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(11) |
EP 0 887 485 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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22.10.2003 Patentblatt 2003/43 |
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Anmeldetag: 19.06.1998 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)7: E04C 2/04 |
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Gipsplattenelement für eine Wand/Decke-Unterkonstruktion
Gypsum board element for wall/ceiling-sub-construction
Elément en plaque de plâtre pour mur/plafond-sous-construction
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Benannte Vertragsstaaten: |
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BE CH DE LI |
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Benannte Erstreckungsstaaten: |
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AL LT LV MK RO SI |
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Priorität: |
25.06.1997 DE 19726903
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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30.12.1998 Patentblatt 1998/53 |
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Patentinhaber: Gebr. Knauf Westdeutsche Gipswerke |
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97346 Iphofen (DE) |
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Erfinder: |
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- Krüger, Gundolf
97342 Obernbreit (DE)
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| (74) |
Vertreter: Böhme, Volker, Dipl.-Ing. |
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Patentanwälte, Meissner, Bolte & Partner,
Bankgasse 3 90402 Nürnberg 90402 Nürnberg (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
DE-U- 7 107 440 US-A- 2 427 879
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DE-U- 8 912 688
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Gipsplattenelement für eine Wand/Decke-Unterkonstruktion,
das eine einstückige Gipsplatte ist, eine Sichtseite und eine Rückseite bildet und
zwei randseitige längsverlaufende Kanten aufweist, die als Montagehilfe zueinander
asymmetrische, ineinander passende Eingriff/Hintergriff-Gestaltungen mit einem sicht-
oder rückseitigen Vorsprung aufweisen, und bei dem jede Kante - im Querschnitt gesehen
- ausgehend von der Sichtseite einen seitlich gerichteten querenden Längskantenverlauf
zur Rückseite aufweist, der durchgehend gleichgerichtet unter 40° bis 60° zur Plattenmittelebene
schräg geneigt ist.
[0002] Ein durch die Praxis bekanntes, in der beiliegenden Fig. 5 dargestelltes Gipsplattenelement
besteht aus zwei flächig zusammengeklebten einstückigen ummantelten Gipsbauplatten
101, 102, die jeweils halbgerundete Plattenkanten bilden und gegeneinander seitlich
versetzt sind. Das Gipsplattenelement bildet also randseitige Kanten 103, 104, die
stufenartig gestaltet sind, wobei jeweils die eine Gipsbauplatte um einen Vorsprung
105 vorkragt. Aufgrund der Rundung der Plattenkanten weist das Gipsplattenelement
sowohl an einer Sichtseite 106 als auch an einer Rückseite 107 an den Kanten 103,
104 je eine Spachtelfase 108 auf, die mit der Spachtelfase eines anstoßenden Gipsplattenelements
eine Spachtelnut 109 bildet, die mit einer Spachtelmasse gefüllt wird. Die Spachtelfase
ist - im Querschnitt gesehen - halbrund/schräg zu einer Plattenmittelebene 110 geneigt
und die beiden Spachtelfasen einer Spachtelnut sind symmetrisch und genau gleich groß.
Von der sichtseitigen Spachtelfase 108 ausgehend bildet die eine Kante 103 einen Längskantenverlauf,
der zunächst die Rundung der einen Gipsbauplatte 101 vollendet, dann entlang der Rückseite
dieser Gipsbauplatte 101 läuft und sodann in die Rundung der anderen Gipsbauplatte
102 übergeht und an einer von dieser rückseitig gebildeten Fase 111 endet. Das Gipsplattenelement
wird mittels zweier randseitiger Reihen von Befestigungsschrauben 112 an einer Unterkonstruktion
113 befestigt, von der in Fig. 5 eine als Latte ausgebildete Unterkonstruktionsstrebe
gezeigt ist. Die Montagerichtung der Gipsplattenelemente ist durch einen Pfeil 114
angegeben.
