[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Pflasterstein mit vier Seitenflachen zum
Einfügen in einen Pflastersteinverband, mit seitlichen Abstandsnocken mit Kontaktflächen
zum formschlüssigen Anfügen an angepaßte Kontaktflächen von Nachbarsteinen, wobei
die Kontaktflächen von zahnförmig ausgebildeten Abstandsnocken und hieran angepaßten
Zahnlücken gebildet sind.
[0002] Derartige Pflastersteine, die auch entsprechende Platten umfassen sollen, sind vorzugsweise
aus Beton ausgebildet. Sie können vollflächig oder gegebenenfalls mit strukturierter
Oberfläche ausgebildet sein. Es kommen jedoch auch Steine bzw. mit Durchbrechungen
in Frage, beispielsweise sogenannte Rasengittersteine, bei denen auch die Durchbrechungen
mit Erde gefüllt und einer Graseinsaat versehen sein können, um der mit den Steinen
belegten Fläche ein naturnahes Aussehen zu geben.
[0003] Damit zwischen benachbart verlegten Steinen eine breite Fuge zur Befüllung mit einem
Mineralstoffgemisch oder Erde und für eine Graseinsaat entsteht, sind die Steine in
der vorstehend beschriebenen Art mit Abstandsnocken versehen, die mit ihrer senkrecht
zur zugeordneten Seitenwand gerichteten Erstreckung die Breite der Fuge bestimmen.
Die Fuge dient dazu, auftretendes Oberflächenwasser aufzunehmen und abzuführen, so
daß bei mit derartigen Steinen belegten Flächen eine entsprechende Dränage entfallen
kann oder zumindest entlastet wird.
[0004] Ein Pflasterstein der eingangs beschriebenen Art ist aus DE 297 02 544 U1 bekannt.
Bei dem bekannten Stein ist auf jeder Seitenfläche mindestens ein zahnförmiger Abstandsnocken
mit benachbarter Zahnlücke angeordnet. Beispielsweise befinden sich auf einer Seitenfläche
eines quadratisch ausgebildeten Steines zwei Abstandsnocken mit benachbarter Zahnlücke,
während auf der längeren Seitenfläche eines Rechtecksteines drei Abstandsnocken mit
benachbarter Zahnlücke angeordnet sind. Bei der Ausbildung eines Verbandes greifen
die Abstandsnocken des Nachbarsteines in die Zahnlücken ein. Eine Bewegungsmöglichkeit
der Steine in Richtungen parallel zur Seitenfläche wird somit verhindert.
[0005] Durch die gegenseitige Verzahnung der Abstandselemente läßt sich mit den bekannten
Steinen ein fester Verband herstellen. Es wird jedoch hierzu eine relativ große Zahl
von Abstandselementen auf den Seitenflächen der Steine benötigt, so daß die gewünschte
Fuge zur Regenwasserableitung eingeschränkt wird.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Pflasterstein der eingangs
beschriebenen Art zu schaffen, mit dem bei einem Minimum von die Fugen ausfüllenden
Abstandselementen eine möglichst große Vielzahl von Verbänden gelegt werden kann.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einem Pflasterstein der eingangs wiedergegebenen
Art dadurch gelöst, daß auf zwei benachbarten Seitenflächen mindestens je ein weit
vorstehender zahnförmiger Abstandsnocken angeordnet ist und daß die Zahnlücken von
flachen Zahnleisten gebildet sind, wobei ein zahnförmiger Abstandsnocken einer Seitenfläche
einer Zahnlücke auf der gegenüberliegenden Seitenfläche gegenüberliegt.
[0008] Bei dem erfindungsgemäß ausgebildeten Pflasterstein sind nur auf zwei Seitenflächen
des Steines Abstandsnocken angeordnet, während die restlichen beiden Seiten nur entsprechende
Zahnlücken, gebildet durch die flachen Zahnleisten, aufweisen. Hierdurch wird die
gewünschte Fuge durch die vorgesehenen Abstandselemente besonders wenig eingeschränkt,
so daß Oberflächenwasser besonders gut abgeführt werden kann. Die flachen Zahnleisten
können, abgesehen von den Abstandsnocken, auf sämtlichen Seitenflächen des Steines
angeordnet sein, so daß sich eine Vielzahl von Anlegemöglichkeiten der Steine aneinander
ergibt, insbesondere dann, wenn der erfindungsgemäße Stein rechteckig ausgebildet
ist und seine Länge zwei quadratischen Basissteinen mit dazwischen angeordneter Fuge
entspricht. Derartige Rechtecksteine mit zwei kurzen und zwei langen Seitenflächen
lassen sich parallel zueinander und rechtwinklig zueinander anlegen, so daß sich reine
Läuferverbände aber auch andere Verbände mit rechtwinklig zueinander angeordneten
Steinen erstellen lassen. Dies wird, wie erwähnt, mit einem Minimum an Abstandselementen
realisiert, da auch bei einem derartigen Rechteckstein immer nur auf zwei Seitenflächen
Abstandsnocken vorgesehen sind, während die anderen beiden Seitenflächen ausschließlich
Zahnlücken aufweisen.
