[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Türblattes mit zwei an
den beiden (vertikalen) Längsseiten angeordneten Längsholmen, mit zwei den oberen
und den unteren Abschluß des Türblattes bildenden (horizontalen) Querholmen und mit
zwei Verkleidungsglatten aus Holzwerkstoff, die in eine zumindest in Querrichtung
des Türblattes konvex nach außen gewölbte Form gebracht und an den Randbereichen ihrer
einander zugekehrten Innenflächen mit den Längs- und Querholmen verleimt werden.
[0002] Die Erfindung betrifft auch ein Türblatt mit zwei an den beiden (vertikalen) Längsseiten
angeordneten Längsholmen, mit zwei den oberen und den unteren Abschluß des Türblattes
bildenden (horizontalen) Querholmen und mit zwei Verkleidungsglatten aus Holzwerkstoff,
die zumindest in Querrichtung des Türblattes konvex nach außen gewölbt und an den
Randbereichen ihrer einander zugekehrten Innenflächen mit den Längs- und Querholmen
verleimt sind.
[0003] Bei einem derartigen bekannten Türblatt (CH 241 174) sind die Längsholme durch zwei
oder mehr Querrippen verbunden, deren Höhe in der Mitte größer ist als die Dicke der
Rahmenteile. Außerdem ist in der Mitte zwischen den Längsholmen eine Längsrippe vorgesehen,
deren Dicke senkrecht zur Rahmenfläche gemessen ebenfalls größer ist als die Dicke
der Längsholme. Als Verkleidungsplatten werden zunächst ebene, elastisch verformbare
Sperrholzplatten oder Holzfaserplatten verwendet, die beidseitig auf die Längs- und
Querrippen aufgelegt und unter Spannung gegen die Längs- und Querholme gedrückt und
mit diesen verleimt werden. Die Herstellung eines solchen Türblattes erfordert jedoch
einen erheblichen Zeitaufwand und großes handwerkliches Geschick. Es muß nämlich zunächst
ein aus den Längsholmen, den Querholmen, den Querrippen und den Längsrippen entstehendes
Gerippe zusammengeleimt werden, auf welches dann die ebenen Verkleidungsplatten gelegt
und über das Gerippe gebogen werden. Um hier eine gleichmäßige Wirkung zu erreichen,
sind in der Praxis mehr als zwei Querrippen erforderlich. Die Verleimung der Sperrholzplatten
muß mit großer Sorgfalt und einem sehr guten Kleber ausgeführt werden, da sich sonst
die unter Spannung stehenden Verkleidungsplatten im Laufe der Zeit von den Längs-
und Querholmen lösen. Außerdem können auch nur verhältnismäßig dünne Verkleidungsplatten
verwendet werden, da sonst das Biegen derselben zu hohe Kräfte erfordert und außerdem
sich infolge dieser Kräfte die Verleimung noch leichter lösen kann.
[0004] Bei einem anderen bekannten Türblatt (EP 503 711) mit konvex nach außen gewölbten
Verkleidungsplatten sind ebenfalls mehrere Querrippen vorgesehen, die in ihrer Mitte
höher sind als an ihren an die Längsholme angrenzenden Enden. An den Enden der Querrippen
sind Nuten und elastische, mit Zähnen versehene Zungen vorgesehen, in welche entsprechende,
mit Zähnen versehene Halteschenkel der Längsprofile einsteckbar und verrastbar sind.