[0003] Gipsplattenelemente der eingangs genannten Art gelten als sogenannte Ein-Mann-Platten,
da sie von nur einem Mann montierbar sind, wobei die Eingriff/Hintergriff-Gestaltungen
als Montagehilfe dienen. Der eine Mann kann nämlich das eine Gipsplattenelement halten,
mit dem rückseitigen Vorsprung der einen Kante hinter den sichtseitigen Vorsprung
eines schon montierten Gipsplattenelements schieben und die andere Kante des gehaltenen
Gipsplattenelements mit einer Befestigungsschraube an der Unterkonstruktion fixieren.
Sodann wird das Gipsplattenelement nahe den randseitigen Kanten und entlang weiteren
Linien jeweils mittels einer Vielzahl von Befestigungsschrauben an der Unterkonstruktion
befestigt. Das Gipsplattenelement der eingangs genannten Art dient also der Bildung
einer Wand- oder Deckenschale an der Unterkonstruktion.
[0004] Bei einer vorgegebenen Dicke des Gipsplattenelements ist dessen Breite bzw. Spannweite
begrenzt, z.B. auf derzeit 62 cm bis 80 cm. Wenn man dem-Gipsplattenelement bei sonst
gleichbleibender Gestaltung eine größere Spannweite gibt, dann vergrößert sich die
Durchbiegung des Gipsplattenelements im montierten Zustand zwischen den einander benachbarten
Unterkonstruktionsstreben. Mit Unterkonstruktionsstreben sind Ständer, Latten, Sparren
oder Metallprofile gemeint. Die Gipsplattenelemente hängen durch. Diese Durchbiegung
tritt an Deckenbekleidungen und Unterdecken besonders augenfällig in Erscheinung.
Die Unterkonstruktion muss daher auf relativ kleine Spannweiten abgestellt sein. Für
Wand/ Decke-Unterkonstruktionen ergibt sich daher eine relativ große Zahl von Unterkonstruktionsstreben.
[0005] Aus der DE 71 07 440 U ist eine Gipskartonplatte der eingangs genannten Art bekannt.
Bei dieser Gipskartonplatte ist der Karton an den Kanten vorgefaltet oder präpariert.
Eine Vielzahl solcher Gipskartonplatten ist zur formschlüssigen Montage vorgesehen,
ohne dass die dazwischenliegenden Fugen verspachtelt werden.
[0006] Es besteht daher die Aufgabe, ein durchhangfreies Gipsplattenelement der eingangs
genannten Art mit vergrößerter Spannweite zu schaffen.
[0007] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass jede Kante sichtseitig eine Spachtelfase zur
Begrenzung einer Plattenstoß-Spachtelnut bildet, wobei die Spachtelfasen relativ zu
einer Spachtelmittelebene schräg angeordnet sind, und dass die eine Spachtelfase -
im Querschnitt gesehen - eine schräg angeordnete Abstumpfung eines spitzwinkeligen
Vorsprungs ist, und die andere Spachtelfase - im Querschnitt gesehen - eine schwache
Biegung einer an sich stumpfwinkligen Kante ist.
[0008] Das erfindungsgemäße Gipsplattenelement ist auch bei vergrößerter Spannweite bzw.