[0009] Die flachen Zahnleisten sind so ausgebildet, daß die hierdurch vorgesehenen Zahnlücken
einen formschlüssigen Verband mit den zahnförmigen Abstandsnocken bilden, jedoch möglichst
wenig in die entsprechenden Fugen vorstehen. Dies wird vorzugsweise so realisiert,
daß die zahnförmigen Abstandsnocken in der Draufsicht aus einem Trapez und einem Dreieck
zusammengesetzt sind, wobei die Dreieckseiten an der Spitze des Abstandsnockens die
Begrenzungsflächen des Abstandsnockens vorsehen, die mit den entsprechenden Begrenzungsflächen
der Zahnlücken in formschlüssigen Eingriff treten.
[0010] Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung zeichnet sich dadurch aus, daß die
flachen Zahnleisten als Zahnleistenabschnitte mit je zwei Zahnlücken ausgebildet sind.
Bei dieser Ausführungsform sind daher die Seitenflächen des Steines nicht vollständig
mit Zahnleisten versehen, sondern es befinden sich hierauf immer nur ein oder mehrere
Zahnleistenabschnitte, je nach Anzahl der auf der gegenüberliegenden Seitenfläche
vorgesehenen zahnförmigen Abstandsnocken. So sind einem Abstandsnocken auf der einen
Seitenfläche immer zwei Zahnlücken auf der gegenüberliegenden Seitenfläche zugeordnet.
[0011] Dadurch, daß auf den Seitenflächen, auf denen keine Abstandsnocken angeordnet sind,
immer zwei Zahnlücken benachbart zueinander angeordnet sind, ergeben sich immer zwei
verschiedene Anlagemöglichkeiten in bezug auf einen Nachbarstein, da dessen Abstandsnocken
in die eine oder in die andere Zahnlücke eingepaßt werden kann.
[0012] Bei einer weiteren Ausführungsform ist benachbart zu einem zahnförmigen Abstandsnocken
eine Zahnlücke angeordnet, die einer Zahnlücke auf der gegenüberliegenden Seitenfläche
gegenüberliegt. Hierdurch ergibt sich eine weitere Anlegemöglichkeit, da auch in diese
Zahnlücke ein Abstandsnocken eines benachbarten Steines eingefügt werden kann. Somit
befinden sich auch auf den Seitenflächen der Abstandsnocken möglichst wenig in die
Fuge vorstehende Elemente, so daß die vorstehend genannte Zielsetzung erreicht wird.
[0013] Der erfindungsgemäß ausgebildete Stein erlaubt die Verlegung aller klassischen Verlegemuster,
wie Ellbogenverband, Frischgrätverband und alle Variationen hiervon neben dem üblichen
einfachen Läuferverband. Durch die gut durchdachte Anordnung der Abstandsnocken wird
ein Vollverbund bereits mit zwei Abstandsnocken beim quadratischen Basisstein und
mit drei Abstandsnocken bei dem vorstehend erwähnten Rechteckstein erreicht. Ergänzt
werden diese Abstandsnocken durch flache Zahnleisten als "Negativ" der Abstandsnocken,
die die Zahnlücken bilden und auf die für den Vollverbund notwendigen kurzen Abschnitte
begrenzt sind. Dadurch wird ein besonders hoher Anteil nach unten durchgehend offener
Fugenflächen erreicht.
[0014] Der erfindungsgemäße Stein bietet somit eine Vielfalt von Verlegemöglichkeiten, ist
handlich und gewährleistet eine Vollverbundwirkung, so daß große Belastungen möglich
sind. Ein hiermit erstelltes Pflaster ist in der Lage, alle dynamischen Verkehrsbelastungen
aufzunehmen.