Bei den Längsprofilen handelt es sich um Metall oder Kunststoffprofile. Die Herstellung
der Querrippen erfordert eine verhältnismäßig teure Spritzform. Zum Zusammenbau wird
ebenfalls eine ebene Verkleidungsplatte auf einer flachen Oberfläche in horizontaler
Ebene fixiert. Es werden dann die Rippen auf diese Verkleidungsplatte gestellt und
die zweite Verkleidungsplatte von oben auf die Rippen aufgelegt. Hierbei muß man aufpassen,
daS die Rippen nicht umfallen oder sich verschieben. Anschließend werden die beiden
Verkleidungsplatten über die Rippen gebogen und mit diesen verleimt. Schließlich werden
die Längsprofile über die Längskanten der Verkleidungsplatten geschoben und mit ihren
Halteschenkeln in den Nuten der Querrippen eingerastet. Da die Verkieidungsplatten
unter Spannung stehen, können sie sich bereits vor der Anbringung der Längsprofile
wieder von den Rippen lösen. Sowohl bei diesem Türblatt als auch bei dem vorherbeschriebenen
ist die Dicke der Verkleidungsplatten begrenzt, weil sie sich sonst nicht mehr von
Hand über die Rippen biegen lassen.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe Zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung eines
Türblattes aufzuzeigen, welches die kostengünstige Herstellung eines Türblattes mit
geringem Zeitaufwand und geringem fachlichen Können ermöglicht und bei dem die Verkleidungsplatten
beliebige Dicke aufweisen können. Der Erfindung liegt auch die Aufgabe zugrunde, ein
Türblatt zu schaffen, welches diese Anforderungen erfüllt.
[0006] Ausgehend von einem Verfahren der eingangs erwähnten Art wird diese Aufgabe nach
der Erfindung dadurch gelöst, daS mindestens zwei Holzwerkstoffplatten unter Zugabe
von Leim aufeinandergelegt und in einer Heizpresse unter Verwendung einer konkav gewölbten
Matrize und einer konvex gewölbten Patrize zu einer formbeständigen, in Querrichtung
gewölbten, eine der Verkleidungsplatten bildenden Schale miteinander verleimt werden,
und daß zwei derartige gewölbte Schalen mit den Randberechen ihrer einander zugekehrten,
konvex gekrümmten Innenflächen an entgegengesetzt gerichteten Flächen der Längsholme
und der Querholme zur Anlage gebracht und unter Zugabe von Leim mit diesen verleimt
werden.
[0007] Ausgehend von einem Türblatt der eingangs erwähnten Art wird die Aufgabe nach der
Erfindung dadurch gelöst, daS jede der Verkleidungsplatten eine vorgeformte, gewölbte
Schale ist, die aus mindestens zwei formbeständig miteinander verleimten Holzwerkstoffplatten
besteht.
[0008] Die Erfindung geht also von dem Gedanken aus, zunächst aus zwei oder mehr Holzwerkstoffplatten
eine zumindest in Querrichtung gekrümmte, formbeständige Schale herzustellen und dann
zwei dieser Schalen mit den Längs- und Querholmen zu verleimen. Da die Schalen formbeständig
vorgeformt sind, ist ihre Verleimung mit den Längs- und Querholmen problemlos möglich,
da hierbei keine Eigenspannungen der Schalen überwunden werden müssen. Die Längs-
und Querholme brauchen auch vor der Anbringung der Schalen nicht miteinander verbunden
zu werden. Vor dem Zusammenbau werden Längs- und Querholme mit Leim bestrichen und
einfach auf die Randbereiche der auf einer Unterlage ruhenden einen Schale aufgelegt.