Breite im fertigmontierten Zustand ohne Durchbiegung bzw. Durchhang. Es lässt sich
z.B. für die Wand eine Spannweite bis zu 1,25 m und für die Decke eine Spannweite
von 80 cm verwenden, wobei die Streben der Unterkonstruktion, in welche die Befestigungsschrauben
getrieben werden, entsprechend weiter voneinander entfernt sein können, so dass weniger
Unterkonstruktionsstreben und weniger Reihen von Befestigungsschrauben erforderlich
sind. Dabei ist die Gesamtdicke des erfindungsgemäßen Gipsplattenelements nicht größer
als die des bekannten Zwei-Platten-Verbundes. Es lässt sich nämlich feststellen, dass
bei gleicher Gesamtdicke die Durchbiegungsfestigkeit einer einstückigen Gipsbauplatte
beachtlich besser ist als die eines Zwei-Gipsbauplatten-Verbundes. Andererseits lässt
sich eine einstückige Gipsbauplatte mit den bekannten randseitigen stufenartigen Eingriff/Hintergriff-Gestaltungen
nicht fertigen, weil dies, soweit es überhaupt technisch machbar ist, nicht wirtschaftlich
machbar ist. Deshalb sieht die Erfindung in Erfüllung der gestellten Aufgabe als Eingriff/Hintergriff-Gestaltungen
den schräg geneigten Längskantenverlauf vor, der sich bei einer einstückigen Gipsbauplatte
wirtschaftlich brauchbar herstellen lässt. In dem Winkelbereich 40 - 60° ist die Wirkung
des spitzwinkligen Vorsprungs als Montagehilfe gewährleistet. Aufgrund der Spachtelfase-Abstumpfung
ist die bei Gipsbauplatten zu beachtende Gefahr vermindert, dass eine Spitze des spitzwinkligen
Vorsprungs abbricht. Die Dicke der einstückigen Gipsbauplatte wird in der Praxis mindestens
18 mm betragen und in der Regel maximal 25 mm betragen.
[0009] Bei dem erfindungsgemäßen Gipsplattenelement geht die Spachtelfase am Vorsprung unter
starker, umkehrender Biegung in den schräg geneigten Längskantenverlauf über und geht
die Spachtelfase an der dem Vorsprung gegenüberliegenden Seite über eine schwache
Biegung in den schräg geneigten Längskantenverlauf über. Zwei an der Unterkonstruktion
benachbarte, gegeneinandergeschobene einstückige Gipsbauplatten berühren einander
entlang dem schräg geneigten Längskantenverlauf. Diese beiden Gipsbauplatten werden
nicht miteinander verklebt und müssen nicht miteinander verklebt sein. Die beiden
Spachtelfasen einer Spachtelnut bieten der Spachtelmasse nicht die gleichen Flächen.
Im Rahmen der Erfindung ist darauf verzichtet, dass die beiden Spachtelfasen der Spachtelnut
genau gleich groß sind. Für das erfindungsgemäße Gipsplattenelement sind also auch
wesentlich die Gestaltung der die Spachtelnut begrenzenden Spachtelfasen. Die Abmessung
der mit den Spachtelfasen und den schräg geneigten Längskantenverläufen versehenen
Kanten ist in der Regel ein Vielfaches der Spannweite der einstückigen Gipsbauplatte.
[0010] Besonders zweckmäßig und vorteilhaft ist es, wenn der sich an die Abstumpfung-Spachtelnut
anschließende schräg geneigte Längskantenverlauf sich mindestens über 1/3 der Dicke
der einstückigen Gipsbauplatte erstreckt. Dann ist der schräg geneigte Längskantenverlauf
lang genug, um beim Gegeneinanderschieben benachbarter Gipsplattenelemente auftretende
Kräfte beschädigungsfrei aufzunehmen.
[0011] Die Erfindung befasst sich auch mit einem Gipsplattenelement der eingangs genannten
Art, das mit einem benachbarten Gipsplattenelement an der Wand/Decke-Unterkonstruktion
zusammengebracht ist, wobei die Längskantenverläufe der beiden Gipsplattenelemente
gegeneinandergeschoben sind und die beiden Spachtelfasen die Spachtelnut bildend Abstand
voneinander haben. Für diese Anordnung ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass die beiden
einstückigen Gipsbauplatten nur, d.h. nicht mit den Spachtelfasen, entlang dem schräg
geneigten Längskantenverlauf gegeneinandergestoßen sind und die beiden Spachtelfasen
der Spachtelnut verschieden gestaltet sind. Die Erfindung gelangt also zur Lösung
der gestellten Aufgabe, indem sie nicht nur das Gegeneinander-Abstützen der beiden
Gipsbauplatten dem mittig in den Kanten angeordneten schräg geneigten Längskantenverläufen
allein zuordnet, sondern auch zu Spachtelfasen übergeht, die im Verlauf verschieden
gestaltet sind.
