[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum einfachen und sicheren Verschließen von
Grabkammern mittels Grabplatten.
[0002] Derartige Grabkammern bestehen im allgemeinen aus kubusförmigen Hohlräumen, in denen
die Urnen mit der Asche der Verstorbenen oder Särge untergebracht sind. Diese Grabkammern
werden im allgemeinen von vorne oder von oben mit Grabplatten aus Naturstein verschlossen.
[0003] In der DE 197 10 579 A1 ist eine Columbarien- bzw. Urnenwand zur Aufbewahrung von
Urnen auf Friedhöfen beschrieben, welche aus einem Baukörper mit Einzelkammern zum
Einstellen der Urnen besteht. Die Einzelkammern sind dabei an der Vorderseite mit
passenden Grabplatten aus Naturstein oder natursteinähnlichem Kunststein verschließbar.
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Verschließen
der Grabkammern mittels Grabplatten zu schaffen, mit der in einfacher und sicherer
Weise ein Verschluß mittels der Grabplatten möglich ist.
[0005] Zur Lösung der gestellten Aufgabe wird eine Vorrichtung zum Verschließen von Grabkammern
mittels Grabplatten gemäß Patentanspruch 1 vorgeschlagen. Mit der Vorrichtung gemäß
der Erfindung wird der wesentliche Vorteil erzielt, daß die Grab- bzw. Urnenkammern
von außen, ohne in der Außenfläche sichtbare Befestigungspunkte und geschützt durch
ein willkürliches Öffnen, verschlossen werden können. Dabei kann das Ver- und Entriegeln
mittels eines geeigneten einfachen Hilfswerkzeuges erfolgen.
[0006] Eine besondere Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist im Anspruch 2
beschrieben.
[0007] Anhand der Zeichnung soll die Vorrichtung gemäß der Erfindung an einem bevorzugten
Ausführungsbeispiel näher beschrieben werden.
[0008] In der Zeichnung zeigt
Fig. 1
eine Draufsicht auf die Vorrichtung gemäß der Erfindung mit teilweise dargestellter
Grabkammer.
Fig. 2
zeigt eine Seitenansicht der Vorrichtung gemäß der Erfindung mit teilweise dargestellter
Grabkammer.
[0009] Wie sich aus den Figuren der Zeichnung ergibt, besteht die Vorrichtung gemäß der
Erfindung im wesentlichen aus einem geometrischen Gebilde 1 aus Streben, vorzugsweise
Flachstahlstreifen aus nichtrostendem Material. Dieses geometrische Gebilde weist
zwei Streben 2 und 3 auf, die an ihren vorderen Enden mit Dornen 4 versehen sind,
die in Bohrungen 5 der aus Naturstein bzw. natursteinähnlichem Kunststein bestehenden
Grabplatte 6 eingreifen. Im dargestellten Beispiel kann die Grabplatte 6 an der Unterkante
zwei entsprechende Bohrungen 7 aufweisen, in welche Dorne 8, die an in die Bodenfläche
9 der Grabkammern eingelassenen Winkeln 10 befestigt sind, eingreifen können.
[0010] An den hinteren Enden der zwei Streben 2 und 3 sind jeweils zwei weitere Streben
11, 12 und 13, 14 angeordnet, die um die jeweiligen Schwenkpunkte 15, 16 geschwenkt
werden können.
[0011] Die beiden Streben 12, 14 sind im Winkel zueinander an einem oberen Schwenkpunkt
17, der als Fixpunkt ausgebildet ist, schwenkbar angeordnet. Der Fixpunkt weist einen
Dorn 18 auf, der in einer Bohrung 19 in der Grabkammerdecke 20 eingelassen ist.
[0012] Die beiden Streben 11 und 13 sind im Bereich ihrer äußeren Enden an einem Gelenkpunkt
21 schwenkbar miteinander verbunden, wobei die Strebe 11 einen Anschlag 22 aufweist,
der in eine Aussparung 23 der Strebe 13 eingreift.