Dann braucht nur die zweite Schale von oben her auf die Längs- und Querholme aufgesetzt
zu werden. Die so miteinander vereinigten Bestandteile des Türblattes werden für einen
gewissen Zeitraum mit einfachen Preßvorrichtungen zusammengehalten, bis der Leim ausgehärtet
ist. Da hierbei keine Eigenspannungen der Schalung zu überwinden sind, kann es sich
um sehr einfache Preßvorrichtungen handeln. Die vorgeformten, formbeständigen Schalen
verleihen dem Türblatt eine große Stabilität. Infolge der konvexen Wölbung haben die
Schalen auch eine große Beulsteifigkeit. Man benötigt daher außer den oberen und unteren
Querholmen in der Regel keine weiteren Querrippen. Die neue Schalenbauweise ergibt
außerdem ein Türblatt mit hoher Torsionssteifigkeit und einer gleichmäßigeren Oberfläche
als bei Rippenbauweise, da bei Rippenbauweise die Oberfläche einfallen kann. Außerdem
ergibt sich auch ein geringeres Gewicht. Da gegenüber der Rippenbauweise die Verkleidungsplatten
aus mehreren Holzwerkstoffplatten bestehen und damit dicker sind, ergibt sich auch
eine bessere Schalldämmung. Durch Verwendung von mehr als zwei Holzwerkstoffplatten
können die Schalen eine beliebige, dem jeweiligen Verwendungszweck des betreffenden
Türblattes angepaßte Dicke aufweisen. Es ist auch möglich, zusätzlich zu den Holzwerkstoffplatten
Metall-oder Kunststoffplatten zu verwenden, um z .B. die Außenseiten des Türblattes
dekorativ und/oder besonders haltbar zu gestalten. Metallbleche kann man bei der Verleimung
der Holzwerkstoffplatten an der später innen liegenden Holzwerkstoffplatte anleimen,
um so ein besonders einbruchsicheres Türblatt zu schaffen.
[0009] Zweckmäßig verwendet man zum gegenseitigen Verleimen der Holzwerkstoffplatten eine
Matrize und eine Patrize, deren Oberflächen jeweils in Querrichtung entsprechend der
Mantelfläche eines Zylinderabschnittes einen gleichbleibenden Krümmungsradius aufweisen.
Wenn dies der Fall ist, dann lassen sich mit ein und derselben Patrize und Matrize
Schalen unterschiedlicher Breiten vorformen, die dann zur Herstellung von Türblättern
unterschiedlicher Breite verwendet werden können.
[0010] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in weiteren Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0011] Die Erfindung wird in folgendem, anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen
näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- ein erstes Ausführungsbeispiel des Türblattes in schaubildlicher Darstellung,
- Figur 2
- einen Querschnitt desselben nach der Linie II-II der Figur 1,
- Figur 3
- den Querschnitt einer Heizpresse mit einer Matrize und einer Patrize zur Herstellung
von Schalen,
- Figuren 4 - 6
- verschiedene Verfahrensstufen bei der Herstellung der Schalen,
- Figuren 7 + 8
- zwei Herstellungsstufen beim Zusammenbau des Türblattes,
- Figur 9
- ein zweites Ausführungsbeispiel des Türblattes im Teilquerschnitt.
[0012] Das Türblatt 1 weist an seinen beiden vertikalen Längsseiten zwei Längsholme 5 auf,
die aus Holz bestehen können. Zwei Verkleidungsplatten 2 sind als vorgeformte, gewölbte,
identische Schalen ausgebildet. Jede dieser beiden Schalen 2 besteht aus mindestens
zwei formbeständig miteinander verleimten Holzwerkstoffplatten 3, 4. Die Randbereiche
der einander zugekehrten, konkav gekrümmten Innenflächen 4a der Schalen 2 sind an
entgegengesetzt gerichteten Flächen 5a der Längsholme 5 angeleimt. Den oberen und
den unteren Abschluß des Türblattes 1 bilden zwei horizontale Querholme 7, die ebenfalls
mit den Randbereichen der konkav gekrümmten Innenfläche 4a verleimt sind.
[0013] Zu diesem Zweck sind die Querholme 7 zweckmäßig als Querrippen ausgebildet, deren
an die Innenflächen 4a der Schalen 2 angeleimten Oberflächen 7a entsprechend der Wölbung
der Innenflächen 4a gekrümmt sind. Die konvex gekrümmten Oberflächen 3a der Schalen
2 sind nach außen gerichtet.
[0014] Die zur Herstellung der vorgeformten, gewölbten Schalen 2 verwendeten Holzwerkstoffplatten
sind Sperrholzplatten, Holzspanplatten oder dgl..
