b - 45b) im Träger 1 eingeschraubt ist. Die Bohrungen (40b -
45b) sind an Stellen in einem für die gewünschte Einstellung des Ausweitdurchmessers
geeigneten Abstand zur Welle 7 auf einer Kreislinie mit der Welle 7 als Zentrum angeordnet.
Für jede der Achsen 30 - 35 sind bei der dargestellten Ausführungsform der Erfindung
drei verschiedene Bohrungen 40a - 45a, 40b - 45b und 40c - 45c am Träger 1 vorgesehen,
die auf drei konzentrischen Kreisen mit unterschiedlichen Radien angeordnet sind.
Indem die Achsen 30 - 35 auf einem der drei Kreise angeordnet werden, kann bei der
dargestellten Ausführungsform zwischen drei verschiedenen Einstellungen des Ausweitdurchmessers
ausgewählt werden.
[0024] Die Treibrollen 20 - 25 sind bei der dargestellten Vorrichtung 10 mittels Gleitlager
auf den Achsen gelagert und in axialer Richtung mittels kopfförmigem Achsenabschluss
50 - 55 bei dem mit einem Gewinde versehenen Ende gegenüberliegenden Achsenende auf
der Achse gesichert. Es sind auch Ausführungsformen mit anderen geeigneten Mitteln
für die Lagerung und axiale Fixierung der Treibrollen 20 - 25 auf den Achsen 30 -
35 möglich.
[0025] Wie in Figur 1 erkennbar, wird das in der Figur rechtsseitige Ende der Vorrichtung
10 durch die Treibrollen 20 - 25 gebildet, wodurch das Ausweiten des auszuweitenden
Rohres bis zum äussersten Ende der Vorrichtung 10 in Vortriebsrichtung ermöglicht
wird. Dadurch ist mit der dargestellten Vorrichtung 10 eine maximale Ausweittiefe
erreichbar.
[0026] Der Antrieb der Treibrollen 20 - 25 erfolgt über die Walze 6, die ihrerseits aufgrund
ihrer festen Verbindung mit der Welle 7 von der letzteren angetrieben wird. Die Walze
6 besteht bei der dargestellten Ausführungsform aus Kautschuk. Es können jedoch auch
andere elastische Materialien, wie z.B. Polymerkunststoffe, für die Herstellung der
Walze verwendet werden. An ihrem äusseren Umfang berührt die Walze 6 die Treibrollen
20 - 25 mit einem ausreichenden Anpressdruck, um eine reibschlüssige Übertragung der
Antriebskraft von der Walze 6 auf die Treibrollen 20 - 25 zu gewährleisten. Das elastische
Material der Walze 6 ist so ausgewählt und die Walze 6 so angeordnet, dass ein ausreichender
Anpressdruck für eine reibschlüssige Übertragung der Antriebskraft nicht nur für die
dargestellte Anordnung der Achsen 30 - 35 in den Bohrungen 40b - 45b, sondern auch
für deren Anordnung in den Bohrungen 40a - 45b oder 40c - 45c gewährleistet ist.
[0027] Des weiteren sind die Walze 6 und die Treibrollen 20 - 25 so angeordnet, dass Treibrollen
20 - 25 zur Erhöhung des Anpressdruckes der Treibrollen 20 - 25 gegen die Innenseite
des auszuweitenden Rohres durch die Walze 6 radial nach aussen gedrückt werden. Somit
wird die das Ausweiten bewirkenden Treibkraft nicht nur durch die Achsen 30 - 35 der
Treibrollen 20 - 25, sondern zusätzlich auch noch durch die Walze 6 erzeugt.
[0028] Als Alternative können bei der Vorrichtung mit wählbarer Einstellung des Ausweitdurchmessers,
insbesondere bei einem kleinen wählbaren Einstellbereich, als Antrieb für die Treibrollen
auch andere Einrichtungen als eine elastische Walze verwendet werden, so z.B. Zahnräder,
Antriebsriemen usw.
