[0001] Die Erfindung betrifft ein elektronisch gesteuertes Koppelsystem zum Einsatz in elektronischen
Verschlußeinrichtungen, wobei nach Eingabe einer gültigen Berechtigung dieses Koppelsystem
durch ein elektrisches Signal zeitlich begrenzt wirksamgesteuert wird, so daß dann
eine manuelle Betätigung einer von außen zugänglichen Antriebsachse über das Koppelsystem
die Betätigung einer Abtriebsachse und des mit ihr verbundenen mechanischen Sperrelements
der Verschlußeinrichtung bewirkt.
[0002] Im Gebrauchsmuster G 89 14 281.U1 wird ein Koppelsystem beschrieben, in welchem ein
drehbares Antriebselement elektronisch gesteuert mit einem drehbaren Abtriebselement
ver- und entkoppelt wird. Das Verkoppeln erfolgt gegen Federdruck durch einen Elektromagneten.
Die Ankopplung bleibt erhalten, solange der Magnet bestromt bleibt. Wird die Bestromung
beendet, bewirkt die Feder eine Entkopplung.
[0003] Als Nachteil dieser Lösung ist anzuführen, daß nicht zwischen den beiden möglichen
Drehrichtungen unterschieden wird. Sowohl für das Entriegeln wie auch für das Verriegeln
muß erst eine Berechtigung eingegeben werden, um das Koppelsystem zu aktivieren. Es
wäre für den Benutzer viel komfortabler, wenn das Koppelsystem in Verriegelrichtung
immer angekoppelt wäre, so daß Verriegeln ohne jede Berechtigungseingabe immer möglich
wäre. Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß die Bestromung so lange aufrechterhalten
bleiben muß, bis der Bedienvorgang abgeschlossen ist. Da durchschnittlich eine Dauer
von mehreren Sekunden unterstellt werden muß, bewirkt diese Lösung einen erheblichen
Stromverbrauch, was einen an sich wünschenswerten Batteriebetrieb als nicht sinnvoll
erscheinen läßt.
[0004] In der europäischen Patentschrift EP 0 434 635 A1 wird eine Einrichtung vorgestellt,
bei der ein Elektromotor über Zahnräder Riegel aus- oder einfährt. In der Kette der
Zahnräder ist eine Kopplung angeordnet, die durch Einschub eines Schlüssels gegen
eine Feder ausgekoppelt wird. Die ausgerückte Kopplung bewirkt, daß direkt durch den
Schlüssel nun die Riegel verschoben werden können, ohne daß der Motor mitgedreht werden
muß. Nach Herausziehen des Schlüssels wird durch Federkraft wieder angekoppelt. Auch
bei diesem Verfahren ist genau wie bei der vorher vorgestellten Lösung der Nachteil
anzuführen, daß nicht zwischen den beiden möglichen Drehrichtungen unterschieden wird
und daß deshalb auch für das Verriegeln der Schlüssel benötigt wird.
[0005] In der Offenlegungsschrift DE 195 02 288 A1 sind zwei miteinander axial fluchtende
Kopplungsorgane beschrieben, die an ihren einander zugewandten Endabschnitten mit
aneinander angepaßten Formschlußelementen ausgebildet sind. Das innere Kopplungsorgan
ist mittels eines elektronisch gesteuerten bistabilen Magneten von einer ersten axialen
entkoppelten Position in eine zweite axiale Kopplungs-Position verstellbar. Wie bei
den beiden anderen Verfahren ist auch hier der Nachteil anzuführen, daß nicht zwischen
Entriegeln und Verriegeln unterschieden wird. Weitere Nachteile bestehen darin, daß
der Magnet in relativ großer Baugröße ausgeführt werden muß und daß außerdem wegen
der zu leistenden Verschiebearbeit ein erheblicher Strombedarf in Kaufgenommen werden
muß, was einen an sich wünschenswerten Batteriebetrieb als nicht sinnvoll erscheinen
läßt.