[0015] Die Herstellung der Schalen erfolgt, wie es in Figur 3 - 6 dargestellt ist, unter
Verwendung einer konkav gewölbten Matrize 10 und einer konvex gekrümmten Patrize 11.
Die Oberfläche 10a der Matrize und die Oberfläche 11a der Patrize weisen jeweils in
Querrichtung entsprechend der Mantelfläche eines Zylinderabschnittes einen gleichbleibenden
Krümmungsradius R1 bzw. R2 auf. Matrize 10 und Patrize 11 werden an den Preßplatten
einer Heizpresse befestigt.
[0016] Zur Herstellung der Schalen werden zunächst die Holzwerkstoffplatten 3, 4 entsprechend
der jeweiligen Türblattbreite bzw. Türblatthöhe zugeschnitten. Auf eine der Platten
3, 4 wird Leim aufgebracht. Die beiden Platten werden dann gemäß Figur 4 zwischen
die voneinander abgehobene Matrize bzw. Patrize gebracht. Die Preßplatten 12, 13 werden
dann zusammengefahren, wobei die zunächst ebenen Holzwerkstoffplatten 3, 4 zwischen
Matrize 10 und Patrize 11 in die gewünschte gewölbte Form gebracht werden. In Figur
3 und 5 ist die Heizpresse jeweils im geschlossenen Zustand gezeigt. Nach etwa zehn
Minuten kann die Heizpresse geöffnet werden und man kann dann die gewölbte Schale
2 entnehmen. Weitere Schalen werden auf die gleiche Weise hergestellt.
[0017] Zwei dieser vorgeformten, formbeständigen Schalen 2 werden dann gemäß Figur 7 und
8 mit zwei Längsholmen 5 und zwei Querholmen 7 zu einem Türblatt verleimt. Auf die
unten liegende Schale 2 kann man die mit Leim versehenen Längsholme 5 und die Querholme
7 auf legen und dann die obere Schale auf die Längsholme 2 und die Querholme 7 auflegen.
Anschließend werden mittels nicht dargestellter Preßvorrichtungen, wie mit den Pfeilen
angedeutet, die beiden Schalen 2 gegen die Längsholme 5 und die Querholme 7 gedrückt
bis der Leim eine ausreichende Festigkeit erreicht hat.
[0018] Gegebenenfalls ist es auch möglich, mittels einer Matrize und einer Patrize, die
nicht nur in Querrichtung, sondern auch in Längsrichtung konkav bzw. konvex gewölbt
sind, Schalen herzustellen, die ebenfalls in beiden Richtungen gewölbt sind, und zwei
dieser Schalen mit Längs- und Querholmen zu einem Türblatt zusammenzuleimen.
[0019] Haustüren und Wohnungseingangstüren, die eine Wohnung gegenüber einem Flur oder Treppenhaus
abgrenzen, unterliegen aufgrund thermischer und klimatischer Einflüsse und Unterschiede
zwischen Innenraum und Außenraum einer besonders starken Verformung. Kalte, feuchte
Luft auf der Außenseite einer Wohnungseingangstür hat zur Folge, daß die dort eingesetzten
Materialien aus Holz und Holzwerkstoffen quellen, während die gleichen Werkstoffe
auf der Innenseite der Tür bei warmer und trockener Luft schwinden. So kann in einem
unbeheizten Flur oder Treppenhaus bei einer Temperatur von 3°C eine relative Luftfeuchte
von 85%, bei Beheizung von Flur und Treppenhaus eine Temperatur von 13°C bei einer
relativen Luftfeuchte von 65% herrschen, während auf der anderen Seite der Wohnungseingangstür
im beheizten Wohnraum 23°C und 30% relative Luftfeuchte vorhanden sind. Ähnlich verhält
es sich bei Hauseingangstüren, die bei Ein- und Mehrfamilienhäusern heutzutage häufig
das Hausinnere von der Umgebung abgrenzen, weil Windfanganlagen zu teuer sind. Die