[0015] Die Verbundelemente eines hergestellten Pflasters sind so gestaltet, daß die Standfestigkeit
eines Pflasters allein über die Verbundelemente gewährleistet ist. Dadurch wird es
möglich, für die Fugenfüllung eine Kornzusammensetzung zu wählen, die nicht in erster
Linie Stabilität, sondern höchstmögliche Versickerung gewährleistet. Vorzugsweise
findet eine Fugenbreite von 30 mm Verwendung, die einen optimalen Grasbewuchs ermöglicht.
[0016] Die dem Abstandsnocken einer Seitenfläche benachbarte Zahnlücke liegt einer Zahnlücke
auf der gegenüberliegenden Seitenfläche gegenüber. Wie vorstehend erwähnt, weist der
erfindungsgemäße Pflasterstein das zwingende Merkmal auf, daß ein zahnförmiger Abstandsnocken
einer Seitenfläche einer Zahnlücke auf der gegenüberliegenden Seitenfläche gegenüberliegt.
Die auf dieser Seitenfläche verbleibende weitere benachbarte Zahnlücke kann nunmehr
bei der hier beschriebenen Ausführungsform der dem Abstandsnocken einer Seitenfläche
benachbarten Zahnlücke gegenüberliegen oder sie kann bei einer anderen Ausführungsform
dem Bereich benachbart zum Abstandsnocken gegenüberliegen, der keine Zahnlücke aufweist.
Beide Varianten werden erfindungsgemäß realisiert, wobei die erstgenannte Variante
für den erwähnten Rechteckstein zutrifft, d. h. hierbei liegen auf langen Seitenflächen
des Rechtecksteines die beiden Zahnlücken auf der einen Seitenfläche der Zahnlücke
und dem Abstandsnocken auf der anderen Seitenfläche gegenüber. Auf den kurzen Seitenflächen
dieses Rechtecksteines liegt jedoch nur eine Zahnlücke dem Abstandsnocken gegenüber.
Diese zuletzt genannte Ausführungsform ist auch bei dem quadratischen Basisstein verwirklicht,
d. h. hierbei liegt immer nur eine Zahnlücke einem Abstandsnocken gegenüber, während
die andere benachbarte Zahnlücke einem freien Seitenflächenbereich gegenüberliegt.
[0017] Bei einer Ausführungsform der Erfindung sind die zahnförmigen Abststandsnocken auf
zwei benachbarten Seitenflächen im gleichen Abstand von deren gemeinsamer Seitenkante
angeordnet. Diese Ausgestaltung trifft beispielsweise auf die quadratische Ausführungsform
des Pflastersteines zu. Hierbei sind die zahnförmigen Abstandsnocken in bezug auf
ihre Seitenfläche in der Verlegeebene insbesondere mittig angeordnet.
[0018] Bei einer weiteren Ausführungsform sind die zahnförmigen Abstandsnocken auf zwei
benachbarten Seitenflächen zur gemeinsamen Seitenkante hin um den Abstand zwischen
Abstandsnocken und benachbarter Zahnlücke versetzt angeordnet. Diese Ausführungsform
findet insbesondere bei dem erwähnten Rechteckstein Verwendung. Durch diese unterschiedliche
Anordnung der Abstandsnocken lassen sich quadratische Steine mit Rechtecksteinen bzw.
Rechtecksteine mit Rechtecksteinen unter einem Winkel von 90° aneinanderlegen, wobei
die Abstandsnocken benachbarter Steine nebeneinander zu liegen kommen und in Anlage
treten können.
[0019] Wie bereits erwähnt, betrifft die Erfindung vorzugsweise zwei Ausführungsformen,
bei denen der Pflasterstein quadratisch ausgebildet ist und bei denen er rechteckig
ausgebildet ist sowie in seiner Größe zwei quadratisch ausgebildeten Steinen mit dazwischen
angeordneter Fuge entspricht. Der Rechteckstein stellt hierbei die bevorzugte Ausführungsform
dar. Mit diesem läßt sich die erwähnte Vielfalt von Verbänden legen, wobei der quadratische
Basisstein lediglich zum Ausfüllen verbleibender Verbandlücken dient.