[0012] Aufgrund des Winkelbereichs 40 - 50° des durchgehend gleichgerichteten, schräg geneigten
Längskantenverlaufs ist der Vorsprung relativ kurz bzw. gedrungen. Die Verhältnisse
sind also so eingerichtet, dass der schräg geneigte Längskantenverlauf in einer sich
zwischen der Sichtseite und der Rückseite erstreckenden Diagonallinie liegt, die einen
in der Plattenmittelebene liegenden Längsabschnitt bestimmt, der das 0,75 - 1,25-fache
der Dicke der einstückigen Gipsbauplatte ist. Es geht bei der vorliegenden Anordnung
nicht darum, über den schräg geneigten Längskantenverlauf der beiden Kanten eine möglichst
große Anlagefläche zu schaffen, sondern nur darum, die Kontur der Kanten herstellungstechnisch
einfach zu gestalten. Auch sind wegen der begrenzten (z.B. 1 m) Spannweite der Gipsbauplatten
die in Richtung der Plattenmittelebene verlaufenden Abmessungen der Eingriff/Hintergriff-Gestaltungen
klein zu halten; die Eingriff/Hintergriff-Gestaltung sollte sich nur auf einen relativ
kleinen Anteil der Breite der Gipsplatten erstrecken.
[0013] Es ist möglich, den schräg geneigten Längskantenverlauf leicht gebogen zu gestalten.
Besonders zweckmäßig und vorteilhaft ist es, wenn der schräg geneigte Längskantenverlauf
geradlinig ist. Dies vereinfacht die Herstellung der Kanten.
[0014] Das erfindungsgemäße Gipsplattenelement weist in der Regel an der Sichtseite nahe
den beiden längsverlaufenden Kanten einen mit einer Abflachung versehenen Randbereich
auf, wobei die Abflachung zu der Spachtelnut hin tiefer wird. Diese Abflachung verbessert
das Verspachteln und lässt das Einlegen eines Fugendeckstreifens zu. In der Regel
weist das erfindungsgemäße Gipsplattenelement auch an der Rückseite Spachtelfugen
zur Bildung von Spachtelnuten auf, obzwar an der Rückseite nicht verspachtelt wird.
Die erfindungsgemäße einstückige Gipsbauplatte lässt es jedoch auch zu, dass die beiden
Kanten an den schräg geneigten Längskantenverlauf anschließend zur Rückseite hin zueinanderpassend
stumpfstoßend ausgebildet sind. Bei dieser Ausbildung entsteht beim Nebeneinandersetzen
bzw. Aneinanderfügen zweier einstückiger Gipsbauplatten keine Spachtelnut an der Rückseite.
[0015] Die Gestaltung des erfindungsgemäßen Gipsplattenelements lässt sich z.B. bei einer
Gipsfaserplatte vorsehen, deren Oberfläche insgesamt von dem Gipsmaterial gebildet
ist. Eine andere Ausführungsform der Erfindung liegt vor, wenn eine sich auf die Sichtseite,
die Rückseite und die Kanten erstreckende Ummantelung vorgesehen ist, wobei die Oberfläche
des Gipsplattenelements insgesamt im Wesentlichen von der Ummantelung gebildet ist.
[0016] Die Schwierigkeiten bzgl. Spannweite und Durchführung liegen bei dem bekannten Gipsplattenelement
besonders ausgeprägt vor, wenn die Gipsbauplatten ummantelt sind, da diese Gipsbauplatten
ihre Biegefestigkeit primär aus der Ummantelung beziehen und die Ummantelung hinsichtlich
Verbesserung der Biegefestigkeit nur schwer zu beeinflussen ist. Die Ummantelung ist
z.B. ein Glasfasermaterial, ist aber in der Regel Karton, so dass sogenannte Gipskartonplatten
vorliegen. Es ist für die Erfindung eine ummantelte einstückige Gipsbauplatte herzustellen,
deren Ummantelung an den beiden Kanten verschieden gebogen oder geknickt ist. So ist
die Ummantelung zwecks Bildung der Spachtelfasen an einer Kante nur schwach gebogen
und an der anderen Kante sehr ausgeprägt gebogen und geknickt, um den Vorsprung zu
berücksichtigen.