Folge der Feuchtigkeits- und Temperaturunterschiede führt zu einer dreidimensionalen
Verformung von Haustüren und Wohnungseingangstüren, die um so größer ist, je größer
der Unterschied von Temperatur und Feuchtigkeit zwischen der äußeren und der inneren
Türblattoberfläche ist. Da das zuvor beschriebene erfindungsgemäße Türblatt aufgrund
seiner gewölbten Verkleidungsplatten eine sehr gute Formbeständigkeit aufweist, eignet
es sich besonders zur Herstellung von Haustüren und Wohnungseingangstüren, wobei jedoch
zweckmäßig noch weitere Maßnahmen getroffen werden müssen, um eine Verformung aufgrund
der vorerwähnten Feuchtigkeits- und Temperaturunterschiede auszuschließen. Anhand
der Figur 9 wird nachstehend ein derartiges, für eine Haustüre oder Wohnungstüre geeignetes
Türblatt 1' näher beschrieben. Dieses Türblatt 1' stimmt in seinen wesentlichen tragenden
Bauteilen konstruktiv mit dem zuvor beschriebenen Türblatt 1 überein und wird auch
im selben Verfahren hergestellt, so daS Teile gleicher Funktion mit den gleichen Bezugszeichen
bezeichnet sind, die auch zuvor verwendet wurden, und vorstehende Beschreibung, insbesondere
auch bezüglich des Herstellungsverfahrens, sinngemäß zutrifft. Zur besseren Unterscheidung
ist jedoch die dem beheizten Innenraum I zugekehrte Schale mit dem Bezugszeichen 2i
bezeichnet, während die an der entgegengesetzten Seite angeordnete und dem Außenraum
bzw. der Umgebung A zugekehrte Schale mit dem ßezugszeichen 2a versehen wurde.
[0020] An der konkaven Innenseite der zum Innenraum I gerichteten Schale 2i ist eine Dampfsperre
14 in Form einer Kunststoffolie, Metallfolie oder auch eventuell eines dünnen Metallbleches
angeordnet. Diese Dampfsperre 14 ist mit der konkaven Innenseite der Schale 2i verleimt.
Sie verhindert den Dampfeintritt in die Türblattkonstruktion vom beheizten Innenraum
I her. An der konvexen Außenseite der gegenüberliegenden Schale 2a, die zum Außenraum
A hin gerichtet ist, ist eine Feuchtigkeitsperre 15 angeordnet, die zweckmäßig als
Kunststoffolie ausgebildet ist. Auch diese Kunststoffolie 15 kann mit der äußeren
Schale 2a verleimt sein. Die Feuchtigkeitssperre 15 verhindert das Eindringen von
Feuchtigkeit in die Türblattkonstruktion, insbesondere den Zutritt von Feuchtigkeit
zu der äußeren Schale 2a. Nach außen ist die Feuchtigkeitssperre 15 von einer weiteren
konvex nach außen gewölbten Schale 16 überdeckt, die in folgendem als "Verkleidungsschale"
bezeichnet wird. Diese Verkleidungsschale 16 kann ebenfalls aus zwei miteinander verleimten
Holzwerkstoffplatten 17, 20 bestehen, sie kann jedoch auch aus anderen miteinander
verleimtem Plattenmaterial, wie Metall- oder Kunststoffplatten, bestehen, um die Außenseiten
des Türblattes dekorativ und/oder besonders haltbar zu gestalten. Dies ist wichtig,
damit die Verkleidungsschale 16 gegenüber dem übrigen Türblatt frei verschiebbar ist.
Hierdurch soll erreicht werden, daß bei einem Ausdehnen oder Zusammenziehen der Verkleidungsschale
16 infolge von Feuchtigkeits- und/oder Temperatureinflüssen sich diese Ausdehnung
oder das Zusammenziehen nicht auf das übrige Türblatt überträgt.