[0006] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Koppelsystem zu realisieren, welches
in Verriegelrichtung immer angekoppelt ist, so daß zum Verriegeln keine Berechtigungseingabe
und keine Aktivierung des Koppelsystems benötigt wird. Diese Aufgabe wird gelöst durch
die in den Ansprüchen 1 und 2 gekennzeichneten Maßnahmen.
[0007] Eine weitere wichtige Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Koppelsystem vorzustellen,
bei dem - unabhängig vom jeweiligen Stand der Mitnahmeglieder zueinander - das Einrücken
und das Ausrücken trotz einer nur kurzzeitigen Bestromungsdauer letztlich immer sicher
gewährleistet ist. Diese Aufgabe wird gelöst durch die im Anspruch 6 gekennzeichneten
Maßnahmen.
[0008] Durch die in Anspruch 1 gekennzeichneten Maßnahmen wird erreicht, daß in gegenseitiger
Eingriffs-Position nur in einer Drehrichtung Mitnahme bewirkt wird. In der anderen
Drehrichtung dreht das Koppelsystem trotz vorliegenden gegenseitigen Eingriffs frei
durch. Eine solche Anordnung ist z.B. dann vorteilhaft einsetzbar, wenn das angetriebene
mechanische Sperrelement nach dem Öffnungsvorgang mechanisch selbsttätig in Verschluß-Position
zurückfährt.
[0009] Durch die in Anspruch 2 gekennzeichneten Maßnahmen wird bewirkt. daß in der einen
Eingriffs-Position nur eine Mitnahme bei Drehung im Uhrzeigersinn und bei der anderen
Eingriffs-Position nur eine Mitnahme bei Drehung gegen den Uhrzeigersinn erfolgt.
Dies bedeutet, daß das im Verbund der Verschlußeinrichtung angetriebene Sperrelement
in der einen Position nur geöffnet, in der anderen Position nur geschlossen werden
kann. Somit wird es möglich die Verschlußeinrichtung ständig in jener Eingriffs-Position
stehen zu lassen, die ein Schließen bzw. Verriegeln ermöglicht. Somit kann der Betreiber
ohne vorherige Eingabe einer Berechtigung jederzeit bequem verriegeln, was den Sicherheitseffekt
des Systems im praktischen Einsatz deutlich verbessern wird.
[0010] Durch die in Anspruch 3 gekennzeichneten Maßnahmen wird bewirkt. daß die beiden Drehelemente
kostengünstiger gefertigt werden können als das alternativ in Anspruch 2 beschriebene
Drehelement mit zwei Eingriffs-Positionen.
[0011] Durch die in Anspruch 4 gekennzeichnete Maßnahme wird erreicht, daß das Austücken
aus jeder der beiden Eingriffs-Positionen unabhängig vom gegenseitigen Stand der Mitnahme-Glieder
der beiden Drehelemente immer möglich ist.
[0012] Durch die in Anspruch 5 gekennzeichneten Maßnahmen wird bewirkt, daß bereits eine
Teildrehung der Antriebsachse genügt, um Eingriffs-Position zu erreichen.
[0013] Durch die in Anspruch 6 gekennzeichneten Maßnahmen wird erreicht, daß das Einrücken
der beiden Drehelemente in gegenseitige Eingriffs-Position bzw. das Ausrücken in Freilauf-Position
unabhängig von der jeweiligen Position der Mitnahme-Glieder zueinander letztlich immer
durchgeführt werden kann. Stehen die Mitnahme-Glieder der beiden Drehelemente während
der Arbeit des elektronisch gesteuerten Antriebs in Positionen, die ein Einrücken
ohne gegenseitige Berührung ermöglichen, erfolgt das Einrücken direkt während des
Antriebs-Vorgangs. Kommt es hingegen während des Antriebs-Vorgangs zu körperlichem
Kontakt von Mitnahme-Gliedern der beiden Drehelemente, was ein sofortiges Ein- bzw.