[0017] Besonders zweckmäßig und vorteilhaft ist es dabei, wenn die Ummantelung bei der Kante
zwischen dem schräg geneigten Längskantenverlauf und der Sichtseite bzw. Rückseite
den Verlauf - im Querschnitt gesehen - im Ausmaß der Biegung oder Knickung ändert.
Dies bringt herstellungstechnische Vereinfachungen mit sich.
[0018] In der Zeichnung sind bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung dargestellt, und
es zeigt
- Fig. 1
- eine Stirnseitenansicht eines Gipsplattenelements für eine Wand/Decke-Unterkonstruktion,
- Fig. 2
- das Zusammengreifen zweier Gipsplattenelemente gemäß Fig. 1 in einem gegenüber Fig.
1 vergrößerten Maßstab,
- Fig. 3
- einen Vertikalschnitt einer Wandkonstruktion mit dem Gipsplattenelement gemäß Fig.
1 und
- Fig. 4
- eine perspektivische Ansicht eines Teils einer Deckenkonstruktion mit dem Gipsplattenelement
gemäß Fig. 1.
[0019] Gemäß Fig. 1 und 2 ist das Gipsplattenelement eine einstückige Gipsbauplatte 1, bei
der ein Kern 2 aus Gipsmaterial mit einer Ummantelung 3 versehen ist. Die Gipsbauplatte
weist auf eine Sichtseite 4, eine Rückseite 5 und zwei längsverlaufende Kanten 6,
7. Die Ummantelung 3 besteht aus einem Teil, das sich auf die Sichtseite 4 und die
Kanten 6, 7 und mit Umschlagstreifen auf die Rückseite 5 erstreckt, und einem Teil,
das die Rückseite 5 und die Umschlagstreifen überdeckt. Der Gipsbauplatte 1 ist eine
Plattenmittelebene 8 zugeordnet und die Gipsbauplatte 1 bildet mit zwei benachbarten
Gipsbauplatten 9, 10 eine Wand oder Decke. die Gipsbauplatte 1 ist an einer Unterkonstruktion
11 angebracht, von der nur eine Unterkonstruktionsstrebe gezeigt sind, die sich quer
zu den Gipsbauplatten 9, 1 bzw. 1, 10 an deren Rückseite befindet. Es sind Reihen
von Befestigungsschrauben 12 durch die Gipsbauplatten 1, 9, 10 in die Streben der
Unterkonstruktion 11 getrieben.
[0020] Von der Ummantelung 3 ist an den beiden Kanten 6, 7 - im Querschnitt gesehen - je
ein geradliniger, schräg geneigter Längskantenverlauf 13 gebildet, wobei diese beiden
Längskantenverläufe zueinander parallel sind. Jeder der beiden schräg geneigten Längskantenverläufe
13 geht einerends, zur Sichtseite 4 bzw. zur Rückseite 5 hin, in eine - in Relation
zu dem Längskantenverlauf 13 - nur schwach gebogene Spachtelfase 14 über und geht
anderenends, zur Rückseite 5 bzw. zur Sichtseite 4 hin, in eine Spachtelfase 15 über,
die zwischen einer ersten Knickung und einer zweiten Knickung 17 im wesentlichen gerade
verläuft. Auf diese Weise ist eine in sich asymmetrische Spachtelnut 18 gebildet.
Bei dem gegebenen Verlauf der Kanten weist die Gipsbauplatte 1 an einer Kante sichtseitig
und an der anderen Kante rückseitig einen Vorsprung 19 auf.
[0021] Der schräg geneigte Längskantenverlauf 13 liegt in einer theoretischen Diagonallinie
20, die zusammen mit der Sichtseite 4 oder der Rückseite 5 dem Vorsprung 19 eine spitzwinklige
Konfiguration geben; der Vorsprung 19 ist durch die stark gebogene bzw. geknickte
Spachtelfase 15 abgestumpft. Die Gipsbauplatte weist eine Dicke 21 auf. Die Diagonallinie
20 schneidet die Sichtseite 4 und die Rückseite 5 und bestimmt dadurch einen in der
Plattenmittel-ebene 8 liegenden Längsabschnitt 22. Die Montagerichtung der Gipsbauplatten
1, 9, 10 ist durch einen Pfeil 23 gegeben.