[0020] Die Zahnlücken sind vorzugsweise zwischen kleinen, von den Seitenflächen vorstehenden
Zähnen gebildet, d.h. sogenannten "Zahnleistenabschnitten". Mit "klein" ist hierbei
gemeint, daß die Zähne wesentlich weniger von den Seitenflächen vorstehen als die
zahnförmigen Abstandsnocken. In jedem Fall sind die kleinen Zähne auf für den Vollverbund
notwendige kurze Abschnitte begrenzt, um einen besonders hohen Anteil nach unten durchgehend
offener Fugenflächen zu erreichen.
[0021] In Weiterbildung der Erfindung erstrecken sich die Abstandsnocken (und die die Zahnlücken
bildenden kleinen Zähne) nicht bis zur Oberseite des Pflastersteines. Hierdurch wird
der optische Effekt erreicht, daß die Abstandselemente von oben nicht zu erkennen
sind.
[0022] Ferner zeichnet sich die Erfindung insbesondere dadurch aus, daß die Oberseiten der
Abstandsnocken (und der die Zahnlücken bildenden kleinen Zähne) vom Stein weg abwärts
geneigt sind. Hierdurch wird die Entwässerung weiter verbessert.
[0023] Im übrigen sind die Abstandsnocken und kleinen Zähne vorzugsweise so ausgebildet,
daß sie sich in Vertikalrichtung von der Unterseite des Pflastersteines bis vor dessen
Oberseite erstrecken.
[0024] Was die Ausbildung der Kontaktflächen der Abstandsnocken und Zahnlücken anbetrifft,
so sind diese vorzugsweise als Schrägflächen ausgebildet, wobei zwei benachbarte Kontaktflächen
zeckmäßigerweise miteinander einen Winkel von 90° oder mehr bilden. Eine weitere Ausführungsform
der Erfindung sieht vor, daß die Kontaktflächen der Abstandsnocken und Zahnlücken
gekrümmt sind.
[0025] Besonders bevorzugt wird eine Ausführungsform, bei der die Abstandsnocken im wesentlichen
senkrecht zur Pflastersteinseitenfläche verlaufende seitliche Begrenzungsflächen besitzen,
die in schräg oder gekrümmt ausgebildete Kontaktflächen übergehen. Hierbei ist insbesondere
die zum Abstandsnocken benachbarte Zahnlücke zwischen einem kleinen, von der Seitenfläche
vorstehenden Zahn und einem Fußabschnitt des Abstandsnockens mit zu dem kleinen Zahn
entsprechend geformter Flanke ausgebildet. Bei der zuletzt genannten Ausführungsform
treten daher an sich nur die schräg oder gekrümmt ausgebildeten Kontaktflächen mit
den entsprechend ausgebildeten Kontaktflächen der normalen Zahnlücken in Eingriff.
Nur dann, wenn zwei Abstandsnocken von verschiedenen Steinen nebeneinander zu liegen
kommen, liegen beide Abstandsnocken auf der einen Seite vollständig aneinander an,
während auf der anderen Seite lediglich die schräg oder gekrümmt ausgebildete Kontaktfläche
anliegt.
[0026] Die Erfindung ist jedenfalls nicht auf die vorstehend beschriebenen Ausgestaltungen
der Kontaktflächen (dachförmig, gekrümmt) beschränkt. Wesentlich ist nur, daß die
Kontaktflächen so ausgebildet sein müssen, daß eine Bewegungsmöglichkeit zweier benachbarter
Steine parallel zur Seitenfläche nicht möglich ist.
[0027] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen in Verbindung mit
der Zeichnung im einzelnen erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine Draufsicht auf einen Pflasterstein einer ersten Ausführungsform;
- Figur 2
- eine Draufsicht auf einen Pflasterstein einer zweiten Ausführungsform;
- Figur 3
- eine Draufsicht auf einen Pflasterstein einer dritten Ausführungsform;
- Figur 4
- einen Teilvertikalschnitt entlang Linie A-A in Figur 2;
- Figur 5
- einen Teilvertikalschnitt entlang Linie B-B in Figur 2;
- Figur 6
- Pflastersteine der Figuren 2 und 3 im aneinandergesetzten Zustand in räumlicher Ansicht;
- Figur 7
- eine Draufsicht auf einen aus den Pflastersteinen der Figuren 2 und 3 zusammengesetzten
Pflastersteinverband;
- Figur 8
- eine räumliche Ansicht eines Pflastersteinverbandes aus den Pflastersteinen der Figur
2, wobei die Pflastersteine mit Abstand voneinander dargestellt sind; und
- Figur 9
- eine weitere Ausführungsform eines Pflastersteines als quadratischer Stein, Rechteckstein
und in der Form eines Pflastersteinverbandes.