Ausrücken verhindert, wird die vom Antrieb geleistete Arbeit von Federn aufgenommen
und zwischengespeichert. Bei späterer Weiterdrehung eines der beiden Drehelemente
wird dann das Ein- bzw. Ausrücken durch Federkraft bewirkt, sobald eine Position der
Drehelemente zueinander erreicht ist, in welcher die Mitnahme-Glieder ohne gegenseitigen
körperlichen Kontakt sind.
[0014] Durch die in Anspruch 7 gekennzeichneten Maßnahmen wird bewirkt, daß der drehende
Antrieb eines Motors in eine Linearverschiebung des Abtriebs-Elements umgewandelt
wird, daß der antreibende Motor auch bei Erreichen der beiden Endpositionen weiterlaufen
kann und daß bei Umkehr der Drehrichtung des Motors die auseinander-gelaufenen Gewinde
wieder in gegenseitigen Eingriff gebracht werden.
[0015] Durch die in Anspruch 8 gekennzeichnete Maßnahme wird erreicht, daß für jede der
beiden Drehrichtungen des Motors genau definierte Umdrehungszahlen festgelegt werden
können, nach deren Erreichen der Motor abgeschaltet werden kann. Dies wirkt sich batterieschonend
aus, da ansonsten für den Motor durchschnittliche Laufzeiten pro Drehrichtung festgelegt
werden müßten, die wegen Berücksichtigung nachlassender Batteriespannung und anderer
Einflüsse höher ausgelegt sein müßten als dies bei Zählung der tatsächlichen Umdrehungen
nötig ist.
[0016] Durch die in Anspruch 9 gekennzeichneten Maßnahmen wird bewirkt, daß das System bei
Unterschreiten einer definierten Batteriespannung automatisch in jener Eingriffs-Position
gehalten wird, die Öden der Verschlußeinrichtung erlaubt. Somit wird sichergestellt,
daß auch bei kritischem Batteriezustand ein Öffnen der Tür immer möglich bleibt.
[0017] Durch die in Anspruch 10 gekennzeichneten Maßnahmen wird bewirkt, daß bei Anwendung
an Zylinderschlössern die Antriebsachse unterhalb des Schloßkastens zur Tür-Innenseite
geführt werden kann. Damit wird erreicht, daß auf der Tür-Außenseite der gesamte sicherheitskritische
Bereich des Schlosses mit einer durchgehenden, öffnungsfreien und nach innen verschraubten
Panzerplatte abgedeckt und damit wirksam gegen gewaltsamen Angriff geschützt werden
kann.
[0018] Einige Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im folgenden anhand der Zeichnungen
beschrieben. Es zeigen:
Fig 1: Drehelemente mit Mitnahme-Gliedern in der einfachsten Basisversion.
Fig 2: Federn für die Zwischenspeicherung der vom elektrischen Antrieb geleisteten Arbeit.
Fig 3: Abtriebs-Element mit einschiebbarem Stift und Antriebs-Element mit Nocken mit steiler
Anschlagseite und mit stetig steigender Anlaufschräge.
Fig 4: Zwei Nocken-Drehelemente in seitenverkehrter Anordnung mit zwischenliegendem Freiraum.
Fig 5: Motorischer Antrieb über Schraube mit Außengewinde und linear verschiebbare drehfeste
Hülse mit Innengewinde.
Fig 6: Höhenversetzte Anordnung von Antriebs- und Abtriebsachse.
[0019] In Fig 1 ist die einfachste Basisversion gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1 dargestellt.