[0013] In den Figuren 1 und 2 ist die Grabplatte in der verschlossenen Stellung ausgezogen
dargestellt, während sie in der geöffneten Stellung gestrichelt dargestellt ist. Zum
Öffnen der Grabplatte wird mittels eines flachen Werkzeuges, das am Gelenk- bzw. Knickpunkt
21 der beiden Streben 11, 13 angesetzt wird, dieser Punkt in Richtung des Pfeiles
24 nach vorne gezogen. Durch die bewegliche Anordnung der Streben 2, 3, 11, 13 und
12, 14 wird der Knickpunkt 21 in die Stellung 21' gebracht. Dadurch wird der Abstand
der oberen Kante der Grabplatte 6 zum Fixpunkt vergrößert, und die Grabplatte kann
einfach aus den Dornen 4 der Streben 2, 3 ausgeklinkt und entnommen werden. Diese
Stellung ist in den Figuren 1 und 2 gestrichelt mit 6' bezeichnet.
[0014] In umgekehrter Weise kann die Grabplatte 6 mit dem gleichen Flachwerkzeug wieder
in die Verschlußstellung gebracht werden. Zu diesem Zweck wird das Flachwerkzeug am
Knickpunkt 21' angesetzt und in Richtung des Pfeiles 25 wieder in die ausgezogen dargestellte
Verschlußstellung gebracht. Die Anordnung der Grabplatte kann auch um 90° gedreht
sein, so daß sie horizontal liegt. Die Grabkammdecke und der Grabkammerboden werden
dann zu senkrecht verlaufenden Grabkammwänden.
[0015] Es ist selbstverständlich möglich, die Vorrichtung gemäß der Erfindung bei den verschiedensten
Ausführungsformen und Größen von vertikalen und horizontalen Grabkammern anzuwenden.
1. Vorrichtung zum Verschließen von Grabkammern mittels Grabplatten, gekennzeichnet durch ein geometrisches Gebilde (1) aus Streben, vorzugsweise Flachstahlstreifen aus nichtrostendem
Material, derart, daß an den einen Enden zweier Streben (2,3) Dorne (4) zum Einsatz
in stirnseitige Bohrungen (5) in der Oberkante der Grabplatte (6) vorgesehen sind
und an den anderen Enden der Streben (2, 3) mittels Nieten od. dgl. je zwei weitere
Streben (11, 12 bzw. 13, 14) an Schwenkpunkten (15, 16) gelenkig befestigt sind, von
denen zwei Streben (12, 14) im Winkel zueinander an ihren Enden zur Bildung eines
Winkels gelenkig verbunden sind, wobei der Verbindungspunkt (17) als Fixpunkt ausgebildet
ist, der einen Dorn (18) aufweist, welcher in die Grabkammerdecke (20) eingreift,
wobei die Streben (11 und 13) im Bereich ihrer inneren Enden an einem Schwenkpunkt
(21) gelenkig miteinander verbunden sind, derart, daß bei eingesetzter Grabplatte
(6) die Strebe (11) bis zu einem Anschlag (22), der in eine Aussparung (23) in der
Strebe (13) eine Gerade bildend eingreift, wobei die Streben (11, 13) beim Vorziehen
mittels eines flachen, am Gelenkpunkt (21) angreifenden Werkzeuges nach vorne ausgeklinkt
werden und dadurch der Winkel zwischen den Streben (12, 14) verkleinert und der Abstand
der oberen Kante der Grabplatte (6) vom Fixpunkt (17) vergrößert wird.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die gelenkartige Verbindung am Knickpunkt (21) zwischen den Streben (11, 13)
durch eine Hohlniete oder Öse erfolgt, in welcher ein dünnes Hakeninstrument eingesetzt
werden kann, wobei durch Zug auf dieses Instrument der Knickpunkt (21) nach vorne
in die Stellung (21') gebracht werden kann und die Grabplatte dadurch nach vorne geschwenkt
und geöffnet werden kann.