[0028] Figur 1 zeigt eine Draufsicht auf einen Pflasterstein 1 einer ersten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung. Der Pflasterstein ist quaderförmig ausgebildet und besitzt
vier Seitenflächen sowie eine Grundfläche und eine Deckfläche. Auf sämtlichen Seitenflächen
sind Abstandselemente in der Form von zahnförmigen Abstandsnocken 2 und Zahnlücken
5 ausgebildet, über die sich benachbarte Steine unter Ausbildung einer Fuge dazwischen
unter formschlüssigem Eingriff der Abstandselemente aneinanderlegen lassen.
[0029] Die in Figur 1 linke und untere Seitenfläche sind jeweils über ihre gesamte Länge
mit sogenannten flachen Zahnleisten versehen, die entsprechende Zahnlücken 5 bilden,
in die die zahnförmigen Abstandsnocken 2 eingreifen. Die Zähne dieser Zahnleisten
erstrecken sich hierbei im wesentlichen über die gesamte Höhe der Seitenflächen. Auch
die in Figur 1 obere und rechte Seitenfläche sind mit derartigen flachen Zahnleisten
versehen, wobei allerdings auf der in der Figur oberen Seitenfläche zusätzlich zwei
zahnförmige Abstandsnocken 2 angeordnet sind, die die Breite der Fuge zwischen den
Steinen festlegen. Die in der Figur rechte Seitenfläche weist einen derartigen zahnförmigen
Abstandsnocken 2 auf. Die Abstandsnocken setzen sich in der Draufsicht aus einem Trapez
und einem Dreieck zusammen, wobei die seitlichen Begrenzungsflächen des an der Spitze
des Nockens angeordneten Dreiecks mit den seitlichen Begrenzungsflächen einer Zahnlücke
in formschlüssigem Eingriff treten. Es versteht sich, daß die Abstandsnocken jeweils
einer Zahnlücke auf der gegenüberliegenden Seitenfläche gegenüberliegen.
[0030] Bei dieser Ausführungsform sind auf der langen Seitenfläche des Steines zwei Abstandsnocken
2 vorgesehen, während auf der kurzen Seitenfläche ein Abstandsnocken 2 angeordnet
ist. Dies reicht aus, um einen stabilen Verband herzustellen. Andererseits wird jedoch
hierdurch die Fuge möglichst frei gehalten. Die Lage der Abstandsnocken auf der jeweiligen
Seitenfläche ist nicht kritisch.
[0031] Der in den Figuren 2, 4 und 5 gezeigte Pflasterstein 1 ist ebenfalls quaderförmig
ausgebildet, besitzt daher im Horizontalschnitt Rechteckform. Figur 3 zeigt einen
würfelförmig ausgebildeten Pflasterstein 10, der im Horizontalschnitt eine quadratische
Form besitzt. Der Rechteckstein der Figur 2 setzt sich aus zwei quadratischen Steinen
der Figur 2 mit einer dazwischen angeordneten Fuge zusammen.
[0032] Um beim Verlegen eines Pflastersteinverbandes zwischen benachbarten Steinen eine
entsprechend breite Fuge zu gewinnen, sind die Pflastersteine 1 und 10 mit Abstandsnocken
2 versehen, die jeweils auf zwei Seitenflächen des Pflastersteines angeordnet sind.
Diese Abstandsnocken 2 stehen von den Seitenflächen nach außen vor. Sie erstrecken
sich von der Grundfläche des Steines aus nach oben und enden unterhalb der Oberseite
des Steines, wie in Figur 4 gezeigt. Die Deckfläche 6 der Abstandsnocken 2 ist nach
außen und nach unten geneigt. Die Dicke des Abstandsnockens 2 senkrecht zur zugehörigen
Seitenfläche legt die gewünschte Fugenbreite fest.