Ein Antriebs-Element 1 und ein Abtriebs-Element 2 sind auf einer gemeinsamen Achse
drehbar angeordnet, wobei das Abtriebs-Element 2 durch einen elektrisch gesteuerten
Antrieb auf dieser Achse linear verschiebbar ist. Das Antriebs-Element 1 ist mit einer
Antriebsachse 22 verbunden, die von außerhalb der Verschlußeinrichtung zugänglich
ist und von dort aus manuell betätigt werden kann. Das Abtriebs-Element 2 ist mit
einer Abtriebsachse 23 verbunden, die ihrerseits das mechanische Sperrelement der
Verschlußeinrichtung - z.B. Riegel und Falle eines Einsteckschlosses -über einen Zylinder
mit Nocken antreibt. Somit kann dieses Schloß über die Abtriebsachse 23 entriegelt
oder verriegelt werden. Beide Drehelemente verfügen über jeweils mindestens ein erhabenes
Mitnahme-Glied 3 bzw. 4. Je nach Position des linear verschieblichen Abtriebs-Elements
2 befinden sich die beiden Drehelemente entweder in Freilauf-Position oder in gegenseitiger
Eingriffs-Position. In Freilauf-Position kommt es zu keinem Kontakt der beiden Drehelemente.
In Eingriffs-Position hingegen schlägt bei Drehung des Antriebs-Elements 1 dessen
Mitnahme-Glied 3 gegen das Mitnahme-Glied 4 des Abtriebs-Elements 2 und bewirkt dadurch
dessen Mitnahme und somit - je nach Drehrichtung - ein Entriegeln oder Verriegeln
des Sperrelements der Verschlußeinrichtung.
[0020] In Fig 2 ist dargestellt, wie die vom elektronisch gesteuerten Antrieb geleistete
Arbeit in Federn 5 und 6 zwischengespeichert werden kann. Je nach Position, in der
die beiden Drehelemente 1 und 2 zueinander stehen, kann es bei einer Linearverschiebung
des Abtriebs-Elements 2 zu körperlichem Kontakt zwischen den Mitnahme-Gliedern 3 und
4 der beiden Drehelemente 1 und 2 kommen. Dieser Kontakt verhindert dann ein sofortiges
Einrücken des Abtriebs-Elements 2 in Eingriffs-Position bzw. ein sofortiges Ausrücken
in Freilauf-Position. In diesem Fall wird die vom elektronisch gesteuerten Antrieb
geleistete Arbeit von den Federn 5 bzw. 6 aufgenommen und zwischengespeichert und
erst bei späterer Weiterdrehung bei Erreichen einer kontaktfreien Einrück- bzw. Ausrück-Position
wieder abgegeben und in eine dann mögliche Längsverschiebung des Abtriebs-Elements
2 umgesetzt.
[0021] In Fig 3 sind die beiden Drehelemente 1 und 2 in Seitenansicht und in geschnittener
Draufsicht dargestellt. Das Mitnahme-Glied des Abtriebs-Elements 2 ist als Stift 7
gestaltet, der gegen Feder 11 eingeschoben werden kann. Die Mitnahme-Glieder des Antriebs-Elements
1 sind als Nocken 8 gestaltet. Die Nocken 8 verfügen jeweils über eine steile Anschlagseite
9 und über eine stetig steigende Anlaufschräge 10. Befinden sich die beiden Drehelemente
1 und 2 in gegenseitiger Eingriffs-Position, wird bei Drehung des Antriebs-Elements
1 dessen Nocken 8 abhängig von der Drehrichtung entweder mit seiner Anschlagseite
9 oder mit seiner Anlaufschräge 10 mit dem Stift 7 des Abtriebs-Elements 2 in Kontakt
kommen. Schlägt die steile Anschlagseite 9 des Nockens 8 gegen den Stift 7, wird dadurch
eine Mitnahme des Abtriebs-Elements 2 durch das Antriebs-Element 1 bewirkt. Kommt
hingegen die stetig steigende Anlaufschräge 10 während der Drehung mit dem Stift 7
in Kontakt, wird der Stift 7 gegen seine Feder 11 stetig eingeschoben. Somit erfolgt
in dieser Drehrichtung keine Mitnahme des Abtriebs-Elements 2. Sobald der Stift 7
an der gesamten Anlaufschräge 10 vorbeigelaufen ist, wird er durch seine Feder 11
wieder in seine Ursprungsposition hinausgeschoben.
