[0001] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Nachteile bekannter Bauarten zu beseitigen,
nämlich das hohe Gewicht der Betonfertigteile durch geeignete Materialwahl (GFK) und
Aufteilung in Elemente (Fig.2) so zu reduzieren und aufzuteilen, dass diese von einer
Person auch in nicht befahrbaren Friedhofsbereichen befördert werden können und durch
Einsatz eines grossflächig dimensionierten, beanspruchungsgerecht gewählten Filters
(2) die Be-, bzw. Ent-lüftung des Beisetzungsraumes zu optimieren, um die Verwesung
zu begünstigen.
[0002] Die Erfindung betrifft einen unterirdischen Beisetzungsraum, dessen Umfassungswände,
bis auf den Boden, durch GFK-Hohlkammer-Profile (135x35x3 mm mit 4 Kammern) gebildet
wird.
[0003] Die Verwendung von GFK ergibt ein wesentlich geringeres Gesamtgewicht als das, derzeit
üblicher Beton-Fertigteil-Kammern. Für die in Fig.1 gezeigte, dreifach belegbare Grundausführung
ergibt sich ein Gewicht von insgesamt ca.300 kg.
[0004] Die Aufteilung in steckbare Elemente bringt ein Gewicht für ein Bauteil von max.
24 kg (Abdeckelement mit Filterschacht)
[0005] Auf der Basis von 2 Grundprofilen (8), die als Fundament zur Übertragung der vertikalen
Kräfte auf das Erdreich und als Auflager für den Tragrahmen (3) dienen, werden die
Einzelwandteile (9) mit einer profilbedingten Höhe von jeweils 135 mm ( 35 mm Gesamtstärke
), mit Rundstiften (10) aus GFK 10 mm Durchmesser verbunden, aufgesteckt.
[0006] Die Abmessungen in Länge, Breite und Höhe können im Profil-Rastermass von 135 mm
verändert werden, es sind bedarfsgemässe Lösungen möglich.
[0007] Die Abdeckung des Beisetzungsraumes erfolgt mit 2 Elemente, die aus den gleichen
Profilen wie die senkrechten Umfassungen gebildet werden. Die Stossflächen werden
verklebt und auf der Unterseite mit einem aufgeklebten Winkel-Profil zur Führung verbunden.
Die Fuge zwischen den beiden Abdeckelementen wird mit Silikon abgedichtet. Damit ist
die Abdeckung wasserdicht.
[0008] In eines dieser Elemente wird in einer Aussparung ein Filterschacht (4) eingeklebt,in
den der Filter (2) eingelegt wird. Dieser wird mit dem Abdeck-Tunnel (5) über die
ganze Breite des Schachtes abgedeckt. Damit ist der im Filterschacht eingelegte Filter
zuverlässig gegen Sickerwasser und Erde geschützt.
[0009] Der dreischichtige Aufbau des Filters, nämlich Vlies, Aktivkohlekugeln in einer Trägerschicht
und einer weiteren, chemisch beaufschlagten Trägerschicht, die durchtretende Gase
absorbiert, schliessen eine Geruchsbelästigung im Grabbereich aus. Die Zuverlässigkeit
des Filter- Materials ist durch den Einsatz in Zulufteinrichtungen von Reinstlufträumen
und in den Ansaugöffnungen für Aussenluft zur Klimatisierung von Fahrerkabinen auf
Radladern bei Kompostieranlagen, unter Beweis gestellt.
[0010] Der Filter wird bei einer weiteren Belegung erneuert und kann als "Restmüll" entsorgt
werden.
[0011] Die Verbindung von zum Erdreich hin offenen Boden und dem grossflächig dimensionierten
Filter (ca.470cm
2) ermöglicht eine "Atmung" des Beisetzungsraumes und damit eine bessere Lüftung. Der
dadurch erzielte Luftaustausch begünstigt die Verwesung, es sind kürzere Ruhezeiten
möglich. Die dabei entstehenden Abbauprodukte werden im Filter absorbiert und durch
die Erdüberdeckung (6) zusätzlich am Austreten in die Atmosphäre gehindert.
[0012] Die konstruktive Gestaltung des Filterabdecktunnels (5) behindert die Bepflanzung
nicht.
[0013] Die Ausführung der Eckverbindung ermöglicht eine rationelle Fertigung der Wandelemente,
auch bei anderen Abmessungen, als der in Fig.1 dargestellten Grundausführung.
[0014] Bei der ersten Belegung erfolgt die Beisetzung auf dem Tragrahmen (3) aus Vierkant-Edelstahlrohr
im Abstand von 200 mm zum Boden, der als "Gebeinraum" zu nutzen ist.
[0015] Bei weiteren Belegungen werden jeweils 1 Paar Tragbügel (7) auf den Tragrahmen aufgesteckt.
In der Grundausführung können damit 3 Särge übereinander angeordnet werden. Das Platzproblem
der Friedhöfe kann so gelöst werden, was ein wesentliches Merkmal der Erfindung darstellt.
[0016] Da die Verwesung durch den Luftaustausch in ca.2- 3 Jahren abgeschlossen sein kann,
können nach dieser Zeit die verbliebenen Gebeine dem Sarg entnommen und zur vollständigen
Mineralisierung auf die Sohle des Schachtes umgebettet werden. Damit steht wieder
Raum für eine weiter Beisetzung zur Verfügung.
[0017] Durch die Anpassbarkeit an unterschiedlichste Gegebenheiten werden erfindungsgemäss
alle wesentlichen Probleme auf Friedhöfen, auch das einer schrittweisen Sanierung,
gelöst.
1. Das Element-Schacht-Grab mit einem an vier Seiten umschlossenen, oben mit erdüberdeckten,zweigeteiltem
Deckel (1) versehenen und am Boden zum Erdreich hin offenen Boden bestehenden Beisetzungsraum,
gekennzeichnet dadurch, dass es aus einzelnen GFK (Glasfaserkunststoff)-Profilen (135x35x3
mm) gefertigt, leicht zu transportieren ist und vor Ort zusammengesetzt (Fig.2) wird.
2. Element-Schacht-Grab nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der zum Erdreich
hin offene Boden (11) in Verbindung mit dem Filter (2) und der Erdüberdeckung (6),
eine "Atmung" und damit bessere Lüftung des Beisetzungsraumes erreicht.
3. Element-Schacht-Grab nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass durch Elementbauweise
(Fig.2) mit GFK-Hohlkammer-Profilen die Abmessungen in Länge, Breite und Höhe im Raster
des Profils (135 mm) an die Gegebenheiten vor Ort anpassbar ist.
4. Element-Schacht-Grab nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass Beisetzungsräume
gebildet werden können, die eine Mehrfachbelegung auf dem durch Trag-25bügel (7) ergänzten
Tragrahmen (3), ermöglichen.
5. Element-Schacht-Grab nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein grossflächiger
Mehrschicht-Filter (2) (Vlies,Aktivkohlekugeln in Trägermaterial und chem. beaufschlagte
Trägerschicht) in einem, in der Deckplatte eingeklebten Filterschacht (4) eingelegt
wird und mit einem konstruktiv so gestalteten Abdecktunnel versehen, dass die Filtervirkung
nicht durch Sickerwasser oder eindringende Erde beeinträchtigt wird.
6. Element-Schacht-Grab nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer weiteren
Belegung lediglich die Erddeckung (6) abzutragen, der geteilte Deckel (1) abzuheben,
1 Paar zusätzliche Tragbügel (7) auf den Tragrahmen aufzustecken und der Filter zu
erneuern ist. Der gebrauchte Filter kann als "Restmüll" entsorgt werden.