[0022] Bei der Wandkonstruktion gemäß Fig. 3 ist die Unterkonstruktion 11 von vertikalen
Streben in Form von Metallprofil-Ständern gebildet. Die Unterkonstruktion 11 ist beiderseits
mit je einer Wandschale aus Gipsbauplatten 1 versehen, die mittels der Befestigungsschrauben
12 angebracht sind. Bei der Deckenkonstruktion gemäß Fig. 4 ist die Unterkonstruktion
11 von schräg geneigt angeordneten Streben in Form von Sparren eines Daches gebildet.
Die Unterkonstruktion 11 ist nur einseitig und zwar an der Unterseite mit einer Deckenschale
aus Gipsbauplatten 1 versehen, die mittels der Befestigungsschrauben 12 angebracht
sind.
1. Gipsplattenelement für eine Wand/Decke-Unterkonstruktion (11),
das eine einstückige Gipsplatte (1) ist, eine Sichtseite (4) und eine Rückseite (5)
bildet und zwei randseitige längsverlaufende Kanten (6, 7) aufweist, die als Montagehilfe
zueinander asymmetrische, ineinanderpassende Eingriff/Hintergriff-Gestaltungen mit
einem sicht- oder rückseitigen Vorsprung (19) aufweisen, und bei dem jede Kante (6,
7) - im Querschnitt gesehen - ausgehend von der Sichtseite (4) einen seitlich gerichteten
querenden Längskantenverlauf (13) zur Rückseite (5) aufweist, der durchgehend gleichgerichtet
unter 40 - 60° zur Plattenmittelebene (8) schräg geneigt ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass jede Kante (6, 7) sichtseitig eine Spachtelfase (14, 15) zur Begrenzung einer Plattenstoß-Spachtelnut
(18) bildet, wobei die Spachtelfasen relativ zu einer Plattenmittelebene (8) schräg
angeordnet sind, und
dass die eine Spachtelfase (15) - im Querschnitt gesehen - eine schräg angeordnete Abstumpfung
eines spitzwinkligen Vorsprungs (19) ist und die andere Spachtelfase (14) - im Querschnitt
gesehen - eine schwache Biegung einer an sich stumpfwinkeligen Kante ist.
2. Gipsplattenelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
dass der sich an die Abstumpfung-Spachtelfase (15) anschließende schräg geneigte Längskantenverlauf
(13) sich mindestens über 1/3 der Dicke (21) der einheitlichen Gipsbauplatte (1) erstreckt.
3. Gipsplattenelement nach Anspruch 1, das mit einem benachbarten Gipsplattenelement
(9, 10) an der Wand/Decke-Unterkonstruktion (11) zusammengebracht ist, wobei die Längskantenverläufe
(13) der beiden Gipsplattenelemente (9, 1 bzw. 1, 10) gegeneinander geschoben sind
und die beiden Spachtelfasen (14, 15) die Spachtelnut (18) bildend Abstand voneinander
haben,
dadurch gekennzeichnet, dass
die beiden einstückigen Gipsbauplatten (9, 1) nur entlang dem schräg geneigten Längskantenverlauf
(13), d.h. nicht an den Spachtelfasen, gegeneinandergestoßen sind und die beiden Spachtelfasen
(14, 15) der Spachtelnut (18) verschieden gestaltet sind.
4. Gipsplattenelement, nach Anspruch 1, oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der schräg geneigte Längskantenverlauf (13) in einer sich zwischen der Sichtseite
(4) und der Rückseite (5) erstreckenden Diagonallinie (20) liegt, die einen in der
Plattenmittelebene (8) liegenden Längsabschnitt (22) bestimmt, der das 0,75 - 1,25-fache
der Dicke (21) der einstückigen Gipsbauplatte (1) ist.
5. Gipsplattenelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der schräg geneigte Längskantenverlauf (13) geradlinig ist.
6. Gipsplattenelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
bei dem eine sich auf die Sichtseite (4), die Rückseite (5) und die Kanten (6, 7)
erstreckende Ummantelung (3) vorgesehen ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ummantelung (3) an den beiden Kanten (6, 7) jeweils den schräg geneigten Längskantenverlauf
(13) bildet und daran anschließend zur Sichtseite (4) bzw. zur Rückseite (5) hin an
den beiden Kanten (6, 7) verschieden gebogen oder geknickt verläuft.
7. Gipsplattenelement nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ummantelung (3) bei der Kante (6, 7) zwischen dem schräg geneigten Längskantenverlauf
(13) und der Sichtseite (4) bzw. Rückseite (5) den Verlauf - im Querschnitt gesehen
- im Ausmaß der Biegung oder Knickung ändert.
1. A plasterboard element for a wall/ceiling substructure (11),
which is a single-piece plasterboard (1), forms a visible side (4) and a reverse side
(5), and has two longitudinally extending edges (6, 7) on the marginal side, which
edges have, as an assembly aid, mutually asymmetrical, mating shapes engaging in/behind
one another with a projection (19) on the visible side or reverse side, and in which
each edge (6, 7) - viewed in cross-section - has a laterally directed, traversing
longitudinal edge course (13) proceeding from the visible side (4) to the reverse
side (5) which is inclined obliquely continuously in the same direction at 40 - 60°
to the board centre plane (8),
characterised
in that each edge (6, 7) forms a filler chamfer (14, 15) on the visible side to define a
board joint filler groove (18), the filler chamfers being arranged obliquely relative
to a board centre plane (8), and
in that one filler chamfer (15) - viewed in cross-section - is an obliquely arranged truncation
of an acute-angled projection (19) and the other filler chamfer (14) - viewed in cross-section
- is a gentle curve of an edge which is in itself obtuse-angled.
2. A plasterboard element according to Claim 1,
characterised in that
the obliquely inclined longitudinal edge course (13) adjoining the truncated filler
chamfer (15) extends at least over 1/3 of the thickness (21) of the homogeneous plaster
building-board (1).
3. A plasterboard element according to Claim 1, which is brought into contact with an
adjacent plasterboard element (9, 10) on the wall/ceiling substructure (11), the longitudinal
edge courses (13) of the two plasterboard elements (9, 1 or 1, 10) being pushed against
one another and the two filler chamfers (14, 15) being spaced apart, this space forming
the filler groove (18),
characterised in that
the two single-piece plaster building-boards (9, 1) are butted together only along
the obliquely inclined longitudinal edge course (13), i.e. not on the filler chamfers,
and the two filler chamfers (14, 15) of the filler groove (18) are differently shaped.
4. A plasterboard element according to Claim 1, 2 or 3,
characterised
in that the obliquely inclined longitudinal edge course (13) lies in a diagonal line (20)
extending between the visible side (4) and the reverse side (5), which line defines
a longitudinal portion (22) lying in the board centre plane (8) which is 0.75 - 1.25
times the thickness (21) of the single-piece plaster building-board (1).
5. A plasterboard element according to one of the preceding Claims,
characterised
in that the obliquely inclined longitudinal edge course (13) is rectilinear.
6. A plasterboard element according to one of the preceding claims,
in which a covering (3) is provided, extending on the visible side (4), the reverse
side (5) and the edges (6, 7),
characterised
in that the covering (3) forms on the two edges (6, 7) in each case the obliquely inclined
longitudinal edge course (13), and adjoining the said course extends on the two edges
(6, 7) so as to be differently curved or bent towards the visible side (4) or towards
the reverse side (5).
7. A plasterboard element according to Claim 6,
characterised
in that the covering (3), at the edge (6, 7) between the obliquely inclined longitudinal
edge course (13) and the visible side (4) or the reverse side (5), changes the course
- viewed in cross-section - to the extent of the curve or the bend.