[0022] Im Antriebs-Element 1 sind zwei unterschiedliche Eingriffs-Positionen 12 und 13 ausgeführt,
zwischen denen sich die Freilauf-Position 14 befindet. Die Eingriffs-Positionen 12
und 13 werden durch zwei parallel angeordnete Nocken 8 bewirkt, wobei diese seitenverkehrt
zueinander ausgeführt sind, so daß in der Eingriffs-Position 12 Mitnahme nur bei Drehung
im Uhrzeigersinn und in Eingriffs-Position 13 Mitnahme nur bei Drehung gegen den Uhrzeigersinn
bewirkt wird. Somit kann die Verschlußeinrichtung in der einen Position nur verriegelt
und in der anderen Position nur entriegelt werden. Zwischen den beiden Eingriffs-Positionen
12 und 13 ist in Form eines Freiraums eine Freilauf-Position 14 ausgeführt, in welcher
es zu keinem Kontakt zwischen Antriebs-Element 1 und Abtriebs-Element 2 kommt. Das
Vorhandensein dieses Freiraums bewirkt, daß bei Vorliegen eines entsprechenden Signals
die jeweilige Eingriffs-Position 12 oder 13 verlassen werden kann - auch wenn ein
Einrücken in die jeweils andere Eingriffs-Position wegen eines sich aus der aktuellen
Position der beiden Drehelemente 1 und 2 zueinander evtl. ergebenden körperlichen
Kontakts zwischen Stift 7 und Nocken 8 nicht sofort möglich ist. Wird somit z.B. nach
erfolgter Entriegelung der Verschlußeinrichtung von deren Steuerung das elektrische
Signal zur Rückkehr in die Verriegelungs-Position- also in die andere Eingriffs-Position
- gegeben, kann auch bei ungünstiger Position der Drehelemente 1 und 2 zueinander
sofort in die Freilauf-Position 14 ausgerückt werden, so daß auf diese Weise zuverlässig
die weitere Möglichkeit des Entriegelns ausgeschaltet ist.
[0023] Während in Fig. 3 die beiden unterschiedlichen Eingriffs-Positionen 12 und 13 innerhalb
eines gemeinsamen Antriebs-Elements 1 gebildet wurden, wird in Fig. 4 dargestellt,
daß das Antriebs-Element 1 in zwei separate Antriebs-Elemente 15 und 15a aufgetrennt
ist. Die beiden Antriebs-Elemente 15 und 15a sind identisch geformt und tragen die
bekannten Nocken 8 und die Freiräume 16. Die beiden identischen Antriebs-Elemente
15 und 15a werden seitenverkehrt zueinander angeordnet und bilden in Form der beiden
dann gegenüberliegenden Freiräume 16 die aus Fig. 3 bekannte Freilauf-Position zwischen
den beiden Eingriffs-Positionen. Ansonsten gestalten sich Abläufe und Funktionen wie
bereits in Fig. 3 beschrieben. Der praktische Unterschied zwischen Fig. 3 und Fig.
4 besteht darin, daß das zweigeteilte Antriebs-Element 15 und 15a kostengünstiger
hergestellt werden kann als das einteilige Antriebs-Element 1 der Fig. 3 mit den beiden
integrierten Eingriffs-Positionen 12 und 13.
[0024] In Fig. 5 ist dargestellt, wie der drehende Antrieb eines elektrischen Mini- Motors
17 in eine lineare Verschiebung des Abtriebs-Elements 2 umgesetzt wird. In dieser
Ausführung wird der elektronisch gesteuerte Antrieb durch einen elektrischen Mini-Motor
17 geleistet. Dieser dreht eine Schraube 18, die in einem definierten Teilbereich
ein Außengewinde 19 trägt, welches in das Innengewinde 20 eines definierten Teilbereichs
einer Hülse 21 eingreift. Diese Hülse 21 ist drehfest angeordnet, linear verschiebbar
und über ein mit den Federn 5 und 6 bestücktes Zwischenglied mit dem Abtriebs-Element
2 verbunden. Durch diese Anordnung wird die Drehbewegung des Motors 17 in eine lineare
Verschiebung der Hülse 21 und damit des Abtriebs-Elements 2 umgewandelt. Durch den
motorischen Antrieb kann die Hülse eine lineare Gesamtbewegung ausführen, die der
Summe der beiden Gewindelängen 19 und 20 entspricht. Abhängig von der Drehrichtung
des Motors 17 kann die Hülse zwei Endpositionen erreichen. In diesen Endpositionen
kann die Schraube 18 in der Hülse 21 ohne Gewindeeingriff weiterdrehen. Dies hat den
Vorteil, daß der Motor 17 auch bei Erreichen der Endpositionen nicht sofort abgeschaltet
werden muß. Die gegenwirkenden Federn 5 und 6 sorgen dafür, daß bei Umkehr der Drehrichtung
des Motors 17 die beiden Gewinde 19 und 20 wieder in gegenseitigen Eingriff kommen.