[0029] Zusammenfassend ist festzustellen, dass durch die Erfindung eine Vorrichtung zum
Ausweiten eines Rohres bereit gestellt wird, die eine wählbare Einstellung des Ausweitdurchmessers
ermöglicht, die Schmutzempfindlichkeit im Vergleich zu bestehenden Vorrichtungen wesentlich
vermindert und den Bereich der erreichbaren Ausweittiefe insbesondere bei Rohrbogen
und Rohrwinkeln vergrössert.
1. Vorrichtung (10) zum Ausweiten eines Rohres, mit einem Träger (1) für mehrere Treibrollen
(20 - 25) und einer Einrichtung (6) zur Übertragung der Antriebskraft von einer Antriebswelle
(7) auf die Treibrollen (20 - 25), dadurch gekennzeichnet, dass die Treibrollen (20
- 25) für eine wählbare Einstellung des Rohrausweitdurchmessers an unterschiedlichen
Stellen (40a - 45a, 40b - 45b, 40c - 45c) am Träger (1) anbringbar sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jede Treibrolle (20 - 25)
drehbar auf einer Achse (30 - 35) gelagert ist, welche zur wählbaren Einstellung des
Rohrausweitdurchmessers an unterschiedlichenen Stellen (40a - 45a, 40b - 45b, 40c
- 45c) fest am Träger (1) anbringbar ist.
3. Vorrichtung (10) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass zur wählbaren Einstellung
des Rohrausweitdurchmessers an entsprechenden Stellen (40a - 45a, 40b - 45b, 40c -
45c) am Träger (1) mit einem Innengewinde ausgestattete Bohrungen (40a - 45a, 40b
- 45b, 40c - 45c) vorgesehen sind, in welche die an einem Ende mit einem Aussengewinde
versehenen Achsen (30 - 35) einschraubbar sind.
4. Vorrichtung (10) zum Ausweiten eines Rohres, insbesondere nach einem der Ansprüche
1 bis 3, mit einem Träger (1) für mehrere Treibrollen (20 - 25) und einer Antriebswelle
(7), gekennzeichnet durch eine von der Antriebswelle (7) angetriebene Walze (6) aus
elastischem Material, die derart angeordnet ist, dass sie zur reibschlüssigen Übertragung
der Antriebskraft von der Antriebswelle (7) auf die Treibrollen (20 - 25) letztere
berührt.
5. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 3 und Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
dass das die Walze (6) aus elastischem Material einen Elastizitätsbereich hat und
die Walze (6) sowie die Treibrollen (20 - 25) so angeordnet sind, dass für sämtliche
wählbaren Einstellungen des Ausweitdurchmessers die Treibrollen (20 - 25) innerhlab
des Elastizitätsbereichs der Walze (6) liegen, damit eine ausreichende Berührung zwischen
der Walze (6) und den Treibrollen (20 - 25) für die reibschlüssige Übertragung der
Antriebskraft von der Antriebswelle (7) mittels der Walze (6) auf die Treibrollen
(20 - 25) gewährleistet ist.
6. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die
Walze (6) aus Kautschuk besteht.
7. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die
Achsen (30 - 35) nur an einem Ende gestützt sind und ein gegenüberliegende Achsenende
(50 - 55) frei ist.
8. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die
Treibrollen (20 - 25) zur Erzeugung des Anpressdruckes gegen die Innenseite des auszuweitenden
Rohres und somit der das Ausweiten bewirkenden Treibkraft durch die Achsen (30 - 35)
und zusätzlich durch die Walze (6) gestützt sind.
9. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass zur
Minimierung des Walkens des auszuweitenden Rohres bei gegebenem Ausweitungsdurchmesser
und Durchmesser der Treibrollen (20 - 25) die im Hinblick auf eine gegenseitige berührungsfreie
Anordnung der Treibrollen (20 - 25) grösstmögliche Anzahl an Treibrollen (20 - 25)
am Träger (1) angebracht ist.
10. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass zur
Minimierung des Walkens des auszuweitenden Rohres bei gegebenem Ausweitungsdurchmesser
und gegebener Anzahl an Treibrollen (20 - 25) die Treibrollen (20 - 25) im wesentlichen
den im Hinblick auf eine gegenseitige berührungsfreie Anordnung grösstmöglichen Durchmesser
aufweisen.