1. Élément en plaque de plâtre pour une sous-construction (11) de mur / plafond,
qui est une plaque de plâtre (1) en une seule pièce, forme un côté frontal (4)
et un côté arrière (5) et présente deux chants (6, 7) s'étendant longitudinalement
du côté du bord qui présentent en tant qu'auxiliaire de montage des configurations
d'engagement / d'accrochage asymétriques l'une par rapport à l'autre et s'emboîtant
l'une dans l'autre, avec un saillie (19) du côté frontal ou du côté arrière, et dans
lequel chaque chant (6, 7) - vu en coupe - présente en partant du côté frontal (4)
un profil (13) de chant longitudinal orienté de manière latéralement transversale
par rapport au côté arrière (5) qui est incliné en oblique de manière constante dans
la même direction à 40 - 60° par rapport au plan médian (8) de la plaque,
caractérisé
en ce que chaque chant (6, 7) forme du côté frontal un chanfrein de jointoiement (14, 15) pour
limiter une rainure de jointoiement (18) d'about de plaque, les chanfreins de jointoiement
étant disposés en oblique par rapport à un plan médian (8) des plaques, et
et en ce qu'un des chanfreins de jointoiement (15) est - vu en coupe transversale - une troncature
disposée en oblique d'une avancée (19) à angle aigu et l'autre chanfrein de jointoiement
(14) est - vu en coupe transversale - une faible courbure d'un chant en soi à angle
obtus.
2. Élément en plaque de plâtre selon la revendication 1, caractérisé en ce que le profil (13) de chant longitudinal incliné en oblique se raccordant au chanfrein
de jointoiement (15) tronqué s'étend au moins sur 1/3 de l'épaisseur (21) de la plaque
en plâtre (1) en une pièce.
3. Élément en plaque de plâtre selon la revendication 1, qui est uni à un élément en
plaque de plâtre (9, 10) voisin sur la sous-construction (11) de mur / plafond, les
profils (13) des chants longitudinaux des deux éléments en plaque de plâtre (9, 1
ou 1, 10) étant poussés l'un contre l'autre et les deux chanfreins de jointoiement
(14, 15) ayant entre eux la distance formant la rainure de jointoiement (18), caractérisé en ce que les deux plaques en plâtre (9, 1) en une pièce ne sont aboutées que le long du profil
(13) de chant longitudinal incliné en oblique, c'est-à-dire pas au niveau des chanfreins
de jointoiements, et les deux chanfreins de jointoiements (14, 15) de la rainure de
jointoiement (18) sont configurés différemment.
4. Élément en plaque de plâtre selon la revendication 1, 2 ou 3, caractérisé en ce que le profil (13) de chant longitudinal incliné en oblique se trouve sur une ligne diagonale
(20) s'étendant entre le côté frontal (4) et le côté arrière (5), qui détermine une
section longitudinale (22) se trouvant dans le plan médian (8) de la plaque qui représente
0,75 - 1,25 fois l'épaisseur (21) de la plaque de plâtre (1) en une pièce.
5. Élément en plaque de plâtre selon une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le profil (13) de chant longitudinal incliné en oblique est rectiligne.
6. Élément en plaque de plâtre selon une des revendications précédentes, dans lequel
il est prévu un revêtement (3) s'étendant sur le côté frontal (4), le côté arrière
(5) et les chants (6, 7), caractérisé en ce que le revêtement (3) forme chaque fois sur les deux chants (6, 7) le profil (13) de
chant longitudinal incliné en oblique et s'étend ensuite, courbé ou cintré différemment,
des deux chants (6, 7) en direction du côté frontal (4) ou du côté arrière (5).
7. Élément en plaque de plâtre selon la revendication 6, caractérisé en ce que le revêtement (3) change de profil - vu en coupe transversale - en ce qui concerne
l'ampleur de la courbure ou du cintrage sur le chant (6, 7) entre le profil (13) de
chant longitudinal incliné en oblique et le côté frontal (4) ou le côté arrière (5).