[0033] Die Abstandsnocken 2 sind bei dieser Ausführungsform etwa zahnförmig ausgebildet
und besitzen in der Draufsicht einen etwa trapezförmig ausgebildeten Fußabschnitt,
an den sich ein dreieckförmiger Endabschnitt anschließt. Die beiden freien Dreieckseiten
bilden die Kontaktflächen mit entsprechenden Zahnlücken 3 bzw. 5, die ebenfalls an
den Seitenflächen des Pflastersteines ausgebildet sind. Solche Zahnlücken sind einerseits
auf den beiden Seitenflächen des Steines angeordnet, auf denen keine Abstandsnocken
2 angeordnet sind, und andererseits benachbart zu den Abstandsnocken 2. Bei der in
Figur 2 dargestellten Ausführungsform sind somit auf einer langen Seitenfläche zwei
Abstandsnocken 2 mit benachbarter Zahnlücke 3 angeordnet, während sich auf der gegenüberliegenden
langen Seitenfläche zweimal zwei benachbarte Zahnlücken 3 befinden. Die Anordnung
der Abstandsnocken und Zahnlücken entspricht einem Rastermaß, das durch den quadratischen
Grundstein der Figur 3 vorgegeben ist.
[0034] Die Zahnlücken 3 sind jeweils zwischen zwei von den Seitenflächen vorstehenden kleinen
Zähnen 4 angeordnet. Ihre Begrenzungsflächen stellen Kontaktflächen dar, die mit den
Kontaktflächen der Abstandsnocken in Anlage treten. Auf den Seiten, auf denen keine
Abstandsnocken angeordnet sind, sind jeweils zwei Zahnlücken benachbart zueinander
angeordnet und werden von einem dachförmig ausgebildeten mittleren Zahn und zwei benachbarten
seitlichen einseitig geneigten Zähnen gebildet. Diese kleinen Zähne stehen nur geringfügig
in die Fuge vor und überdecken diese kaum. Sie sind ebenfalls auf ihrer Oberseite
nach außen und unten geneigt, wie in Figur 5 gezeigt.
[0035] Im übrigen ist die Oberseite des Steines zu allen Seitenflächen hin abgefast, wie
bei 8 gezeigt.
[0036] Die Abstandsnocken 2 sind so angeordnet, daß sie genau einer Zahnlücke auf der gegenüberliegenden
Seitenfläche gegenüberliegen. Die hierzu benachbart angeordnete Zahnlücke 3 liegt
bei den auf der langen Seitenfläche angeordneten Abstandsnocken 2 ebenfalls einer
Zahnlücke auf der gegenüberliegenden Seitenfläche gegenüber. Dies ist jedoch bei der
benachbart zum Abstandsnocken angeordneten Zahnlücke 3 auf der kurzen Seitenfläche
nicht der Fall, d.h. diese liegt einem glatten Seitenflächenabschnitt auf der gegenüberliegenden
Seitenfläche gegenüber.
[0037] Bei der Ausführungsform der Figur 3 liegt ebenfalls jeder Abstandsnocken 2 einer
Zahnlucke 5 auf der gegenüberliegendne Seitenfläche gegenüber. Die benachbart zum
Abstandsnocken angeordnete Zahnlücke auf der unteren Seitenfläche in Figur 3 liegt
einer Zahnlücke auf der gegenüberliegenden Seitenfläche gegenüber, während die benachbart
zum Abstandsnocken angeordnete Zahnlücke auf der rechten Seitenfläche der Figur 3
einem ebenen Seitenflächenabschnitt auf der gegenüberliegenden Seitenfläche gegenüberliegt.
Der entsprechende Abstandsnocken auf der rechten Seitenfläche in Figur 3 ist mittig
in bezug auf die Seitenfläche angeordnet. Auf der in Figur 3 unteren Seitenfläche
ist die dort vorgesehene Zahnlücke mittig in bezug auf die Seitenfläche angeordnet.
Bei der Ausführungsform der Figur 2 ist der auf der in Figur 2 rechten Seitenfläche
angeordnete Abstandsnocken mittig in bezug auf Seitenfläche angeordnet, während auf
der in Figur 2 unteren Seitenfläche die beiden Zahnlücken jeweils mittig in bezug
auf die dem Basisstein entsprechende Seitenfläche angeordnet sind.
[0038] Durch die gewählte Anordnung von zahnförmigen Abstandsnocken und Zahnlücken lassen
sich Rechtecksteine parallel zueinander aber auch rechtwinklig zueinander aneinanderlegen
und mit quadratischen Steinen kombinieren.
[0039] Bei den benachbart zu den Abstandsnocken 2 angeordneten Zahnlücken ist nur ein kleiner
Zahn 4 vorgesehen, der die Zahnlücke begrenzt. Auf der anderen Seite wird die Zahnlücke
von einem Fußabschnitt des Abstandsnockens 2 begrenzt, der eine entsprechende Neigung
wie der kleine Zahn 4 aufweist.