[0021] Um die Verschieblichkeit der Verkleidungsschale 16 gegenüber dem übrigen Türblatt
sicherzustellen, sind zumindest an den vertikalen Längsseiten des Türblattes 1 im
Bereich des Türfalzes Halteleisten 18 vorgesehen, welche einerseits mit dem zugeordneten
Längsholm 5 z.B. durch Schrauben fest verbunden sind und welche andererseits die vertikalen
Längsränder 16a der Verkleidungsschale 16 so überdecken, daß eine Verschiebung der
Längsränder 16a gegenüber den Halteleisten 18 möglich ist. Die Halteleisten 18 weisen
dabei zweckmäßig ein stufenförmiges Profil auf, wie es aus Figur 9 ersichtlich ist.
Der eine Schenkel 18a dieses stufenförmigen Profils ist mit dem Längsholm 5 verbunden,
während der andere Schenkel 18b den Längsrand 16a überdeckt, aber mit diesem nicht
verbunden ist. Die Halteleisten 18 werden auch so gegenüber der Verkleidungsschale
16 angeordnet, daß zwischen dem Verbindungssteg 18c der Halteleiste und der Verkleidungsschale
16 ein gewisser Abstand vorhanden ist, der ein freies Ausdehnen der Verkleidungsschale
16 zuläßt. Ähnliche Halteleisten können auch am oberen und unteren Ende des Türblattes
vorgesehen sein. Die als Feuchtigkeitsperre 15 vorgesehene Kunststoffolie ermöglicht
dank ihrer Gleiteigenschaften die gewünschte Verschiebbarkeit der Verkleidungsschale
16 gegenüber dem übrigen Türblatt 1'.
[0022] Um den Wärme- und Schallschutz zu verbessern, kann ferner der zwischen den konvexen
Schalen 2i und 2a liegende Innenraum des Türblattes 1 mit entsprechendem Dämmaterial
19, vorteilhaft einem nachwachsenden Rohstoff, gefüllt sein.
[0023] Die hierdurch erreichbare Wärme- und Schalldämmung ist besonders effektiv, weil im
Gegensatz zu einer Spanten-Bauweise dank der beim Türblatt 1 bzw. 1' verwendeten Schalenbauweise
keine Spanten vorhanden sind, die Wärme- und auch Schallbrücken bilden könnten. Dank
der konvexen Form der Schalen werden Schallwellen auch in die verschiedensten Richtungen
gestreut reflektiert. Da das Türblatt aufgrund seiner Konstruktion bereits eine besonders
gute Formbeständigkeit aufweist und dank der zuvor beschriebenen Maßnahmen bei Haustüren
und Wohnungseingangstüren auch eine Verformung unter Feuchtigkeits- und Temperatureinflüssen
vermieden wird, schließen diese Türen an ihrem ganzen Umfang sehr gut und am Türstock
angebrachte Dichtungen sind voll wirksam. Das formbeständige und verwindungssteife
Türblatt bietet darüber hinaus auch einen höheren Einbruchschutz.
1. Verfahren zur Herstellung eines Türblattes mit zwei an den beiden (vertikalen) Längsseiten
angeordneten Längsholmen, mit zwei den oberen und unteren Abschluß des Türblattes
bildenden (horizontalen) Querholmen und mit zwei Verkleidungsplatten aus Holzwerkstoff,
die in eine zumindest in Querrichtung des Türblattes konvex nach außen gewölbte Form
gebracht und an den Randbereichen ihrer einander zugekehrten Innenflächen mit den
Längs- und Querholmen verleimt werden, dadurch gekennzeichnet, daS mindestens zwei Holzwerkstoffplatten unter Zugabe von Leim aufeinandergelegt
und in einer Heizpresse unter Verwendung einer konkav gewölbten Matrize und einer
konvex gewölbten Patrize zu einer formbeständigen, in Querrichtung gewölbten, eine
der Verkleidungsplatten bildenden Schale miteinander verleimt werden, und daß zwei
derartige gewölbte Schalen mit den Randbereichen ihrer einander zugekehrten, konkav
gekrümmten Innenflächen an entgegengesetzt gerichteten Flächen der Längsholme und
der Querholme zur Anlage gebracht und unter Zugabe von Leim mit diesen verleimt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daS zum gegenseitigen Verleimen der Holzwerkstoffplatten eine Matrize und eine Patrize
verwendet wird, deren Oberflächen jeweils in Querrichtung entsprechend der Mantelfläche
eines Zylinderabschnittes einen gleichbleibenden Krümmungsradius aufweisen.