[0025] In Fig. 6 wird dargestellt, daß Antriebs- und Abtriebsachse höhenversetzt zueinander
angeordnet werden können. Bei Anwendung an Zylinderschlössern wird damit erreicht,
daß die an der Tür-Außenseite manuell betätigbare Antriebsachse 22 unterhalb des Schloßkastens
zur Tür-Innenseite geführt werden kann. Über ein Verbindungszahnrad 25 wird Verbindung
zum Antriebs-Element 1 hergestellt. Über ein weiteres Verbindungszahnrad 26 wird schließlich
Verbindung zur Abtriebsachse 23 hergestellt, welche das mechanische Sperrelement der
Verschlußeinrichtung antreibt. Mit dieser Anordnung wird erreicht, daß auf der Tür-Außenseite
der gesamte sicherheitskritische Bereich des Einsteckschlosses mit einer durchgehenden,
öffnungsfreien und nach innen verschraubten Panzerplatte abgedeckt werden kann, die
das Schloß wirksam gegen gewaltsamen Angriff schützt.
1. Koppelsystem für elektronische Verschlußeinrichtungen, in welchem ein drehbares Antriebs-Element
1 und ein drehbares Abtriebs-Element 2 elektronisch gesteuert miteinander verkoppelt
bzw. voneinander entkoppelt werden können, wobei beide Drehelemente 1, 2 mit jeweils
mindestens einem erhabenen Mitnahme-Glied 3, 4 ausgestattet sind und beide Drehelemente
durch einen elektronisch gesteuerten Antrieb direkt oder über ein Verbindungs-Glied
entweder in gegenseitige Eingriffs-Position oder in Freilauf-Position gebracht werden
können, dadurch gekennzeichnet, daß das Mitnahme-Glied des einen Drehelements als gegen Feder 11 einschiebbarer
Stift 7 gestaltet ist und daß das Mitnahme-Glied des anderen Drehelements als Nocken
8 gestaltet ist, welcher einseitig über eine steile Anschlagseite 9 verfügt, so daß
in der einen Bewegungsrichtung bei Drehung ein Anschlag des Stifts 7 gegen die steile
Anschlagseite 9 Mitnahme bewirkt und daß die andere Seite des Nockens 8 als stetig
steigende Anlaufschräge 10 ausgeführt ist, die bei drehendem Kontakt mit dem Stift
7 diesen gegen Feder11 einschiebt, so daß bei Drehung in der anderen Bewegungsrichtung
keine Mitnahme bewirkt wird.
2. Anordnung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das mit dem Nocken 8 ausgestattete Drehelement 1 über zwei unterschiedliche
Eingriffs-Positionen verfügt, die durch zwei parallel angeordnete Nocken 12, 13 bewirkt
werden, die seitenverkehrt zueinander gestaltet sind, so daß in der einen Eingriffs-Position
nur eine Mitnahme bei Drehung im Uhrzeigersinn und in der anderen Eingriffs-Position
nur eine Mitnahme bei Drehung gegen den Uhrzeigersinn bewirkt wird.
3. Anordnung gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die zwei seitenverkehrt zueinander angeordneten Nocken von zwei voneinander
getrennten Drehelementen 15, 15a getragen werden, die parallel zueinander angeordnet
sind.