[0040] Figur 6 zeigt einen Rechteckstein und einen quadratischen Stein im aneinandergesetzten
Zustand, die im wesentlichen den Steinen der Figuren 2 bis 5 entsprechen. Der einzige
Unterschied besteht darin, daß hierbei benachbart zu einem Abstandsnocken 2 zwei Zahnlücken
3 angeordnet sind und nicht nur eine Zahnlücke vorgesehen ist, wie dies bei der Ausführungsform
der Figuren 2 bis 5 der Fall ist. Die zusätzlich vorgesehene Zahnlücke 3 entspricht
in ihrer Ausgestaltung den anderen Zahnlücken und wird von einem kleinen Endzahn 4
begrenzt, der im wesentlichen einseitig geneigt ist. Hierdurch ergeben sich weitere
Anlegemöglichkeiten.
[0041] Figur 8 zeigt einen Vielzahl von Rechtecksteinen 1, die zu einem Verband zusammengestellt
worden sind, jedoch noch mit Abstand zu den benachbarten Steinen.
[0042] Figur 7 zeigt eine Draufsicht auf einen Verband, der aus quadratischen Steinen 10
und Rechtecksteinen 1 der Figuren 1 bis 4 zusammengesetzt worden ist. Bei den hier
dargestellten Steinen ist benachbart zu einem Abstandsnocken 2 immer nur eine Zahnlücke
3 vorgesehen.
[0043] Man erkennt, daß die Abstandsnocken 2 in die entsprechenden Zahnlücken 5 eingreifen
und mit den entsprechenden Kontaktflächen in Kontakt treten. Bei der Art dieses Verbandes
treten die Abstandsnocken 2 mit Zahnlücken auf Seitenflächen in Eingriff, auf denen
keine Abstandsnocken angeordnet sind. Bei dieser Art des Verbandes werden daher die
benachbart zu den Abstandsnocken angeordneten Zahnlücken nicht benutzt. Dies ist aber
beispielsweise der Fall, wenn Rechtecksteine rechtwinklig aneinandergesetzt werden.
[0044] Der Eingriff zwischen benachbarten Steinen erfolgt bei der Ausführungsform der Figur
7 in Längsrichtung der Steine mittig, da die entsprechenden Abstandsnocken auf den
kurzen Seitenflächen der Rechtecksteine und den Seitenflächen der quadratischen Steine
mittig angeordnet sind und eine der auf der gegenüberliegenden Seitenfläche angeordneten
Zahnlücken ebenfalls mittig plaziert ist. In Querrichtung in Figur 7 erfolgt der Eingriff
außermittig, was die Rechtecksteine anbetrifft, da hierbei die Abstandsnocken in bezug
auf die quadratische Grundform außermittig angeordnet sind. Zwischen einem quadratischen
Stein und einem Rechteckstein erfolgt der Eingriff auf der einen Seite mittig, weil
der Abstandsnocken des quadratischen Steines mittig angeordnet ist, und auf der gegenüberliegenden
Seite außermittig, weil der Abstandsnocken des Rechtecksteines außermittig angeordnet
ist.
[0045] Figur 9 zeigt eine leicht abgewandelte Ausführungsform eines quadratischen Steines
und Rechtecksteines und eines zugehörigen Verbandes. Bei dieser Ausführungsform sind
die Kontaktflächen der Abstandsnocken und Zahnlücken gekrümmt und nicht dachförmig
ausgebildet, wie bei den vorhergehenden Ausführungsformen. Im übrigen entspricht diese
Ausführungsform der Ausführungsform der Figuren 2 bis 5. Benachbart zu einem Abstandsnocken
ist nur eine Zahnlücke vorgesehen.
[0046] Der Rechteckstein weist vorzugsweise eine Länge von 27 cm und eine Breite von 12
cm auf. Hierbei wird von einer Fugenbreite von 3 cm ausgegangen. Der quadratische
Stein hat vorzugsweise die Maße 12 cm x 12 cm.
[0047] Damit ist ein handliches, aber gleichzeitig für hohe Verkehrsbelastungen ausreichend
großes Steinformat gegeben. Es lassen sich hiermit gestalterisch einwandfreie Verlegemuster
erzielen, beispielsweise Läuferverbände, Ellbogenverbände, Fischgrätverbände, Blockverbände
sowie aus diesen Verbänden abgeleitete Verbände mit besonderen dekorativen Zielsetzungen.