3. Türblatt mit zwei an den beiden (vertikalen) Längsseiten angeordneten Längsholmen,
mit zwei den oberen und den unteren Abschluß des Türblattes bildenden (horizontalen)
Querholmen und mit zwei Verkleidungsplatten aus Holzwerkstoff, die zumindest in Querrichtung
des Türblattes konvex nach außen gewölbt und an den Randbereichen ihrer einander zugekehrten
Innenflächen mit den Längs- und Querholmen verleimt sind, dadurch gekennzeichnet, daß jede der Verkleidungsplatten eine vorgeformte, gewölbte Schale (2) ist, die
aus mindestens zwei formbeständig miteinander verleimten Holzwerkstoffplatten (3,
4) besteht.
4. Türblatt nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daS die Oberfläche (3a) jeder Schale (2) in Querrichtung entsprechend der Mantelfläche
eines Zylinderabschnittes einen gleichbleibenden Krümmungsradius (R1) aufweist.
5. Türblatt nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Holzwerkstoffplatten (3, 4) Sperrholzplatten sind.
6. Türblatt nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Holzwerkstoffplatten (3, 4) Spanplatten sind.
7. Türblatt nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Längsholme (5) und die Querholme (7) aus Holz bestehen.
8. Türblatt nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Querholme (7) als Querrippen ausgebildet sind, deren an die Innenflächen
(4a) der Schalen (2) angeleimten Oberflächen (7a) entsprechend der Wölbung der Innenflächen
(4a) gekrümmt sind.
9. Türblatt nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß bei einem Türblatt (1') für eine Haustüre, Wohnungseingangstüre oder dgl. an
der konkaven Innenseite der zum beheizten Innenraum (I) gerichteten Schale (2i) eine
Dampfsperre (14) angeordnet ist, daß an der konvexen Außenseite der gegenüberliegenden,
zum Außenraum (A) gerichteten Schale (2a) eine Feuchtigkeitssperre (15) vorgesehen
ist, und daS die Feuchtigkeitssperre (15) nach außen von einer weiteren, konvex nach
außen gewölbten Schale (Verkleidungsschale) (16) überdeckt ist, die gegenüber dem
übrigen Türblatt frei verschiebbar ist.
10. Türblatt nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest an den vertikalen Längsseiten des Türblattes (1') im Bereich des Türfalzes
Halteleisten (18) vorgesehen sind, welche einerseits mit dem zugeordneten vertikalen
Längsholm (5) fest verbunden sind und andererseits die vertikalen Längsränder (16a)
der Verkleidungsschale (1b) so überdecken, daS eine Verschiebung der Längsränder (16a)
gegenüber den Halteleisten (18) möglich ist.
11. Türblatt nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daS die Halteleiste (18) ein stufenförmiges Profil (18a, 18b, 18c) aufweist.
12. Türblatt nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daS die Feuchtigkeitssperre (15) aus einer Kunststoffolie besteht.
13. Türblatt nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Dampfsperre (14) eine Kunststoff- oder Metallfolie ist.
14. Türblatt nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der zwischen den konvexen Schalen (2i, 2a) liegende Innenraum des Türblattes
(1') mit Dämmaterial (19) gefüllt ist.