4. Anordnung gemäß Ansprüchen 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den beiden Eingriffs-Positionen ein Freiraum16 besteht, welcher bewirkt,
daß die Freilauf-Position räumlich zwischen den beiden Eingriffs-Positionen der Drehelemente
15, 15a angeordnet ist.
5. Anordnung gemäß den Ansprüchen 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, daß auf den mit Nocken 8 ausgestatteten Drehelementen mehrere Nocken 8 im Kreis
nacheinander angeordnet sind, so daß je nach Drehposition unterschiedliche Nocken
8 in Mitnahme-Kontakt mit dem Stift 7 des anderen Drehelements kommen.
6. Anordnung gemäß Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die für das Einrücken der beiden Drehelemente 1, 2 oder ihres Verbindungs-Glieds
in gegenseitige Eingriffs-Position und für das Einrücken in Freilauf-Position vom
elektronisch gesteuerten Antrieb aufgebrachte Arbeit in Federn 5, 6 zwischengespeichert
wird, falls die jeweilige Position der Mitnahme-Glieder kein sofortiges Einrücken
in Eingriffs-Position bzw. Ausrücken in Freilauf-Position ermöglicht, so daß bei späterer
Weiterdrehung bei Erreichen einer möglichen Einrück-bzw. Ausrück-Position das Einrücken
bzw. Ausrücken dann durch Federn bewirkt wird.
7. Anordnung gemäß den Ansprüchen 1 - 6, dadurch gekennzeichnet, daß der elektrische Antrieb, der das Einrücken der Drehelemente in Eingriffs-Position
oder in Freilauf-Position bewirkt, in Form eines elektrischen Mini-Motors 17 realisiert
wird, welcher eine Schraube 18 antreibt, die in einem definierten Teilbereich ein
Außengewinde 19 trägt, welches in das Innengewinde 20 eines definierten Teilbereichs
einer drehfesten, linear verschiebbaren Hülse 21 eingreift, wobei die Hülse über die
Federn 5 und 6 mit dem zu verrückenden Drehelement 2 oder mit dem zu verrückenden
Verbindungs-Glied verbunden ist und durch den motorischen. Antrieb eine lineare Gesamtbewegung
ausführen kann, die der Summe der beiden Gewindelängen entspricht, wobei abhängig
von der Drehrichtung des Motors zwei Endpositionen erreicht werden können, in denen
die Schraube 13 in der Hülse 21 ohne Gewindeeingriff weiterdrehen kann, wobei jeweils
gegenwirkende Federn 5 und 6 dafür sorgen, daß bei Umkehr der Bewegungsrichtung die
beiden Gewinde 19 und 20 wieder in gegenseitigen Eingriff kommen.
8. Anordnung gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Zahl der Motor-Umdrehungen durch einen Sensor gemessen wird und daß dadurch
für jede der beiden Bewegungsrichtungen des Motors genau definierte Umdrehungszahlen
festgelegt werden können.
9. Anordnung gemäß Ansprüchen 1 - 8, dadurch gekennzeichnet, daß nach jedem elektronisch gesteuerten Einrücken in eine Eingriffs-Position, die
Öffnen der Verschlußeinrichtung erlaubt, der Batteriezustand automatisch überprüft
wird und daß bei Batteriestand unterhalb eines definierten Spannungsniveaus ein erneutes
Ausrücken elektronisch gesteuert verhindert wird.
10. Anordnung gemäß Ansprüchen 1 - 9, dadurch gekennzeichnet, daß bei Anwendung an Zylinderschlössern die Antriebsachse 22 unterhalb des Schloßkastens
zur Tür-Innenseite geführt wird und daß dort über Verbindungsglieder eine Verbindung
zum Abtriebs-Element 2 und zur Abtriebsachse 23 hergestellt wird, so daß auf der Tür-Außenseite
die sicherheitskritischen Bereiche des Schlosses mit einer durchgehenden, öffnungsfreien
Panzerplatte abgedeckt werden können.