[0048] Der Rechteckstein besitzt somit ein Seitenverhältnis von 1:2 (zusätzlich Fugenbreite),
während der quadratische Stein ein Seitenverhältnis von 1:1 aufweist.
[0049] Was die den Verbund herstellenden Abstandsnocken und zugehörigen Zahnlücken anbetrifft,
so sind erfindungsgemäß die die Zahnlücken bildenden Zahnleisten auf ein notwendiges
Minimum reduziert, und zwar so, daß Zahnleistenabschnitte nur dort angeordnet sind,
wo im Rahmen der entsprechenden Verlegearten Abstandshalter auftreffen können. Hierdurch
wird der Flächenanteil der nach unten durchgehend offenen Fugen erhöht.
1. Pflasterstein mit vier Seitenflächen zum Einfügen in einen Pflastersteinverband mit
seitlichen Abstandsnocken mit Kontaktflächen zum formschlüssigen Anfügen an angepaßte
Kontaktflächen von Nachbarsteinen, wobei die Kontaktflächen von zahnförmig ausgebildeten
Abstandsnocken und hieran angepaßten Zahnlücken gebildet sind, dadurch gekennzeichnet,
daß auf zwei benachbarten Seitenflächen mindestens je ein weit vorstehender zahnförmiger
Abstandsnocken (2) angeordnet ist und daß die Zahnlücken (5) von flachen Zahnleisten
gebildet sind, wobei ein zahnförmiger Abstandsnocken (2) einer Seitenfläche einer
Zahnlücke (5) auf der gegenüberliegenden Seitenfläche gegenüberliegt.
2. Pflasterstein nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die flachen Zahnleisten
als Zahnleistenabschnitte mit je zwei Zahnlücken (5) ausgebildet sind.
3. Pflasterstein nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß benachbart zu einem
zahnförmigen Abstandsnocken (2) eine Zahnlücke (3) angeordnet ist, die einer Zahnlücke
(5) auf der gegenüberliegenden Seitenfläche gegenüberliegt.
4. Pflasterstein nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die zahnförmigen Abstandsnocken (2) auf zwei benachbarten Seitenflächen im gleichen
Abstand von deren gemeinsamer Seitenkante angeordnet sind.
5. Pflasterstein nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die zahnförmigen Abstandsnocken (2) auf zwei benachbarten Seitenflächen zur gemeinsamen
Seitenkante hin um den Abstand zwischen Abstandsnocken (2) und benachbarter Zahnlücke
(3) versetzt angeordnet sind.
6. Pflasterstein nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die zahnförmigen Abstandsnocken (2) in bezug auf ihre Seitenfläche in der Verlegeebene
mittig angeordnet sind.
7. Pflasterstein nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
er quadratisch ausgebildet ist.
8. Pflasterstein nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß er rechteckig
ausgebildet ist sowie in seiner Größe zwei quadratisch ausgebildeten Steinen (10)
mit dazwischen angeordneter Fuge entspricht.
9. Pflasterstein nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Zahnlücken (5) zwischen kleinen, von den Seitenflächen vorstehenden Zähnen (4)
gebildet sind.
10. Pflasterstein nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
sich die Abstandsnocken (2) nicht bis zur Oberseite des Pflastersteines (1, 10) erstrecken.
11. Pflasterstein nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Oberseiten (6) der Abstandsnocken (2) vom Stein weg abwärts geneigt sind.
12. Pflasterstein nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Kontaktflächen der Abstandsnocken (2) und Zahnlücken (3, 5) Schrägflächen sind.
13. Pflasterstein nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktflächen
der Abstandsnocken (2) und Zahnlücken (3, 5) gekrümmt sind.
14. Pflasterstein nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Abstandsnocken (2) im wesentlichen senkrecht zur Pflastersteinseitenfläche verlaufende
seitliche Begrenzungsflächen besitzen, die in schräg oder gekrümmt ausgebildete Kontaktflächen
übergehen.
15. Pflasterstein nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die zum Abstandsnocken (2) benachbarte Zahnlücke (3) zwischen einem kleinen, von der
Seitenfläche vorstehenden Zahn (4) und einem Fußabschnitt (11) des Abstandsnockens
(2) mit zu dem kleinen Zahn (4) entsprechend geformter Flanke ausgebildet ist.
16. Pflasterstein nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
zwei benachbarte Zahnlücken (3) auf einer Seite des Abstandsnockens (2) angeordnet
sind.